Gerts L.
Dienstag, 14. Dezember ISO».
Utn die Welt zu überzeugen, wie wenig wir in diesem
Vpiel „Quantitd nögligeable" sind. Es ist einfach sinnlos zu sagen: Wir bauen ruhig weiter: mögen die Engländer tun, was sie wollen, wir lassen uns nicht Hereinreden. Das _ ist reiner Anarchismus, wie er früher, ehe man sich aus Vereinbarungen einließ, in .Handel und Industrie geherrscht hat. Daß wir uns nicht hinein zu reden lassen brauchen, ist ja doch so klar, daß jedes Betonen dieser Tatsache kindisch ist. Wenn aber durch eine solche Vereinbarung positive Resultate erzielt werden können, so sind wir hoffentlich fflug genug, uns freiwillig zu verständigen, wie , zwei Konkurrenten, die sich nicht gegenseitig ruinieren wollen. Wenn uns jetzt diese Einigung gelingt, werden wir von einem wahrscheinlich nahe bevor- sichenden konservativen Kabinettswechsel Englands weniger zu befürchten haken. Freilich, zum -Schutzzoll wird England vermutlich übergehen, das können wir nicht ändern. Fühlt es sich aber erst wieder geschützt, so werden Nervosität und Panik verschwinden, und es ist nicht abzusehen, warum es nicht mit seinen b e st e n Kunden. günstige Handelsverträge abschließen soll. England wird sich an den Gedanken gewöhnen oder hat sich bereits daran gewöhnt, daß neben einem blühenden Deutschland und Amerika seine ausschließliche Weltherrschaft dahin ist, aber es braucht im Falle einer Verständigung nicht mehr fiir seine Existenz zu zittern. Andererseits hat auch der Imperialismus verwundbare Stellen genug — z. 93. die relativ geringe Anzahl von Engländern —, daß Deutschland und Amerika nicht zu fürchten brauchen, von ihm erdrückt zu werden.
UoZMsche Übersicht.
KrttMattw-Hollweg imd die Preise.
Der neue Kanzler hat mit seiner zweiten Rede über die auswärtige Politik trotz ihrer Überknappheit eigentlich doch wesentlich besser abgeschnitten als tnu der ersten. Der „innere Politiker" versagte in vieler Hinsicht, trotzdem er dies Feld doch schon mannigfach und mit Glück beackert hatte, während der Homo novus in den auswärtigen Angelegenheiten immerhin zufriedenstellende Erklärungen abzugeben vermochte. (Dies gilt namentlich von dem deutsch-englischen Der- liältnis und von Raeconigi.) Ob der Appell an die deutsche Pu b l i z i st i k, in der Erwiderung auf deutsch- feindliche^Treikereien und in der Kritik an der Politik anderer Staaten und an deren Staatsmännern „das- ienigg Maß von kühler Reserve bewahren zii wollen, das dem eigenen Kraftgefühl und der Achtung vor den Nachbarn entspricht", von ihr durchweg wird befolgt werden, ist allerdings zweifelhaft. Eine „kühle Reserve" innezuhalten, ziemt vor allem offiziösen und halbamtlichen Äußerungen. Die sonstige Presse soll aber, wenn anders ste nicht ihren Berns verfehlt, vor allem auf flie Leser wirken. Die Philister, sowie die durchschnittlich viel zu wenig an der Politik inter- essierten deutschen Staatsbürger müssen au-fgerüttelt und für die Materie. interessiert werden. Wie viele Schriftsteller haben wir, die durch „kühle Reserve" in Fragen, wo der nationale Sinn angefacht werden soll, angesichts ausländischer Dreistigkeiten und Unterstellun- nen auch den nötigen Eindruck erzielen? — Eine Tempera mentsausfchaltung und nüchterne Darstellung müßte der Tagesliteratur den frischen Zug der unmittelbaren Empfindung nehmen, der vor allem auf das große Publikum wirkt. Selbstverständlich darf das nötige Maß nicht überschritten werden. Aber bis zur zulässigen Grenze, die ebenso durch den eigenen Takt wie aber auch durch den fühlbaren Pulsschlag nationalen Bewußtseins bestimmt wird, m u ß der schreibende Poli-
WirsVsSenrr SrrgbLarr»
tiker gehen können, zumal es ausgemacht ist, daß das Lesepublikum Nüchternheit und Langeweile flieht und anregende Darstellungen mit Recht der steifleinenen Korrektheit einer dem A m t s st i l ähnelnden -Schreibweise vorzicht. Nur ganz vereinzelte Organe verfügen über einen Leserkreis, der Schwung und Temperament nicht liebt. Solange man im großen Publikum, was im Durchschnitt sicher geschieht, die Zeitungen nicht als Lehrstoff, sondern als bestenfalls (im politischen Teil) belehrendes U nt erhaltungsmaterial betrachtet, wird dies nicht anders werden. Wo ist aber die Tageszeitung, die nicht nach einem „großen Publikum" strebt? Das geht ihnen ebenso wie den Parteien.
