Nr. 462.
Abend-Ausgabe, 1. Blatt.
40000 M., kommt zur Verlosung. .— @te JKaurcrmetiter an ser neuen katholischen Dreifaltigkerts kirche sind die Gebrüder K o p p Hierselbst.
Theater, Kunst, Borträge.
* Königliche Schauspiele. Im Hoftheater wrrd am Frertag.
den 7. Oktober, ein Stück des bekannten Holländers Herman Heijermans erstmalig in Szene gehen, das zwar zu den alteren Dramen dieses Autors gehört, aber bisher noch auf kemer Wiesbadener Bühne erschien. Das Werk heißt „Die Hoffnung aus Segen". Seestück in vier Aufzügen und gehört zu oen dramatisch kraftvollsten und interessantesten Werken des holländischen Dichters, der schon seit Jahren auf unseren größeren deutschen Bühnen heimisch ist. Heijermans schildert in seinem Drama, das wohl das meist gespielte und veliebtestc seiner Werke ist, das gefahren- und entbehrungsreiche Leben der holländischen bischer. Die Hauptrollen werden dargestellt von den Herren Zollin, Weinig, Andriano, Tauber uiid den Damen Blewtrcu, Eichelsheim. Das Stück wird von Dr. Oberländer in «zene gesetzt. Die Vorstellung findet im Abonnement C statt. Anfang 7 Uhr. .
* Kurhaus. Gelegentlich des morgen abend 8 Uhr im Kur- bause stattfindenden E n g l i s ch - A m e r i k a n i s ch e n K o n - - e r t e s wird Madame Kalna von der Hofoper Covent-Garden in London Rezitativ und Arie aus der Oper „Dorr Juan von Mozart Vorträgen. In dieser Oper erzielte die Künstlerin aw
Donna Anna" überall die grüßten Erfolge und wurde des öfteren wieder für weitere Gastspiele verpflichtet, VN dem Konzert wird auch ihr Gatte, Herr Webster Norcroß von der Carl Rosa Opera in London, solistisch milwirken urst> durch den Vortrag von zwei Liedern von I. M. Capel uiid Dudler, Buck erfreuen. Frau Kalna wird außerdem noch mehrere englische, amerikanische und deutsche Lieder zu Gehör bringen, welche von Herrn Kapellmeister Mischel aus Frankfurt am Klavier begleitet werden. Durch das Kurorchester unter Leitung des städtischen Kurkavellmeistcrs Herrn Ugo Afferni gelangen eine Ball-Ouver- iure von A. Sullivan und Nell-Gwyn-Dances ton E. German zur Aufführung. — Am Mittwoch führt der W a g e nau s s lug der Kurverwaltung, Uhr ab Kurhaus, nach Clarenthal,
Chausseehaus, Georgenborn, Schlangenbad und zuruck. — Für Freitag dieser Woche hat die Kurverwaltung den bekannten Hos- zauberkünstler Professor F. Rooberts zu einer Zauber- Soiree im kleinen Saale des Kurhauses gewonnen.
* Frankfurter Stadttheatcr. (Spielplan.) Opern
haus. Dienstag, den 4. Oktober: „Carmen". Mittwoch, den 6.: „Die geschiedene Frau". Donnerstag, den 6.: „Don v>uan. Freitag, den 7.: „Liebelei". Samstag, den 8.: „Der Prophet^. Sonntag, den 9., nachmittags ,%4 Uhr: „Die geschiedene Frau . Abends 7 Ubr: „La Boheme". Montag, den 10.: „Die Fledermaus". Dienstag, den 11.: „Die Afrikanerin". Mittwoch, den 12.: „Der Graf von Luxemburg". — Schauspiel h a u s. Dienstag, den 4. Oktober: „Das vierte Gebot". Mittwoch, dem 5.: „Medea". Donnerstag, den 6.: „Der große Name . Freitag, den 7.: „Tantris, der Narr". Samstag, den 8.: „Bürgerlich und romantisch". Sonntag, den 9., nachmittags %4 Uhr: „Der dunkle Punkt". Abends 7 Uhr: „Medea .
Montag, den 10.: „Das vierte Gebot". Dienstag,
„Rose Berndt". Mittwoch, den 12.: „Das vierte Gebot .
Donnerstag, den 13.: „Der Richter von Zalamea .
Air» dein Kandkeeis Wiesbaden.
