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«Sette 4* Dienstag, 22* November 1910*

die sich zu diesem Geschäft eingefunden hatten, wird der Dipjiemarkt auch in diesem Jahr wieder stark beschickt wer­den zur Freude aller Hausfrauen und zum Arger der Pennäler beider Schulen am Luisenplatz, die während der Markttage um ihr vielgeliebtes Tummelfeld kommen. (Was, nebenbei bemerkt, den Anwohnern keineswegs un­angenehm ist.)

Neubau Dietenmühle. Vielen unserer Leser wird noch bekannt sein, daß mit der KuranstaltDietenmühle" früher ein gutbesuchtes Restaurant (Saal und Garten) ver­bunden war, das aber später aufgegeben wurde, weil der Betrieb die Kuranstalt störte. Nachdem nun die Stadt in den letzten Jahren die kahlen Wiesen um dieDietenmühle" in hübsche Anlagen hat umwandeln lassen, faßte der jetzige Besitzer, Herr Stander, wie schon kurz erwähnt, den Ent­schluß, an Stelle der nicht mehr zur Umgegend passenden Stallgebäude einen Neubau zu errichten, um in demselben das früher so beliebte Eafs-Restaurant wieder erstehen zu lassen. An dieser Stelle kommt das Unternehmen mit der Kuranstalt nicht in Berührung, und schon der bevorzugten Lage wegen dürfte dasselbe Wohl mit Erfolg gekrönt sein.

Das Etablissement Rollschnhpalast am Hauptbahn­hof der Allgemeinen Sportpark-Zentrale Max Guvth, er­freut sich bei seinen Neueinrichtungen eines immer größe­ren Zuspruchs, und es ist Wohl zu bemerken, daß dieser ele­gante leichte Sport auch in Wiesbaden sehr beliebt ist, zu­mal er unbeeinflußt von der Witterung einen ständigen Eisspovtersatz in geheizten Räumen bietet. Vielseitiger An­regung zufolge wird in Kürze bereits ein neuer Klub ent­stehen, der sichWiesbadener Rollschuhklub" nennt und sein Klublokal im Rollschuhpalast haben wird.

Der Fall Rouge-Stemmler hat seinerzeit in den Kreisen derjenigen, welche« die einschlägigen Verhältnisse bekannt waren, ein ganz besonderes Interesse gefunden. Es handelte sich dabei um eine Frau, welche zeitweilig einer Irrenanstalt überantwortet toat, und welche, als sie nach Haus zurückkehrte, die Erfahrung machen mußte, daß das einzig«, was sie an Wertobjekten besaß, ein Haus, von einem ihr als Pfleger bestellten Mann namens Rouge unter den Hammer gebracht worden war auf Grund eines Ver­trags, wonach Rouge sie mit 1 M. pro Tag zu alimentieren Hatte. Frau Stemmler hat damals alsbald einen Prozeß angestrengt auf Aufhebung dieses Vertrags. Nachdem die­ser Prozeß jahrelang geschwebt hat, ist er nunmehr dieser Tage vom Reichsgericht als Revtstonsinstanz im Sinn der Klägerin entschieden worden. Jetzt bleibt der Frau bei der Vermögenslosigkeit von Rouge nur noch übrig, die Auf­hebung des Kaufvertrags aus dem Prozeßweg zu erzwingen.

