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Kr. SS*.

Abend-Ausgabe,

Wiesbadener TagblM«

Donnerstag, 18. August INlv

Seite 3.

erteilen ist, sondern daß ihnen auch nach Maßgabe der zur WevfüMNg stehenden Mittel geholfen wird. Die Lösung dieser Aufgabe wird orhvblich finanzielle Mittel erfordern, doch sollen diese, wie man hofft, zum größten Teil aus Wq hltätigkeitssammlungen aufgebracht werden.

* Die Trade Union zum deutschen Werstarbeiterstreik. Das parlamentarische Komitee der Trade Unions hat eine Sondersitzung abgehalten, um zur Bewegung der deut­schen Werftarbeiter Stellung zu nehmen. In einer Resolution wurde den deutschen Werftarbeitern die Sympathie der Versammelten zum Ausdruck gebracht. Die Bedingungen, gegen welche die Deutschen rm Kampfe be­griffen seien, stellten eine Bedrohung für die englischen Arbeiter dar, und an alle Mitglieder der Trade-Unions sei die Mahnung zu richten, den deutschen Werftarbeitern jede finanzielle und sonstige Beihilfe zuteil werden zu lassen.

* Der Derein deutscher Effenbahnverwaltwngen tritt Anfang September d. I. in OssnPest zu feiner diesjäh­rigen Generalversammlung zusammen. Die Der- Handlungen beginnen am 6. September. Es stehen 31 Punkte ans der Tagesordnung.

» Die mittlere nichttechnische Elsenbahnkarriere gesperrt.

~ .. ' i angeordnet, daß bis auf weiteres

mittleren nichttechnischen Eisenbahn- , da eine große Zahl von Unter» zum E i s e n b a h n a s s i st e n t e n erbe für den mittleren Drenst noch iäftigt wird. Der Minister hat sich der Einstellung der Dienstanfanger

Der Elsenbahnmimster Hai keine Dienstanfanger des dienstes einberufen werden deamten, die die Prüfung bestanden haben, als Reil im unteren Dienst best Vorbehalten, wann mit wieder begonnen werden s<

Nechtlprechrmg nnd UerrviKttrms»

OORechnungsämter" bei den Regierungen. In Ver­folg der Bestrebungen, eine möglichste Vereinfachung des Geschäftsgangs bei den Regierungsbehörden gemäß den Absichten uind Zielen der JMmediattommission zu crreicbech. sind vor einiger Zeit bei einzelnen Behörden, u. a. auch bei der Regierung in Breslau, versuchsweiseRechnungsämter" eingerichtet worden, denen die Bearbeitung aller Rechnung s- angelegonheiten zusteht, die bisher bei den einzelnen Ab­teilungen verteilt waren. Bei der Regierung in Breslau stud mehrere Beamte in dem Rechnungsamt unter Leitung eines Rogierungskasseninspektors angestellt. Außer den all­gemeinen Kassen- und Rechnungssachen, den Revisionen der Kreis- nnd Forsüaffen, der Abschlüsse der Regicrungshaupt- kaffe, der Strastmstaltskassen usw. hat das Amt den Zweck, auch die Reifekostenliquidatiouen der Beamten zu revidie­ren. Ähnliche Einrichtungen wie die neuen Rechnungs­ämter bestehen bei den Eisenbahndirektionen, wo allerdings besondere Rechnungsänrter als eigene Abteilungen nicht vorhanden find. Das besonders komplizierte Rechnungs­wesen der Eisenbahndirektionen hat aber dazu geführt, daß die damit betrauten Beamten unter einem Rechnungsdirek- to-r vereinigt sind.

Qttv ««> Flotte.

Prinz Oskar wurde ah L Oktober 1910 auf ein Jahr zur Dienstleistung beim Kürassier-Regiment Königin (Pommerisches) Nr. 2 kommandiert.

