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27,000 Nonnentell.
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lohn r M? bv Bfg. viertel!<tt»rUÄ durch allk dem^chrn PlHanstallen, anSicknetzlikb Bestellgeld. »cuns-Bekreüunncn nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle BiSmarl!rnig SS,
,,J C ^ htf 123 AuKgabestellen in allen Leiten der ©tobt; in Biebrich: die dortigen 33 AuSgabetteKen und in den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagdlatt-Trager. -*»
2 TagcSmWökri.
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„S«gbt«tr•■«««*" 9 ht. fiäM- 53 . Bon 8 Uhr morgen« bis 8 Udr aderidk. Sonntag« »an 10—11 Uhr vormittag».
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««»rigr»-N»»»bme: Für die Abend-Auigabe bi« 12 Uhr mittags: kür die Morgen-Ausaabe bi» 3 Ubr nachenitag«.
‘ * ' Wiesbaden! Freitag, 18. März 1S1G
Für die Aufnabme von «neigen an den vorgeichricbenen Tagen wird leine Gewähr aberncmmen.
28. Jahrgang.
Morgen - Kusgabe.
I. Ata».
Politische Übersicht.
Zur entscheidende» Abstimmung im Abgeorduetenhause
wird uns aus Berlin. 16. März, in Ergänzung unserer bisherigen Berichte noch von unserem I-.-Mitarbeiter geschrieben:
Im Abgeordnetenhause herrschte heute währeud der ganzen Sitzung eine schwer zu beschreibende Erregung. Tie Bedeutung der Erklärung des Ministerpräsidenten wurde überall mit der Stärke eines entscheidenden Ereignisses empfunden, obwohl diese Erklärung nur das aussvrach, was in der zwingenden Logik ler Umstände immer schon gelegen hatte und hiernach mit aller Sicherheit hatte erwartet werden dürfen. Es lag nichts mehr an denReden, es lag eigentlich auch nichts mehr an den Beschlüssen, da diese ja in der Hauptsache feststanden und nur die Krönung des gefährlichen Gebäudes darstellten. das die konservativ-klerikale Mehrheit schon in der zweiten Lesung aufgerichtet hatte. Trotzdem aber war das Haus wie im Fieber. Auf der Rechten wie auf der Linken und im Zentrum fühlte man und weist man, daß ein neues Blatt in der preußisch- deutscheu Geschichte begonnen hat. Seit der Vorlegung des konfessionellen Schulgesetzes vom Anfang der neunziger Jahre, welches alsbald unter dem Truck des Widerstandes aller Intellektuellen auf Geheist des Kaisers und Königs zurückgezogen wurde, ist es das erste Mal. daß die N a t i o n a I l i b e r a l e n entschlossen in die Opposition eintreten. Ter schwarzblaue Block ist damit aufgefordert, die Geschäfte allein zu führen, der Parteicharakter des neuen Systems wird durch die gebotene Selbstausschaltung auch des gemäßigten Liberalismus aufs schärfste betont und die Regierung hat ihre Wahl getroffen, sie stellt sich neben die konservativ-klerikale Mehrheit, sie wird fernerhin sogar schützend vor sie hintreten, wofür man nach den Osterferien im H e r r e n h a u s e die Beweise erleben wird. Tenn nunmehr ist es die selbstverständliche Pflicht des Ministerpräsidenten, sich die Mehrheitsbeschlüsse nicht bloß dauernd gefallen zu lassen, sondern sich für sie einzusetzen, sie also dem Herrenhause zu empfehlen und durch alle weiteren Stadien der Verhandlungen entschlossen durchzuführen Diese Pflicht wird Herr v. Bcthmann-Hollweg erfüllen. Er kann nämlich auch stark sein, wenn er will, freilich nur, wenn er die Konservativen hinter sich bat.
Die Reichserbschaftssteuer.
Die Ergebnisse der Reichserbschaftssteuer nach dom Gesetz vom 3. Juni ISO« sind zum erstenmal statistisch dargestellt worden. Die Angaben beziehen sich aus das Rech nmrgsjahr 1903.
