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Sette 8

Nr. 346.

Donnerstag, 88. Juli 49ir».

drücken, sich recht spät eingestellt hat. Der damit nachträg­lich Beglückte würde den Wert dieses allgemeinen Ver­trauens sicher erheblich höher geschätzt haben, wenn er früher davon erfahren hätte, als er Gegenstand heftiger Angriffe aus dem eigenen Lager war.

* Herr Krupp v. Bohlen und Halbach gab gestern in Kiel zu Ehren des Marschalls da Fonfeca und seiner Be­gleitung ein Frühstück. Die Brasilier besichtigten dann die Giermaniawerst. Nachmittags lief in Gegenwart des Marschalls das deutsche Unterseeboot II 7 ab.

* Ein neuer Regierungspräsident. Wie das Wolsssche Telegraphen-Bureau hört, ist der Geh. Oberregierungsrat im Ministerium des Innern und königl. Kammerherr v. Gersdorff zum Präsidenten der königl. Regierung in Merseburg ernannt worden. Regierungspräsident v. Gers­dorff ist im Jahre 1867 zu Potsdam geboren und wurde im Jahrs 1888 als Referendar bei dem Kammergcricht angestellt. Im Jahre 1894 bestand er das Regierungs- assessorenexamen und übernahm im darauffolgenden Jahre zunächst vertretungsweise die Verwaltung des Kreises Urnswalde, dem er bis zum Jahre 1965 als Landrat Vorstand. Noch in demselben Jahre wurde v. Gersdorff als Vortragender Rat in das Ministerium des Innern berufen und im Jahre 1968 znm Geheimen Oberregierungs- rat ernannt.

* Herrn Erzbergers schöne Hoffnungen. Sehr günstige Aussichten ans die künftigen Geldbedürfnisse des Reiches glaubt der Abgeordnete Erz b erg er in der „Germania" eröffnen zu können: So viel steht fest, daß beim normalen Lauf der Dinge das Anleihebedürfnis des Reiches sehr rasch sinken wird und daß es sich in wenigen Jahren nur noch auf werbende Anlagen erstrecken wird. Ohne Optimist zu sein, darf man konstatieren, daß das Reich sich somit aus den: besten Wege der Gesundung seiner Finanzen be­findet und daß es noch dem derzeitigen Schatzsekretär bei konsequenter Fortsetzung seiner Politik möglich sein wird, wieder einmal einen Etat ohne Anleihen vorlcgen zu können. Gewiß werden neue Aufgaben und neue Aus­gaben komrnen, weil Stagnation der Feind des fortschreiten­den Lebens ist und die Nation schädigen würde; aber sie können im Rahmen der heutigen Finanzen befriedigt werden. Wenn diese Zeit an unser« Türen pocht, daun werden auch die grimmigsten Gegner der Reichsfinanz­reform, die vor Jahresfrist geschaffen worden ist, die An­erkennung nicht mehr versagen können, — so meint wenigstens — der Herr Erzberger.

* Eine Lücke im Tabaksteuergchetz. Im Reichstag ist im März aus eine Lücke im Tabaksteuergcsetz hingewiesen worden, die sich namentlich holländische Tabakfabrikantcn znm Schaden der inländischen Industrie zunutze machen. Holländische Fabrikanten errichteten nach Einführung des Gesetzes in deutschen Grenzplätzen Filialen, wo die unsortiert und unverpackt eingoführten Zigarren Versand fertig gemacht werden. Da es schwer ist, bei fertigen Zigarren den Wert des dazu verwandten Tabaks genau sestzustellen, so können solche Zigarren geringer verzollt werden, als cs nach ihrem wirklichen Wert geschehen müßte. Der Reichsschatzsekretär sagte seinerzeit eine genaue Prüfung der geschilderten Verhältnisse zu. Wie nunmehr die „Süd­deutsche Tabakzeitung" erfährt, hat dieser Tage ein hoher Zollbeamter an einer der holländischen Versandstätten eine Besichtigung vorgenommen und sich dahin geäußert, daß die Regierung durch einen Zusatzartikel zu dem Tabaksteuer­gesetz die Einfuhr unsortierter und unverpackter aus­ländischer Zigarren verbieten wolle.

* Roch eine Vorlage, betr. Neubau der Berliner Kgl. Oper. Wie verlautet, ist nicht beabsichtigt, dem Landtage bereits eine Vorlage über den Neubau einer königlichen Oper in Berlin in der nächsten Session zu unterbreiten. Tie Vorarbeiten werden erst im nächsten Jabrc abge­schlossen werden.