Der Gchnrtergeldernnfug in der Marine. Aus dem schon erwähnten Prozeß gegen verschiedene Botteliers und Ober- botteliers der Marine wegen Annahme von Schmiergeldern werden noch folgende unerfreuliche Einzel­heiten bekannt: Die als Zeugen vernommenen Schläch­termeister, Bäckermeister und Brauereivertreter sagten aus, daß sie von Zett zu Zeit Beträge von 10, 20, 30, auch 10 M. qn die Botteliers bezahlt hätten. Ein Bäckermeister hat regelmäßig eine Summe an den Bottelier bezahlt, die einem Betrag von 5 Prozent der zu zahlenden Rechnung gleichkam. ©n Brauereivevtveter hat einmal versucht, ob es nicht ohne Schmiergelder gehe. Er mußte aber bald einsthen, daß es nicht möglich war. Ein Schlächtermeister ist mit einem seiner Berufskollegen Mitglied ditet Kom­mission, die von den Schlächtermeistern zur Abschaffung des Schmiergelderunwescns gewählt worden ist. Auch die Botteliers schienen eine ähnliche Organisation zu haben wie die Althändler, deren Organisation bekanntlich unter deM Ramm Chvbruse bekannt geworden ist. Der Schläch­termeister sagte nämlich vor Gericht aus, daß er und sein Kollege von den Botteliers gesperrt würden, weil sie Mitglied des obenerwähnten Ausschusses seien. So sei er jetzt die Lieferung für zwei Offfziersmessen losgeworden. Die Vernehmung zahlreicher Geschäftsleute ergab aber auch, daß durch das Eingreifen des Admirals v. Holstendorfs die Verhältnisse sich bereits außerordentlich gebessert haben, Während früher eist großer Teil des Bottelierpersonals Waren nur von demjenWün Geschäftsleuten bezog, die ihnen auf die gemachten Bestellungen Prozente gewährten oder sonstige Geschenke machten. Einer der Angeklagten bezifferte seine auf diese Weise erzielte N e b e n e i n n a h m e auf etwa 2000 M. im Jahre.

Die Jndiensfftcllung des ersten TuMnenkreuzerS. Als erster TUibinen-Panzerkreuzer wirdVon der Dann" am 1. September in Dienst gestellt.

Zur Übergabe der deutschen LinienschiffeBranden­burg" undKurfürst Friedrich Wilhelm" am die Türkei, die in den Dardanellen am 27. oder 23. August stattfinden dürfte, begibt sich das Stattousfahrzcug in Konstantinopcl Loreley" nach den Dardanellen. Unter dem üblichen Zeremoniell «erfolgt dort das Niederholen der deutschen und das Hissen der türkischen Flagge und die Auswechselung der Mannschaft. Die deutsche Mannschaft kehrt sofort mit einem gecharterten Privatdampfer zurück, ohne erst Konstautinovel zu berühren; nur der Konteradmiral Koch besucht den dor­tigen Hafen an Bord derLoreley".

Tödlicher Unfall beim Offiziersrenncn. Bei den gestrigen Offiziersrennen im Sennelager ist Rittmeister Popen von den 5. Ulanen tödlich verunglückt. Er erlitt einen doppelten Schädelbruch. Leutnant Hocnsbroech (4. Kürassiere) wurde leichter verletzt.

Deutsche Kolortterr.

Eine Propaganda - Gesellschaft für die deutschen Kolonien m. b. H. wurde in Hamburg begründet, die die Kenntnis von den deutschen Kolonien durch Abhaltung von Vorträgen und ähnlichen Veranstaltungen erweitern will. Zum Geschäftsführer wußde Kaufmann Hugo Schmidt bestellt

Der 80 . MmMlig Kaiser frans MM.

Die goldumrandete Festnummer derWiener Abend- post" widmet dem Geburtsfeste des Kaisers einen Jubel- anilel, in welchem es heißt:In Kaiser Franz Joseph verlebendigt sich die ganze neuere Geschichte der habs­burgischen Monarchie, ja, sein Dasein umspannt die moderne Entwicklung des ganzen Kontinents. Darum ist der Kaiser für das politische Bewußtsein Europas heute zur repräsentativsten historischen Gestalt ge­worden. Österreich-Ungarn von heute ist des Monarchen persönlichstes Werk. Seine unermüdliche Sorge hat die Wehrkraft der Monarchie so sehr vervollkommnet, daß sie das vollste Vertrauen unserer Bürger und hohes Ansehen im Ausland genießt und das tauglichste Werkzeug jener Friedenspolitik wurde, deren allverehrter Schirmherr Kaiser Franz Joseph ist."

