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/Seite 4. Samstag, 4. Dezember 1969»

szurückschlägt. Der sparsamen Hausfrau sei hier ein Wink ^gegeben, sich Heikes Wasser zum Aufwaschen kostenlos da­durch herzustellen, daß sie zwei Töpfe übereinander setzt; rend im unteren Topf Speisen gekocht werden, dient obere zugleich als Deckel und Wasserkessel.

Für das Kochen gilt als Hauptregel: Man gebe nur zum Ankochen die volle Hitze und stelle, sobald die Siede­temperatur erreicht ist, den Hahn aufKlein", jedoch lang­sam und vorsichtig. Da zum Wciterkochen etwa der dritte bis fünfte Teil des Gasverbrauchs wie bei voll geöffnetem Hahn genügt, ist die Gasersparnis bei dieser Kochweise sehr groß. Die Ansicht, daß ein Mehraufivand an Gas ein schnelleres Garwerden ermögliche, ist durchaus irrig, da das Garwerden nur von der Temperatur im Kochtops abhängt, und diese nicht über den Siedepunkt von IVO Grad Celsius -gebracht werden kann, wenn dem Gefäß von außen auch noch so viel Wärme zugesührt ivird. Jeder übermäßige Aufwand von Gas geht durch überflüssige Dampfbildung verloren und kann nur schädlich wirken, indem die Speisen einkochen und seicht anbrenncn. Von der Befolgung dieser Fundamen­talregel hängt die Wirtschaftlichkeit der Gasküchc ab.

> Soll ein Gasherd für den gesamten Familienhaushalt ausreichen, so daß er einen vollständigen Ersatz für den Herd mit Kohlenfeuerung bietet, so nruß er zum Braten und Backen eingerichtet sein. Wegen der feinen Rcgulicrfähigkeit der Hitze kann man mit Gas bekanntlich am schnellsten, be­quemsten und billigsten braten und backen. Der einfachste Apparat dieser Art ist eine Brathaubc (ohne eigenen Brenner), die man auf einen Kocher setzt. Für Speisen, welche viel Oberhitze benötigen, ist aber der Hausfrau mit einer einfachen Brathaube nicht immer gedient. Für solche Zwecke empfiehlt sich die Anschaffung eines guten kompletten Brat- und Backofens mit eigenem Brenner und einer Vor­richtung, welche die Unterhitze abfchwächt, die Oberhitze da­gegen erhöht, wodurch ein Anbrennen der Speisen verhütet und eine schöne Bräunung der Braten, bezw. Backwaren er­zielt wird. Die Bratöfen werden neuerdings mit einem sogenannten Selbstbrater, einem Rost, auf welchem die Bra­ten gegrillt werden köimen, ausgestattet. Das Fleisch brät auf dem Rost in seinem eigenen Saft. Kostspielige Zutaten, wie Butter usw., fallen somit bei dieser Bratmethode fort. Der von dem Fleisch abtropsende Saft und das Fett werden in einer Schale aufgesangen und zur Herstellung der Sauce benutzt. Alle Bedingungen, welche bei einer vollendeten Bratweise zu erfüllen sind, werden in diesem neuen, ebenso einfachen wie naturgemäßen Bratverfahren vereinigt. -Derselbe Ofen dient auch zur Herstellung von Backwaren, deren gutes Gelingen durch die leichte Regulierbarkcit der Hitze, welche nicht wie beim Kohlenherd von Zufällig­keiten abhängt, gewährleistet wird.

Eine in den letzten Jahren sehr beliebte Ausführung ist der konrbinicrte Gas- und Kohlenherd; derselbe dürste aber nur eine Art Ubergangssorm sein, welche dem reinen Gas­herd weichen wird, sobald die Allgemeinheit die Vorzüge der Gasküche voll und ganz erkannt hat.

August Ravenstein.

