***** Freitag, 11* März 1910*
SRttgtteb-em und Freunden für ihre Mithilfe und Beiträge, ,&*** Arbeitgebern und -rrehmern für das bewiesene Wer- taeexn, sowie der Presse für ihr Entgegenkornruen den besten Dank ans. Die paritätische Grundlage, auf der der Arbeitsnachweis Lufgebant ist, bietet die Gewähr, daß die Interessen der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer eine gleiche und vovständige Berücksichtigung finden, ^ und es darf gehofft werden, daß die dem Gemeinwohl dienende Tätigkeit des Vereins allseiti-z immer mehr anerkannt und gefördert wird.
Der Vorfitzende stellt endlich rroch fest, daß nach den Resultaten des Januar und Februar auch das laufende Jahr wieder zu den besten Hoffnungen berechtige; die Zahl der SteLenvermittelungen in diesen beiden Monaten belaufe stch ans 173 mehr als in derselben Zeit des Vorjahres. Der Verein ist — was vielfach nicht bekannt sein mag — auf Mitglied erbeiträge zur Erreichung seiner Ziele angewiesen. Der Beitritt kann daher nur jedem Interessenten empfohlen werden.
— Kurgäste. Es ist hier eingetroffen: General Papa- eichoporto aus Petersburg in der „Billa Esplanade".
— Professor I>r. Otto Nordenskjoeld, dessen Bortrag: „Unter den Eskimos in Grönland" am Mittwoch, den 16. März abends 8 Uhr, im großen Saal des Kurhauses einem so allgemeinen Interesse -begegnet, wurde nach seiner For- fchnnysreise in Grönland vom König von Schweden als Mvfeffor an die Universität in Goienburg berufe«. NordenNjoeld, eine Keine fast schmächtige Erscheinung, macht nicht den Eindruck, als ob er derartigen Beschwerden, wie sie EKedrtioneu nach Grönland mit sich bringen, gewachsen wäre. Eine gewisse Schüchternheit, wie man sie bei vielen Gelehrten beobachten kann, g?bt sich bei ihn: kund, und nur wenn das Gespräch wissenschaftlichen Charakter hat, spricht eine rege Begeisterung aus seinen Zügen. Nur wenige deutsche Städte haben Gelegenheit, seinen Vortrag Wer Grönland zu hören, da der bewilligte Urlaub nur ein ganz kurzer ist.
— Der Neubau des Residenz-Theaters in der oberen Lnisenstraße, auf dem Gelände der ehemaligen Artilleriekaserne, ist soweit gediehen, daß gestern das Richtfest gefeiert werden konnte. Die Wiederaufnahme dieses schönen, alten Brauchs hatte viel Anklang gefunden, beim die im kleinen Saal der „Turngesellschaft" (Schwalbacher Straße 8) abgehaltene Festlichkeit war von mehr als 200 Personen besucht. Sind doch allein an dem werdenden Muscntempel des Herrn Dr. Rauch 179 Arbeiter beschäftigt. Unter den FestteAnehmern befanden sich an der Seite des Bauherrn, des stellvertretenden Baumeisters Ho. Moritz und des Bau- flrhr-rs Beigeordneter Körner, Stadtrat Klett und andere Freunde des Herrn Dr. Rauch, welche an der überaus gelungenen Veranstaltung großes^ Gefallen fanden und mit ihrer Anerkemrnna nicht zurückhielten. Kapellmeister Mer- Mühlen sorgte für musikalische Vorträge, das Mitglied Schäfer des Residenz-Theaters und ein Humorist aus den Reihen der Gäste trugen durch erheiternde Couplets usw. zur Unterhaltung bei, Direktor De. Rauch hielt eine Ansprache, worin er der Mitarbeiter, der Behörden und aller gedachte, die ihm bisher in feinem bedeutungsvollen Unternehmen fördernd zur Seite ständen, Baumeister De. Moritz entrollte eine Geschichte des Baues mit dem Hinzu- fügen, daß schon Anfang September 1910 das neue Theater eröffnet werden dürfte, Direktor Friedberg von der Mainzer Betonbau-Gesellschaft beglückwünschte den Bauherrn usw. usw. Der Abend verlief in der stimmungsvollsten Weise und wird allen Teilnehmern wohl lange in angenehmer Erinnerung bleiben, hoffentlich auch ein gutes Omen für die Zukunft des Theaters sein.
