Einzelbild herunterladen
 

Mtrsvasener GagblE.

Donnerstag, 13. Januar 191V.

Str. 2V. Mend-Ausgaüe, 1. Blatt.

Seite 3.

dreier Fälle ausgeliefert. Seine Vergangenheit ist nicht un- irrteresiant. 1896 war er Student in Hannover, wegen Übertretung des 8 363 StrGB. wurde er von der Hochschule ausgeschlossen. Er war damr Zivilsupernumerar bei der Eisenbahn, studierte in Dresden, wurde auch hier relegiert und in Berlin wegen Verleitung zum Meineid und Dieb­stahls zu Jahren Zuchthaus verurteilt. Vor acht Jah­ren weilte er in der Irrenanstalt Dalldorf. 1903 erfolgte seine Entmündigung. Die hiesige Strafkammer verurteilte ihn wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu 3 Jahren Gefängnis. Mildernd kam in Betracht, daß Teudlosf geistig minderwertig ist.

- 1 . . -- » - - -

Sport.

* Wiesbadener Fußbalkvcrein gegen Frankfurter Fuß­ballklubGermania" 0:2. Ein interessantes Spiel lieferten sich am vergangenen Sonntag auf dem hiesigen Exerzierplatz die ersten Mannschaften obiger Vereine. Gleich von Anfang an legen sie ein schnelles Tempo vor und zeigen schöne Leistungen. Während bei Wiesbaden die Verteidi­gung hervorragend war, überraschte die Frankfurter Stür­merreihe durch tadelloses Zusammenspiel. In ihr liegt auch die Hauptstärke der Frankfurter Mannschaft, und ihr ver­dankt dieselbe den Sieg. Auch die Wiesbadener Mannschaft tat ihre Schuldigkeit, trat sie doch nach der Pause nur noch mit 10 Mann an. Wenn auch nach Meinung der Zuschauer der Schiedsrichter sein Amt nicht richtig verwaltete und zu­viel Partei für Frankfurt nahm, haben dieselben doch ihren knappen Sieg redlich verdient. Am kommenden Sonntag ist die erste Mannschaft des Wiesbadener Fußballvereins spielfrei, während die zweite Mannschaft in Höchst gegen den dortigen 1. Fußballklub spielt. Abfahrt 1 Uhr 8 Min.

L. K. Rhein- und Taunuskluü (E. V.).Wer lange sitzt, nute rosten", heisst es in jenem schönen Wanderlied, das wir heute unseren Tauniden ins Gedächtnis rufen möchten, denn um kommenden Sonntag, den 16. d. M,, gilt die ParoleFrisch auf" zur ersten Hauptwanderung, zur frohen Wander­fahrt auf den Feldberg. Es wurde beschlossen, die Wande­rung wie folgt auszuführen: Abfahrt Wiesbaden Hauptbahn- bof: 6.19 Uhr, an Niedernhausen: 7 Uhr, ab Niedernhausen: 7. Uhr, an Eppstein: 7.23 Uhr. Beginn der Fußwanderung %8 Uhr durch das Fischbachtal über Fischbach nach Rupperts­hain. Ankunft gegen 9 Uhr. Raft 1 Stunde in der Wirtschaft Zum grünen Wald". Abmarsch von Ruppertshain 10 Uhr über die Chaussee nach Königstein. Kurz vor Königstein gehen wir links ab das liebliche Billtal hinauf über dasRote Kreuz" nach dem Feldberg, der gegen 12% Uhr erreicht wird. Nast auf dem Feldberg bis 2 Uhr. Um 2 Uhr Sammelplatz vor der Walküre", dann Abstieg über den Fuchstanz, Lipstemvcl, Falkenstein nach demGrande Hotel" bei Königstein, woselbst die Hauptmahlzeit eingenommen wird. Ankunft daselbst gegen 4 Uhr. Gegen 7 Uhr Aufbruch nach dem vielgerühmten be­liebtenBatzenhaus" mit seinem noch berühmteren Apfelwein. Die Rückfahrt von Soden erfolgt 9.22 Uhr, Ankunft in Wies­baden 1050 Uhr, Führer der Wanderung sind die Herren Gg. Hoos und Karl Ritzel, Gäste sind wie immer herzlich will­kommen, nur belieben sich dieselben gleich bei Beginn der Wanderung den Herren Führern vorzustellen. Die Teilnehmer­karten zum Preise von,2.80 M., wofür, Essen, % Flasche Wein inkl. Trinkgeld, sind bei den bekannten Stellen: L. Becker, Gr. Burgstratze 7, Hch. Hack, Luisenplatz, A. Hahbach, Hellmnnv- stratze 46, erhältlich. Die Fahrkarten hat sich jeder selbst zu lösen. .