Am 4. Dezember 1809 erblickte in Frankfurt a. M. ein Mann das Licht der Welt, dessen Wirken seine segensreichen Spuren weit über die Grenzen seines Geburtsortes hinaus hinterlassen hat, August Ravenstein. Aus eigener Kraft hat er sich empor gearbeitet zu der Bedeutung, die ihm allezeit ein ehrendes Gedächtnis sichert. Einfach war seine Her­kunft, und gering waren die Mittel, die er, schon frühe elternlos geworden, aus seine Ausbildung verwenden konnte. Doch 'sein Streben nach Weiterbildung ließen ihn die Lücken während seiner Lehrzeit als Buchhändler nachholen. Die Beschäftigung mit Zeichnen führte ihn ans den Weg zu seinem späteren Lobensberuf, der Kartographie, für die seit jener Zeit der Name Ravenstein einen sehr guten Klang hat. Sein edler, uneigennütziger Charakter wies ihn jedoch auch zur Betätigung auf gemeinnützigen Gebieten hin. Als ein solches hervorragender Art hatte er bei- seinem Aufenthalt in Mainz das Turnen kennen und seinen heilsamen Einfluß aus Körper und Geist schützen gelernt. In Frankfurt waren zwar Turnübungen in Guts Muthsschem Sinne schon vor­dem Auftreten Jahns betrieben worden, doch nur vereinzelt. Erst nach der Rückkehr Ravensteins im Jahre 1833 wurden sie Gemeingut weiterer Kreise. Denn nichts ließ er unver­sucht, um der.Jahnschen Kunst das Wohlwollen und die Unterstützung der Bürger und Behörden zu verschaffen. Dies gelang ihm besonders durch die von ihm eingesührten Äett- und Prüfungsturnen und die Spiele, die er öffent­lich veranstaltete. Als Folge davon gewährte ihm die Stadt Geldunterstützungen, auch nahmen die Schulen den Turnunterricht als Lehrfach in erweitertem Maße auf. Aus der weiteren Umgegend traten die turnerisch gesinnten Kreise mit ihm in Verbindung, so daß auf seine Anregung hin sehr bald der erste turnerische Verband in ganz Deutsch­land, der rheinisch-hessische Turnbezirk, entstand, der von 1841 bis 1844 alljährlich ein mittelrheinisches Turnfest mit Wetturnen abhielt. Noch größere Bedeutung verschaffte Ravenstein dem Turnen als Schöpfer der Feldbergfc-ste, die für die turnerischen Kreise unseres ganzen Vaterlandes von weittragender Bedeutung geworden sind und den Fcldberg zu einem turnerischen Wallfahrtsort für fern und nah ge­macht haben. Schon frühe lenkte Ravenstein als eifriger Anhänger der Turnfahrten mit Gesinnungsgenossen und der ihm anvertrauten Jugend leine Schritte auf jene höchste Er­hebung des Taunus mit' ihrer prächtigen Aussicht in die ge­segneten Landstriche des Rheins und des Mains. Der -Schaffung einer Unterkunstshalle galt die von ihm gegebene Anregung zur Abhaltung von Volksfesten auf ihrer herr­lichen Höhe. Turner und Sänger waren es besonders, die seinem Rufe folgten und ein Fest schufen, das jetzt allmäh­lich Tausende von Besuchern zur fröhlichen Wanderfahrt auf den Feldberg lockt und Hunderte von Turnern zu edlem Wettstreit vereinigt, und das in seinen Anfängen ganz be­sonders zur Ausbreitung des Turnens in der weiten Um­gegend beigetragcn hat. Für immerdar wird daher der Name Ravenstein mit der Entwicklung des Turnens im Mittelrheinkrcis, ja in unserem ganzen weiten Vaterland verbunden sein. Deshalb wird seiner in allen turnerischen Kreisen, besonders des Mittelrheins, in Ehren gedacht. Eine einfache Feier am 4. Dezember an sei«»r letzten Ruhestätte auf dem Friedhof in Franffu rr a. M, uno eine m gröperem^

Wiesbadener Tagdlatt.

