Nr. 552. Nbend-Äusgabe, 1. Blatt. TttgblKtt.
Freitag, 26. November l«M>. Seite 5.
und geberdete sich wie ein Besessener. Alle? das wäre zu vermeiden gewesen, wenn der Mann die Ruhe bewahrt hätte, die man von einem vernünftigen Kutscher erwarten darf, so aber musste der arme Gaul sich schinden und schlagen lassen nur wegen des Unverstandes und der Roheit seines Herrn.
— Schaufenster-Wettbewerb. Wir werden gebeten, die Mt dem Wettbewerb sich beteiligenden Firmen wiederholt darauf hinzuweisen, daß die Schaufenster, welche von den Preisrichtern beurteilt werden sollen, unbedingt durch die von dem „Verein der Kaufleute und Industriellen in Wiesbaden und Umgebung, E. V.", ausgegebenen Plakate gekennzeichnet sein müssen. Ferner empfiehlt es sich, Montagabend die Erker bis 9 Uhr zu beleuchten, damit die Preisrichter hinreichend Zeit haben, auch sämtliche Schaufenster der Abendbeleuchtung besichttgen zu können.
— Ein Verkehrshindernis entstand heute niorgen gegen 10 Uhr in der Rikolasstraße, wo das Pferd eines Bier- smdter Viehhändlers auf dem nassen Asphaltpflaster ausrutschte und ein Stück geschleift wurde, um dann quer über dem Geleise der elektrischen Straßenbahn liegen zu bleiben. Einige Leute versuchten, das Pferd wieder aus die Beine zu bringen, aber das war keine leichte Sache, denn das Tier kaut immer wieder zu Fall. Erst mit Hilfe einiger Pferdedecken war es möglich, das Pferd aufzurichten. Besondere Verletzungen hat dasselbe nicht erlitten. Durch den Vorfall war der Verkehr längere Zeit gesperrt.
— Bestrafter Langfinger. Gestern morgen kam ein Milchhändler in der Neugasse in dem Augenblick zu seinem Wagen zurück, als ein Mann im Begriff war, sich einen Sack Kartoffeln anzueignen. Er hielt den Dieb fest, verabfolgte ihm eine gehörige Tracht Prügel und ließ ihn dam« laufen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der Mensch mit dem Dieb, der wiederholt die Milchhändler auf gleiche Weise schädigte, identisch ist.
— Jugendlicher Durchbrenner. Ein hiesiger Bäckermeister beauftragte gestern einen erst kürzlich von ihm eingestellten Ausläufer, von einem Wiesbadener Bankinstitut gegen Quittung einen Betrag von etwa 300 M. zu erheben. Der Betrag ist erhoben worden, der Bursche hat es jedoch vorgezogen, das Geld nicht abzuliefern, sondern nüt dem Betrag zu verschwinden. Wie die Ermittelungen ergeben haben, hat er sich nach Luxemburg gewandt.
— Kleine Notizen. Im Schaufenster des Kunstsalons Akmarhus steht zurzeit ein lebensgroßes, in Pastell ausgc- führtes Brustbild des Schauspielers Tauber vom hiesigen Hoftheater, gemalt von der Portraitrnalerin Fräulein Olga Hassel mann Hierselbst. — Der diesjährige Weibnachts- markt wird vom Mittwoch, den 8., bis einschließlich Freitag, den 24. Dezember auf dem Faulbrunnenplatz, der Christ- baummarkt von Freitag, den 10., bis einschließlich Freitag, den 24. Dezember, aus dem Dernschen Gelände, in der Querstraße und auf dem Luxemburgplah abgehalten. — Im Koper-Rcstaurant des Kgl. Theaters bestehen während 'der Volks- und Schüler-Vorstellungen an allen Büfetts ermäßigte Preise auf Kaffee, Kuchen, Bier, belegte Brötchen und dergleichen.
Theater, Knust, Vorträge.
