mm
H
I
Nr. 536.
Abend-AuSgabe, 1. Matt.
AriesdaLsner SrrgbrarZ.
Dienstag, 16. November 1 !MI9,
ectt* s»
R. Rambach, 15. November. Gestern nachmittag wurde von einem hiesigen Einwohner oberhalb unseres Dorfes im Walddrstrikt „Rnndenpfuhl" ein nmherirrendes und vollständig gesatteltes Reitpferd a u f g e g r i f f e n. Anscheinend hctte das Pferd seinen Reiter abgeworfen und dann das Weite gesucht. Man brachte das Tier vorläufig in einer Scheune unter, bis der Eigentümer des Tieres herbeizitiert werden konnte. Die von der Ortspolizeibehörde sofort telephonisch angestellten Ermittelungen ergaben, daß das Pferd aus dem Reilinstitut von Weis in Wiesbaden stammte. Dem „Finder" wurden an Finderlohn 10 M. gezahlt. — Die Mitglieder der gemeinsamen Ortskrankenlasse Rambach sowie die beteiligten Arbeitgeber sind zu einer am Samstag, den 20. November, abends sy 2 Uhr, im Lokal des W Schwein 2. stattfindenden Generalversammlung eingeladen. Auf der Tagesordnung steht u. a. die Wahl von sechs Vorstands- und drei Ausschußmitgliedern.
RassauischZ Nachrichten.
R. Langenschwalbach, 15. November. Bei der heute stattgehabten Ergänzungswahl der Stadtver- ordneten-Versammlung wurden in der 3. Abteilung PH. Brauch und Ludwig Wagner wiedergewählt; in der 2. Abteilung C. B. Conradi wieder- und H. Herbei neu- und in der 1. Abteilung L. Roos und G. Becker wiederge- wäblt. Die Wahlbeteiligung war eine schwache, wie überall, so fehlt auch hier das Interesse an den Gemeindewahlen, was bei den wichtigen Aufgaben, die heute den Gemeinden zufallen, sehr zu bedauern ist.
— Panrod-Hennethal, 15. November. TuvnlspiMnispekt 0 r Rekwr Habdt-GrieAhetm «chm gestern eine Revision der Ina e n dfp i eil e der schulentlassenen Jugend vor, welche bcn btn Leibvern ConftaLÄ (in Panrod un>d Fischer in Henne- ghnr geleitet wurden. Rektor Haridt sprach sich sehr anerkennend aus. Die beiden Gemeinden find bis Sinizigien Land- «owsrrchen des UntertaunuÄreises, welche die Einrichtung solcher Spiüle ermlÄlichien. Im Anschluß an die Revision hiel: Herr Rektor Hardt in Panrod einen mit großem Bestall oLiKZenommrenen Vortrag'über Zweck und Zröl dieser chprole, welcher vor allem dem GelsichtÄreste der rungeuMchen Spieler «Vwaßt war. KrcksfchNliNspekwr Or. Serbert - Panrod fprack, dem Herrn Revisor den wolylverdienten Dank aus.
u. Okriftel, 15. November. Gestern fand das 100jä>h r. Jubiläum unserer Kirche statt, die aus diesem friedlichen Anlaß einer gründlichen Sienvvation unterzogen worden ist. Die Geschichte unserer Kirche ist umfangreich. Schon sckbr krähe bestand hier eine Kapelle, zu der die Orte Hattersheims und Eddersheim Kirchsprölsorte gelhorten Die allererste Kirche mag wohl da gestanden haben, wo die mi Jckbre 1809 nscdevaölegte göstaNden hat, nawttch auf dem jetzwen Friedhof. Es ist das der höchste Punkt des ganzen Ort<« und der Gemarkung, welcher Hochwasserfver ist. Wegen Baiställigkett legte man 1809 die alte Kirche nwder und erbaute rnmitten des Ortes ö:ne neue.
u Griesheim, 15. November. Der G-ometnberat hat die Etwiührung eines neuen Siegels beschlossen und hat sich dabei von dem Gesichtspunkt leiten lassen, das Alte wieder zu Ehren zu bringen. Im Staatsarchiv zu Mesbave« Angestellte Ermittelungen haben ergeben, daß das älteste, gut Erhaltene Siegel sich auf einer Urkunde aus dem Jahre 1724 befindet. Griesheim gehörte damals zu Kurmainz, und so zeig: denn das Siegel einen Hauptteil des Mainzer'Wappens, Nämlich das Raid nnid darunter einen Fluß, den nahen Main. Die Wiedereinführung dieses Siegels wird in nächster Zeit
erft^en^.^ 15 _ NoveUiiber. Dieser Tage wurde ein Rekrut des hiesigen Bataillons plüMchch tobsüchtig, so daß er ins Garnisonliazarett noch Cobilenz verbracht werde,r mußte. — Tie Kadetten an st alt Ovanienstein stt seit emmen Tagen bezüglich der Beleuchtung an die itzcstge Gasanstalt angeschlossen worden. Bislher böhalf sich die Anstalt noch immer mit Petroleu.mikicht.