Maßstab auf denr Feldberg zur Enthüllung einer Gedeick- tafel am 5. Dezember sollen seinem Andenken besonders ge- " widmet sein.

Die Ursachen der spinalen Kinderlähmung.

Die Ursache der spinalen Kinderlähmung, jener geheim­nisvollen Krankheit, die vereinzelt, auch in der Umgebung auftrat und der die Wissenschaft bisher machtlos gegenüber- stand, glaubt Sanitätsrat Dr. Bilsinger in Detrnold -entdeckt zu haben. Er macht für die Krankheit verdor­bene Jmpflymphe verantwortlich, indem er erklärt:

Wenn nach den Berichten die bakteriologisch-vivisekto- rische Spezialforschung bis jetzt keine Aufklärung über die schauerliche Krankheit zu geben vermag, so erscheint mir an­dererseits vom hygienisch-biologischen Standpunkt aus die Sache ziemlich klar zu liegen, wenn anders man die Tat­sachen so, wie sie sich dem gesunden klaren Blick ausdrängen, ohne Voreingenommenheit in Betracht zieht. Man unter­scheidet wissenschaftlich -eine zentrale Kinderlähmung, welche eine Folge von Entzündungsvorgängcn in der Gehirn­substanz darstellt, und eine spinale Kinderlähmung, welche auf solchen im Rückenmark beruht. In Rheinland-Westfalen handelt cs sich um die letztgenannte. Eine solche Kinder­lähmung, die vom Rückenmark ausgcht, kommt auch sonst hier und da vor, wobei gewöhnlich ein anscheinend- gesundes Kind plötzlich nachts unruhig wird. Am anderen Morgen beobachtet man, daß einzelne Muskelpartien, z. B. des Fußes, nicht mehr funktionieren. Eine solche Erkrankung wird medizinisch mit dem Namenessentielle Kinderläh­mung" bezeichnet. In Wirklichkeit beruht die Krankheit aus dem plötzlichen Platzen eines kleinen Blutgefäßes im Rücken- uiark, wodurch ein Teil der Rückenmarksubstanz zerstört und so eine Lähmung der betreffenden Muskeln herbeigeführt wird. Es enffteht ein solches Ereignis namentlich bei sol-. chen Kindern, deren Vater, bezw. deren Eltern ein üppiges Leben führen, und welche auch selbst durch den Genuß von Alkohol und ähnlichen Schädlichkeiten in der Widerstands­fähigkeit ihrer kleinen Blutgefäße geschwächt sind. Bei der in Frage stehenden -epidemischen Kinderlähmung in Rhein­land-Westfalen müssen nun aber andere, besondere Ursachen der Krankheit zugrunde liegen.

Die gehäufte Zahl der Erkrankungs-sälle läßt sich unge­zwungen auch ohne Ansteckung erklären; ähnlich wie z, B. auch die Cholera meines Erachtens kaum ansteckend ist und trotzdem deshalb aus einmal so zahlreich austreten kann, weil all den Choleraerkrankungen eine gemeinsame Ursache, nämlich Vergiftung durch verseuchtes Trinkwasser, zugrunde liegt. Ebenso hat man meines Erachtens auch in- zahlreichen Füllen von spinaler Kinderlähmung höchstwahrscheinlich die gemeinsame Entstehungsursache in der vorausgegange­nen Kuhpockenimpfung zu suchen. Es ist ja jetzt durch die bakteriologischen Untersuchungen von Dr. Messen, Di-. Land- man», Professor Levy u. a. einwandfrei erwiesen, daß die Lymphe der verschiedenen Staatsinstitute nicht selten viru­lente, d. h. giftige Bakterien, in großer Menge enthält. Schon durch diesen Befund ist -es genügend erklärt, daß infolge der Einimpfung solch giftiger Bakterien ins Blut des Impflings nach kürzerer oder längerer Zeit, wenn anders man vor­urteilsfrei beobachtet, die verschiedensten, unter Umständen bösartigsten Folgezustände nicht selten sich geltend machen.

