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Wikslitillemr

»erlag Kanggafl« 21.

Tagblatt-H-uS".

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ts&^tittP'JfSbtusi^fm^xss tesiuus-jsasSj sfs ^^«Lsrsssr. ««>«-

Sttiesbaden. Samstag, 24 . Dezember 191 ®»

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58. Jahrgang.

Morgen * Ausgabe.

1 . %8Catt.

gfür öcrs 1 . ©uarfctC 1911

auf das

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Der Eisenbahnverkehr im Jahre 1910.

Deutlich sprechen die Verkehrseinnahmen für die Besserung der Wirtschaftslage im Jahre 1910: nur cm mal hat innerhalb des letzten Dezenniums ein Jahr noch eine größere Steigerung der Eisenbahneumahmen gebracht als das Betriebsjahr: es war das Hochkon-

'»unkturjahr 1906, in dem die Steigerung relativ noch größer ausfiel. Von dein letzten Tiefpunkt des Eisen­bahnverkehrs ausgehend, der im Jahre 1901 erreicht wurde, gestaltete sich die Entwicklung m den letzten Jahren, wie folgt: Personen- und Güterverkehr zu­

sammen betrugen:

1901 . . 100,0 1906

1902 . . 100,9 1907

132.5 132,9

139.5 143,0 153,4

1903 . . 107,9 1908

1904 . . 114,1 1909

1905 . . 119,8 1910

demnach erfolgte von 1909 mtf 1910 ein Aufstieg um 10 4 Proz., 1906 betrug er 12,7 Proz. i-tc absolute Ge- somtei,ulahme stellt sich in diesem Jahre für die ersten elf Monate auf 2287,31 Millionen Mark gegen 2:31,55 Millionen Mark im Vorjahre: die absolute

Zunahme beträgt also 155,76 Millionen Mark.

folgt man die Bewegung der Einnahmen nach,Viertel­jahren, so erhält man folgendes Bild, Die Einnahi.w betrug pro Kilometer nn Persoiienverkehr.^ Io»

1. Vierteljahr 3140 M. (gegen 1909 tz- 430 M-), teljahr 4045 M. (+ 74 M.), 3. Vierteliahr 47#

(+ 252 M.), 4. Vierteliahr (Okt/Rov.)

(+ 109 M.); im Güterverkehr: 1910 1. Vierteliahr 7607 Mi. (gegen 1909 + 273 M.), 2 Vierteliahr .924 M- /, Q79 m) i o Vierteljahr 8563 M, (+ 474 Mc.). t SBertÄ (OB-/»») 01« «. (J 379'*.). m* Personenverkehr hat das erste Quartal, berm Guwr- mS Ä «Wer u»d »tow«ht«e

rdatii frciftiottc Li»mlM-It-,g-r>,->g- ««-nub-l d-,1, Vorjahre gebracht. Insgesamt stellte sich die Emnahr.e ans dem Personenverkehr m den ersten eff Monaten pro Kilometer auf 14 295 M. gegen 19 431 M. rm Voi- fahre, die Einnahme aus dem Güterverkehr betrng 30 283 M. gegen 28 785 M. on vergangenen .zahn Trotzdeiu aber die Steigerung rm Personenverl. hr .w- gesamt sfrößer ist als hu Güterverkehr, so vollzog sich die Aiifwärtsbeweglliig £>ct letzterem doch gleich­mäßiger/Während beim Personenverkehr zwei Mow. ,, April lind Juni, einen Rückgang der Einnahmen bi .)- teil, gingen die Einnahmen aus denr Güterverkehr Monat für Monat über die Vonahrigen Humus, wen Lauvranteil an der kräftigen Ster-MNirg des^ Gnwr Verkehrs im Jahre 1910 haben die das deutsche E. n bahnshsleni beherrschenden -taatshahnen gehabt Gesamteinnahmen gingen von 1909 mtf 1910 um - --- Prozent hinauf. Die siebcii großen «taalseisenbahnen hatten in den ersten elf Monaten d. I. insgesamt aus dcui Güterverkehr eine Einnahme von le>4i,91 Miüw- nen Mm k gegen 1442,29 Millionen Mark m der aleicben Aeir ^ 1909. Tie Kiloinetersrnnahme dreiec Bahnen gi!m von 168985 M. auf '77 932 M, oder uw 5,29 Prozent m die Höhe, Sie ist also rela.w i.itgi so stark gestiegen 'me di- absolute Einnahme, da d>e Kno- Meterlänge^stch' vergrößert hat. Umgekehrt t,t btc |nt= Wicklung bei den Privatbahnen, der denen die K4m niptereinnähine die größere Zunahme aufweist Bei sieben der größten Privatbahnen betrng die avso.we Einnahme ans den' Güterverkehr rm , Boriahre 0 308 496 M. und ging auf 6 625 901 Mark iin laufen­den Jahre birirau S.c stieg also um 2,47 Prozent. Die KUom7.erem.mbme gmg bei denselben Bahnen von