(i) Frauenstein, 2. Oktober. Eine schöne Feier konnte heute
Tneftae Kriegerverein begehen; galt es doch die Überreichung der vom Kaiser gestifteten Fahnenschleife nebst Fahnennagel. Verschiedene Umstände hatten mitgesprochen, daß dies seinerzeit nicht gelegentlich des 25jährigen Fahnenjubiläums geschah. Um so größer war die Freude, daß diese Auszeichnung auf erneutes Ansuchen jetzt doch verliehen wurde. Da die Zahl per alten Krieger bis auf fünf zusammengeschmolzen ist, hatte der hiesige „Militärverein" in dankenswerter Weise die Veranstaltung der Feier übernommen. Der große, schön geschmückte Saal „Zur Burg Frauenstein" erwies sich als zu klein, um alle erschienenen Gäste fassen zu können. Anwesend waren der Vorstand des Kreiskriegerberbandes Wiesbaden-Land, die Vertreter der Verbandsvereine, die Ortsvereinc, sowie eine große Anzahl hiesiger Einwohner und auswärtiger Festteilnehmer, Der Vorsitzende des Militärvcreins, Herr Lehrer Pfeiffer von hier, begrüßte die Erschienenen, vor allem auch den Vorsitzenden des Kreiskriegcrverbandes, Herrn Laudrat Kammerherr von Heimburg, worauf dieser dann dem Verein seinen Glückwunsch aussprach, unter Worten des Dankes an den Kaiser die Schleife und den Nagel an de: Fahne befestigte und ein dreifaches Hurra auf den höchsten Kriegsherrn ausbrachte. Mit dem Absingen der Kaiserhvmne fand die offizielle Feier ihren Abschluß. Der gemütliche Teil wurde eingeleitet durch den Vortrag, des „Deutschen Liedes" seitens des hiesigen „Mannergesangvereins". Im Laufe des Nachmittags wechselten in bunter Reihenfolge eine große Anzahl Ansprachen und Glückwünsche der Vertreter der Bundes-, befreundeten und Orisbereine, Chor- vorträge der beiden Gesangvereine, „Mannergesangverein" und „Cäcilienverein", und die Vorträge einer Musikkapelle miteinander ab. Mit einbrechender Dunkelheit nahmen die fremden Gäste wieder Abschied und fand damit die erhebende Feier ihren Abschluß. Dem Vernehmen nach ist auch noch die Errichtung eines Kriegerdenkmals, das wir hier noch nicht haben, geplant.
UassmrischL Nachrichten.
Der Zar in Limburg.
Limburg, 4. Oktober. (Eigener Trahtbericht.) Der K a i s e r von Rußland und der G r o ß h erzog von Hessen trafen heute vormittag in vier Automobilen zur Besichtigung der Sehenswürdigkeiten der Stadt hier ein.
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— Niedernhausen, 2. Oktober. Unsere Gemeinde- o bst an lagen haben dieses Jahr wieder eine gute Ernte geliefert; bei Mäßigen Preisen wurden ca. 1435 M. gelöst.
n. Cauü, 1. Oktober. Im Sauertal hat der „H e r b st" schon angefangen. — An der Loreley wurde ein Lachs im Gewicht von 11 Pfund gefangen. Da das Pfund 3 M. kostet, hat der Fisch einen Wert von 33 M. — Herr Förster M o st hier blickt mit dem heutigen Tage auf seine 26jährige Tätigkeit in unserer Gemeinde zurück. Er hat eS verstanden, sich die Achtung aller zu erwerben. Der Jubilar ist 1. Vorsitzender des KriegervereinS 1870/71 sowie Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr. — Am 18. Oktober gedenkt «um int Kriegerverein 1870/71 die alten Veteranen. 16 an der Zahl, zu ehren, Herr Pfarrer Köpfer man n hält eine Attfprache, Herr Lehrer Hahn einen Vortrag über Blüchers Rheinübergang 1813/14.