! Herborn, 14. November. Heute mittag kurz vor 1 Uhr passierte „P a r s e v a l b a ! l 0 n 3" unsere Stadt. Er kam von Haiger-Dillenburg und flog, die Richtung ins Tal der Ahrdt über Herbornscelbach, Ballersbach, Bicken nehmend, in der Richtung nach Marburg weiter. Er flog sehr niedrig. Da die meisten Einwohner beim Mittagessen saßen, haben ihn sehr viele unserer Mitbewohner nichr zu Gesicht bekommen.
Sport.
* Mainzer Sportplatz. Zum Schluß der Saison fand aock ein internationales Fliegerrennen stalt, das bei der ungünstigen Witterung schlecht besucht war. Der Verlauf der einzelnen Rennen wickelte sich ohne jeden Zwischenfall ab und brachten die Endlüufe folgende Ergebnisse:
1. Eröffnungspreis (1000 Meter, Preise 50, 25 und 10 M.): Erster Otto Meycr-Ludwigshafen, Zweiter Budel-Berlin und Dritter K. Reimer-Ludwigshafen. — 2. Preis von Nier- stein (2000 Meter, Preise 500, 200 und 100 Meter): Erster Otto Meyer-Ludwigshafen, der in prächtigem Endspurt die Strecke in 3 Min. 8% Sek. durchfuhr, Zweiter Rudel-Berlin, Dritter Barreis-Nücnberg. — 3. Vorgabefahren (2000 Meter, Preise 20, 15 und 10 M.): Erster Rudel-Berlin in 3 Min. 40 Sek., Zweiter Rermer-Ludwigshafen, Dritter H. Stieglitz-Gmsheim. — 4. Trostfahren (6 Runden, Preise 10, 7,50 und 5 M.): Erster Schaumberger-Mainz in 3 Mim 52 Sek., Zweiter Leis-Mainz und Dritter Würtz-Mainz. — 5. Matsch Otto Meyer-Ludwigshafen-Jwan Nedela-Moskan. Das Hauptinteresse galt diesem Kamps, der in drei Läufen über
2. 4 und 3 Runden mit 800 und 200 M. Preisen aus gesalzen werden sollte. Im ersten Lauf hatte Nedela die Führung übernommen, in der ersten Runde War Meyer 20 Meter vor, nun setzte der letztere sein ganzes Können ein und schlug den Missen bei der zweiten Runde um'nahezu 30. Meter. Am Ziel entschuldigte sich Nedela mit „Unwohlsein" und deshalb sielen die beiden anderen Läuse aus.
* Saisonschluß in Strausberg. Prachtvolles Winter- Wetter begünstigte den Schlußtag und verschaflte der kleinen Waldbahn einen Riesenbesuch. Die Konkurrenzen selbst waren gut bestritten, wenn auch manches Pferd wegen des stellenweise hartgefrorenen Bodens nicht gesattelt wurde. Das Schluß-Flachrennen gewann Jockei 3cosak mit Hadrian" bereits am Start, wo er mehrere Längen gegen das ganz« Feld profitierte. Eine andere Taktik schlug Rosak mit „Sagesse" im Preis von Ahrensfelde und mit „Kuroki 2" im Kehrwicder-Jagdrcmren ein. Beide Male legte er sich weit aus dem Rennen, um sein Pferd erst nach dem letzten Sprung nnt einem rush vorzuwerfen. Mit
Sagfise" blieb er nach scharfitem Kamps von „Schlips" um einen Hals geschlagen, während er arfi „Kuroki 2" mri dem nicht energisch aerrug nach Hause gerittenen „Mulden 2" totes
Rennen erzwang. Einen überraschenden Ausgang nahmen die zwei Herrenreiten durch den Sieg von „Polyeucte" unter Lt. Treviranus und „Aschenbrödel" unter Lt. v. Tres- kow 2., während beide Mal die Favoriten „Meerbraut" und der recht müde lausende „Bel Prison" vollständig versagten. Leider ereignete sich auch ein nicht unbedenklicher Sturz, da der im Kehrwieder-Jagdrennen mit in Front galoppierende „Le Golde" am vorletzten Sprung zu Fall kam, wobei sein Reiter Burian eine Gehirnerschütterung erlitt.