An Erwerbsanfällen sind im Deutschen Reich nachge-
wiesen» g a) jj (gefamtreintoert Erhabene Steter
Erwerb v. Todes wegen 102 880 633 235 523 42 939 292 M. Durch Schenkungen unter
Lebenden .... 4154 43 800 030 2 624 393 „
107 034 727 085 353 45 563 685 M. außerdem an Niederschlagungen bei 18 Erbschaften zusammen 14 224 M. Reinwert und 1445 M. Steuer und bei 5 Schenkungen zusammen 187 073 M. Neinwert und 11034 Mark Steuer.
Im Durchschnitt entfällt auf einen versteuerten Anfall ein Reinwertbetrag von 6793 M. mit einer Steuer von 426 Mark. Der Gesamtrohwert beträgt bei:
Erwerb von Todes wegen .... 761328 623 M.
Schenkungen unter Lebenden .... 47 778 257 „
zusammen 829106 880 M. auf welchem an Verbindlichkeiten bei:
Erwerb von Todes wegen.98 043 300 M.
Schenkungen unter Lebenden .... 3978227 „
zusammen 102 021527 M.
ruhen.
Bei dem Erwerb von Todes wegen weisen die Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern mir 36171 (— 35,16 v. H. der Gesamtzahl) die Höchstzahl der Erwerbsanfälle, dagegen Geschwister mit 255 667 670 M. (— 37,42 b. H. des Gesamtreinwerts) den höchsten Gesamtwertbetrag auf, während den größten Steuerbetrag die auch mit dein höchsten Steuersatz belegten „Ädrigen Erwerber" mit
14 302 400 M. (— 33,31 v. H. der ganzen Steuerfumme) oder auf einen Anfall 742 M. zahlen.
Bei den Schenkungen unter Lebenden entfallen von dem Gesamtwertbetrag in Höhe von 43 800 030 M. allein an mildtätige oder gemeinnützige inländische Stiftungen usw.
15 512037 M. (= 35,42 v. H.). Dagegen wird auch hier der Hauptsteuerbetrag von den „Ädrigen Erwerbern" mit 899 922 M. (— 34,29 V. H.) aufgebracht.
An ausländischer Erbschaftssteuer wurden auf Grund der §8 5 und 6 des Gesetzes aus die inländische insgesamt angerechnet 397136 M.
Gestundet wurden im Berichtsjahr:
an Erbschaftssteuer. 2 323 268 M.
„ Schenkungssteuer. 735 879 „
zusammen 3 059 147 M.
Als allgemein von der Steuer befreit sind in der Statistik unberücksichtigt geblieben die Anfälle an Ehegatten sowie Kinder und deren Abkömmlinge, ferner solche unter 590 M., da dieser Betrag als untere Grenze der.Steuer- pflichtigkeit durch 8 11 Ziffer 1 des Gesetzes festgesetzt ist. Nach den besonderen Bestimmungen des Gesetzes sind, abgesehen von den Fällen, in welchen der Betrag von den Steuerbehörden nicht besonders ermittelt wurde, 19743 769 Mark Gesamtwert befreit geblieben.
Außerdem blieben gemäß § 15 (ganze oder teilweise Steuerbefreiung der land- oder forstwirtschaftlichen Grundstücke) in 15 755 Anfällen 655 054 M. Steuer außer Ansatz.
Deutsches Deich.
* Zur Mannesman» - Angelegenheit. Gegen das Kampffmeyersche Gutachten, aus das sich gestern der Abg. Scheidemann im Reichstage berief, wendet sich oer bekannte Arabist der Leipziger Universität. Prof. J>r.
A Fischer, in längeren Auslassungen. Es heißt darin zum Schluß: „Ich komme also im Gegensatz zu Herrn Prosessör K. zu dem Schlüsse, daß die Rechtsgültigreit des Berggesetzes vom philologischen Standpunkt aus unanfechtbar ist."