Deutsches Wich.
* Keine internationale Kongokonferenz. Die Nachrichten, daß die Veranstaltung einer internationalen Konferenz für die Beratung der jetzt schwebenden Kongoangelegenheit bevorstehe, entbehren jeder festen Grundlage. Aus Paris wird das jetzt bestätigt. Insbesondere ist die An- rmhme, daß die französische Regierung eine Initiative in dieser Richtung ergreifen werde, haltlos.
* Wer trägt die Kosten? Der freisinnige Reichstags- abgeordnete Hermann veröffentlicht in der „Voss. Ztg." einen Artikel über die Nationalliberalen, in dem er zu einer freudigen Anerkennung von deren Taktik und Entschließungen kommt. Ob Herr Hormann dabei nicht die Stellung der Nationalliberalen zu sehr im Sinne seiner Wünsche interpretiert, sei offen gelassen. Auf jeden Fall sind seine Ausführungen im Augenblick interessant; sie gipfeln in folgenden Sätzen: „Die nationalliberale Partei hat weder ihre Geschichte noch ihre liberalen Grundsätze verleugnet. Sie hat nur mit einer Tradition gebrochen, die sie zu einem Anhängsel der Rechten machen muß. Jetzt wird sie wieder erstarken, und sie wird doppelt stark sein im taktischen Anschlüsse an ihre linksliberalen Freunde. Der kluge Führer der Nationalliberalen hat das erkannt, und er hat den rechten Augenblick erfaßt, seine Partei einer neuen, großen Zukunft entgegenzuführen. Daß die Rechte die Kosten bezahlen wird, steht von vornherein fest. Das wissen ja die Herren der Rechten auch nur zu gut, deshalb die wehleidigen Mienen, deshalb die Flötentöne, deshalb die Friedensschalmeien."
* Die Rcichstagserfatzwahl in Eisenach. Der Reichstagsersatzwahl in Eisenach-Dermbach sehen die dortigen Antisemiten mit begreiflicher Unruhe und mit lebhaftem Bangen entgegen, da sie wissen, daß am Wahltage ihre Herrlichkeit kläglich zusarnmenbrecken wird. Deshalb greifen, die Ertrinkenden sogar nach Strohbalmen, um sich noch über Wasser zu hatten. So fetzen jetzt die „Deutsch-sozialen Blätter" ihre Hoffnung darauf daß der Wahltermin auf den 25. Januar, einen Samstag, angesetzt ist. Dadurch würden die wahlberechtigten - orthodoxen Inden in Gewissensnot getrieben; denn es sei wohl fraglich ob das „Gesetz" ihnen die Entheiligung des Sabbats durch solche Arbeit erlaubt.
* Zu den Verfassungskämpfen in Mecklenburg. Rach einer Mitteilung, die der „Rost. Ztg." von vertrauenswürdiger Seite zugegangeu ist. hat der Minister Bossard erklärt der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz sei empört über die Ablehnung der Versassungsvorlage und hätte nun vor, seinem Lande eine „wirklich zeitgemäße" Verfassung ohne Einwilligung der Ritter zu geben.