Das lebensmüde Liebcspärchen, das gestern morgen am Pulverschuppen an der Aarstraße versucht hatte, aus dem Leben zu scheiden, befindet sich den Umständen nach wohl. Bei allem Ernst der Sache fehlt der Affäre auch nicht der tragikomische Anstrich. Der junge Mann war Mitglied eines Schießklubs und als solches im Besitz eines Zimmerstutzens. (Mit dem er dann später die Tat ausführte.) Derartige Waffen sollen sich im allgemeinen für Selbstmordzwecke nicht gerade sehr gut eignen, denn mit 5-MMmeter-Schrotpatronen jemand totzuschießen, dazu be­darf es schon einer gewissen Kunstfertigkeit, die sich der Schütze ja glücklicherweise in seinem Klub nicht angeeignet zu haben scheint. Nachdem er am Sonntagabend noch ver­hältnismäßig fröhlich in einer Wirtschaft mit Klub- kcrmeraden zugebracht hatte, hat er gegen Morgen die Flinte über die Schulter gehängt und ist mit seiner Braut in den Wald gegangen. Wie die Sache daun weiter ausgegangen ist, darüber haben wir gestern bereits berichtet. Hoffentlich hat die Spielerei mit der Schicßwaffe für den jungen Mann nicht noch unangenehmere Folgen, als sie bisher ge­zeitigt hat.

Schaukasteneinbrüchc. An verschiedenen Stellen im Geschäftsviertel der Stadt sind in der vergangenen Nacht Schaukasteneinbrüche verübt worden. In zwei Fällen in der L a ng g a sse, wo wollene Herrenhemden und Herrcn- unterhosen sowie Straußfedern gestohlen wurden, und im dritten Fall in der M a r k t st r a ß e, wo dem Täter braune und schwarze Herren- und Knabenpelzkragen in die Hände fielen. In allen Fällen wurden die nur mit einem ein­fachen Schloß versehenen Türen mittels Nachschlüssels geöffnet. Für die Inhaber von Schaukasten dürste es sich empfehlen, diese mit einem sorgfältigeren Verschluß zu versehen.

Gaunerstreich. Gestern abend betrat ein fremder junger Mann eine Konditorei in der Kirchgasse. kaufte eine Kleinigkeit, legte ein Zwanzigmarlstück zum Wechseln hin und verschwand mit diesem samt dem Wechselgeld, ehe die Verkäuferin es hindern konnte. Der Gauner konnte uner­kannt entkommen und dürfte sein Manöver auch anderswo ausführen. Er war mit dunklem Havelock bekleidet.

Strcchcnunfall. Von einem Fuhrwerk umgerannt und auf die Straße geworfen wurde. heute mittag in der Wellritzstnaßh, an der Ecke der Hellmundstrcche, der 70 Jahre alte städtische Taglöhner Johann F. aus der Nettelbcck- straße. Er erlitt dabei Kopfverletzungen und wurde von der Sanitätswache nach dem st irdischen Krankenhause ver­bracht.

Ein größerer Kellerbrand entstand gestern abend kurz nach 6 Uhr in dem Hause Grabenstraße 16, wo beim Fischebacken das dazu verwendete Ol im Ofen über­lief, Feuer fing und die in dem Raum befindlichen Gegen­stände, wie Kisten, Körbe und Qlfässer in Flammen setzte. Die starke Rauchentwicklung erschwerte das Vorgehen der Feuerwehr, wozu noch die nur sehr mangelhaften Zugänge in den Kellerraum kamen. Die Wehrmannschaften mußten zum Teil mit RauchschuHhclm Vorgehen. Erst nach Mtündiger Tätigkeit war der Brand, der mit einer Schlauchleitung bekämpft wurde, beseitigt.

Für Schmetterlingsfreunde. Die Direktion des Zoologischen Gartens in Frankfurt a. M. hak in ihrem Bureau im Gesellschaftshaus neuerdings einen Verkauf von Schmetterlingen eingerichtet, die im Jnsektenhaus des Gartens gezüchtet wurden.

Makulatur, das früher unschätzbare Werte repräsen­tierte, dem Gewicht nach 66 311^4 Kilogramm, soll am 14. Dezember, vormittags 10 Uhr, im hiesigen Gcrichtsge- bäude, Saal 19, meistbietend an den Mann gebracht wer­den. Es handelt sich dabei um bei der diesjährigen Aus-

M iesbsdener Tasvlatt.

fonderung gewonnenesAltpapier", einschließlich der Akten­deckel der Justizhauptkasse in Frankfurt, des Strafgefäng- nisseS Eberbach und der Justizbehörden der Landgerichts­bezirke Frankfurt, Limburg, Neuwied und Wiesbaden.