* Die „Neue Freie Presse" über den Reichskanzler. Die „Neue Freie Presse" schreibt: Reichskanzler von Bethmann-Hollweq erzielte mit seiner gestrigen Erklärung über die Mannesmann-Angelegenheit einen großen Eindruck. Selbst wenn man vornherein eher gc- neigt ist. seine Haltung nicht zu billigen, so scheint dre Stimmung sich jetzt doch vorwiegend ihm zugcwandt zu haben.' Man fühlte, daß man einen Staatsmann vor sich habe, der seine Aufgaben mit tiefstem Ernste anfatzt und sich initten durch die Schwierigkeiten einer höchst komplizierten Angelegenheit den Weg einzig, nach dem Kompaß seiner wohlerwogenen patriotischen Überzeugung bahnt. Aus der heutigen Debatte geht Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg mit verstärkter Autorität hervor. So wie er gesprochen, spricht ein aufrichtiger Mann, der nichts Höheres kennt als ferne Pflicht und ihr nach bestem Wissen und Gewissen nachstrebt. Mit seinen Fehlern und Vorzügen eine geschlossene Erscheinung, trägt er in seiner Tenktveisg und seinem Charat- ter das Gepräge derjenigen deutschen Staatsmänner, die sich zu der strengen Schule Kants hingezogen sichten. Man hat dieEmpfindung, daßTeutschland in demReichs- kanzler v. Bcthmann-Hollweg einen Staatsmann besitzt, der einen seden seiner eigenen 'Schritte prüfend überwacht und der nichts leicht nimmt. ,
* Zur Neuordnung in Elsaß - Lothringen. Ter Berliner Korrespondent des „Matin berichtet^ auf Grund von Erkundigungen, welche er an erster stelle eingezoaen haben null, über die Frage der Autonomie, daß diese in folgender Weise bewilligt werden wiro. Die volle Autonomie wird noch nicht zugestanden werden da die Reichslande vorläufig noch nicht zu einem Herzogtum oder Großherzogtum erhoben werden, was erst in einigen Jahren geschehen soll. Außer diesem Vorbehalt will man die staatliche Selbständigkeit gewähren. In Zukunft wird der Statthalter nicht wie bisher voni Kaiser ernannt und abbernfen werden, sondern es wird ein Statthalter auf Lebenszeit durch die gesetzgebenden Körperschaften ernannt werden, welchem ein großer Teil der bisher vom Kaiser ausgeübten Prärogative im Sinne des staatsober. Hauptes für Elsaß-Lothringen ausuben wird Emaf Wedel wird wahrscheinlich aus dem statthalterpostcn vorläufig verbleiben, jedoch den Platz räumen, sobald die Reichslande zum Herzogtum erhoben werden. Andererseits wird Elsaß-Lothringen genau wie die Bundesstaaten eine Vertretung im Bundesrat erhalten, und zwar in Gestalt von 3 bis 4 Bevollmächtigten, denen der Statthalter genaue Instruktionen erteilen wird. Die Gesetzgebung, welche bisher durch den Reichstag erfolgte, »vird in Zukunft, wie m dem Plaue
VS
Feuilleton.
IKadibruä »erboten.)
Die Koratetengefafyr.
Obwohl man die wahre Natur der Kometen schon länger als zwei Jahrhunderte kennt, hat sich in einem Teile der Bevölkerung doch ein Rest der früheren Kometenfurcht bis aus den heutigen Tag erhalten, die Furcht vor diesen Himmelskörpern ist tief eingewurzelt im Bewußtsein der Menschen. Wan würde sehr irre gehen, wollte man, wie dies nach der landläustgen Anschauung immer noch geschieht, für diese charakteristische Erscheinung allein die merkwürdige Gestalt oder das unerwartete Austauchen der Stemmen verantwortlich machen, es handelt sich vielmehr um ein weit größeres psychologisches Problem. Da sich die Kometenfurcht durch Jahrhunderte zurückversolgen läßt, die Menschheit nachweislich aber nie durch einen siometcu Schaden erlitten hat. müssen wir die Entstehung dieses Aberglaubens in die mythische Vorzeit verlegen, und in dieser, nämlich im vierten vorchristlichen Jahrtausend, hat das zufällige Zusammentreffen der Erscheinung eines großen Kometen mit einer schrecklichen verheerenden Ncsturkatastrophe den Glauben an einen wirklichen Zusanimenhang beider Vorgänge und gleichzeitig an eine Wiederholung der Katastrophe unter dem gleichen Zeichen des Himmels erweckt. Die Furcht vor der Kometengosahr ist demnach uralt. Wir dürfen uns daher nicht wundem, daß die Erscheinungen des Kometen 1910 a und des Kometen Halley aufs neue diesem Glauben Nahrung zrrführen, und daß man nicht nur die jüngsten Überschwemmungen mit den beiden Kometen in Verbindung bringt.
