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Verlag Langgaffe 21 .

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Morgen - Ausgabe.

1. Matt.

IMififdje MrrftchL»

w*rtit rtits> J*a* LmrdrnirL fd$c ft rvisferr muß?

.Unter dieser Aufschrift bringen dieMitteilungen CiU^ ocr konservativen Partei" für Brandenburg er ne Statistik, für die man dem Blatt vom liberalen Stanv- Punkt aus wirklich dankbar sein muß. Denn sie ist, wenn sie, wie wohl änzunehmen, aus amtlichem Mare- rml beruht, eine vorzügliche Waffe in der Hand der liberalen. Wrrtschaftsauffassung. Zunächst wird der Rnagang der landwirtschaftlichen Bevölkerung (und e-amit indirekt die Zunahme der industriellen Schicht) konstatiert: 1882: 19,2 Millionen -- 42,6 Prozent der Gesamtbevölkerung, 1895: 18,6 Millionen ---- 35,7 Pro­zent, 1907: 17,7 Millionen 28,7 Prozent Tie lanv» wirtschaftlsthcn Betriebe sind von 1895 bis 1907 ura txmö 50 000 zurückgegangen, die landwirtschaftlich be­nutzte Fläche um 694 695 Hektar (es vermindert sich also die von konservativer Seite immer behnuplele Möglichkeit, das Volk mit eigeneil Landesprodukten zu ernähren). Zwar ist der Ernteertrag gestiegen aber die Viehhaltung hat sich (bis 1907) nicht allzusehr ver- mehrt (außer bei den Schweinen dem Viehprodukt des k.-emen Mannes) Die künstlichen Düngemittel sind staik m ihrem Einfuhrüberschuß gestiegen (das Aus­land rst also auch für die Landwirtschaft ein sehr wich- tlger Faktor). Und besonders lehrreich sind die Zahlen der Ern- und Ausfuhr von Futtermitteln Hier betrrw der Einfuhrüberschuß in 1909 volle 327,3 Millio- M oarunter bei Mais 87,9, bei Kleie 126,3. bet Ölkuchen 70,4 Millionen. Leider ist der Verbrauch von Roggen als Futtermittel nicht mit angegeben Aber n'an erkennt hier,, wie eine Verbilligung' der Futler- ni 1 1 toi tm Fnleres,e der viehzüchtenden Landwirtschaft 1 \T das die Fortschrittliche Volkspartei stfts betont hat. Wir waren den Konservativen dankbar für die Lanimlung weiteren statistischen Materials zur Bestätigung unseres Standpunktes.

Mrs irr Rußland ,,rrmdrert" wird.

K. @1. Petersburg, 18. September.

Eigentlich erzählt man gar nichts Neues, wenn man wgt, daß die von der hiesigen Regierung unternomme­nen Revisionen zu einem großen Teil nichts anderes sind als die reine Farce. Aber die Formen, unter Leiien man bie Schuldigen entwischen läßt und unter denen die vereinzelten pflichtgetreuen Beamten für Recht und Wahrheit kämpfen, sind immerhin so mannig- f?,. 1 9, E>a^ fast jeder neue Fall in dieser Hinsicht inter- esstcrt. Lo hat neulich der mit der Kontrolle der Sibirischen Bahn betraute Beamte Popow dort schwere

Wiesbaden, Freitag, 16 . September 1810 .

