Teils s. Dienstag, 8. Marz ISIS. Wiesbadener TagblaLr»
Abend-Ausgabe, L. Matt.
Nr. IIS.
wäre, wenn >die Polizei die Massen, auch wo ihr Auftreten nicht mehr gesetzlich war, aus NützliMeitsgründen hätte gewähren lassen. So schreibt das Blatt des Berliner Freisinns, die „Bvfsische Zeitung", in einer späteren Ausgabe: ALan kann sicherlich zweifeln, ob solche Spaziergänge ein geeignetes Mittel zum Zweck sind; man kann es für ganz verkehrt Hallen, „aus die Straße" zu ziehen, auch der Meinung sein, daß Zusammenstöße, wie sie nur zu leicht eintreten, lediglich der Reaktion dimen und die Reform erschweren. Aber, wie man auch Wer diese Demonstrationszüge denke: Darüber wird nur eine ALeinnng sein, daß die gestrigen Maßregeln der Polizei in keinem angemessenen Verhältnis zu der Bedeutung des Unternehmens standen, weit über'das Bedürfnis hinausgingen und gegen den Wunsch und Willen ihrer Urheber die öffentliche Ordnung und den Frieden eher gefährdeten als förderten. Auf der Gegenseite Wird es aber auch gut sein, wenn die Sozialdemokratie sich hütet, den Bogen zu überspannen. Die Straße ist nicht in erster Linie für politische „Spaziergänge", für die Absingung der Arbeitermarseillaife und ähnliche Demonstrationen bestimmt, auf die Straße haben auch die Kreise und in erster Reihe die Anspruch, die an Kundgebungen nicht teilzunchmen wünschen. Und welche Verantwortung, wem, der Führer die Herrschaft über die Masse verliert und der Steinwurf eines leichtfertigen oder ruchlosen Burschen, vielleicht eines Agent provocateur, das Signal zum Blutvergießen gibt? Darum, wenn wir die Polizei zum Ma ß halten mahnen, gilt dieselbe Mahnung den Leitern der Sozialdemokratie, über das Wahlrecht wird ganz gewiß nicht aus der Straße, sondern im Parlament entschieden.
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Offiziöse Klagelieder.
Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: „Die Kundgebungen im Tiergatten haben gezeigt, was die Sozialdemokratie unter einem Wahlrechtsspaziergang versteht. Die Demonstratio« hat sich fast ungestört entwickeln können und bietet somit ein ganz unverfälschtes Bild der Absichten ihrer Urheber. Da ist denn aufs neue zu beobachten, daß den sozialdemokratischen Führern die Wahlrechtssruge nichts weiter als ein Mittel bedeutet, die Massen in Bewegung zu halten, ihnen die Lttstnngsfähigkcit der sozialdemokratischen Organisationen klar zu machen und zugleich den Sinn für Gesetz und Ordnung nach Möglichkeit zu untergraben. Das Bereinsgesetz, das das Bersammlungsrecht in liberaler Weise geordnet hat, enthält über öffentliche Versammlungen unter freiem Himmel und Auszüge auf öffentlichen Straßen und Plätzen eine klare unzweideutige Bestinnnung: sie bedürfen die Genehmigung der Polizei- behörde. Daraus ergibt sich, daß die ohne Genehmigung der Polizeibehörde arrangierten Aufzüge ungesetzlich sind. Ob man diese Aufzüge Wahlrechtsspaziergang oder Landpartien nennen will, ist völlig gleichgültig, der Name tut nichts zur Sache, ihren wahren Charakter erhielten sie durch Vorkommnisse, die sich» aus den Berichten ersehen lassen. Ein Spaziergang von geschlossenen Massen, wobei die Arbeitermarseillaise gesungen, rote Fahnen geschwungen, Hochrufe auf die Sozialdemokratie ausgebracht werden und sich Redner vernehmen lassen, ist ohne Genehmigung eine ungesetzliche Kundgebung. Wenn die Kundgebungen wieder einige Opfer gefordert haben, so fällt die Verantwortung dafür auf die Leiter der Demonstrationen, die mit den Führern der sozialdemokratischen Partei identisch sind. Daß es sich nicht um lokale Kundgebungen handelt, sondern daß man es mit einer planmäßigen sozialdemokratischen Agitation über das ganze Reich hin zu tun hat, lehren die vorliegenden Nachrichten. Wenn wir es aber bei diesen Vorgängen mit einer Auflehnung gegen das Gesetz zu tun haben, ist es ganz und gar unverantwortlich, wenn Blätter, die zu den bürgerlichen Parteien zählen, die Demonstrationen als einen Sieg über die Polizei verherrlichen. Der Abg. Konrad Hanßmann sagte bei dem Festmahl der neuen Fortschrittlichen Vollspartei, der Freisinn stehe aus dem Standpmckt, daß man gesetzliche Zustände nur mit gesetzlichen Mitteln erobern könne; höchste Freiheit sei höchste Ordnung, und höchste Ordnung sei höchste Freiheit. Was am Sonntag geschehen ist, war die organisierte
Verhöhnung des Gesetzes. Sympathien, die Blätter des Berliner Freisinns für diese Demonstrationen zeigen, sind sicher nicht von dem Geiste eingegeben. der aus den Hauß- mannschen Worten spricht."