_ » Ludwig Hohlwein. Zu denjenigen Söhnen unserer Lladt, aus welche dieselbe mit berechtigtem Swlze blicken darf, da sie durch ihre hervorragenden Leistungen und die bohen, einflußreichen Stellungen, welche sie sich durch ihre Talente, gepaart mit Energie und Ausdauer, errangen, nicht nur ihren Familien, sondern auch ihrer Heimatstadt und dem Vaterlande überhaupt zur Ehre gereichen, gehört auch Ludwig Hohl- wein, Architekt in München, Sohn des ebenso schlichten wie hochachtbaren ehemaligen Schlossermeisters und Herdfabrikanten Jakob Hohlwein, jetzt Rentner dahier. Wie aus der Gedichtsammlung „Lose Blätter" von I. Cbr. Glücklich (Verlag von jArtur Venn), Seite 251, hervorgeht, hat der Herausgeber das Talent des jungen Mannes, der absolut ein Handwerk erlernen sollte, sozusagen entdeckt, indem er Hohlwein sein erstes Bildchen abkaufte. Wie sich der vortreffsliche Künstler seinen Weg bahnte, darüber werden seinerzeit berufenere Federn berichten, aber das, was er bisher erreichte, mag sich aus folgender Notiz der Nr. 535 der „Münchener Neuesten Nachrichten" vom 16. November 1909, Varabendblatt, ergeben. Die „Münchener Neuesten Nachrichten" schreiben wörtlich: „Wie wir hören, besuchte gestern der Präsident des Uellowstone-Parks (Nord- amerika) das Atelier des Münchener Architekten Ludwig Hohl- Wein. um bei diesem Künstler eine Anzahl Plakate für den berühmten Park zu. bestellen. Es ist für München doppelt erfreulich, daraus zu ersehen, daß heute auch im Ausland deutsche Plakatkunst an erster Stelle rangiert, und daß in dieser Kunst wiederum der Münchener Plakatstil am ersten genannt wird. Der neue Stil ist vornehmlich Schöpfung unseres Münchener Meisters Ludwig Hohlwein, was in: Einklang mit den „M. N. N." in den letzten Oktobernummern unserer beiden ersten deutschen Kunstorgane, die lobende Spezialartikel über Ludwig Hohlwein brachten, besonders betont wurde. Hohlwein har schon einige Anträge für Lehrstellen und Professuren in anderen Städten ausgeschlagen: es ist nur zu wünschen, daß er unserer Stadt erhalten bleiben möge."
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* Königliche Schauspiele. Am Sonntag, den 28. Robem- üer er., geht im Hostheater, wie bereits, angekündigt, Wildenbruchs vaterländisches Schauspiel „D i e Quitzow s" bei Bolkspreisen in Szene. Die Vorstellung beginnt um 2 Uhr. Ausnahmsweise werden Vorbestellungen gegen Vorbestellgebühr auf Plätze zu 1.50 M. und höher entgegengenommen. Die Kasse wird schon vor 9 Uhr geöffnet werden. Es wird ausdrücklich bemerkt, daß Karten zu den Plätzen zu 25 bis 75 Pf. in größerer Anzahl wie bei der letzten „Egmont"-Aufführung zum Verkaufe gelangen.
* Stadttheater in Mainz. Als 15. Nachmittags-Vorstellung gelangt am kommendere Sonntag um 3 Uhr zu kleinen Preisen der urkomische Schwank „Der Doppelmensch" von .;akobp und Lippschsttz zur Aufführung. Abends 7 Uhr wird die Bizetsche Oper „Carmen" gegeben.
* Künstlerfest 1909 am 27. November in der „W a r t - bürg". An die Vorbereitungen zu dem „Festtag auf dem Dorfe" ist nun die letzte Hand gelegt, das Programm ist bis in die Einzelheiten festgestellt und vor den Augen der künstlerischen Leirung steht das. ganze Bild fertig da. Die Hauptsache freilich ist durch keine noch so sorgfältige Vorbereitung zu erzielen, nämlich — die richtige Feststimmung. Um eine solche zu erreichen, solleri die Gäste nicht durch eine langatmige Folge von Borträgen ermüdet werden, sondern sie sollen vor allen Dingen die so oft und so gern gesuchte Gelegenheit haben, die Bühnenkünstler im zwanglosen Verkehr kennen zu lernen. U*d daneben sollen sich die Vorgänge des ländlichen Festes abspeelen und durch ihren barmlosen Humor, durch ihre heiteren Zwischenfälle das Behagen wecken, es zur froben Laune. steigern und schließlich in den rauschenden Wogen des Tanzes oen Gipfel erklimmen lassen. Darum kommt alle, die ihr auf einige Stunden das grämliche Leben vergessen und gleichzeitig auch der edlen Menschenpflicht Nachkommen wollt, den Kranken und Bedrückten helfend zur Seite zu stehen. Die Devise des Abends lautet: Wohltun durch Humor!
