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Serie 54« LtenStag, 5« Jult

diese lange Zeit hindurch war und nach Lage der Tinge auch sein mußte. Im Vatikan weiß man selbstver­ständlich. daß die Regierung gerade für die Besetzung des erzbischöflichen- Stuhles von Posen Bürgschaften verlangt, dre so leicht nicht zu geben sein werden, da der neue Erzbischof doch wohl der polnischen Nationali­tät angehören wird, als Pole aber von vornherein in einen Gegensatz zu dem herrschenden System geraten dürfte. Im übrigen darf man einigermaßen neu­gierig daraus sein, wie sich die Polen verhalten wer­den,. wenn die. Festlichkeiten, eine gesellschaftliche Fühlungnahme zwischen der obersten Stelle uitd dem polnischen Element mit sich bringen werden, Was ja schon aus äußeren Gründen nicht vermieden werden kann. In den demokratisch gerichteten polnischen Blättern wurden in letzter Zeit Äußerungen der Be­sorgnis darüber laut, daß gewisse polnische Kreise bei diesem Anlaß eine Annäherung versuchen möchten, uad diese Besorgnisse erhielten einen verschärften Ausdruck, nachdem die polnische Abgeordnetcnhausfraktion für die Erhöhung der Zivilliste gestimmt hatte. Man sieht, cs sind da Strömungen vorhanden, auf die man sein Augenmerk zu richten haben wird. Zunächst begnügen wir uns damit- und es kann auch nichts anderes ge­schehen, auf diese Dinge hinzuwcisen. Irgendetwas wird sich sa ereignen, sei cs auch nur etwas Negatives, was in diesem Falle und bei der Eigentümlichkeit der Verhältnisse schließlich auch etwas Positives sein müßte.

* Hof- und Personal-Nachrichten. Der Kaiser kehrte gestern nach 4 Uhr an Bord derHohenzollern" zurück. Gegen 4 45 Uhr ging dieHohenzollern" mit dem Kaiser an Bord in See. Die Flotte feuerte Salut, die Mannschaften paradierten. DieHohenzollern" wird begleitet von dem kleinen Kreuzer Stettin" und dem DcpeschenbootSleipner". Das Wetter ist schön.

Der Reichskanzler wird am 0. Juli nach Karlsruhe reisen, um sich dort dem Grotzherzog vorzustellen.

DerStaatsanzeiger" schreibt: Freiherr v. Rheinbaben wurde zum Oberpräsidenten der Rheinprovinz ernannt.

Der Unterstaatssekrctär Dr. v. Günther wurde zum Oberpräsidenten von Schlesien ernannt.

* Zum Ministcrwechsel. Einem Berliner Mrttagsblatt

wird geschrieben:Von offiziöser Seite wird behauptet,

der Reichskanzler habe den nationalliberalen Herrn Br. Lerche und den freikonservativen Freihern v. Schorlemer- Lieser dem Kaiser zu Ministern vorgeschlagcn. In Wirk­lichkeit hat der Kaiser sich diese beiden Minister vollständig selbständig ausgesucht. Schorlemcr auf Grund seiner per­sönlichen Bekanntschaft mit ihm und Dr. Leiche in Kiel auf Grund von Empfehlungen der dort um den Kaiser ver­sammelten Mitglieder der Hautefinancc."

* Die arktische Zeppelin-Expedition. Der Dampfer Mainz" hat Kiel verlassen, um sich zunächst nach Bergen zu begeben. Vor der Abreise fand im Schlosse des Prinzen Heinrich eine Konferenz des Arbeitsausschusses statt, bei der es galt, den Namen für die jetzige Expedition, die ja all­gemein als Vorexpedition bezeichnet worden ist, festzustcllen. Man hielt den Ausdruck als verfehlt und nennt sie Studienreise". An der Studienreise selbst nehmen teil: Prinz Heinrich, Graf Zeppelin, Professor Hergesell, Kapitän z. S. Hilmers, der Adjutant v. Knesebeck, Professor Dr. Reich als Arzt und Professor Drhgalski. Außerdem fahren auf dem DampferMainz" bis Spitzbergen als Gäste mit: Graf Zedlitz, Kommerzienrat v. Friedländer-Fuld, Professor Miethe von der Hochschule in Charlottenburg, der photo- chemische Studien machen will, und Geheimrat Lewald. Der DampferMainz" führt zunächst über Bergem nach Tromsoe, um dort mit dem eigentlichen Expeditionsschiff von Spitzbergen ab, demPhönix", zusammenzutrefsen. DerPhönix" ist ein Dampfer, der ursprünglich dem Wal­fischfang diente: er ist aus Holz konstruiert und hat für die Studienreise einige Deckausbautcn bekommen; er ist vor allem mit mehreren Funkcnanlagen ausgerüstet, um sich durch drahtlose Telegraphie verständigen zu können. Der Dampfer ist nur sehr klein, so daß den einzelnen Mitglie­dern während der Studienreise, die auf 2Ve Monate be­rechnet ist, nur ein sehr geringer Raum zur Verfügung steht. Beispielsweise hat Prinz Heinrich nur eine kleine Kabine,

