Nr- 38S. Morgsn-Mu §gabe, 1. Blarr.
Ehrlichen Treiben streunender Hunde, die hier allerwärts die Felder durchstöbern. Die Jäger machen zwar häufig Gebrauch von dem ihnen gesetzlich zustehenden Recht, streunende Hunde zu töten, und die Rechtsprechung neigt in jüngster Zeit bei Klagen der Hundebesitzer zumeist auf die Seite der Jäger. Einzelne Gemeinden haben auch orts- polizeiliche Verbote erlassen gegen das Freilaufenlaffen der Hunde im Feld, weil in den Weinbergen und Tabaksfeldern durch Abreißen von Trieben viel Schaden entsteht. Aber man ist sich nicht klar darüber, daß die Hunde, welche die Landwirte so gerne mit aufs Feld nehmen, dem Landwirt die besten Freunde, die insektenfressenden Erdbrüter und Erdsänger vertreiben, indem sie die Gelege stören und aus- raüben. Dem so beliebten mäuse- und hasenseindlichen Schnauzer schmecken junge Vögel so gut wie der Katze. Man braucht die insektenfressenden Vögel, welche auf der Erde oder ganz nahe der Erde in Sträuchern brüten, nur aufzuzählen, um sich ausrechnen zu können, wie die streunenden Hunde auch für den Vogelschutz ins Auge gefaßt werden müssen. In die genannten Vogelkategoricn gehören: Der Steinschmätzer, das Braunkehlchen, das Schwarzkehlchen, der Waldlau'bsänger, die Heckenbraunelle, der Buschheuschreckensänger, der Zaunkönig, die Schasstclze, der Brach- siieper, die Feldlerche, die Haubenlerche, die Grauammer, die Goldammer, die Zippammer, die Gartenammer, der Bluthänfling oder Siockfink, der Winzer, die immer seltener werdende Wachtel, das Rebhuhn, die Zwergtrappe, der Flußregeupfeifer, die Wiesenralle oder der Wachtelkönig -lud der Kiebitz. Die Zusammenstellung verdankt Schreiber dieser Zeilen der Königl. Obst- und Weinbauschulc zu Neustadt a. d. Haardi. Für alle diese unbedingt nützlichen Vogelarten haben Nistkastenanlagen keinen Wert. Um zur Vermehrung dieser Jnscktenvertilger beizutragen, ist vor allent ein Verbot gegen das Freilausenlassen der Hunde aus dem Felde eine dringende Notwendigkeit. Es muß deshalb in den weinbautr erben den Gegenden und auch anderwärts empfohlen werden, geeignete ortspolizeiliche Vorschriften gegen das Streunenlassen der Hunde zum Erlaß zu bringen. Der einsichtige Landwirt wird von Anfang April bis Ende August seinen Hund zu Hause lassen. Wenn er das nicht tut, schadet er am meisten sich selber. Die Übcrhandnahme schädlicher Insekten ist die Rache für seinen Fehler. Die Pfälzer Weinbauern empfinden dies seit Jahren schmerzlich.
Letzte Inch eichten.
Der türkische Boykott gegen Griechenland.
Konstantinopel, 24. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Der Boykott gegen die Griechen wird auf das strengste gehand- yabt. Mehrere griechische Kaufleute wurden gezwungen, ihre Läden zu schließen. Das Boykottkomitee beabsichtigt, den Boykott bis zur definitiven, für die Türkei günstigen Lösung der Kretafrage fortzusetzen. Zahlreiche Wechsel griechischer Kaufleute wurden nicht eingelöst.
Bauernunruhen in Rußland.
ho. London, 24. Juni, Die „Times" meldet aus Rußland, daß seit einigen Wochen unter den russischen Bauern eine große Erregung herrsche und daß in den letzten Tagen auch zahlreiche Güter von Edelleuten zerstört wurden. So oerschontcn sie auch nicht die Besitzung des Grasen Tolstoi, wo sic allerlei Ausschreitungen verübten und Pferde mit sich fortsührten.
