Einzelbild herunterladen
 

Skr. 251

Morgen-Aus gab e, 1. Blatt.

WiesLmvsrrsN GagvtaN.

Freitag, 3. Juni 1910.

Seite 5,

Umkreis abspcrrte. Fast Fu gleicher Zeit waren mehrere Offiziere und Mannschaften des Husaren-Regiments ».ingetroffen, die den Schlupfwinkel der Bestie schutz- jereit umstellten. Bon dem Dache des Hintergebäudes der Pulsschen Wirtschaft hatte man dem Tiere inzwi­schen die Schlinge eines starken Taues über den Kopf werfen können, und als dasTier sich durch einenSprung befreien wollte, zog sich die Schlinge zu. die Bestie war kampfunfähig gemacht und konnte in wenigen Augen­blicken gefesselt werden. Von Angestellten des Zirkus wurde der dreijährige Löwe in einem herbeigeholten Käfig alsbald zurücktransportiert und die nach Huii- verten zählende Menschenmenge zerstreute sich. Gleich­zeitig mit dem Löwin war auch eine Löwin ausge- brochen, die sich mit zwei jungen Löwen aus der Wiese am Irrgarten niedergelassen hatte, wo sie sich mit den fungen Tieren spielend vergnügte. Diese drei Tiere wurden von Angestellten des Zirkus mühelos wieder ein gefangen. In der Stadt bildete der Ausbruch des Löwen Pascha, dessen Wert auf 3000 Mark angegeben wird, das allgemeine Gespräch.

* Ein Schwindel-Manöver. In der letzten Zeit wurde im rheinisch-westfälischen Industriegebiet eine äußerst starke Abwanderung . polnischer Berg­arbeiter nach Frankreich konstatiert. Ter polnische Fürst Czartoryski hatte für seine im Departe­ment Pas de Calais gelegene Kohlenmine mehrere hundert polnische Bergarbeiter anwerben lassen. Diese Anwerbung benutzten nun Schwindler, um anderen polnischen Bergleuten die Adresse des Werbe-Bureaus gegen Summen bis zu 25 M. zu verkaufen. Hunderte von polnischen Bergleuten zogen infolgedessen mit diesen von den Schwindlern erkauften Adressen mit ihren Familien nach Frankreich, so daß eine große Anzahl von Wohnungen im Industriegebiet in der letz- ien Zeit leer standen. Tie Königliche Polizei läßt setzt ifttic öffentliche Warnung verbreiten, daß es sich abge­sehen von der ursprünglichen Adresse des Grafen Czartoryski um ein Schwindel-Manöver handelt. Tie in der letzten Zeit nach Frankreich gereisten Berg­arbeiter sind dort, da Arbeit für sie nicht zu finden war, dem größten Elend verfallen und kehren gänz­lich mittellos nach Deutschland zurück. Einen wie großen Umfang die Schwindelei angenommen hatte, geht daraus hervor, daß den Grubenarbeitern von den Schwindlern erzählt worden war. in Frankreich Wur­zen mehrere tausend Bergleute man sprach von fünftausend gebraucht. In Bochu m sollen vor­gestern zwei Sonderzüge für den Transport von Berg­arbeitern aus dem Industriegebiet mit ihren Familien bereit gestanden haben. Eine Untersuchung ist ein ge­leitet. Die Affäre erregt das a r ö ß t e Aufsehen.

* Der gute Ton in der Marine. Die in den letzten Tagen wiederholt kritisch besprochenen gesellschaftlichen Zurücksetzungen der Marine - Ingenieure gegenüber den S e e - O s f i z i e r e n werden vonKärtchen" in derJugend" durch folgendeFingerzeige für die Ärzte, Ingenieure und Zahlmeister der Marine" glossiert:

§ i. Der Arzt, Ingenieur und Zahlmeister gilt, da er zwei Beine hat und lebendige Junge zur Welt bringt, als .Mensch. Ist er stubenrein, sogar als Mensch zweiter 'Garnitur. §2. Zeichnet ein Offizier ihn durch eine 'Anrede oder Erwiderung seines Grußes aus, so hat das zu seinen schönsten Erinnerungen zu zählen. Den poetisch Be­gabten ist cs gestattet, den weihevollen Moment in einem Gedicht zu verherrlichen. § 3. Wcihnachtsferien und Bord­gottesdienste finden gemeinschaftlich statt in der Form, daß der liebe Gott zuerst die Gebete der Offiziere erhört. Ärzte, Ingenieure und Zahlmeister haben in das Vaterunser die Bitte einzufügen:Und bewahre uns vor Hochmut und

Selbstüberhebung." § 4. Die Btr. ing.s haben die Herren Scckadetten mitHerr Professor" anzureden. 8 S. Die Weiber der Ingenieure, Ärzre und Zahlmeister dürfen keine eleganteren und teureren Hüte und Unterröcke tragen als die Damen der Offiziere. § 6. Im Auslande atmet die ge­samte Schisfsbcsatzung jenen schönen, kameradschaft­lichen Geist, um den uns alle Armeen der Welt beneiden.