Mißstände aufgedeckt, indem er u. a. fand, daß Geld- slimmen für Bahnarbeiten gezahlt wurden, die nie­mals zrlr Ausführung gekommen sind, uno in einem ausführlichen Bericht an die Reichskontrolle dringend die Einsetzung einer Untersuchungskommission gefor­dert. Um der Regierung ein Ausweichen unmöglich zu machen, fügte er keinem Rapport folgende 'Er­klärung bei:Sollten meine Erklärungen sich nicht be­stätigen, so bitte ick zur Deckung der Ausgaben der Untersuchungskommrssion Beschlag auf meinen Jmmo- Lilienbesitz zu legen, mich persönlich aber wegen Ver­leumdung gerichtlich zu belangen." Die direkte Folge dieses Berichts war zunächst die Dienstentlassung Popows. Inzwischen war indes der Rapport doch nach Petersburg gelangt, von. wo aus ein besonderer Revi­dent nach Tomsk zur Untersuchung der Angelegenheit abkommandicrt wurde. Der Revident berief Popow zu sich, der ihm ausführliche schriftliche Erklärungen unterbreiten konnte. Ter Petersburger Beamte begann darauf erne - vermittelnde Stellung zwischen Popow und seinen Vorgesetzten einzunehmen. Popow blieb aber bei seiner Alternative: entweder solle man die von ihm angeführten Tatsachen zugeben oder ihn wegen Verleumdung vor Gericht stellen. Es geschah indes weder das eine noch das andere. Der Revident be­schrankte sich auf einestille" Untersuchung der Affäre unv reiste dann nach Petersburg zurück. Popow wird könrm!^" ° Uf Derleumdungsklage warten

5*tt* Kage in CH irr a.

n. London, 18. .September, pie neuesten Berichte aus dem Reiche der Mitte Melden, daß nun sämtliche Vizckönige und Gouver- mure zu einer Konferenz in Peking geladen sind, auf welcher eine ganze Reihe wichtiger Tagessragen be­sprochen werden soll. Unter den Punkten, die der Ver­sammlung zur Beurteilung' unterbreitet werden, be­finden sich u. a. die Senatsfrage, ferner die Reform des Finanz- und Geldwesens, das Projekt einer Teilung wibets in zwei Provinzen und endlich die Frage, ob tei Zopf weiter getragen werden solle oder nicht. Man erwartet auch mannigfache Änderungen in der Be­amtenschaft. Die Energie, mit der man sich jetzt au solche Reformen gewöhnt, läßt daraus schließen dass die Verhältnisse in China dazu drängen. Ich ' habe Ihnen bereits am 6. September geschrieben, daß dl" Unverschlossenheit der chinesischen Regierung in weilen Kreisen ein Gefühl der Unsicherheit hervor'gerufen hat und daß die Gerüchte von einer bevorstehenden Rück- berufung Auan-Schi-Kais vor allem ans Liese Stim­mung zurück,Zufuhren seien. Es ist freilich kaum anzu- nehmen, daß die erwähnte Versammlung der staatlich'» Würdenträger, selbst wenn sie ihr Programm gut cr- leorgt, an diesem Zustand viel wird änderir können den Ruf nach der Einberufung einer Nationalver-

58 . Jahrgang.

FerrillrtE.

M§m§ Srsth§ Vrautbriefe.

In den letzten Jahren sind mancherlei Briefver- öfsentlichungen aus dein Nachlaß der großen Männer unseres Volkes hervorgetreten, und viele intime Her- zensbezrehungen aus dem Leben ihrer Schreiber sind dadurch ans Helle Tageslicht gezogen worden. Mau hat das hier und da als unzart gescholten, aber man sollte doch bedenken, welch eine Fülle von Poesie und Gefühl uns dadurch erschlossen wurde, und vor allem, welch eine Reihe edler Frauengestalten uns dadurch ge­schenkt wyrdeu ist. Es sei nur erinnert an Karoltne von Humboldt, Mathilde Weseudonck und Klara Wieck.

diesen Frauen, die man sich aus unserer Geistes- geschichte mcht mehr wegdenken kann, wird in kurzer Zeit auch die Braut Klaus Groths, Toris Finke, ge- hoien. Die triefe, bte Groth an dieses Mädchen, die Tochter eines Bremer Kaufherrn, geschrieben hat, oe- giniit soeben Prosesior Hermann Krumm sm neu-n Jahrgang JmnWestermanns Monatsheften" heraus" »uscben Sie. sind als Beitrag zur Charakterisierunq des Dichters und seiner Braut, sowie als Zeitbild von hervorragendem- Wert und bUen eine' reich» r.wck,-- logische und literarische Ausbeute. )G ;

