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Nr. 594.

Abend-Ausgabe, 1. Blatt.

Wiesbadener TagdiM» Mittwoch, 21. Dezember 1910. Seite s.

Zeughause Leilzunehmen und am Abend Gäste an der kaiser­lichen Tafel zu sein. Seit Lenr diesjährigen Geburtstage des Kaisers, wo zum letzten Male die kommandierenden Generäle in Berlin versammelt waren, haben drei Armee­korps neue kommandierende Generäle erhalten, das 9., 12. und 3. bayerische Korps. Das 9. Korps erhielt für den General der Kavallerie Frhrn. v. Victinghosf-Scheel General der Infanterie v. Plettenberg, das 12. an Stelle des Generals der Kavallerie v. Broizem General der Infanterie d'Elsa und das 3. bayerische für General der Infanterie Frhrn. von der Tann-Rathsamhausen General der In­fanterie Frhrn. Kreß v. Kressenstein.

Zum Tode des Majors Domiuik. Der, wie gemeldet, verstorbene Major Dominik, dessen verdienstvolle Tätigkeit bei der Unterwerfung des letzten Maka-Aufftandes noch in frischer Erinnerung steht, hat über 20 größere Expeditionen geführt und ist auch mehrfach verwundet worden. Seine großen Erfolge im kolonialen Kriegsdienste sind vom Kaiser mehrfach durch Verleihung von Orden mit Schwertern an- erkawt worden.

Ausland.

Gsterreich-Mngarrr.

Das Befinden des Kaisers Franz Joseph. Bekanntlich ist der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand mih der Vertretung des Kaisers bei Eröffnung der ungarischen Delegationen beauftragt worden. Der Kaiser befindet sich indessen ganz wohl, die Ärzte wollen ihn jedoch bei dieser ungünstigen Jahreszeit nicht großen Strapazen aussctzen, zudem der Kaiser ohnehin die Weihnachtsseiertagc in Wallsee zubringen wird.

Frankreich.

Brthmanns türlische Äußerungen in der Kammer. Da der Haushalt des Ministeriums des Äußern wahrschemlrch erst am Ende der gegenwärtigen Sitzungszeit der Kammer zur Verhandlung kommt, gedenkt der Abgeordnete Lucien Hubert den Minister Pichon darüber zu befragen, was die französische Regierung zu den Worten des deutschen Reichs­kanzlers über die türkische Anleihe in seiner letzten Reichs- tagsrede zu sagen hat.

Die Wicderanstellung der Eisenbahner. _ In der Kammer forderte Bertcaux die Regierung aus, Ruhe zu schassen, indem sie für die Wiederanstellung der Eisen­bahner Sorge trage, die keine schwere Schuld auf sich ge­laden hätten. Driand erklärte, auf den Staatsbahnen werde keine Entlassung aufrecht erhalten, die nur wegen der Teil­nahme an dem Streik ausgesprochen worden fei. Die Eiscnbähngescllschasten versprachen, ebenso vorzugehen. Von einer allgemeinen Amnestie könne nicht die Rede sein, pa man sonst Gefahr liefe, die Disziplin nachteilig zu be­einflussen. Jaurtzs verlangte die Wicderanstellung aller Eisenbahner ohne Emschränkun-g. Briand nahm sodann die Tagesordnung Radier an, die von den Erklärungen der Regierung Mt nimmt und ihr das Vertrauen ausspricht, daß sie beabsichtige, bei den Staatsbahnen eine Revision der Kündigungen mit Wohlwollen vorzunehmen und in diesem Sinne auch bei den Eifenbahngesellschaften Vor­gehen wolle. Darauf stellte Briand die Vertrauens­frage. Sie wurde mit sehr großer Mehrheit bejaht.

Die Winzernot. Der Senat bewilligte einen Kredit von 5 Millionen für die Weinbauer, die unter den Unbilden der Witterung und durch Überschwemmungen gelitten haben,

Gnglnn».

