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Nr. 520 .

Abcwd-Ausgabe, 1. Blaru

ludj. nach Barcelona au gelangen, aufgegcben worden ser. Alle Straßen sind militärisch besetzt, das M i l r - iar behindert jede Ansammlung. Tas Militär hat Befehl erhalten, bei etwaigen AuZschreitungen sofort energisch und mit blanker Waffe vorzugehen.

Serbien.

Das Befinden des Kronprinzen. Auch die neuerlich «ingetretene Verschlimmerung im Zustande des Kron­prinzen ruft unter der Bevölkerung lebhafte Teilnahme hervor. Anläßlich der unerwarteteil Wendung tauch- :en in Belgrad Gerüchte auf, daß das Befinden des Kronprinzen weit ernster als aus dem offiziellen Bulletin ersichtlich sei. Aus wohlinformierten Kreisen wird demgegenüber erklärt, daß diese Gerüchte voll­kommen grundlos seien, da niemand ein Interesse daran haben könne, die Öffentlichkeit irre zu führen. Übrigens werde durch die Bulletins selbst der Verlauf der Krankheit in der genauesten Weise dargelegt.

Türkei.

Die Anleihe. Von den elf Millionen Pfund, die Ke Anleihe betragen wird, find sechs Millionen Pfnnd für dieses Jahr der Rest für das nächste Jahr; der Zinsfuß wird 4 Prozent, der Emissionspreis 84 sein. Die Bankengruppe gewährt bis zur Emission der An­leihe fe nach Bedürfnis Vorschuß gegen 6f/2proze>ltige Schatzscheine.

5ul!schiffe mtft Aeroplane.

Die Passagierfahrtcn desP. 6". wl). Stiel, 6. November. Das LuftschiffP. 6" ist teute vormittag ll Uhr 50 Min. init acht Passagieren zur Fahrt nad> Hamburg-Altona aufgesticgen.

wb. Hamburg, 6. November. Das LuftschiffP. 6" ist nach guter Fahrt um 3 Uhr 15 Min. auf der Vahrenfelder Rennbahn unter dem Jubel der Bevölke­rung glatt gelandet. Der Führer wurde durch den Lberbürgermeister von Altona namens der Stadt be­nützt. Morgen unternimmt das Luftschiff Aufstiege.

Die Ballonfahrt London-Paris. w > 0 Denar, 5. November. Die Führer des Leuk- dalloirSCity of Cardiff", über dessen Landung in Cobehem bereits berichtet wurde, hatten iiber dem Kanal ihre Karte verloren, so daß sie bis 2 Uhr nachts umherirrten, ehe sie zur Landuuq schritten: da- kei erlitt der an der Hülle hängende Träger Beschädi-

gunge . aviatische Woche in Baltimore.

hd Baltimore, 6. November. Generaldirektor » a her Besitzer der Baltimore-Eisenbahn, hat einen Preis von 2500 Dollar ausgesetzt für denjenigen fsviatiker, der während der aviatischen Woche von Baltimore mit feinem Apparat eine Höhe von 10 000 -Fuh erreicht. Die Aviatiker haben für heute den Be­ginn des Meetings angekündigt. Latham wird wahr­scheinlich einen Flug über Baltimore ausführen.

w. Paris, 7. November. Aus Donay wird gemeldet: ^ie französische Zollbehörde verlangt von dem englischen efemer Wiüows für seinen in der Nahe gelandeten L e nkb a l lonCity of Cardiff" 741 Frank an Zoll­gebühren. Willows hat sich bisher geweigert, diese Gebühren zu bezahlen, und es heißt, daß der Lenkballon -vcntuell mit Beschlag belegt werden soll. Andererseits ver­lautet, daß der englische Aeroklub die Zollgebühren für Willows erlegen will.

Mresöasener CsrgdLatt.

Montag, '7. November 101»

Seite 3.

Aus Stadt und faufr,

Wissbadensr Uachrichte«.

Wiesbaden,?. November.

Hansabmld.