A Die Stadt Berlin und Setzhastmachung von Land­arbeitern. Vor kurzer Zeit machte die Deputation der Ricselgüter, welche der Stadt Berlin gehören, einen sehr bemerkenswerten Anfang, unverheiratete landwirtschaftliche Arbeiter und Handwerker an das Land zu fesseln. Zu diesem Zweck nahm die Deputation einstimmig den Vor­

machte in Italien die Bekanntschaft vieler berühmter Männer. Den alten Dichter Apostolo Zeno hat er wieder­holt besucht. Er notierte sich Inschriften au Bauwerken, Monumenten und Grabstätten, überall offenbarte er sein großes Kunstverständnis, seinen scharfen Sinn und sein kritisches Vermögen. Er bereicherte seine Sprachkenntnisse und drang mit Verständnis in das System des ventianischen Staatswescns ein. Während des Karnevals in Venedig vergnügte er sich auf Bällen und plauderte mit schönen Damen bis zum Anbruch des Morgens.

Dieser alte Herr war gewiß kein Philister. In allen seinen Auszeichnungen, die einmal vereinigt werden müssen zu einem großen umfassenden Lebensbild des Kaiserlichen Rats, drängen sich die verwandten Beziehungen zwischen Vater und Sohn auf. Die festen Grundlagen seines uni­versellen Wissens verdankt der Sohn der Einsicht des Vaters. Vom Vater wurde der Grundstock zum Goetheschen Lebens- werk gelegt. Von ihm hatte der Sohn nicht nur die Statur und des Lebens ernste Führung, sondern auch die grund­legenden Züge seiner Wesens- und Charaktereigenschaften als Erbstück übernommen.

Aus Kunst unü Leben.

* Tolstoi „in effigio" gehängt. Aus Petersburg wird der „Ins." geschrieben: Einen recht üblen und geschmack­losen Scherz leistete sich eine Kunstausstellung in Jekaterinos- law. Hier befand sich vor einigen Tagen eine allgemeine russische Ausstellung, die zum Teil von dem Verbände der echtrussischen Männer ins Leben gerufen und beschickt wor­den war. Unter den Ausstellungsobjekten war eine Samm­lung russischer Parteischristen zu schm, die von Mitgliedern des Verbandes der echtrussischen Männer verfaßt waren und sich hauptsächlich gegen die Revolution richteten. Dieser Verbändler-Literatur, die eine historische Würdigung des „Schwarzen Hundert" von ihrem Anfang bis auf den heutigen Tag darstellen sollte, war ein eigener Pavillon ein­gerichtet worden. Bei der Eröffnung der Ausstellung, die durch den Generalgouverneur persönlich erfolgte, bot sich den Spitzen der Behörden ein höchst seltsames Schausviel dar: Im Pavillon der Verbändler-Literatur hing eine aus

Wiesbaderrer Tagblalr.

schlag an, ein „Gemeinschaft sh aus" zu errichten, das für die unverheirateten landwirtschaftlichen Arbeiter und Handwerker als gemeinschaftliches Wohnhaus dienen soll. Dieses erste Gemeinschastshaus soll aus dem Gute Hobrechtsselde errichtet werden und Platz zur Aufnahme von 40 Personen erhalten. Die landwirtschaftlichen Arbeiter und Handwerker, die in diesem Gemeinschastshaus wohnen werden, werden hier alle Bequemlichkeiten, wie Bad nsw. habm, durch die das Leben auf dem Lande an­genehm gemacht wird. Um der Abwanderung in die Stadt vorzubmgen, wird ihnen fernerhin in Aussicht ge­stellt, daß sie nach einer gewissen Zeit im Falle ihrer Verheiratung in andere Stellen der landwirtschaft­lichen Verwaltung der Stadt Berlin kommen werden, wo sie auch viele Vorteile für die Einrichtung eines Haus­haltes haben. Die Stadt Berlin hat bekanntlich 25 Güter, auf denen sich Handwerksstätten jeder Art befinden, wo für tüchtige Handwerker stets Platz ist. Man will die Er­folge «bwarten, welche die Gründung des „Gemeinschafts- Hauses" für die Seßhaftmachung der Landarbeiter hat, um dann eventuell weitere Institutionen ins Leben zu rufen.