* Dr. Casus Möller, ein tapferer Veteran der deutschen Zeitungswelt. beging am Samstag seinen 70. Geburtstag. Für den seit zwei Jahren leider Erblindeten kein eigentlichrs Freudenfest; aber doch ein Ebrentag. Das Leben hat Casus Möller viel umhergewirbelt. Er begann als Vorkämpfer der preußischen Annexion in Hamburg und Schleswig und war bald darauf im Weichscllande beim Graudenzer „Geselligen", zog dann wieder (sein Geburts
und Papier „macht". Wenn eine Stadt nichts von Cholera und Typhus zu besorgen hat, ist es Grenoble, dessen unvergleichliches Quellwasser auch im Hochsommer mit nur 11 Grad aus der Küchenleitung fließt. Der Wasserreichtunr und die teils sehr windgeschützte Lage gestatteten es auch, einige hübsche Parkanlagen mit etwas tropischem Anstrich den trotzigen Alpenriesen der Nachbarschaft vor die Nase zu pflanzen. Es war also alles gegeben, um aus dieser Stadt die wahre „Königin der französischen Alpen" zu machen, wie man Grenoble gern nennt und was es noch nicht ganz ist.
Der breite Ours de Saint-Andre mit seiner Allee hundertjähriger Bäume, die sich über eine Stunde Wegs ausdehnt, erweckt beim Verlassen des Bahnhofs einige bedeutende Eiwattungen, aber kommt man über den Boulevard Gambetta und die Avenue Alsace-Lorraine mit ihren prosaischen, stillosen Backsteinhäusern nach der Place Victor Hugo, die von. einer Berlioz-Statue geziert wird, dann atmet man gleich die provinziale Atmosphäre. Die Place Grenette, der Zentralpurckt der Stadt, auf dem die elektrischen Straßenbahnen zusammenlaufen, die Grande Rue nnt allerlei bescheidenen Kaufläden und Hotels, geleiten zum Palais de Justice, dem interessantesten architektonischen Monument Grenobles, das in seinem reinen Renaissancestil und mit einem gotischen Mittelbau, der Kapelle, recht stattlich aussteht, ohne den Rouener Justizpalast vergessen zu machen. Hier hatte einmal das berühmte Parlament der Dauphin« seinen Sitz, das durch seine selbstherrliche Beratung im nahen Schloß Vizille den Anstoß zur großen Revolutton gab. Doch die Ursprünge des Palasts reichen auf Franz I. und gar aus Ludwig XI. zuttick. Der schwarze Marmortisch, der bei der denkwürdigen Abstimmung in der Ständesitzrmg vom 14. Juni 1788 diente, ist nach dem Stadthaus verbracht worden, das ehemals dem ConnÄable de Lesdignivres gehötte und an das sich der hübsche Stadt- garten anschließt. Im Saale des Zivilgerichts bewundett man die prachtvollen gottschen Holzschnitzereien des deutschen Bildhauers Paul Jude aus dem Jahre 1520. Unweit vom Justizpalast befindet sich auch das etwas prätentiöse Zentenardeukmal der Revolution, das die „Union das trois Ordres“ versinnbildlichst Bon den Kirchen ist die halb WMmisch, hach gotisch gebaute Rotre-Dsme weniger bc-
achtenswett als die Eglise Saint-Laurent mit ihrer Kryptt ans dem 6. Jahrhundert, die als das älteste erhalten- religiöse Bauwerk Frankreichs gilt; auch die 1220 errichtet, Kirche Saint-Andrö mit ihrem oktogonalen und von vier Glockentürmchen flankierten Spitzturm lohnt wegen de? Grabdenkmals Bayards eines Besuchs. Außer der üblicher Präfektur mit billiger Renaiffancesassade, wie die Republik sie vielen Provinzstödten als einziges! Geschenk an neuen staatlichen Gebäuden bescherte, verdient die mit dem Museum vereinigte Bibliothek als architektonisch bedeutsamere Er innerung an das zweite Empire Erwähnung,. sowohl die Bildergalerie mit Fragonards, Watteaus und einigen guten Stichproben der italienischen, spanischen, flämischen und holländischen Schulen wie die 190 000 Nummern fassende Büchersammlung sind der Stolz der Stadt. Aber mit dieser kurzen Aufzählung sind wir am Ende.. Die. Cafes, das Theater, alle gesellschaftlichen Bereinigungsplätze sind be scheiden, und das Leben ist ttotz der Studentenschaft, die jugendliches Element in die Straßen bringt, nicht so bunt wie in Alt-Heidelberg etwa — es gibt keine trinkfrohen Semester mit Couleurs, .KorpsHunden und Schmissen. Am meisten gefällt mir die Stadt in ihren Gärten auf den Berg abhängen, sie steigen empor bis jenseits der Forts, die Grenoble von zwei Seiten bekrönen, so der englisch angelegte Jardin de l’Ue-Verte mit einer unbeschreiblich schZnen Aussicht auf die Bergkette der Delledonne. Hinauf durch! die MontZe Chalemont, die an gewisse Treppengassen Neapels erinnert, am Fott Rabot vorbei, konnnt man zur „Baksille" (463 Meter), der Zitadelle Grenobles, von wo man einen großartigen Blick aus die Stadst die Mpen und bis zum Montblanc genießt.
