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Freitag, 18* MLrz 1910*
Wissba-rrrrr Tagklatt«
E 8. d, M. auch in Mainz eine Gastrolle gegeben und verschiedene Diebstähle auf die angedeutete Weise ausge- führt. Der Mann nannte sich dort Lederreiscnder B ä h r. iz-rn Februar wurden ähnliche Diebstähle in Straßbnrg i. E und in Darmstadt von einem angeblichem Ariistemche- paar begangen. In beiden Fällen ist bei der Frauensperson eine Ra rin: ausgefallen, die jedoch hier nicht bemerkt worden ist. Der Mann ist etwa 25 bis 27 Jahre alt, ca. 1,70 Meter groß, hat dunkelblonde, kurzgeschnittene Haare, vorn hochstehend, dümren braunen Schnurrbart, kurz gestutzt, und ab. gelebtes längliches blasses Gesicht, tiefliegende Angen und kränkliches Aussehen. Am Oberkiefer fehlt links ein Zahn. Bekleidet war er mit einem dunklen Sakkoanzug, schwarzem Merzieher und schwarzem steifen Hut. Als Reiseeffckten führte er ein grames Plaid mit roter Einfassung und roter Stickerei: „Glückliche Reise" bei sich, sowie ein Paket mit schwarzem Wachstuchumschlag. Die Frau befindet sich etwa in demselben Alter wie der Mann, ist aber etwas kleiner. Sie hat volles hellblondes Haar, ist eine hübsche Erscheinung nrit etwas blassem schmalen Gesicht und war mit einem lila Kostüm mit schwarzem Jackett und lila Filzhut mit rotem Samtband bekleidet.
*— Theaterbrand in Bad Ems. Nach einer uns zu- gchenden Drahtnachricht griff ein gestern vormittag gegen .11 Uhr im „Kaiser.Cafs" zu Bad Ems ausgebrochener Brurtd aus das dortige Kurtheater über, so daß dasselbe vollständig ausbranute. Das Feuer war uni Z Uhr nach- mittags gelöscht, über die Ursache desselben ist noch nichts Genaues bekannt.
— Unfall beim Kanalbau. Gestern nachmittag y&i Uhr wurde die Sanitätswachc nach dem Kanakbau atit Tennelbach gerufen. Daselbst hatte sich der Taglöhner Nikolas Bach, Hellmundstraße 44, eine schwere Schulter- uno Beckenqnetschung zugezogen. Die Sanitätswachc brachte ihn nach dem städtischen Krankenhaus.
— Hansabundabend. Im Anschluß an die vorhergehenden Mitteilungen und dre verschiedentlichen Inserate möchten wir nochmals aufmerksam machen auf die große öffentliche Versammlung. d:e der „Verein Frauenbildung — Frauenstudium" ge- memscrm mrt dem Zweigverein Wiesbaden des Hansabundes für heute Freitag, abends 8 % Uhr, in den Saal der „Loge zu Wiesbaden, Friedrichstraße, einberufen hat. Der besuch der Versammlung, zu der Frauen und Männer Zutritt baßen, ist selbstverständlich frei. Sieben Dr. Hütte mann aus Berlin werden noch Damen und Herren sprechen; außerdem soll eme allgemeine Aussprache stattfinden.
5 * — Kawwmob-Lehrnairg. fcer dritten Vorlesung des
jtaarSwcheukchaMchen Kursus sprach De. jur. und phil. Ed- Mi chelrs von hier vor einem großen Publikum über das Mk rede« Vtaatsbiirger wichtige Thema „Reichseinnahme und ckteichSausgabe". Der Vortragende erörterte eingehend das Zustandekommen des Etats und dessen verfassungsmäßige Bedeutung. Das sog. Ausgabe- und Einnahmebewilligungsrecht des Reichstages sei ein außerordentlich beschränktes. Ausgaben kur organijitze Einrichtungen des Reiches und auf gesetzlich feststehenden Titeln beruhende müßten eventuell auch gegen den Willen des Reichstages geleistet werden. Gesetzmäßige Ver- pflrchrunLen und verfassungsmäßige Institutionen ließen sich nur aus den dafür vorgeschriebenen Wegen — Zusammenwirken von Bundesrat, Kaffer und Steichstag — ändern, daher stehe es Nicht nn Belieben des Reichstages, die dafür notwendigen Geldmittel zu versagen. Der Kaiser habe u. a. die Ausführung der Reichsgejetze zu überwachen. Demgemäß beschränke sich auch daS Einnahmebewilligungsrccht. Die Ausgaben des Reiches haben sich in gefahrdrohender Weise gesteigert. Die lahrnchen Mehrausgaben haben sich bon 218 Millionen (1900) ®}I 375 (1908) gesteigert, in einem Jahrzehnt um Milliarden Mark. Zu den gegenwärtigen 4% Milliarden Mark Schulden trotz Finanzreform bis 1913 eine weitere Milliarde. Wachst das Mißverhältnis von Einnahmen und Ausgaben nm annähernd im bisherigen Tempo weiter, so hat Deutschland 1920 — Uber 8 Milliarden Schulden mit iäürlicber imr,
Morgen-MrrsgaSe, 1* Blatt.