, Kapitän Spring, über den am 24. d. M. vor der Ab»

terlung Wiesbaden der Deutschen Kolomalgesellschaft (Aula der höheren L.ochterschule) sprechenden Kapitän Spring erhalten wir nachstehende biographische Notizen:Kapitän Spring, Kapitän- leurnant der Reserve, ist einer unserer ältesten Kolonialpioniere. Ätzs..2nhre 1891 beteiligte er sich an den Kämpfen gegen Sultan Srckr ber Jaüora. 1892 machte er die Vermessungen am Viktoria- Niicmza. 1883 wurde er bei der Erstürmung von Ndaburu ver­wundet. Zurückgekehrt beschäftigte Kapitän Spring sich lite­rarisch; wrr erwähnen hier unter anderen nur sein für die see- utsttge Jugend geschriebenes BuchFritz Martens erste See- rerse ^ Nun ist Kapitän Spring von einer wissenschaftlichen Expedition nach Portugiesisch-Ostafrika zurückgekehrt, woselbst er für die geographische Gesellschaft in Lissabon tätig war. Unter anderem hat er wertvolle und zuverlässige astronomische Positionsbestimmungen und Aufnahmen gemacht. Durch seine Ausgrabungen und Funde, sowie durch das Antreffen alter Steinbauten und das Vorhandensein von Gold ist er zu der Überzeugung gekommen, daß jenes sagenumwobenen Ophirs Nordgrenze nicht der Zambesi, sondern daß diese weit nördlicher zu suchen ist. Die Goldfunde dortselbst haben Kapitän Spring veranlaßt, sich die Rechte der Ausbeute zu sichern. Redner be­gleitet seinen Vortrag mit einer Reihe von ihm aufgenommener wohlgelungener und interessanter Lichtbilder.

Ernennung. Den Inhabern der Firma Cristallerie W. W e itz , Wilhelmstraße 40, Kaufleuten Ludwig Kie hl hier und Friedr. W e i tz - Hannover, wurde von der Konigin-Mutter von Schweden der Titel eines Königlich Schwedischen Hoflieferanten verliehen.

,Tagblatt"-Sammlvngen. DemTagblatt"-Verlag

gingen zu: Für Mittagstisch für bedürftige

Kinder : von Cara 50 M., von Köhler 5 M.. von B. 50 Ps.. von L. M. 10 M. Für Frühstück für Schulkinder: von L. M. 10 M. Für die Schrippenkirche: von Cara 50 M., von Nr. 75 3 M. Für Kohlen für Arme: von H. G. 3 M.

GitterrechtSregister. Tapezierer Heinrich Karl Otto B o r ch e r s und Karoline Ernestine, geb. Mohr, in Homburg d. d. H., Taglöhner Anton Weber und Anna, geb. Griffel, in Stierstadt i. T., Fabrikarbeiter Michael Merz und Eulalie, geb. Büchner, in Schwanheim a. M., Geschäftsreisender August D r e i s, früher Metzger in Ems, und Maria Emilie, geb. Laux, ohne Stand, zu Fachbach, und Maurer Johann Karl Müller und Helene, geb. Lotz, zu Wernborn, haben Gütertrennung ver­einbart.

Konkurse, über das Vermögen des Kaufmanns Heinrich Stewase zu Wiesbaden, alleiniger Inhaber der Firma Rudolf Wolfs, ist das Konkursverfahren eröffnst. Kaufmann C. Brodt hier wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurs­forderungen sind bis zum 20. Dezember 1910 bei dem Gericht airzumelden. Das Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Gebr. Klapper zu Wiesbaden ist aufgehoben.