Der Abschluß der Wahlen. Mit den gestern abend vor­liegenden Resultaten sind alle 670 Abgeordnete des neuen Unterhauses gewählt. Die Liberalen und die mit ihnen koalierten Gruppen haben eine Mehrheit von 126. Es

gezogen denn der Vater, der Hauptmann im französischen Heer war, ist schon lange tot. Mit 14 Jahren wird sic von einem typhösen Fieber befallen, und- als sie glücklich den Armen des Todes entrissen ist, zeigen sich böse Nach­wirkungen, ein dumpfes Gefühl in den Ohren, ein bestän­diges Tränen der Augen. Das Augenlicht wird ihr schließ­lich noch, wenigstens in einem geringen Maße, gerettet, aber das Gehör wird immer schwächer. Die Mutter lernt die Taubstummensprache, um sich wenigstens mit ihr verstän­digen zu können. Eines Morgens erwacht Mme. Leneru; ein furchtbares Gewitter entlädt sich mit krachendem Donner. Hörst du das Unwetter, Marie", ruft die Mutter. Aber die Tochter nimmt nichts mehr wahr von den rollenden Donner- schlägen; sie ist stocktaub. Das einsame Kind wird nun noch einsamer. Außer der Mutter hat sie keine anderen Ge­fährten als die Bücher, in die sie sich vertieft, und in dem ewigen Schweigen, das sie umgibt, drängen sich ihr Ge­stalten der Phantasie auf; sie hört Stimmen in ihrem Innern. Eine magische Gewalt zwingt sie, ihre Bekenntnisse dem Papier anznvertraucn. Sie sängt an zu schreiben, und wie sic selbst erzählt, ist es ihr, als ob sich nun die ganze ihr auferlegte innere Abgeschlossenheit in diesen hinströmcn- den Gefühlen ihres Herzens befreie. Sie schreibtmit der Gier, mit der ein Verhungernder Nahrung herunterschlingt". Mit 20 Jahren veröffentlicht sie ihr erstes WerkSt. Just". Dann schreibt sie vier dramatische Werke, von denen nun­mehr das eine die Vühnentaufe so -glücklich bestanden hat. .Emanzipation" ist ein Werk von ungewöhnlicher Kraft der Gestaltung und echter dramatischer Spannung, was auch die Pariser Kritik rückhaltlos anerkannt hat. Es ist die Ge­schichte eines philosophischen Weltrefo-rmers, der sich mit seinen Lehren in Gegensatz zu der herrschenden Moral setzt. Der Konflikt wird herbeigesührt, indem seine Schwester und ein anderes Mädchen, -die aus einem Kloster vertrieben sind, zu ihm kommen. Das junge Mädchen ist eine begeisterte Verehrerin seiner Ideen und wird nun die eifrigste Schülerin des Philosophen, der von einer heftigen Leidenschaft für sie ergriffen wird. Obwohl er viel älter und verheiratet ist, sucht er sie für sich zu gewinnen. Aber das Mädchen, das ihn wieder liebt, kann sich aus den Banden der alten Moral nicht befreien und kehrt in das Kloster zurück, obwohl sic von dem- Philosophen gelernt hat, das; sich opfern die schlimmste Form der Selbstsucht ist. Erstaunlich ist es, wie sein gerade der Dialog von der tauben Dichterin behandelt

zählen die Unionisten 272 Mandate, die Liberalen 272, die Arbeiterpartei 42, die irischen Nationalisten 76 und die unabhängigen Ratio,ra-listen 8. Das Parlament wird am 31. Januar zusammentreten. Die feierliche Eröffnung durch den König siltdet erst am 6. Februar statt.

Eine Dcnkmalsprobc. Das Komitee zur Errichtung -eines Denkmals für König Eduard ist aus einen recht ver­ständigen Gedanken gekommen, um die beste Lage für das Standbild ausfindig zu machen. Es wurde aus Holz ein regelrechtes KulissendeMmal verfertigt, auf einen Wagen gesetzt, im Green Park umhergefahren und an verschiedenen Stellen, die eventuell in Betracht kommen konnten, aufge­stellt. Da der Tag regnerisch und nebelgrau war, war de: Silhoutteneindruck gar nicht so übel. Der König verfolgte von einem Fenster des Buckingham-Palastes aus die Probe, und Mitglieder der Kommission waren anwesend und wer­den später über das Ergebnis ihrer Eindrücke berichten.

Italien.