* Vortragsabende. Der zweite Vortragsabend alttestament- licher Lebensbilder, veranstaltet vom „Christlichen Verein junger Männer", findet nächsten Sonntag, den 28. November, abends 8 Uhr, im großen Saale des Evangelischen Veremsbauses. Platter Straße 2, statt. Diesmal soll das Lebensbild
^akobs behandelt werden. Redner: Sekretär Fink. Das reichhaltige Programm weist außer Deklamationen, Männerund gemischten Chören auch Solo- und Quartettvorträge auf. Die schlußansprache hat Herr Pfarrer Hofmann übernommen. Ber dem überaus zahlreichen Besuch, dessen sich der erste Bor- tragsabend erfreute, ist cs ratsam, sich rechtzeitig einen Platz zu sichern. Programme zu 25 Pf. sind in der Missionsbnch- hanötung, Michelsberg 24, gegenüber der Synagoge, sowie abends an der Kasse zu haben. Inhaber von Dauerkarten haben freien Zutritt.
/ Vortrag Hofer. Auch an dieser Stelle sei nochmals hingewiesen auf den öffentlichen Bortrag, den Herr Direktor beute abend 8% Uhr in der Aula der höheren Madchenichule am Schlossplatz halten wird.
Geschäftliche Mitteilungen.
* Ein neuer Nähkasten wird jetzt van seiner Erfinderin, Frau E. Geister bierselbst, m den Handel gebracht. Die Einrichtung dieses Reform-Nahkastens. D. R. G. M.. ist eine buchst originelle und sinnreiche und deren praktischer Wert ein m die Augen springender. Ohne Zweifel wird sich der Kasten die .yerzen der Damenwelt im Fluge erobern und in jedem Wohngemach ein praktisches und, zugleich hochelegantes Möbelstück bilden. Wir machen unsere interessierten Leser und Leserinnen auf die. Anzeige aufmerksam.
, ... * Schaufenster-Wettbewerb. Selbst Restaurationen bedingen ncq an dem am 28. und 29. November dahier statt- nndenden Wettbewerb, wie aus der Anzeige der Walhalla hervorgeht, auf die wir hiermit verweisen. Dieses Etablissement verzichtet jedoch auf jeden Preis, und findet seine Ehrung in recht zahlreichem Zuspruch der Stadtbesucher, deren Zufriedenstellung rn altbekannter guter Weise es sich sehr angelegen lein mtzr.
Aus dem Landkreis Wiesbaden.
eh. Biebrich, 26. November. Bei der Stadlverordn e t c n w a h l der 3. Klasse am gestrigen zweiten Wahltage wurden einschließlich des Stadtbezirks Wald-- ftraße bis setzt insgesamt abgegeben: für die bürgerlichen Kandidaten: Postsekretär Gadcw 356, Privatier H. Donecker 263, Sattlermeister Andrer 351, Brennmeister Stücker (Waldstraße) 354, Landwirt Schild 100; für die sozialdemokratischen Kandidaten F. Richter.503, A. Veit 503, K. Hohlwein 501, Gg. Hübfchmann 496 Stimmen. In der Ersatzwahl für den verstorbenen Platt wurden gezählt für den bürgerlichen Kandidaten Franz Bargon 346, für den Sozialdemokraten W. Petzold 493 Stimmen. Zersplittert waren 16 Stimmen. Der erste Wahltag hatte für die bürgerlichen Parteien eine Stimmenzersplitterung ergeben, da, wie es in einer Erwiderung aus ein Bürgervereins- Flugblatt heißt, „die Beamtenschaft — und zwar nicht nur die Beamten des Rathauses und die Lehrerschaft — beschlossen hat, für die vom Bürgerverein vorgeschlagenen Kandidaten einzutreten, mit Ausnahme des .Herrn Privaters Heinrich Donecker, für den in letzter Stunde Herr Landwirt Karl Schild cingeschoben wurde". Diese Stellungnahme der Beamten- und Lehrerschaft, heißt es weiter, Herrn Donecker gegenüber, sei deni Vorstand des Bürgervereins seit Wochen und wiederholt mit Angabe der Gründe re- kannt gegeben und sogar von diesem als nicht unberechttgt anerkannt worden. Nun hat der Bür gerbe rein zu dieser Stimmcnzersplitterung Stellung genonimen und beschlossen, seine Kontrollistenführer und Stimmzettelverteiker zurückzuzichen und die Wahttätigkcit fiir die 3. Klaffe elnzu- stellen! Daß die Wahl nun erst recht mit einem Sieg der sozialdemokratischen Kandidaten enden wird, unterliegt kaum einem Zweifel.