Haupt auf irgendwelche Aufgaben von außerhalb der Sache her allein der dramatischen Dichtung und der Bühnenkunst zu dienen. Es ist kein innerer Grund ersichtlich, der dem widerspräche, außer dem Gesetze der Trägheit. Eben dieses zeigt sich allerdings darin, daß man die Verquickung der Haupttheater-llnterhaltung mit der Zivillistc auch dieses Mal wieder als natürlich Gegebenes hinnahm, noch in voller Kraft wirksam. Wer die Forderungen der Zukunft steht, den darf das nicht entmutigen, den mutz es anfeuern. Wenn jetzt schon ein Hof. wie der englische, ohne Hoftheater aus­kommt. können's die anderen auch. Das Hauvttheater der Zukunft wird in einem Königreich königlich bleiben, aber als Staatsthcater. Es liegt im Interesse des Fürsten wie des Volks und liegt vor allem im Jnieresse der Sache, daß die nur historisch zu begreifende veraltete Einrichtung all­mählich modernisiert werde.

* Die Jagdtrophäen des Grafen von Turin. Aus Florenz wird berichtet: Die Jagdtrophäen, die der Graf von Turin von seiner großen Afrikareise mitgebracht hat, sind bereits in Florenz eingetrosfen und einer chemischen Behandlung unterzogen, die die Erhaltung der Felle, Schädel und Geweihe gewährleistet. Es waren mehr als vierzig Kisten; die Felle und Häute werden im Palazzo Pitti abgeliefert. Unter den Trophäen befinden sich vier prachtvolle Löwenfelle, zahlreiche Antilopenfelle, die Schädel besonders interessanter Tiere, darunter ein stattlicher Ele­fantenschädel und ein Büffelkopf. Der Graf hat nur be­merkenswerte Exemplare gejagt; besonders schön find d'e Exemplare des Strauß und die Haut einer Riesenschlange, sowie die Zebra- und Ftußpferdfclle. Auch ein Okapi und ein Gnu wurden erlegt. Sodann erregen die Felle einer Gorillafamilie besonderes Interesse; .das ausgewachsene Männchen wurde durch einen Lanzenstich getötet, beim Weibchen aber kam es zu einem harten Kampfe. Mehr als 1Y Lanzenstiche wurden nötig, und das Fell zeigt noch die Spuren des aufregenden Kampfes. Die weißen Rhinoze­rosse, die der Graf erbeutet hat, treffen erst in den nächsten

in der nichts mehr als sein Bett, ein Waschtisch und ein kleiner Kleiderschrank stehen. Der Zweck der Studiensahrt ist in erster Linie, die Lusiverhältnisse in den arktischen Regionen festzustellen, um an der Hand der gewonnenen Resultate die Möglichkeit einer Zeppelin-Expedition zu be­urteilen. Aus Bergen, 4. Juli, wird gemeldet: Der DampferMainz" mit den Teilnehmern der Zeppelmschen arktischen Vorexpedition ist hier eingetroffen. Für abends sind Prinz Heinrich von Preußen und Graf Zeppelin zur Tafel bei dem früheren Ministerpräsidenten Michelsen ge­laden; an der Tafel nimmt auch der König Haakon teil.

* Die elsaß-lothringische Persaffungsrcform. Beim Reichskanzler fand eine Besprechung über die elsaß- lothringische Verfassungsreform statt, an der außer dem Reichskanzler der Statthalter Graf Wedel, Staatssekretär Delbrück und Staatssekretär Freiherr Zorn v. Bulach terl- genommen haben. Wie dieStraßburger Post" hört, ist die Pcrfassungsreform jetzt in allen ihren Einzelheiten sest- gelegt, nachdem die elsaß-lothringische Landesregierung und die Reichsregierung sich über alle Punkte geeinigt haben. Die weitere Behandlung der Frage soll möglichst beschleu­nigt werden. In der Wahlrechtsreform dagegen ist durch den Umfall der Landesausschußmehrheit eine ganz neue Lage geschaffen worden, und die Regierungen sind noch nicht zu einem Entschluß gekommen, wie man diese Reform nun­mehr gestalten soll.