Am Abhang des Fott Rabot hat die Militärverwaltung der Universität einen ausgedehnten Gatten für die Erholung und SPortübungen der Studenten überlassen. Ein noch Willkommeneres Geschenk machte der Staat der Universität mit dem nach dem Trennungsgrsetz frcigewordenen Bischofz- Pcckast und Seminar; die auf 1000 angewachftne Zahl per ausländischen Studenten (zwei Drittel davon beteiligen sich am Ferienkursus) hatte die Erweiterung der Räumlichkeiten zur unumgänglichen Notwendigkeit gemacht. Aus der Seminarkapelle wurde ein Amphitheater mit 800 Plätzen, und im vergangenen Re-eucher wurde gleichzeitig mit den
Morgen-AuSgabe, 1. Blatt. Nr. 381.
Haus hatte in Plön gestanden) in die holsteinische Heirnat zurück, um später in München, Berlin, wieder in München und in Elberfeld zu wirken. Seit 1890 lebt er in Berlin, und auch heute noch ist ihm trotz seines Leidens Arbeitskraft und Schaffenslust nicht gebrochen. Noch immer begegnet man seinen durch umfassendes historisches Wissen und nicht alltägliche Bildung ausgezeichneten Artikeln in nationalliberalen Blättern.
* Der erste rote Bürgermeister in Deutschland. „Genosse" Neu, der erste sozialdemokratische Bürgermeister, ist als solcher immerhin eine Persönlichkeit, mit der man sich beschäftigen muß: „Neu ist, wie wir den „Leipz. Neuesten Nachr." entnehmen, Bierbrauer und besitzt ein hübsches Vermögen. Lambrecht in der bayerischen Pfalz, über das der erste sozialdemokratische Bürgermeister herrschen soll, ist ein freundliches Städtchen. Seit 1888 ist es freilich erst zu dieser Würde avanciert. Heute soll Lambrecht 3800 Seelen zählen. „Genosse" Neu bekennt sich noch nicht lange zum Sozialismus, es heißt, daß er früher Zentrumsmann gewesen sein soll und dann Demokrat wurde, jedenfalls ist er noch nicht lange rot.
* Die Frau in der Schulverwaltung. Mit dem Inkrafttreten des neuen Schulunterhaltungsgesetzes in Preußen sind in einer ganzen Anzahl preußischer Städte Lehrerinnen in die Schulkommisiionen und Schuldeputattonen berufen worden. Rund 50 preußische Städte haben sich die Mitwirkung der Frauen in Schulangelegenheiten ge- sichett. Sonst finden wir sie nur in München und Stuttgart, in Oldenburg und Sachsen-Meiningen meist nur in den Kommissionen für höhere Mädchenschulen. Im Königreich Sachsen steht den Lehrerinnen- nur das aktive Wahlrecht für die Schulkommissionen zu. Am weitesten vorgeschritten ist Baden, das nach der neuen Stäbteordnung von 1906 fiir fast alle größeren Städte Lehrerinnen und auch Mütter in die Schulkommissionen berief.
* Preußischer Landeslehrerverein. Das konservattv- agrarische Bemühen durch Gründung eines Vereins der Land- und Kleinstadtlehrer in den großen Preußischen Landeslehrerverein Bresche zu legen, ist kläglich gescheitert. Die Mitgliederzahl des Preußischen Lehrervereins betrug am 1. Oktober 1909 65 962 gegen 67 734 am gleichen Tage des Vorjahres. Der ganze Rückgang beträgt sonach nur 1772 oder 2,62 Prozent.
* Zur Förderung des Arbeiterwohnhausbaucs. Der Ausschuß der Landesverstcherungsanstalt der Hansestädte bewilligte zur Unterstützung des Baues gesunder Arbeiter- Wohnungen für das nächste Jahr 1 ch„, Millionen Mark.
Ober? irnd Morte.