Der Landesverband Nassau des Hansabnndes hatte für Mittwochabend, wie schon kurz erwähnt, seine Vorstands- und Stusschußmitglieder zu einer gemeinsamen Tagung nach Wiesbaden einberusen. Aus allen Teilen Nassaus waren die Vertreter der Ortsgruppen und Lokalkomitees dieser Einladung gefolgt und auch die Frauen im Hansabund Varen durch die weiblichen Mitglieder des Vorstands und Ausschusses stark vertreteil. Die wichtige Tagesordnung fesselte das Interesse aller und sie führte zu einer grund­sätzlichen Erörterung über die Stellung des Hansabundes zu den Reichstags wählen unter besonderer Berück­sichtigung der Verhältnisse im 2. nassamschen Wahlkreis. Anlaß dazu hatte die Aufstellung des Vorsitzenden Herrn Albert Sturm als Reichstagskandidat der Fortschritt­lichen Volkspartet gegeben. Um die Neutralität des Hansa­bundes zur Wahl und nicht etwa, wie es in verschiedenen Blättern hieß, um sich ein Zensurrecht der politischen Par­teien anzumaßen, hatte Herr Sturm seinen Vorsitz nieder­gelegt- Der übrige Teil des engeren Vorstandes war jedoch einstimmig der Meinung, daß dies nur für den Zwcigverein Wiesbaden geschehen soll, indem sich zum Teil der Wahl­kampf im 2. nassauischen Wahlkreis abgespielt hätte, wäh­rend er den Vorsitz im Landesverband Nassau behalten dwge. Es sollte dadurch verhindert werden, daß der Hansabund in den Kamps der Parteien gezogen würde und seine Bestrebungen mit einseitiger Parteipolitik verquickt würde. Darüber wollte man die Meinung der Versamm­lung einholen. Das Ergebnis einer sehr angeregten und bedeutsamen Erörterung, die sich durch ihre große Sachlich­keit und Wärme auszeichnete und an der die Mitglieder der oerschiedensten Parteien wie ausdrücklich betont sei tcilnachmeiy war, daß die Versammlung in der Annahme ttner ReichZiagskandidatur durch eine führende Persönlich- /.ch, - !L' fi bund keine Verquickung desselben mit partei- ' Tendenzen erblicken kormto Zn einer Beeinträch­tigung staatsbürgerlicher Rechte könne und dürfe die Be­

tätigung im Hansabund unter keinen Umständen führen, und darum kann sie in der Annahme der fortschrittlich volks­par tcilichen Reichstagskandidatur durch den Vorsitzenden Herrn Albert Sturm weder eine Verletzung der Neutralität des Hansabundes erblicken, noch befürchtet sie daraus eine Schädigung des Hansabundes. Die gleiche Meinung war außerdem in einem sehr warm gehaltenen Telegramm und Brief des Bundespräsidenten, Herrn Gehcimrat Rießer, ausgedrückt, der ausdrücklich bemerkte, es sei auch nicht der geringste Grund vorhanden, daß Herr Sturm von seinem Vorsitz zurücklret-e, und daß er unter keinen Umständen in Wiesbaden sprechen würde, wenn Herr Sturm ans seinen Dcmissionsgedauken beharre. Die Versammlung nahm den angebotenen Rücktritt des Herrn Albert Sturm vom Vorsitz des Zweigvereins Wiesbaden nur um diesen handelte es sich und nicht, wie hier und da berichtet wurde, um den Rücktritt vom Präsidium dos Landesverbands Nassau picht an, sondern ersuchte ihn unter stürmischer Anerkennung seiner großen Verdienste um den Hansabnnd, unbedingt auf dem Posten zu verharren. Die Versammlung formulierte ihren darauf abzielendcn Beschluß und ihre Wünsche hin­sichtlich einer allgemeinen Einigung der bürgerlichen Par­teien in Nassau in folgendem Antrag:

Die heutige Versammlung erklärt, daß sie den Rück­tritts des Herrn Akbert Sturm vom Vorsitz des Zwcig- vcreins Wiesbaden nicht annimmt, sondern ihn vielmehr ersucht, neben der Leitung des Landesverbands auch diese des Zweigvereins Wiesbaden zu behalten. Sie gibt fer­ner dem Wunsch Ausdruck, daß sich die auf dem Boden des Hansabnndes stehenden bürgerlichen Parteien auf einen Kandidaten einigen möchten, der das Programm des Hansabundes unterstützt. Alle daraus abzielenden Schritte, welche der engere Vorstand bereits unternom­men hat, werden von der Versammlung ausdrücklich gnt- geheißen. Die Versammung wünscht ferner, daß eine solche Einigung der bürgerlichen Parteien, wie sie vor­stehend schon erwähnt worden ist, sich nicht ans den 2. nassünischen Wahlkreis beschränken, sondern ans alle nassauischen Wahlkreise erstrecken möge."