* Eine Gerichtsbestellung ins Jenseits. Von einem eigenartigen Gerichtskuriosum berichtet derB. L.-A.". In einem Prozeß, der zurzeit in Theaterkreiscn der Reichs- Hauptstadt spielt, war von dem Landgericht 1 die Frage zu entscheiden, ob das Renommee eines Stückes, das für Berlin bereits angenommen ist, darunter leidet, daß das Werk vor der Berliner Erstaufführung in einer Provinz­stadt Deutschlands in Szene geht. Die Parteien stritten hin und her und schließlich einigte man sich dahin, daß ein Sachverständiger entscheiden sollte. Die Benennung über­ließ man dem Gericht und dieses bestellte promptden Vühnenschriststeller Adolf l'Arronge" als Gutachter. Es steht zu befürchten, daß l'Arronge am Erscheinen verhin­dert sein wird, denn er ist bekanntlich vor zwei Jahren ge­storben.

Kleine ©IjrottUt-

Bi er zehn Todesstürze von der P'ianener Friedrich- August-Brücke. Der 20jährige Buchbinder Kühn aus Leip­zig stürzte sich aus unbekannten Gründen von der Friedrich- August-Brücke. Er war sofort tot. Dies ist demVogtländ. Anzeiger" zufolge der vierzehnte Selbstmord, der durch Springen von der Brücke seit deren vierjährigem Bestehen verübt worden ist.

Vier jüdische Händler erschlagen. In dem rumänischen Orte Tirnovicc in der Nähe der russischen Grenze fanden grobe Ausschreitungen gegen jüdische Händler statt, die auf dem Kirchweihmarkte ihre Waren seilboten. Gegen Abend fing das Publikum an, die Händler auszuranben. Die Juden setzten sich zur Wehr und cs kam zu einer wüsten Schlägerei, in deren Verlauf vier Juden getötet nnd 21 verwundet wur­den. Die Polizei schritt ein und nahm die Täter fest.

Ein Raubmord. In einem Dorf bei Ninove (Belgien) wurde ein 18jähriges Mädchen, das allein das Haus hütete, während die Angehörigen zu einer Kirmeß gegangen waren, überfallen und erdrosselt. Der Mörder raubte Geld und Wertsachen.

Große Uwerschlagungen eines Museumsdirektors. Großes und peinliches Aufsehen erregt in Kopenhagen die Nachricht von umfangreichen Veruntreuungen, deren sich Dir. Möllernd, der Direktor des chronologischen Museums.

des National-Historischen Museums und des Museums im Schlosse Rosenborg zu Kopenhagen, schuldig gernacht hat. Die Höhe der unterschlagenen Beträge beziffert sich im ganzen aus etwa 60 666 Kronen.

Ein MMonärssohn entlausen. In New Britain ent­deckte die Polizei den 16jährigen Enkel des bekannten ameri­kanischen Milliardärs Iah Gould, der sich vor einigen Tagen aus seiner Schule in Pornfert entfernt hatte und ca. 100 Meilen zu Fuß umhergeirrt war. Er hatte noch 75 Centas in der Tasche. Aus Veranlassung seines Vaters wurde ihm ein Automobil gelaust, mit welchem er nach New Uork zurückkehren wird.

Der Petersburger Giftmord. Die Petersburger Blätter behaupten, daß bei der Vergiftung Bnturlins, des einzigen Sohnes des Generals Buturlin, sowohl Dr. Pantschenko als auch der Schwager Bnturlins der Teilnahme an dem Mord überführt seien. Pantschenko soll leugnen, daß er Buturlin ermordet habe, doch soll eine Haussuchung bei ihm Briese vom Schwager des Ermordeten zutage gefördert haben, aus denen unzweifelhaft hervorgeht, daß Pantschenko den jungen Buturlin im Auftrag des Schwagers vergif­tet hat.