— Die öffentliche Protestversammlmig der liberalen Bürgerschaft gegen die preußische Wahlrechtsvorlage, heute abend M/s Uhr, im Saalbau der „Tuingesellschast", Schwalbacher Straße 8, stattfindend, dürfte sehr stark besucht werden. Der hierzu gewonnene Stadtverordnete Goll aus Frankfurt a M. ist ein temperamentvoller packender Redner, wie sich namentlich bei der bekannten Wnhlrechtsversamm- lung aus der Hundswiesc in Frankfurt gezeigt hat. Keiner, der liberal denkt und fiihlt, sollte bei der heutigen Kundgebung fehlen, damit dieselbe recht imposant ausfällt.
— Architekten Wettbewerb. Bei dem von der Stadt Bafel veranstalteten Architekten-Wettbewerb um ein zu P/s Millionen Frank veranschlagtes .Kunstmuseum befinden sich unter den von 79 Bewerbern gleichmäßig mit einen! Preis von 2500 Frarck Ausgezeichneten auch die hiesige« Architekten Fr. Wer z und P. Huber, die bekanntlich schon früher in mancher Konkurrenz, so auch bei der um das hiesige Museum, prämiiert wurden.
— Die Silberhochzeit feiern morgen, am 12. März, in Hannover Oberpräsident v. W e n tz e l und Gemahlin. Herr d. Wvntzel war bekanntlich vor seiner Beförderung zum Oberpräsidenteil Regierungspräsident in Wiesbaden.
— Mgenieine Gewerbeschule Wiesbaden. Das neue Schuljahr beginnt am 10. April. Die Schule umfaßt folgende Abteilungen: den obligatorischen Zeichenunterricht
für die Handwerkslehrlinge, Zeichenkurse für Schreiner, Glaser, Dreher, Bau-, Maschinen- und Kunstschlosser, Mechaniker, ferner fltr sämtliche kunstgewerbliche Berufe, eine Vorberettungszeichenschnle für schulpflichtige Knaben, eine Zeichen- und Malschule für Damen, die Modellierschule, sowie die Fachschule Kr Bau- und KtMstgewerbe- trerbendc. Besonders sei aus die letzterwähnte Fachschule aufmerksam gemacht, die jungen Bauhandwerkern, Maurern, Zimmerern, Steinhauern, Bautechmkern, Bauzeichnern in drei Halbjahreskursen bei vollem Tagesunterrrckt diejenigen Kenntnisse vermitteln will, die zur späteren selbständigen Ausübung ihres Berufs befähigen. Die Anstalt wird auch viel von solchen jungen Leuten besucht, die später sich noch an BaugewerkMilen Wetter ausbilden wollen. Diese Möglichkeit hat neuerdings eine besondere Förderung erfahren durch einen Erlaß der Großherzogl. Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt, in welchem angeordnet ist, daß diejenigen Schüler, die die drei Klassen der baugetverb- lichcir Abteilung der Allgemeinen Gewerbeschule in Wiesbaden mit Erfolg besucht haben, ohne Aufnahmeprüfung in die dritte Klasse der Großherzogk. Baugewerkschule zu Bingen ausgenommen werden. Es ist dies eine wichtige Vergünstigung, die sicher zu ioeiterem lebhaften Besuch der hiesigen Schule anregen wird. In der Zeit vom 20. bis 2X Wir» rindet eine ÄuMellrura der Schülerarbeiten aus
WreskaÄrner Tagvlalt.
dem Schuljahr 1809/10 statt. Anmeldungen für das neue Schuljahr werden täglich im Sekretariat der Schule, Zimmer Nr. 11 , entgegeugenommen. Ausführlicher Lehrplan ist dort erhältlich, auch ist der Leiter der Schnle, Direktor Zttelmann, zn jeder wetteren Auskunft bereit.