Nr. 120,
über 8 Milliarden Schulden mit ehrlicher Zinspflicht von über ^00 Millionen Mark! Durch weitere Schuldenvermehrung werde unter Umstanden auch die Kriegsbereitschaft gefährdet- 8 U Er gehört nicht nur Armeebereitschaft, sondern vor lillem auch Finanzbereitschaft, Keine Finanzreform könne mehr helfen, nur die Einschränkung der Ausgaben. Ein Stillstand m der Vermehrung der Kopfstärke des Landheeres sei aber er- reickbar und werde mit den benachbarten Großstaaten sicher vereinbart werden können. Das Resultat der Erörterungersian der Hand des jedem Anwesenden überreichten Exemplars des Reichshaushaltsetats für 1909 war: jeder Reichsangehörige tragt SU Lasten des Reichs 23 M., auf den Kopf der erwerbs- tasigen Bevölkerung ca. 100 M. — Der Vorsitzende, Herr Alverr Sturm, sprach, nachdem der Beifall verklungen war. dem Vortragenden den Dank der Versammlung für die selbstlose und opferfreudige Mitarbeit an der vom Hansabunde angestrebten Verbreitung burgerkundlichen Wissens aus, worauf noch auf die Versammlung bingewiesen wurde, die Freitagabend in der „Loge Plato" stattfindet.
—- Daß Purimsest der Zionistischen Ortsgruppe Wiesbaden am 12 d. M. hatte sich eines zahlreichen Besuches zu erfreuen. Nach dem Vortrag des Prologes von Fräulein R. Karpin und der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden nahm Herr Bernhard Karpin das Wort zu der Festrede, in der er auf die Bedeutung des Zionismus aufmerksam machte. Alsdann folgten Rezitationen von Fräulein Rosel Stern und Herrn stud. tned. Ackred Lewm, GesangSbortrage der Herren L. Herzog und der Opernsänger Alfred Jlma und Theodor Staudt vom Mainzer Stadttheater Thearerauffuhrungen. wie „Amtsgerichtsrat David Markus , „Ausgesperrt oder überlistet" und das „Abenteuer im Witwenverein . Mitwirkcnde waren die Semen He'ma Blumenthal. Gerda Katz. Jda Stein, Paula Stern, Rosel Stern und die Herren Hermann Herz, Bernhard Kowalski. S Klein und Max Weis. Sämtliche Aufführungen fanden leb- Mten Beffall. besonders dre Gesangsvorträge der Mainzer Sanoei; s-issen die Zuhörer zu immer erneutem Beifall hin Hon frohncher Tanz, vereinigte die meisten Teilnehmer bis zum fl'uyeif Ncorgen. Die Leitung der Aufführungen lag auch dieses Jahr wieder m den Händen des Herrn Bernhard Kowalski hem von^emen begesstertsn Zuhörern ein Lorbeerkranz überreicht
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Israelitischer Gottesdienst. Israelitische Kultus- Stent etnbe. (Synagoge: Michelsberg.) Gottesdienst in der L?cmvtsvnaMge: Freitag: abends 6.15 Uhr, Sabbat: morgens L 10 Uhr. nachmittags 3 Uhr. abends 7.25 Uhr.
Gottesdienst im Gernemdesaal: Wochentage: morgens 7 Ubr nachmittags 6 Uhr. Die GemeindeLibliothek ist geöffnet: Sonntags von 10 bis,10'/- Uhr. >
Alt-Israelitische Kult u s g em e i nde. (Haupt- sv.na.goge: Friedrichstrahe 25.) Freitag: abends 614 Uhr, Sabbat: morgens 8 Uhr, Predigt 10 Uhr, nachmittags 3 '/- Uhr, abends 7720 Uhr Wochentage: morgens 7 Uhr. abends 6 Uhr. Purim Vorabend 6.50 Uhr. Purim morgens 6 Uhr.