Groth lernte seine Braut im Sommer 1858 der alten Kieler Seebadcanstalt, in dem damals nocb^ un­berührten Idyll Düsternbrook, kennen und lieben' E" ivar damals mit seinen 39 Jahren längst über die erste Jugend hinweg, und ein schweres und entsagungsvolles sHben lag hinter ihm. Fast glaubte er. schon abge- (ffllongn, 2« haben. Desto flammender schlug jetzt die

taumrlung und die Verstimmung über den russisch-

Leidenschaft über ihm zusammen. Tie Briefe atmen eine oft beinah ungestüme Jugendlichkeit, eine weiche Schwärmerei des Gefühls, verbunden mit gradsinnigem Mannesmut, gleich charakteristisch für Groths Art wie für bctt> Wesen seines VolksstammcS Cr kann Win Giuck kaum fassen, aber die Liebe schenkt ihm nicht nur ® n ^.zenden Taumel, sondern sie hebt ihn empor lem Herz mit neuer Schaffenslust: Laura unii ^eatrice soll chm oie Geliebte sein. Freilich kam ® f m .. bcu Brieseu knospende Tichtnngssrühlmg -v* Blute, und so werfen sie auf die

-^ragodie dev Dichters Groth ein Helles Licht- die zu- nehmende ^ellnahmlosigkeit derer, die ihn'einst so stürmisch bewrllkommt hatten, lähmte ihii Ja es Bitterkeit ilnd mancher Zweifel durch 5?^ jubilieren der Hochzeltsgeigen hindurch, und auch die Schwierigkeiten, in die der Autodidakt als Pro- fcifor in Krel geriet, melden sich hier an, wo es'gilt, für mc nmoc Ehe cm sicheres Heim zu bauen.

.-von den auch rein künstlerisch betrachtet wertvoller: -oiiefert feiert fiter einige mitgeteilt. Zunächst einer der eisten die Groth an die nach Bremen zurückgekehrte ^.>au, in vollem Jubel'über ihren Besitz geschrieben hat.

__ . Freitag, 3. Sept. 1858.

, Wie ist es möglich, dieses Glück, das mir zusüllt wie der Sonnenschein auf die Erde, dieses Glück, das xm mir bereitest, Geliebte! Ich kann es nicht fassen, mcht glauben, und doch, c§ berückt mich kein Traum.

F^bel ist noch immer im Wachsen, wie weiin erst die Fibern der Brust müssen lose geschüttelt werden von der Freude, daß sie alle mitklingen können in die liebliche Harmonie. Wie im Hafen der erfrischende Hauch nur die Wogen kräuselt, aber draußen, hinaus über Bülk und den leitenden Feuerturm, da schlageii

japanischen Vertrag wird sie jedenfalls nicht aus der Welt schaffen können. Wie tief stellenweise die Er­regung ist, beweist der Umstand, daß die in Ver­bindung init der konstitutionellen Bewegung stehen­den Militärrevolten weiterdauern. So haben sich erst kürzlich die Soldaten von Sing-Kiang gegen die Man- darinen erhoben, den Gouverneur vertrieben und dessen Gerichtsstätte ^ verbrannt. Welchen Umfang solche 'L-oldatenaufstä'.ide zuweilen annehmen, ersteht rnan aus den Ziffern, die über die Meutereien in Lai-Aang be­kannt gemacht werden. Danach sind dort int Laufe Mcfe§ Jahres 3666 Personen durch Selbstmord umge- kommen, 1763 wurden durch Artilleriegeschosse getötet Dörfer, die 1834 Familien enthielten und loov,0 Hauser zählten, sind in Brand gesteckt und ver­wüstet worden.

Deutsches Deich»

* Der Hmrsavund und die politischen Parteien. Der Hansabund schreibt über seine Stellung zu den politischen Parteien, namentlich zur Sozialdemokratie:Der L>ansa- ^ ^ feinen Gegnern seine Taktik vor-