* Kronprinzen-Pokal. Die Zwischenrunde um den deutschen Kronprinzen-Pokal nahm mit den Siegen von Süd- deutschland und Berlin den erwarteten Ausgang, so daß sich nunmehr im Entscheidungsspiel die repräsentativen Mann- schaften der beiden Landesverbände gegenüberstehen werden.
* Kot die Berliner Hockeymeisterschaft fanden am Sonntag zwei erklassige Wettspiele statt, die auf dem Schebera-, bezw. Athletik-Sportplatz am Gesundbrunnen zum Austrag kamen. Beide Spiele brachten überraschende Resultate. Der Berliner Hockeyklub verlor mit feiner zweiten Mannschaft das Spiel gegen den S. C. „Komet" mit 1:3 und siegte mit der ersten Mannschaft nur ganz knapp mit 4 :3 gegen den Berliner Sportklub 95/96, nachdem das Spiel bei Halbzeit noch 2 :2 unentschieden gestanden hatte.
* Ein Hockeymatsch fand am Sonntag in Dresden statt, in welchem, einem Privattelegramm zufolge, der Akademische Sportklub die Berliner Preußen mit 2:1 schlug.
* Ein großes Flugmeeting in Dresden. Die Deutsche Luftfchifiahrt-Gesellschaft wird im April nächsten Jahres in Zschieren bei Dresden eine Flugwoche veranstalten. Die Flugpreise sind mit einem Gesamtbetrag von 500 00.0 M. festgesetzt. Die Deutsche Luftschiffahrt-Gesellschaft wird zwei Preise, einen im Betrag von 50 000 M. für den erfolgreichsten Flug eines lenkbaren Luftschiffes, und einen im Betrag von 50 000 M. für den erfolgreichsten Flug eim; Flugapparats stiften.
* l>. Riese, der bekannte deutsche Herrenreiter, stieg an- Sonntag bei den Rennen zu Autcuil in den Sattel. Der Frankfurter Sportsmann ritt tut Prix de Chalons, einer über 4200 Meter führenden Steeplechase, Mons Psizerts „Hypnos", den er schon im Men Badener Jagdrennen zum Sieg gesteuert batte. Ein Erfolg ivar ihm jedoch, einem Privcittelegramm zufolge, nicht beschieden, da „Hypnos" von „Lucifer" leicht mit drei Längen geschlagen wurde, einen Kopf zurück endete „Tiercelet" als Dritter.
* Um die Weltmeisterschaft im entast as catch can- Ringkampf fand in Chicago zwischen dem amerikanischen Weltmeister Frank Gotch und dem Italiener Raieevich ein Wettkamps statt, bei dem Gotch seinen Gegner zweimal in 16 :28, bezw. 5:28 einwandsfrei warf.
Gerichts saal.
Reichsgericht.
Leipzig, 15. November. Das Reichsgericht verwarf die Revision des Abgeordneten WetterlS, der am 13. Oktober vom Landgericht Kolmar wegen Beleidigung des Professors Dt. Gneisse zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt wurde.
Verurteilter Kurpfuscher.
v. Cöln, 15. November. Die Strafkammer verurteilte den Hauptangeklagten im Kurpfufcherprozcß Apotheker W einer t, der sich die ärztliche Praxis seines Schwiegervaters angeeignet hatte, zu 2 0 Monaten Gefängnis.
wo. „Wenn ich nicht Christ wäre, schlüge ich dich tot!" Mit diesen Worten ist eines Tages ein Glied der Wiesbadener B a v t i st e n g e m e i nd e in der Schulgasse, eine Maurerklammcr drohend schwingend, auf den Prediger dieser Gemeinde zugekommen. Der Mann, der Maurermeister K. von hier, war Gläubiger der Gemeinde, welche vor einiger Zeit eine eigene Kirche gebaut hat. Weil der Bau unter der Hand eine erhebliche Vergrößerung erfuhr, reichten die Baugekder nicht, und der Prediger K. bemühte sich um die Herbeischaffung der Summe, die man noch benötigte. Er besuchte natürlich ausschließlich Gemeindeglieder und erhielt beträchtliche Darlehen. Den Darleihern gab er die Sicherheit, die er zu bieten imstande war, indem er ihnen für seine Person Schuldscheine ausstellte. K. hatte einen Betrag von 2000 M. heraegeben und ebenfalls einen dieser Schuldscheine erhalten. Nun aber war der Prediger aus eigener Kraft nicht in der Lage, das Kapital zurück- znzahlcn oder auch nur zu verzinsen. Mehrfach kam es deshalb zwischen ihm und K. zu recht erregten Auftritten, und auch das Renkontre in der Schulgasse war dem Arger des Geldgebers über das Vorgehen des Predigers zuzuschreiben. " Von der Anklage der Bedrohung sprach das Schöffengericht K. frei, weil es in der bedingungs- iveisen Bedrohung keine Bedrohung mit einem Verbrechen im Sinne des Strafgesetzbuches sah.