Ein Flicgcrunsall.
Mannheim, 24. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Auf dem hiesigen Flugplatz machten heute früh die Aviatiker Zu ist und Schlegel Flugversuche. Hierbei wurde der Apparat vollständig zerstört. Die beiden Flieger kamen mit leichten Verletzungen davon, während der hinzueilende Monteur Büchner schwer verletzt wurde.
Mit 1109» M. verschwunden.
Berlin, 24. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Der 19jäh- rige Bantlehrling Wernicke aus Charlottenburg, der seit mehreren Jahren in einem Bankgeschäft der Louis-Ferdi- nand-Straße tätig war, ist mit 11009 M. verschwunden. Nach einem bei den Eltern eingegangenen Brief ist er nach Leipzig gefahren, um sich das Leben zu nehmen.
Eine ganze Familie ermordet.
Breslau, 24. Juni. (Eigener Drahtbericht.) In Wozniewsk in Russisch-Polen wurde der Handelsmann Baikal, seine Frau und seine fünf Kinder mit gespaltenem Schädel und in unbeschreiblicher Weise verstümmelt in ihrer Wohnung aufgesunden. Von den Mördern fehlt jede Spur.
Die Cholera.
London, 24. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Die „Daily Mail" meldet aus Taganrog, daß in den drei letzten Tagen in Rostow, Gouvernement Jekaterinoflaw, täglich gegen 300 Personen an Cholera erkrankt sind und ein sehr starker Prozentsatz gestorben ist. Die Bevölkerung flieht aus der Stadt.
Giftmord eines Arztes.
hfl. Petersburg, 24. Juni. In Minsk wurde unter der Anklage des Giftmordes ein Dir. Rawitsch verhaftet. Er hatte vor einigen Jahren zugunsten eines gewissen Raitmann eine Versicherung von 50 000 M. abgeschlossen und die Prämie regelmäßig entrichtet. Unlängst gab Rawitsch einen seiner Patienten für Raitmann aus und vergiftete ihn, um die Versicherungssumme für Raitmann zu erschwindeln. Die Versicherung bezweifelte jedoch die Richtigkeit der Angaben und stellte Erhebungen an, die ergaben, daß Raitmann sich der besten Gesundheit erfreue md in Wiiebsk lebt.
Eine Eisenbahnkatastrophe.
Mexiko, 24. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Ein Eisen- öahnunfall, wobei 37 Personen getötet oder verletzt wurden, ereignete sich aus der Linie nach Manzanillo bei einem Militärzug dadurch, daß auf einem steilen Abhang vier Wagen sich von den anderen loslösten, herunterfielen und zertrümmerten. Unter den Toten befinden sich 5 Offiziere mit Familien.
Fabrikbrand.
Worms, 24. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Seit heute «nttagZtebt die Damvfpappfabrik Zollhaus zwischen Weinsheim
ZMesdaoerrer GagMatr. Samstag, 23. Junr 1910. c«te s.
und Kleinniedesheim in Flammen. Die große Fabrik und das umfangreiche Lager sind vollständig abgebrannt. Das von der Fabrik etwas entfernt gelegene Wohngebäude ist bisher unversehrt geblieben, doch ist es stark gefährdet. Die Entstehungsursache des Feuers ist noch unbekannt.
vvb. Kiel, 24. Juni. Der Kaiser nahm an Bord des „Meteor" an der heutigen Wettfahrt des „Kaiserlichen Jachtklubs" in der Kieler Föhrde teil.
wb. Potsdam, 24. Juni. Die Kaiserin und das Prinzenpaar August Wilhelm sind heute vormittag gegen 10 Uhr auf der Station Wilpark ringetroffen. Die Kaiserin begab sich nach dem Neuen Palais, das Prinzenpaar nach der Villa Liegnitz.
md. Lindau, 24. Juni. Die städtischen Kollegien beschlossen, wie das „Lindaue: Tagblatt" meldet, dem Münchener Maler Zeno D i e m e r das Bild in Auftrag zu geben, welches die Fahrt der Reichstags Mitglieder mir dem „Z. 3" am 4. September 1909 darstellt. Das Bild soll dem Reichstag zum Geschenk gemacht werden.
