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Dienstag, 12. Oktober 1909,

Seite 5.

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fo finster geworden, daß Nobl aufgcven wollte, schließlich aber fuhr er das Rennen doch zu Ende. Darragon ver­schwand kurz vor Schluß nach einem glücklich verlaufenen Sturz von der Bahn.' Stellbrinks Versuche, Walthour zu erreichen, hatten keinen Erfolg, nur um 10 Meter blieb der Berliner um den Sieg geschlagen. Im Gesamtklassement besetzte er erst den dritten Platz hinter dent Sieger Walthour und Nobl. Reben den Dauerrennen bean­spruchte der Fliegermatch Ellcgard-Otto Mehcr- Arcnd großes Interesse. Der vielfache Weltmeister Ellegard erwies sich in allen drei Läufen als der beste Mann, gewann jedesmal überlegen und feierte damit seinen ersten bedeu­tenden Sieg seit seinem im Frühjahren Frankreich erfolgten Sturz. Otto Meyer wurde zweimal Zweiter, während'sich Arend nur einmal hinter Ellegard placieren konnte, und zwar als Meyer in der Zielseite aufgab.

* Radsport. Am vorgestrigen Tage veranstaltete der Radfahrerverein 1904" sein diesjähriges Nennen, wel­ches in drei Läufen ausgefahren wurde. Im ErösfnungZ- rennen über 10 Kilometer wurde Erster Wilhelm Whitbread kn 7 Min. 20 Sek., dicht ausgefolgt von Heinrich Riepert, welcher den zweiten Platz belegte. Sodann folgte ein S-Kilo- meter-Rennen, dotiert mit fünf Ehrenpreisen. Als Erster fuhr mit großem Vorsprung Gustav Kahlert übers Band, Zweiter wurde August Altenhofen, Dritter Wilhelm Kahl, .Vierter Jean Hammes und Fünfter Karl Engel. Im dar­auffolgenden 30 -Kilometer-Renncn um den Wanderpreis der Stadt' Wiesbaden, gestiftet von den Vereinigten Brauereien Hierselbst, gab es einen sehr spannenden Endkampf, in wel­chem Wilhelm Whitbread nur mit Reifenstärke Vorsprung als Sieger hervorging, Zweiter wurde Gustav Kahlert, Dritter August Altenhofen, den vierten Platz konnte sich Heinrich Riepert sichern. Die Preisverteilung mit Sicger- feier von den diesjährigen Rennen findet am 24. Oktober imSaalbau Giebermann" in Erbenheim statt.

* Ein Schachwettkamps Lasker-Schlechtcr. Ein neuer Wettkampf um die Weltmeisterschaft im Schachspiel wird km Dezember seinen Anfang nehmen. Ein Wettkampf, der das vorjährige scharfe Renkonter zwischen Dt. Salier und Dar. Tarrasch an Bedeutung übertresfen soll: einerseits in­folge der hervorragenden Spielstarke Schlechters, des dies­maligen Gegners Laskers, andererseits durch die Höhe des Preises, der im Wege einer Subskription von der inter­nationalen Schachwelt aufgebracht werden wird. Ein Zu­fall will es, daß dieses neue Ringen nicht, wie ursprünglich beabsichtigt worden war, in England und Amerika zur Aus­tragung gelangt, sondern in Österreich, Deutschland und Rußland. Und zwar werden die einzelnen Etappen, der Renen Freien Presse" zufolge, in Wien, München, Berlin und Petersburg slattfinden. Speziell der Petersburger Schachverein hat sich an dent Zustandekommen des Wett­kampfes durch Zeichnung eines Betrags von 3000 Rubel ein Verdienst erworben.

Gerichtssmü.

Naturarzt gegen Naturarzt.