* Fechtsport. Die Fechter-Vereinigung Wiesbaden, ge­gründet 1898, hielt am 11. d. M. ihre diesjährige ordentlich« Generalversammlung bei gutem Besuch im Vereinsheim Hotel Reichsbof" ab. Aus dem Jahresbericht des Vorsitzenden war zu entnehmen, das; die Fechter-Vereinigung sich sportlich sowohl wie gesellschaftlich stetig gut weiter entwickelt. Ge­fachten wurde an 94 Abenden mit dem Durchschnittsbesuch Iben 21 Fechtern pro Abend. An sämtlichen 94 Abenden betätigte sich der Fechtwart Herr Robert Wetz, dann folgen mit geringen Abständen Herr Max Reusing mit 85 und Herr Willi, Minor mit 75 Abenden als beste Besucher des Fechtbodcns. Die Neu­wahl des Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: Kaufmann Robert Wetz. Vorsitzender, Kaufmann Mar Reusing, Kassen­wart, Verlagsbuchhandler Otto Hader, Schriftwart. Beisitzer die Herren Kaufnmnn Willy Minor, Kaufmann Kurt Klein, Ghmna,Tallehrer Eduard Hagclauer, Drogist Franz Rödler, Regierungssckretar Strllfrted Schulz und Hofphotograph F. Kurtz. Jursittscher Bewat: Herr Rechtsanwalt H, Braß.

Delegierte für den Gauausschuß die Herren: Robert Wetz Max Reusing, Rechtsanwalt Braß und Ed Hagelauer. Des weiteren wurde beschloßen. die neu ausgestellten Statuten zwecks Ein­trag in das Veremsregister einzureichen. Wegen des demnächst hier stattftndenden WettfechtenS in leichtem Säbel mit dem Mainzer Fechtklub wurde alles dem Vorstand zur Bearbeitung übertragen.

fHrfitr Ghromür.

Schncefall und Gcwittcrstürme. Im Ricsengeblrge trat nach einer Reihe Warmer Tage starker Schneefall init kräf­tigem W nt-.rgcwitter ein. In den Waldungen der Main- Weser Bahn und der Strecke Fulda-Bebra legte der heftige Südweststurm kilometerlangc Fichtenwälder um und knickte Mächtige Tannen unmittelbar über dem Erdboden ab Selbstmord eines Geistlichen. Im Waldeckschen erschoß sich ein Pfarrer, nachdem ihm der Postbote einen Brief des Konsistoriums überbracht hatte; er sollte sich dienstlicher Ver­gehen schuldig gemacht haben.

Von einem Kraftwagen getötet wurde in Berlin an der Ecke der Dirckscn- und Kaiser-Wilhelm-St-aße ein alter Mann. Eine zweite Person war von demselben Auto ae- streist und leicht verletzt. '

Ein Raubmord. In ihrm Gcschästslokal wurde die Pfandleil,crin Merkli zu .Hamburg ermord t nufgefunden Der Mörder wandte anscheinend Hammerschläge zur Be­täubung an und schnitt dann seinem Opfer den Hals mii einem Messer durch. Aus dem geöffneten Geldschrank ent­wendete der Mörder Geld und Juwelen.

Ein Revolverheld. Ans einem Gute des Grafen Droste (bei Münster) gab ein Gutsarbeiter aus den Gutspächter der ihn wegen seines Liebesverhältnisses mit einem Küchen' mädchen zur Rede gestellt hatte, zwei Revolverschüsse' ab Diese trafen den Pächter in den Kopf Dann erschoß der Arbeiter seine Geliebte und wurde flüchtig, nachdem er noch die Frau des Gutspächters mit Totschießen bedroht hatte Polizeihunde verfolgen seine Spur.