* Deutscher Schulschiffverein. Unter den: Vorsitz des Großherzogs von Oldenburg hielt der Deutsche Schulschiss- verein in Travemünde seine außerordentliche Mitglieder­versammlung ab. Profeffor Schilling gab einen kurzen Überblick über das vergangene Jahr, für das die Ein­stellung des zweiten Seglers und die Feier des zehnjährigen Bestehens die wichtigsten Ereignisse wären. Im vergangenen Jahre habe die Zahl der ausgebildeten Zöglinge tausend überstiegen, und was im Interesse der Finanzlage zu­gleich als ein Beweis der steigenden Bedeutung der Tätig­keit in Süddeutschland mit großer Freude begrüßt werden müßte, sei das Anwachsen der Zahl der Mitglieder im ver­gangenen Jahre von 673 auf 722. Kommerzienrat Max v. Guilleaume gab sodann einen Bericht über dis augen­blickliche Finanzlage des Vereins, aus dem zu entnehmen war, daß die wachsenden Anforderungen an die Vereins­tätigkeit die finanzielle Lage immer von neuem anspannen würden. Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung würde voraussichtlich am 15. Oktober in Stuttgart statt­finden.

* 11. Deutscher Kongreß für Volks- und Jugendspiele zu Barmen. Oberbürgermeister Da-. Wilms-Posen hielt die Festrede über Friedrich Ludwig Jahn und die Einführung der Volks- und Jugendspicle durch ihn 1810. Den zweiten Vortrag hielt Sanitätsrat Professor Dr. Schmidt-Bonn über die soziale Fürsorge kür die Schwächlinge an unseren Volksschulen. Mit einem Danke für all-:, die bei dem Kon­greß mitgewirkt haben, wurden die Verhandlungen von: Vorsitzenden geschlossen. Am Nachmittag fanden aus der Radrennbahn Spiele und Turnen der Erwachsenen (Turner, Spiclvcrcine, Frauenabteilungen) statt. Auch Militär­abteilungen von den Infanterie-Regimentern Nr. 16, 39 und 56 nahmen an den Übungen teil. Die, Sportausstellung und Ausstellung für Volkswohlsahrt, Gesundheitspflege und soziale Fürsorge, die mit dem Kongreß verbunden ist, dauert bis zum 10. Juli.

* Maßnahmen gegen die Cholera. DerNeichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung des Reichskanzlers, worin bestimmt wird: Da die Cholera in den am Schwarzen Meer angrenzenden russischen Gouvernements erheblich an Ausdehnung zugenommcn hat, sind die aus russischen Häfen des Schwarzen und Asowschen Meeres nach deutschen Häfen kommenden Schisse und Insassen im Hinblick aus die Gefahr der Choleracinschlcppung bis auf weiteres vor der Zu­lassung zum freien Verkehr ärztlich zu untersuchen.

* Besuch der Brüsseler Weltausstellung durch Arbeiter. Das badische Ministerium des Innern beabsichtigt, mit Hilfe von zur Verfügung stehenden Mitteln einer Anzahl von tüchtigen und fähigen Arbeitern Gelegenheit zum Be­such der Brüsseler Weltausstellung zu geben. Um diese Reise fiir die Arbeiter möglichst gewinnbringend zu ge­stalten, soll sie unter Leitung der Fabrikinspektion stattfinden.

* Der Straßenbahncrstreik in Hamburg ist beigclegt . worden.

Tagen ein. Ein großer Teil der kostbaren Sammlung wird wahrscheinlich dem Zoologischen Museum von Italien über­wiesen werden.