Die Wahlreforin. Durch die Vorlage der Regierung, betreffend die Wahlreform und die Einführung der Zwangswahl, wird die Zahl der Wähler um ca. zwei Millionen vermehrt. Bezüglich der Vorlage wissen die Blätter zu melden, daß sie die Erweiterung des Wahlrechts, die Einführung des Wahlzwangs und die Abänderung der parlamentarischen Jnkompatibilitäten betrifft.

* Ein überflüssiges Dementi. TerOsservatorr Romano" erklärt amtlich, daß das in Rom und anderswo verbreitete Gerücht, die Kurie bereite eine Reform d es Zölibates vor, grundlos sei. Die Erklärung sei not­wendig geworden, um zu verhüten, daß viele Gläubige irregeführt werden.

Norwegen.

Ein Flottenplan. Die Verteidigungskommission hat einen Flottenplan ausgearbeitet, der den Bau von 8 ge­panzerten Küstenvcrteidigungsschiffen, 6 Torpedojägern, 40 Torpedobooten, 12 Unterseebooten, 4 Kanonenbooten, 1 Minenschisf und -einigen anderen armierten Hilssschifsen Vorsicht.

MeL-ik».

Die Revolution. Wie aus Chihuahua gemeldet wird, fanden bei Malpase zweitägige Kämpfe statt, wobei Regic- rungstruppcn und Aufständische schwere B e r l u st o erlitten.

Gstasien.

Die chinesischen Reformbestrebungen. In Tientsin zogen 2000 Studenten vor das Damen des Vizekönigs und ver­langten, der Bizekönig möge beim Thron die Petition weaen sofortiger Einberufung des Parlaments unter­stützen. Sie -erklärten, nicht eher Weggehen zu wollen, als bis -der Vizekönig das Versprechen gegeben habe, dies zu tun. Der Vizekönig willigte ein, die Angelegenheit der maßgebenden Stelle zu unterbreiten. Die Studenten ver­ließen hierauf das Hamen und durchzogen die Stadt mit Bannern, welche die Inschrift trugen:Sofortiges

Parlament I"

Luftschiffe und ArroMne.

Ein Fliegerabsturz.

stck. Paris, 21. Dezember. Im Aerodrom von Chartres stürzte -gestern vormittag der Aviatiker Foin mit einem BlLriot-Eindecker während eines Prüfungsflugs ab, den er um das Pilotendiplom unternommen hatte. Der Apparat ging vollständig in Trümmer. Der -Aviatiker brach einen Arm und erlitt eine Gehirnerschütterung.

ist, mit welch tiefem Gefühl sie die Geständnisse der Liebe wicdergibt, deren Töne sie nie gehört. Die Ausführung war für sie mit starken Erregungen verbunden, und die zwar lobenden, aber sensationellen Kritiken vermehrten noch ihr Entsetzen, da es sich verschiedene Kritiker nicht nehmen ließen^ bei -dieser Gelegenheit von den Beziehungen zwischen Genie und Irrsinn zu sprechen. In angstvollster Spannung folgte sie dem Benehmen -des Publikums und- suchte vergeb­lich seine Gesinnungen zu erraten. Als am Schluß das Auditorium in die heftigste Erregung geriet, rief sie:Sie pfcifen mich aus." Als aber die Mutter ihr von dein Bei­fallssturm erzählte, sagte sie nur traurig:Ach, es ist wie bei jenem Gewitter damals; ich kann -es nicht hören."