Die GesnndhcitsverlMtniffe in der Armee. In den letzten 35 Jahren haben die Gesundheitsverhältnisse in unserer Armee eine recht beachtenswerte Besserung erfahren. Der Krankenzugang ist von 907,7 auf 538 5 gesellen und der Zugang an ansteckenden Krankheiten, wie Typhus, Ruhr, Malaria ist von 627 aus 3,9 zurückgegangen. Während vor 30 Jahren auf 1000 Mann jährlich durchschnittlich 10,3 Erkrankungen an Typhus kamen, beträgt die Zahl jetzr nur noch 0.41. Dabei ist zu erwähnen, daß die Ansteckung in 82 Prozent aller Fälle nicht in der Kaserne erfolgt ist. Mit der Erkrankungszahl ist auch die Sterblichkeit zurückgegangen, die in den letzten 25 Jahren von 67 auf 18 vom Tausend gesunken ist.
Großadmiral v. Koester über Unterseeboote. Der Vizeadmiral a. D. G a l st e r hat in der letzten Zeit in Attikeln die Ansicht vertreten, daß Deuffchland weniger Linienschiffe und dafür mehr Tauchboote bauen solle. Die Geschäftsstelle des Deutschen Flottenvereins veröffentlicht nun folgende Erklärung des Vereinsvorsitzenden. Großadmirals von Koester, hierzu: „Ich glaube mich mit den in Kiel anwesenden zu einem Utteil berufenen älteren Seeoffizieren dann einig, daß wir die Bedeutung der Unterseeboote für die lokale Vetteidigung nicht unterschätzen und das jetzige Vorgehen der Marineverwaltung in Beziehung auf Entwicklung dieser Waffe nur durchaus billigen können, es aber
Nebenanstalten einer nationalen Papeterieschule, eines geologischen Instituts und eines Instituts der Alpengcographie das phonetische Jnstittlt für Ausländer feierlich eröffnet Das Comite de Patronane des Etndiants Etrangers. dem Grenoble den Frcmdenzufluß verdankt, hat sehr richtig erkannt, daß jene Ausländer, die sich in einer französischen Universität einschreiben ließen, in der Hauptsache der Sprach- erlernung halber kamen; darum sorgte es dafür, daß ihnen ein hervorragender Konversationsunterricht geboten werden konnte. Die Feinheiten der französischen Aussprache und die französischen Sprachseinheiten wurden zu einem besonderen wiffenschllftlichen Zweig der Universität erhoben; der Unterrichtsminister gab die Ermächtigung, den Fremden, die erfolgreich dem Kursus beiwohnten, ein phonetisches Diplom auszustellen. Das Programm der besonders stack besuchten Ferienkurse verteilt die ausländischen Studenten zunächst in Gruppen von je sechs, die unter Leitung eines Lehrers lesen; dann sieht es vor: Übersetzungen, resp. aus dem Deutschen, Englischen, Italienischen und Russischen; Phonetische Übungen; Grammatik; französische Auffätze; Vorlesungen über die französische Literatur, Politik, Handel, Geographie. Entsprechend dem Bildungsgrad hebt sich das Niveau der sehr reichlichen Auswahl von Vorlesungen; das französische Theater, die bildende Kunst, jede Kulturwissenschaft wird von hervorragenden Gelehrten mit so viel Übersicht und System behandelt, daß z. B. Gras Posadowsky, der nach Abschluß seiner staatsmännischen Karriere für sechs Wochm kam, den ganzen Winter über blieb und sich sehr anerkennend über alle L-hreinrichtungen ausdrückte. Das deutsche Element wiegt in Grenoble immer vor und ist, wie es scheint, besonders beliebt Die 3000 deuffchen Studierenden, die bisher ans der Universität eingeschrieben wurden, baden auch zumeist die angenehme und preiswürdige Aufnahme, die sie in der Jstzre-Stadt fanden, im besten Andenken behalten. Leider haben ste nur zu oft die Grenobler Bürger wegen ihres Wagemuts im Bergkraxeln in Besorgnisse gestürzt.
Die Akpenriesen in der Dauphins sind mit die gefährlichsten, die den Hochtouristen verlocken können. Nab einer liebenswürdigen Hochlandschaft in der nächsten Umgebung Grenobles (Sopvey mit dem berühmten Likörklosier der Chartrcux, die nach Spanien auswandern mußten Rachais, Suint-Nizicr und andere Beraftkr von lööö Wmerl. nach