Theater, Kunst, Borträge.
„ *?* KSmgliche Sch-nffpiele Im Hoftheater gelangt heute Hebbels Trauerspiel „Herodes und Mariamne" in der bereits initgekchlten Besetzung zur Aufführung (Abonnement o.gew-chnliche Preise). — Morgen geht Lortzmgs komische Oper „Der Wildswutz m Szene. In den Hanptpartien ,md. dw, Damen Engell,, Hmis-Zoepsfel. Krämer und Schwartz, sowie dm .Herren Mnano, Erwin, Henke und Rehkovf bc- sckastmt. Die VorfiMtng findet zum Besten der hiesigen Theater-Pensillnsanstalt statt (Abonnement 8, gewöhnliche Are.rse).
„ r .... Residenz-Theater. Am Samstag findet die erstmalige Aufführung von, Hermann Bahrs neuestem Werk „Das Konzert" statt. Das amüsante Lustspiel bildet überall den schönsten @r* wsa dieser Spielzeit und bat im Lessing-Theater in Berlin bereits die 50. Aufführung erreicht. Daß Herm. Bahr, einer unserer geistreichsten Schriftsteller, mit diesem Werk eine selten gute Gabe seiner Feder geboten, ist die einstimmige Meinung der Kritik, der sich in allen Städten das Publikum angeschlossen 92r ~i te . Hauptrollen sind besetzt mit den Damen Hammer (Frau Heink), Richter (Frau Oe. Jura), Wallot (Eva Gerndl). dass Born (Frau Pollinger) und mit den Herren Keller-Nebri (Gustav Hemk), Bartak (Dr. Jura) und Rücker (Pollinger). ~jte Spielleitung liegt in den Händen von Dr. Rauch. Das liebenswürdige Stück wird Sonntagabend wiederholt. Sonn- talmachmittag wird Batailles interessantes Schauspiel „Das naa.e Weib' zu halben Preisen gegeben.
* Bach-Bercin. Am Samstag, den 19. März, findet im j^oale oes „Frankfurter Hof" wieder einer der beliebten musi- ka.ischen 8 a mili e nab end e statt. Das Programm des Konzertes enthalt diesmal u. a. eine Anzahl Lieder, Kompositionen von Arthur Fleischer und Hans G. Gerhard, die viel Interesse erwecken werden. Der Frauenchor wird die überaus reizende Ballade von Löwe: „Der verliebte Maikäfer", singen. Gaste können durch Mitglieder eingesührt werden.
WcreinS-Nachrichter,.
* Der „K ii e i p p -Verein Wiesbaden, E. V." ladet ferne Mitglieder auf heute Freitagabend 9% Uhr zu einer außerordentlichen Generalversammlung in das Bereinslokal etlt - ^uf der Tagesordnung sreht die Umänderung der Statuten nach den Forderungen des Bürgerlichen Gesetzbuches.
Eereins-Bersamrukungerr.
* , Der gut besuchten Versammlung des „Vereins pensionierter Deutscher Reichs- und Staatsbeamten" am 11. d. M. im „Friedrichshof" wurden aus dem stenographischen Bericht über die Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses vom 19. v. M. die die Alt-Pensionäre be- treffenden Verhandlungen durch Verlesen zur Kenntnis ge- bracht. Mrt^grotzer Freude wurde daraus entnommen, daß Abgeordnete fast aller Parteien sich für eine Aufbesserung der Vtt-Vennonare ausgesprochen haben. Hierbei wieö man in der Versammlung darauf hin, daß die Mittel zur Aufbesserung mit Ausnahme eines geringen Betrages bereits vorhanden seien tzsi?. oaß auch die Neu-Pensionäre mit Rücksicht auf die verschiedene Feltsetzung des Wohnungsgeldzuschusses im Reich und m Preußen alle Veranlassung hätten, sich unseren Bestrebungen anzuschließen. _ Mit Rücksicht auf die dem Bestreben um Gleichstellung oder sonst allgemeine gesetzliche Entschädigung jeweilig erfolgenden Vorhaltungen der Unterstützungsfonds wurde ss?b.erdings das Verlangen nach einer Statistik laut, aus welcher dre Verwendung -ueser Fonds nach Beamtenklassen, Höhe der einmangen und fortlaufenden Beihilfen, sowie die Zahl und Begründung der Abweisungen ersichtlich ist. Die Stellung- nalnne der hiesigen Ortsgruppe zu dem am 7. und 8. Mai m Berlin stattfnidenden Delegiertcntag wurde eingehend beraten.