Das WettKruscil im RoLschul,Palast. Ter leb- F:afte Besuch auch gestern abend bewies, mit welch' regem Interesse die Preis-Wettlaufen verfolgt werden. Cs _ traten zunächst die Sieger des Borlaufens vonl vongen Montag zum Entscheidungslaufen für das r-Kilometer-Rennen an, aus dem in ganz überlegener Weise Herr C. M an d l als Erster mit 2 Minuten 49 Sekunden durchs Ziel ging. Zweiter wurde Herr W. P o i n c i l i t mit 2 Minuten 55 Sekunden, der auch runder ^darauffolgenden Springkonkurrenz über schließlich 8 Stühle bewies, wie er den so schwerfällig erscheinenden Rollschuh zu meistern versteht. Hochinteressant gestaltete stch das Vorgabelaufen über 1 Kilometer, in dem der Instruktor der Bahn am Start antrat, während allen Mitkonkurrenten von den Schiedsrichtern je nach ihrer Vertrautheit mit dem Rollschuh ein mehr oder minder großer Vorsprung zugebilligt worden war. Und doch ging aus dem äußerst heftigen Kampfe der Instruktor. Herr Moreton, mit 3 Minuten 3 Sek. als Sieger hervor, während Herrn W. Poincilit mit 8 Min. 9 Sek. der zweite Preis zufiel. — Heute abend fällt die Entscheidung in dem Hauptlaufen unter den Siegern des Vorlaufes für das 3-Kilometer-Rennen. Daran schließt sich auf allgemeinen Wunsch ein Damen- laufen über zehn Runden, das sicher großen Beifall finden wird und schließlich wird Herr Morston zeigen, was mit dem Rollschuh auf dem Gebiete des Kunstlaufens geleistet werden kann. Morgen konkurrieren alle diejenigen Läufer, die bisher nicht vom Glück begünstigt waren, in einem Trostrennen, in dem der Kampf sicherlich ein sehr hitziger werden wird. Daran schließt sich die Preisverteilung.
— Geschäftsfchlust. Eine sehr bekannte Antiquitäten- und Kunsthandlung an der Wilheftnstraße und Burgstraße ist seit gestern, Donnerstagmorgen, geschlossen. Der Inhaber soll seit Sonntag im Ausland weilen.
— Der Mann mit der Maske. Der geheimnisvolle Ringer, der stch an der kürzlich in der „Walhalla" stattgestm- denen Konkurrenz beteiligte und hinterher als der Prw fessionsringer Bahn aus Bremen „entlarvt" wurde, nimmt gegenwärtig mit Pohl-Abs, Steurs, Metzner und dem Neger Zipps an den Ringkämpfen im Berliner Palast- Theater teil und wurde am Donnerstagabend im Entfchei- dungskampf mit dem Franzosen Aimable geworfen, allerdings erst nach 1 Stunde 4 Minuten.
'— Eine „Schlacht" bei den Fichten. Bei den Fuchs- und Kaninchenhöhlen daselbst spielte sich letzten Sonntag ein für die Zuschauer zwar interessanter, für die Eltern der dabei in Frage kommenden Buben aber manchmal recht verantwortungsvoller Kampf ab. Die „Fichten" gehören zur Gemarkung Bierstadt, über die Sonnenberger Fugend scheint sie auch zu beanspruchen. Die daraus entstandenen Meinungsverschiedenheiten wurden nun Sonntagnachmrttag auf eine recht kriegerische Weife, vielversprechend für die Zukunft, ausgetragen. Die Sonnenberger Schulbuben. unterstützt durch 15- und 16jährige, zogen mit allerhand Mordwerkzeugeir^ auf die Höhe. Stangen, Knüppel, Revol ver und lange Stöcke, an deren Spitze man profanerweise die Küchenmesser gebunden, um sie als Spieße zu verwenden. Die Brerstadter standen nicht noch, glaubten den anderen sogar damit überlegen zu sein, daß sie an ihre Stöcke und Stangen Bindfäden mH Nägeln und Eisenstückeri befestigten. Harmlos ist die Geschichte beiderseits also nicht. In der „Strategie" erwiesen sich die Sonnenberger, die einen Hinterhalt gelegt hatten, wohl überlegen. Hingegen schienen diesen Vorteil die Bierstadter durch besondere „Tapferkeit" auszngleichcn. Mutig stürmten die Streiter, einige hundert, aufeinander los, es klatschte und flutschte wie beim alten Blücher, und es gab viele blutige Köpfe, Beulen und blaue Male. Da der Sieg nicht zweifelsobne entschieden ward, wurde die Entscheidungsschlacht für nächsten Sonntagnachmittag festgesetzt. Inzwischen haben aber die Behörden eingegriffen, und es sollen dem Vernehmen nach die Polizeibeamten, mit einem „Jungeichenen" bewaffnet, als „Unparteiische" den „Ausschlag" bei etwaiger Wiederholung geben. Knirpsen von 8 und 10 Jahren blitzen schon die Augen, wenn sie davon sprechen. Eckte Germanen trotzdem.