schrer-ben, noch durch mehr oder weniger geschickte Versuche nu ® f emcr Bahn der Neutralität gegenüber rein poli- Ivanen und Parteien bringen. Zu welchem Zweck du Versuche letzt von gegnerischer Seite ge>i°acht werden t ll nb J u . parteipolitischen Erklärungen zu provo- Scttujtg des Haiisabundes genau bekannt sei deshalb nochmals scstgestellt, daß der Hansabund die Führung im politischen Kampf, mag es sich um den Kampf gegen irgend eine Partei handeln, ein- für allemal den hierzu zuständigen und notwendigen politischen Parteien »verläßt. Wenn aber gewisse Kreise immer noch glauben, man könne allein durch agitatorischen Kampf oder mtt Schlagworten die SogtaldeimvLvatie> bekämpfen, so nurf> man das eben als das erkennen, was es ist: als einen de- daucrlichen Irrtum. Die Sozialdemokratie wird am wir­kungsvollsten bekämpft durch die vom Hanfabund verircrene gerechte, d. h. allen Erwerbsständen ohrie Ausnah,ne gleichermaßen gerecht iverdende Wirtschafts- und Finanz­politik. Die Nrederringung der Wirtschaftspolitik des Bundes der Landwirte ist eins der wirkungsvollsten Mittel um Demonstvationswahlen zu verhindern und damit das Deutsche Reich vor inneren Erschütterungen zu bewahren:"

* Das Zeitungsverbot des Papstes. Der Schritt des Papstes, den Priesteramtskandidaten alles Lesen von Zei­tungen und Zeitschriften,seien sie auch noch so aut", wegen der Gefahr modernistischer Infektion zu verbieten, ist in seiner Ungeheuerlichkeit erst dann voll erkennbar, wenn man sich die Verhandlungen des österreichischen Katholikentages vom ii. d. M. vor Augen hält. An diesem Tage wurde von dem Jesuitenpater Kolb dasApostolat der Presse" u. a. mit folgenden Worten verkündet:Die katholische Presse ist -der Fackelträger in der Nacht der Lüge, des Irr­tums, des Zweifels, der Leidenschaften. Wo diese Fackel hineinleuchtet, flieht das Gewürm, fliehen die Rattern vor dieser Fackel entweichen die Raubtiere; was furchtbar'und

sie empor, schaumgekrönt, daß das Schifflein aufta-nt- so gehen die Wellen durch meine Brust, immer höher' oft jauchzt mir das Herz, daß es weh tut. Tief 1 der Nacht ruf' ich tausendmal Deinen Namen und "kann nicht enden, Geliebteste. Siehe, Tu Vögleiu von Bremen, nicht demütig hättest Tu sagen sollen sonder-, wie eine Königin: komm her, Tu Vielgeprüfter, hier hast Tu die Krone des Glücks, falle aus die Knie ich reiche sie Dir! Mein Lorbeerkranz liegt und ''ver­trocknet in Bonn, man setzte ihn mir ausi als in.m mich zum Ehrendoktor machte: Tu sollst ihn haben. - Ich hat,' i:ä nicht für möglich gehalten: eine Jungfrau

wem; iar:el Geist, Herz, Bildung, Ordnung Frömmig­keit. Heile', teil - und will es nur für in ich habend so schön, daß !>-enie Augen sich erquicken an jedem 'Zuge, nur mein, Aber ich werde auch dankbar sein! Wissen Sie. Torchen, eine Stellung habe ich mir in der Nacht ru der ich mir Sic einigermaßen, vor­stellen kann, mit dem blauen Mützchen aus im üira;,

im Mondschein. Junge! Junge! ich werde noch Ä

M°I°r ,,d mafe Dich! SIDc «SAm

«w nicht cedit wNblich vH-ach 71 schuldige mein Geplauder! ''

^eder Abschied immer trübe gewesen MVin dumpfe Nachgefühl. Als ich von Ihnen, ging, schlug me,n Herz so voll, daß ich fröhlich und sicher fürchtete ich unterwegs in der Droschke, ui ß ich emen olutsturz bekommen möchte, aber da^ lo gleichgültig, daß ich den Kopf zum Fenster r r Unö Stacht haben: laß strömen!

dm Liebe gar nickt gekannt. Was ich gesungen,

Z nwfSÄ na ? , ßtebs ' Tvs Mädchen in meinen minmÄ Glattem habe ich nur gesehen, nur Gleich­gültige^ mit ihr geiprochen, ich dachte mir schoitz baß