Ein verhängnisvolles Wettschwimmen. In der kleinen Stadt Keszthelh am Plattensee weitsten drei Burschen namens Anton RpLri. Sonne?, Szabo und Ianos Pata'- dan sie um Mitternacht im Plattensee ein Eisbad nehmen würden. Sic gingen in Beglestnng zahlreicher Männer und Frauen zum See, durchbrachen am Ufer die Eisdecke und navmm das Bad, Unter dem Jubel der Zuschauer stiegen alle drei glücklich wieder ans Land, und nun sollte nach dem

Wettschwimmen ein Wettsaufen folgen. Aber Szabo stürzte tot nieder, ehe er noel, einen Tropfen getrunken, Patai ver­lor nach dein ersten Liter Wcin das Bewußtsein und NYLri wurde von einer schweren Lungenentzündung gepackt.

Der Sohn eures Generals ein Mörder. In der Neu- jahrsnachi war einem Matrosen des PanzerschiffesPartie" seine Barschaft geraubt und er selbst ermordet worden. Unter den der Tat verdächtigen. Mördern befand sich, wie man jetzt erfährt, auch der Sohn eines Divisions-Generals, der dem Militärkommando von Paris angehört.

Ein Rcvolverattentat aus einen Professor. Auf den Pro­fessor der Ohrenheilkunde Dr. Alexander zu Wien gab der Schneidergeselle Soukup auf osfcncr Straße zwei Revolver- schüsse ab. Die beiden Schüsse gingen fehl. Der Attentäter wurde verhaftet. Das Motiv zu dieser Tat ist Rache wegen eines gegen den Professor verlorenen Prozesses.

Exzeß ini Münchener Hofbräuhaus. Wegen einer be­trunkenen Frauensperson, deren Ausweisung sich ein großer Teil der Gäste widersetzte, kam es im Münchener Hosbräu- haus zu einer schweren Schlägerei zwischen dem Personal und den Gästen. Erst als ein größeres Polizeiaufgebot er­schien und entschritt, konnte die Ordnung wiederhergestellt werden.

Die Cholera. In Petersburg ivird amtlich das gänz­liche Erlöschen der Cholera bekanntgegeben.

Ein Krawall unter Tunnelarbeitern. Bei einem Kra­wall unter den italienischen Arbeitern des Rickenstunnels bei St. Gallen wurde ein Arbeiter durch Revolverschüsse getötet und ein zweiter schwer verletzt. Die Polizei hat eine Anzahl von Verhaftungen vorgenommen.

Feuer im Schiss. Aus Montevideo wird gemeldet, daß aus dem DampferJngolfingen" von der Hohenloheschen Scctransportgcsellschaft in Hamburg, der dort im Hafen liegt, ein Feuer ausbrach, das aber nach kurzer Zeit gelöscht werden konnte. Die ganze Deckladung und ein Teil der Ladung unter Deck wurde ein Raub der Flammen. Der Dampfer war von der Trausatlantica-Rcederei-Micngesell- schaft in Hamburg für den La Plata-Verkehr gechartert.

Mit einer Erkerscheibe auf die Straße gestürzt. In München sind vier Glaser mit einer großen Spiegelscheibe vom ersten Stockwerk eines Warenhauses auf die sehr be­lebte Straße gestürzt. Glücklicherweise wurden Passanten nicht in Mitleidenschaft gezogen, doch sind drei der Glaser sehr schwer verletzt worden.

Der Hosenriemen als Verräter. In Fclsögalla bei Komorn wurde ein 18jähriger Bursche, der am letzten Sams­tagabend mit seinem Wochenlohn von der Arbeit nach Hause ging, erstochen und beraubt. Die Raubmörder, an Zahl sechs, hingen dann di« Leiche an einem Baum auf, um einen Selbstmord glauben zu machen. Einer der Mörder verlor aber bei der blutigen Arbeit seinen Hoscnricmen, und dieser führte mm zur Eruierung der Verbrecher. Der Ermordete, ein nüchterner und fleißiger Bursche, war der Ernährer seiner Familie.