Uber einen Prozeß, der sich vor dem Frankfurter Schöffengericht abspielte und der auch für Wiesbaden nicht ohne Interesse ist, da es sich um Arzte handelt, die auch hier bekannt sind, berichtet dieFranks. Ztg.":

Ende 190L richtete der Naturarzt Dt. Selß - Baden- Baden an die Mitglieder des süddeutschen Verbandes für physikalisch-diätetische Ärzte ein Rundschreiben zwecks Wiederaufbelebung dieses naturärztlichen Vereins. Dr. Spohr- Frankfurt, der auch diesem Verband angehört, beantwortete dc-Z Rundschreiben in Briefen vom 10. Januar und 3 März IM, die sich als ein Angriff gegen das Vcr- einSmitglied Dr. Voigt- Frankfurt charakterisierten. Er behauptete, daß Dr. Voigt Leuten, denen nichts fehlte, Krcmk- beit»n einredete, daß man jeden Verkehr als Arzt mit ihm m iden müsse, wenn man sich nicht selbst an den Pranger stellen wolle und daß Voigt die gröbsten Verstöße gegen die ärztliche Standesehre sich zuschulden kommen lasse. Tiefe Beschuldigungen beschäftigten die Generalversammlung des V-rems am 21. Würz in Heidelberg; tm <mni trat das Ehrengericht in Karlsruhe zusammen, da» De Voigt zu - - Spohr veranlagte. Sic beschaf­

ft adt batte cmen whduuw"«

Dl- Voigt zur Konsultation zu kommen. Dieser kam und ' vorherige Anfrage fernen Masse,tr alias. AM nte?Lchuw er mit. Da der Arzt dem Vater noch ^osiwma mach e bat dieser um weiteren Besuch: Voigt kam sechsmal^ mitunter in Begleitung von Schuwer. Einmal cr- frfiiPTT sil v-rrvdiien Dr. Voigt fern Sozius Kamp - m'a n n Ter Sohn starb. Für die sechs Besuche hat De. BoiM am an Honorar gefordert und erhalten. Ter Vor- sitzeLe fält dem Kläger 'Dr. Voigt vor nach den Alten die Geh im-ate Grandhomme und KlingDhosfer den Scim- wer als ei^en Kurpfuscher bezeichnen. Auch in «ncr öffent­lichen Versammlung hat De. Spohr geäußert, Schuwer ver­sehe nichts oder sei ein SchWmdlcr Q. ochwr emes

Schlossermeisters wurde von Dr. Spohr ans Blinddarm behandelt Als er verreist war, gmg der ^atcr zu Dr. Voigt Dieser wate daß die Diagnose Dr. Spohrs falsch sei, es handle sich um ein Unterleibsleiden. Es werde sehr schlimm ausgehen, möglicherweise ssogar Krebs werden, wenn sie nicht gleich die Thurebrandtsche Massage anwende. Das junge Mädchen wurde dann von Schuw« massiert.

1 der Ausseae des Mädchens hat sich Schuwer es ver­beten. daß sie eine Freundin als Beglcrterm mitbrachte.

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Nach ber Aussage b.'s Mädchens beten, daß sie eine Freundin

Das Mädchen kam d^un in cm auswärtig.s Sanatorium, die Diagnose Spohrs bestätigt wurde - Ein zwölf- whriges Mädchen litt an Gelenkrheumatlsmus und ivar von Du Spohr aufgegebm. vr. Voigt behandelte die Kranke, erklärte, daß sie in sechs Wochen aM Tisch sitzen werde, i>nd erlaubte ihr ani Weihnachtsabend aufzusiehen Am 31. De­zember starb sie. In einem anderen Falle soll I),, Voigt .wm aus Lungenspitzenkatarrh behandelt haben, während der Behauptung Dr. Spohrs Nur m ^ße ^cetboirtat handelte. Ein Zeuge hatte sur Massieren seiner S" bis 800 M bezahlt Dann kam eine kleine lu N E'* bie 400 M. gefordert wurden Der Patient ging und Lol 200 M', was wurde. Zwei

oder drei Tage darauf kam eute Klage auf 532 M. Die Klage war wie der Vorsitzende konstatierte, von den Ehe­frauen Du' Voigt und Kampmann angestrengt, da ihre Männer nur als Geschäftsführer fungieren. Man verstän­dig- sich schließlich aus 320 M. über die Frage, ob drc Mailaaen vorher unnötig gewesen sind und die Operation alcicki voramommen werden konnte, entspann sich eine rege Diskussion zwischen Dr. Spohr, Dr. Voigt und dem vom Slnäeklaaten aeladcncn Sachverständigen Chefarzt Dr.

