Nr. 354. Wcnd-ArrZgabe,
(Referent: Dt. Boldt, Stadtrat in Dortmund.) 3. Die Stellung des deutschen Handels. (Referent: I. K. Vieior, Großkausmann, Bremen.) 4. Die Stellung der deutschen Landwirtschaft. (Referent: A. v. Schwerin, Rittergutsbesitzer, Obersteinbach.) 5. Die Stellung des gewerblichen Mittelstandes. (Referent: Karl Marfels, Vorsitzender des Deutschen Uhrmacherbundes.) 6. Die Stellung des Baugewerbes^ (Referent: Fabrikbesitzer Heinrich Freese, Niederschönhausen.) 7. Die Stellung der deutschen Beamten. (Referent: Lehrer Flügel, zweiter Vorsitzender des Bundes der Festbesoldeten.) 8. Die Stellung der deutschen Arbeiter. (Referent: Arbeitersekretär Franz Behrens, M. d. R.)
* Englische Fortbildungsschüler in Deutschland. Etwa hundert Vertreter der englischen Adult Schools (Fortbildungsschulen) sind in Düsseldorf eingetroffen, wo sie die industriellen Werke besichtigten.
* Zeitungs-Beschlagnahme. Die Moutagsnummer der Zeitung „Welt am Montag" ist auf Grund der Gewerbeordnung vom Kömgl. Polizeipräsidium in Berlin im Straßenhandel verboten worden. Den Anlaß zu dem Verbot soll ein in der Beilage enthaltenes Gedicht „Apachentanz" gegeben haben.
Herr imd
Personal-Veränderungen. K e v v le r , Oberstleut, und Kommandant von Cöln, mit der gesetzlichen Pension zur Disp. gestellt und zum Kommandeur des Landw.-Bezirks I Bremen ernannt. * Linde mann, Major und Bats.-Kommandeur im Jnf.-Regt. Freiherr v. Sparr (3. Westfal.) Nr. 16, zum Kommandanten von Cöln ernannt. * v. Quast, Gen.-Major und Kommandeur der 2. Garde-Jnf.-Brig., zur Vertretung des, erkrankten Kommandeurs der 36. Div. nach Danzig kommandiert. * Bock v. Wülfingen, Gen.-Major und Kommandeur der 68. Jnf.-Brig., in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension zur Disp. gestellt. * S chmundt, Oberst und Kommandeur des 6. Lothring. Jnf.-Regts. Nr. 144, mit der Führung der 68. Jnf.-Brig. beauftragt. * Schoen- b e ck, Obcrstleut. und Kommandeur des Magdeburg. Jäger- Bats. Ar. 4. unter Beförderung zum Obersten zum Kommandeur des 5. Lothring. Jnf.-Negts. Nr. 144, * v. Dassel, Major und Bats.-Kommandeur im Kaiser Alexander Garde-Gren.- Regt. Nr. 1 zum Kommandeur des Magdeburg. Jäger-Bats. Nr. 4 ernannt.
Teilnahme von Sanitätskolonnen an den Manövern. Der Kaiser hat auf Antrag des kaiserlichen Kommissars und Militärinspcktcurs für Freiwillige Krankenpflege bei der Armee im Felde, Fürsten zu Solms-Baruth, genehmigt, daß die Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz an den Kaisermanövern tcilnehmen dürfen. Zum erstenmal wird dies im Lause dieses Jahres in Königsberg der Fall sein.