E'n Wüstling und Defraudant. In Agram wollte die Polizst auf Grund einer geheimen Anzeige den Bau­ingenieur Viktor Groß wegen Sittlichkeitsvcrgehen an mehreren kleinen Kindern verhaften. Der Wüstling hatte aber erfahren, was ihm drohte und machte sich aus dem Staube. Erst infolge seiner Flucht entdeckte man, daß der Wüstling auch ein Defraudant war. Er hatte nicht weniger als 300 000 Kronen Staatsgclder unterschlagen.

Ein Schiffszusammenstoß. Der Dampfer der Ham­burg-Amerika-LinieMecklenburg" hat ans dem Humber bei Grimsby mit den- englischen DampferHadrian" kollidiert. Der englische Dampfer sank, über etwaige Beschädigungen derMecklenburg" ist noch nichts Näheres bekannt.

Sturnr in der Nordsee. Nachrichten aus Cuxhaven zu­folge verh ndert der noch immer aus Südwcst, bezw. Nord­west in Stärke von 8 Meter wehende Sturm bis in die letzte Nacht jed>n Schiffsverkehr.

Bei der Verhaftung erschossen. Der berüchtigte Räuber Duich Henry, welcher viele Jahre hindurch der Schrecken des amerikanischen Westens war, wurde im Kampf mit einem berittenen Polizisten in dem öden Ge­lände von Moowe Jaw erschossen. In dem verzweifelten Kampf wurde dem Polizisten das Pferd unter dem/Leib erschossen.

Industrie»

Volkswirtschaft

Baailien teild lijjrse.

* Berüuei Geldmarkt. Es wird angenommen, daß die Reichsbank doch früher, als erwartet wurde, aus der Steuer­pflicht herauskommen wird, so daß vielleicht noch im Januar eine Notenreserve vorhanden sein wird. Dabei bleibt an der Börse Geld sehr stark angeboten und die Nachfrage nach Privatdiskonten ist recht groß. Der Geldüberfluß kommt zum nicht geringsten Teil von der Mobilmachung der Gelder seitens des Privatpublikums her. Auch ausländisches Geld ist in sehr hohen Beträgen in Deutschland, von dem der größte Teil spät, ja bis in den März hinein, fällig ist, so daß die Rückzahlungen seinerzeit voraussichtlich keine Schwierigkeiten machen werden. Die Seehandlung war in den ersten Tagen des neuen Jahres zurückhaltend, ist aber jetzt wieder, wie derF. Z. aus Berlin berichtet wird', reich mit Geld, versehen und stellt große Summen zur Verfügung, ohne daß alles zu dem verlangten Zinssatz genommen wird. Das Emissionsgeschäft hat sieh bis jetzt in recht engen Grenzen gehalten, scheint aber nunmehr lebhafter werden zu wollen. Hierdurch könnte etwas Geld absorbiert werden, doch wird allgemein erwartet, daß der Geld­markt, wenn sich nicht ganz außerordentliche Verhältnisse einstellen, auch weiter flüssig bleibt. Man hofft also, daß eine Dislkontcrmäßigung nicht mehr in allzu weiter Ferne ist, doch dürfte vorerst nur eine Diskontherabsetzung um Va Proz. er­folgen. Schon um die Spekulationslust des Privatpublikums nicht zu sehr anzuregen.

* Der deutsche Münzeanmlauä hat sich zu Ende 1909 wie folgt gestaltet: Doppelkronen 3852.63 Millionen Mark (Ende 1908 3757.40 Millionen Mark); Kronen 692.90 Millionen Mark (686.80 Millionen Mark); Fünfmarkstücke 253.31 Millionen Mark (253.07 Millionen Mark); Dreimarkstücke 55.60 Millionen Mark (14.69 Millionen Mark). Weiter 301.08 Millionen Mark (301.04 Millionen Mark) Zweimarkstücke; 287.22 Millionen Mark (280.25 Millionen Mark) Einmarkstücke; 92.66 Millionen Mark (90.44 Millionen Mark) Fünfzigpfennigstücke; ferner insgesamt 89.74 Millionen Mark (88.30 Millionen Mark) Nickelmünzen, worunter 0.91 Millionen Mark (i. V. noch 0) Fünfundzwanzig-

pfennigstücke, sowie 20.68 Millionen Mark (2056 Millionen Mark) Kupfermünzen.

