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Verlag Kangsasie St.
„Tagblatt-Haus".
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die AbeudMusgabe bi- 12Uhr Eags; für die Morgen-Ausgabe bi« 3 Uhr nachmittags
Fernfprt«e-.Ri»Vr
,Tagblatt-Ha»s" Nr. 6650-53.
Nr. 201.
Wiesbaden, Sonntag, 1. Mai 1910.
m bi. «uw von «n,eigen an vorgeffhriebenen Tagen wird .eine Gewahr übernommen. -_
L8. Jahrgang.
Morgen - KuLgade.
1. Mtott. ___
Die Politik der Woche.
„Ich kann nur nochmals und ans das ernsthafteste betonen, das; die Königliche Staatsregierung n lotch negativem Ergebnis eure schwere Schädigung der allgemeinen Interessen des Landes erblickt. «o -i klärte der preußische Minrsterprapdent und deutsch- Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg rd der erneuten Empfehlung, in der er zu Beginn der zweiten Lesu ,s -in preußischen Herrenhause diesem me von der Kommission verschlimmbesserte Wahlrechtsvorlage ans Herz legte. Indessen die Aussichten auf ein Positives Ergebnis dieser großen Aktion sind um so geringer ge- oorden, je mehr an der Vorlage herumgedoktert worden ist Hatto schon das Abgeordnetenhaus so wu Änderungen an dem Ncgierungsentwurs vorgenom- ncn. daß die Väter ihr eigenes Kind nicht wieder erkannten, so hat das Herrenhaus diese unfruchtbare Reformarbeit in einer Weise fortgesetzt, daß nun wie- 1 er das Sckstcksal der Vorlage im Abgeordnetenhause, du das sie noch einmal zurückgehen muß, völlig um icher geworden ist. Trotz der Abstimmung arn Freu aq kann es als durchaus zweifelhaft erscheinen, ob dre >om Ministerpräsidenten befürchtete „schwere -Lchadu nma der allgemeinen Interessen des Landes nach dem Stand der Tinge im Abgeordnetenhaus vermieden gerben wird, während andererseits unter den gegebe- ien Umständen durch irgend ein Kompromiß, x%>: nt I! " : : fetzige Herrenhausbeschlüsse darstellen kauinXioch
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auch ein Weg. erwies sich hier leider ebensowenig als
zutreffend wie das andere Wort, --ß. - hapert eS Mittel beiliat, denn eben an den Mitteln naperi
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Reaieruna Gelegenheit gegeben wird, die mamug
Gute haben, daß man aus ihnen für die Zakunst ttlnon kann und im übrigen darf man vor allem der Befriedigung darüber Ausdruck geoen, datz diese Kara siroplie nur Gut, nicht Blut gekostet.^oag ihr nur tut-, Material, nicht Menschenleben zuni Lpfcr gefallen w ^
hassen, zum Opfer fiel, hatte man ui En e[ I.an b ien Verlust des neuen, soeben erst erbauten Mrsitarluft-
Asqnith von^chner anderen schwererem nicht nirc materiellen, Indern auch Politisch- j« W
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becnbet worden, der seit einem Jahre.getobt Hai und de" freilich nach den Pfingsten durch EN neuen, „och ivstt schwereren Kampf, durch den zwischen Untn- uta- Oberhai^ um die Leiobill, abgelöst werden wird Mit einem bemerkenswerten Erfolge na das K - nett Br and hat der Wahlkamp.i i« grau • r Vidi geendet, in dem die buntgemischte ko,iservativ- kErikal- ationalistisch-nw-aarchistische Opposition frei-
fr, sgaesaewiß klingen, ohne widerliche Honuungen aewnen iEen. Aber in den Freudenbecher der Regie- rmui ist ein Wermutstropfen m Gestalt der Zunahme b l |IraiiMci. Stimmen ncfoltai, und die,er Siiut
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*jV leBtae «yerr e u>u» v e t uj iuI,v '
v tc Förderung der „allgemeinen Interessen de» Lau ^s" erhofft werden kann. , t rn ,
i Wie ini preußischen Abgeordnetenhau,e. so siem e» mch im deutschen Reichstag mit den Ansichten auf ein positives Ergebnis der dem Ende^zu > leigenden Session recht ungünstig aus. ^as
Voktfkriptum zur Reichsfinanzrefvrni. das Rerchswtrr- zuwachsgesetz, ist dem Hause so s p ä t zugegangen, tag
ÄÄt“ S„rUÄÄ|fÄ&f»ei liumdievlet „aric Nun- « tnaetem
m-platzt Wie bei dein parlamentarischen Kolonialkrieg, der durch die südwestafrikaiiische Attacke des Zeiitrum.- abgeordneten Erzberger gegen den staatssetittai Ternburg etwas plump eingeleitet worden war, U'.d selbst in dem einen Punkte, wo der Reichstag eine k.- iet so seltene Einmütigkeit an den Tag legte, naimtui in der Frage der V e t e r a n e n fnriorge. innßte es zum Schluß beim guten Willen bleiben, denn d,t "Volksvertretung ist zwar^ entschlossen, den Veteranen zu helfen, aber der alte f 2 atz, wo ein Wille iit, da ist
Ungemütliche Alarmnieldungen kommen wieder
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L» Me ,mt,Mnmirii*e 8«mj x»7n i w° d i «ritte macht, uns enM« ou* nuä t » ' ■> «■ >' 0 “ , L i-romdenü'indliche Strömung trotz der ofsizroien -v-i
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greifen scheint.