Gefährliche Räuber. In der oberschlesischen Ortschaft Dmob drangen zwei unbekannte Männer in die Wohnung des Viehhändlers Kolibraiy. Sie verlangten von der allein anwesenden Frau mit vorgehaltenem Revolver alles Geld, was sie habe. Die Frau gab ihnen 60 M. Darauf begossen sie dieselbe mit Spiritus und- drohten, sie anzuzünden. Die zu Tode erschrockene Frau gab den Räubern weitere 1500 Mark, worauf diese unerkannt entkamen.

Der Broollyner Schwäbische Sängerbund trat auf einem Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie mit einem starken Sängerchor und zahlreichen Angehörigen eine längere Reise nach Deutschland an, vor allem wird die engere schwäbische Heimat besucht.

Ern Ojähriger Brandstifter. In Seppenseld in Mittel- franken wurde ein Ojähriger Bauernjunge festgenommen, welcher eingestand, eine Reihe von Brandstiftungen began­gen zu haben.

Aetzte Nachrichten.

Eine Erhöhung der Zivilliste des Königs von Preußen!

** Berlin, 2. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Wie be­reits gemeldet, hielten die Fraktionen des Abgeordneten­hauses im Laufe des heutigen Vormittags vertrauliche Sitzungen ab, bei denen es sich um eine Besprechung über die Erhöhung der königlichen Zivilliste handelt. Die Notwendigkeit der Erhöhung der Zivilliste wird begründet mit der inzwischen erfolgten Erhöhung aller Beamtengehälter, die sich nun auch auf die Hof- beamten erstrecken soll, was die Zivilliste um fast % Millionen Mark jährlich mehr belasten würde. Die Be­gründung weist ferner auf die notwendige Erhöhung der Apanage für die verheirateten Prinzen, auf die wach­senden Ausgaben der Krone für allgemeine Zwecke, beispiels­weise für die Königlichen Theater usw., hin. Bei der jetzt angeregten Erhöhung soll es sich um 3 b i s 4 Millionen Mark jährlich handeln. Nach dem Er­gebnis der heutigen Fraktionsverhandlungen hätten sich, so viel man hört, alle bürgerlichen Parteien zu stimmend geäußert. Erst heute abend wird eine Konferenz der Partei­vorsitzenden mit dem Reichskanzler und dem Ministerpräsi­denten stattsinden. Schon in den nächsten Tagen soll dem Landtag die Vorlage zugehen, die dann schon im Laufe der nächsten Woche verabschiedet werden soll. Die Zivllliste be­trägt gegenwärtig 15 719 296 M.

Das Befinden des Kaisers.

ftä. Berlin, 2. Juni. Der Kaiser machte heute vor­mittag in Begleitung eines Adjutanten einen Spaziergang im Park von Sanssouci. Die Heilung des Furunkels schreitet fort, so daß die Arzte daran denken, den Verband am Montag abzunehmen. Heute hat noch eine Unter­suchung der Wunde stattgefunden. Ein chirurgischer Eingriff wird jedoch nicht mehr für nötig erachtet. Der Kaiser ist bei allerbester Stimmung.

Die Reichsversichemngsordmmg im Ausschuß.

Berlin, 2. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Der Aus­schuß für die Re i ch s v ers icher un g so r d n u n g lehnte den sozialdemokratischen Antrag auf direkte Wahl der Versicherungsvertreter ab und nahm einen Zentrumsantrag an, nach welchem die Wahl von den Vorstandsmitgliedern der Krankenkassen vollzogen werden soll.

Zum Untergang derPluviose".

Calais, 2. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Heute wur­den die drei letzten Ketten an dem gesunkenen Untersee­bootPluviose" befestigt. Wenn alles gut geht, dürste bei nächster Flut der Versuch gemacht werden, das Boot zu heben.

Die Vergeltung.

Deutsch-Otli, 2 Juni. (Eigener Drahtbericht,) Ein Italiener stach seiner Frau, die während seiner Krankheit ein Liebesverhältnis angeknüpft harte, auf einem Spaziergang mit einem Taschenmesser beide Augen aus.

Die Giftmord-Affäre Butulin.

. Petersburg, 2. Juni. Wie die Morgenblätter melden, stehen weitere Verhaftungen in der Giftmord-Affäre Butulin bevor. Es ist jetzt erwiesen, daß Dr. Patschenko jedem Selbstmord-Kandidaten für ein Honorar von 25 Rubel Gift verschrieb. Seine Telegramm - Chiffre - Korrespondenz mit O'Brien-Ljaffy beweist, daß ein Giftmord an Leutnant Butulin verübt worden ist.

Amsterdam, 2. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Die Königin begab sich gestern in Begleitung des Prinzge mahls zur Werft der Niederländischen Schiffst augcsell- schaft und taufte dort ein neues Schiss, das größte, weiches bisher in Holland erbaut wurde, auf den NamenP r i n - zessin Julian a". Abends wohnle die königliche Familie einer Galavorstellung im Theater bei.