Steckbrieflich verfolgt werden der Arbeiter Wilhelm Thurm, geb. am 12. August 1837 zu Staßfurt, Kreis Calbe, der. nachdem er wegen Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten verurteilt und festgenommen war, entwichen ist, und wegen Unterschlagung der Ausläufer Wil­helm Kilb, geb. am 11. Dezember 1893 zu Wiesbaden, sowie wegen Urkundenfälschung und Unterschlagung der Metzger­geselle Friedrich Blech mann, geb. am 7. Juli 1885 zu Scherkenbach, Kreis Wipperfürth.

Theater, Kunst, Vorträge.

* Wiesbadener Künstler auswärts. Fräulein Gerda Jdelberger von hier, die bekannte Konzertsängerin, wirkte kürzlich in einem Konzert des Männergesang-Vereins in Nohfelden a. d. N. mit und sang mit großem ErfolgFrüh­lingslied" von Mendelssohn, Lieder von Hildach, Schumann und Dorn.Wir lernten, so heißt es in einem Bericht derOber­steiner Neuesten Nachrichten", ist Fräulein Jdelberger eine tüchtige und liebliche Konzertsängerin kennen, die sich bei uns aufs,beste eingeführt hat. Bei sämtlichen Liedern entfaltete sie ihre in allen Lagen ausgeglichene, ebenso jugendfrische, als kräf­tige Sopranstimme wundervoll und machte durch gute Ton- bildung und treffliche Aussprache ihrer Schule alle Ehre. Durch reichen Beifall belohnt, fühlte sie sich veranlaßt, noch einige Zu­gaben zu machen."

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* Kurhaus, über Fräulein Germaine Arnaud, bekanntlich die Solistin des am Freitag im Kurhause stattsindenden vierten Zykluskonzerts schreibt ein erstes französisches Blatt (Figaro"): Sie ist eine , Künstlerin von Rasse. Das Konzert von Grieg spielte sie mit einer auserlesenen Fertigkeit und einer be­wundernswerten Intelligenz und Klarheit. Man ist wirklich überrascht über die Kraft und Energie, aber auch von der Weich­heit ihres Spiels." Fräulein Arnaud ist Inhaberin des 1. Preises des Pariser Konservatoriums und hier bereits durch ihre früheren Erfolge in den Kurhauskonzerten bestens bekannt und geschätzt.

* Bortrag Shackletou im Kurhaus. Ganz einzigartig und hochinteressant ist die kinematographische Vorführung von Natur­aufnahmen lebender Pinguine in den Eiswüsten des Südpols. Die lebendige Darstellung des Treibens dieser seltsamen Vogel­wesen ist nicht nur von höchstem wissenschaftlichem Interesse, sondern erregt auch durch ihre unwiderstehliche Komik die leb­hafteste Heiterkeit des Publikums. Sir Errieft Shackleton pflegt diese kinematographischen Vorführungen, sowie ganze Teile des Vortrages überhaupt, mit jenem urwüchsigen, angelsächsischen Humor zu würzen, der ihm im Sturm die Herzen der Zuhörer gewinnt. Der ganze Bortrag findet in deutscher Sprache am Samstag dieser Woche im Kurhause statt.

* Im Spangenhcrgschen Konservatorium für Musik (Wil­helmstraße 16, frühere Hausnummer 12, Gartenhaus) findet Mittwoch, den 23. November, abends 614, Uhr, die 5. Vor- trags Übung (8. Veranstaltung) von Schülern und Schüle­rinnen der Mittelklassen statt. Eintritt frei.

* DasWiesbadener Dilettanten-Orchester" hält am nächsten Sonntag, den 27. November, abends 8 Uhr, im Saale derWartburg", Schwalbacher Straße 51, ein großes Konzert nebst Ball ab. Die Darbietungen der aus Dilettanten be­stehenden Kapelle sind aufs beste bekannt und die Solisten gut gewählt. Die Lettung des Orchesters liegt in den bewährten Dänden des Königlichen Kammermusikers Herrn W. Schulze. Wir verweisen auf die Anzeige, Seite 7.