cc. Limburg, 3. Oktober. Auf einer Kreislehrcrkonferenz der auch der Landrat des Kreises beiwohnte, wurde der Antrag gestellt, eine Bibliothek mehr wissenschaftlichen Inhalts für den ganzen Kreis zu schaffen. Der Antrag fiel auf recht fruchtbaren Boden. Herr Landrat Büchtina nahni die Sache in die Hand und mit seiner Hilfe ist es gelungen, die Mittel bereit stellen zu können und so drc betreffenden Bücher anzuschaffen. Zu den betreffenden Unkosten gibt der Kreis 150 M., die Kirch- spielsgemeinden ungefähr 140, M. sowie der Zentralvorstand des Nassauischen Gewerbeverems einen größeren .Beitrag. Speziell Aufnahme fanden hier Bücher mehr pädagogischen Inhaltes, sowie der Kunst und Wrssenscyaft, welche von jedermann gelesen werden können. Zweimal rm Monat werden die betreffenden Bücher ausgeliehen. Die Bibliothek steht unter dem Herren Rektor Michels, Lehrer Schönberger und Wolf-Limburg sowie Lehrer Fink-Staffel.
1>s. Niedershausen (Oberlahnkreis), 2. Oktober. Der am Freitagmorgen als Leiche im Faulbach mlfgefundene, 88 Jahre alte Landmann Otto Würz von hier dürfte nach den bisherigen Feststellungen freiwillig aus dem Leben geschieden sein. Ka Würz, der verheiratet war. in geordneten
MrrslmSener Dagvr«rr.
Verhältnissen lebte und auch keine, Beweggründe zu einem Selbstmord vorliegen, so muß die unseltge Tat tn etnem Ansan geistiger Umnachtung geschehen sein.
Aus dsr Umgebung.
Die Bvlksakademie des Rhein-Mainischen Verbandes.
— Wetzlar. 3. Oktober. Der glänzende Vmlauf der brs- herigen Veranstaltungen der 3. R,h c t n = 22ct t.rtt1 a, c rt Volksakademie berechtigt zu den frohesten Ausbltcken für die nächsten Tage. Die rege Teilnahme der Mttglteder der Akademie an den schwierigen Fragen, die durch die, Vortrags der Herren Professoren Dr. Natorp, Flegler und de^> Herrn Seminardirektor Groth über die Grundlagen der Volkserziehungsarbeit ar»fgeworfen wurden, führte, zu lebhaften Debatten, in denen die Geister oft stark aufetnanderptatzten. Alles versöhnte aber wieder der Gedanke an das große gemem- schaftliche Ziel, dem der Rhein-Maintsche Verband zustrebt. Wtr haben über die bisherigen Veranstaltungen beretts eure kurze Vornotiz gebracht. Die Vorträge des Herrn Professor Dr. Mitorp wurden am Freitag beendet. Zlm Sonntag, den 2. Okr., fand ein Ausflug nach Braunfels zur Bestchttgung der dortigen Volksbildungseinrichtungen statt. ' Montag und Drenstagvor- mittag spricht der Geschäftsführer des Rhem-Mattttschen Verbandes für Volksbildung aus der Vraxts der Volksbtldungs- arüeit, während am Mittwoch Stadtrat Dr. -llvsch und Profcsior Stein, beide aus Frankfurt a. M., das soziale Problem der Volksbildungsarbeit betrachten werden. Die Icachmtttage werden in einer Führung durch die Hüttenwerke von Burerus und die optischen Werkstätten von Leitz das moderne industrielle Leben Wetzlars den Teilnehmern zeigen. Auch wird am Dienstag Herr Dr. Liebe-Waldhof-Elgershausen cm wichtiges Problem, nämlich „Alkohol und Volkserziehung . behandeln. „Die Abei,de werden durch Vorträge des .Herrn Dr. Evstetn über „die Volksbildung in der Großstadt", Oberlehrer Como-Lauter- bach und Lehrer Schmidt-Lemr über „die Volksbildung in kleinen Städten und auf dem Lande" ausgefullt. Am Atttwochnach- mittag werden sich dann die Teilnehmer zu einer Abschiedsfeier bereinigen.
Unter schwerem Verdacht verhaftet.
SS. Hanau. 3. Oktober. Der aus dem Bezirk Brünn gebürtige Kroate Rabaitsch wurde „heute vormittag aus dem hiesigen Bahnhof auf Veranlassung eines Zugführers unter dem Verdacht verhaftet, in vergangener Nacht tn Schlüchtern den Sohn des Zimmermanns Hipold er st och e n zu haben. Rabaitsch war an dem Tunnelbau bei „Schlüchtern beschäftigt, er hatte keinerlei Gepäck bei sich. In fernen Taschen fand man einen Dolch und eine kleine Geldsumme.