Im Verlauf der Verhandlungen wurde Bericht erstattet über die am 19. d. M. ftattfindende R i e ß e r-V e r s a m m- l u n g zu Wiesbaden, die zu einer großen Kundgebung des Hansabundes gestaltet werden muß, und über die Tätigkeit des Landesverbands seit Beginn der winterlichen Propa­ganda. Zur Sammlung eines Wahlfonds für den Hansa­bund soll eineeifrige Tätigkeit entfaltet und ein Werüc- ausschuß dafür gebildet werden. Im Lauft des November wird wiederum gemeinsam mit demVerein Frauenbil- dnngFrauenstudium" eine öffentliche Versammlung für die Frauen in Wiesbaden stattsinden, auf welcher Reichs­tagsabgeordneter Muser aus Offenburg einen Vortrag hal­ten wird überDie Stellung der Frau in der Politik und zur Politik".

Der Landesverband Nassau des Hansabundes hat in der letzten Zeit, wie bereits vorher schon kurz erwähnt, in einzelnen Teilen seines Bezirks eine sehr angestrengte und von großen Erfolgen begleitete Propagandaarbeit geleistet. Es haben bisher Versammlungen stattgefunden in 15 Orten, und zwar seit der letzten Mitteilung in Friedrichdorf, Hom­burg, Höhr, Grenzhausen, Oberlahnstein, Biebrich, Idstein, St. Goarshausen, Katzenelnbogen und Lamgenschwalbach. Alle diese Versammlungen waren W3 auf eine sehr stark besucht, und die rege Aufmerksamkeit, mit welcher die an­wesenden Herren und Damen den Ausführungen der Red­ner folgten, bewies, welch ein großes Interesse die breite­sten Schichten des Volkes an den Bestrebungen des Hansa­bundes nehmen. Alle Erwetzbsstänlde waren vertreten und die Anhänger aller bürgerlichen Parteien gaben sich bei die­sen Zusammenkünften ein Stelldichein. Es gewinnt eben immer mehr die Überzeugung Raum, daß wirtschaftspoliti- sche Interessen auch ohne Rücksicht auf parteipolitische Pro­grammsarderungen wahrgenommen werden können mit politischen Gegnern. Die verschiedenen Auseinandersetzun­gen in den Versammlungen zeugten oft von dieser Trennung der Wirtschaftspolitik von der Parteipolitik. Besonders in­teressant waren deshalb wieder die Versammlungen in jenen Orten, die als fester Besitzstand des Zentrums zu be­trachten^ sind, oder in denen der Bund der Landwirte eine starke Gefolgschaft hat. Die sehr sachlichen und überzeugen­den Ausführungen des Hansabundredners T>r. Reumann «ns Berlin waren ganz darnach angetan, selbst den anfäng­lich luftigsten Gegner zu der Einsicht zu bekehren, daß die Bestrebungen des Hansabundes wirklich die Unterstützung des gesamten werktätigen Bürgertums finden müßten weil sic dem Ausgleich wirtschaftlicher Gegensätze und einer ge­sunden Reform unserer Verwaltungszustände und der Ge­setzgebung dienen. Aus diesem Grunde bemerkenswert war eme ganz außerordentlich stark besuchte Versammlung in Katzenelnbogen, der auch sehr viele Landwirte beiwohnten die in der^ Erörterung ganz besonders um Auskunft baten

^Stellung des Hansabundes zu den landw irisch aft- lichen Zöllen Und mit Befriedigung vernahmen, Laß der Hansabund nicht deren Gegner sei, sondern energisch für einen angemessenen Schutz landwirtschaftlicher Erzeugnisse emtrete unter Berücksichtigung der berechtigten Interessen von Handel, Gewerbe und Industrie. Der Gedanke, der im .Hansabund seine Verkörperung gefunden hat, hat wüh- rend des ersten Abschnitts der winterlichen Ägitations- tatigkeit des Landesverbands eine beträchtliche Verbreitung gefunden und auch in jenen Kreisen Wurzel gefaßt' die dem Hansabnnd bisher kühl, wenn nicht gar ftindkelig gegen- uberstanden. Infolgedessen ist die Mitgliederzahl auch wieder ganz beträchtlich gestiegen.