Wien, 24. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Das Abge- ordnerenhaus nahm den Staatsvoranschlag für 1910 in dritter Lesung am
*
wb. Aachen, 24. Juni. Im Stollberg-Atscher- w a l d wurde gestern abend eine offenbar dem Arbeiterstande ungehörige Frau sterbend aufgefunden: Sie verschied kurze
Zeit darauf. Vermutlich liegt ein Mord vor.
Irtzte HanSets« n chi-ichtr»>
Berliner Börsenbericht.
Berlin, 24. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Im heutigen Börsenverkehr trat ein erheblicher Rückgang hervor. Infolge dessen wurde der Kursstand durch andauernde Realisierungen zum Ultimo in umfassenderer und meist stärkerer Weise benachteiligt, als an den vorhergegangenen Lägen. Einen erheblichen Rückaang erfuhren Camilla, und zwar von 2 Proz. Auch Warschau-Wiener setzten erheblich niedriger ein, erholten sich aber water etwas. Am Montanmarkt beliefen sich die Kurs- ermäßigunaen auf weniger als 1 Proz. In einem noch geringeren Grads gaben Banken nach. Österreichische Werte wenig verändert. Russen zeigten günstigere Gestaltung. Der „Iran Monger"-Bericht über den amerikanischen Eisenmarkt war nicht geeignet, die Stimmung am Wontanmarkt zu verbessern. Tägliches Geld 8 Proz., Ultimogeld 5(4 Proz. In der zweiten Börsenstunde gaben Bahnen empfindlich nach, und zwar stellten sie sich 2(4 Proz. niedriger. In dritter Börsenstunde lustlos, Montanwerts weiter abbröckelnd. Jndustriewerte des Kassamarktes bei kleinen Umsätzen vorwiegend schwächer. Pribat- diskont 3(4 Proz.
Schiffs-Nachrichten.
Deutsche Ostafrika-Linie. Bureau: 2. Nettenmaper,
Nikolasstraße 3. F 328
Reichspostdampfer „Prinzessin", Kapitän Stahl, von Hamburg nach Südafrika, 22. Juni ab Southampton. „Admiral", Kapitän Kley, van Südafrika nach Hamburg, 22. Juni ab Neapel. „Feldmarschall", Kapitän Weißkam, von Südafrika nach Hamburg, 28. Juni an Antwerpen. „Prinzregent", Kapitän Gauhe, von Südafrika nach Hamburg, 22. Juni ab Mozambique. „Bürgermeister", Kapitän Fiedler, von Hamburg nach Südafrika, 22. Juni ab Mozambique. „Kronprinz", Kapitän Pohlenz, zurzeit in Hamburg. „Herzog", Kapitän Mühlbauer, von Ostafrika nach Hamburg, 16. Juni ab Neapel. „König", Kapitän Völkertsen, von Hamburg nach Ostafrika, 19. Juni ab Aden, „Gertrud Woermann", Kapitän Pens, von Hamburg nach Südafrika, 20. Juni ab Neapel. „Adolph Woermann", Kapitän Doherr, von Hamburg nach Südafrika, 22. Juni ab Swakopmund. „Windhuk", Kapitän Meyer, von Südafrika nach Hamburg, 21, Juni ab Capstadt. „Auswald", Kapitän Matzen, von Hamburg nach Südafrika, 20. Juni an Daressalam. „Tiberun". Kapitän Sanders, von Hamburg nach Südafrika, 6. Juni Dover passiert. „Khalif", Kapitän Breuer, von Hamburg nach Südafrika, 20. Juni an Emden. „Khedive", Kapitän Scharfe, von Südafrika nach Hamburg, 18. Juni ab Dakar.