Diese offiziöse Auslassung gegen die Berliner Wahl- rechtsdemonsttationen vom Sonntag ist schon deshalb völlig irreführend, weil sie diese Demonstrationen als eine schwere Verletzung der Ordnung hinstellt, während die Berichte in der Anerkennung der dabei beobachteten Ordnung überein st i m m e n. In Berlin ist die gleiche Beobachtung wie anderwärts gemacht worden, daß alles so lange ohne Störungen vor sich geht, wie die Polizei sich zurückhält, daß aber das Einschreiten der Polizei fast immer zu bedauerlichen Szenen führt. So auch bei den Berliner Wahlrechtsspaziergängen im Tiergarten und im Treptower Park. Das übermäßige Aufgebot von Polizei, die Konsignierung und überhaupt der ganze Apparat mußte angesichts einer friedlichen Vollsdemonsttation geradezu komisch berühren, und daß die Berliner Polizeileitung sich hat düpieren lassen und von dem Spaziergang im Tiergarten völlig überrascht wurde, dagegen in Treptow fast ein Heerlager von Schutzleuten und Gendarmerie eingerichtet hatte, das erhöhte die Komik noch. Leider hat die Polizei durch ihr Verhalten dafür gesorgt, daß die Sache doch zeitweise recht ernst wurde, und daß es, obgleich das Publikum nirgends renitent war, zu bösen Zusammenstößen kam, d. h. zum Niederreiten und Niederschlagen des Publikums, das im Gedränge nicht gleich ausweichen konnte. So war es im Tiergarten beim Reichstagsgebände, wo ohne Rot eingeschritten und eingeritten wurde, als die Menge sich schon zu verlausen begann, schlimmer aber noch beim Treptower Park, vor dem sich trotz der Absperrung oder richtiger wegen dieser, viele Tausende angesammelt halten Einem Bericht der „Voss. Ztg.", der eine durchaus ruhige Darstellung über die Vorgänge nach den Beobachtungen von Augenzeugen gibt, entnehmen wir darüber noch folgendes:
„Berlin im Kriegszustand. Das ist der Eindruck, den der unbefangene Beobachter empfing. Wer keine Ahnung von den Dingen, besonders von den polizeilichen Kundgebungen hatte, mußte aufs äußerste erstaunt sein über das Bild, das die Reichshauptstadt bot. Eine solche Menge von Schutzleuten hat kaum jemand seit Mmschengedenken gesehen. Zumal in der inneren Stadt, in der Umgebung des Schlosses, Unter den Linden, in der Friedrichstraße, Leipziger Straße, vor den Ministerhotels und an Knotenpunkten des Verkehrs. Die linksliberalen Patteien, die ihre Vereinigung besiegelten, hielten ihren ersten Parteitag km Wintergarten des Zentralhotels. Was machten sie für Augen, als sie jeden Straßmübergang mit Schutzleuten besetzt, an einzelnen Stellen ganze Postenketten gebildet fanden, am Brandenburger Tor ein förmliches Kriegslager, etliche Dutzend Schutzleute neben ihren Pferden: durchweg die Offiziere wie die Schutzleute feldmarschmäßig ausgerüstet, die Schuppenkette unter dom Kinn, denRcvolver an der Seite. „Was ist denn hier so hoch Gefährliches? Ihr macht nur Neugier, näher zuzuseheu!" Erst die höchst ausfälligen Zurüstungen der Polizei veranlaßten die Ansammlung von Massen Schaulustiger. Während sich aber so einzelne Straßen füllten, herrschte in anderen die Ruhe des Kirchhofs, Entweder wurden die Spaziergänger überhaupt nicht durchgclafsen, oder aber sie erhielten' gegen Legitimation freien Weg mit der Auflage, schleimigst iltrcS Weges zu ziehen. Im