G. K Über die Cholera in Madeira und- die Ein­schleppung der furchtbaren Seuche auf das herrliche, alljähr­lich von einer wachsenden Schar von Fremden besuchte Ei­land berichtet ein englischer Korrespondent interessante, ge­nauere Einzelheiten. Es ist nun gelungen, scstzustellcn, daß die Cholera durch -ein Schiff eingeschlcppt wurde, das nach Südamerika bestimmt war und Madeira anlief. Einige der Passagiere, Russen und Italiener, die cholcrakrank gewesen Waren, kamen an Land und handelten urit eincin Fruch-tver- käufcr; da sie kein Geld hatten, boten sie ihren einzigen Besitz, ihre alten Kleider, zum Tausche gegen das Obst ein. Die Kleider wurden gewaschen und dann von der Braut des Fruchthändlers getragen. Wenige Tage später erkrankte das junge Mädchen und starb an einem Leiden, das man Magen- und Dünndarmentzündung nannte. Die Krankheit breitete sich mit verheerender Schnelligkeit aus; die Be­hörden aber, die für die Insel schwere wirtschaftliche Schäden voraussahen, verhindert;; die Bekanntgabe der Tatsache, und bis Ende November wurden in allen offiziellen Angaben alle Todesfälle als Folgen von Magen- und Dünndarm­entzündung hingestellt. Inzwischen aber war aus Lissabon -ein Spezialist cingctroffen und die Veröffentlichung seiner Feststellungen, die gerade mit dem Beginn der Frerndcnzeit znsammenfiel, hat Funchal um seine wichtigste Einnahme­quelle gebracht; cs kam niemand mehr. Fast alle Fabriken sind geschlossen und überall herrscht Verzweiflung. Die Verbesserung der Wasserzufuhr und die Überwachung der Abwässer bietet auf Madeira besmtdcre Schwierigkeiten. Das Wasser kommt von den Bergen in offenen Stcinlei- tungcn, die fortwährend in ihren; Laufe sowohl zum Trinken als auch zun; Waschen benutzt werden. Das Volk aber setzt den Anordnungen der Ärzte und Beamten hartnäckigen

AMS Stad-r und Land.

Mssbadrurx Nachricht»«.

Wiesbaden, 21. Dezentbev.

Verjährung von Forderungen am Jahresschluß.

Es siüd nur noch wenige Tage bis zum Jahresschluß. Nur noch wenige Tage, die jeder Kaufmann, oder Ge­schäftsmann oder Handwerker nicht verstreichen lassen soll, ohne nachzuprüsen, welche der ausstehenden Forderungen mit dem Jahresschluß verjähren. Notwendig wird diese Feststellung, um eine Unterbrechung der Verjährung her-- beizusühren. Viele Millionen gehen alljährlich infolge Ver­jährung verloren. Aus reiner Unachtsamkeit, denn die Ver­jährung ist jederzeit aufzuhalten.

Zuerst sei hier angeführt, welche Forderungen bereits in zwei Jahren verjähren. Es sind dies die in den ,§§ 196, 197 des Bürgerlichen Gesetzbuchs bezcichneten Ansprüche, insbesondere alle Forderungen der Kaufleute, Fabrikanten, Handwerker, und derjenigen, die ein Ku-nstgewerbe betreiben, für Lieferung von Waren, Ausführung von Arbeiten und Besorgung fremder Geschäfte, mit Einschluß der Auslagen, sofern die Lieferung usw. nicht fiir den Gewerbebetrieb, son­dern den privaten Haushalt des Schuldners -erfolgt; die Forderungen der Land- und Forstwirte für Lieferung von land- oder fodstwirtschastlichen Erzeugnissen, die zur Ver­wendung im Haushalt des Schuldners erfolgt; die Forde­rungen der -Eisenbahnen, Frachtfuhrleute, Schiffer, Lohnkut­scher und- Boten wegen des Fährgelds, der Fracht, des Fuhr- und Botenlohns, mit Einschluß der Auslagen; die Forderungen der Restaurateure und Hotelwirte für Speisen,- Getränke, Wohnung und Beköstigung; die Forderung der Personen, welche gewetb'Snmßig bewegliche Sachen ver­mieten; die Forderungen der Privatangestellten wegen des Gehalts oder Lohns; die Forderungen der öffentlichen und privaten Schulen und KraNkeNhcilanstalten für Gewährung von Unterricht, Verpflegung und Heilung; die Forderungen der Ärzte, Rechtsanwälte, Notare und Gerichtsvollzieher.