leedenschast gezogen werden. — Am kommenden Sonntag wird auf dem Sportplatz an der Frankfurter Straße das letzte Ligaspiel der 1. Serie zwischen der 1. Mannschaft Sportvereins und der 1. Mannschaft der Frankfurter Fußballbereinigung ausgetragen. Anstoß 2'/-. Uhr.
sr. Ein neuer Jachtskippcr des Kaisers, der 1810 das Kommando des kaiserlichen Schoners „Meteor" übernehmen soll, ist in der Person des ehemaligen ersten Steuermanns ernannt worden. Wie erinnerlich, ist die Führerfrage für die neue Kaiserjacht während der diesjährigen Kieler Woche« akut geworden. Der frühere kaiserliche Jachtkapitän Peters hat wegen gröblicher Pflichtverletzung plötzlich entlassen werden müssen, und an seiner Stelle hatte in der Kieler Woche der Segeloffizier der Jacht „Iduna" der Kaiserin, Kapitän K a r p f, die Führung der Jacht übernommen und zweifellos glänzend durchgeführt.
Gerichts faul«
i. Limburg, 25. November. Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen den Arbeiter Peter Scherer von Oberndorf bei Braunfels, geboren 1864 zu Kraftsolms, wegen versuchter Notzucht, begangen an seiner 18jährigen Tochter. Die Verhandlung fand hinter verschlossenen Türen statt. Die Verhandlung wurde vertagt und der Angeklagte zur Beobachtung ans seinen Getstes- zustand einer Irrenanstalt überwieseir. — Heute verhandelte das Schwurgericht gegen den Bergmann Karl, genannt Wilhelm Koch 2r von Wrssenbach wegen versuchtem Totschlags und Beleidigung. Der Angeklagte, ein Trinker, hatte am 22. April d. I. gelegentlich der Kontroll- versammlung in Eibelshausen wieder einen über den Durst getrunken und wollte, nachdem er nach Hause gekommen war, mit dem Bäcker Wilhelm Schäfer Streit anfangcn. Er schimpfte diesen auf offener Straße und gab schließlich einen Schuß auf ihn ab, welcher aber fehl ging. Kurz daraus schoß der Angeklagte dem Bäcker einige Schroikörner in den Rücken. Auch der inzwischen hinzugekommene Maurer Louis Adolf Bastian erhielt von denr Angeklagten eine Ladung Schrot in den linken Arm irnd Brust. Die zur heutigen Verhandlung geladenen drei Sachverständigen gelangten zu dem Gutachten, daß sich der Angeklagte bei Begehung der Tat in einem Zustand befand, der seine freie Willcnsbestimmung ausgeschlossen habe. Die Geschworenen verneinten daher die Schuldsrage und es erfolgte die Freisprechung.
Kleine Chronik.
Aus der Umgebung.