weiten Umkreise des Schlosses war alles wie aus g estorb en. Auf dem Schloßplatz hielt eine Abteilung berittener Schutzleute, von Radfahrern flankiert; auf dem Lustgarten' hatte eine größere Abteilung Schutzleute schon von 10 Uhr früh Posto gefaßt. Man sah überall befremdende Vorbereitungen gegen Ereignisse, von denen irgendwelche Anzeichen nicht zu entdecken waren. In der Mittagszeit bewegten sich dann Züge von Spaziergängern durch den Tiergarten, meist recht anständig aussehende und recht anständig gekleidete Personen, von denen niemand annehmen konnte, sie würden ein Verbrechen begehen. Kam ein Automobil des Weges daher, so hob der Führer die Rechte, und im Augenblick machten die gut disziplinierten Massen Platz. Wenn Studenten am Sonntag Unter den Linden ihren „Bummel" machen, so
können sie sich nicht gesitteter und loyaler betragen als diese „Demonstranten". Einige uns vorliegende Berichte von vertrauenswürdigen Augenzeugen beurteilen inssondere das Vorgehen der Gendarmerie in Treptow sehr abfällig und versichern, daß von einem tätlichen Widerstand der Demonstranten und Neugierigen nicht das mindeste zu bemerken gewesen sei, so daß speziell das Hineinreiten kn die in „drangvoll fürchterlicher Enge" eingekeilten Massen überflüssig gewesen wäre"
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Naumanns Eindruck.
Neichstagsabgeordneter Friedrich Naumann gab aus dem Festmahl der Fortschrittlichen Volkspartei im Reichs- tagsgebäude seiner: Empfindungen, die ihn beim Anblick des Stadtbildes in der Umgebung des königlichen Schlosses während der Demonstration bewegt hatten, in folgender Weise Ausdruck: Vor wenigen Stunden sei er am Königs- schlosse vorbeigesahrcn. Die Stille altchinesischer Königsgräber habe dott geherrscht, und nur hier und dort sei ein Ternpelwächter mit blanken Knöpfen zu sehen gewesen, der die majestätische Grabesstille bewachte.
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Die „Anerkennung" des Polizeipräsidenten, rvd. Berlin, 7. März. Der Polizeipräsident sprach den Offizieren, Wachtmeistern und Schutzmännern der Schutzmannschaften von Berlin und den Vororten seine Anerkennung für ihr gestriges Verhalten aus, besuchte die verletzten Schutzleute im Krankenhause, bezw. in ihre» Wohnungen und belobte sie.
Deutscher Reichstag«
kkortletzuna deL DrahtberiLtS in der Morgen-Ausgabe.
tz Bettin, 7. Mürz.
In der Fortsetzung der Beratung zum Marineetat (zweiter Tag)
sührt Aog. Dr. Sirupe (VoWsp.) aus: So sehr wir dir innere Politik des Kanzlers bekämpfen, stimmen wir freudig der Politik der Verständigung zu, die er gegenüber England verkündet hat. Wenn wir unsere Marine kritisieren, und wenn wir andererseits mit Stolz aus das große Heer von Schiffen Hinweisen, wir wollen immer nur, daß es als Fttedensinstrument gebraucht wird. (Zustimmung links.) Die technische Leistungsfähigkeit und die Berufs- frcudigkttt der Angehörigen der Marine zu heben und so- mit unsere Machtstellung zur See zu stärken, hat auch tun Zweck, dem Frieden zu dienen. (Sehr richtig! links.) Offen und rückhaltlos werden wir die Schäden unserer Marine- organisatton hier im Plenum ausdecken. Das kann, wie -ch mit dem Bettiner Polizeipräsidenten sagen möchte, gar nicht übergenug geschehen.
