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Nr. 603. Morgen-Ausgabe, 1. Vlatt.

Entscheidung erlassen. Die Lehrerinteressenvertreter im katholischen Lehrerverein haben aus Respekt vor diesem Urteil ihre eigene bessere Überzeugung fahren lasse». Wir tun es nicht. Wir wären unmündige Buben, wenn wir unfern Verein und seine Leitung einfach deshalb verrieten, weil die Bischöfe, di« endlich ultramontanen Machern nach- gcgeben haben, in einzelnen Äußerungen Verletzungen des Katholizismus sehen. Empor die Herzen! Aufrecht! Durch!"

Herr «ird Flotte.

Die Personalveränderungen im Offizierkorps deS Be- urlaubtenstmrdes der preußischen Armee waren in diesem Monat ungewöhnlich groß. Zwar sind nur 5 Oberleut­nants zu Hauptleutcn befördert, aber die Zahl der Beför­derungen zu Oberleutnants betrug 179, Vizeseldwcbel und Vizewachtmeister sind nicht weniger als 622 zu Leutnants der Reserve oder Landwehr befördert worden.

ArrsLanÄ.

Kffervelch-Urrgarm.

Eine große Spende der amerikanischen Tschechen. Rach Meldungen tschechischer Blätter haben die amerikanischen Tschechen durch Vermittlung der tschechisch-amerikanischen Pvetzzentrale in Chicago dem tschechischen Nationalrate ( Narodni rada ceska") in Prag mittels Kabeldepesche die Absendung von einer Million Cents (=50 000 Kronen) angezeigt, die von den amerikanischen Tschechen als Jubi- läumsspende Kr den tschechischen Schulverein („Ustredni matioe ftolska") gesammelt wurden. — Den Deutschen dringend zur Nachahmung empfohlen.

Aelgis«.

Der Ausstand im Lütticher Kohlenbecken. Die Aus­standsbewegung im Lütticher Kohlenbecken hat sich weiter ausgedehnt. Es streiken augenblicklich etwa 2000 Mann.

Frankreich.

Ein neuer Nnterseebootmotor. In Toulon wurden Versuche mit einem Unterseeboot unternommen, das einen neuartigen Motor besitzt, der sowohl an der Meeresober­fläche Wie unter Wasser 'benutzt worden kann. Der Motor beruht auf einer Erfindung eines Matinegenieossiziers, der «inen Kessel erfunden haben soll, der bei der Fahrt an der Meeresoberfläche Wärmte akkumuliert, die dann unter Wasser den Motor betreibt. Die Versuche sollen ein gün­stiges Resultat ergebenhaben.

Sabatage. In Lori ent wurden drei junge Leute in dem Augenblick verhaftet, als sie die Sigualdrähte der Bahnlinie nach Quim Fer durchschweiden wollten. - Einer der Verhafteten ist ein Zögling der Marknemafchinisten- schule; ein anderer ein Arsenala weiter.

RnsilanS.

Eine österrrichisch-ruffischc Annäherung? In Petcrs- ourger diplomatischen Kreisen hat man, einer „Herolds- Meldung zufolge, die Überzeugung, daß man auf deutscher Seit« tatsächlich ein« freundschaftliche Annäherung zwischen Österreich-Ungarn und Rußland herbeizuführeu bestrebt ist. Die Reise des österreichischen Gesandten Grafen Berchtold nach Berlin soll hiermit in Zusammenhang stehen. Man ist der Ansicht, daß der Graf als künftiger Minister des Äußern Österreich-Ungarns zu betrachten sei. Gleich­zeitig verlautet in Petersburger diplomatischen Kreisen, daß auch zwischen Berlin und London eine Verständigung Über die politischen Fragen schon erfolgt sei oder solche uk mittelbar bevorstehe.

Luftschiffe und Aergxiaue.