— Winnen a R!,„ 3. Oktober. Am Rheinischen Technikum fanden die Ingenieur-, Techniker- und Werkmeisterprufungen ihren Abschluß. Von 66 Kandidaten der Jngenteurprufung be-
Hanau, 4. Oktober. (Eigener Drahtbericht,) Die Fabrikanten Dr. Wilhelm und Heinrich Heraeus stifteten aus Anlaß der Jubiläumsfeier ihrer Einhorn- Ap o t h e k e 60 000 M. zur Verstärkung der früher von ihrer Mutter errichteten Stiftung für hilfsbedürftige Einwohner und ferner 10 000 M. für Jugendspiele.
Fulda, 4. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) Heute morgen 4 Uhr 30 Min. entgleisten bei dem Haltepunkt K er ze ll zwei leere Wagen des Güterzuges 6743. Das Gleis Neuhof- Fulda war infolgedessen 4% Stunden gesperrt. Perionen wurden nicht verletzt.
* Mainz, 4. Oktober. Rhein pegel: 1 m 35 cm gegen 1 m 40 cm am gestrigen Vormittag.
Vermischtes.
Die Cholera.
M. Wien, 4. Oktober. Um eine weitere Ausbreitung der Cholera in Österreich-Ungarn zu verhinderst, hat dtc Regierung die Einfnyr und Durchfuhr bestimmter W - und Gegenstände aus Ungarn bis aus weiteres verbotet.
hd. Paris, 4. Oktober. Das „Petit Journal" das für manche Informationen als zuverlässig gilt, meldet, ratz. >n Marseille unter den aus Italien kommenden Einwanderern mehrere Cholerufälle vorgckommcn seien.
wb. Rom, 3 Oktober. In den letzten 24 Stunden wurden ans Neapel acht Cholerafällc und fünf Todesfälle gemeldet, aus der Provinz Neapel 17 Erkrankungen und acht Todesfälle. In Apulien ist ein Krankheitsfall vorgckommcn; ein weiterer Patient starb. Bei fast allen Erkrankungen ist die bakteriologische Untersuchung noch nicht abgeschlossen; erst in einem Fall bis jetzt, in Palermo, zeitigte sie ein positives Resultat.
wb. Konstaneinopel, 3 , Oktober. In den _ Icfcten. 24
Stunden sind hier sechs Erkrankungen und drei Todesfälle an Cholera fcstgestellt worden.
wb. Teheran, 3. Oktober. In Mcsched sind bis heute vierzehn Erkrankungen an Cholera vorgekommen.
«Imme fOtrcttih.
ÜferfaH eines englischen Konsuls durch einen Neger. Auf dem englischen Konsulat zu Hamburg verursachte ein Reger einen wüsteil Skandal. Der Neger war mit eineni englischen Schiff im Hamburger Hafen eingetrofsen und wollte auf dem Konsulat abmustern. Bei der Lohnver- rechnung kam es zu einem Streit mit dem Personal, weil der Neger freie überfahrt nach England forderte. Er erhielt sein Geld mit dem Bemerken, er möge selber zusehen, wie er dafür nach England komme. Darüber geriet der Schwarze in Wut und erging sich in Schimpfereien, Als dann der Wzckonful Gandell aus seinem Zimmer heraustrat und dem Reger in energischem Tone die Tür wies, zog dieser einen Holzhammer und hieb damit plötzlich auf den Vizekonsul ein. Herr Gandell erhielt mehrere wuchtige Schläge auf den Kopf und floh, aus mehreren Wunden blutend, auf die Straße. Dicht hinter ihm folgte der Neger, der den blutiaen Hammer in der Hand schwang. Er wurde von Passanten festgehaltcn und nach heftiger Gegenwehr von einem Schutzmann überwältigt und zur Wache gebracht. Der Konsul hat außer dem Verlust einiger Vorderzähnc keine ernsten Verletzungen erlitten, so daß er schon in einigen Tagen feinen Dienst wieder versehen kann.
Auf der Straße erstochen. Der in der Marienstraße zu Greifswald wohnendeFischhäNdlcr Held ist, wie erwähnt, von einer unbekannten Person überfallen und erstochen worden. Es ist gelungen, die Täter in Anklam zu verhaften. Es handelt sich um drei Personen namens Meyer, Jäger urtd Albrccht. Meyer, der als eigentlicher Täter in Betracht kommt, hat ein ieilweises Geständnis abgelegt. Die drei Verhafteten wurden in das Gefängnis eingeliefert. Die Leiche Hclds weist sieben Stiche auf.
