Rr. 153.
Morgen-Ausgabe.
4. BlLtt.
Wiesbadener laablatt
Sonntag,
8. April 1910.
58. Jahrgang.
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All Die freifinnige Bürgerschaft MesbaDeas!
Die politischen Zustände Deutschlands und namentlich Preußens machen cs jedem liberal denkenden Manne zur Pflicht, der Entwickelung unserer inneren Politik nicht teilnahmlos gegenüber zu stehen, sondern das Seine dazu beizutragen, daß auch unser Fortschritt in der Politik, der Entwicklung unserer Kultur, unserer Industrie und unseres Handels entspricht. Vieles ist noch zu erkämpfen. Mögen alle an diesem Kampfe teilnehmen, eingedenk dessen, daß politischen Rechten auch politische Pflichten entsprechen.
Gewiß hat zur Schwächung des liberalen Bürgertums die Spaltung der Parteien viel bcigetragen. Hier ist jetzt aber ein bedeutsamer Erfolg erzielt, indem sich die linksliberalen Parteien zu einer einzigen Partei, der fortschrittlichen Volkspartei zusammengeschlossen haben. Auch der hiesige Wahlverein der freisinnigen Volkspartei wird sich der neu gegründeten fortschrittlichen Volkspartei anschließen und fordert alle, welche innerhalb derselben am politischen Leben teilnehmen wollen, zur Mitgliedschaft auf.
Anmeldungen nimmt der Unterzeichnete entgegen.
Der Borstand des Wahlvereins der freisinnigen Bolkspartei.
Br. Alberti, Vorsitzender. _
F451
Ausruf
für den
Gustav -Adolf-Verein.
Evangelische Mitbürger «tri» Glaubensgenosse«! Wie alljährlich, fo wird auch in den nächsten Tagen wiederum die Hauskollekte fürden Gustav-Adolf-Verein erhoben werden.
Ihr wißt, daß der Gusiav-Adolf-Verein unseren Glaubensgenossen, die in der Zerstreuung („Diaspora"), d. i. unter vorwiegend katholischer Bevölkern ug zerstreut umher wohnen und bei ihrer Armut und Not in Gefahr sind, der evangelischen Kirche verloren zu gehen, durch Erbauung vou Kirchen, Kapellen und Schulen, sowie durch Anstellung von Pfarrern und Lehrern zu einem geordneten kirchlichen Gemeindelcben verhelfe« will.
So laßt Euch denn aufs neue das Samariterwerk unseres Vereins empfohlen sein, eingedenk der apostolischen Mahnung: „Als wir nun
Zeit haben, so lasset «ns Gutes tu« a« jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen." (Gal. 6, 10.)
Mit der Sammlung sind beauftragt Frau Heinrich Kettenbac h und Herr und Frau Ludwig Stamm.
Die Kollektenbücher sind auf den Namen derselben ausgestellt und von der Königlichen Polizei-Direktion wie von dem Vorsitzenden unseres Zweigvereins beglaubigt.
Wer bei der Haussammlung zufällig übergangen werden sollte, oder lieber seinen Betrag direkt einschicken möchte, wolle ihn einem der Unterzeichneten zukommen lassen.
Wiesbaden, im März 1910.
Der Vorstand des Zweigvereins Wiesbaden:
Xiieher, Pfarrer, Vorsitzender; B»«hl, Pfarrer, dessen Stellvertreter; Victor, Rektor, Schriftführer; 'ä’Sttst, Lehrer, dessen Stellvertr.; «ail, Fahr.. Rechner.
Diesem Aufrufe schließen sich an:
W. Cron, Bankier; Bh. »lehl, Lehrer: Dr. W. Fresenius, Profess.; drein, Pfarrer: .fl»»«, Rektor ; B. neluerke, Pfarrer; Dr. meJ. Froebsting; Schneider. Schreinermeister; Vecsenmeyer, Pfarrer;
Wichels Rektor.
Bickel, Dekan: Blume, Baumeister; A, (Junti, Rentner; Dr. B»e-e ui nun. Archivrat a. D.; Blncher-lMck, Baurat a. D.: A. hrt-krl, Landeshmptiuann ; Dl'. Bomeiss. Notar ; 8ci»Unnier, Pfarr r; w. Thon, Ncnmer; Wilhelm!, Oberstleutnant a. D. ; aüemendorsr, Sßfnner.
Direktor B. ^nn«ker. Professor; Ferlinj, Divisionspfarrer: Hünert, Schuhmachcrmeister; Uorhliutii, Professor: 14, Mollmann, Pfarrer;
I. Holl». R ca sichrer; D. theol. Maurer, Gcneralluperintendent: Merz, Pfarrer; Phiiippi, Pfarrer; »• Schlosser. Pfarrer; Schneider, Professor; Schmidt, Pfarrer; Geh. Archivrat Dr. Wtgner, Archivdirektor:
K. Welser, Pfarrer. F570
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Belegen einzelner Stunden und Fächer ist gestattet.
Gewerbliche Zeichenfchnle. Technisches, Freihand- und kunstgewerbliches Zeichnen für alle Berufe. Sonntagsvormittags von 8—11, Dienstags», Mittwochs- und Freitagsabends 8—10 Uhr.
Zeichen-Unterricht für schulpflichtige Knaven und Mädchen. Mittwochs- und SamLtagsnachmtttagS von 2—4, bezw. 6 Uhr.
Zeichen- und Malschule für Damen. Dienstags- und Freitagsnachmittags 2-5 Uhr.
Das Sommerkemester beginnt Sonntag, den 10. April.
Der obligatorische Zeichen-Unterricht für die Lehrlinge findet statt: für die SÄneiderlehrlinge AL des iüngfler» Jahrgangs Montagsvormittogs von 7—9 Uhr, für die Schttymacherlehrting« Dicnstags- vormittags von 7—9 Uhr, für die Konditorlehrling« Freitagsnnchinittags von 2—4 Uhr, für die Buchdrucker»
Cü und Schriftsctzerlehrling« deS jüngsten Jahrgang« Montagsnachmittogs von 6—3 Uhr. All« andere«
0 zeicheupftichtigen Beeu-e haben TonnlagSvormittagS von 8—11 Uhr Unterricht.
0 Anmeldungen sind im Sekretariat der Schule. Zimmer Nr. 11, zu bewirken. Lehrpläne sind dortselbst zu
Cg haben, auch ist der Unterzeichnete Direktor zu weiterer Auskunft bereit. F4U
O Lokal-Aewerbeverein Wiesbaden, E. V» Der Direktor.
© £1. Schneider, Vorsitzender. *Uelm»nn.
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