Absturz eines Fliegers.

w. Paris, 27. Dezember. Aus Sao Pauto in Brasilien wird gemeldet, daß der italienische Flieger Picellet ans dem dortigen Flugfeld aus »einer Höhe von 100 Meter mit seinem EiÄdeckor abgestürzt- nnd wenige Minuten darauf gestor­ben ist

behalten. Sie müssen die Bettücher, Hemden und Kissenbe- züge, die inzwischen gewaschen wurden, zusammenlegen. Es sind alte Kunden, die dazu auserlesen werden. Jeder von ihnen wird von dem Aufseher, der ihnen die Arbeit anweist, mit einem fröhlichen Schimpfwort als alter Freund begrüßt. Nun komme ich auch an den Schalter, nehme mein Kuvert in Empfang, gebe nochmals meinen Namen an, natürlich ein Pseudonym. Am dritten Schalter steht ein Kerl, der jeden anbrüllt: „Raus!" nnd damit verläßt man diesen gastlichen Platz. Ich ging aus dem New Dorker „Nachtasyl" mit dem Gedanken: Wer jemals unter diesen Menschen in

diesem Asyl eine Nacht zugebracht hat, selbst in wirklicher Not, der wird beten lernen, und wenn er vom Tage seiner Geburt an niemals die Hände zum Gebet gefaltet hat, wenn er niemals an einen Gott geglaubt hat, er wird, wenn er sich aus dem Sumpf erhoben hat, dies inbrünstige Gebet zum Himmel schicken: „Gott, barmherziger Gott, laß mich nie­mals, niemals wieder so tief sinken, daß ich die Schwelle dieses Obdaches als ein Bittender betreten muß!"

Aus Kunst und FZdZN.

* Der deutsche Weinbau, vielleicht diejenige kulturelle Erscheinung Deutschlands, die am wenigsten sich im Laufe von mehr als anderthalb Jahrtausenden verändert hat, ist wie ein starker Prozentsatz aller deutschen Kultur römischen Ursprungs. Nicht allein zahlreiche Funde römischer Münzen in deutschen Weinbergen weisen darauf hin, man hat auch in der Gegend von Mainz ganze Sektionen von römischen Amphoren, tönernen großen Gesäßen mit einer Spitze am Boden, um sie in den lockeren Kellergrund zu stecken, anfgesunden, und beim liefern Durcharbeiten der Weinberggelände ist man auf zahlreiche Sesol (Winzer­messer), Sicheln und Weinbergshacken (Karste genannt) ge­stoßen. Ob freilich die alten Römer den edlen Wein schon so zu pflegen gewußt, daß er so edel, klar und so natur­rein war wie heute unsere Kabinettsweinc? — Aber die Pflege des Weins, den Weinbau in alten Zeiten und in unseren Tagen, die Sektbereitung, kurz über alles, was mit dem Wein zusammenhängt, schreibt die neueste Sonder­nummer des „Zalonblatt" (Dresden), die «Der deutsch«

Wirsdaderwx TKgittrM.

Ans Stadt mrd Kmrd.

MissÄadenrr UachrrchLsa.

Wies b a d « n, 28. Dezember, über Kütchen Paulus,

die auch.bei uns wohlbekannt« LUftfchisicrin aus Frankfurt a. M., plaudert Major a. D. Hilde ü r a ird t im „Ber­liner Lokalanzeiger" wie folgt:

Der aeronautische WevdeMMg der angehenden Flug- künstlvrin ist ein sehr domenvoller gewesen, wurde doch bald rrach Beginn der Laufbahn ihr ,Lebcns-gMck auf schreckliche Weise zerstört. Bis heute hat Fräulein Paulus bereits 475 freie Ballonfahrten ausgesührt, eine Zahl, die bisher von.keinem Deutschen erreicht wuüde. Abgesehen davon, daß in »früheren Jahren das Material noch nicht auf der hohen Stufe der Vollkommenheit stand wie heute, ist ein Teil ihrer Aufstiege schon deshalb besonders gefährlich gewesen, weil sie 65mal mit einem einfachen öder gar doppelten Fall­schirmabsprung abschlossen. Durch gelegentliche Verletzun­gen hat sie. sich nicht abschrecken lassen, Len gefährlichen Be­ruf weiter fortzusetzcn, der ihr lieb geworden ist und in deni sie doch die furchtbarste Szene ihres Lebens durchge- nrach: hat, eine Szene, wie sie schrecklicher und erschüttern­der kaum erdacht werden kann.

Kätchcn Paulus hatte im Alter von 21 Jahren in ihrer Vaterstadt Frankfurt a. M. den Berussluftschiffer Hermann Lattemann kennen gelernt und in ihm nicht nur ihren.Leh­rer gefunden, sondern auch den Geliebten, an beit sie sich für ihr ganzes Leben ketten wollte. Dieser Aeronaut er­freute sich beim Publikum großer Beliebtheit, da er außer der üblichen Ballonfahrt der schaugierigen Menge auch das aufregende Schauspiel eines Fallschirmabsturzes bot. Die Tollkühnheit und Geschicklichkeit des Mannes machten gro­ßen Eindruck auf das junge Mädchen, und eindringlich bat es ihn, sie in die Geheimnisse des Luftschi.fferberuss einzu­weihen. Zunächst wurde sie mit der Herstellung der Ballons und Fallschirme vertrant gemacht.