Die Erweiterungsbauten am Kaiser-Wilhelm-Kanal haben der östlichen Kanalmündung ein völlig verändertes Aussehen gegeben. Wer seit Jahresfrist die Gegend nicht besucht hat, erkennt sie, so wird der „Köln. Ztg." berichter, kaum wieder. Zwei gewaltige Bauwerke sind neben der Kanalerweiterung im engeren Sinne im Entstehen: die neuen Ostseeschleusen und die Holtenauer Hochbrücke. Dir Gutehoffmmgs-Hütte hat die Überspannung des neuen Kanals schon so weit gefördert, daß die lichte Höhe über dem Kanalwasserspiegcl deutlich erkennbar ist. Die Überbrückung geschieht im freien Vorbau, es werden keine Gerüste, die die Schiffahrt behindern würden, im Kanalbett errichtet. Die Hochbrücke bei Holtenau wird als erstes Monumeutalwerk des Erweiterungsbaues in Betrieb genommen werden. Die Fertigstellung erfolgt 1911, und es heißt, der Kaiser werde der Einweihung in der Kieler Woche 1911 beiwohnen. Baggcrgeräte, Pumpwerke, Kräne umgeben die Baustätte der neuen Schleusenkammern, die die größten der Welt sein werden. Es wird hier eine Tiefe von 24 Meter ausgebaggert. Jede Schleusenkammer erfordert 400 000 Kubikmeter Mauerwerk. Um die vorgesehene Bauzeit für den Kanal einzuhalten, wird mit Tag- und Nachtschicht gearbeitet. Das große Unternehmen soll in allen seinen wesentlichen Teilen Ende Dezember 1914 fcrtiggestellt sein, so daß im Frühjahr 1915 die feierliche Eröffnung erfolgen kann. Bisher haben die Arbeiten einen schr guten Verlauf genommen; abgesehen von einzelnen. kleinen Rutschungen und Dammbrüchen sind Störungen nicht vorgekommen, die Schiffahrt hat noch keine einzige Stockung erlitten. Handelsschiffe befahren nach wie vor den Kanal. Für die Kriegsflotte sind Kanalfahrten im Geschwadervei- band nur dadurch unmöglich gemacht, daß die „Blücyer"- und die „Nassau"-Klasse der Hochseeflotte cinverleibt worden sind.
Deutsche Kolonien.
Hinrichtungen in Kamerun. Sieben an der Ermordung des Kaufmanns Brettschneider beteiligte Häuptlinge sind in Kamerun abgcurteilt und gehängt worden.
Ausland.
Fürstlicher Besuch beim österreichischen Kaiser. Der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin und Prinz Max von Baden hatten am Sonntag in Bad Ischl eine Zusammenkunft mit dem österreichischen Kaiser.
Zusammenstöße zwischen Tschechen und Deutschen. In Jglau in Böhmen fanden am Sonntag Zusammenstöße zwischen Mitgliedern tschechischer Lokalvercine, die einen Massenausflug unternommen hatten, und einheimischen Deutschen statt, die die ankommenden Tschechen nicht passieren ließen. Tie Tschechen gingen mit Steinen und Waffen zegen die Deutschen vor. U. a. wurde ein Polizist verletzt, Schließlich wurden die Tschechen zurückgeschlagen.
Zur Hochzeit der Prinzessin Clementine von Belgien. Wie verlautet, wird der Vermählung der Prinzessiu Clementine von Belgien mit dem Prinzen Viktor Napoleon auch ein österreichischer Erzherzog beiwohnen.
Schwei?.
* Den Kaiscrpreis für das eidgenössische Schützenfest in Bern gewann der Schütze Karl Spring aus Walen- stadt. Der Gewinner ist also nicht der von dem Züricher sozialistischen Organ genannte Sozialdemokrat.
Kronnretttz.
Die Ausstandsbewegung. Die Dachdecker, sowie die Blei- und Zinkarbetter sind in den allgemeinen Ausstand getreten. In Frage kommen mehr als
Wiesbadener Tagbiatr.
12000 Arbeiter bei 1200 Unternehmern. Die Streikenden verlangen eine Lohnerhöhung von 2 Frank Pro Tag und SOProzentigen Zuschlag für Überstunden. Sie üben eine strenge Kontrolle der Arbeitsstätten aus.
GngtmrÄ.
Neue Eisenbahnstrciks? Der „Daily Chronicle" erklärt, daß neue Eiscnbahnstreiks drohen, die sich eventuell über ganz Großbritannien ausdehnen dürften. Die Angestellten der Great Northern sowohl als der Great Eastern-Bahn berieten gestern über die Ratsamkeit eines Generalstreiks der Eisenbahner.
Spanien.