* Allenstein und A. O. Weber. In einer Besprechung des Allenstein-Prozesses, die dieKöln. Ztg." veröffent­licht, wird schließlich auch die Frage gestellt: Was wird der junge Ehemann, der Schriftsteller A. O. Weber, dazu (näm­lich zur Überführung ins Irrenhaus) sagen? Scheidungs- gründe hat er kaum, wenn er sie suchen sollte. Denn er hat seine Frau auf Gedeih und Verderb geheiratet und darf sich nicht beklagen, wenn die Este keinen ganz idyllischen Verlauf nimmt. Sie war von vornherein nicht aus unbe­denklicher Grundlage aufgebaut. Herrn Webers Psyche ist uns auch am Ende des Prozesses rätselhaft geblieben. Nur eine Tatsache ist bekannt geworden, die vielleicht etwas Licht in das Dunkel bringt. Herr Weber hat sie, wie es scheint, der Öffentlichkeit selbst zur Beurteilung unierbreitet. Herr Weber ist nämlich beteiligt an einer Verlagsanstalt, dem neugegründetenWeber-Haus, G. m. b. H." in Berlin. Diese Verlagsanstalt hat kurz vor Beginn des Prozesses den deut­schen Buchhandel imBörsenblatt" durch folgende Anzeige auf sich aufmerksam gemacht:

Bisheriger Absatz über 150 000 Bände!

Geehrter Herr Kollege!

Wir bitten, die nachstehenden satirischen Schriften von A. O. Weber

nicht auf Lager fehlen zu lassen.

Durch seine Heirat mit der im Vorder­grund des Interesses stehenden Frau von Schönebeck, deren Prozeß demnach st in Allen- stein verhandelt wird, wird die Nachfrage nach denWeberschen Satiren andauernd sein.

Wir unterstützen den Antrag durch eine großzügige Reklame und stellen Ihnen somit ein großes Geschäft in Aussicht. Die Weberschen Sattrcn sind keine Eintagsfliegen; täglich iss im Sortiment Rachfrage nach..Litt pointiertes

Abend-ÜtuSgabe, 1« Blatt. Ktr. <>ov»«

* Helgoland hinter der Mauer. Es ist damit begonnen, worden, Helgoland mit einer Mauer zu umgeben, um wei­teren Zerstörungen durch den Wellenschlag vorzubeugen.

VarlameuraHisches.

Die Kommission für die Acichsversich-rungsordnung nahm am Montag die Verhandlungen bei dem wichtigen Abschnitt: Verhältnis zu Ärzten, Zahnärzten, Krankenhäusern und Apotheken" wieder aus.

§ 377 bestimmt, daß diese rechtlichen Beziehungen durch Vertrag geregelt werden, und trifft besondere Bestimmungen für diesen Vertrag. Nachdem ein polnischer Redner sich für die freie Arztwahl ausgesprochen hatte, beinängelte ein Vertreter der Fortschrittüchcn Volkspartei, daß das preußische Ministerium für Medizinalaugelegenyeiten in der Kommission nicht vertreten sei. Der Redner betonte dann die Notwendigkeit der freien Arztwahl, die schon aus sozialpolitischen Gründen gefordert werden müsse. Bon der allergrößten Wichtigkeit für die Heilung des Kranken sei das Vertrauen. Vertrauen aber habe der^ Patient in erster Linie zu dem Arzt seiner Wahl. Staatssekretär Du. Delbrück wies darauf hin, daß der wirtschaftliche Kamps, der von den Ärzten eingcleitct worden sei, einigermaßen überspannt worden sei. Es solle lein Vorwurf sein, wenn er hervoryebc, daß die Ärzte sich ge­werkschaftlich organisiert haben. Wir haben ein Gesetz schaffen wollen, das die bisherige Entwickelung, die auf die freie Arztwahl bindrängt, völlig freilüßt. Es muß aber den besonderen Verhältnisse Rechnung getragen werden. Es muß den Beteiligten überlassen werden, welchen Weg sie einschlagen wollen. Ein nationalliberalcr Redner be­tonte, daß auch seine Partei die freie Arztwahl als Ideal ansehe. Indessen haben sich di- Verhältnisse noch nicht so entwickelt, daß man der freien Arztwahl z u st i m m e n könne. Der Leipziger Verband wolle alle Ärzte unter seine Knute bringen. Die Ärzte sind aber letzten Endes abhängig von der Gunst des Publikums. Da, wo Mißstände ent­standen sind, müssen die Kassen das Recht haben, mit ein­zelnen Ärzten abzuschließen. Der Redner beantragte, dem 8 377 noch hinznzusügen:Hat eine Kasse mehr als tausend Mitglieder, so ist ihnen für jedes angefangene weitere halbe Tausend ein fernerer Arzt zur freien Wahl zur Verfügung zu stellen, soweit die örtlichen Verhältnisse es gestatten."- Ein sozialdemokratischer Redner führte aus, daß d'.e freie Arztwahl sich als undurchführbar erwiesen habe. Den Kassen werden dadurch die Hände völlig gebunden. Wenn die freie Arztwahl das beste System ist, dann wir-d sie sich auch selbst durchsetzen. Ein fortschrittlicher Redner erwiderte, nach dem Gesetz würde ein größerer Prozentsatz der Ärzte zur Untätigkeit verdammt werden. Sie werden nicht bloß brotlos, sondern kommen aus der Praxis völlig heraus und verlernen das Gelernte. Darunter muß die Qualität des Standes leiden. Der Redner beantragte eine Abänderung des 8 377 im Sinne der freien Arztwahl. Der Staatssekretär hob hervor, daß er die freie Arztwahl gar nicht inhibieren wolle. Nur da, wo sie undurchführbar sei oder wo sie Mißstände gezeitigt habe, soll das Kaffen- arztsystem eintreien können. Wie das zu einer Verstaat­lichung des ärztlichen Standes führen könne, sei nickt er­sichtlich. Die freie Arztwahl wird sich selbst durchsetzen. Wird sie jetzt gesetzlich festgesetzt, so muß auch für die Arzte ein Kurier zwang eingeführt werden. Ein Zentrums­mitglied machte den Ärzten zum Vorwurf, daß sie einftitig vorgegangen seien. Den Berufsgenossenschasten gegenüber seien sie nicht so energisch gewesen. Die freie Arztwahl ist eine ideale Forderung. Vorläufig werde aber die Ein­führung viele Schäden bringen. Die Verhandlung wurde bis Dienstag vertagt.