Nach Beendigung der Lehrzeit nahm Lattemann sie bei einer Fahrt mit, bei. der er einen Fallschirmabsturz unter­nahm nttd einen Führer brauchte. Meist hatte er den Ballon wach dem Absprung einfach fliegen lassen und ihn infolgedessen häufig in verletztem Zustand Wiedererhalten. „Mein sehnlichster Wunsch ging also in Erfüllung. Ich durfte,mitfahren. Obgleich mir das Herz schlug, sagte ich mir: „Dein Meister Lattemann hat schon so viele Fahrten unternommen, und es ist ihm Nichts dabei, zugestoßon, wes­halb soll es bei dir anders werden?" So schildert das un­erschrockene Mädchen selbst ihre Gefühle. Wenn heute auch eine Ballonfahrt kaum.noch als Wagnis gilt, so muß nrau doch daran denken, daß dieser erste Aufstieg -gleichzeitig die Führerfahrt war. Der hohen Kosten halber war Latiemann Ummer darauf angewiesen, zahlende Fahrgäste mitznneh- men, an ein« gründliche Ausbildung seiner Gehilfin war daher nicht zu denken. Damals war überhaupt jede Luft- reife ein Erciguiis. Selbst den Luftschifferosfi zieren war es noch,End« der.achtziger Jahre verboten., Freifahrten zu un- ternehmon, da man sie für zu gefährlich hielt. Das Geschick der neugebackenen Führertn erwies sich aber gleich bei die­ser .ersten Luftreiise, au der noch eine dritte Person als Fahrgast teilnahm. Rach Lattemanns Absprung führte sie, 'lediglich durch die mündlichen Instruktionen ihres Meisters unterrichtet, dank der gründlichen Kenntnis des Materials, Den Ballon sachgemäß weiter und vollzog bei ziemlich star­ken Wind eine sehr glatte Lanvung. Von nun an hatte Lattemann volles Vertrauen ,zn ihr gefaßt. Schon bei ihrer dritten Lüstreise sprang die gelehrige Schülerin aus über 1200 Meter Höhe mit dcur Fallschirm aus .dem Aerostaten. Wie sie selbst erzählt, hat sie dieses Wagnis nur aus Liebe zu ihrem Lehrer, der inzwischen ihr Bräutigam geworden war, untcrirommen, der zur Füllung der durch Instandhal­tung des kostspieligen Materials stark in Anspruch genom­menen Kasse eine neue Sensation für das schaulustige Publikum brauchte. Alles ging gut, uNd schon bei der näch-

Weinbau" betitelt ist. Mit außerordentlichem Fleiß ist hier von den bedeutendsten Fachleuten des Weinbaus, seiner Wissenschaft, des Weinhandels, seiner Gesetzgebung, alles Wissenswerte und Interessante zusammengetragen mit einem Jllustrationsmaterial von 170 zum größten Teil Originalbildern geziert und mit schwungvollen ernsten und heiteren Gedichten und Plaudereien bereichert.

Theater und Literatur.

Br. Bernstein (München) teilt mit, daß er im städtischen Archiv zu Friedrichstadt (Eider) keine Jugendgedichte Hebbels entdeckt habe. Er habe diese neuliche Zeitungsnotiz weder direkt noch indirekt veran­laßt, noch überhaupt um sie gewußt.

Hermann Bang, der bekannte Schriftsteller, gibt am 1. Januar 1911 seine Regiffeurtätigkeit am Kopen- tzagener Dagmar-Theater auf, um einem Rufe Max Reinhardts nach Berlin zu folgen und als Regisseur am Deutschen Theater zu wirken.

Oskar Jerschke und Arno Holz, die Autoren des „Traumulus", haben eine neue dreiaktige Komödie vollen­det, die den Titel „Buexl" führt und deren Uraufführung Ende Januar int Neuen Schauspielhaus in Berlin stait- finden wird. Di« Titelrolle ist in elsässischem Dialekt ge­schrieben.

Bildende Kunst und Musik.

Professor Max Lieb ermann legte jetzt die letzte Hand an eine Reihe größerer Arbeiten. Es sind Portraits des Frankfurter Oberbürgermeisters Franz Adickes, Von Professor Ludwig Borchardt in Kairo, schließlich ein Portrait des Kommerzienrats Seligmann in Hannover.