* Groß-Berlin int Namen. Der Antrag der Vorort- gemeinden Berlins auf die Schaffung eines nominellen Groß-Berlin ist vom Regierungspräsidenten befürwortet worden und liegt augenblicklich dem neuen Minister des Innern zur Entscheidung vor. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß Herr v. Dallwitz sich dem einmütigen Verlangen der Vorortgemcindcn nicht verschließen und das nominelle Groß-Berlin schaffen wird.

* Der internationale Genoffenschaftstag findet vom 5. bis 7. September in Hamburg statt. Auf der Tages­ordnung des Kongresses stehen folgende Punkte: Bericht des Zentralvorstandes über die Tätigkeit des inter­nationalen Gewossenschastsbundcs seit dem Kongreß in Cremona, die Entwickelung des Genossenschaftswesens in Gegenwart und Zukunft und: Was können die Baugenossen­schaften zur Lösung der Wohnungsfrage beitragen?

* Kardinal Kopp vollendete am 25. Juli sein 73. Lebensjahr. Aus seiner Sommerresidenz Schloß Johannes­berg in Österreich-Schlesien weilten in diesen Tagen, wie die „Germ." im Anschluß an diese Mitteilung meldet, der preußische Gesandte beim päpstlichen Stuhle, Herr v. Mühl­berg, und der päpstliche Protonotar Herr Prälat Do. Franz zu Besuch.

* Zu den angeblichen Steuerhinterziehungen des konser­vativen Landtagsabgeordneten Frhrn. v. Richthosen-Mert- schütz nimmt die „Konservative Korrespondenz" nun noch­mals das Wort. Sie schreibt, die durch viele Zeitungen geh.chfde Mitteilungen des WittjsckMstsrnspcktors Karl Kasten über die Steuerdeklaration und Einkommenver­hältnisse des Landrats a. D. Frhrn. v. Richthosen-Mert- schütz sind falsch. Herr Frhr. v. Richthofen-Mertschütz hat am Montag vor der Veranlagungskommission des Land­kreises Liegnitz auf Grund genauester Buchführung den Nachweis erbracht, daß er sein Einkommen mit pein­lichster Gewissenhaftigkeit deklariert und niemals einen Pfennig an Steuern zu wenig bezahlt hat. Selbstver­ständlich hat Herr v. Richthofen-Mertschütz gegen den Ver­breiter der Mitteilungen über seine Einkommensverhält- nisse die erforderlichen Schritte unternommen.

* Agrarischer Boykott. Auf Gmnd zuverlässiger Mit­teilungen ist die „Franks. Ztg." in der Lage, sestzustellen, daß in Rieder-Mockstadt im Kreise Büdingen die dortige Arbeitsgruppe des Bundes der Landwirte gegen eine Reihe Geschäftsleute, die im Verdacht stehen, bei der Stichwahl zwischen dem bündlerischen Kandidaten von Hel­molt und Busold sozialdemokratisch gewählt zu haben, eine Boykotterklärung erlassen hat. Da viele von den Be­teiligten sweng verfolgt werden, werden dieselben' in ihrem Erwerb empfindlich geschädigt.

* Der Parteitag der Christlich-Sozialen wird vom 11. bis 13. September in Siegen abgehalten werden.

* Bahn frei dem deutschen Ingenieur! Zum Präsi­denten der Generaldirektion der sächsischen Staatsbahnen ist vor kurzem, nicht wie es sonst bei solchen Ämtern Ge­brauch ist, ein Jurist, sondern ein Techniker, der

