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Jan aste schon wieder damit an!" ruft Kathrine, I liche Anstalten in größter Zahl widmen ihre Hilfe unter . sagen dann der Reihe nach ihre Sprüchlein auf. Geheim

Wegen meiner kannste dich in ein Kloster Heden lassen, CJt'. dem Zeichen des Skaten Kreuzes dem Lande. gebürgert hat sich ein hübscher Gesangbuchversr

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Derlag La»sgaKs 25/27. Tegblatt-Ha«§".

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Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entlprechendermba.t.

Nr. K7.

Wiesbaden, Sonntag, 27 . Februar 1910.

Für die Aufnahme von Anzeigen an den vorgeschriebenen Tagen wird keine Gewahr übernommen.

88. Jahrgang.

Morgen - Ausgabe.

1. Matt.

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in> NrrlagTagblattstans" Langgasss S7, in den Zweigstellen der Ztadt. in den Ausgabestellen der KtaÄt und Nachbarorte, und bei särntiiche» deutscher« Reich»Vostanstaltrn.

Die JHoUtilt der Woche.

Nachdem die Kommission des Preußischen Abgeord­netenhauses, der die Vorlage, betreffend^ die Wahl­rechtsreform, zurweiteren Veranlassung" anvertraut worden war, am Tonnerstag glücklich oder, wie viele 'aaen werden, unglücklich ihre Beratungen beendet bat, werden die Väter des Gesetzentwurfes Mühe haben, ihr Kind wiederzuerkennen. Von der Regierungsvorlage und eigentlich nur die nebensächlichen Bestimmungen oeblieben. während im übrigenrechter Hand, linker Hand" alles vertauscht ist, und zwar auf Grund des Kompromisses zwischen^den Konservativen und dem Zentrum, welches die Sensation dieser Woche gebildet, hat Tie Regierungsvorlage hatte die indirekte Wahl- wrm mit Fug und Recht als überlebt bezeichnet und ste durch die direkte ersetzt', der Kompromißantrag machteumgekehrt den Schuh draus". Die Regie­rungsvorlage hatte an der öffentlichen Abstimmung iestgehalten, die der preußische Ministerpräsident mit allen Mitteln seiner Beredsamkeit verteidigte' das konservativ-klerikale Kompromiß ersetzte die öffentliche Abstimmung für die Urwahlen durch die geheime, hob aber diesen' Fortschritt in der Hauptsache wieder durch die Beibehaltung der indirekten Wahl und die ö f f e n t- r i ch e Stimmabgabe der W a h l männer auf. Man kann somit, da über die Stellungnahme der Regierung zu dieser Reform ihrer Reform, abgesehen von den an bemerkenswerter U n b e st i m m t h e i t leidenden Äußerungen des Ministers v. Moltke, nichts Sicheres b-kannt geworden ist, nicht behaupten, daß dm Arbeit 'er Kommission zur Klärung der Wahlrechtsfrage bcn- getragen hat, und die endgültige Entscheidung über diesewichtigste Frage der Gegenwart" wird voraus­sichtlich auch nicht in der zweiten Kommissionslesung, 'andern erst im Plenum des Abgeordnetenhauses fallen.

Ter deutsche Reichstag hat zu Beginn dieser Woche eine Pause in seiner eifrigen Tätigkeit eintreten lassen, um der Trauer über den schmerzlichen Verlust, der ihn durch das Abteben seines Präsidenten betroffen hat, einen würdigen Ausdruck zu. geben. Ter Vrze- präsident Spahn, dessen Geschäftsführung in der letzten Zeit mehrfach angegriffen wurde, sprach in diesem Falle sicherlich nicht nur im Namen, sondern im Srnne aller Reichstagsmitglieder, als er der Verehrung für den Grafen Stolberg-Wernigerodc, dessen unantastbare Unparteilichkeit von allen Parteien an­erkannt worden war, Worte verlieh. Als Nachfolger des verstorbenen Präsidenten dürfte aller . Voraussicht nach sein Fraktionsgenosse Graf Schwerin-Löwitz :n Frage kommen, da das Zentrum, nachdem es sich ber der Wahlrechtsvorlage mit den Konservativen zusam- me'ngefunden hat, keine Neigung zeigt, durch etwaige Ansprüche auf die Besetzung des ersten Präsidenten­postens die junge Freundschaft zu gefährden.