— Schwindlerin. Gestern nachmittag gegen 2 Uhr erschien in einem Geschäft eine Frauensperson und kaufte eine halbe Flasche Wein. Sie bezahlte nrit einem 10-Markstück und unterhielt die im Laden anwesende Tochter der Geschäftsinhaberin während der Herausgabe des Geldes durch alle möglichen Zwischenfragen, um ihre Aufmerksamkeit ab- zulenken. Es gelang ihr denn auch, mit dem Wechselgeld das 10-Markstück wieder unbemerkt einzustreichen und zu verschwinden. Der Schaden wurde leider erst nach ihrem Weggang entdeckt. Die Frau hatte das Aussehen einer Zigeunerin oder Italienerin und trug eine dunkelrote Samtbluse, einen dunkelbraunen Rock mit gelber Borde und ein grellbuntes, mit grünen und roten Blumen gemustertes Umschlagtuch. Sie machte einen ziemlich zerlumpten Eindruck.
— Blinder Feuerlärm. Die Feuerwache wurde heute mittag um 11 Uhr nach dein Feuermelder anr Blücherplatz gerufen, woselbst Schulkinder beim Spielen die Scheibe des Melders eingedrückt und auf diese Weise die Wache wider Willen herbeigerufcn hatten.
— Kirche,isammlung. Man schreibt uns: Dem Verband der evangelischen Jungfrauenvereine Deutschlands ist die Abhaltung einer Kirchensammlung bewilligt worden. Für den Konsischrialbezirk Wiesbaden wurde als Datum der Emsamm- lnna Sonntag Judika, 18. März, vom Konsistorium vorgesehen Nachdem der letzte sozialdemokratische Parteitag die Revo- mtiomerung der Jugend beschlossen und zu neuer, stärkerer Agitation aufaefordert hat, dürfte es eine gute Antwort seitens der Krrche bilden, wenn einmütig an allen Orten die Unterstützung gerade dieser Arbeit ausgenommen würde, die Deutschlands T chtern, den l.mftigen Frauen und Müttern unseres Volkes, zugute kommt. Da der Verband in den letzten Jahren seiner umfassenden Arbeit mit einem nicht unbeträchtlichen Defizit belastet ist, ist ihm die bereitwillige und warmherzige Geberreudigkeit der evangelischen Christenheit auch in unserer äSromi» dringend au wünschen. — Die kommende Welt»'
Abend-Ausgabe, 1. Blatt. srr. 118.
konferenz in Berlin, 18. bis 26. Mai 1910, will mich weiteren, Kreisen, die bisher von dem Werk der weiblichen Jugendfürsorge wenig gehört haben, Gelegenheit bieten, einen Blick in das die fünf Erdteile umspannende Liebesneh dieser Arbeit zu tun.
— Einen Jnstruktionskursirs für Mission veranstaltet der
Allgemeine evangelisch-protestantische MifsionSverein in der zweiten Woche nach Ostern, vom 6. Bis 7. April, in Frankfurt am Main. Senior D. Bornemann, in weiteren Kreisen bekannt durch sein vortreffliches Werk über „Einführung in die evangelische Missionskunde im Anschluß an die Basler Mission", wird über „Mifsionsmethoden und Missionsprediger" sprechen;
Lic. Or. Rohr b ach, der frühere Reichskomnsissar für Deutsch-SüdNzstafrika und gründlicher Kenner der ostasiatischen Verhältnisse wird das Thema behandeln: „Die evangelische
Mission gegenüber dem Problem der fremden Rassen und Kulturen", und v. Haar, der langjährige Missionar des Vereins in Japan, wird auf Grund seiner scheuen Erfahrungen über „Siegs und Niederlagen des Christentums im Osten" sprechen. An diese interessanten Vorträge schließt sich abends eme Diskussion an. Außerdem ist noch eine größere volkstümliche Veranstaltung geplant. Das ausführliche Programm ge- denken wir demnächst zu bringen.