Aus dem Landkreis WiesKadLn.
*— Biebrich, 16 März. Die neu gegründete Rektorstelle an der Oramerichule wurde dem Mittelschullehrer Merten der hresrgen s jji adchen-Mittelschule vom 1. April d. I. ab uoerirageir. Tom gleichen Zeiipunll ab wurde der Lebrer ,-6ei d t von der Herzog-Adolfschule von dem Königl. Provlnzralichulkollegülm zu Cassel zum ©eraina-ttnufil- tehrer am Königlichen Lehrerseminar zu Usingen ernannt.
rr!*' ^0. März. Von dem Festausschuß für die
Neal.schul-Einweihungsfeier wird bei der hiesigen Bürgerschaft ein Fonds gesammelt, ans dessen Zinsen bedürftigen und würdigen Schülern Schplgeldermäßigungen und Freistellen an der Anstalt geivahrt werden sollen.
. 2 .. Berich, 16 März., Die „Tagespost" schreibt: Wieder b,n stua .es bi st or I scheu Biebrich dem Fortschritt der Zeit weichen. Es ist die alte herzogliche Schmiede im „.Hägerhof . Belanntltch soll der Kanal der Adolfstraße nach dem unter dem Schloszgarten her erbauten, begehbaren Kanal weiteroefuhrt werden. Da nun die alte Schmiede in der Flucht des Kanals liegt, so wurde deren Riederlegung nach Vereinbarung zwischen der großherzoglichen Verwaltung und der Stadt beschtmien,„ Diese Schmiede hat ihre mit der Ver- gangenhen des wchloties zusammenhängende Geschichte. Sie wurde ms zum vorigen, Jahre durch Herrn Hofschmied Fischer betrieben, der in derselben während eines Menschenalters sein Handwerk ausgcubt hat nachdem bereits sein Vater dieselbe !nuege.,abt batte dm sie der Nachwelt im Bilde festzuhalten, 0* vor iyrem Abbruch eine photographische Aufnahme gemacht
W0^0LU.
, # Bierstadt, 16 März. Dieselbe allgemeine Jnteresse-
losigtelt loie am ersten Wahltag zeigte sich am zweiten. So waren von der, 2 . Abteilung, welche auf 3 Uhr heute nach- msttag emberufen war., 39 von 142 Wahlberechtigten erschienen. Es entfielen .25 stinnnen auf Bauunternehmer Ludwig Florreich, 19 auf Landwirt Will). Emmel, 14 auf Akaurermeister Ludwig Wink und re 10 auf Landwirt Heinrich Schild und Friedrich Brech glorreich ist somit gewählt, zwischen Emmel und Wink bat Stichwahl stattzufinden. Von 56 Wahlberechtigten der 1. Älaße erschienen 17 am Wahltisch. Die seitheffgen Ge- memdevertreter Landwirt Chr. Muth 8r und Fabrikant Wilh. Ritzel wurden einstimmig wiedergewählt.