i, t Der »enge Dr. Zollmann-Mannheim hat den Be­trieb des Voiqischen Ambulatoriums eingehend studiert und den Eindruck gewonnen, daß hier durchaus zweckmäßig vcr- kabreu werde" Der Sachverständige Dr. Heinrich Kays er bezeichnet es als nicht richtig, daß bei großen Geschwülsten erst monatelang massiert und dann erst operiert wird. Er hält das Verhalten des Klägers in dem größten Teil der oben aeschilderten Fülle nicht mit der ärztlichen Siandes- ebre für vereinbar. Vor allem verwirft er entschieden die Vornahme von kombinierten Massagen für Frauen und Mädcken durch einen Mann, wie Schuwer. der nicht Arzt sei * ^as Gericht kam znr Freisprechung des Ange- llaaten Di- Spohr. In den Gründen heißt es: Der An- aeklagte hatte ein Reckt, barzulegcn, daß ein Verhalten, ivie es der Kläger beliebte, in den Kreisen der Naturarzte nicht gcbilliat werde Dcni Angeklagten steht ein Recht zu, das Verhalten des Gegners als Verstöße gegen die ärztliche Standesehre zu bezeichnen.

DlerRe Ohro»ri!r.

Fürst Eulenburg Hai, deni Vernehmen nach, die möblierte Wohnung, die er bisher im Erdgeschoß des Hauses Königin-Augufia-Straße 42 in Berlin hatte, zum 1. Januar gekündigt.

Unfall auf der Berliner Untergrundbahn. Eine halb­stündige Betriebsstörung auf der Uniergrundbahnstrecke Bismarckstraße - Wilhelmsplatz - Eharlottenburg entstand Samstaanachmiitaa kurz nach 2 Uhr dadurch, daß ein Zug auf der Endhaltestelle Wilhclmsplatz, wahrscheinlich infolge zu späten Brcmsens des Zugfahrers, den Prellbock überfuhr Zwei Damen erlitten bei dem Anprall leichte, ungefährliche Kontusionen, von den übrigen Fahrgästen wurde niemand verletzt. Der Materialschaden ist unbedeutend.

Um 80 M. einen Mord. Samstagabend 0 Uhr wurde der noch nicht 18jährige Fleischerlehrling Hoch in einem Stem- bruch bei Hosterwitz ermordet und beraubt ausgeftlnden. Der Lehrling war von seinem Meister abends nach 6 Uhr mit Fleischwaren nach Hosterwitz geschickt worden. Leute, welche gegen 9 Uhr des Weges kamen, hörten am Stcin- bruch schwaches Stöhnen und fanden den Lehrling mit zer- trümmerten Schädel mtb zahlreichen Stichwunden in seinem Blute schwimmend vor. Noch schwach atmend wurde er ins Kranlenhaus nach Dresden gebracht, wo er bald nach seiner Einlieferung verstarb. Der Räuber hat seinem Opfer einen cinlassierten Betrag von 60 M. und Fletschwaren abge- nommcn. Die Polizei stellt eifrig Nachforschungen nach dem Täter an bisher fehlt aber jede Spur.

Selbstmordversuch am Hochzeitstage. An seinem Hockz- zeitAtage hat der Hauptmann Hildcbrandt vom Fcld- artillcrie-Regiment in Wesel einen Selbstmordversuch be­gangen. Er war mit der Tochter eines in Hannover leben­den verabschiedeten Offiziers verlobt und zu der auf Sams­tag festgesetzten Hochzeit nach Hannover gekommen. In der ersten Morgenstunde schnitt er sich in dem Hotel, in dem er mit einigen seiner Kameraden Wohnung genommen hatte, die Pulsader auf und stürzte sich auf den Hof hinab. Hilde­brandt erlitt einen Beinbruch, Kopf- und innere Ver­letzungen und mußte nach einem Krankenhause gebracht werden. DaS Motiv der Tat ist noch unbekannt.

