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Freitag, 11. November 1910.
Abend-Ausgabe, 1. Blau.
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Rein, Frdr. Paulsen u. a. in der Gegenwart sind ihre sackeltragenden Führer. Letzterer schließt seine Schrift über „Das deutsche Bildungswesen in seiner geschichtlichen Entwicklung" (Leipzig, Teubner) mit dem zielangebeuden Ausblick: „Tas aber wäre das
Ideal einer wahren Nationalbillmng: nicht Gleichheit der Bildung aller, sondern: auf dem Grunde einer einheitlichen Volksbildung, die selbst wieder als ein Glied der Menschheitsbildung eingeordnet wäre, ein Höchstes von individueller Ausbildung, nach der unendlichen Vielheit der Aufgaben, der Kräfte und Begabungen, welche die schöpferische Natur hervorbringt. Hnb das Ideal eines nationalen Bildungswesens Ware 'dies: daß einem jeden Gelegenheit geboten würde, zu einem Maximum persönlicher Kultur und sozialer Leistungsfähigkeit nach dem Mast seiner Anlagen und seiner Willensenergie sich auszubilden."
Einmal war Preußen daran, dieses Ideal zu verwirklichen. In dem Entwurf eines Unterrichtsgesetzes, den Supern vor 90 Jahren ausarbeitete, heißt cs: „Tie Lchule gliedert sich bis dahin, wo die Tätigkeit der Universität beginnt, in drei Stufen: allgemeine
Volksschule, allgemeine Stadtschule und Gymnasium. Tiefe drei sind als eine einzige Anstalt zur National- sugenderziehung zu betrachten und demgemäß in inneren organischen Zusammenhang zu bringen." Die Vorlage ruht nun fast 100 Jahre in den Äktenkündeln des preußischen Kultusministeriums. Dringend zu wünschen ist, daß sie bald zu neuem Leben erwache; denn Einheitlichkeit des Schulwesens, d. h. vor allem zunächst organische Verbindung der Volksschule, die in ihren unteren Klassen von allen Kindern zu besuchen ist, mit den höheren Schulen, das ist es, was aus pädagogischen, nationalen und sozialen Gründen für Ne Gestaltung unseres Bildungswesens erreicht werden mutz.
Dev ..Fall Kindevma»»".
Professor Dr. Kindermann, der au der württem- bergischeu landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim doziert, ist in Wort und Schrift sehr entschieden gegeir die Politik des Bundes der Landwirte ausgetreten. Man drohte dann auf der Gegenseite mit einem Boykott der Hochschule. Um seine Schule von diesem Schaden zu bewahren, schrieb Direktor v. Strebe! dem Professor einen Vermahnungsbrief, in dem es heißt:
„Ich bin jetzt schon sicher, daß bei den nächsten Kammerber- hcmdlungen die Regierung und ich durch Ihr Vorgehen in eine Lage gebracht werden, die für Hohenheim nur schädlich sein kann. Ich lehne die Verantwortung für die Folgen, die für unsere Hochschule zu befürchten sind, ab und ersuche Sie dringend, sich künftig innerhalb der Grenzen zu halten, welche Pflicht und Stellung gebieten."
Professor Kindermann erwiderte dieses Schreiben mit einer Verteidigungsepistel, in der er u. a. aus- sührte:
„Als deutscher Hochschulprofessor lehne ich auf daZ entschiedenste s ech e derartige Beeinflussung ab. Ich erkenne nur meine Forschung und mein Gewissen als maßgebend an. Ich bin kein Staatsbeamter im engen Sinne, der Verhaltungsmaßregeln von oben herab entgegenzunehmen hat; und wäre ich es, so stände mir die Freiheit des Ministers v. Bod- mann zur Seite. Herzlich bedauere ich, daß ein deutscher Hochschulprofessor sich zum Vermittler der Unterdrückung der höchsten Güter der deutschen Hochschulen machen läßt."
Ties ist der Kern des in Süddeutschland eifrig erörterten „Falles Kindermann". Professor Kindermann hat sich aber trotz seiner Verwahrung doch^inso- sern beeinflussen lassen, als er seine politische Tätigkeit einschränkte und auf eine ihm angeboteire national- liberale Reichstagskandidrrtur verzichtete. Da . die nationalliberale Partei, wie schon gemeldet, sich dieses und eiiliger anderen „Fälle" angenommen hat, so wird noch ein Nachspiel. in der württembergischen Kammer st'lgen.
