Seite 2. Samstag, 6. NobcmLer 190S, WikSdadeneV Tsgblatt.
dann zu meinem nicht geringen Erstaunen die Mannschaften in Scharlachröckcn mit goldenen Knöpfen und weißem Lederzeug. Der wachthabende Unteroffizier erklärte mir diesen auffälligen Unterschied dahin, daß die rote Uniform mit der schwarzen langen Hose Vorschrift für den inneren Dienst fei, daß dagegen, auf ihren besonderen Wunsch hin, den Leuten vom Kommandeur erlaubt worden wäre, zum Ausgang und auf Urlaub die smarte, gut sitzende Feldbekleidung anzulegen. Jetzt gelte es nicht mehr für forsch, in den: roten Friedensrock sich auf der Straße zu zeigen."
Zm« Prozeß FeUre.
Ein Arzt schreibt uns: Eine klärende Wirkung hat die Verhandlung gegen den „Lehmpastor" Felke gehabt. Seine Augendiagnose hat nach dem Ergebnis der Verhandlungen und der Experimente nur einen mäßigen Wert. Seine Anhänger werden das wohl nicht zugeben, aber ihm selbst kann es unmöglich entgangen sein. Es mag richtig sein, daß er in Krefeld unter anderen, ungünstigeren Beziehungen diagnostizierte als in Repelen. Hier stellte er Fragen, um dann aus den Antworten zusammen mit der Beobachtung der Iris seine Meinung zu bilden. Das Gericht gestattete ihm keine Fragen, auch Zeitbemessung und Beobachtung durch die Mediziner mochten ihn hindern. Einem „Kranken" hatte man vor vier Tagen Quecksilber gegeben, sonst fehlte ihm nichts. Nun, dieser präva- r i e r t e Versuch hätte, wahrscheinlich auch jeden Arzt irregeführt. Zudem würde sich fragen, ob nicht das Quecksilber tatsächlich dieselben Symptome hervorruft wie die von Felke angenommene Krankheit. _ Gleichwohl ist ein zu kleiner Teil der Krcfelder Diagnosen Felkes richtig oder halbrichtig gewesen, auch fällt die Kompliziertheit seiner Diagnosen ans, die^ immer zwei Hintertürchen offen ließen. Wir halten die Freisprechung wegen fehlenden Dolus für richtig. Aber mindestens ebenso berechtigt waren auch die Mahnungen, die der Vorsitzende dem Freigesprcchencn mit auf den Weg gab. Medi-iniert Felke weiter, so tut er es künftig hoffentlich mit viel größerer V o r s i ch t und Selbstbescheidung.
DeNtschss Deich.
* Hof- und Porsonal-NachriÄten. Der Kaiser wird ende dieses Monats im AU'chlutz an fernen Besuch boi-m Fürsten von Möstenberg in Tonaussching-en den Dürften von Hrchenzollern rn SiAmaringen besuchen.
Der -Oberpräftdent StaatsMimstor Graf.Zedl,itz» £ rütz schle r, früher -Qbevpräfident von Hessen-Nassau, wird, der „Brest, Ztg." süfblgc, sein Abschiedsgesuch zudn Aakh resschlu tz einreichen.
Der K r o npri n.3 >.i o » G r i e ch e n I a n >d , der auMen, Kicklich in Potsdam weilt, wirtd bis auf weiteres in 'Deutschland We'ibsn. da feine Rückkehr in die Heimat, solange die aegeuwärtilgen ZustäMe dort attdauern, nicht opportun er- schöinen ictiui.