auf 156o,7U MiNionen wcacr yiuuui. größere Steigerung hat demnach der Personenverkehr m verzeichnen, der überhaupt in den letzten v.er^ bm fünf Jaliren sich viel kräftiger entfaltet , hat als der Güterverkehr. Seit dem Jahre 1907 lind die Ein­nahmen aus dem Personenverkehr um 100,60 Millio­nen Mark oder um 16,2 Prozent in btc Höhe gegangen, während die Einnahmen aus dem Güterverkehr nun nütz 105,35 Millionen oder nn. 7,2 Prozent hinans- n in gen Tie Mehreinnahine im Berichtsjahr 'gegen-

iiber 1909 stellt sich bcini Personenverkehr aus 8.^ Prozent,, beim Güterverkehr aus 6,90 Prozenst^uei^

81 080 auf 83496 Mi oder um 2.98 Prozent in die Lohe 'Tie kräftiosle Einnahmestelgcrung haben von de>7Staatseisenbahnen die Lldenburgischen Bahnen, und zwar deren eiaene Strecken ^ zu verzeichnen. ne nabmcn ans dem Güterverkehr, rn diesem ^ah.e 8 .0 Millionen Mark ein Kkgm 7,42 Millionen rm Vori°Pi die Steigerung beträgt 9,11 Prozent. Mit «<«;' arosten Steigerung ist dann eine Privatbahn gN nennen, nämlich die Halberftadt-Blankenhurger Eisen- pah», die aus ihrem Güterverkehr 9u3 000 M. ode.. 8,68 Prozent mehr als iin vorigen ^ahre, einneh>iien konnte Es folgt die Großherzoglich Mccklenbnrgiiche Fr.-stzranz-Eisenbahn, deren EiNimhme von 8m3 aut 9,20 Millionen Dtark oder nn. t,94 Prozent m r.c

«ähe ging Erst an vierter Stelle steht, die preußisch^- hessische Eise'.ibuhngenleinschaft : chre

dem Güterverkehr gmg von 1162 64,auf lMoS8 M neu Mark oder un. 7.11 Prozent m btc Hohe. -^io <v¥i!orietcr wurden 5,14 Prozent mehr eingenommen al.- ve aanaene? Jahr. Bei den Staatsbahnen ist dnrch- wca eine Vergrößerung der Einnahmen zu verzeichne^, während bei den Privatbahnen bte die Zschipkau-Fuisterwalder, btc Biaunliywe.go., Landes- und endlich die Süddeutsche Eisenbahn ..... einem Minus gegenüber dein Vorfahr schließen. ^

politische Kdrrstcht.

D»;x Disnkaltersirste dev Krrß- «nd Feidavtrttev.e

wird uns von militärischer Seite geschrieben: .