Toll des Herrn Leffler ist hinlänglich bekannt und schon öfters eingehend gewürdigt lvorden. Doch verstand es der Künstler, einige neue Abstufungen in sein Spiel zu bringen, die dem Helden gar wohl anstanden und ihn ungemein sympathisch machten. Bis auf kurze Momente blieb seine Aussprache klar und deutlich. Der grausame Wüterich Geßler wurde von Herrn Tauber niit verständnisvollem Realismus iu Maske und Spiel verkörpert, und Herr Weinig als Arnold von Melchthal bat manches Gute. Herr Kober starb in Schönheit, ohne zu erschüttern, Herr Striebeck (Walter Fürst), Herr Radius (Baumgarten) und Herr Walberg (Ulrich von Rudenz) fielen sehr atif — leider nicht von der angenehmen Seite. Im Gegensatz dazu fielen Frau Doppelbauer (Hedwig, Tests Gattin) und Frl. Gaubh (Bertha von Bruncck) nach keiner Seite hin auf. Frl. Eichelsheim (Acm- gard) spielte echt und temperamentvoll und fand die richttae Steigerung, vom demütigen Flehen bis zum wildlodernden Haß, zur dämonischen Freude beim Tode Geßlers. Herzig war wieder Frau Braun-Grosser als Tests Knabe, und Frau Bleibtreu (Gertrud, Stanffachcrs Gattin) gab sich schlicht und natürlich. Herr Geyer und Herr Schleim hatten ihr ganzes reiches Können eingesetzt. Das Äuge konnte schwelgen in künstlerisch abgetönten, stimmungsvollen Bildern.
Die Regie sorgte diesmal für etwas flotteres Tempo.
ß. F.
Aus Kunst und Feberr.
v. Ein französischer Hymnus auf das deutsche Heer. Ein französischer Beobachter, P. A. Cheranch, der int Herbst eine Reise durch Deutschland unternommen hat und dabei am 1. September Zeuge der großen Parade auf dem Tempelhofer Felde war, gebt im „Gaulois" eine interessante Schilderung seiner Eindrücke. „Die Paraden vor dem Kaiser, bei denen noch das von Friedrich dem Großen festgesetzte Zeremoniell gilt, haben nichts gemein mir unseren Paraden vom 14. Juli. Wir feiern dabei einen volitischm Jahrestag, und das heißblütige Pariser Volk kann dann feine Freude nnd seine Leidenschaft für begeisterte Demonstrationen frei betätigen. In Berlin handelt es sich um
Wieshaderrw GKgvLkM.
* Hof- und Personal-Nachrichten. Die zweite Tochter des Staatssekretärs a. D. Der n bürg ist nach langem Leiden in fast vollendetem 16. Lebensjahre einer Herzkrankheit erlegen. Staatssekretär Dernünrg steht im Begriff, Peking zu verlassen und wird am 26. d. M. zurückerwartet. Die Beerdigung seiner Tochter findet in aller Stille statt.
* Der Gegenbesuch des Kaisers beim Zaren. Der K a i s e r hat gestern abend 10% Uhr mittels Sonderzuges die Reise nach Wolfsgarten, Baden-Baden und Donaueschingen angetreieu.
* Das neue Oberhaupt der Stadt Düsseldorf. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten in Düsseldorf wurde der bisherige Oberbürgermeister Dt. ßc 1)1 er von Erefetd als Nachfolger des aits dem Amte scheidenden Oberbürger- meisters Marx zürn Oberbürgermeister von Düsseldorf gewählt. Die Wahl erfolgte einstimmig. Das Gehalt des neuen Oberbürgermeisters wurde vorher auf 20 000 M. nebst freier Wohnung, die mit 6000 M. als pensionsfähiges Einkommen gilt, festgesetzt. Außerdem erhält der Oberbürgermeister 5000 M. NepräsentationsgÄder und Gebühren aus der Rheinischen Provinzial-Feuersozietät, die sich auf 7000 M. belaufen.