Krrs dem TanLkveis WresvsrÄsn.

1. Allgemeine Kaninchen-Ausstellung in Schierstein.

H Schierstem, 20. November. Unter dem MottoKaninchen­fleisch muß Volksnahruna werden" veranstaltete die Sektion für Kaninchenzucht des Geflügelzuchtvereins Schierstein vom 19. bis.21. November eine Allgemeine Kaninchen- Ausstellung inxSaalbau Twoli". . Protektor der Aus­stellung war Landrat Kammerherr v. H e i m b u r a , welcher sie auch persönlich eröffnete. Im Hinblick auf das Ausstellungs­motto ließ die Ausstellung, welche weit mehr wie lediglich lokale Bedeutung hatte, erkennen, baf) das Gros der Kaninchenzüchter zurzeit noch vorwiegend S p ll r t r a s s e n z u ch t betreibt. Zwar wären belgische Riesen, deutsche Riesenschecke usw. im Lebendgewicht von 14 bis 16 Pfund prachtvolle Schlachtraffen, aber die für Zuchttiere und Junge angesetzten Katalogpreise stempeln sie noch zu recht teuerem Braten, da die Preise für Rammler 80 lns 25, für Häsinnen-gar 20 bis 90 M. und sogar für Junge 2.50 bis 7 M. betragen. Deutsche Riesenschecken, die noch den werteren Vorzug korrekt gezeichneter schwarz­weißer und grau-weißer Felle besitzen, waren im Werte von 20 bis 100 M. ausgestellt. Auch die Nachzucht von solchen Tieren dürfte daher kaum jetzt schon dazu prädestiniert erscheinen. Volksnahrungsmrttcl zu werden. Die belgische Riesenkollektion umfaßte insgesamt 87 Nummern und wurde weit von der Aus-

Abend-Ausgabe, 1. Blatt. Nr. 544.