Holz geschnitzte Büste des greisen Dichters Tolstoi mit einem Strick um den Hals an einem Galgen. Mit diesem „Scherz" hatten sich die Vcrbändlcr aber noch nicht genug getan, sondern sie hingen an denselben Galgen in effigie den be­kannten Politiker und Duma-Abgeordneten Miljukow auf. Der Generalgonverneur und die hohen Beamten, die diesen Pavillon betraten, waren sichtlich von diesem scheußlichen Anblick unangenehm berührt und ersuchten die Ausstcllungs- leitung, den Galgen zu entfernen. Sehr viele der An­wesenden dagegen amüsierten sich darüber köstlich. Die Ausstellungslcitung dachte aber gar nicht daran, dem Befehl des Gencralgouvernenrs nachzukommen, und ließ den Galgen mit Tolstoi und Miljukow noch einige Tage stehen, bis sich das Publikum dagegen empörte und die Ausstellung boykottierte. Zugleich wurden Beschwerden an die Ver­waltung gerichtet, damit dieser Unfug beseitigt werde. Nun richtete der Gouverneur einen energischen Befehl an die Ausstcllungsleitung, den Galgen zu beseitigen. Jetzt erst richtete man sich danach, hatte allerdings damit wenig Erfolg, denn die Besucher blieben der Ausstellung fern. Nur einige wenige, die dem Verbände der echttussischen Männer angehörten, ließen es sich nicht nehmen, in die Aus­stellung zu gehen, wo so gute Witze gemacht- werden. Da das Unternehmen mit einem erheblichen Defizit abzuschlreßcn drohte, so erließen die Direktoren irr den Zeitungen einen Aufruf, in dem darauf hingewiesen wurde, daß der Galgen mit Tolstoi entfernt sei. Das Publikum boykottierte aber weiter die Ausstellung, die aus diesem Grunde vorzeitig und mit erheblichen Verlusten für die Veranstalter aeschlossen werden mußte. Tolstoi, dem diese Nachricht übermittelt wurde, meinte, daß man „von der Kuh nicht mehr vcrlanaen könne als Rindfleisch". Er ertrug jedenfalls auch diese neue Anrempelung mit der ihm eigenen Gelassenheit.

Theater und Literatur.

In Paris, iin „Pavillon de Marfan^, wird ein Unternehmen vorbereitet, das demnächst seine Pforten öffnen soll: eine japanische Theaterausstellung, die einen interessanten und lehrreichen Überblick über die Entwick­lungsgeschichte der Theaterkunst im fernen Osten bieten wird. Sie wird von der „Zentralumon der dekorativen Künste" veranstaltet, aus Anregung Sada Yaccos, der

Abend-Ausgabe, 1. Blatt.

Lehrer an der technischen Hochschule zu Dresden, Geh. Baurat Prof. Dr. Ulbricht, ernannt worden. Bei der Abschiedsfeier, die dem Scheidenden zu Ehren am Samstag von den Vertretern der Lehrer- und Studentenschaft der Hochschule veranstaltet wurde, hob dies der Rektor der­selben, Geh. Hofrat I>r. Helm in seiner Ansprache mit folgenden Worten gebührend hervor: „Sie gehen von

uns in ein hohes Staatsamt, das bisher nie einem Manne technischer Nildung anvertrant ivar. Sie scheiden von der Stätte der Technik, wie heutzutage unsere Kolonisten vom Mutterlande, um durch ihre Arbeit und ihr Leben Neuland dauernd zu sichern: Sie gehen als ein

Pionier technischer Bildung. Und wiederum steht das Signal auf: „Bahn frei dem deutschen Ingenieur!" Ter Rektor teilte Professor Ulbricht mit, daß ihm auf ein­stimmigen Antrag der Ingenieur- und mechanischen Ab­teilung die Würde eines Vr.-Jng. ehrenhalber verliehen worden sei in Anerkennung seiner hervorragenden Arbeiten aus dem Gebiete des Eisenbahn-Signal und -Sicherungswcsens, der Elektrotechnik und der Photo­metrie, in denen er in gleicher Weise Theorie und Praxis zu vereinigen verstanden habe.

* Berlängerung der Tagung des bayerischen Land­tages. Eine Allerhöchste Botschaft verlängert die Dauer des gegenwärtigen bayerischen Landtages bis einschließlich 10. August. Ms zu diesem Termin müssen die Arbeiten des Landtages endgültig erledigt sein.

* Verkauf eines königl. bayerischen Schlosses zu Bau­zwecken? Nach Münchener Blüttcrmeldungen soll die Verwaltung der Königl. bayerischen Zivilliste beschlossen haben, die Grundstücke und das königliche Schloß Berg am Starnberger See, den Lieblingsaufenthalt König Ludwigs II., zu Bauzwecken zu verkaufen.

RechLspvcckwAg rrnd UerttvaMrng.

Neue Amtsrichterstelle,r. Durch die Erweiterung der Zuständigkeit der Amtsgerichte auf Grund des Gesetzes vom 1. Juni 1909 haben diese eine derartige Geschäfts. Zunahme erfahren, daß über 100 neue Amtsrichter- stellcn gefordert werden müssen. Auf Berlin und Vorotte dürsten über 30 entfallen.

Herr «nd glatte.