* Die üblichen „Erörterungen". Dein volksparteilichen Abg. Stengel war ein Schreiben seiner Wähler zuge- gangeit, in dein er namens weiter Kreise, insbesondere im Interesse der Arbeiterbevölkerung, gebeten wird, sich bei der Reichsregirrung dafür zu verwenden, daß der Lebensmitt e l t e u e r u ng und Fleischnot abgeholfen werde. Professor Stengel übermittelte dieses Schreiben an das Reichsamt des Innern und hat vom Staatssekretär folgende Antwort erhalten: „Euer Hochwohlgeboren teile ich ergebenst mit, daß die Erörterungen zur Beseitigung der bestehenden Lebensmittelteuerung noch nicht zum endgültigen Abschluß gekommen sind."
sh. Ein Nachspiel zum Bruhn-Prozeß. Der Reichstagsabgeordnete Wilhelm Brüh«, der „hocherho-benen Hauptes" den Sitzrnvgssaal der Moabiter Strafkammer verlassen hat, ist von seinen Anhängern nach seiner Freisprechung wie ein Held gefeiert worden. In dem bekannten antisemitischen Bierlokal, der „Hopfenblüte", Unter den Linden, deren Inhaber der Zeuge int Bruhn-Prozeß Gastwirt Hermann Rieprich ist und dessen weibliche Bedienung eine große An- zichungskmft auf das Berliner Quartier latin ansübt, wurde die Siegesfeier abgehalten. Als Wilhelm Bruhn das Lokal betrat, empfing ihn der Tusch einer Musikkapelle und die Parteigenossen überreichten ihm einen großen Lorbeer?ranz, den der Gefeierte sichtlich gerührt cnt- gegenn-ahm. Er und sein Verteidiger, Rechtsanwalt Brcdcreck, mußten daun verschiedene Reden über sich ergehen lassen und ein solenner Kommers beschloß die Feier, an der sich auch alle bekannteren Mitglieder der ehemaligen Pück- l e r - G c m c t n d e beteiligte». Der Bruhn-Prozeß hat übrigens insgesamt etwa 18 000 M. Kosten verursacht, welche von der Staatskasse zu tragen, sind.
* Der Antimodernisteueid in Deutschland. In einer bischöflichen Verordnung, veröffentlicht in dem amtlichen Organ des Metzer Bistums, der „Revue Ecclöstastique", werden die Geistlichen von Metz und Vororten aufgefordcrt, am 31. November im bischöflichen Seminar den vom Papst vorgeschriebenen Antimodernisteneid zu leisten. Die übrigen lothringischen Geistlichen werden an demselben Tag von den Erzpriestern vereidigt. — Die „Tägl. Ruridsch." schreibt: Nachdem Bayern bereits den Professoreneid gegen den Modernismus, den der letzte päpstliche Erlaß verlangte, zurückgewiesen hat, wird, wie aus diplomatischen Kreisen verlautet, auch Preußen im gleichen Sinn den Vatikan benachrichtigen. Preußen wird sogar, wie man mitteilt, noch weitergehen, indem es den Nachlaß des Eids nicht nur für die Professoren, sondern für alle Geistlichen fordern wird. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der Münchener Nuntius entsprechende Weisungen bereits in der Tasche hatte, als er vor einigen Tagen nach Rom abreiste. — Nach
etwas ganz anderes. Die Paraden haben den Zweck, die Bereitschaft und die . Ausbildung der Truppen zu zeigen. Kein Tumult, kein Lärm, keine patriotische Ekstase. Alles vollzieht sich in Ordnung und Ruhe, ja sozusagen in stiller Sammlung. 45 000 Mann, Infanterie, Kavallerie und Artillerie, waren auf dem Tempelhofer Feld vereint. Wie muß man vonr militärischen Standpunkt über diese Parade urteilen, welche Schlüsse hat man aus ihr zu ziehen? Es ist nicht zu bestreiten, daß diese Heerschau ein imposantes, herrliches Schauspiel bietet. Die Infanterie, Var allem das Alexander- und das Elisabethregiment, defilierten in einer Haltung und mit einer Genauigkeit, die über jedes Lob erhaben ist. Niemals sah ich den berühmten preußischen Paradeschritt so sicher, so gebietend in all seiner automatischen Würde. Man hat diesen Paradeschritt bekämpft und eingeschränkt, aber man muß zugeben, daß er den: Fußsoldaten eine seltsame Sicherheit