In der alten Pfarrkirche des Kurorts Gries bei Bozen (Südtirol) -befindet sich «in berühmter Schnitz- altar, der im Jahre 1475 von dem Meister Michael P a ch « r in Brnneck verfertigt wurde. Am Mittwoch, den 21. Dezent ber, wurde nun dieser Altar von der Wand entfernt U'rd da zeigte sich's, daß' die Rückseite des Altars mit Bildern bedeckt war. Sachverständige wurden berufen und erklärten die auf diese Weife entdeckten Bilder für sehr schön und kostbar. '

Mittwoch, 28. Dezember Sekte 3.

stcir Fahrt vollzog sie einen Doppelabsprnng unter schwierig gen Umständen. Der Regen goß in .Strömen, und bereits in 400 Meter Höhe verschwand der Aerostat in den Mol­ken. Obgleich di« Erde nicht zu sehen war, wurde doch der Absturz gewagt. Woilkeu uNd Nobel hatten sich fast bis auf di« Ebbe gesenkt, und als dies« tu Sicht kam, rvar der Fall­schirm -auch schon auf einen dichten Eichenwald gestürzt, in dessen Ästen er hängen blieb. Hevbei-geholte Bauer« warfen der Lustschifserin -einen -Strick zu, an dem sie sich ans die Erde h-erabkieß. Der dem Kunststück des Do-ppelabsturzes zugrunde liegende Gedanke ist die Wiederholung eines Fall-, fchirutabsturzes vom Ballon durch einen weiteren Absturz vom entfalteten Fallschirm mittels ain-es mitgeführten zwcr- ,tenSchiums.

Die Ballonfahrten und -Absprüng« wutzden nun längere Zeit mit Glück du-rchgeführt, bis schließlich Latt-omauin auf schreckliche Weise u-ms Leben kaut. Das tragischste dabet war, daß die Braut selbst Zeugin des Todessturzes sein mußte. L-attoman.n.hatte sich eine Konstruktion erdacht, beb der er -nach dem Absprung seiner Gefährtin di« Hülle des Ballons entzweiNeihen und zu ebnem Fallschirm gestalten wollte. Nachdem er beobachtet hatte, daß sich der Fallschirm feiner Begleiteri-n in vo rschr-iftsncätz-igier Weife geöffnet hatte und mit seiner Last in langsamem Fall dahinschwebt«, riß er die Hülle entzwei. Di« Anordnung fun-ktiionierte aber nicht, und der Ballon,stürzte in rasendem Fall uLHaurt dem an einem Gurt hängenden LuftschWor herab. In­folge der größeren Geschwindigkeit sauste er in wir-belnderr Schraubenwinidungen an der V or-attg esp rung-eit en vorbei, die bei vollem Bewußtsein das heftige Geräusch hörte uud sah, wie ihr Bräutigam zur Erde Niederstürzte. Sie &e= merkte auch seine vergeblichen Bemühungen, durch Ziehen au den Leinen der Hülle die gewünschte Schr.rmfo-mr zrr ge-bert. Nur Met Minuten hnt-te der schreckliche Sturz ge­dauert. Etwa «ine halbe Stund« später stand Kätchen Paulus, die zu ihrem Mfchwebm 12 Mbn-ut-eu gebraucht hatte, nebett der schreckltch verstümmelten Leiche ihres Bräutigams.

Obwohl tief gebrochen durch die Katastrophe, nahnr die Lustfchifferin -doch bald wieder ihr gefährliches Gewerbe auf, .einmal um sich ihren .Lebensunterhalt damit zu ver- dienen, und dann auch, weil sie von dem nun einmal cr- griffenen Beruf -nicht mehr zu lassen vermochte. Altgesehen von einigen leichten Verletzungen-, ist die kühne Frau bis­lang vor schweren Stürzen verschont geblieben. Dornen­voll aber -ist dieser Beruf. Während die Luftsahrervereine meist über -geschulte Leute verfügen, die das Material irr- sta-nd setzen, ist ein BerufsAtftfchiffer alles in einer Person.