* Der deutsch-portugiesische Handels- und Schiffahrts-
ocrtrag. Die „Rordd. Allg. Ztg." veröffentlicht den vollen Wortlaut des am 38. November 1908 in Oporto abgeschlossenen. von den portugiesischen Cortes bereits angenommenen Handels- und Schiffahrtsvcrtrages zwischen dem Deutschen Reich.und Portugal. Der Vertrag, der sich an den alten deutsch-portugiesischen Handelsvertrag sowie an die von Deutschland mit den meisten europäischen Staaten geschlossenen Handelsverträge anlehnt, enthält alle Vorteile eines reinen Meistbegünstigungs-Vertrags, sowohl im Warenverkehr wie im Handelsbetrieb und der Schifffahrt. wobei jedoch der portugiesische Vertrag mit der südafrikanischen Republik von, Jahre 1875 für Deutschland eine belanglose Ausnahme bildet. Falls in Portugal abweichend von dem jetzigen Zustand die Zahlung der Zolle nur in Gold eingeführt werden sollte, was unter Umständen einer Zollerhöhung gleichkäme, ist die Kündigung des Vertrages mit sechsmonatiger Frist vorgesehen. Den portugiesischen Port- und Madeira weinen wird deutscherseits ein besonderer Schutz ihrer Marke cingeräumt, nachdem die innere
solgreich: fehlte hier auch der Anreiz der überragend bedeutenden Persönlichkeit twie bei einem Strauß oder Weingartner), so bewies Herr Kogel doch von neuem — was er kaum noch zu beweisen brauchte —, daß er unter den tücmigen Dirigenten der Neuzeit zu den ollertüch- tigjten gehört. Stramin und sicher, dabei leicht entzündlich'und gern feurig und selbst ein wenig robust vorgehend, — ist seine Battnia nicht ohne einen gewissen modern-dramatischen Zug, der sich auch gerade in dem gestrigen Programm recht ausleb-n konnte. Das mehr zart-poetische, lyrische Element scheint oem Dirigenten nicht ganz gleich so gut zu „liegen - wenigstens hätte man in dieser Beziehung hier und da eine noch warmherzigere Ausdrucksfähigkeit des Orchesters erwartet. Das .Hauptwerk des Abends war die E-Moll-L>rnsonte von P. Tschaikowßkn: die fünfte rn der Reihe der Tschaikowsky-Sinfonien und vor etwa zwanzig wahren zuerst veröffentlicht. Sie steht nicht ganz au, der Höhe der übrigen berühmteren Orchesterwerke des rnsiijchen Meistersf doch wenn minder heevorstechend in der Erfindung, so hält sie sich andererseits auch vor . allzu losakischen Einslüsseu frei und ist nicht gar zu grell m gen Kontrasten: namentlich das Andante besitzt auch feineren intensiven Stimmungsreiz. Im allgemeinen liegt es wie eine melancholische Schwere über^ dem ganzen Werk, die nur in dem graziösen ..Walzer «als 1. Satz) vorübergehend einer helleren Färbung weicht und sich im letzten Allegro zu mehr ernst - feierlichem Ausdruck verdichtet. Tie Sinfonie wurde vom Kur- c r cheste r mit glänzender Krastentfaltung und technischer Zuverlässigkeit wiedergegeben. Gleich gutes Gelingen krönte die Ausführung von Rich. Strauß' „Don Inan". Ter musikalische Aufbau, die sinfonische Darstellung des Vorwurfs - wie der feurig-sinnliche Held den „Zauberkreis der reizend schonen Weiblichkeiten" durchläuft, doch endlich von Begierde und Genuß übersättigt, schaudernd dahinstirbt — diese dramatische Konzeption des geistreichen, hier schon wiederholt gehörten Werkes machte sich auch in der gestrigen Vorführung wieder mit Evtschiedenheit geltend: und die
portugiesische Gesetzgebung die erforderlichen Sicherheiten geschafft hat, welche die Voraussetzung für die Anerkennung der Bezeichnung „Portwein und Madeirawein" als Her- kunftsbezeichnung bilden. Im Interesse der deutschen Z u ck e r a u s f u h r nach Portugal ist dieser Staat verpflichtet, Rohzucker keinen niedrigeren Sätzen als denjenigen für Rübenzucker zu unterwerfen. Der Vertrag tritt zwei Wochen nach dem Austausch der Ratifikationeu in Kraft. Seine Gültigkeitsdauer ist aus acht Jahre mit der üblichen stillschweigenden Verlängerung und der Maßgabe festgesetzt, daß jeder Teil das Recht behält, durch vorgängige einjährige Kündigung den Vertrag mit Ablauf des fünften Jahres außer Kraft zu setzen.