_ . Kurgäste. EZ sind bier einaetroffen - ßVni»rrTrm;nr Drage aus Eoblenz imHansa-Hotel". Generalkonsul van der Hoop aus Arnheim imHotel Fürstenhof"

~~ Dersonal-Nachrichtc,,. Landaerichtsrat Eibls hierselbft m zum OberlandesgerrchtSrat in Frankfurt ernannt worden.

Post-Personalien. Versetzt Telegravhensekretär Stock­hardt von Frankfurt nach Limburg; die Bostassistenten Bau- mann von Wiesbaden nach Biebrich. Bloß von Frankfurt nach Usingen, G i l b e a u Von Biebrich nach Hstrich, Grüner van Usingen nach Frankfurt, H a i n b a ch von Frankfurt nach Caub. H e v m a n n von Frankfurt nach Nastätten, Himmel von Dillcnburg nach Königstein, Käser von Frankfurt nach Winkel, Kinder von Soden nach Frankfurt. Labonte von Frankfurt nach Nastätten, Lips von Wiesbaden nach Flörs­

heim, Lohr und Mernberger von Eins nach Frankfurt. Luxem von Frankfurt nach Oberlahnstcin. M eurer von Weitburg nach Frankfurt, M o h r von Homburg nach Frankfurt- Rödelheim, R e ck e l von Wiesbaden nach F-rankfurt-Riederrad. Schiff von Wiesbaden nach Biedenkopf, Joseph Schmitt Ir von. Cronberg nach Frankfurt, Schöll von Wiesbaden nach Frankfurt, Thomas von Frankfurt nach Gladenbach.

W i l l e m von Dotzheim nach Frankfurt. In den Ruhestand ! tritt Oberpostsekretär R. R. Scheid in Limburg a. d. L.

Der 7. November. Daß der Zufall oft gar merk­würdige Wüten zeitigt, ist bekannt. So hat er seiner Laune Zügel schießen lassen, indem er heute, am lOvjährigen Ge­burtstag des großen VMsdichters Fritz Reuter, einen Wiesbadener, auch Fritz Reuter benamset und zurzeit seiner Militärpflicht in Mainz genügend, ebenfalls seinen Geburts­tag seiSM läßt. Der Vater des jungen Mannes machte erst im 7. Lebensjahr seines Sohnes die Entdeckung dieser merkwürdigen Übereinstimmung auch der Geburtsdaten.

Der altkatholische Bischof Demmel von Bonn trifft am nächsten Samstagnachmittag zur Spendung der Fir­mung hier ein. Am BahNhos wird der Bischof von Mit­gliedern des Kirchenvorstandes empfangen und gleich zur Behausung des Pfarrers Krimmel geleitet, wo er für die Dauer seines hiesigen Aufenthalts Wohnung nimmt. Am Sonntag begeht die altkatholische Gemeinde den 10jährigen Gedächtnistag der Einweihung ihrer Kirche. Aus diesem Anlaß findet ein Festgottesdienst statt, an den sich die Fir­mung unmittelbar anschließt. Beim Gottesdienst assistieren die Pfarrer Kaminski aus Frankfurt und Ullmann aus Heßloch. Die Predigt hält Bischof Dcm'mel. Der Kirchen­chor unter der Leitung seines Dirigenten Hermann S-tillger wird beim Gottesdienst Mitwirken, wie auch bei einer Abends im großen Saal derWartburg" stattffndenderr Festverffammlung, für die ein recht anziehendes Programm ausgestellt ist. Unter anderem wird der Bischof dabei eine Ansprache halten. Letzterer tritt Montag wieder die Rück­reise nach Bonn an.

Chrysanthemen-Rüend. DerWiesbadener Garten- bauverein", der seit langem bestrebt ist, auch in seinen Monatsversarnmlungen die Bearbeitung des wissenschaft­lichen Str'ffs in-teressant und lehrreich zu gestalten, hatte in seiner letzten Sitzung am Samstagabend einen glänzenden Erfolg mit der Veranstaltung eines Ehrstsanthcmen-Abends. Durch Vorführung mustergültig kultivierter Blumen und Pflanzen dieser jetzt so beliebt gewordenen Blumen, durch Vortrag über die Kultur- und Verwendungsmöglichkeit des Chrysanthemum wurde den zahlreich anwesenden Mit­gliedern srchMch eine Freude bereitet, die den lebhaften Wunsch zeitigte, derartige Abende allmonatlich zu wieder­holen. Die Förderung der schönen Gartenkunst, die unser rührigerGartenbauverein" mit Erfolg betreibt, verdient lebhafte Unterstützung durch Angliedenmg als Mitglied.