88 Erbenheim, 17. März. Reges Leben herrscht zurzeit auf dem Rennbahngelandc. Nachdem die Arbeiten für die Hochbauten vergeben worden sind, ist mit der Errichtung derselben begonnen worden. Die Maurerarbeiten für das Be- triebsgebaude und den Sattelstnll sind der hiesigen Firma Heinrich Christian Koch Sohne und die des Stallgebäudes dem
Baugeschaft Fischer m Wiesbaden übertragen worden _ Vor
ctmscn Tagen blieb unser Storch auf seinem Flug zum Nest tn den wrahtcn des welepbonnetzes hängen und fiel auf das Wohnhaus des Landwirts Wilhelm Haffelbach. Nachdem et fuf) erooit IJättc, flog er werter. — Folgenden alten Nassauern. Veteranen und Soldaten von hier, wurde die von der Großherzonin von Luxemburg gestiftete Erinne- rungs -Meda.il.! e durch den 1. Vorsitzenden unseres Krieger- und Nnlitärvcreins. Bürgermeister Theodm Merten überreicht: Ludwig. Giebermann. Philipp Heinrich Schumachers Felix Roth, Heinrich Peter Goüel. P-ilipv Schrumpf Franz Hemrich Steiaer, Ludwig Lendle und Ferdinand Kilian
teiligung von österreichischen Offizieren fraglich gewesen wäre. Wie aus den jüngsten Nachrichten von Österreich hervorgeht, darf nunniehr damit gerechnet werden, daß österreichische Offiziere in Frankfurt bestimmt konkirrricren. — Auf der Internationalen Aussteüutig für Sport und Spiel wird auch für gute und originelle Musik gesorgt werden. Es ist bis jetzt gelungen, eine nordamerikanische Original-Jndianerkapellc zu gewinnen, die nachmittags in amerikanischer Milizuniform und abends in vollem Kriegsschmuck spielt. Aus Stockholm komnck für einige Zeit eine schwedische Militärkapelle, die jeden Sommer über den ganzen Kontinent ihre Kunstreism macht. Johann Strauß wird mit vierzig Mann aus dem Ausstellungsplatz konzertieren, ebenso steht man in Unterhandlung mit der Regi- mentsmusik des österreichisch-ungarischen Infanterie-Reoj- ments Hoch- und Deutschmeister Nr. 4. Die Matrosenkapelle, die von der Jla her noch in besten! Ruse steht, wird sich gleichfalls während der Ausstelluirg hören lassend
* Walter strütt kommt nach Mainz! Der Direktion des Mainzer Sportplatzes ist es unter großen Opfern gelungen, Waller Rütt, den hervorragendsten Vertreter Deutschlands im Radremisport, fiir einen Start in Mainz zu gewinnen Der „Körrig der Sechstage-Nenncn" wird am Sonntag, den 8. Mai, auf dem Mainzer Sportplatz vorm Gantor starten. Der für den 5. Mai vorgesehene Renntag wird aus den 8. .Mai verlegt. Daß Rütt gute Konkurrenz gegenübergestellt wird, ist selbstverständlich. Der 8. Mai wird sicher ein „großer Tag" werden.
* Ein internationaler Kabel-Schachwettkampf findet augenblicklich zwischen England und Amerika statt.' Auf seiten der Engländer spielen Blockburne und Atkings, für die Vereinigten Staaten treten Marshall und F. Perry in die Schranken.
GerrchtssliiKE.
L. K. Rhein- und Taumiskluü Wiesbaden (E. B) Der dritte^diesjährige Vortragsabend findet tun Samstag, den 19. Marz er., abends Uhr, im Turnsaale der Turngesell- sckast, Schwalbacher Straße, statt. ES werden über 100 Licht- bllder vorgefuhr.t, die lediglich die große bayerische Jndustrie- Dsdt Nürnberg (namentlicy Alt-Scurnberg) und das althistorische Städtchen Rothenburg a. T. behandeln. Der 1. Vorsitzende des Klubs .Herr Gustav Victor, wird die einzelnen Bilder kurz erläutern, freunde und (Gönner des §Aul'-s ftnb tuiEfotninen. _ * Sportverein Wiesbaden/E. B. Die Wanderabteilung des
Sportvereins unternimmt am Sonntag, den 20. März, ihre erste Wanderung in Form einer Nachmittagstour, die von Meden- M. über Wildsachsen, Diedenbergen. Weilbach nach Flörsheim fuhrt. Abfahrt l Uhr 16 Min. nach Auringen-Medenbach. Gäste wie immer willkommen. Bei dieser Gelegenheit sei auf die am Samstag, den 19, März. 0 Uhr. auf dem Sportplatz stattfindende Monatsver,ammlnng hingewiesen, an die sich eine kleine utaer anläßlich der Verschmelzung des Sportvereins mit dem 1. Wiesbadener, Fußballklub 1901 anschließt.