wo. Tierquälerei. Weil sic ihre Pferde beim Sandholen rn Biebrich roh, in öffentliches Ärgernis erregender Weise mißhandelt haben, wurden die Fuhrknechte Bruck- mann und Keiper aus Wiesbaden vom Schöffengericht zu 15, resp. 3 M. Geldfttafe verurteilt. Die Leute hatten die ihrer Obhut anvertrauten Pferde am Hals usw. blutig geschlagen.
ö. Mainz, 15. November. Der Schreiner Albert R. aus Wiesbaden und der frühere Forstgehilfe Joh. Hch. K ' wohnhaft in Wiesbaden, hatten hier im Mai für verschiedene Kinderheilanstalten Gelder eingesammelt, aber wcht abgeliefert. Sie sollen dabei Betrug und Urkundenfälschung verübt und sich der Übertretung aeaen die Gewerbeordnung schuldig gemacht haben. Der K welcher sich im wiederholten Rückfall befand, wurde von der Mariner Strafkammer wegen Betrugs zu P /2 Jahren Gefängnis und der R. zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt. Von der Urkundenfälschung und der Übertretung der Gewerbeordnung wurden beide fretgesprochcn.
— Neuwied, 15. November. Das hiesige Schwurgericht verurteilte den Rottenarbetter Wilhelm Michels von Niederahr wegen Meineids zu 2 Jahren Zuchthaus, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer dorr drei Jahren und zu dauernder Unfähigkeit als Zeuge oder Sach
verständiger eidlich vernonrmen zu werden. Der Angeklagte war im Juni d. I. vor dem Amtsgericht in Montabaur in einer Sache vernonrmen worden, in der es sich um die Fesfitellung handelte, ob der Flaschenbiersändler Jakob Weitz von Leuterod unerlaubten Schankwirfichastsbetrieb eingerichtet hatte. In dieser Lappalie schwor Michels de« falschen Eid.
Kieme Chronik.
Ein hartnäckiger Selbstmörder. Das Gerücht von einem Mord entstand gestern in Berlin dadurch, daß die sogenannte Mordkommission in eines der großen Hotels in der Friedrichstraße gerufen wurde. Dort hatte vor etwa acht Tagen der Advokat Groski aus Krakau Wohnung genommen. MS dieser gestern auf wiederholtes Klopfen fein Zimmer nicht öffnete, drang die Direktion mit Gewalt ein. Groski war nicht zu finden, weil aber das ganze Zimmer mit Blut besudelt war, wurde der Verdacht rege, es läge ein Verbrechen vor. Die Polizei stellte fest: Groski hatte zunächst versucht, sich mit Sublimat zu vergiften, dann brachte er sich mit einem Rasiermesser etwa 50 Stiche am ganzen Körper bei, dann reinigte er sich von dem Blut, verband seine Wunden, begab sich nach einer Badeanstalt in Eharlottenburg und versuchte, sich eine Stunde lang zu ertränken. Er wurde von einem Wärter bewußtlos aufgefunden und in ein Krankenhaus im Westend verbracht.
Ein Mord aus Eifersucht. In der Somttag-Mittagdor- stellung des Skala-Theaters in Antwerpen ertönten plötzlich im Zuschauerraum zwei Schüsse und versetzten das Publikum in Schrecken. Eine Dame war an das im Saal befindliche Konditoreibüfett getreten und hatte eine Schachtel Bonbons bedangt. Als die junge Verkäuferin sich beugte, um die Bonbons einzupacken, feuerte die Dame zwei Schüsse auf die Verkäuferin ab, von denen einer das Herz durchbohrte, so daß die Gettoffene lautlos zusammerr- brach. Die Mörderin verfiel darauf in einen hysterischen Schreikrampf und erklärte später, daß sie die 48jähngo Gattin eines Ingenieurs sei, der, von der Schönheit der jungen Büfettdame verführt, ihr feit zwei Jahren untreu geworden sei. Sie habe die Zerstörerin ihrer Ehe getötet.