stellungszahl der niedlichen Silberkaninchen übertroffen. welche rn ca. 100 Nummern vertteten waren, die jedoch als Schlacht- tiere ihrer Kleinheit und besonders schönen Felle wegen über­haupt nicht in Betracht kommen können. Der Volksernährung ist die deutsche Kaninchenzucht leider noch recht wenig dienstbar, ganz abgesehen davon, daß die Produzenten fast die ausschließ­lichen Konsumenten sind. Eine offizielle Bezeichnung als Schlachtrassen oder E-chlachttiere war denn überhaupt auch bei keiner einzigen Äusstellungsnummer zu finden. Sonst jedoch dokumentierten die ausgestellten Tiere einen hohen Stand der Zucht, allerdings vorwiegend von Sportraffen oder wenigstens sportmäßig gepflegter, von welchen außer den schon erwähnten noch folgende zu sehen waren: Französische Widder 9 Nummern, Blaue Wiener 2, Hasen-Kaninchen 8, welche am wenigsten kaninchenartig auSsehen und vielleicht deshalb am ehesten geeignet erscheinen, Appetit auf Kaninchenüraten zu er­regen: ferner Angora 6, in ihrer Erscheinung das gerade Gegen­teil der vorerwähnten, Russen 3, Holländer g, Engländer ver­schiedener Farben 42, Havanna 3 und Hermelin 9 Nummern. Endlich noch 43 Nummern Jungtiere und 4 Nummern in der Verkaufsklasse. Mit Gerätschaften und Vrodukien waren 7 Firmen vertreten, darunter solche mit prachtvollen Pelz­garnituren, sowie die einheimischen Firmen Apotheker Fett und , R. F. Wehnert mit Futter und H. Kirschhöser mit Desinfektionsmitteln. Die Ausstellung hatte sich namentlich am Sonntag eines recht zahlreichen Besuches zu erfreuen. Die Prämiierung ergab folgendes Resultat: die Staats- Medaille erhielt Chr. Bachmann-Schierstein, die silberne Kammermedaille Geisthardt-Koburg, die bronzene Kammer­medaille ebenfalls Chr. Bachmann-Schierstein. Ehren­preise, welche von der Gemeinde Schierstein, demWies­badener Tagblatt", der Germania-Brauerei, drei weiteren Zeitungen, Vereinen und einer Reihe Private gestiftet waren,, freien an Seel 2r-Ladenburg, Jökel-Schierstein, Jakob-Sind­lingen, Schwalb-Oberrad. Depeus-Kostheim, Mehler-Eschers- beim, Lohfink-Bruchköbel, Zimmermann-Offenbach, Pape-Zeils- heim, L. Schäfer-Wiesbaden, Kreß-Dotzheim, Wagner-Dotzheim, Wesselowsky-Offenüach, Spangenberg-Gera, Geisthardt-Kotmrgl Jamiskewitz-Steinbach, Streitenberger-Dörnigheim, Rockenberg- Bergneustadt. Stahl-Zeilsheim, Koch-Gießen, Huther-Nied und Christ-Kostheim. Werter wurden 1b erste, 25 zwerte und 42 dritte Preise vergeben, sowie 52 lobende Anerkennungen erteilt Zweiiellns ist die erste allgemeine Kaninchen-Ausstellung in Schierstem, die achte des veranstaltenden Vereins überhaupt, geeignet gewesen, das Interesse an der Kaninchenzucht in weiteren Krersen zu wecken. Diesen ist dadurch Gelegenheit ge­boten. bei richtiger Auswahl geeigneter Rassen und deren rationellen Zucht, selbst ein Bolksnabrungsmittel zu produzieren, auf dessen wirtschaftlrche Bedeutung dis einschlägigen Züchter- Vereine mit Recht und Nachdruck hindeuten. Die Selbst. Produktion von Schlachtticren ist jedoch weniger Sache des Rassenzüchters, als deren Veredelung, welche aus den Ausstellungen zur Schau gelangen, wi« das auch bei. dieser Gelegenheit geschehen ist.

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y. Sonnenberg, 20. November. In der Fetzten Sitzung der Gemeindevertretung stand die Genehmigung des mit der Garnisonverwaltung Mainz im Aufträge der Heeresver­waltung abgeschlossenen Vertrages, über die Verpachrung des Schießgeländes im Schimbachtal zur Beratung. Der neue Pachtvertrag, welcher schon seit 1. Oktober in Kraft ist, enthält wesentliche Veränderungen gegenüber dem früheren Vertrage, Weil nur noch eine Schießbahn benutzt wird, fällt das ganz« Gelände im Wolfschrecktale aus. Die Fläche ist demgemäß vor 262 500 auf 57 897 Quadratmeter gesunken. Die jetzt noch be­teiligten Wiesenbesitzer erhalten allerdings einen höheren Pacht- vreis als seither, doch dürfte die Neuregelung den übrigen Inter­essenten wohl kaum willkommen sein, denn außer dem Pacht­geld wurde der verursachte Schaden noch besonders vergüte! Dis Gemeinde erhält für Waldschaden einen Pauschalbetrag. Da die Rechte der Gemeinde sowohl als auch der beteiligten Wiesenbesitzer nach jeder Richtung gewahrt sind, beschloß die Ge­meindevertretung, zu dem Vertrag ihre Zustimmung zu erteilen, mit der Maßgabe, daß die auswärts wohnenden Best rer, welche zu einer zustimmenden Erklärung nicht veranlaß: werden