Zu seiner» 80. Geburtstag verlieh der Kaiser 400 Aus­zeichnungen, darunter an 70 Damen. In Anerkennung ge­meinnützigen und humamtären Wirkens sind von politischer Bedeutung nur die Auszeichnungen der beiderseitigen Ministerpräsidenten, des Barons Bienerth und des Grasen Khuen, die das Großkrcuz des Stephansordens erhielten. Dem Chef des Generalstabs Hötzendors wurde der Freiherrntitel verliehen.

Kaiser Franz Joseph hat anläßlich seines 80. Geburts­tages 20 wegen Aufreizung und Majestätsbeleidigung ver­urteilte Personen begnadigt.

Die Feier in Ischl.

Anläßlich des heutigen 80. Geburtstages des Kaisers Franz Joseph ist Ischl reich beflaggt und prachtvoll dekoriert. Gestern vormittag wurde auf dem Elferkogel das von einein lokalen Komitee errichtete Kaiser-Franz-Joseph Kreuz feierlich eingeweiht. In allen Straßen herrscht leb­hafte Bewegung, jeder Zug bringt neue Festgäste. Im Laufe des Tages sind zahlreiche Mitglieder der kaiserlichen Familie angelangt. In der Villa des Kaisers fand eine Aufführung des von der Erzherzogin Maria Valerie ver­faßten Festspieles, betiteltHuldigung der Alpenblumcn", unter Mitwirkung der Kinder der Erzherzogin statt. Im Kurtheater wurde eine Festvorstellung veranstaltet. Dke festlich geschmückte Stadt war abends glänzend illuminiert. Aus den die Stadt umgebenden Bergeshöhen loderten Freudenseuer aus. Ein wirkungsvolles Feuerwerk wurde abftebrannt. Eine unabsehbare Menschenmenge wogte durch die Straßen und bereitete den die Illumination be­sichtigenden Mitgliedern des Kaiserhauses lebhafte Hul­digungen.

Der Glückwunsch desReichsanzeigers".

DerReichsanzeiger" schreibt in seinem nichtamtlichen Teil:Kaiser Franz Joseph vollendet heute sein 80. Lebens­jahr. Wie ihm an diesem Ehrentage seine Völker in dank­barer Liebe entgegenjubeln, so wenden sich auch in Deutsch-- land die Herzen dem erlauchten Monarchen zu, in dem wir den väterlichen Freund unseres Kaisers, den treuen Bun­desgenossen des Deutschen Reiches, den starken Schirmherrn des europäischen Friedens und ein leuchtendes Vorbild fürstlicher Pflichterfüllung Verehrer«. Mit ungezählten Millionen, die heute Kaiser Franz Joseph ihre Huldigungen darbringen, vereinigen wir uns in dem Wunsche, daß seine Weisheit noch lange über den Geschicken der befreundeten und Verbündeten habsburgischen Monarchie walten möge."

AUSZmrÄ.

Asterrerch-Pttsianr,

Massendesertationen. Ein Cormnuniqus der Regie­rung bestätigt, daß von dem KriegsschiffKarl VI." 38 Unteroffiziere und Matrosen in Argentinien desertierten, mit der Bemerkung, daß solche Defertationen dortselbst bei Schiffen aller Nationen Vorkommen, da die Mannschaften in Argentinien sichere Stellungen zu erlangen glauben.

Spanien.

Verbotene Versammlungen. Die Regierung wird die gleichzeitige Veranstaltung von karlisttschen und republi­kanischen Versammlungen, die in Katalonien für den 28. August geplant sind, nicht gestatten-.