Red Star Line. Alleiniger Agent in Wiesbaden W. Bickel, Langgasse 20. F 327
Bewegung der Dampfer: „Finland" am 14. Juni in Antwerpen von New Vork angekommen. „Marquette" am 16. Juni von Antwerpen nach Boston und Philadelphia abgcgangen. „Finland" am 18. Juni von Antwerpen nach New Uork abgegangen. „Lapland" am 18. Juni von New Uork nach Antwerpen abgegangen. „Menominee" am 18. Juni in Philadelphia von Antwerpen angekommen. „Maryland" am 19. Juni in Antwerpen von Baltimore angekommen. „Mobile" am 20. Juni van Baltimore nach Antwerpen abgegangen. „Vaderland" am 21. Juni in Antwerpen von New Uork angekommen. „Manitou" am 22. Juni in Antwerpen von Boston und Philadelphia angekommen. „Kroonland" am 23. Juni in New Bork von Antwerpen angekommen. In Antwerpen erwartet: „Lapland" gegen 26. Juni von New Uork via Dover. „Mobile" gegen 5. Juli von Baltimore via London. „Menominee" gegen 6. Juli von Boston und Philadelphia.
Rheindampfschiffahrt kölnische und Düsseldorfer Gesellschaft.
Abfahrten von Biebrich morgens 6.20, 8.30, 9.25 (Schnellfahrt „Borussia" und „Auguste-Viktoria"), 9.50 (Schnellfahrt „Barbarossa" und „Elsa"). 10.20, 11.20 l Schnellfahrt „Deutscher Kaiser" und „Wilhelm Kaiser und König"), 12.50 bis Cöln. Mittags 1.30 (Güterschiff) bis Coblenz, 2.30 (nur Sonn- und Feiertags) bis Coblenz, 3.20 (nur lsonn- und Feiertags) bis Aßmannshausen. 4.20 bis Andernach. Abends 6.20 bis Bingen. Gepäckwagen von Wiesbaden nach Biebrich morgens 7.30 Uhr. Billette und Auskunft in Wiesbaden bei dem Agent W. Bickel. Langgasse 20. Telephon 2864. F827
Biebrich-Mainzer Tampfschiffabrl.
(August Waldmann, Biebrich., F329
Im Anschluß an die Wiesbadener Straßenbahnen.
Von Biebrich nach Mainz ab Schloß 9*, 108. 11, 128, 1, 2, 8, 8.308, 4 , 5 , 5.308 , 6, 7, 8, 8.301, 8.45*; von Mainz nach Biebrich ab Stadthalle: 9*, 10, 118, 12, 18, 2, 3. 3.308, 4, 5. 5.308, 6. 7, 8, 8.301, 8.45*, ab Kaiserstraße-Hauptbahnhof
7 Minuten später. * Sonn- und Feiertags. 8 nur bei schönem Wetter. 1 Werktags ab 1. Juni. Bei ganz gutem Wetter nachmittags eventuell halbstündlich. Wochentags bei ungünstigem Wetter erst ab 2 Uhr.
Einsendungen aus dem Leserkreise.
plus Rücksendung oder Aiisbrwahrung der UN» für diese Rubrik zugehenden, nicht »erwendelen Euiiendunacn kan» sich die Nedaltion nicht ctiuafien.)