Ter deutsche Reichskanzler und preußische Mimster- präsident Herr v. B e t h m a n n - H o l l w e g hat nt dieser Woche seine Aufmerksamkeit zwischen der inne­ren Politik, mit der es insbesondere in Preußen erniger- maßen schief ging, und der äußeren Politik teilen müssen, in deren Mittelpunkt die Gegenvisite _ des österreichisch-ungarischen Ministers des Auswärtigen stand. Wenn es sich bei dem Berliner Besuch des Grafen Aehrenthal auch in erster Reihe um einen Höflichkeitsakt handelte, so ließen doch die ein­gehenden Konferenzen zwischen den be-den Staatsmännern, sowie die Audienz beim Kaiser, der dem Grafen Aehrenthal die Brillanten zum schwarzen Adlerorden verlieh, darauf schließen, daß bei dieser Gelegenheit in der deutschen Neichshauptstadt auch be­deutsame politische Verhandlungen geführt wurden, die wohl in erster Reihe dem grrechrsch-kretr- schen Problem und dem Plan einer österreichisch-russi­schen Entente galten. . ,,

In L> sterrei ch hat sich unterdessen ein Umschwung vollzogen, der vom deutschen Standpunkt aus nur mtt schmerzlichem Bedauern ausgenommen werden kann. Das Kabinett Bienerth hat durch die Absagung des Lands m a n n m i n i st e r s Du. S ch r! e i n e r dre deutschen Parteien in eine Oppositionsstellnng gedrängt, welche die Lösung der chronischen Krisis ernstlrch er­schweren muß und für den Bestand dcS Kabmetts, das setzt fast ebenso in der Luft schwebt wie das ffimtjte* rium Khuen-Hedervary in Ungarn, leicht gefährlich

werden kann. . T ..,

Kaum minder schwach ist die Position des englischen Kabinetts, welches den Kampf gegen das Oberhaus ankündigt, während die drohende Fahnenflucht m den eigenen Schlachtreihen feine Aktionskraft lähmt. Wenn

es Herrn Asgnith nicht gelingt, die begehrlichen Iren durch neue Zugeständnisse zufrieden zu stellen, oann dürfte diese Kampfsession, die durch K ontq Eduards Thronrede wenig Erfolg versprechend für das Kabinett eingeleitet wurde, nur von kurzer Tauer sein. Zu diesen inneren Sorgen gesellen sich für die Regierung noch sehr ernste äußere, denn die Ermordung des ägyptischen Ministerpräsidenten Butros-Pascha hat die Aufmerksamkeit erneut auf die ernste Gärung im Nillande gelenkt, und gleichzeitig droht die Flucht des Dalai-Lama auf indi­sches Gebiet zu ernsten Differenzen mit den Chinesen zu führen, die seit einiger Zeit auf- fallend mit ihren Schlitzaugen nach Tibet hinüber­schielen eine Augensprache, die den Engländern be­greiflicherweise nicht gefällt!

Politische Kbrrftcht.

Das Verhalten des Zentrums gegcnüder der Frage des direkten oder indirekte» Wahlrechts

ist an Unzuverlässigkeit wohl nicht mehr zu überbieten. Diese Partei verbindet sich jetzt mit den Konservativen zur A u f r e ch t e r h a l t u n g der in­direkten Wahl, derselben Wahlart, die sie wenige Ta g e vorher, am 11. Februar, durch ihren FraktionS- redner Herold in Grund und Boden hatte verurteilen lassen. Damals führte der Abgeordnete Herold aus:

Die Vorzüge, die Verbesserungen in dem Entwurf sind auch"gerina. Ein wesentlicher liegt ja darin, daß Natt des indirekten Wahlsystems nunmehr das direkte eingeführt werden soll. Die Erfahrung hat gezeigt, daß der Gedanke, Len man ursprünglich mit dem indirekten Wahlsystem zur Durch­führung bringen wollte, sich in keiner Weise verwirklicht hat: nicht die Wahlmänner wählen den Kandidaten aus, son­dern der ist lange vorher bestimmt, und die Wahlmänner werden nur aus einen bestimmten Kandidaten hin gewählt und sind vorher verpflichtet, diesem oder jenem ihre Stimme zu geben. Der Nachteil aber hat sich bei dem indirekten . Wahlsystem heraus- geftellt, daß die Wahlbeteiligung dadurch ganz außerordentlich gering wird; wenn diese beim Land- tagswahlrccht gegenüber dem Reichstagswahlrecht so sehr sinkt, so ist das meines Erachtens in erster Linie auf das indirekte Wahlsystem zurückzuführen, und darum ist es zu begrüßen, daß dies indirekte Wahlsystem nunmehr abgeschafft werden soll, wobei ich allerdings zugeben will, daß es vielleicht auf die Wahl selbst- ob direkt oder indirekt einen so großen Einfluß nicht ausüben wird. Aber man mutz in solchen Dingen den Wünschen der Bevölkerung mög­lichst Rechnung tragen."

Wenn man den Satz liestman muß in solchen Dingen den Wünschen der Bevölkerung möglichst Rech­nung tragen" und damit das jetzige Verhalten,des^Zen­trums vergleicht, so wirkt das geradezu wie ein Schlag ins Gesicht. Gründlicher kann eine Partei nicht u m - fallen, wie es hier geschah den Konservati -

Feuilleton.

(Nachdruck verLotino

Ehrenrettung?

Skizze von Emil Engel.

Eine jähe Blässe überzog sein Gesicht und ließ den leicht spöttischen Ausdruck völlig verschwinden, als er da seinen Gegner blitzschnell niedersturzen und regungs­los am Boden verharren sah. Es brauchte für ihn nicht des Arzthinweises.

Das hatte er nicht gewollt, wahrhaftig nicht! Nur kampfunfähig hatte er den anderen machen wollen ungeachtet der schroffen Bedingung.

Er konnte keinen Blick von fernem Opfer rerßen und vermochte, sich doch nicht von seinem Platze zu rühren. Ein Mensch lag da plötzlich tot, dem er noch kurz zuvor in die blitzenden Augen geblickt, der noch eine Minute zuvor von Gesundheit gestrotzt. tot durch ihn?!

Mach dir doch kein Gewissen daraus, Benno'. ver­nahm er wie von fern her die Stimme seirres freun­des:er hat's ja nicht anders gewollt! Er oder du einer mutzte ja bleiben!"

Der diskret beglückwünschende und innrg gemeinte Händedruck schmerzte ihn fast.

Er hat's ja nicht anders gewollt?! Ganz recht . . aber er hatte auch ein Recht zu diesem Willen, dessen schroffe Forderung jedoch nur auf ihn, Benno, hätrs zurückfallen dürfen, wenn es ein Recht, einen Gott gab! Er Benno hatte das nicht gewollt, nicht noch dem Manne das Leben rauben wollen, nachdem er ihm das Herz seines Weibes entwendet und mit Schimpf und Schande seinen und des anderen Namen belastet hatte!

Ich bitte dich, Benno: keine GewissensduseleienI

Das ist nun 'mal nicht anders!" mahnte ihn wieder der Freund.Dir und ihm ist die Ehre wiedorgegeben. Nun wird man dich im Klub mit offenen Armen neu aufnehmew Komm."

Ein plötzlicher Ekel stieg in Benno auf. .vast hatte er seinem Freunde voll höchster Verachtung ms Gesicht gespieen Dir und ihm ist die Ehre wredergegeben!? Dadurch, daß er jenen niedergestreckt hat?! Nun, erst nun wieder, da sein Gewissen Mit einem Mord, einem

gesellschaftlich gelittenen Mord --nein, nicht dieses

schmähliche Wort! Weg mit diesen Gedanken! Weg von hier, von dieser grausigen Stätte! Jenen nicht mehr sehen! . , T ,

Und so raffte er sich energisch zusammen und folgte deni Freunde, der sich eine Zigarette behaglich munden ließ, als sei nichts, rein nichts Absonderliches störend und bedrückend in seinen Gesichtskreis getreten. Und wie seelenruhiq er von ganz gleichgültigen Dingen schwatzen konnte, jetzt, so kurz auf dieses, Benno er­schütternde Ereignis!