Die Affäre Ferrer." Der Justizmord auf Grund der von der spanischen Regierung veröffentlichten Wen dar­gestellt von Jean Jacques Kaspar. Unter diesem Titel er­schien im Neuen Frankfurter Verlag soeben eine bemerkens­werte Broschüre. Die Erregung über die Hinrichtung Ferrers, die im vorigen Jahre die gesamte Kulturwelt durchzitterte und in der Presse wie in zahllosen Versamm- lungeu zum Durchbruch kam, wird durch die streng juristi­schen Ausführungen des Pariser Anwalts, der nur die amt­lichen Akten, die spanischen Militärgesetze und die Briefe Ferrers berücksichtigt, als nur zu begründet gezeigt. Mau darf bezweifeln, daß die klerikale Presse nach dieser Ver­öffentlichung noch von derauf Grund des spanischen Militärgesetzbuches gesetzmäßig erfolgten Verurteilung" zu sprechen wagen wird. Rechtsbeugungen, Beschränkung der Verteidigung und gefälschte Schriftstücke reden eine für die spanische Militärjustiz geradezu vernichtende Sprache. Hoffentlich wird durch die hochinteressante, au die Affäre Drehsus gemahnende Schrift die Revision des Ferrer-Prozesses ein gut Stück gefördert.

UrMmtD.

Die schreckliche Ausdehnung der Cholera. Der in Charkow weilende Bevollmächtigte in Cholerasachen, Prof. Rem, berichtet von einem entsetzlichen Umfang der Epidemie im Reiche. Er schätzt die Zahl der Verstorbenen in sieben Monaten dieses Jahres auf 80 000 gegen 30 000 im ganzen Vorjahr. Dabei nimmt die Epidemie zu. Die Hilfsmittel der Semstwos erwiesen sich als un­zureichend. Dringend erforderlich ist staatliche Hilfe mir so mehr, als die Kinder der Verstorbenen verhungern. Leider sind für eine Staatshilse keine Anzeichen vorhanden. In Petersburg waren gestern in den letzten 24 Stunden, von Mittag zu Mittag, an der Cholera 48 Personen er­krankt und 24 gestorben. Der Krankenstand Ende der 24 Stunden betrug.755 Personen.

©itrhfi

Die mazedonischen Flüchtlinge. Wie an wohlunter­richteter Seite verlautet, hat eine Gruppe mazedonischer Flüchtlinge im Namen, von 1896 Schicksalsgenossen den Gesandten der Mächte eine Denkschrift überreicht, in der sie ihre Lage darlogen, aus die Schikanen der Türken bet der Entwaffnung Hinweisen und die Großmächte bitten, Schritte in Konstantinopel zu unternehmen, damit die Truppen zurückgezogen, die Verfolgungen eingestellt und den Flüchtlingen freie Rückkehr nach Mazedonien unter der Überwachung der Konsuln garantiert, sowie ihr Leben und Eigentum sichergestellt wird.

Kveta.

Die kretischen Notabeln lehnten nach Telegrammen aus Kanea die Kandidaturen zur griechischen Nationalverftnum- lung ab.

Gi-ile.

Präsident Pedro Montt, der in Bremen plötzlich verstorbene Präsident von Chile, ist im Jahre 1846 ge­boren. Er entstammt einer alteingesessenen chilenische« Familie, deren Angehörige in der Geschichte des Landes mehrfach hervorgetreten sind. Sein Vater stand von 1851 bis 1861 an der Spitze des Staates; auch ein Vetter von ihm war der Präsident der Republik. Pedro Montt widmete sich zunächst der juristischen Laufbahn. Er ließ sich 1870 als Rechtsanwalt in Santiago nieder. Von 1876 bis 1900 war er Mitglied der chilenischen Kammer, deren Vorsitz er 1835 und 1886 innehatte. Schon im Jahre 1886 war er kurze Zeit Justizmrnister und in den folgenden Jahren Handels­minister. Finanzminister und auch Minister des Innern. Im Jahre 1891 vertrat er Chile als Gesandter in Washing­ton. Er bewährte sich dort in einer schwierigen Stellung, da damals die Beziehungen zwischen den beiden ameri­kanischen Republiken sehr gespannt waren. Im Jahre 1903 wurde er Mitglied ^des Staatsrats und Vizepräsident. Seine Erfolge waren in allen diesen Staatsämtcrn so offensicht­lich, daß ihn alle Parteien mit Ausnahme der Klerikalen in« Jahre 1906 als Präsidentschaftskandidaten proklamier­ten; er wurde denn auch gewählt nnd hat aus das segens­reichste für die Republik Chile gewirkt. Zu Deuffchland, dessen Sprache er vollkommen beherrschte, unterhielt er die besten Beziehungen. DieNorddeutsche Allgemeine Zig." schreibt zu dem Tod des Präsiden-ben Montt: Der verstorbene Staatsmann war dem Deutschen Reich freund­lich gesinnt und stand bei uns in h o h e m A n s e h e n. Wir haben die Kunde vo>r seinem jähen Hmscheideu mit aufrich­tiger Trauer vernommen und drücken der Republik Chile zu dem Verlust ihres Staatsoberhauptes unsere freund­schaftliche Teilnahme aus.