sondem sogar eine Art Weltuntergang durch den Zusanunen- prall der Erde mit dem Schweife des Kometen Halley für möglich hält. Während nun die ernsten Fachleute dem schwer auszurottenden Wahne nach Kräften entgegentreten, nützt der sich in unserer Zeit leider immer breiter machende wissenschaftliche Gefchasts-Feuilletonismus die willkommene Gelegenheit tüchtig aus. Erst kürzlich konnte man es lesen, wie ein sehr bekannter Schriftsteller fast in einem Atemzuge behauptete, ein Sltnnet verhalte sich zu einem Planeten wie ein Mückchcn zu einer Kanonenkugel, unter Umständen, wenn der Planet (die Erde) durch den Kops eines Kometen fliege, köime aber auch eine Katastrophe eintreten, die ein neues geologisches Zeitalter h:raufveschwöre. Man nicrkt hier die Absicht, und — man wird ein solches Verfahren für völlig unwissenschaftlich erklären müssen. Wir sagten oben schon, die Menschheit habe nachweislich noch niemals durch einen Siometcu Schaden erlitten, wir fügen nun hinzu: sie wird auch in Zukunft niemals einen nennenswerten Schaden durch solche Himmelskörper erleiden. Die Erde ist in geschichtlicher Zeit schon öfter durch Kometenschweife oder Kometcnteile htndurchgegangcn, dieses Ereignis hat sich aber in den „günstigsten" Fällen, wie 1799, 1833, 1866, 1872 und 1885, jedesmal nur als ein völlig harmloses U!td stilles, jedoch ausnehmend prächtiges Himm lsseuerwert, als ein großer Sternschnuppensall bcmcrklich gemacht. Mit dem Kopfe eines großen Kometen ist die Erde seit Menschen- qcdcnkcn noch nicht zusammengeraten — der Rechnung zufolge soll dies einmal in 15 000 000 Jahren geschehen —, würde aber selbst dieser seltene Zufall eintreten, so gäbe cs eben wieder nur einen grandiosen Meteorsall, der sich von den uns bekannten Schwärmen nur durch die Zahl der anp lenchtevden Raketen unterscheiden Würde; sind also am
27. November 1872 beispielsweise in Rom während 5 1 4 Stunden 18 892, d. h. in einer Minute etwa 42 Meteore gesichtet worden (im Maximum waren es wesentlich mehr), fi> iDütbcu bei tu &itrd)f d)x eiten eiltet bid>tcti Stü'iti c teilt o ^ ]C ^ vielleicht zehnmal oder gar hundertmal so viele Meteore beobachtet werden können. Das ist aber auch alles, irgend- welche ernstliche Wirkungen hätte der sogenannte „Zu- saimnenprall" der Erde mit einem Kometen nicht im Gefolge.
Wie ungemein locker das Gefüge selbst der kompaktesten ^eilo eines Kometen ist, lehrt die Tatsache, daß dahinter- stebende Fixsterne in ungeschwüchtcm Lichte hindnrchscyeincn. I. Schreiner hat die Dichte der Kometenmaterie in seiner ^Astrophysik" sehr anschaulich beschrieben. Er sagt:
' Aus der Anzahl der Sternschnuppen, die beim Passieren eines Metcorsttvms oder eines Kometenschweifes in einer gegebenen Zeit austreten, läßt sich die Dichtigkeit ihrer Verteilung berechnen. Als Beispiel wollen wir annehmen, daß an der sichtbaren Himmelsfläche in jeder Sekunde eine Sternschnuppe falle — cs handelt sich also um einen außergewöhnlich stark, n Sternschnuppenfall. Die durchschnittliche Höhe, in welcher die Sternschnuppen zum Leuchten kommen, betrage 100 Kilometer. Man Übersicht dann in dieser Hobe eine Fläche des Himmels von über 1000 Kilometer Radius; es soll aber angenommen werden, daß sich dieser Radius auf 800 Kilometer reduziere, wegen der Verminderung der Sichtbarkeit der Sternschnuppen am Horizont. Dek Inhalt der sichtbaren Fläche ist alsdann 2 000 000 Quadratkilometer. Die durchschnittliche Geschwindigkeit der Erdbewegung be- trägt 30 Kilometer in der Sekunde, diejenige der Stern- stufet 42 $Hontoict, bic yclöttbc G>c{cf)Vtunvtcitott zwischen Erde und Sternschnuppen kann also variieren zwischen 12 Kilometer, weim Erde und Sternschnuppen sich in