Der Bruch mit dem Vatikan. „Osservatore Romano" versichert entgegen dem in der Presse umlausenden Gerücht, der Madrider Nuntius habe nicht den Befehl erhalten, abzureisen. Der vatikanische „Corriere d'Jtalia" behauptet, die Abberufung des Nuntius erscheine keineswegs diplomatisch notwendig, da die Abberufung des spanischen Botschafters nicht den Abbruch der diplomatischen Beziehungen bedeute. Es handle sich lediglich um das Scheitern eines besonderen Punktes der Verhandlungen, wie wenn etwa zwischen zwei'Mächten ein Handelsvertrag scheitern würde. Die Dinge sollen also in status guo ante bleiben. „Corriere d'Jtalia" geißelt auch die Taktlosigkeit, dem Vatikan morgens um 7 Uhr durch den Gesandten eine Rote überbringcn zu lassen, während der Botschafter bereits eine Stunde später ohne Abschied plötzlich abreiste. Der spanische Botschafter schrieb kurz Merry del Val, er sei von der Regierung zur Berichterstattung nach Madrid berufen tvorden und habe die Leitung der Geschäfte an den Botschaftsrat Gonzales abgegeben.
Schweden.
Der Internationale Friedenskongreß wurde im Ritterhause zu Stockholm feierlich eröffnet. 600 Delegierte von 24 Ländern und das dtplmnatrsche Korps waren anwesend. Der Saal zeigte die Flaggen der verschiedenen Nationen und war mit dem Bildnis Nobels geschmückt. Der Präsident der Organisationskomttees; Rerchstagsabgcoryueter Freiherr Carl Carlsson Bonde, hieß die Erschienenen willkommen. Der Minister des Äußern Gras Taube betonte in längerer Rede die Freude der schwedischen Regierung, den Kongreß in Stockholm begrüßen zu können und versicherte das Interesse der Regierung an seinen Arbeiten, die, wie sie aufrichtig hoffe, der Menschheit zum Segen gereichen würden. Der belgische Senator La Fontaine dankte namens des Kongresses. Professor de Cubernatis-Rom brachte Stockholm namens der Kongreßteilnehmer den Gruß dar und verlas die Telegramme des italienischen Minister- präsidenten und des Ministers des Äußern. Zu Ehrenpräsidenten wurden Taube und Bonde gewählt. Huldigungstelegramme wurden abgesandt an den König von Schweden, Fredcric Passy, Bertha v. Suttner. Graf To'stoi «. a. Um 2 Uhr versammelten sich die verschiedenen Kommissionen zu Sitzungen. Abends fand ein Festbankett statt.
Serbien.
Der kranke König Peter. Die Blätter melden, daß König Peter wegen andauernder großer Schwäche nicht nach Montenegro zu den Jubiläumsfeierlichkeilen reisen könne.
Türkei.
Der Gesundheitszustand des Sultans. Eingeweihte Palastkreise glauben versichern zu können, daß mit einem baldigen Thronwechsel gerechnet werden müsse. Sultan Mohammed habe während seiner 30jährigen Gefangenschaft als Thronfolger unmäßig den Haremsfrc u d e n und dem Alkoholgenuß gefrönt. Seine Konstitution sei dadurch jetzt äußerst geschwächt.
Der antigrlechische Boykott. Der Boykottausschuß ließ den Zeitungen die Mitteilung zugehen, daß der Boykott der griechischen Waren streng fortgesetzt werden solle, bis die kretischen Schutzmächte die auf Kreta bezüglichen Versprechungen verwirklicht hätten.
Vereinigte Staoters.
Die Rcrssenlämps« in Amerika. Die Rassenkämpfe in Texas sind in Wirklichkeit Verfolgungen von Negern, durch brutale Weihe. Kein Weißer ist verletzt worden, viele wehrlose Neger wurden erschossen, Militär hält die Gegend besetzt. Die Behörden erklären, der Angriff der Weihen auf die Neger sei gänzlich ungerechtfertigt gewesen.
MitteUrmcrfflra.
Die Revolution in Hondura. Aus Hondura wird gemeldet, daß es abermals zu einem Zusammenstoß zwischen Aufständischen und Regierungstruppen gekommen ist, wobei 3 5 Personen getötet wurden
Luftschiffe und Aeroxlnne.
„P. 6" auf der Fahrt nach München, dck. Bayreuth, 2. August. Das Luftschiff „P. 6" ist heuce früh zur Fahrt nach München a u f g e st i-e g e n. Bei planmäßigem Verlauf der Fahrt wird die Ankunft in München um 11 Uhr erwartet.
Ein neuer Höhenstug-Rekord.