^ie ietzt erschienene Tienstalierslistc der Offiziere d-r"Äld-' und Achartillerie des deutschen Reichsheeres liefert den Beweis, daß die dem, w u r tte mb er gi­schen Kontingent angehörenden ältereir Offiziere chnn vrenstischeil Kameraden gegenüber viel günstiger ste.ien. Während das 13. (württembergische) Armeekorps um 2 Brigade-, 4 Regiments-, 8 Abteilungs-Koliimandenre und 4 Offiziere beim Stabe hat, sind unter ow württembergischen Stabsoffizieren 3 Brigade-, ^ -

inents-, 10 ALteilungs-Konmiandenre und. b

.«labe Trete Bevorzugling besteht schon, i-ir vielen Jahren und tnuß dazu beitragen, den preußischen Offizieren oie Freudigkeit mu Dienst zu nehn.en

^Vergleicht "man sonst das . Avancement der preußisch - württembergischen Offiziere mit r ^ 1 '- ienigen der bayerischen iind sächsischen "tmee, c " findet man fast unglaubliche Verhaltnme. s°ie ersteren brauchen bis zmn Haupt..,ann 16--4. Jahre, zum Major zirka 25, zum Oberstleutnant zrr a Ns 'UM Oberst zirka 34 und zum General zuka 3. Jphre, während die entsprechenden Beförderungen bei de bayerischen rn.d sächsischen Armeekorps schon nach ll-M bezw. 21, bezw. 27, bezw. 29, bezw., 31 Jahren erfolgen so daß also die in Preußen noch rn L-telln.--

qe eines Bataillo'.is- oder Abteilnngs-Kommandeurs befindlichen Offiziere in Bayern undMen Mn 8--" Rana eines Generalma.ors erreicht Haber., dieser f l elstand bei dem i-r Preußen ein Offizier, wenn er nicht durch den Generalstab, die höhere Adsutantur Mw qonangen, beim Aufrücken zum General oi -59 nähre E g-W°rd°., ist, hat auch dm m°m°»t°n R- -

Ml an Offizier-Ersatz, besonders bei der Manwrie. mr Folae. Es ist daher setzt sehr -L-rrste, daß alte Off.- 'i-r- und Beamte ihre Söhne der besseren Aussichten wegen studieren lassen und in kaufniännische, technisan- uZ Laufbahnen bringen. Mir sind Fälle bekannter Regiinents-Kommandeure der nnfanter.e ihren M Acren gegenüber den Wunsch ansgesprochen ^ haben doch für Herbeischaffung von Fahneniunkern sorgen s, wollen .-nd daran das Versprechen geknüpft, datz die Herren für jeden geoigneien Aspiranten euren großen

Zem Keton.

(Nachdruck verboten.)

Eine Meihnachlsüberraschung.

Novellette von Annie Seidel.*)

Es war Abend geivorden, der frühe Abend eines d,NI klon Tciembertaaes. Tie schweren Wolken, die de.i ganzen Tag die Sonne nicht zumMrschern konmieu ließen, lösten sich in werche weiße Schneeflocken . - t, gerade, als ob sie wüßten, daß damit iung und alt, M sind klein eine ganz besolidere Freude geschähe. War es doch der 24. Dezember, der ^ag, zu deuP nst'ge Schneeflocken gehören, wie sonst zu kemem rm Mw ^ Auf Ellborn arbeitete alles tttit frohliaiem E . wisi Guisherrin, Frau Wolfrani. sah selbst überall nach dem Rechten, danrit nichts verkehrt gemacht oder »u- fauntt würde. Weihnachten war nun einmal wn J-leudenfest und wer von ihr abhmg,' sollte wenigsten^

SIS «W» fl»» I°u>, T« w°, ,»r° U*

und darnnch handelte sie. Im stanzen 3»'» ») .

ltr* irischem Kuchen, Tannenzweigen und APseln >.>.n av ljn Gartensaale stand eine« Riesentanne mit uw ^älsiiaen weißen Lichtchen geschmückt, und zwei lange Takeln n. t nuten nützlicheiwSachen für d,e großen und buntem Spiel- und Zi.ckerzeng für die kleinen Lerne Jede? Tprskind wurde bedacht, und alle freuten s. :

im ®cn-Mt»au.: »era-, he °«h vor der gnädigen Frau gewaltigen Respekt hatten. An

Lermamis Hartwig.