— Mainz, 25. November. Einen überaus glänzenden Erfolg in tunstlerljcher wie finanzieller Beziehung hatte das am Dienstag in Mainz im großen Liedertafelsaal abgehaltene Wobltatigkertskonzert aufzuweisen. Vor ' ausver- kauftem Haust, darunter die Spitzen der Behörden, erfuhr das echt künstlerisch zu,ammengestellte Programm eine ebenso künstlerisch vollendete Wiedergabe. In neun, teilweise sechs- bis achtstimmigen Prachtnummern zeigte der Domchor, daß der jetzige jugendliche Dirigent, Herr Domkavellmeister Vogt, seine stimmgewaltige Schar auf derselben Höhe künstlerischer Durchbildung zu „halten versteht, die den Chor seit Jahrzehnten auszeichnet, Cbore. d,e das achtstimmige Cantate Dominum von Tulestma ,o zu singen verstehen, wie es am Dienstag gehört wurde, sind in Deutschland an den Fingern einer Hand abzuzahlen. Durchaus nn Einklang mit den Genüssen edelster und vollkommenster Art wie ne der Domchor bot. standen auch die Orgelvortrage des Darmstadter Musikdirektors und Orgel- virtuosen Martin Kla s se r t,. der das prächtige Instrument des Liedertatelsaales mit ebenioviel Verständnis und Geschmack wre souveräner Technik meisterte und in feinsinniger Weise die ?^Ä 5 .m'crvorragenc>en Darbietungen des trefflichen Solo- bratschisten Herrn Raffrn vom Mainzer städtischen Orchester begleitete. '
* Mainz, 26. November. Rheinpegel: 68 cm gegen 76 cm am gestrigen Vormittag. s ö
Sport.
* Fußballsport im Sportperem. Wie bereits bekannt gegeben. fanden am verflossenen Sonntag auf dem Sportplatz Frankfurter Straße Wettspiele der 2. und der 8 d-Maun- schaften des Sportvereins statt und btieben beide Mannschaften des Sportvereins siegreich Mit 8:0 konnte die 8 b ihren Gegner, die 2. Mannschaft ..Hassta"-Mainz schlagen, während die zweite Mannschaft das Resultat 7:2 gegen die 2. Mannschaft, der HanaMr Viktoria erreichen konnte. Sowohl die Sb als auch dre 2. Mannschcht zeigten ein schönes ausgeglichenes Spiel. Wahrend diese Siege dem. sportlichen Können des Spoetveremsnachwuchses das beste Zeugnis ausstellten, mutzte die I. Mannschaft, welche die Hauptstütze sowobl . in sportlicher als auch finanzieller Beziehung für den Verein dar- stcllt. in Hanau gegen Hanauer Viktoria 1, ihren Hauptrivalen um die Nordkreis Meisterschaft die Flagge streichen und eine Niederlage 0:2 emstecken. Die Schuld an dieser Niederlage trägt teilweise der größte Teil der Spieler selbst und nicht zuletzt die einseitige Beurteilung des Schiedsrichters, eines Hanauer .Herrn. Derselbe rügte den geringsten Fehler Wiesbadens, übersah aber die großen Schnitzer und Regelverstöße, Ivelche sich Hanauer Viktoria leistete. Durch diesen Sieg steht Hanauer Viktoria mit 16 Punkten und 10 Spielen an der Spitze des Nordkreises, Zodann folgt Sportverein Wiesbaden mit 15 Punkten und 9 «vielen. Es folgt dann Fußballsport- verein Frankfurt und Kickers Offenbach mit je 10 Spielen und 14 Punkten, «portvercm Wiesbaden hat demnach bis jetzt ein Spiel weniger ausgetragen, als seine schärfsten Gegner, welches, wenn es von ihm gewonnen wird, ihn wieder an die Spitze der Favoriten bringt. Unter diesen 4 Vereinen dürfte wohl auch der Nordkreismeister zu suchen sein, wenn nicht, was sehr leicht eintreten kanii, der alte Nordkreismeister Hanau 93 in der zweiten Serie sich aufrafft und nochmals seine Stärke zeigt. Das Spiel Hanau 94 gegen Hanmi 93 auf dem Platze von Hanau 93 dürfte noch ein sehr scharfer Kampf werden, da nicht nur sportliche Ehren von dem Ausgang des Spieles abhängen, sondern auch die Finanzen des unterliegenden Teiles in Wit-
Gardejägcr unter fünf Königen. Der älteste Gardejäger und vielleicht der älteste Gardist überhaupt ist der Förster a. D. Bünger, der kürzlich in Reinickendorf, Scharrn- weberstraße 134, den Tag feierte, an dem er vor 70 Jahren beim Gardejägerbataillon in Potsdam eintrat. Aus diesem Anlaß überreichte ihm eine Deputation des Vereins ehe- nmliger Gardejäger eine Adresse mit der Ernennung zmn Ehrenm-itgliede des Vereins. Bünger, der sein 88. Lebensjahr vollendet hat, »var fast 40 Fahre lang Förster im Forst- bezirk Rehberge. In dieser Eigenschaft wurde er eine stadt-- bekannte Persönlichkeit. „Papa Bünger", wie er vielfach genannt wird, ist noch rüstig und erzählt gern von seinen Erlebnissen und den Zeiten, in denen er unter fünf Königen gedient hat.