Bei den Flugvorführungen in Stöckel bei Brüssel erreichte Osliclegers mit seinem Blsriot-Apparat eine Höhe von 1524 Meter. Der von Latham am 8. Juli 1910 in Reims geschaffene Weltrekord von 1384 Meter ist somit geschlagen.
Ein neuer Flieger-Gewichls-Rekord. erb. Paris, 2. August. Aus Douat wird berichtet: Der Aviatiker Bäder nahm gestern mit seinem Doppclflächer ein Gewicht von 322 Kilogramm mit sich in die Lust unv schlug damit den Weltrekord bezüglich des nutzbaren Gewichtes.
Ein fremder Lenkballon in Frankreich? oed. Paris, 2. August. Aus Verdun wich gemeldet: In der Nacht zum Montag wollten mehrere Schildwachcn in den Forts und vor den Kasernen einen Lenkballon in der Lust bemerkt und deutlich das Geräusch der Schrauben und Propeller gehört haben. Es wird angenommen, daß es siey um einen fremden L-nkballon handelt. (?)
Dienstag, 2. August 104». Seite 3.
Arrs Stadt and Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Wiesbaden, 2. Aug-st
Städtische Gcldvcrmittelungsstelle
Auf einer Konferenz von Finanzdezerneuten einer Anzahl größerer deutscher Städte, die im Oktober vorigen Jahres in Cassel stattgefunden hat, wurde u. a. beschloß cn, der Errichtung einer Geldvermittelungsstelle für den vorübergehenden Austausch verfügbarer Barmittel zwischen den größeren Stadtverwaltungen näher zu treten. Diese Gel overmittelungsstelle ist, wie die Zentralstelle des Deutschen Städtetages mitteilt, mit dem 1. April ins Leben getreten. Sie hat ihren Sitz in Cassel und steht unter Leitung des Magistrats dieser Stadt; es können sich ihr alle deuffchen Städte mit über 80 000 Einwohnern an- schlicßen, bisher sind folgende 38 Städte (von 54 berechtigten) beigetreten: Mona, Augsburg, Barmen, Bochum, Brun, Breslau, Cassel, Charlottenburg, Cöln, Crcfeld, Danzig, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Elberfeld, Erfurt, Essen, Frankfurt a. M., Freiburg i. Br., Gelsenkirchen, Hagen, Halle a. S., Karlsruhe, Kiel, Leipzig, Ludwigshasen, Magdeburg, Mannheim, Mühlhausen i. E., München, Nürnberg, Posen, Rixdorf, Saarbrücken, Schöneberg, Stettin, Straßburg i. E., Wiesbaden. Weitere Städte haben ihren Beitritt in Aussicht gestellt.
Die angeschlossenen Städte haben, sobald sie Geld ab- zugcben oder aufzunehmen wünschen, über Höhe und Zeitdauer so rasch als möglich der Vermittelungsstelle Mitteilung zu machen. Die Tätigkeit der letzteren besteht darin, daß sic auf Grund dieser Anmeldungen die kreditsuchenden mit den kreditanbietenden Städten in ihr geeignet erscheinender Weise in Verbindung bringt. Die endgültigen Abmachungen bleiben den Städten überlassen, die jeden zustande gekommenen Abschluß unter Angabe der Bedingungen der Vcrmittelungsstelle bekannt zu geben haben. Gebühren werden nicht berechnet, jede angeschlossene Stadt zahlt jedoch einen Vcrwaltungskosteubeitrag (zurzeit jährlich 1» M.). Schon während der provisorischen Einrichtung der Vermiitelungsstelle sind Anmeldungen in Höhe von rund 28 Yi Millionen Mark — 18sH Millionen Mark Angebot und 10 Millionen Mark Bedarf — ein gelaufen und ist ein Gesamtumsatz von rund 16 Millionen Mark unter günstigen Bedingungen für beide Teile erzielt worden.
— Kurgäste. Es sind hier eingetroffen: Vrmz und Prinzessin Galiöin aus Petersburg im Hause Sonnenberger Straße 4. Baron v. Hohenastonberg-Wigandt aus Kurland im „Hotel Niz?a". Generalmajor z. D. v. Renesse aus Erfurt im „Hansa-Hotel".