solchem Tage dachte ,nan nicht daran. Die ^orsieuw bekamen um 6 Uhr beschert, die Hausleute rlw ^ Endlich war, alles ungeteilt und vorbcrmiel ^ ll b fotfßr vuxfi ciit qitte^ ^tnubcf)Git Jtitf/C ä ,

&r Frau W-lfrmn zog sich ^ ewrlagige. schwarzes Seidenkleid an, strich, die glatten gra-en a-A-itel noch glatter ..nd rückte das weiße, Blonocn- Bübchen zurecht Tann ging sie ms Wohnzimmer an

?b,en aewolmten Fensterplatz. Sie griff mechan'ich

ihreit ^gewöhn en ' * c g ttbcr mit müden. Aus-

drrnk msiede-'hm. Die große Hängelampe verbreitete ei, mildes Licht und die Uhr tickte leise. Das war, das einzige ^Gm-änsch in dein großen, altmodisch behaglichen Z mmer Tief znrllckgelelmt in ihre» welchen Lehn­stuhl saß Frau Wolfram da. d.e sonst so fleißigen Hai'.oe müßig nn Schoße, Ihre strengen grauen Augen rnh- ten unverwandt ans dem Strickzeug vor ihr auf dem istähti'chchen: aber sie sahen weder, daß euie Radel lwlv herausgefallen, noch daß das Knäuel wert unter das .7,-so gerollt war. Die Ailgeir iiatten wichtigere -vmgr. 7. 'chanen, die mit der Außenwelt nichts zu tun hatten.

Sie sah sich selbst als kleines Mädchen vnt langen, blonden Zöpfen und lachenden Augen, wie sie^dem ge­liebten großen Bruder um den Hals flog, der zu oeir

Ferien nach Hause bann

Du, Hans, ich s^nk dir nachten, und ich habe es dir einmal zeigen?"

Lachend wehrte er ab.

- «'>»- f«*s-

stramm, eigentlich sehr häßlich-, aber Hans hm e M doch so gefreut, besonders weil sie eine "Julklapp

etwas Feines z.i Weih- selbst gemacht. Soll ich es

Latz nur, Schwesterchen;

daraus gemacht hatte so groß wie ein Haus. Und er hatte ihr zwei Kaninchen mftgebracht Wie sie gUnt- sich war! Es waren lebendige Kaninchen!

Eine andere Heinikehr, sah sie Wie den Vater w schnell ein Herzschlag dahingerafft hatte uni H s znrückkam, um das Gut zu übernehmen Da haAm sie beide nichts gesagt, soudern sich nur m di^ Augen gesehen und die Hand gedruckt ganz fest, -tc ve standen sich ja so gut -- damals.

Willst Lu mir helfen, Schwesterchen.

LJa, als dein treuer Kamerad!

Die Jahre ginge»- dahin!

Sie hörte ein girrendes Lachen, ein Knistern seide­ner Röcke, sie sah Hansens Frau. Wie war das nur inögtich gewesen. Er, der Zielbewußte, Selbstsichere, nno sie. ohne einen Funken von Pslichtbewußtienr Miß Selbstzucht! Sie sah sie noch vor sich, die kleine zreruche Sängerin mit deni braunen Kraushaar-, wre ne d.e kecke Adele in de'-Fledermaus spielte. -L.e sab oll. brenne,Iden Blicke ihres Bruders und d.e koketten lenes Mädckens Er war dann sehr oft in die Stadt M- fgtzren, bis es eines Tages hieß:Leonore Halden wird meine Frau. Sie oder keine."

Tie alte Frau im Lehnstuhl stöhnte leise. Sie wollte nicht sehen, was dann kam; aber es war, als ob eine innere Macht sie zwänge.

Nur ein Jahr später war es, als ihr Bruder bleich wie ein Tuch in ihr Zimurer trat L'es!" sagte er heiser. ^

Und sie las. Jedes Wort wuyte sie noch.

Ich habe Dich geheiratet, weil . Du reich bist. ,Ge- liebt Ab ich Dich ni. Meine Liebe gehört einem