»

Hangen, 2. Juni. (Eigener Drahtbericht.) In der btu stoffenen Nacht stürzte der Schaffner Meher ans Emden au4 dem Personenzug Harnm-Srnden. Dre Leiche wurde \r\ der Nähe von Ermelinghausen aufgefunden.

Schönebcrg, 2. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Heute früh explodierten in der Schöneberaer Gasanstalt eine An­zahl Benzinfässer. Das Feuer richtete an den Maschinen und Gebäuden großen Schaden an.

Schneidemühl, 2. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Gestern abend entgleiste hier ein Rangierzug. Zwei Wagen wur­den vollständig zertrümmert. Die Lokomotive liegt an» der Seite. Verletzt wurde niemand.

Haag, 2. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Ein 23 Jahr» altes Dienstmädchen wurde hier auf offener Straße, als eg mit vier Kindern seiner Herrschaft spazieren ging, ans dem Hinterhalt erschossen. Der Täter ist ein etwa 35 Jahre alter Mann, der sich selbst eine schwere Schutzverletzung ber- brachte. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Liebes- cl f f cl r e.

Petersburg, 2. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Ditz Gouvernements Taurien und Rohilew wurden für cholera^ bedroht erklärt.

Belgrad, 2. Juni. (.Eigener Drahtbericht.) Das Militärs gericht ordnete die Verhaftung des Artillerieobersten Raschifich an, der verdächtig ist, gelegentlich der Übernahme des Kriegs­materials in St. Chamond Unregelmätzigkeiten be-, gangen zu haben.

Letzte KsmdstSKKchirrchtrrr.

Berliner Börsenbericht.

Berlin, 2. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Bald nach Be^ ginn der Börse erfuhr die Geschäftstätigkeit zunächst eine Ein­schränkung, weil die Spekulation es für geraten hielt, wegen der die ganze wirtschaftliche Lage in den Bereinigten Staaten in Milleidenschaft ziehenden Eisenbahntariffrage Znrückhaltunc zu beobachten. Aber die feste G r n n d st i m m u n g blieb bestehen, und als die Herabsetzung des englischen Bank­diskonts bekannt wurde, stellte sich erneute Kauflust ein, so daß die Kurse wieder eine steigende Richtung einschlugen. Die Börse schloß still, mit Neigung zur Abschwächung, da die Spekulation die weitere Entwicklung der Verhältnisse in Amerika abwarten will. Jndustriewerte des Kaffamarktes bei ruhigem Geschäft nicht einheitlich: Zemcntwerte still. Privatdiskont 314 Proz.

Diskontvcrmäßigung der Londoner Bank.

London, 2. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Die Londoner Bank ermäßigte den Diskont von 4 auf &/> %.

-irm'«iwiiira aaM»aB» » ' j. ...*

Einsendungen aus dem Leserkreise.

JSfcit Rücksendung oder Ausbewadrung der uns für diese Rubrik zugedenden, nickst verwendeten Luiiendunacn lau» sich die Redaktion nick» einlaiirn.)