Zum erstenmal kam sich Benno an der Seite dieses Menschen, den er sonst rein vergötterte, so fremd vor. wie getrennt durch eine schroffe, unüberbrückbare Kluft. Die leichtsinnigen Worte Willis widerten ihn jetzt an. Ein Ekel überkam ihn. Nur mit Mühe hielt er an sich und folgte ihm wortlos und gezwungen.

Benno, mach doch kein Theater!" sagte Willi ärgerlich, als er auf keine seiner gleichgültigen Fragen eine interessierte Antwort erhielt.Ob nun invalide oder ganz totgeschossen, das ist beinahe Jacke wie Hose. Oder quält es dich, einen kleinen Spaziergang auf d e Festung zu machen? Ich bitte dich, das ist doch eine nicht gar so unleidliche Abwechslung. Zwei Monate höchstens na, und dann wird man dich anstaunen. Fast könnte man dich um diesen Erfolg beneiden. So ein Esel von eifersüchtigem Gatten ist besser tot als invalide. So belästigt er einen wenigstens nicht mit gewissen unangenehmen Magenaufstoßen bei seinem Anblick. Ta, rauch dir eine Kyriatzl an und guck maß wie prächtig die Sonne lackt und die Kleinen da drüben nicht minder! Nette Käfer!"

In diesem Augenblick stießen Klubfreunde aus st­und begrüßten sie herzlich, vornehmlich Benno, den sie sofort zu seinemErfolge" beglückwünschten. Einen Augenblick vergaß "der .^gefeierte Held" all das. was

ihm plötzlich so ganz neu das Gewissen bedrückt, verlor er die Brille, die ihn alles in einem so krassen und scharfen Lichte sehen gelassen, und beteiligte sich an ihren munteren Reden.

Aber im Klub hochoben auf dem Ehrenplatz, als man in Lobhudeleien und anderen ähnlichen Ergüssen auf seine Gesundheit immer und immer wieder anstieß und ihn förmlich als Held feierte, kam ihn. wieder der Ekel an.

Fast schroff empfahl er sich zur Verwunderung rer Feuchtfröhlichen und stürmte durch die Straßen

Der Tote ließ ihn nicht frei und bemächtigte sich seines noch menschlich gearteten Gewissens völlig!-

Und mochten sie alle sagen, was ste wollten, mochten sie es mit schönen Reden vertuschen: sem eigenes Ge­wissen konnte ihn nicht freisprechen. Wenn auch kein überlegtes, wenn auch durch gesellschaftliche Form aus­gezwungenes Handeln es blieb doch nur ein Mord! zudem ein schändlicher Mord!

Durch ihn sollte seine befleckte Ehre wieder rein ge­worden sein? Ein gequält spöttisches Lachen em- rang sich ihm. Dieser Logik, die ihm früher ganz selbstverständlich und vernünftig gedünkt, konnte _er sich jetzt, praktisch erprobt, nicht mehr anschließen. So überaus fremd und lächerlich, anwiderud lächerlich und verächtlich kam sie ihm jetzt vor. Und er hatte sich ihr gebeugt. gedankenlos wie alle bie, die ihm jetzt so verächtlich, so überaus gering erschienen!

Rückzumachen war ja jetzt nichts mehr, aber auch nicht ungeschehen und an dem Geschehenen etwas zu verbessern!

Was war das für eine Gerechtigkeit? Er, Benno, hatte den anderen betrogen, sein Vertrauen aus Ehre und Freundschaft schmählich mißbraucht, indem er sich mit dem Weibe abgab und unehrenhaft diesen uner­laubten Verkehr fortsetzte. Tann, als der auf so schmäh­liche Art Hintergangene dahinterkam. hatte er zu der ihm angetanen Schmach undEntehrung" (?!) noch den Spott! Und da er einem falschen Freunde ja, ja. dafür fand setzt Benno keine Beschönigung, so sehr vertraut, mußte er ins Gras beißen, während