□ Entwurf einer Buudcsratsverordrmng für den Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Vom 28. bis 30. v. M. haben, wie wir erfahren, Verhandlungen stattgefunden über den Entwurf einer Bundesratsverordnung für den Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Diese Verordnung soll demnächst erlassen werden auf Grund der dem Bundesrat im Gesetz vom 3. Mai d. I. erteilten Befugnis zur polizeilichen Regelung des Verkehrs mit Kraftfahrzeugen. Die Beratungen bezweckten, die spätere Beschlußfassung des Bundesrates vor- zubereitcn; sie fanden statt unter dem Vorsitz des Direktors im Reichsami des Innern Just, und unter Beteiligung der für die Frage zuständigen Reichsämter und preußischen Ressorts sowie von Kommissaren der Bundesregierungen. Ferner waren beteiligt die großen Sportvereine und Vertreter der Automobilindustrie. Die sehr eingehenden Verhandlungen haben eine Verständigung über alle wesentlichen Punkte ergeben, so daß in kurzem die Beschlußfassung des Bundesrates über den Entwurf zu erwarten ist. Vor allem ist zu bemerken, daß der Entwurf der Prüfung der Kraftfahrzeuge einerseits und der Führer andererseits besondere Aufmerksamkeit widniet und die im Interesse der Sicherheit des P e r k c hr s dringend erwünschten Vorkehrungen gewährleistet. Im übrigen lehnt sich der Entwurf an die bisher bestehenden Vorschriften an, berücksichtigt aber in ausgiebigem Maße die inzwischen gemachten ' Erfahrungen, und trägt soweit als möglich den Ergebnisse« des internationalen Kongresses in Paris Rechnung.
* Der Entwurf eines Stellenvermittler-GesciM soll laut Angabe der Halbmonatsschrift „Der Handclsstand" in der Tat den gesetzgebenden Körperschaften des Reiches bald vorgelegt werden/ Der Entwurf schlage unter Ausübung des Reichsgesetzes vom 2. Juni 1902 und der einschlägigen Bestimmungen der Gewerbeordnung eine Änderung der Gesetzgebung nach verschiedenen Richtungen hin vor. Durch eine gesetzliche Erläuterung des Begriffs „Stellenvermittler" wolle der Entwurf dafür sorgen, daß die Herausgeber der Stellenlisten und Vakanzenlistcn den Vorschriften für Stclleu- vermittler unterstellt werden.
X Der Eisenbahnminister und die Schnellbahnen. Ein rheinisches Blatt kapriziert sich darauf, den Eisenbayn- mnrister als einen absoluten Gegner der elektrischen Schnellbahnen, insbesondere des Prosektcs Düssel- dorf-Essen-Dortmund, hinzustellen und deshalb diesem Projekt jede Aussicht abzusprechen. Wir erfahren von Zuständiger Seite, daß das Blatt sich damit ganz im Unrecht befindet. Es fehlen nur noch die geforderten Unterlagen für die Genehmigung dieser Bahn. Die Voraussetzungen jmd genau bezeichnet worden, und wenn sie erfüllt sind, wird die Genehmigung erfolgen.
* Das Patengeschent deS Grafen Zeppelin. Graf Zeppelin überreichte als Patengeschenk für den kleinen Prinzen dem Kronprinzen einen Kronleuchter aus Glas und Metall, der eine genaue Nachbildung des Luftschiffes „Z. 5" darstellt.
□ Antrittsbesuche König Ferdinands. Es wurde gemeldet, daß König Ferdinand von Bulgarien in nächster Zeit in Paris eintreffen werde, wobei die Vermutung nayc- lag. daß der Besuch mit dem Zustandekommen einer französisch-bulgarischen Anleihe im Zusammenhang stände. Wie wir an unterrichteter Stelle erfahren, dürste die Möglichkeit vorlregcn, daß die Reise einen! Antrittsbesuche gilt, den der
überschauende, alle glänzenden Klangeffekte meisternde Kunst des Dirigenten ebenso wie Me aufmerksame Betätigung des -Orchesters zeigten sich stier von sehr rühmlicher Seite. . ...... .
Lebhaft wurde auch der Sollst des Abends gefeiert: es war der Wiener Kammersänger Herr Leopold T e m u t st. Mit seinem edlen Organ, ernem Barrton Von weichem Glanz, angenehm ausgeglichen in der ganzen Ausdehnung von der klangreichen Tiefe bis zu der sehr sympathischen Höhe, gewann sich der Künstler die Herzen der Zuhörer ebenso sicher wie durch seinen von lebensvoller Auffassung geleiteten Vortrag. Herr Temuth sang zuerst einige Balladen von C. Löwe, wo er denn die feine. Grenzlinie zwischen wirklichem dramatischen Vorgang und drarnatnnerter Erzählung irrt ganzen mit Geschmack innezuhalten wußte und er- freuende Wirkungen erzielte. Auf stürmisches Drängen des Publikums spendete der Sänger rn liebenswürdigste'.- Weise noch ein. zierliches Rototo-Lredchen und — wie er mit echt Wiener Gemütlichkeit, antundrqte — „ein Lied voii meinem Direktor", nämlich von Felix Weingartner, als Zugabe. Seinen ganzen stimmlichen Aplomb und .^schickte, dramatische Ärzentuierung ent- faltete Herr Demuth dann zum Schluß in „Wotans Ad- schied und Feuerzauber": cs ist 1 « mit seiner reichen Orchester - Partie eigentlich ein ziemlich undankbares „Konzertstück", doch der Künstler sang sein „Lebe wohl" mit so warmer Hingabe, daß auch hier reicher Beifall nicht fehlen konnte: Orchester und Dirigent durften mit Recht daran teilhaben. O. D.