Herr irrrd flotte.

Luftschisf-Kriegsülmngcn. Das MilitärlustschiffM. 3" ist Montagabend 11% Uhr zu einer Fahrt nach Gotha auf­gestiegen. Es sollen bei der Fahrt funkentelegraphische Verbindungen mit särntlichen Stationen des Deutschen Reiches hergestellt und ausprobiert werden, wieweit der Funkenapparat des Luftschiffes reicht. Das Luftschiff ist kriegsmäßig ausgerüstet und wird bei Gotha Übungsfahrten ausführen und dann nach Berlin zurück­kehren. Es handelt sich nicht darum, möglichst schnell nach Gotha zu kommen, der Grund der Fahtt ist lediglich, funkentelegraphische Versuche anzustellen. An Bord des Luftschiffes befinden sich als Führer Major Groß

Vortragsstücken, daher verkaufen sich die Bändchen spielend leicht. Wir empfehlen Ihnen den Bezug zu unseren günstigen Partiesätzen.

Sie riskieren dabei nichts. Hochachtungsvoll

Weber-Haus, G. m. b. H., Berlin NW. 52, Thomasiusstr. 22

Daß der deutsche Buchhandeletwas riskiett", wenn er dieser Aufforderung Folge geben wollte, kann man nur hoffen. Daß aber dasWeber-Haus" durch seine Geschäfts­reklame mit dieser Ehe bei allen anständigen Leuten weit mehrriskiert" als Gut und Geld, darf man als gewiß ansehen.

Theater nnd Literatur.

Im Auftrag der Witwe Detlev v. LiliencronS, der Baronin Anna v. Liliencron, hat Prof. Luksch von der Staatlichen Kunstgewerbeschule in Hamburg ein wert­volles Denkmal für den verewigten Lyriker entworfen und ausgeführt, das am 22. Juli d. I., ein Jahr nach Lilien- crons Tode, auf dem Grabe des Dichters auf dem Friedhof in Alt-Rahlstedt bei Hamburg mit einer entsprechen­den Feierlichkeit enthüllt werden soll.

BiGende Kunst und Musik.

Auf Einladung der Generaldirektion der Brüsseler Weltausstellung gibt Generalmusikdirektor Stein» bach mit dem Gürzcnichchor am 16. und 17. d. M. zwei Konzerte in Brüssel. Der Chor wird aus über 400 Mitwirkenden bestehen.

Eine beachtenswerte Neuerung im Aus. stellungswesen hat das Kaiser-Wilhelms-Museum in Crefeld durchgeführt. Es veranstaltet eins Verkaufs­ausstellung deutscher Künstler von Rang mit dem Grund, satze, daß kein Bild mehr als 900 M. kosten darf, daß Untec- gebote nicht angenommen werden und daß sämtliche Preis« im Katalog vermerkt sind. Die erste derartige Ausstellung i« Lrekeld hat einen großer. Erfolg gehabt,