Ich habe bei Gelegenheit des Voriomnrens von epide­mischer Genickstarre bei Rekruten schon vor zwei Jahren darauf aufmerksam gemacht, daß beim Entstehen dieser eben­falls ganz besonders unheimlichen Erkrankung meiner Mei­nung nach in erster Linie an die vorausgegangene Kuh- Pockenimpfung als ursächliches Moment gedacht werden müsse. Nach dem, was ich bisher über einzelne Fälle der jüngsten Spinal-Kinderlähmung habe in Erfahrung brin­gen können, besteht für mich kaum noch ein Zweifel, daß ge­rade bei diesen Erkrankungen die Kuhpockenimpfung eine verhängnisvolle Rolle spielt; sei es direkt, indem durch die Lymphe krankmachende Keime dem Blut einverleibt werden, welche nach kürzerer oder längerer Zeit im Rückenmark Ent­zündungserkrankungen Hervorrufen, sei es indirekt, indem durch die offenen Jmpfschnittwunden außer der Jmps- lymphe auch noch aus der Lust sonstige kraNkmachende Keime in den Organismus der Impflinge eindringen."

Sanitätsrat Di-. Bilsinger hält es daher für dringend geboten, daß gerade nach dieser Richtung hin sorgfältige Un­tersuchungen angestellt werden.

Städtischer Arbeitsnachweis. Bei den Vermittlungs­stellen standen im November d. I. in der Abteilung für Männliche 741 Arbeitsgesuche 432 Angeboten von Stellen gegenüber, von denen 358 besetzt wurden. In den Abtei­lungen für Weibliche lagen 439 Arbeitsgesuche vor; 440 Stellen waren angcmeldet und 310 wurden besetzt. Der Ab­teilung für das East- und Schankwirtschaftsgewerbe waren 480 Arbeitsgesuche, darunter 158 von Weiblichen, zugegan- gen, denen 314, darunter 109 für Weibliche, offene Stellen gegenüberstanden; von denselben wurden 272, darunter 74 durch Weibliche, besetzt. Insgesamt waren im November d. I. 1640 (im November 1908 1682) Arbeitsgesuche und 1186 (1083) Angebote angemeldet, besetzt wurden 940 (359) Stellen.

Walhalla-Theater. Direktor Langer sagt sich: die Adventszeit ist die Zeit, in der die Frauen am wenigsten dagegen einzuwenden haben, wenn sich die Männer abends nicht in ihren vier Pfählen langweilen. Und- was tun die Männer, wenn sie ihren Abend angenehm totschlagen wollen? Wer nicht Skat für der Wonne größte hält, geht dorthin, wo es etwas zur Auffrischung des Gemüts, etwas Lustiges gibt, ohne daß der Tugend Fallstricke gelegt wer­den. Direktor Langer hat sein Varietäprogramm für diese besonderen Bedürfnisse der Vorweihnachtszeit zusammenge­stellt: ohne Soubrette! Den größten Teil des Abends füllt Harry Bien enstein mit seinen Burlesken aus, in denen er die Hauptrolle spielt, den Cölner Tünnes. über die Burlesken selbst ist wenig zu sagen, die Handlung bildet bei beiden nur einDrum und Dran", damit in der einen Tünnes-Anton Süßmilch und in der anderen Tünnes-Rent- ner Zivfel Gelegenheit zur ausgiebigsten Betätigung seines Cölner Volkshumors findet. Er bereitet denn auch eine vergnügte Stunde, an die mancher anderen Tags noch schmunzelnd denken wird.Der Hochzcitsgast" heißt die eine Burleske voll toller Verwechslungen,Der Schrei nach dem Kinde" die an-oere. die als Ganzes nicht unerheblich über