Aus Kunst und Lebml.
* Bon einer neuen Behandlung der Cholera wird aus Indien b richtet. Der Erfinder derselben ist ein englischer Arzt Dt. R. W. Burkitt. Die Behandlung ist s:hr einfach, denn sie besteht nur aus Morphiumeinspritzungen. Auß.rdem bekommen die Patienten sehr häufig warmes Waffer und warmen Tee Zu trinken. Der Doktor behauptet, daß die Kur gewöhnlich wirksam ist, wenn
Abend-Ausgabe, 1. Blatt
Nr. 52».
König in seiner neuen Würde abzustatten gedenkt. Bisher hat König Ferdinand offiziell seinen Besuch beim Berliner Hof auch noch nicht angekündigt, doch kann nach den üblichen Gepflogenheiten der Souveräne erwartet werden, daß Derartige Antrittsbesuche bei den in Betracht kommenden Herrschern und Oberhäuptern der Regierungen stattsinven werden.
* Die Deutsche Mittelstands-Vereinigung befindet sich zurzeit in einer schweren Krise. Die agrarischen Vertrauensmänner in der „D. M.-V.", die, wie erinnerlich, schon einmal sich die Abwesenheit des ersten Vorsitzenden, des Land- tagsabgeordncten Rahardt, zunutze machten und im Vorstände eine Resolution gegen den Hansabund durchdrückten., die freilich acht Tage später feierlich widerrufen wurde, rüsten sich jetzt zu einem entscheidenden Schlage gegen den yansabundsrcundlichen Vorstand in der nächsten Generalversammlung. Die „Deutsche Tages-Ztg." spricht offen al§ Ziel ihrer Freunde aus, daß „die jetzige Leitung zurück- tritt und einer anderen Platz macht, die das Vertrauen des gesamten Mittelstandes genießt". — Die Interessen des „gesamten Mittelstandes" werden natürlich nur von den Agrariern wahrgenommcn, die ja auch angeblich die „gesamte Landwirtschaft" vertreten, obwohl Millionen von Landwirten sich für diese Vertretung ihrer Interessen durch das ostelbische Junkertum höfltchst bedanken.
* Die Landtagsersatzwahl in Halle. Bei den Wahl- männerwahlcn zur Landtagsersatzwahl wurden nur srci» sinnige Wahlmänner gewählt, so daß die Wahl des freisinnigen Volksparteilers Obcrpostassistcnten Delius zweifellos ist.
* Aus dem bayerischen Landtag. Die Abgeordnetenkammer hat mit 110 gegen 21 Stimmen das neue Hausund Grundsteuergesetz angenommen. Dagegen stimmten d'.e Sozialdemokraten sowie vier Liberale. Durch das neue Gesetz werden die Steuerlasten für den Hau »besitz um die Hälfte ermäßigt.
* Der Reichstagsabgeordnete Potthoff, der wegen Beleidigung des waldeckischen Landtags, begangen durch etn Flugblatt zur Reichstagswayl 1907, angeklaat war, wurve von der Strafkammer f r c i g e s p r o ch e n.