— Lchrcrinnrnverein für Nassau, E. B. Samstag, den 12., März, nachmittags 6 Uhr, findet in der Aula der höheren Mädchenschule, Schlossplatz, die 16. Generalversammlung statt. Es hat die Neu- resp. Wiederwahl deS geschäftsführenden Vorstandes und zweier Beisitzerinnen zu erfolgen.
— Die Ringkirchengemeinde veranstaltet am kommenden Sonntag,, abends 8 Uhr beginnend, in der „Wartburg" euien F a m i l i e n a b e n d. Der Kirchenchor hat seine Mitwirkung Zugejagt, ebenso eine Anzahl Solisten. Außerdem werden An- .prachen gehalten und Pfarrer Philipp! wird aus seinen Dich, tungen vorlesen. Jedermann ist willkommen.
— Kleine Notizen. Die städtische Reiferbesen- Lreferung wurde der Firma Gottfr. Broel in der.Ellen- bogengasse übertragen. — Der „Deutsche Keller", das gekannte, zum „Rheinhotel" gehörige Restaurant in der Rhein- Vabnstraße, wird, neu hergerichtet, morgen abend wieder eröffnst.
Theater, Kunst, Votträge.
* Königliche Schauspiele. (SpieIplan.j Sonntag,
den 13. März, Abonnement A: „Oberon". Anfang 7 Utjr Montag, den 14., Abonnement B: „Die Strandkinder". Anfang 7 Uhr. Dienstag, den 15., Abonnement C: „Die verkaufte Braut". Anfang 7 Uhr. Mittwoch, den 16., Abonne- intna D: „Aida". Anfang 7 Uhr. Donnerstag, den 17 .,
Abonnement A: „Der Evangelimann". Anfang 7 Uhr. Frei, tag, den 18., Abonnement l): „Herodes und Marianme". Anfang 7 Uhr. Samstag, den 19., Abonnement B: „Der Wild-
Anfang 7 Uhr. Sonntag, den 20., Abonnement C: „Der Freischütz". Anfang 7 Uhr,
* Kurhauö. Da das große Siegs ried-Wagner- Konzert heute Freitagabend im großen Saale des Knr- hg.ujes pünktlich um 7%, Uhr beginnt, und da auch die Eingangs, turen des Saales und der Galerien nur in den Zwischenpausen geöffnet werden, so empfiehlt sich rechtzeitiges Erscheinerl Zwischen der dritten und vierten Programmnuimner findet erne Pause von ungefähr 15 Minuten statt. Sie Eintritts, tnene betragen: Logenfitz 6 M., 1. Parkett 1, bis 20. Reibe 4 M l. Parkett 21. bis 26. Reihe 3 M. Alle übrigen Platze auch Mittelloge, 2 M„ nur Ranggalerie Rücksitz 1 M. Auch bej dieser Veranstaltung werden die Damen fteundlichst gebeten au: den Parkettplätzen ohne Hüte erscheinen zu wollen. Schluß des Konzertes gegen 9/s Uhr.
* Gemäldegalerie Hermes u. Ko. sWilhelmstraße 86). Neu ausgestellt: Gab. L. Max: „Salome", „Frida". H. Bürkel: „An Brunnen". Maris Nyl: „Maiglöckchen". C. Thoma-Hörele' „Stsileben". Anderfen-Lunwh: „Blick auf das Karwendelae- brrge . A. Flamm: „Aus dem Volskergebirge".
* Hoensbroech-Vortrag. Der am nächsten Montag im neuen Festsaal der Turnaesellschaft, Schwalbacher Straße 8 stattfmoende öffentliche Vortrag des Grafen v. Hoensbroech ichemt allgemeinem großen Interesse zu begegnen, wie schon die starke Kartennachfrage schließen laßt. Das gewählte Thema- ,,.rcr Ultramontanismus und seine Bekämpfung" ist nicht nur an sich ein überaus zeitgemäßes serne Behandlung durch den Grafen v. Hoensbroech dürfte noch dadurch besonders anregend und mnfassend sein, daß der Borl tragende als früherer Jesuit die einfchlägigen Verhältnisse ganz gründlich kennt. Den Besuchern des Vortrags Ivird außerdem, wie wir hören, eine interessante Buchgabe überreicht werden. Der Kartenvorverkauf erfolgt in den bekannt gegebenen Buchhandlungen. Für den Verkauf cm der Abendkasse durste nur eine sehr beschränkte Zahl von Karten zur Ver. fugnng stehen.