Morgen-Mnögabe, 1. Matt. Nr. 568.

der erster« steht.Die Walzernacht", die Lucie und Bernar do aufführen, ist gleichfalls eine recht lustige Sache, das gilt besonders von dem Tanz in Lucies Salon; der zuletzt aussieht wie ein vom Erdbeben durcheinander- gerütteltes Zimmer in Messina. Die Akrobatik ist nur in zwei Nummern, aber trotzdem hervorragend vertreten. Der Balance-Akt von Ballot Bros ist einzig in seiner Art. Die drei Schwestern Rostock dürfen zu den besten Krast- turnerinnen gerechnet werden, die sich in Varietss dem Publikum vorstellen. Da ein heiterer Abend kein verlore­ner ist, kann der Besuch des Walhalla-Theaters empfohlen werden.

über die Zahl der Referendare, die bei dm Justiz­behörden seit den letzten zwölf Jahren beschäftigt werden;, hat das preußische Justizministerium eine Zusammenstellung gemacht, aus der hervorgeht, daß sich die Zahl der Referen­dare in dieser Zeit mehr als verdoppelt hat. Sie betrug am 1. August 1909 7694, am 1. August 1897 nur 3767. Die Zunahme erfolgte stetig von Jahr zu Jahr. Sie betrug jährlich 300 bis 500. Im letzten' Jahr hat sie etwas ab­genommen und betrug nur noch 166. Die meisten Referen­dare hat natürlich nach wie vor der Bezirk des Karmner- gerichts mit 1316. Es folgen Oberlandesgericht Cöln mit 895, dann der Bezirk des Oberlandesgerichts Hamm mit 886 und hierauf der Breslauer Bezirk mit 836. Dann kommen das Oberlandesgericht Celle mit 596 Referendaren, Düsseldorf mit 463, Königsberg mit 398, Stettin 284, Cassel 278, Marienwerder 249, Kiel 239 und endlich Posen mit 221 Referendaren. Von allen Referendaren bei preu­ßischen Gerichten sind nach dem Stande vom 1. August d. I. 25 aus den: Herzogtum Anhalt, 7 aus dem Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen. Anhalter Referendare hat cs vor zwölf Jahren nur 4 im preußischen DiSnst gegeben.

Zur Geschmacksbildung des dcuffchen Kaufmanns. In den Städten Leipzig, Halle, Magdeburg, Halberstadt, Braunschweig und Berlin sind aus Anregung des Deutschen Verbands für das kaufmännische Unterrichtswesen und des Dcuffchen Werkbundes von den betreffenden Handelskam­mern Vorträge zur Geschmacksbildung des deutschen Kauf­manns veranstaltet, in denen die für die geschmackliche Aus­bildung des Kaufmanns in -erster Linie wichtigen Gebiete behandelt wurden. In dieser» Winter werden auch noch in den norddeutschen Städten Lübeck, Rostock, Kiel, Flensburg, Hamburg und Stettin Vorträge statffinden.

Die Zcntral-Auskunftsstelle für Auswanderer in Berlin, Schellingstraße 4, will Personen, die zur Auswande­rung entschlossen sind, mit sachdienlichem Rat zur Hand gehen. Doch hat es den Anschein, als wenn die Existenz die­ser Beratungsstelle noch nicht hinreichend bekannt ist. Daher wird Personen, bei denen der Entschluß zur Auswanderung seststeht, nochmals dringend angcraien, bei der Zentralstelle oder bei einer ihrer Zweigstellen Auskunft über die Verhält­nisse des Auswanderungsziels.einzuholen. Die Auskunft er­folgt kostenlos.