* Frankfurter Börse. Die Zulassung der noin. 1,100 000 Mark neuen Aktien der Wittener Stahlröhren-Werke in Witten a. d. Ruhr, sowie 1250 000 M. Aktien der Schrammschen Lack- und Farbenfabriken vorm. Christoph Schramm und Schramm u. Hörner, Aktiengesellschaft in Orlenbach a. M., zur Notierung wurde genehmigt. Die in Frankfurt a. M. statt- gehabte Zeichnung auf 2 Millionen Dollar ßproz. St. Louis und San Francisco General Lien Bonds hatte guten Erfolg und ist sofort nach Eröffnung geschlossen worden.

'* * ÖMerreichisclia Ländeibank, Wien. Generaldirektor der

1, änderbank, Lohnstein, hat sich nach Paris begeben, um wegen der Beteiligung der Freunde der Banken, in erster Linie der Societe Gänürale, an der bevorstehenden Kapitalsver­mehrung der Länderbank und an der vom Bankverein unter Teilnahme der Länderbank übernommenen bulgarischen An­leihen zu verhandeln.

* Helios-Prozeß. Das deiner Oberlandesgericht hat nach derCöln. Ztg. beschlossen, eine Wiederaufnahme der Klage zu gestatten, die von einem rheinischen Industriellen gegen das Bankhaus Sal. Oppenheim jun u. Ko. in Cöln wegen angeb-

> lieber Anregung zum Kauf von Heliosaktien erhoben, aber in allen Instanzen abgewiesen worden war. Die nunmehrige neue Klage wird auf Vertragsverletzung und Bereicherung ge­richtet sein.

* Warnung. Uber ein eigenartiges Manöver, das darauf hinausläuft, Darlehnssucher um ihr Geld zu bringen, wird der Frankl. Ztg. aus einer süddeutschen Stadt berichtet. Dort hat ein Institut, das sich Allgemeine Grond-Kredit- bank in Enschede (Holland) nennt, einen Agenten ange- steilt, der sein Institut für die Hergabe von Hypothekendarlehen zu niedrigen Sätzen empfiehlt. Ein Darlehnssucher wandte sich darauf direkt an die . genannte Bank und erhielt zu seinem Erstaunen seinen Brief als unbestellbar zurück. Daraufhin zog er eine Auskunft über das Institut ein und diese besagt, daß eine Bank unter obiger Firma in Enschede überhaupt nicht existiert. Hinzugefügt wurde, dhß ab und zu ein gewisser H. v. Kühlen aus Bochum nach Enschede kommt, um etwa eingotroffene, an die obige Firma adressierte Briefe abzuholen. Er verweile immer nur kurze Zeit in Enschede, weil er bereits einigemal mit der Polizei in Berührung ge­kommen und von ihr über die Grenze gebracht worden sei. Leute, die seine Offerlbriefe beantworten, werden gewöhnlich ersucht, sich an die Firma Schräder u. Ko. zu Bochum, deren Alleininhaber er sein soll, zu wenden, und etwa 40 M. zur Bestreitung von Unkosten vorher einzusenden. Ist dies ge­schehen, dann höre man absolut nichts mehr von der Firma. Unter disen Umständen ist vor den Offerten derBank jeden­falls nachdrücklich zu warnen.

fSerg- und Hüttenwesen.

* Neues fiskalisches Bergwerk. Der Bergfiskus errichtet an der Lippe bei Pelkum ein neues Bergwerk mit 2 Schächten.

* Vom amerikanischen Eisamnarkt Nach dem Wochen­bericht desIren Age haben die Bestellungen in Fertigware nachgelassen. Die Eisenbahnen geben geringe Aufträge. Die östlichen Schienenproduzenten sind enttäuscht. Die westlichen Walzwerke sind mit Aufträgen der Westbahnen auf nahezu ein Jahr versorgt. Der Westen und der Mittelwesten sind ebenfalls gute Abnehmer von Rollmaterial. Drahtprodukte sind gut gefragt. Unwetter behindert den westlichen Güterverkehr. Der Ro : h eisenmarkt zeigt eine mäßige Aktivität. Schmiedbares Bessemereisen ist im mittelwestlichen und öst­lichen Markt stark begehrt. In Ohio wurden 25 000 Tonnen Röhren mit 25 Gents Abschlag gegen frühere Preise bestellt. Große Abschlüsse wurden in Buffalo in Gießerei- und schmied­barem Eisen für den Osten gezeitigt. Südliches Eisen notiert 14 Dollar pro 1. Quartal ab Birmingham. 14.50 Dollar pro

2. und 3. Quartal. Die Roheisenvorräte in Alabama und Tennessee einschließlich Warrants belaufen sich zwischen 150 000 und 175 000 Tonnen.