konnten, nur dann in dem Vertrag einbegriffen sein sollen, wenn sie damit einverstanden sind, Der Fluchtlinienplan für. das Hofgartengelände zwischen der Wiesbadener Straße und Hem Rambach hat in seiner projektierten Form nicht die Zustimmung des Bausachverständigen der Königlichen Regierung gefunden,,weil die Straßenführuna und Platzeinteilung zu regel­mäßig sei und zu wenig Rücksicht auf die Umgebung nähme. Die Versammlung erkannte die Abänderungsvorschläge teilweise an, wünschte aber vorerst eine Skizze nebst Bauplayeinteilung zu sehen, um zu prüfen, ob die Änderungen auch baulich aus­geführt werden können. Einige Mitglieder der Grundsteuer- Einschätzungskommisfion sind verhindert, an den Sitzungen teil­zunehmen. Die Gemeindevertretung erkannte die Hinderungs­gründe an und wählte an ihrer Stelle in den Steuerausschuß die Herren Ingenieur Faillard, Maurermeister Heinrich Seelgen und Maurermeister Fritz Bach. Die nochmalige Einschätzung der Gebäude hat den Erlaß eines Nachtrages zur Grrrndsteuer- ordnung erforderlich gemacht. Die vorgelesene Fassung des Wortlautes wurde genehmigt. Außerhalb der Tagesordnung wurde als dringend zugelassen die Bewilligung der Mittel zur Anschaffung einer Wafferpumpe und einiger Werkzeuge für den Wassermeister. Der erforderliche Betrag von 230 M. wurde genehmigt. Die Vergebung der Arbeiten und Liefe­rungen, einschließlich Hergabe der Werkzeuge zur Herstellung von Wasscrstollen mit Schächten und Einschnitten zwecks Erweite­rung der Wassergewinnungsanlagen unserer Gemeinde soll im Submissionswege erfolgen. Termin zur Einreichung der An­gebote ist auf Donnerstag, den 24. November d. I.. nachmittags 3 Uhr. anberaumt.

e!. Hochheim, 20. November. Für 25jährige un­unterbrochene Tätigkeit in der Sektkellerei Karl Gräger wurde dem Fabrikarbeiter Eduard Schreiber seitens der Handelskammer ein Diplom überreicht. Die Firma Gräger überreichte dem Jubilar ein ansehnliches Geldgeschenk. Der Hansabund hält am nächsten Donnerstag im «aale der Burg Ehrenfels" eine öffentliche Versammlung ab, in welcher Herr E, E. H. Schmidt-Berlin einen Vortrag überGerechte Wirt­schaftspolitik, eine Forderung der Zeit", halten wird. Der Eva ng. Verein hat seine MoFatsversammlungen wieder aus­genommen. In, der letzten Versammlung hielt Herr Pfarrer Ringshausen-Mainz einen Vortrag über David Levingstone. Herr Pfarrer Kortheuer erstattete über die in Diez stattge- fundene Generalversammlung des Naffauischen Diakonievereins Bericht.

«. Eddersheim, 19. November. Die Eheleute Johann Jost 1. feiern am 25. d. M. das Fest der Goldenen Hochzeit. Wie verlautet, bereiten unsere Gesangvereine dem Jubelpaar eine besondere Ovation vor

U-rsslmische Nachrichten.

Eine Millionenerbschaft.

iio. Laufenselden, 21. November. Die Mitglieder der Familie L. dahier befinden sich in freudiger Aufregung. Ein Verwandter L. ist vor kurzer Zeit in Holland ohne Erben verstorben und hinterläßt ein Vermögen von zwei Millionen Mark. Die Gerichte suchen die Erben; be­ruht die Erbschaft auf Tatsache, dann fällt ein hübsches Stück Geld hierher. - Der wegen Verdachts der Brandstif­tung inhaftierte Nagelschmied B. von hier, ist wieder auf freien Fuß gesetzt worden, da die Anschuldigungen sich als haltlos erwiesen.

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CO. Wolfenhausen (Oberlahnkrers), 19. November. Auf dem Weg zwischen hier und Langhecke wurde heute nachmit, tag der 22jährige '"'ourcr Friedrich Schuster, Sohn der Witwe Friedrich Schuster von hier/ tot aus ge­funden. Schuster, welcher stets während des Sommers