Mordversuch und Selbstmord. Als in Goerzensee der Bern der Schloßherr Erlach seinen Wagen besteigen wollte, feuerte ein gewisser Hrsir aus Kiesel, der bei Erlach als Arbeiter im Elektrizitätswerk tätig war, aber entlassen
Dienstag, 4. Oktober 193.0. Seite 5.
worden ist, zwei Revolverschüsse auf feinen früheren Arbeitgeber ab. Eine Kugel traf Erlach hinter dem rechten Ohr und blieb im Knochen stecken. Hofer, der glaubte, fein Opfer getötet zu haben, schoß sich selbst eine Kugel rn den Kopf und verletzte sich schwer.
Ein verkleidetes Mädchen mit dem Revolver. Avelino wurde ein Maurer Nardelli durch fünf Revolver- schüsse von einem jungen Manne getötet. Der junge Mann wurde verhaftet. Das Erstaunen der Polizei war groß, als sich der vermeintliche junge Mann als ein Mädchen entpuppte, das einer angesehenen Familie der Stadi angehört Ihm war von dem Maurer, als er im Hause des Vaters des Mädchens arbeitete, Gewalt angetan worden.
Ermordung einer Hausiererin. In einem Gasthaufe in Pforzheim wurde eine Hausiererin ermordet aufgcfunden. Den Tätern ist man auf der Spur.
Ein Eifersuchtsdrama. In Zabrze erstach' auf offener Straße der Invalide Paffet aus Eifersucht feine Haushälterin und dann sich selbst.
Opfer der Berge. Beim Abstieg vom Jlsenstein stürzte der Verlagsbuchhändler Dr. pliil. Richard Dietze-Berlin ab und verstarb bald darauf im Jlsenburger Krankenhaufe.
5*81 Handel. Industrie.
es Volkswirtschaft. 1=1
Banken und „Börse.
* Die Rsichsbank war Ende September mit 608 Mill. M. (1909: 570 Mill. M., 1908 : 320 Mill. M„ 1907: 513 Mill. M.) in der Notensteuer. Diese Ziffer ist am Samstag noch bei weitem übertroffen worden und dürfte über 700 Mill. M. gegangen sein,
Berg- und Hüttenwesen»
* Der Kohlenversand Cberschlesiens betrug in der zweiten
Septemberhälfte 161:320 Wagenladungen gegen 110 971 im Vorjahr, und in den abgelaufenen drei Vierteljahren 1850 696 Wagenladungen gegen 1020 703 im Vorjahr.
* Rheinisch-Westfälisches Kohlensyndikat in Essen-Ruhr. Wie die „’Frankf. Ztg.“ erfährt, ist. beabsichtigt, die Verhandlungen zur Erneuerung des Syndikatsvertrages im laufendst Monat aufzunehmen, und zwar ■ derart, • daß ■ in der zweiten Hälfte des Oktober der in der Zecbenbesitzerversammlung vom 26. Mai d. J. gewählte sechsunddreißiggliedrige Ausschuß seine Arbeiten beginnt. Der Ausschuß besteht aus 12 Mitgliedern des Aufsichtsrats, 13 Vertretern der Hüttenzechen und 1.1 Delegierten der reinen Zechen.