est sa force — und man verteidigt ihn manchmal, wie man da? schwache Weib verteidigt. Aber wenn diese Verteidiger wirkliche Freunde der Humanität und einer progressiven Zivilisation wären, so würden sie auf Seite desjenigen Deutschlands sein, welches der Welt die Reformation gegeben bat, eine Bewegung, die uns eine schönere Zivilisation gebracht. Deutschland, welches, wie Guizot sagt, die Idee der persönlichen Freiheit nach Europa brachte, hat durch die Reformation mehr für den Fortschritt getan, wie selbst Renan zugibt, als die französische Philosophie oder die französische Revolution. Der wichtigen Bewegung verdanken wir in der Tat die Aufklärung und die Zivilisation unseres Zeitalters. Eine neue Ära in der Literatur, Wissenschaft und Äunst, sowie im politischen und sozialen Leben begann mit ihr. Sie rüttelte Nationen aus der politischen Lethargie, verscheuchte die moralische Dunkelheit und zerstörte die geistige Tyrannei, welche das freie Denken nicht erlauben wollte und den Forschungen der Wissenschaft jedes Hindernis in den Weg setzte. Was war das Schicksal der Männer der Wissenschaft in früheren Zeiten? Wie erging es z. B. Copernikus, weil er glaubte, die Erde bewege sich um die Sonne und Galileo, weil er das System des Copernikus verteidigte? Wie denunzierte man Columbus und legte ihn in Ketten, weil ein Kontinent existiert, den wir Amerika nennen, und wie grausam behandelte man Salomo de Caus, den man ins Irrenhaus schickte, wo er starb, weil der Dampf als Bewegungskraft benutzt werden kann. Heute sind wir besser daran, und es ist immer noch Deutschland, welches auf dem geistigen Gebiete die drößte Kühnheit zeigt. Die Deutschen, als Kämpfer für eine edlere Humanität und ein verbessertes gesellschaftliches Leben, bleiben ein wichtiges Element zur Förderung moderner Kulturtendenzen, und Recht, Wahrheit und Freiheit sind die Zauberworte, womit die Germanen der kulturhistorischen Entwickelung der Nationen vorangehen. Daß. die päpstlichen Auslastungen einewtieferen Eindruck auf die gebildeten und aufgeklärten Katholiken Deutschlands gemacht haben können ist zu bezweifeln und wie diese Auslassungen auch aufgefaßt werden mögen, die beste Übersetzung derselben dürfte wohl die sein, daß man sich über dieselbe hinwegseht und dann ruhig fortfährt, gegen Fanatismus und Unwissenheit, die großen Feinde der Wahrheit, zu kämpfen. Ob man in offiziellen Kreisen nicht auch dieser Meinung ist? I. C. O.
* Zu dem jüngst in einem Feuilleton angeregten Kapitel „Rücksichtslosigkeiten auf der Reise" ließe sich noch recht viel hinzufügen, und zwar vieles, was weit mehr als das von der Verfasserin Angeführte eine wirkliche Rücksichtslosigkeit gegen die Mitreisenden involviert. Wenn sich die Verfasserin in ihrem feinen „ästhetischen Empfinden" aber schon durch ein graufarbenes Jägerhemd beleidigt fühlt, so können wir der Dame nur empfehlen, ihre Reisen in Zukunft nur in 1. Klasse zurückzulegen, in welcher sie von diesem Anblick voraussichtlich verschont bleibt. Denn alle Touristen, nicht bloß der „Oberlehrer mit der Troddel", sondern auch viele Geheime Räte, ja selbst Offiziere, soweit sie dem fröhlichen Wandersport huldigen, müssen dagegen Protest einlegen, daß sie auch noch auf der Reise die Qual der steifgestärkten Leinenwäsche auf sich nehmen sollen, dieweil jede Ausdünstung hemmend, so über- aus gesundheitswidrig '.st. Schwärmen wir auch nicht gerade für die „Troddel", die sich ja auch durch anderes ersetzen läßt, so sind doch poröse luftdurchlässige Stoffe und ein möglichst knapp gehaltenes Reisegepäck für jeden Touristen das erste und unerläßlichste Erfordernis, wenn er zu einem Genuß kommen soll. Sollen wir der Damenwelt zu Liebe, die es sich mit ihren luftigen, oft nu.r zu durchsichtigen Blusen so bequem macht, während wir in unserer, durch hie Mode einmal geheiligten so schweren Bekleidung — denn ein Herr in Hemdärmeln würde für die Damen sicher erst noch ein Greuel sein — zu einem dauernden Märtyrium verurteilt sind, sollen wir es uns nicht wenigstens auf der Reise einmal leicht machen und der Gesundheit den schuldigen Tribut zahlen dürfen? Schreiber dieses ist ein großer Freund jeder Art von Hautpflege, durch Wasser- und Luftbäder und die skrupulöseste Reinlichkeit, aber ein geschworener Feind dieser Art von Prüderie, wie sie die betreffende Autorin zeigte. Or. S.