Nun will. Fräulein Paulus zur Aviatik übeivgeheu und auf der Flugmaschine um die Gunst des Publikums worben. Sie übt bereits zurzeit in Johannisthal bei Berlin,

— Die Stadtverordneten sind auf Freitag, den 30. Dezember l. I., nachmittags 4 Uhr, in den Bürgersaa! des Rathauses zur Sitzung eingela-den. Tagesordnung: 1. Antrag des Magistrats aus Bereitstellung der erforder­lichen Mittel für Erweitemnjg der F e-rnspr echanlage im städtischen Krankenhaus. Ber. Fin.-A. 2.. Des-gleichen auf .BowMgu-ng von 23 200 M. aus Anleihemitteln für Verlängem-wg einer bestehenden iWeiche der Bicrstad-ter und Ei-Nbav einer neuen Weiche der Dotzheimer Straßen- bahnlinie. Ber. Fin.-A. 3. Ankauf eines Grundstücks im Distrikt „Ert-elsborn", Gemarkung Bierstadi. Ber. Fiit.-A. 4. Neuerrichtung -einer Oberlehrer st ekle an der höheren Mädchenschule 2. Ber. Org.-A. 5. Neuwahl von zwei MitMederu des Vorstands der Kansmänmischen Fortbildungsschule. Ber. .WahlA. 6. Antrag auf Bewilligung dort 400 M. jährlich als Bettvqg zu den laufen­den Koftcm der S a n i t ä t s k o k o u n e vom Roten Kreuz. 7. Desgleichen auf Verwendung des übcrsckmsses aus dem Fahr 1909. 8. DeAgleichmr auf Herabsetzung des Pacht- betrags für eine städtische Restauration. 9. Des­gleichen auf nachträgliche Wiederein-stellung von 13 390 M. bei Titel 14 -des Etats der außerordenfl-ichen Verwaltung des Gaswerks. 10. Neuregelung der Wohnungs- g eldzuschüsf e und Mietsents-chÄdigungen der Lehrer­kollegien -an den städtischen Schulen -und der Museums- bea-mten. 14. Vorlage des F ln cht-li n i e Np lans für das Gelände zwischen Güterbahnhof und der Gemarkungs­grenze. . (Distri-kte „Rad" und „Holzstraße".) 12. Mag-i- stratsanwag, bkt'rrffettd Re-geliung der P o u f i o n s Ver­hältnisse eines städtischen.Beamten. Ber. Fin.-A.

— Zum Bäckerciverbot am Weihnachtsfcst wird uns noch mitgeteilt, daß dasselbe in der Hauptsache -erfolglos verlausen sei. Man will es für eine Kur- und Fremden- stadt nicht gelten lassen und nteiut, es passe nur mehr für kleinere Plätze. Die Großbetriebe, die in dem Erlaß des Verbots lediglich einen Sieg der Kleinmeister erblicken wollen, wußten sich, wie schon gestern gemeldet, zu helfen^ sie verl-.gten ihren Betrieb außerhalb der Stadt Wiesbaden, so z. B. nach Hahn, Igstadt usw., und umgingen so das wohlegemeinte, aber wie es scheint, in seinem eigentlichen Zweck V'W^: unfruchtbare Gesetz.

— Ein „Rosarium" wird sich nächsten Sommer am Ern-. gang der Coulinstraße, bei der Synagoge, auftun. Dort ist bek-annKich vom StadtdauaMt mit rauher Hand in dis gärtnerisch« Anlage -eiugogrtWe-n worden, als die Ervretto, rung der Coukmstr-aße, -am Michelsberg, vorgeno-mmen wurde. Die Anlage wurde stark geschmälert, blieb ihrem Schicksal überlassen und bildete durchaus keinen Zierat mehr 'wie vorher. Das wbrd nun Wieder anders werden. Unsere rührige städtische Gartenbauocrwal'tung hat/ohntz dafür, wie wvr hören, besondere Mittel -in ihren Etat eitta zu stellen, auf dem erlvahnteu Drei eck eine RosiMa«Mrm zutr-g vornehmen lassen, welche in der rtLchstetr Wüte-M das Straßenb-W -zweifelsohn-e wesentlich heben- wird.

— Die Beseitigung des Schnees aus den Straßen der Stadt ließ -gestern zu wünschen übrig. Besonders aus deq Gehwegen nnd flbsvgän-gen la-g die breiige Masse an vieler» Stellen nach,mittags noch unberührt. Man- sollte meiniw, daß, a-uch wenn der Schneefall so überraschend schnell ein- tritt wie diesmal, die Maßregeln zur Fortschaffun-g dieses lästigen Verkehrshindernisses -rascher getroffen werden köttn» ton, zumial Arbeitskräfte- und Fuhrwerke zu diesem Zweck wohl in mehr als geltügender Zahl gerade fetzt vor^handeq

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