Vom Leipziger Schnellzuge überfahren. Auf dem Heimwege von ihrer Schwester wurde am Sonntagabend am Bahnübergangs zu Paditz die etwas schwerhörige und schlechisehende Ehefrau des Hausfchlächters Opel von einem heranbrausenden Leipziger Schnellzuge erfaßt und sofort getötet. Die Frau war, wie schon oft, um die bereits geschloffene Bahnschranke herumgegangen, um die Gleise zu überschreiten. Der Körper der Bedauernswerten wurde zur Unkenntlichkeit verstümmelt.
Ein nrcr-würdiger Sittenwächtcr. In der letzten Zeit wurden vielfach abends im Südpark zu Breslau Liebes- pärchen in der Weise augefallen, daß plötzlich ein Mann ans dem Gebüsch trat und Revolvcrfchüsse auf die Begleiter der Mädchen abgab. In zwei Fällen sind dadurch erhebliche Verletzungen herbeigeführt worden. Die Kriminalpolizei nahm nunmehr den Täter in der Person eines Breslauer Referendars fest, der noch zwei Revolver bei sich ttug. Was den einer vornehmen Familie entstammenden jungen Manni zu der Tat veranlaßte, ist unbekannt.
Unfall auf der Arlbrrgbahn. Infolge falscher Weichenstellung entgleiste gestern ein Personenzug bei der Statton Frastanz der Arlbergbahn. Zwei mit italienischen Arbeitern überfüllte Wagen stürzten um. Von Personen wurden zwei tödlich, zahlreiche andere leicht verletzt.
Selbstmord eines hohen bayerischen Beamten. In München hat sich der 50jährige kaiserliche Ministerialrat im Justizministerium, Franz v. Banzer, in der Isar ertränkt; er war hochgradig nervös und eftt vor einigen Tagen ans seinen Wunsch aus der psychiatrischen Klinik entlassen worden.
Überschwemmungen in Kleiuasten. Andauernde starks Regenfälle verursacktten große überschiveummngen. Dis Stadt Adanc und ihre Umgebung war 24 Stunden lang bis zu einer Höhe von 2 Meter unter Wasser. Biele Häuser sind eingestürzt, der Schaden ist sehr groß. Im Flachland« sind die Saaten vernichtet. Die Zahl der Opfer an Menschenleben ist nicht bekannt. Bus dem Innern der Wilaiets fehlen die Nachrichten, da der Verkehr nnterbrocben ist. Auch in Trapezunt sind infolge von Überschwemmungen mehrere Gebäude eingeftürzt. Bisher wurden dort 16 Ertrunkene geborgen.
Zur Grubcnkatastrophe in Amerika. Aus Cherry wird gemeldet: Vier Freiwillige, die mit Sauerstoff-Appargten versehen waren, gingen bis auf 360 Meter Tiefe in die brennende Grube hinunter. Es gelang ihnen aber nicht, den Ort festzustellen, wo sich die Bergleute befinden. Wahrscheinlich baben diese versucht, sich in tieferen Stollen in Sicherheit zu bringen. Man hegt keine Hoffnung, daß noch einer am Leben ist. Gestern wurden die Leichen der bei den Rettungsversuchen verunglückten Bergleute bestattet. Die Szenen/die sich aus dem Friedhof abspielten, waren unbeschreiblich. Mehrere Frauen und andere Angehörige der in der Grube eingeschlossenen Bergleute sind wahnsinnig geworden.
Zur Berliner Köpenickiade. Die Schwindler im Richter- gewand verübten ihre verbrecherische Tätigkeit außer in Leipzig auch in Bonn, Düsseldorf und Ewerseld.
Eine Falschmünzerbande. In Walsum bei Essen gelang es der Polizei, 15 Personen, die einer großen FalscS- münzerbande angehören, zu verhaften. Die Bande fäljcht« Hundertmarkscheine.
Großer Brand in Messina. In den Trrw'.mern der Via Garibaldi in Messina wütet ein Brand, der die Hilf« der gesamten Feuerwehr in Anspruch n-.mmt.
Erdbeben. In Jcod (Kanarische Inseln) wurden stark«
Erdstöße verspürt. ^ _ _
Die Cholera. Ein holländychcr Dampfer, von Kronstadt kommend, wurde wegen eines choleraverdächttgen Falles in Rotterdam angehalten und unter Quarantäne gestellt.
Schiffs-Zusammenstoß. Die französische SMsfahrts, gesellschaft berichtet über den Untergang des Dampfers „Sevne" in den indischen Gewässern infolge Zusammenstoßes mit dem englischen Dampfer „Onda", daß bei der Katastrophe der Schiffskommandant, ein Kommissar, der