Familien-Nachrichten.
Ktandeskrml Wresbadeir.
»Rathaus. Zimmer Nr 30; geöffnet an Wochentagen von S bis tyrt ttffl VftV EhM fchlietzungen nur Dienstags. Donnerstags und SamStagS.)
Geburten:
15. Juni dem Taglöhner Karl Stamm e. S.. August Ludwig.
16 . dem Schlossergehilfen Adam Bernhardt e. S., Kurt,
17. ,. dem Pfarrer Karl Hofmann e. T„ Eva Christine Luise,
18. „ dem Schlossergehilfen Loh. Rösinger e. T„ Henriette.
18. „ dem Schutzmann Karl Carrier e. S., Karl Kurt
Walter.
19. ,. dem Herrnschneider Karl Trapp e. T.. Margarete.
19. .. dem Kellner Johann Dusel e. T„ Loni Elisabethe.
20. „ dem Kupferputzer Christian Friedrich Bitzer e. T..
Frida Anna.
21. dem Bauarbeiter Georg Friedrich Schmeuher e. T..
- Katharina Theodora Mina.
22. - „ dem Amtsrichter Wilhelm Kilian «. T„ Susette
Lucrezia.
Aufgebote:
Buchhalter Anton Joseph Landkammer hier mit Luise Johann» Dommershausen in Coblenz.
Kaufmann Ernst Happ mit Goldine Steinberg hrer.
Schlosser Heinrich Becht mit Margarete Sauer hier. Taglöhner PH. Wilh. Diefenbach in Mainz mit Elisabeth Groß daselbst. . .
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Installateur Konrad Kraft mit Anna Jene hier. Spezereihändler Job. .Hurtler mit Katharina Borngasser hrer. Kaufmann David Still mit Rudi Still hier.
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* Die Borrornäus-Enzhklika fährt fort die öffentliche Aufmerksamkeit Deutschlands in Anspruch zu nehmen und in der Presse erörtert zu werden. Insofern ihr Inhalt eine Beleidigung gegen die Protestanten enthält und geeignet ist, Len konfessionellen Frieden in Deutschland zu stören, sind diese Erörterungen vollkommen gerechtfertigt. Daß die Auslassungen des Papstes aber imstande wären, die für die Menschheit so wichtigen Folgen der Reformation herabzusetzen, darf man bezweifeln. Die aufgeklärte Welt sieht das Papsttum mit ganz anderen Augen an, wie einst zuvor, und diejenigen, welche heute die Übergriffe des Vatikans verteidigen, vergeuden ihre Energie in der Apotheosis eines verderblichen Systems der Intoleranz. Le pape est comme une fexnme — sa. faibles.se
Dir MorgeioAusgabr umfaßt 14 Kritr«
und die Vcrlagsbeilage „Der Roman".
Heilung: SS. Schulle vom Brühl.
Verantwortlicher Redakteur sürPolitik u. Handel- I. B.: W. Schulte vom Brühl, Sonnenbcrg: nir Feuilleton: W. Schulte vom Brühl, Sonnenderg; für Wiesbadener Nachrichten: C. Rötherdt: sür Nallauische Nachrichten, An« derUmaednng und «erichlslaal: H. Diesenbach; sür Vermöchte«, Svort und Brieskakteut C. L o«a cker; sür die Anzeigen u. Reklamen: H. Dor nauf; sämtlich in Wiesbaden.
Druck und Bcrlag der L. Schellenbergschen Hof-Buchdruckerci in MeLbaden.
Sorcchltuude der Redaktion: 12 di» 1 Ult