Im übrigen möchte ich den Berliner neugiettgen Polizei. Präsidenten warnen, sich mit so provokatottsch und aufreizend wirkenden Erlassen in parlamentarische Verhältnisse einzumischen.
(Lebhafte Zustimmung links.) Auch der Redner der konservativen Partei hat erklären müssen, daß das Vettrauen zur Marine m weiten Kreisen unserer Bevölkerung vermindert, ja erschüttert worden ist. Das sind Wotte, die man früher von dm Herren aus der Rechten nicht hörte. (Sehr richtig! lirfls) Der konservative Redner hat weiter verlangt, drß be' der Marine größte Sparsamkeit geübt werde. Das ist euch sehr notwendig, denn
der altprcußische Geist der Sparsamkeit ist bei der Mvttnc in der Tat nicht überall vorhanden.
Der lcnscrvcttive Redner hat gesagt, kein verständiger Mensch vehnke den Oberst Gädke mit seinen Artikeln im „Berliner Tageblatt" mehr ernst. Herr Gädke gehört nicht zu meinen politischen Freunden. Aber ich möchte ihn doch in Schutz nehmen gegen diesen Vorwurf, von ketnem verständigen Menschen ernst genommen zu werden. (Mg. Gothein ruft: Die Konservativen Haben den Verstand allein! Heiterkeit.) Der Mg. Gans Edler Herr zu Putlitz hat dann weiter gesagt, im Ausland wisse man das nicht so genau, weil die Presse, in der der Oberst
Spiel allerdings nicht zu entdecken, es hob sich nicht wesentlich über den Durchschnitt; eine wackere, anerkennenswerte Leistung. So muH man auch über den Hermann des Herrn Viktor W a l b e r g vom Mannheimer Hof- und Nationaltheater urteilen. Der offenbar noch sehr junge Künstler — so sah er wenigstens aus — spielte die Ekelrolle des frühverderbten Bruders des Musterknaben „Herr August" flott und gefällig und charakterisierte sie gut. Einen künstlerischen Hochgenuß bot das Spiel der Frau Bleib treu als Mutter Schmalenbach. Gleichwertig war der Onkel Ale, der alte zynische Lumpensaktor des Herrn Andriano. Das Zusammenspiel dieser beiden brachte Momente höchsten künstlerischen Genusses. Volle Anerkennung verdienen noch Herr Hermann in der Rolle des Büttgesellen, Herr Lesfler als Fabrikbesitzer und Frau Doppelbauer als Juliane, Das gut besetzte Haus kargte nicht an Beifall. **
* Kleider ans Wachs. Die Mode der Kleiderstoffe wird in diesem Fahre um eine neue Erfindung bereichert werden. Wie man uns aus London mitteitt, ist das neueste Produkt, aus deni die mo-ernsten Stoffe für Damenkleidcr gefertigt werden, das — Wachs. Diese Industrie haben die Europäer von dem Stamm der Afridis, deren kriegerische Tätigkeit den Engländern schon viel zu schaffen machte, übernommen. Bisher wußte man nämlich außerhalb des Gebiets, da diese Wachskleider angcsertigt werden, außerhalb der Stadt Poschawar nichts von der Bereitung der Stoffe aus Wachs, denn über die Herkunft des dazu benutzten Wachses wurde stets strengstes Stillschweigen bewahrt. Nunmehr aber hat man erfahren, daß das Afridtwachs aus dem Ol der wilden Färberdistel gewonnen wird, indem man den Samen der Pflanze ans cirkfache Weise auspreßt. Dieses Ol wird gekocht, und entsprechend behandelt, und es ergibt dann eine Masse, die zu der Verarbeitung von Kleiderstoffen dient Die Afridis erzeug«! prachtvolle Muster aus den Stoffen, die noch den Vorzug besitzen, wasserdicht zu sein. Es werden augenblicklich die Wachs flösse in allen Farben und Mustern tn Lvndon. LerattkLt, da mmr sich für die Reisezeit ei"-n
großen Erfolg der Wachskleider verspricht. Bisher war es nämlich nicht möglich, einen wasserdichten Stoff zu finden, der den unangenehmen Geruch der Gummistoffe nicht besitzt, der in schönen Farben und Mustern herzustellen ist, und der sich auch in einer gewissen Eleganz verarbeiten läßt.