Schauturnen derTurngesellschaft Wiesbaden". Seit etwa einem Jahrzehnt hat das Turnen bei uns eine Um­gestaltung erisahren, die ihm im Zeitalter der Moderne nur zum Vorteil gereichen mußte: Es ist selbst moderu gewor­den. Vor ncxst nicht allzu langer Zeit wußte man eigentlich nur von der Ausübung dos Turnens durch junge Leute männlichen Geschlechts. Und neben den Qbnngen an den Geräten, die ein zu großes Maß von Kraft erforderten, als daß sie oftmals hintereinander an demselben Tage hätten betrieben werden können, gab es noch einige Freiübungen mit oder ohne Staben, Übungen, die man nur deshalb be­trieb, weil sie eben verlangt wurden und nach deren Be­endigung man erleichtert ausatmete. Denn aus schabtonen- hasten Arm- und Gliederbewegungen bestanden ste, unter denen man sich nichts vorstellen konnte. Dies ist heute an­ders geworden. Auch ältere Turner, beson-ders aber schul­pflichtige Knaben beteiligen sich in bedeutend größerer Zahl an der 2lusübung der Jahnschen Kunst; eine weit größere Bedeutung ftdoch ist dem Umstand beizumessen, daß sich auch das weibliche Geschlecht nicht nur Schulkinder, son­dern auch die herangewachsene Jugend sehr zahlreich am Turnen beteiligt. Diese regere Beteiligung hängt nicht nur mit der größeren Beachtung zusammen, die man heute der Körperpflege zuteil werden läßt, sie erklärt sich zum großen Teil aus der Umgestaltung besonders der Freiübungen, welche die Phantasie der Ausübenden rege in Anspruch neh­men. Jeder Freiübung liegt heutzutage gewissermaßen eine Idee zugrunde, man turntmit Verstand". Auch die hiesigeTumgcsellschafi" hat diese Resormgedanken zur Ausführung gebracht, und was ihre kleinen Buben und Mädchen gestern gelegentlich des Schauturnens im Festsaal desSaalbans" an Freiübungen dem zahlreich erschienenen Publikum vor Augen führten, war wirklich der Beachtung lvert. Tadellos klappten die Übungen, denen zum Teil Kämipserszenen, zum Teil Tanzmotive zugrunde lagen. Die Freiübungen der aktiven Turner, mit denen gleichzeitig Gruppenaufstevungen verbunden waren, boten Muster an Exaktheit. Das Riegenturnen gab denAktiven" Gelegen­heit, Proben ihres Könnens zu geben. Man sah, daß die Tnrngesellschast" über eine große Anzahl ausgezeichneter Kräfte verfügt. Die 1. Riege (Vorturner Ehr. Koch) turnte am seitlichen Pferd; die 2. (W. Koch) am Doppelreck, die 3. (Adam Birk) am Doppelbarren, die 4. (ganz aus Zöglingen bestehend (H. Harms) zeigte ihr Könmn am Pferd mit Sprungbrett, die 5., die erste Riege der Schülerabteilung (K. Jakobs) am Reck. Auch die Knabenabteilung allein zeigte im Turnen an den Geräten, daß ste zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Eine Riege derAktiven" zeigte sich noch im Turnen am Sprungtisch, und die Musterriege im Kürturnen am Reck, wo man die schwierigsten Übungen mit anscheinend spielender Leichtigkeit und tadelloser Ele­ganz ausführen sah. Das schönste Bild der/ganzen Vor­führungen und das will wirklich etwas heißen _ hch

aber der Einzug der Damenabteilnug, die, grüne Girlan­den in den Händen, einen Reigen aufffchrte. Ein Muster an Grazie war diese Leistung. Alles in allem: die aeitrioe Vovführung stellte der Rührigkeit derTurnaesellickatt" insbesondere aber den Leitem und der Leiterin der einzel­nen Abte-rungen « Mnzendes Zeugnis aus. Die Ge- hEr der rührige erste Turnwart. Herr

vP uD t r '. k c Scttumg der Damen- und Mädchenabtei- Turnlehrerin Fräulein Hartmann, die bei dem Borturner Herrn Ehr. Koch i - bewahrten Händen. Daß auch von den städtischen Be­hoben den Bestrebungen derTnrngesellschast" lebhaftes Interesse entgegengebracht wird, bewies die Anwesenheit