— Personal-Nachrichten. Reg.-Zivil-Superrmmerar Löhr am König!. Landratsamt in Diez ist mit dem 1. August an die König!. Regierung Wiesbaden zurückversetzt, an seine Stelle tritt Supcrnumerar Jarschner, zurzeit am König!. Land- raisamt Montabaur.
— Der üdrrlandflug Franlfurt-Wiesbaden-Mainz- Mamiheim. Für den vom Deutschen Flicgcrbuud geplanten Überlandflug sind die Proposttioncu gestern Montagabend herausgckommen. Danach ist zur Teilnahme an dem Fluge jeder deutsche Staatsangehörige berechtigt, der einem dem Deutschen Fliegcrbunde angeschlossenen Vereine «»gehört. Jeder Bewerber kann beliebig viele Apparate nennen, muß sie aber alle selbst steuern. Zugelassen sind Flugzeuge aller Systeme und Fabrikate. Jedes Flugzeug wird besichtigt und abgestcmpclt. Die Teilnehmer müssen im Besitz eines Führerpatentes der F. A. I. sein oder vor Meldeschluß die zur Erlangung dieses Zeugnisses erforderlichen Bedingungen vor einer vom Deuffchen Fliegcrbunde ernannten Kommission erfüllen. Meldungen sind schriftlich bis zum 15. August abends 6 Uhr unter Beifügung von 300 M Nennungsgeld an das Präsidium des Deutschen Fliegerbundes, Frankfurt a. M., Neue Mainzcr- straße 76. zu richten. Die Meldung muß Angaben über die Beschaffenheit des Flugzeuges, Abschrift des Führer- zeugnisscs und die Vereinszugehörigkeit enthalten. Wer innerhalb des für den Wettbewerb festgesetzten Zeitraums nicht startet, hat ein Reugeld von 150 M. zu zahlen. Jeder Bewerber erhält eine am Apparat anzubringcnde große Nummer. Der Flug darf «n jedem Tage in der Zeit vom 16. bis 22. August in der Zeit von 8 Uhr morgens bis 10 Uhr abends ausgeführt werden. Der Flug geht vom Exerzierplatz in Frankfurt-Griesheim nach dem Rennplatz bei Wiesbaden, weiter nach dein Truppenübungsplatz Mainzer Sand und schließlich zum Mannheimer Rennplatz. Der Start ist in Frankfurt, wo jeder Flieger vorher eine geschlossene Runde zu fliegen hat. Zwischenlandungen von je einer Stunde Dauer sind in Wiesbaden und Mainz gestattet; längerer Aufenthalt und sonstige Zwischenlandungen werden in die Flugzeit eingerechnet. Sieger ist derjenige, der die vorgeschriebene Strecke in der kürzesten Zeit im Fluge zurücklegt, unter Abzug des Aufenthaltes bei den erlaubten Zwischenlandungen. Demjenigen, der bei dem Fluge einen Passagier mitnimmt, wird von der gesamten Zeit, die er für den Flug benötigt, Yi Stunde gutgeschrieben. Der Passagier muß ein Mindestgewicht von 55 Kilo haben. Jedem Flieger steht es frei, zwecks Erzielung eines besseren Ergebnisses den Flug ein- oder mehreremal zu wiederholen. Der Sieger erhält 25000 M. in bar und einen Ehrenpreis. Der Zweitbeste erhält einen Preis von 10 000 M. bar und einen Ehrenpreis. Außerdem wird ein Zuverlässigkeits- Preis von 6000 M. in bar an denjenigen vergeben, der an einem noch bekannt zu gebenden Tage zu bestimmter Stunde auf dem Mainzer Sand landet. Landen mehrere zur festgesetzten Zeit, so fällt der Preis dem zu, der die Strecke Frankfurt-Mainz am schnellsten zurückgclcgt hat.
— Kreiskriegerfest Wiesbaden-Land, über diese Veranstaltung sei im Anschluß an den gestrigen Bericht noch folgendes nachgetragen: Der Weilburger Kriegerverein „Germania" und der Kriegerverein Hachenburg-Altstadt trafen sich in Limburg und machten die Fahrt hierher gemeinsam. Nach Begrüßung der Vereine auf dem Haupk- bahnhof marschierte man mit klingendem Spiel nach dem Saalbau-Restaurant, wo zu Ehren der Kameraden aus dem Obcrwesterwald- und Oberlahnkreis ein Kommers unter