Ter Vulkanausbruch aus den kanarischen Inseln.
Noch einet Meldung aus Tenerife lassen die Erup. tionen des Leideberges nicht nach. Sie werden von fortwährenden'. Zittern der Erde und unterirdischem Donner begleitet. Tie Bevölkerung der preisgegebenen Ortschaften zieht den Lavaströmen mit Kirchenprozessionen und Bittgebeten entgegen. Die Lavaströme zerstören in wachsender Ausdehnung die frnchtreicheir Fluren.
Von einem Automobil überfahren und getötet wurde in Schuld (Reg.-Bez. Coblcnz) ein sechsjähriges Kind.
Ein furchtbares Gewitter richtete in Konstantinopel große Verheerungen an. Viele Gebäude wurden durch Blitzschläge beschädigt. Zehn Menschen sind bei der gleichzeitig auftretenden Überschwemmung ertrunken. Mehrere Telegraphenlinien wurden zerstört.
Die Cholera. Mit der Entlassung der letzten Patienten ist die Choleraepidemie in Riga als erloschen zu betrachten.
Eisenbahn-Zusammenstoß. Nachts stieß der aus Rusiisch-Nowosielitza eintreffende Personenzng mit der Maschine eines aus dem Czernowitzer Bahnhof zu Wien zur Abfahrr bereiten Zuges zusammen. Vier Personen wurden schwer, sechzehn leicht verletzt.
Drei Kinder erstickt. In Sauerwitz bei Leobschütz erstickten drei Kinder einer Arbeiterfamilie in Abwesenheit der Mutter durch Kohlenoxydgas.
Selbstmordversuch oder Unfall? Der Leutnant Vent- Schmidt zu Minden (Wests.) wurde mit einem Schuß in der Brust in seiner Wohnung in der Kaserne des Pionierbataillons Nr. 10 aufgefunden-, er. wurde im Lazarett operiert, sein Zustand ist bedenklich. Tie Behörden glauben, daß ein Unfall vorliegl, es wird aber allgemein ein Selbstmordversuch angenommen.
Zu Tode gequetscht. Auf der Zeche „Freie Vogel" bei Hörde geriet der Bergmann Rocks zwischen Förder» korb und Schnchtzimmernng und wurde zu Tode ge- quetscht.
Ein Boot mit si Arbeitern gekentert. Auf einer dienst- Irchen Fahrt, die 6 fiskalische Arbeiter in Tilsit in einem Kahn unternahmen, kenterte das Fahrzeug infolge des herrschenden Sturmes. Die Insassen stürzten in den Strom: drei Arbeiter ertranken, cm vierter starb - zu Hause infolge der erlittenen Erkältung.
Mit 25 000 Mark flüchtig. Der anfangs der 30er Jahre stehende Mehlreisende Meding, von der Achat- mühle (Knoikels) in Neustadt a. H., ist nach Unte- schlagung von 26 000 M. flüchtig. Er lebte auf großem Füße.
Geldschrankknacker. In den letzten Tagen aelana es in Berlin mehrere Geldschrankeinbrecher Mhiu nehmen und zu überführen. Sie führten in der letzten Zeit ein jo flottes Leben, daß fic der Kriminalpolizei