Ein Umschwung. Das Edikt, das unerwartet die Groß, rate Schi Hsüh und Wuhuschaug aus ihren Ämtern ent­läßt, erregte großes Aussehen. An ihre Stelle traten Prinz Anhang und Hsüh Schitschang, der seiner Stelle als Präsi­dent des Verkehrsministeriums enthoben ist. Zum Präsi­denten des Verkehrsministeriums wurde Taugschavyi, der frühere Gehilfe Man Schikais, ernannt. Diese Verände­rungen üe-deuten die Rückkehr zum System Man Schikais und ein Eingeständnis seitens des Regenten, daß die Politik der letzten anderthalb Jahre nicht erfolgreich ge­wesen ist

Der WO Zer WM MtMMm.

König Albert ist gestern nachmittag aus Tirol in Brüssel angekonimeu und hat sofort die Brandstätte der Ausstellung eingehend besichtigt. Das Exekutivkomitee hat gestern vormittag endgültig beschlossen, die belgische Ab­teilung wiederherzustellen und den Trümmerhaufen am Haupteiugang durch eine künstlerisch ausgestattete Wand zu maskieren. Die Arbeiten sollen in 14 Tagen vollendet sein.

Truppen zur Hilfeleistung.

hd. Brüssel, 18. August. Der Kriegsminister hat ein» ganze Division Truppen zur Verfügung gestellt, um an den Aufräumungsarbeiten in der Ausstellung teil- zuuehmen. Diese Truppen treffen noch im Lause des heu­tigen Tages aus den verschiedenen Garnisonsstädten in Brüssel ein nnd werden sich sofort nach dem AusflcllungZ- gelände begeben.

Belgische Danksagungen.

Aus das von der deutschen ständigen Ausstellungs- kommission für die deuffche Industrie nach Brüssel gettchtete Beileidstelegramm ging folgende Antwort ein:Wir danken Ihnen herzlich für die Worte warmer Anteilnahme. Das belgische Volk ist tief bewegt durch die Kundgebung freund­schaftlicher Gesinnung, die Sie ihm in seinem Unglück er­wiesen." Auch vom Pariser Komitee, das die französische Ab­teilung in Brüssel mitorganisiert hat, wurde der ständigen Ausstellungskommission für die Beileidskundgebung tele­graphischer aufrichtiger Dank für die warme herzliche An­teilnahme übermittelt.

Dem Staatssekretär des Innern D e l b r ü ck ist auf das au den Präsidenten der Brüsseler Ausstellung, Baron Janssen, gerichtete, die Teilnahme der Inneren Reichsver­waltung an dem Brandunglück ausdrückende Telegramm folgende Anttvort zugcgangen:Sage Eurer Exzellenz

meinen tiefgefühltesten Dank für die herzlichen Worte der Teilnahme am Unglück, das uns trifft. In wenigen Wochen hoffen wir, der Ausstellung ihr früheres Aussehen wieder­zugeben. Die belgische Abteilung wird wieder ausgebaut werden, selbst England wird die seinige wiederherstellen. Was verloren ist, ist nicht mehr als ein Zwanzigstel der ganzen Ausstellung."

Die Panik.

Die Mitteilungen eines Augenzeugen über die grenzenlose Verwirrung beim Ausbmch des Brandes von Brüssel Eermeß (Alt-Brüssel mit Vergnügungspark) seien hier wiedergegeben. Er sagt:Ms der Brand in der

Haupthalle schon ausgebrochen war, wurden, was unglaub­lich scheint, noch Eintrittskarten zu Brüssel Eermeß ausge- gegeben. Um 9.20 Uhr etwa brannte der Marktplatz von Alt-Brüssel. Alles drängte daraus nach dem hinteren Not­ausgang. Hier aber hatte ein Gesangverein eine Menge von Stühlen hiuLestellt. so daß der Notausgang tempern