Neben diesen Forderungen, die aus dem Jahre 1908 herrühren, verjähren solche aus dem Jahre 1906, also nach vier Jahren. Zu diesen Ansprüchen gehören die der Kauf­leute, F-Äbrikanteu, Handwerker oder Landwirte, sofern die Lieferung für den -Gewerbebetrieb, bezw. nicht für den Haushalt erfolgte, sowie die Ansprüche auf Rückstände von Zinsen, auch Miet- und Pachtzinsen, auf Rückstände von Renten, Auszugsleistungen, Pensionen, Unterhaltsbeiträgen und alle anderen regelmäßig wiederkehreüden Leistungen

Die -kurzen -Verjährungen beginnen mit dem Schluß des Jahres, in welchem die Forderung fällig ist. Sind Waren geliefert oder Arbeiten -gemacht, ohne -daß ein Zahlungsziel vereinbart wurde, so ist die Forderung sofort fällig. Hat z. B. der Kaufmann Müller an den Privatier Lehmamr am 5. August 1908 für 69 M. Wein geliefert, ohne ein Zah­lungsziel anzugeben, so ist anzunehmen, daß die Forderung sofort bezahlt werden muß. Die Verjährung beginnt also mit de;n 31. Dezember 1903 und ist am 31. Dezember 1910 abgelaufen. Ist Müller ein Großkaufmann und hat er au den Kleinkaufmann Schulze für 200 M. Wein geliefert, wo­bei ein Ziel etwa nicht üblich oder durch Abrede ausge­schlossen ist, so beginnt die Verjährung ebenfalls mit dem 31. Dezember 1908 und endet, da bei der Lieferung für den Gewerbebetrieb die Verjährungsfrist van vier Jahren ge­setzlich gegeben ist, mit dem 31. Dezember 1912.

Ist hingegen ein Zahlungsziel vereinbart, so nftnmt die Verjährung erst nach Ablauf dieses Zahlungsziels ihren An- fa-ng. Würde also sowohl bei der Lieferung an Lehmann für den Privatgebr-auch, als auch bei der Lieferung an Schulze für den Gewerbebetrieb ein Ziel von 6 Monaten ausbedungen sein, so könnten die Forderungen seitens des Müller erst nach Ablauf dieser 6 Monate, also im Jahre

Widerstand entgegen, weigert sich, die Kranken in die Hospitäler oder Baracken zu geben, u;rd auch die anderen Be­stimmungen werden von den unteren Volksschichten nicht beachtet und umgangen. Die Cholera herrscht in der Tat nur innerhalb der ärmeren Klasse der Eingeborenen; die Fremden, die in den großen Hotels logieren, sind in keiner Weise von der Seuche betroffen worden. Inzwischen kündigt sich bereits die Hungersnot an, die Einnahmequellen der Bevölkerung sind versiegt und zu der Cholera gesellt sich nun als furchtbarer Bundesgenosse die nackte bittere Rot.

Theater und Literatur.

Verhandlungen mit Herrn Jeniend-ant E l a a r zur übenrahme -einer Königlichen Bühne haben sich, wie es scheint, nun dauernd- zerschlagen, denn Herr Claar teilte einem Mitarbeiter derLeipziger N. Nachr." selbst fmit, daß er gar nicht daran denke, vor Ablauf seines Kontraktes im Herbst 1912 aus seiner Frankfurter Stellung zu scheiden. Mit der neuerlichen Er­klärung des Herrn Claar wird also die Annahme von einem früheren Eintreten Volkners in seine neue Frankfttrter Stellung und Martersteigs Eimücken für diesen in Leipzig hinfällig.

Bildende Kunst und Musik.

Negers Chorwerk der10Oste Psalm" wurde kürzlich in Heidelberg zweimal an einem Abend zu Gehör gebracht. Die Aufführung hatte solchen Erfolg, daß auch Pros-esso-r Stein beabsichtigt, das Werk in Jena (Aufführung im Mürz) zweimal hintereiimnder singen zu lassen.

Wissenschaft und Technik.

In der Nahe von Hall-c a. S. wurde bei Abräumungs- arbeitcn in der Sandgrube am Südrande des Dorfes Rathmannsdorf dieser Tage ein Steinkisten­grab bloßgelegt. Es handelt sich imt ein Hockergrab der jüngeren Steinzeit (2500 v. Ehr. G.). Das Skelett war zum größten Teil noch erhalten. Am Schädel fällt besonders die flache Stirn und das schrägstehende, krästi-ge Gebiß auf. Das Grab enthielt noch eine Beigab!; in Form eines Trink­bechers dieser Periode.

DieTimes" bringen einen langen, sehr anerkennen­den Artikel überE h r l i ch - H a t a 6 06", in dem alle bis­herigen Erfahrungen zusammengestellt und große Hoffnungen für die Zukunft ausgesprochen werden.