Deutsches Deich.
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°r der a*
^»ÄTkÄÄeftotm Bekanntlich sind in dem neuen LandwirtschaftR'ta^ zum erstenmal Mittel iur die Regelung Aufsicht über ow ländlichen Fortdildungsschiilen eingestellt wotden. men. Vernehmen nach sollen die Kreisschistinfpektoren, r b"her nur deii Abteilungen für Schulwesen der den Regierungen unterstellt waren, diese Ausgabe al« neue Amtspflicht zugewiesen erhalten^ wodurch sie auch den Vrändialabteiluugen der Regierungen uiiterstehen, zu deren Restart das ländliche Fortbildungsfchu wesen gehört Für die neuen Dienstobliegenheiten ist eine Erhöhung des Gehaltes der Kreisschulinspektoven mcht in Aussicht genommen, man will zunächst nur Kauscha - entfchädigungen als Zulagen zur T^nstLufwands- entschädiqunq gewähren, und zivar sollen durchschnilr lich 16 Mark für die Revision der einzelnen landlMn Fortbildungsschule im Minterhalbsahr bewilligt wem den. Die Revision soll mindestens einmal ,n diesem UrHrmm, stattfinden. Die im Etat bewilligten Atittel fü? die Beaufsichtigung der ländlichen Fortbilduligo- schulen — es sind nur 40 000 Mark bewilligt worden sind- aber nicht im entferntesten ausreichend, um dm in Aussicht genommenen Entschädigungen sämtlicher Fortbildungsschulen, die gegenwärtig bestehen auch Olsten zu können. Ans diesem Grunde soll die Aufsicht durch die Kreisschulinfpektoren vorerst nur i-i den Regierungsbezirken mr Durchführung gelan ain deren Foribildungsschulwesen b es o n de 5
stä'rk entwickelr ist. Es wi--den demnach d °
Regierungsbechke W i e 8 6 a d e n Casiel ^PPeli. N,ck<-n Allensiern und Munster etwa in erncr ^inn. Berücksichtigung finden können und vielleicht dann auch einzelne Kreise, die sich ans diesein Gebiete besonders
^"^Exzellenz Hamm über die G.fährlichkeit der Zentruuispolitik. J>i den letzten Verhandlungen ^ Herrenhauses verbreitete sich der Kronchnoiku^ ^ H a m m noch ausführlicher, als wir m unserem Parlamentsbericht schon niitteilten, über dm G cfa h
i i m .'<> i, dar Zentrumspolitik.
Zektimm". so führte er °us. ..ist in der Lage !heule nach links und morgen nach rechts zu niaricyierc .. Es bat die Massen ebenso m der Hand wie die Sozialdemokratie. Woher kommt das r Ich will es mit einer kleinen Anekdote beantwort . Als ick einmal als liberaler Kandidat aufgestellt Wu
Schluß ein Ange höriger des Zentrums. „~a§ _i_J_
Feuilleton.
(NaSdruck verbotcu.)
Der DiphtheriesM-
Voll Marl Twain ch.
Herr McWilliams erzählte:
Also wie ich Ihnen schon w^te. herrichte dämm eine Diphtherie-Epidemie m der stadst bie cckkn Müttern eine heillose Angst euuagte ^ch rmf meiner Frau zit. auf unser kleines Töchterchen weisend:
„Mein Schatz, ich ließe an deiner Stelle Este mast
Tiber^MäiNichen, das kann^ doch nichts schaden", rief'sic zurück, im Begriff, das Stäbchen wegzunehmen. doch nicht olnie zu widersprechen, was grauen, zumal verheiratete, eben nicht lassen können.
„Lievste". entgegnete ich. „Fichtenholz ist nachge- wiesenermaßeii für Kinder das wenigst liahrhafte Hviz- Da zog meine Frau ihre Hand wieder zuruck.
Schmollend sagte sie: . ...