* Ausstellung für Sport und Spiel Frankftirt a. M. 1910. Der große Internationale Concours Hip Pique fft nunmehr auf den 18., 19., 21. und 22. Juni festgesetzt worden. ha bei den ursprünglich anaeictzten Terminen die Be°
i. Limburg, 16. März. Das Schwurgericht verhandelte heute gegen den 1851 geborenen Zimmcrmann Jakob B e st Ir von W a l d g i r m e s wegen Körperverletzung mit tödlichem Erfolg, Der Geflügel- Händler Anton Wenzel von Hochelheim befand sich am 25. November v. I. mit seinem Fuhrwerk in Waldgirmes um Hühner zu kaufen. Zu diesem Zweck begab sich Wenzel in den Hof der Witwe Bender. Hier traf er mit dem Angeklagten zusammen, und es entspann sich zwischen beiden wegen des Preises der Hühner ein Streit. Sie balgten und stießen sich hin und her. Nun nahm der Angeklagte seinen Schirm und stieß nach dem Wenzel. Er stieß ihm die Spitze des Schirmes durch die Unterlippe in den Mund und verletzte ihm das Unterkiesergelenk. Wenzel wusch sich seine Wunden aus und fuhr nach etwa 3 Stunden mit seinem Fuhrwerk nach Haufe. Hier angekommen, mutzte er sich sofort zu Bett begcbcn. Und der hinzugerufene Arzt fand ihn halb gelähmt vor. Der Zustand veffchlimmerte sich immer mehr, und am 28. November starb Wenzel an den Folgen der Verletzungen. Der Tod ist infolge Gehirnerweichung, hervorgerusen durch eine Gehirnerschütterung, eingetreten' Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage unter Zubilligung mildernder Umstände. Das Urteil lautete auf 6 Monate Gefängnis. — Hinter verschlossenen Türen wurde gegen den Reisenden Bernhard Schick von Ransbach, geboren 1875 zu Wesel, verhandelt, Schick ist beschuldigt,' sich in Braunfels eines S i t tl i ch k e i t s v e r - brechens schuldig gemacht zu haben. Die Geschworenen beiabten die Schuldfrage unter Zubilligung mildernder Umstände. Urteil: 6 Monate Gefängnis.
wb. Hamburg, 17. März. Der Tischler Teden, der seine Frau erschlug, wurde unter Zubilligung mildernder Umstände zu 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis verurteilt.
Chronik.
Eine Spielhölle. In Biclschowitz bei Beuthcn wurde eine Spielhölle entdeckt. Der Gemeindcvorstch*! Rudtowslj verlor an einzelnen Abenden 3500 und 8500 M. Es wurven Einsätze bis 400 M. gemacht. Rudkowstt hat ein großes Vermögen verspielt.
Eine Dynamitexplosion. Wie aus Erasnojarsk (Rußland) gemeldet wird, ist im dortigen Olgabergwerk eine große Quantität Dynamit, angeblich 2 Zentner, explodiert. Das Bergwerk ist vollständig demoliert. Ob und wie viele Menschen dabei ums Leben gekommen sind, ist bis jetzt noch nicht sestgestellt.
Die Wiener Gistmordaffäre. Ein Oberleutnant versuchte Hofrtchter in den letzten Tagen Bilsmkraut zu verschaffen, offenbar jedoch nicht, um Selbstmord zu verüben, sotidern um an sich verschiedene Erscheinungen hervorznrusen, welche auf Geistesgestörtheit schließen lassen würden, um dadurch die Uberfühnrng in eine Beobachtungsstation zu erzwingen. Sein Helfer, der dabei inzwischen verhaftete Profeß, welcher den Bricsschmuggel Hofrichters ins Werk gesetzt hatte, und die Schwester des Professen wurde wegen Mithilfe beim Briefwechsel verhaftet. Oberleutnant Hosrichier gestand bereits seine Verbindung mit dem Professen und dem Briefschmuggel ein. Alle von Hosrichier hinausgeschmuggelten Briese wurden von den Adressaten den Behörden im Original zur Verfügung gestellt.
Eine interessante Naturetscheinung. An den Untergang Pompejis erinnert bis zu einem gewissen Grade eine Naturerscheinung, die in den letzten Tagen in New Orleans sich gezeigt hat. Dicke schwarze Wolken erschienen plötzlich in großer Höhe über der Stadt, wo sie den hellen Tag in beinahe völlige Nacht verwandelten. Außerdem fiel allerorten ein feiner Staub, der den Bewohnern das Sltmen außerordentlich erschwerte. Auch die bekannten Erschei- nugen im Leben der Tierwelt — ängstliches Umherfliegen der Vögel, Unrnhigwerden aller Haustiere usw. — zeigte sich. Wie von Meteorologen behauptet wird, müssen in Mexiko und Zentralamerika große Vulkanausbrüche stattgefunden haben. Die dabei in große Höhe geschleuderten Staubmassen sind von heftigen Luftströmungen erfaßt und bis nach New Orleans getrieben worden.
10 Reisende erfroren. Bei Juepolos in Mazedonien erfroren 10 Reisende während eines Schneesturms.
Die Cholera. Wie das „Handelsblad" aus Batavia meldet, breitet sich die Eholera ans ^ava immer wckter aus' täglich kouunen durckllwnittlich vierzig Erkrankungen vor. ’