Wo ist das Steckenpferd geblieben? Zu diesem Artikel schreibt uns das bekannte Kaufhaus Kaspar Füh­rer in der Kirchgasse:Es ist richtig, daß das zu Groß- Väterchens Zeiten so sehr beliebte Steckenpferd heute durch neuartigere Spielzeuge mehr und mehr verdrängt worden ist. Trotzdem möchte ich aber die Behauptung, daß dasselbe nur uock da und dort abseits von den Großstädten- anzu- trcssen ist, nicht unwidersprochen lassen. Vielmehr möchte ich behaupten, daß dasselbe auch heute noch in jedem -erst­klassigen Spielwarengeschäft der Grr-ßstadt zu haben ist, und kömrte ich verschiedene mir bekannte Geschäfte dafür namhaft machen. Ich habe dasselbe z. B. in vier verschiedenen Preislagen am Lager, und da regelmäßig darin Nachbe­stellungen gemacht werden müssen, ist wohl der Beweis er­bracht, daß auch heute noch in der Großstadt nach diesem Artikel Nachfrage herrscht."

Der pfiffige Peter. Die Geschichte weiß gar manches iritercssante Stückchen aus dem Leben der Tiere zu berichten, doch dürfte unser zahmer Rabe Peter, von dem hier die Rede ist, den Rekord an Intelligenz erreicht haben. Hat da ein Wingcrtsmann in einem Dorfe des Rheingaus einen zahmen Raben, der ein treuer Hausgenosse der Familie ist, und an dessen Possierlichkeiten man sich oft ergötzt. Peter also heißt der pechrabenschwarze Geselle. Eines Tages war alt und jung im Feld und in den Weinbergen beschäftigt, man hatte vorsorglich das Haus verschlossen und Peter Huckebein als Wächter darin zurückgelassen. Peter humpelt im Hofe hin und her, und- bemerkt- den Schlüssel aus der Fensterbank. Sein spähendes Rabenauge kann er nicht von dem glänzenden Etwas trennen und fixiert es nach Raben­art. Man kommt am Abend müde nach Hause, schließt das Hoftor auf und möchte auch gerne ins Haus. Doch, wo mag nur der Schlüssel hingekommen sein?Aha!", ruft der Win­gertsmann,das wird wieder ein Streich unseres Peter" sein". Sprach's, holt ihn herbei und zeigt ihm kurz ent­schlossen die Haustür. Ob sich Peter schuldbewußt gekratzt hat, davon erzählt die Geschichte nichts, wobl aber davon, daß er sorthumpelte und richtig den Schlüssel im Schnabel iviedcr herbeibrachte. Soweit die Erzählung eines Be­richterstatters, der hinzufügt, die Sache sei tatsächlich in R. vorgekommen und werde dort viel belacht. Uns will sie als ein nicht übles Jägerlatein erscheinen.

Tergrößte Mann von Wiesbaden" besuchte am Sonntag denlangen Joseph", der sich aus dem Andreas- markt sehen ließ, und dachte, denselben mit seiner Länge von 2,5 Meter gleichzukommen oder ihn gar zu überragen. Doch da täuschte er sich, denn als er sich neben den Riesen stellte, ging dieser noch um eine Kopfeslänge über ihn hinaus. Also damit ist wohl der beste Beweis für die 2 Meter 39 Zentimeter des Rheinländers geliefert, und alle Dis­kussion hat ein Ende.

Wem gehört das Geld? 713. 69 009 Kronen = 48 OOO M. hat ein Fr. Herold hinterlassen, dessen Erben schon seit 2 Jahren -gesucht werden. Er ist 1823 geboren in Österreich, die Vorfahren stammen aber zweifellos aus Deutschland. Der Vater hieß Anton Herold. Sowohl der Erblasser als auch sein Vater hatten keine Geschwister. Die Mutter war eine Barbara, geb. Scherzer, Tochter eines Josef Scherzer und dessen Ehefrau Theresia, geb. Eisen­führer oder Eisentürmer. Diese lebten 1789 bis 1810 zu Ried in Oberösterreich. Die Barbara Scherzer soll mehrere Geschwister . gehabt, haben. 714. In Österreich ist ein