Tu sprichst gegen deine Überzeugung- lveißt, daß" nach Ansicht aller Doktoren das Terpentin des 'Fichtenholzes für Rückenschwache und Nieren sehr ge-
'"'^,Ach so, verzeihe. Ich wußte nicht, daß Elses Rücken sind Nieren nicht in Ordnung sind und daß der Hausarzt angcraten hat-" ^ ..,
„gger sagt denn, daß uiisereS Kindes Rucken und
Nieren nicht in Ordnung siiid?" t f r • Aber Schatz, du deutetest es doch soeben an. ."Nichts habe ich angedeutet/' . . ..
Mein Liebling, vor zwei -Sekunden sprachst du "Unsinn. Gleichviel, ivas ich sagte. ledenfalls schadet es Elschen inchts, wenn es an dem Holze kaut. 'Sie soll es kauen und fertig."
Ab,,- iw bitte dich. Natürlich. Deine Gründe Wen ‘mit, utemeuat Sofort werde !« « K otter bestell Fichtenholzes bestellen. Bieme Kinder l°uen nichts entbehren, solange ich ' . , ..
Es ist «cit daß du ins Bureau gehst. — Nicht dm barmloieste^Bemerkung kann man machen, ohne daß SSS Somdenfnns !ie einem !m»nnde »erum- drehst. Du sprichst und brichst bis du elbsr msti mehr weißt, was du rcdclt. Und das weiot du uver
sollst recht haben. Jedoch in deiner^ letzten Bemerkung war ein Mangel an Logik, der - - ^
507ünp Frau war mitsamt dem Kmde fort. ^ Am Abend aber kaui sie schneebleich i»i Gesicht Mir ent-
gegengeMirzt.mer!„ ^ ^ ^ fIeinc I„„ge unserer
Nachbars ist krank."
„Diphtherie?" srug ich.
„Diphtherie."
„Hoffnungslos?" u
Wenige Minuten Mter, brachte das Kindermädchen Elschen iiis Zimmer, damit das Kind bete und den Gutenachtkuß empfange. Mitten im Gebetchcn husiek Elsckcn ein wenig. Äteine Frau sank, wie von einem Schlage getroffen zurück. Aber sogleich sprang sie wieder auf, um mutvoll anzukämpfen gegen die Kram-
Öett ‘ sie befahl, des Kindes Wiege aus der Kinderstube in unser Schlafzimmer Ni bringen und ging selbst. ,'m den Befehl ausfuhren zu sehen. Mich uuhm ,ie natist üh m t Wir brachten schnell alles in Ordnung. Ein Bett für das Kindermädchen wurde nn Anklewe- zimmer meiner Frau aufgeschlagen. Aber nun siel dieser ein. daß wir nun von unserer.vgmgsten zu weit entfernt wären. Wenn, diese auch wahrend der Nacht husten sollte? — Die Ärmste erblagte abermals.
Also brachten wir die Wiege und das Mädchen wieder in die Kinderstube zurück und schlugen für um, selbst ein Bett im Nebenzimmer auf. Plötzlich sakste aber meine Frau: „Wenii nun Else die Kleine ansteckti Ziefer Gedanke jagte ihr neuen schrecken ein, und wir alle miteinander konnten die Wiege fast nickst schnell genug aus dem Kinderzimmer wieder wegschafseru Wir begaben uns sodann in de,l unteren ^tock. aber da war kein Raum für die Wärterin, .^ren En fahrung, wie meine Frau sagte, von Elchatzbaren Werte 'fei So kehrten wir denn mit <r>ack und staa wieder in'unser eigenes Schlafzimmer zurück, froh wie siurmaeveitschte Vögel, die ihr Nest wiedergefunden Hatzen. Meine Fraii eilte ins Kinderzimmer, um nach de,,, Rechten zu sehen. Sofort kam sie, von neuem e,- fchreckü zurück u,!d'sagte: „Warum schläft Klärchen nur
^ !/lie schläft doch immer wie ein Bär." ^
>ewitz. aber heute ist es so wnderoar. -sie atn-ct so Ä so — so regelmäßig."
„Aber, das tut sie doch stets. Liebst^
„Ja, ja, ich weiß.-- Das Maochen soll bei igr
^"wDas"ist esii gute?Gedanke: doch wer wird dir zur
Han'd^gelsi^^ eine oder andere machen, pgn
großen Ganzen muß ich ja dock) alles jeloer tun.
Jin Schlaf hustete Else zivemral. ^ ^
Wo bleibt nur der Doktor? Mortuner, das Zun. mer"ist viel zu warm. Stelle die Heizung ab."
Ich tat es, obwohl ich nicht einsehen konnte, daß eine Temperatur voii 16 Grad zu warm war für em krankes Kiiid. — Als der Kutscher zuruckkam, der den Doktor holen sollte, meldete er, unser Hausarzt siege unwohl zu Bett und könne nicht kommen ^
Das Schicksal will es. Nie war der Soktor krank. Und nun heute! Mortimer. wir haben nicht immer jo geleb" wie wir sollten. Wie oft sagte ich dir L