gibt. Die Leute sind wie ineinander eingeschachtelt. Sie halten „Ellbogensühlung", wie der militärische Ausdruck lautet, und der Anblick des Ganzen ist wirklich kriegerisch und eindrucksvoll. Die Stiefel schlagen zur gleichen Sekunde ans den Böden, in festem Rhythmus hallt dieser Stoß for! und gibt das Gefühl von Kraft und kriegerischer Energie. Die Kavallerie ist sehr gut beritten, die Reiter haben ihre Pferde „in der Hand". Die weißen Kürassiere auf ihren großen schwarzen Pferden sind herrlich airzuschauen. Me Offiziere, die vor ihren Abteilungen einherreiten, sind vollkommene Reiter. Die Artillerie, die mit einer fröhlichen, mißreißenden Musik defiliert, wahrt die Abstände ausgezeichnet, wenn ich auch von ihr nicht glaube, daß sie der unseren unbedingt überlegen ist. Am Schluß der Parade fehlt jener sensationelle Angriff, der bei uns am 14. Juli so viel Effekt macht. Eine solche Episode widersprach dem strengen Sinne Friedrichs des Großen." Cheramh spricht dann vom Kaiser, „dem geliebten, geachteten Chef dieser sünfzehnhunderttaufend Soldaten, die er in der Gewalt hat, als wären sie nur ein Mann, dem die Armee H"ute ihre Kraft, ihre Einheit tind ihre Macht verdankt. Eines kann nicht bestritten werden: daß der Kaiser seine Armee leidenschaftlich liebt. Jeden Morgen werden ihm alle militärischen Neuigkeiten vorgelegt, alle Veränderungen besprochen, alle Fortschritte erörtert, die noch gemacht werden müssen. Bei allen Paraden, bei allen Manövern sieht man
einer Drahtung dos „Temps" aus Rom, der allerdings ein: Meldung der „Eöln. Volks zig." ebendaher widerspricht, he: der Papst auf Verlangen der bayerischen Regierung g: stattet, daß die staatlich angestellten Religionslöhrer, also die UnivorfitätSprosessorcli, den Eid gegen den Modern,e mus nicht zu leisten brauchen. Österreich werde die gleich« Vergünstigung verlangen.
* Vcteranen-Ehrung. Die Stadtverordnetenversamm. lung in Magdeburg bewilligte für die Veteranen eine weitere Ehrengabe von 40 000 M. Einschließlich des früver bereits bewilligten Betrages erhöht sich die Ehrengabe auf 60 000 M.
tu. Noch eine Statistik aufgcteilter Güter vor und nach der Besiedelung. Wie uns mitgeteilt wird, läßt ein Berich- des Kreises Osterode in Ostpreußen in äußerst lehrreicher Weise erkennen, in welchem Maße die bisher aufgeteilten Güter an Einwohner-, Familienzahl und hinsichtlich j** Viehbestandes zugenommen haben. Es handelt sich um r»e Güter Domkau, Glauben, Ludwigsdorf, Tannenberg, s»s-.r weiden und die Gemeinde Buchwalde mit 2 aufgeteilicn Gütern und einem Abbau. Vor der Besiedelung befand:» sich in Domkau 35 Familien mit 81 Einwohnern, nach der Besiedelung stieg diese Zahl auf 54, bezw. 258. Der Vicü- bestand (Pferde, Rindvieh, Schweine, Schafe) betrug vor her 58 Stück, nach der Besiedelung dagegen 526 Stück, wobst die Zahl der Schweine von 38 auf 242 stieg. In mehr öder minder ähnlicher Weise stiegen die Zahlen bei den irbriq.m genannten Gütern vor und nach der Besiedelung, so ^ alle anfgeteilten Güter infolge der Besiedelung einen Zn wachs von 955 Einwohnern und 145 Familien hatten. j : ; Einwohnerzahl stieg von 1660 auf 2615. Der Zuwachs Le- Viehbestandes beträgt 136 Pferde, 109 Hauptrindvieh Schweine, während lediglich eine Abnahme von Schaden stattfand (278). Dieses Beispiel zeigt evident den Nuecn der inneren Kolonisation für das Land.
* Fortschritte der Feuerbestattung. Dem braunschweiai. scheu Landtag ist eine Vorlage auf Einführung der fakultativen Feuerbestattung und Errichtung von Krematorien im Herzogtum zugegangen. — Das herzoglich sächsische Staats'ministerium hat jetzt nach jahrelangen schwierigen Verhandlungen den Bau eines Krematoriums in Weimar prinzipiell gestattet.