* Laurahutte. In der Aufsichtsratssitzung der Latrrahüüe
wurde berichtet, daß der lahresgewinn für das Geschäftsjahr 1909/10 6 345 673 M., Amortisation 3 647 637 M. und der Reingewinn 1698036 M. betrug, so daß der Generalversammlung am 31. Oktober die Verteilung einer Dividende von 4 Proz. vorgeschlagen wird. Der Rohgewinn blieb hinter dem vorjährigen um 961 343 M. zurück, weil , die Kohlengruben 63 952 Tonnen weniger förderten, höhere Selbstkosten und beim Verkauf geringere Erlöse hatten. Dagegen schlossen die Hüttenwerke, einschließlich der russischen, infolge geringerer Selbstkosten bei erhöhtem Absatz besser ab, trotzdem nur in Erzprodukten die Durchschnitts Verwertung eine Kleinigkeit stieg und für Eisen aller Art durchschnittlich über 2 ’A M. pro Tonne tiefer als im Vorjahr und die Konstruktionswerkstätten in den Umsätzen, Erlösen und Gewinnen erheblich zurückblieben. Der Auftragsbestand am Jahresschluß betrug 12 Mill. M. Der ausführliche Geschäftsbericht wird in den nächsten Tagen - ausgegeben. „
* Phönix, A.-G. Der Aufsichtsrat der Phönix, Aktiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb zu Hörde, beschloß, der am 29. Oktober stattfindenden Generalversammlung vorzuschlagen, das Aktienkapital um 6 Mill. M. zu erhöhen. Davon sollen dienen 4 680 000 M. zum Erwerb des Düsseldorfer Röhren- und Eisenwalzwerks vormals Peenagen, wobei dessen Aktionäre für nominal 6000 M, Aktien ihrer Gesellschaft nominal 3600 M. Phönixaktien mit Dividendenberechtigung vom 1. Juli d. J. ab erhalten sollen. Der Rest von 1 320 000 M, neuer Phönixaktien wird von dem bekannten Bankenkonsortium unter Ausschluß der Bezugsrechte der Aktionäre zu 220 Proz. übernommen. Der Erlös ist bestimmt zur Verstärkung der Betriebsmittel des Düsseldorfer Werkes.
* Der Norddeutsche Salinenvcibaad und der braunschweigische Fiskus. Der braunschweigische Fiskus ist dem „Berl. Lok.-Anz.“ zufolge, mit dem 1. Oktober aus dem norddeutschen Salinenverfcand. ausgetreten, da es zwischen seiner neuen Saline in Schöningen und dem .Verband z,u einer Einigung über die Beteiligung nicht gekommen sei. Die neue Saline habe bereits mit ihrer Förderung begonnen und werde in den nächsten Tagen ihre-Salze auf den Markt bringen, und zwar unter Syndrkatspreisen, um von vornherein den Verbrauch für einen möglichst großen Bezirk anzulocken. Die Verhandlungen über 'den Ankauf der Quote der Kaliwerke Benthe durch die Saline Scliöningen habe zwar zwischen, den beiden unmittelbar'beteiligten Salinen im allgemeinen zu einem Einverständnis geführt," doch habe der Salinen verband seine Zustimmung zu dieser. Quotenüberlragung noch nicht gegeben, ebenso wie auch die süddeutschen Salinen sich ihre Zustimmung bis zum Ende dieses Jahres Vorbehalten. haben.
ladasstrie und Mandel.
> Stahlweiksverband. Der Versand.der Werke des Sfahi-
werksverbandes an Produkten B, im August 1910 betrug insgesamt 493 349. Tonnen Rohstahlgewicht. . Davon entfallen auf Stabeisen 28 969 Tonnen, AValzdraht 59 949 Tonnen, Bleche 84 917 Tonnen, Röhren 14 497 Tonnen, Guß- und Schmiedestücke 45 91.3 Tonnen.
* j) er Walzdrahtverband beruft auf heute Dienstag eine Mitgliederversammlung ein, um durch diese die Aufnahme der vier bisher außenstehenden Werke definitiv vollziehen zu
l aSSe *'jj en0 photographische Gesellschaft, Steglitz. Auf den
29 Oktober wird, die außerordentliche Generalversammlung einberufen, die über dio. bereits an gekünd igte Sanierung der Gesellschaft Beschluß fassen soll. Es soll den Aktionären eine bare Zuzahlung von 30 Proz. auf erlegt werden, wobei diejenigen Aktien, auf die diese Zuzahlung geleistet wird, den Charakter als Vorzugsaktien erhalten.
* Main-Kraftwerke, A.-G., Höchst a. M. Das mit 2 Mill. M. von der Lahmeyer-Gesellschaft gegründete Unternehmen ist nunmehr in das Handelsregister eingetragen worden.
* Kolonial-Ge.sellschaft für Dentsch-Siidwestafrika. Der Aufsichtsrat beabsichtigt, nach dem „Berl. Börs.-Cour.“, in der kommenden Generalversammlung außer der Wiederwahl der drei turnusgemäß ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder die Zuwahl von drei neuen Mitgliedern Voranschlägen, was den veränderten Besitzverhältnissen Rechnung tragen soll. Es bestehe aber bei einem Teil des Aufsichtsrats Widerstand gegen, diese Erweiterung.
* Düsseldorfer Röhren-Industrie in Düsseldorf-Oberbilk.
Der Aufsichtsrat beantragt nach 223 2.35 M. (i. Y. 260153 Md