Theater und Literatur.
Im Düsseldorfer Schauspielhaus wurde „B l a n c o Posnets Erwerbung" von Shaw zur ersten reichs- deutschen Aufführung gebracht. Der Erfolg des Stückes war nicht seinem ernsten Gehalt, sondern dem Kriminalsall und dein amüsanten Hinterwäldler-Milieu, d. h. also dem Brei Hatte, zu danken.
Eine Operetten-Komponistin ist das neueste im Berliner Theaterleben. Das Buch rührt ebenfalls von zwei Berliner Schriftstellern her; Pordes-Milo, der Librettist der Blech;chcn Oper „Versiegelt", und Br. Erich Urban haben es verfaßt, die Komponistin ist Frau R. D a n z i g e r. ^ie Operette führt den Titel „Di e D orskomt ef f e".
Das Schlierseer Bauerntheater hat am Frei, tag im Deutschen Theater in München seine 5000. Vorstellung zu einer Festseier gestalttt. Gegeben wurde „Jägerblut" von Rauchenegger und im Mittelpunkte der Darstellung stand Xaver Terofal, der ausgezeichnete Charakter-Komiker der bekaimtlich seit einer Reihe von Jahren das Theater leitet Begonnen hat das Theater am 21. Mai 1892, gleichfalls mit „Jägerblut", das bisher 757 Mal gegeben wurde Die Schlieffeer haben bisher 686 Gastspiele in 223 Städten qe- geben.
Der Altphilologe Professor Dem und Ruete zu Bremen ist im 52. Lebensjahre gestorben.
Bildende Sfcmfi und Musik.
In dem alten historischen Kastell Ursino zu Catania, das vom Kaiser Friedrich II. erbaut ist und ehemals die Residenz der Aragonesen war, wird ein Museum begründet. Das alte Bollwerk ist seit kurzem National- monument.
Wissenschaft und Technik.
Für die M evissenstistung in Cöln, die den Zweck hat, Darstellungen aus der Geschichte des Rheinlandes und Westfalens mit Preisen auszuzeichnen, ist eine neue Arbeit ausgeschrieben worden. Die beste Schilderung der Rheinprovinz unter der preußischen Verwaltung von 1815 bis zum Erlaß der Verfassungsurkunde soll mit 5060 M preisgekrönt werden. Der Eirrlieferungstermin ist auf den 1 März 1914 festgesetzt.
Der Geh. Baurat Hermann Blankenstein ist in Berlin im 82. Lebensjahr gestorben; er gab fast ein Menschenalter hindurch der Berliner Architektur das Gepräge. In künstlerischer Hinsicht standen die Bauten allerdings nicht auf der Höhe der Schöpfungen des jetzigen Stadtbaurats Ludwig Hosmann.
In New York ist der Philanthrop Louis Klopsch im 58. Lebensjahre gestorben. Er stammte aus Deutschland, war in Amerika journalistisch tätig und entfaltete be- sonders als Mitarbeiter und späterer Besitzer des „Chttstian Herold" eine ausgedehnte Tätigkeit für menschenfreundliche Zwecke. So saminttte er 1902 Gelder für die Hungersnot tn Rußland, schickte 1896 eine Schiffsladung Korn und 409 000 Dollar nach dem hungernden Indien; 1898 war er — in amtlichem Auftrag — den Notleidenden in Kuba, I 90 g wieder in Indien den von Teuerung und Cholera Heimgesuchten ein Helfer.
P e a r y lehnie im Unterausschuß der Marinekommission des Kongresses ab, seine Beweise für di« Erreichung des Nordpols zu unterbreiten, indem er aus den Kontrakt, den er mit einer Verlagsanstalt abgeschlossen habe, hinwies. Der Unterausschuß hatte die Beweise in Verbindung mit der vom Kongreß beabsichtigten Auszeichnung Pearys erbeten.
Zur Gründung eines" Berliner Studenten. Heims hat soeben ein Komitee die Jnitiattve ergriffen Es hat an den Berliner Magistrat ein Gesuch gerichtet zur
Hundertjahrfeier der Universität 40000 W. zur eines solchen Kasinos zu bewilliacrr.