* Dividenden. Der Vorstand der Gewerkschaft Gieße- ner Braunsteinbergwerke vorm. Femie beschloß, für das ab­gelaufene 4. Quartal eine Ausbeute von 50 M. pro Kuxe zu bezahlen.

Industrie und Handel.

* Aluminiumpreis. Der Preis für Aluminium, der sich seit Mitte Dezember von etwa 120 M. für 100 Kilogramm auf 135 M. erhöht hatte, ist neuerdings weiter auf 140 M. gestiegen. Es scheint, daß die jüngste Aufwärtsbewegung des Preises, die seither zurückhaltenden Konsumenten zu einer lebhafteren Deckung ihres Bedarfs veranlaßt hat und daß die vermehrte Nachfrage eine weitere Verschiebung des Preises nach oben zur Folge hatte.

* Bromsilbersyndikat. Das Scheitern der Leipziger Brom- silberkarten-Vereinigung ändert nichts an den FaJbrikanlen- Konventionen. Auch haben vor einiger Zeit etwa 10 größere deutsche und österreichische Fabriken von Buntdruck-Ansichts­karten mit rund 5 Millionen Mark Jahreserzeugung eine Kon­vention mit Fixierung von Minimalpreisen abgeschlossen.

* Vom amerikanischen Banmwollmarkt. Am Dienstag ist an der New Yorker Baumwollbörse an diesem Markt., der die ganze Zeit hindurch von der Spekulation in einer fieberhaften Hausseströmung gehalten worden war, plötzlich eine Wen­dung eingetreten und die Preise für Terminwaren sind bis um 75 Punkte gesunken. Engagementserledigungen der Haussiers drückten das Preisniveau noch weiter. Der Preis der Baum­wolle, der Anfang Januar 1910 16.10 stand, ist bis 15.45 ge­wichen.

* Leipziger Sdmeilpressenfabrik, Aktiengesellschaft, vorm.

Schmieis, Werner n. Stein, Leipzig. Auch das Geschäftsjahr 1908/09 hatte nach dem Bericht unter dem Darnieder liegen verschiedener Zweige der graphischen Industrie zu leiden. Die durch Verluste früherer Jahre sich per 30. September 1906 er­gebende Unterbilanz von 481 366 M. wurde dadürch beseitigt, daß das damalige Grundkapital von 10 zu 7 zusammengelegt und dann eine Zuzahlung von 15 Proz. geleistet wurde. Der Gewinnsaldo von 3684 M. wird vorgetragen, eine Dividende also auf das nunmehrige Grundkapitel von 516 000 M. wieder nicht verteilt.

* Bielefelder Maschinenfabrik vorm. Dflrkopp, Bielefeld.

Der Jahresabschluß für 1909 weist nach 168 091 M. (im Vor­jahr 143 031 M.) Abschreibungen einen Reingewinn von

876 886 M. aus, gegen 552 417 M. im Vorjahr. Die Ver­waltung schlägt eine Dividende von 23 Proz. gegen 17 Proz. im Vorjahr vor. Der Verlauf des neuen Geschäftsjahres wird als befriedigend bezeichnet.

* Die Deutsche Celluloidfabrik in Leipzig, an der auch Mannheimer Interessenten beteiligt sind, verteilt nach 174 647 Mark (i. V. 40 566 M.) Abschreibungen aus 419 563 M. (130 213 Mark) Reingewinn 12 Proz. (8 Proz.) Dividende auf 1250 000 Mark Aktienkapital.

J. P. Beniberg, Aktiengesellschaft in Barman-IUtters- hansen. In der Generalversammlung wurde der Antrag eines Aktionärs, eine Dividende von 4 Proz. unter Verwendung des entsprechenden Beitrages aus den Rücklagen zu verteilen, ab- gclehnt und dafür der Antrag der Verwaltung genehmigt, den zur Verfügung stehenden Reingewinn zu Extraabschreibungen