* Die Konlurrcnzklausel beschäftigt nach. wie vor die weiten Kreise der Angestellten. Es ist bekannt, daß von seiten der Unternehmungen geltend gemacht wird, nur durch die Konkurrenzklausel könne dauernd ein tüchtiger Beamtenstab erhalten bleiben, die Angestellten hingegcn sagen der Konkurrenzklausel nach, daß sie die Vertragsfreiheit beeinträchtige und einen schweren wirtschaftlichen Druck bedeute. Nach den Vorgängen bei der fusionierten Firma Orenstein u. Koppel und Artur Koppel Akt.-Ges. muß man der Auslegung der Konkurrenzklausel, wie sie. die Angestellten geben, beipflichten, denn dort wurde, nachdem Konkurrenzklauseln in der alten Firma nicht üblich waren, den tecb Nischen Angestellten ein Vertrag vorgelegt, welch:r eine recht scharfe Konkurrenzklausel enthielt. Die Konkurrenz der Firma Orenstein u. Koppel wird <i"f 1S0 Firmen geschätzt, woraus hcrvorgeht, daß die B-wegungssreibeit ibrer ictüaen Angestellten durch di» Konkurrenzrians.l "nneryark. Deutschlands lahmgelegt wird. Bezeichnend ober ist, daß die Vertragserfüllung damit erzwungen werden soll, daß die Firma nur den Angestellten Gehaltserhöhung in Aussicht stellt, welche die geforderte Kon- kurrenzklauscl unterschreiben. Das sind — so meint dazu doch wohl mit Recht die „Korrespondenz der . deutschen Technikerzeitung" — Auswüchse, die einer Beschneidung bedürfen. Gegen die Konkurrcnzklausel wendet sich auch eine Schrift des Deutschen Techniker-Verbandes, die in den nächsten Taaen erscheint.
* Die Wertzuwachssteuer. In Halber st adt hat die Gemeinde die Wertzuwachssteuer eingeführt. Sie beträgt 25 v. H. der Wertsteigerung.
' * Die Cholera. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt, daß die in Rußland noch immer ausgedehnt herrschende Cholera, die in Deutschland bisher stets vereinzelt geblieben ist, sich im September in Ostpreußen gezeigt hat und im Oktober gehäuftes Auftreten im Memeldelta gehabt hau Sie zählt
die Krankheit nicht schon zu weit vorg schrittcn und die .raste des Patienten nicht zu sehr erschöpft sind. Die Kur beruht auf der Theorie, daß die Morphiumeinspritzungen, die übrigens zieiulich stark sein müssen, d m Körper absolute Ruhe geben, und daß während dieser Ruhe das System imstande ist, ein Antitoxikon zu erzeugen. Das viele warme Wasser soll möglichst starke Erbrechungen erzeugen, die ebenfalls eine gute Wirkung haben, und der Tee soll anregend wirk n. Sobald die Krisis der Krankheit überstanden ist, müssen die Rekonvaleszenten eine Zeitlang wie neugeborene Kinder ernährt werden.
C. Di.» Schrift der alten Philister. Auf die Entdeckung einer neuen Schriftart, die sich aus einem in Kreta ausgegrabenen Diskus befindet, macht Professor Eduard Meyer in den Sitzungsberichten der B rliner Akademie der Wissenschaften aufmerksam. Es handelt sich um eine von dem italienischen Forscher L. Pernier bei den. Grabungen um dtn Palast von Phaestos ans Licht geförderte Hicroglyphen- schrift, die bisher noch auf keinem anderen Denkmal vorge- kommen ist. Es tritt also zu den drei Schriftatten, die ans dem älteren Kreta bekannt sind, der alten „piktograph.scheu" Bilderschrift und den beiden Kursiven, eine vierte, die von ihnen völlig verschieden ist. Auf dem rund n Diskus sind die Schriftbilder mit ein-m wahrscheinlich aus Holz gefertigten Stempel eingedrückt, und zwar muß es sich um eine Silbenschrift handeln, da die 241 Figuren nur 45 verschiedene Zeichen verwenden. Aus einem menschlichen Kopf in dieser Inschrift, der eine Federkrone ttägt, sowie aus anderen Anzeichen macht es Meyer wahrscheinlich, daß diese neue Hieroglvphenschrift von den Philistern verwendet wurde, die nach israelitisch r Angabe von Kaptor, vermut» lich der Insel Kreta, herstammen sollen.
Theater und Literatur.
Aus Wien wird gemeldet: Die frühere Durg-
schauspülerin Katharine Frank liegt im Sterben. Sie war allein in der Wohnung, alZ eine Gehirnblutung einen Schlagansall verursachte, so daß sie hilflos zu Boden stürzte und mit einer Kopfwunde liegen blieb, bis zmällig jemaich hinzukam., Sie Hot das Bewußtsein nicht wieder erlangt und dürste die Nacht kaum überleben.