* Seit Jahren besieht mitten im Kurviertel, in unmittm» barer Nähe vieler von Knrfremden frequent,erter Hotels rat» Badehäuser eine Bar, also ein seines Nachtlokal für die Be­dürfnisse der sseunesse cioree und sonstigerKavaliers", die es sich leisten können, die Nacht zum Tage zu machen und b,s zum frühen Morgen, umgeben von holden Bardamen, sich am perlenden Champagne: zu delektieren. In der ersten Pfingst, nacht gegen Morgen kamen ca. 6 betrunkene Herren schreiend und johlend in Begleitung vonDamen" aus der Bar. Jetz! fahren einige Droschken vor nnd nun geht ein Unfug los uno ein Spektakel, datz jeder aus der Nachbarschaft erschreckt aus dem Schlafe auffährt. Die Herren, die, wie festgestellt, zur Rekon­valeszenz sich in einer Heilanstalt befanden, klettern auf die Droschken, einer legt sich bäuchi »>gs aus das Verdeck, sic setzen die Hüte der Kutscher auf, knallen mit den Peitschen und alles das begleiten sie mit einem wüsten Hallo und Lärm. Und als nun aus einem gegenüberliegenden Hotel Wirt nnd Hotel­gäste um Ruhe bitten, werden sie noch ausgelacht und gröü- lichst beschimpft, bis endlich, endlich aus telephonische Benach­richtigung des Reviers die Polizei ankommt und mit vieler Mühe diesem wüsten Treiben ein Ende macht. Alle diese Szenen wiederholen sich fast jede Nacht, was durch einwandfreie Zeugen nachgewiesen werden rann. Und alles das geschieht nicht vonlichtscheuem Gesindel", sondern von Angehörigen der gebildeten Stände, vonerstklassigen Menschen". Die ge­schilderten Zustände bestehen schon jahrelang und mancher frühere treue Kurgast der betreffenden Hotels zieht es vor, ein Hotel in einer ruhigen Lage aufzusuchen, ja. häufig genug ist es vorgekommen, daß Fremde wegen dieser nächtlichen Störungen ausgezogen sind. Die Geschädigten sind die In­haber der Hotels in dieser Straße, die reichlich Steuer zahlen und sich die größte Mühe geben, durch solide, anständige Ge­schäftsführung ihre Gäste zu befriedigen. Angesichts dieser Zu­stände, für deren Tatsächlichkeit wir jederzeit Beweise zu bringen in der Lage sind, die öffentliches Ärgernis erregen und die umliegenden Hotels aufs schwerste schädigen, fragen wir: Wo bleibt die Abhilfe? Wenn schon Bedürfnis für der­artige Nachtlokale vorhanden ist, gehören die in das Kurviertel?- Entsprechen überhaupt derartige Lokals dem Ruhsbedürfnis der Kurgäste? Diese Fragen sind strikte zu verneinen, und die benachbarten Hoteliers und Anwohner haben einen berechtigten Anspruch darauf, daß die Polizei diesen unhaltbaren, empören­den Vorgängen ein Ende macht.

* Täglich geh' ich in d n Wald. Ob es warm ist oder

kalt, Ist mirgänzlich einerlei; So auch jüngst im schönen Mai, Zieh' ich cüva siebenmal Wöchentlich ins Dambach- tal. Ehe ich daselbst erreiche Unsere Melibokuseichc, Hab' ich oft schon wahrgenommen, Als ich da Vorbeigeck kommen, Tmß derW ahlborn" ganz verstopft Und nur dann und wann mal tropft.Schade um die schöne Quelle!" Denk' ich, und ich nehme schnelle- Feder und Papier zur Hand, Schreibe dieses Eingesandt; An das werteTageblatt", Hoffend, daß in uns'rer Stadt Ein Beamter irgendwo Etwa sitzt aus dem Bureau, Oder Wafferleitunasmann, Der der -Quelle helfen kann.- Wenn er diese Zeilen liest Und sich daraufhin entschließt, Die Verstopfung zu kurieren, Dorf er sich wohl gratulieren, Denn es winkt ihm holder Dank Von manch naher Kinder» bank. Dankbar für das frische Wasser Wäre ihm auch der Verfaffer. F.

Familien-Uachrrchlek.

Ktandesarnl Wiesbadrrr.

Rathaus. Zimmer Nr df>; geöffnet an Wochentagen von 8 bis tyrt Eh»»

Idjliefcuiifleu nur Dienstags. Donnerstags und SamötagS.)

Eheschließungen r

Metzger Hans Meher mit Frida Renner hier. . Särtncrgehilfc Wilhelm Scheyer mit Elifabeth Swelmann hier. Ingenieur Chemiker Karl Meffert mu Marta Wernetzer hier. Sterbefällr:

>g. Mai Kaufmann Henrik Simonsen, 58 I.

!0 Billctteur Ludtmg Brack, 68 I. . ^

il" " Ludwig, S. des Kaufmanns Ludwrg Schmidt, 22 T. ;i' " Agent Bernhard Krämer, 83 I.

Juni Dienstmädchen Alma Hecktor, 20 I.

Ire Morgeir-Ansgatze «mfMi 22 Seiten

und die VcrlagsdeilageDer Roman".

Leitung: SB, Schutte vom Brühl.

Beeautwortlicher Redalteur lüv Volitil Jianfcel: A. Hegerhorlt, Erdeuheime, Höhe: für Feuilleton: SB. Schulte vom Brühl, Tonnender«; für Wiesbadener Nachrichten: C Rötherdt: für Ncisiauifche Nachrick,reu, Aus der Umgebung und Kerichlsiaai: H. Diesenbach; für Bermvcktes, Sport und Bciefliistrn: C. LoSacker; für du Anzeigen u.Rekiamvn: H.Dornau-f; fänulich i» Wiesbaden, Druck und Bering der L. Schelle über g scheu HohBuchdruckevei tu Wiesbaden

Sprechstunde der Rvdnltina: 12 btr 1 Uhr.