* Die Methoden des „Vorwärts". Die „Nordd. Alla Ztg." schreibt dein „Vorwärts" folgendes ins Stammbuch- „Wie wohlunterrichtet der „Vorwärts" ist, dafür ein neues kleines Beispiel aus seiner Nummer vom 8. November "Er teilt darin mit, der preußische Minister des Innern habe die Staatsanwaltschaft in Eöln angewiesen, wegen der Streikunruhen in Deutz Aicklage wegen Lan'dsriedens-brucbk zu erheben. — Es sollte eigentlich auch der Redaktion des „Vorwärts" bekannt sein, daß der Minister des Innern der Staatsanwaltschaft Anweisungen gar nicht zu erteilen hat. Aber was dem sozialdemokratischen Zentraloxg-a« den Kram paßt, das wird unbedenklich hingeschriebeu »nd
wenn es der handgreiflichste Unsinn ist._' ^"7
stimmt auch für die anderen sozialdemokratischen Blätter^
* Die Flucht der bayerischen Industrie. Durch bi« ......
bayerische Steuergesetzgebung, welche Großbetriebe üe'on- ders stark belastet, sehen sich, wie wiederholt gemeldet' bayerische Großfirmen veranlaßt, ihren Geschaftsbetrico aus Bayern zu verlegen. Auch Berlin gewarnt babur* in nicht unerheblichem Maße. Wie der „Kons." mitrckr. kommen mit der Firma Kathreiners Malzkaffes Fabrik, G. m. b. H., München, die einen Teil ihres Betriebes dorthin verlegt, allein 400 Angestellte nach Berlin. Die Firma hat hier 5400 Geviertmeter Kontor und Lager im Lindewhaus gemietet. Die Münchener Firma, di« über 10 Millionen Mark Stammkapital verfügt, dürfte «j^ tcär guter Steuerzahler für Berlin werden.
* Acht Millionen Mark Unterstützung und 30 Millionen Mark entgangener Arbeitsverdienst, das ist das Ergebnis der Bauarbeiteraussperrung von Mitte Aprck bis Ende-Juni für die sozialdemokratischen Gewerkschaften der Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiterl Für die
ihn zu Pferd inmitten feiner Truppen; von: Anfang bis zum Ende beobachtet er mit unermüdlicher Aufmerksarwkcit alle Einzelheiten. Man suche einen anderen Staatschef, ‘ ocr für seine Armee eine solche Tätigkeit, eine solche Aufmerksamkeit und eine solche Fürsorge bckundet. Darum ist'es auch nicht verwunderlich, daß diese Armee ihr Oberhaupt ihren Kaiser liebt und bewundert, ihn, der an ihrer Arbeit teilnimmt, bis zu einem gewissen Grade auch an all ihren Mühen und Anstrengungen." Cheramh kommt dann wieder auf die Parade zurück und öcitmniat die Präzision aller Bestimmungen und ihrer Ausführung: „Man fühlt, daß all« diese Soldaten bewundernswert in den Händen ihrer Führer sind", und diese Sicherheit der Führer entlockt dem Franzosen inimcr wieder Worte vorbehaltloser Anerkennung
Theater „nd Literatur.
Frau Martha Leffler-Burckard erhielt anläßiig, einer Festausführung von „Tristan und Isolde" unter tung des Generalmusikdircktors Felix Mottl, welche zur V^r, feier des Geburtstages vom Erbprinz-Regenten von Gera- Rcuß stattfand, vom Fürsten das goldene Verdicnstkrenr für Kunst nnd Wissenschaft.
Zur Jahrhundertfeier des Geburtstages von Richard Wagner (1913) wird das Mannheimer Hof- und Nationaltheater im Gedächtnisjahr des Meisters Werk« möglichst hoher Vollendung und deshalb in vollständig neuer Einstudierung, Ausstattung und Inszenierung auf- führen. Die Kosten für die Neuausstattung der einzeln >u Werke, mit Ausnahme der „Meistersinger", die erst 1907 r-eu ausgestattet wurden, sind auf 130000 M. veranschlage, 46 000 M. sind davon bereits von der Familie Lanz für die Ausstattung des „Rings" gestiftet. Der Rest soll aus nicht verbrauchtem städtischen Zuschuß bestritten werden.
Bildende Kunst und Musik.
Piero C o p p o l a, ein vielversprechender _ jung«, italienischer Musiker, der erst in diesem Jahr mir zmoj Preisen das Konservatorium „Giuseppe Verdi" . verlassen hat, arbeitet an einer Oper, für die der Journalist Luigw Giovonola das Buch nach der Björnsonschen Novog« „Synnöve Solüakken" versaßt. Die Oper hat 3 Wie und einen Epilog, heißt nach der Titethcldin „S Y >: n ü u e" und spielt in den norwegischen Bergen.