Stahlfedern und ihre Herstellung wurden m Lichtbildern nach eurem historischen Rückblick auf ihre Ent, srehungsgeschichte am Mittwoch in. einem vom „Deutsih. nationalen Handlungsgehilfenverband" veranstalteten Vortrag gezeigt. Die Lichtbilder waren von der Lehrmittelabtellung der «tahlfedcrfabrik Heintze u. Blanckertz in Berlin geliefert und brachten dre Federerzeugung in diesem mächtigen Unternehmen anschaulich zur Darstellung. Der Bortrag war gut besucht.
* Zugunsten der soeben aus Rußland vertriebenen Juden findet am Samstag, den 12, März, abends 8 / 2 . Ähr, im unteren Saale des Saalbaues Turngesslffchaft, Schwalbacher Straße 8 die Purimfeier sinter Mitwirkung bedeutender Künstler statt. Tausende von Famllien sind an den Bettelstab gebracht worden und wissen nicht, wohin sie sich wenden sollen. Das Eiend ist unbeschreiblich. Im Interesse einer sofortigen Hilft. cckiwn wird um zahlreiche Beteiligung gebeten. Näheres siebe Annonce.
Aus dem Landkreis Wiesbaden.
>vo. Sonnenbcrg, 10. März. Heute fanden dahier die Wahlen für die Gemeindevertretung in der 3. Wählerabteilung statt. Es waren für dieftlben Kandidaten aufgestellt einmal von seiten des Bürgerbereins, zum andern von der Sozialdemokratie, welche die Mandate zu verteidigen hatte. Es siegte mit nicht allzugroßer Mehrheit die Liste des Burgerverems, so daß die visherigen Gemeindevertreter Rcaurer August Etz und Tüncher Ludwig Kilian auszuscheiden haben und die Sozialdemokratie nur noch ein Mandat in der Gemeindevertretung besitzt. Von der Bürgervereins-Partei er- hcellen Wrlhelm Wagner 183, Wilhelm Wirt 182 Stimmen u'ur August Etz wurden seitens der Sozialdemokraten 129 Stimmen abgegeben, für Ludwig Kilian 130.
„ = Schierstein, 10. März. Im Bürgerverein Schierstem hielt Herr Schriftsteller Anders aus Wiesbaden dieser Talw ebenfalls einen rommunalpolitischen Bortrag. Der Redner verbreitete sich über die wirtschaftliche Vergmigenbeit des Ortes, weil daraus sich die Schlüsse für Gegenwart und Zukunft ableiten lassen und kam zu dem Ergebnis, daß ange. srchts der Verhältnisse Schrerstems, seiner Lage am Hafen und am Rhem und an einer wichtigen Eisenbahnlinie unmittelbar ber einer Großstadt und benachbart einem Jndustrieplatze wie Biebrich, , seine ganze zukünftige Entwicklung nur aus id u st r r e l l e m und gewerblichem Gebiete zu suche» sei. Dazu wäre der Bau der Hafenbahn ein unabweisbares Erfordernis, dessen Verwirklichung als die wichtigste kommunale Aufgabe Schiersteins angesprochen weiden müßte Hinsichtlich der SiedelungApolitik empfahl der Redner wie in Erbenheim die Förderung des Kleinwohnhauses, weil damit eine verläßliche Arbeiterschaft für die Unternehmungen am Platze zu erziehen wäre. Der Borttag winde von der sehr zahlreichen Versammlung mit größtem Interesse entgegeugenommen Die Dislussion ließ erkennen, daß die Zuhörer : it den Ausführungen des Redners vollkommen übcremstimmen.
Najsrruislhs Uachrichien.
a. Bon der oberen Aar, 9. März. Da durch den SchläterS- kovf st ollen des Wiesbadener Wasserwerks die Stärke der