Eine Fernfahrt des Militärlustschiffes „M. 3". Gestern abend 11 Uhr stieg der Luftkreuzer „M. 3", unter der Führung des Majors Groß bei einer Windstärke von 3,5 Sekundenmetern vorn Tegeler Schießplätze auf und ver­schwand in südwestlicher Richtung im Dunkel der Nacht. Beabsichtigt ist, unter Umständen die Fahrt zu einer Fern­fahrt nach Gotha auszudehncn.

Die Meiner Luftschiffmanöver. Mittwochnachmittag zwischen 4 Uhr 40 und 4 Uhr 80 Min. stiegen alle drei Militärlustschrffe, „Z. 1", „P. 1" und „M. 2" auf, kreuzten mehrere Stunden lang über dem Weichbild der Stadt und der Umgegend und landeten zwischen 8 Uhr 15 und 8 Uhr 25 Min. abends glatt wieder vor der Halle.

Ausland.

Astovrvkch-Mttsarm.

Zum 80. Geburtstag. Wie von verläßlicher Seite mlt- geteilt wird, wird die kaiserliche Familie zur Feier des 80. Geburtstages des Kaisers am 18. August vollzählig in Ischl versammelt sein. Auch der greise Erzherzog Rainer und seine Gemahlin werden sich dorthin begeben. Am Morgen des 18. August findet in der Kaiservilla eine Messe statt, nachmittags Familien- und Marschallstasel. Mit dem Erzherzog Franz Ferdinand kommt auch dessen Gemahlin, die Herzogin von Hohenberg, nach Ischl und wird an dem Gratulationsempfang teilnehmen. Der Erzherzog Franz Ferdinand wird an den Kaiser eine An­sprache halten und ein Erinnerungszeichen der Familien­mitglieder überreichen, über dessen Charakter Stillschweigen bewahrt wird, da dem Kaiser eine Überraschung bereitet

berühmten japanischen Tragödin, die nach Paris gekommen war, um im französischen Konservatorium Anregungen für eine japanische Theaterakademie zu sammeln.

Unter der Leitung von Karl Ehrenberg gelangte in Lausanne jüngst zum erstenmal der erste Mt der „Wal­küre" in deutscher Sprache zur Aufführung.

Vom Eigergletscher bei Innsbruck kommend ist der bekannte Berliner Romanschriftsteller Heinz Tovote gestürzt und hat den rechten Arm gebrochen.

Jda R u b i n st e i n, die berühmte und schöne Tänzerin des russischen Balletts, die auch in der deutschen Reichs- Hauptstadt erst kürzlich bei dem russischen Tanzgastspicl als Kleopatra auftrat und die gegenwärtig in Paris gastiert, hat dcn Entschluß gefaßt, zur Tragödie überzugehen. St« zieht sich endgültig vom Ballett zurück, wird den Rest des Sommers der Vorbereitung für ihren neuen Beruf widmen und bereits im Winter vor dem Pariser Publikum als Tragödin debütieren. Wie berichtet wird, hat sie die Auf­gabe übernommen, in Paris die weibliche Haupttolle in d'Annunzios neuem Bühnenmysterium „Das Mar­tyrium des heiligen Sebastian" zu kreieren und dann in Oskar Wildes „Salome" aufzutreten.

Bildende Kunst und Musik.

Von der neuen Ausstellung der Berliner Sezession berichtet m ausführlicher Weise das soeben erschienene August-Heft der Darmstädter Kunstzeitschrift „Deutsche Kunst und Dekoration"; es werden dabei in prächtigen Ton- und Schwarzdruckcn die ve» achtenswertesten Gemälde und Plasttken vorgesührt. Ein weiteres aktuelles Thema ist „Glasmalerei und Mosaikver­glasung". Hierbei werden fast ein halbes Hundert neuer Werke erster Künstler wiedergegeben. Auch die neuesten Arbeiten des Darmstadter Edelschmiedes Professor Ernst Riegel sind in dem Hefte enthalten: Selbstverständlich

bietet es auch beachtenswerte Textbeiträge. Hiervon seien nur die Ausführungen von Wilhelm Michel-München über „Das Elend der Illustration" erwähnt, worin den moderne» Illustratoren der Vorwurf gemacht wird, daß sie die Haupt- tugend des Illustrators, „Das Erzählcnkörmen", nicht be­sitzen und keinen Blick für das Tatsächliche Haben.