Schrecklicher Selbstmord. Auf entsetzliche Art hat der 22 jährige Handlungsgehilfe Franz Dicil in der Grävestraß- in Berlin seinem Leben ein Ende gemacht. Als seine Mutter von einem Ausgang zurückkehrte und mit einem Freunde des seit zwei Jahren an einem Lungenleiden laborierenden jungen Mannes das Zimmer betrat, fand sie den Unglück­lichen als Leiche. Er batte Salzsäure'geirnnken, sich mit dem Taschenmesser die Pulsader der linken Hand geöffnet und sich dam, am Fensterkreuz erhängt.

Aus Eifersucht versuchte der 36 Jahre alte Kasscnbote Georg Haverbeck in Berlm-Moabit seine Frau zu er­schießen; er behauptete, daß er Veranlassung zur Eifersucht aus seinen Schwager habe. 2U* Haverbeck nach Hause kam, traf er seinen Schwager m der Wohnung, worüber cs zu einem Streit kam. in dessen Verlauf er drei Rcvolverschüsse auf seine Frau abfeucrie, durch welche diese erheblich verletzt wurde. Haverbeck, der verhaftet würde, bekannte aus der Polizeiwache, daß er seine Elan habe erschießen wollen.

Familiendrama. Eine Schremersfrau in München, die irica-vt eines ehelichen Zwistes sich und ihre drei Kinder in ibwr Wohnung mit Kohlengas vergiften wollte, wurde ans Grund"eines Äbschicdsbriefes an Verwandte, die darauf so­fort die Polizei veMnvig en vom Tode erretiet Alle vier

Personen waren

bereits schwer betäubt und wären nach kur

* frS/omSSc Diebesbande. Die Innsbrucker Polizei , e, n azm.cn eine zuacudlichc Diebesbande, bestehend verhaftete ^ ^-^^Zpraktikanten, die gemeinsam über ein aus zwöft .^ Eh Einbrüche unternommen haben. Die Dutzend Die | ci-acne Statuten ausgestellt und führte ge- Diebesbande ß ft mcn gu denen alle zu gleichen Teilen

.-au Buch über *

partizipiertem Achten Einbrecher nachts in zwei Ge-

Großc -v ^Mn. Auf dem Grundstück Chauffee-

schäftshäuftlm ^ ewe eiserne Tür, die vom Flur in straße e - ^^hen sübrt, und räumten diesen aus. Sie einen -swuow bis 12 000 M. Schubwaren. Ferner

erbeuteten i H^se Jägerstraße 28 aus der Ranck-

stahlen! von Oesner für 7500 M. Felle. Allem An-

^ Einbrecher hier gestört worden, da sic 1 ' wr wertvolle Sachen, wie z. V. Zobelpelze, liegen ließen.

Folgen von Guimutigkcit. Ein Eisenbahnunsall » sich Donnerstagabend auf der Strecke Krsiensen-Scher- . unweit des Bahnübergangs bei Dahlhausen, ereignet. Mer'D-Zug Berlin-Kreiensen-Cöln hat das Fuhrwerk des ^ndwirts Ehr. Menke aus Dahlhausen überfahren und zer- trümniert. Der Bahnwärter hatte aus Gutmütigkeit wäh­rend v-s Schlictzcns der Schranken dem Menke halb wider­

willig erlaubt, über das Geleise zu fahren. Kann, war das Fuhrwerk des M. aus dem Geleise, als der Schnellzug hcran- gebrauft kam und es zermalmte. Meickc selbst wurde getötet.

Ein Fuhrwerk von einem Schnellzug überfahren. Zwi­schen den Stationen Sambowitz und Kattcrn wurde ein Fuhrwerk des Gutsbesitzers Persitzkh aus Sambowitz, das von dem 19jährigen Sohn des Gutsbesitzers gelenkt wurde, von dem Breslauer Schnellzug überfahren. In dem Wagen saßen fünf Kinder des Persitzkh. Eine 17jährige Tochter wurde getötet, zwei Kinder sind lebensgefährlich verletzt, die an­deren leichici. Der llnsall soll auf die Schuld des Schranken­wärters zurückzusühren sein, der, trotzdem der Zug signali­siert war, die Schranke des Wegübergangs nicht geschlosse» hatte.

Von einer Lokomotive zermalmt. Ans dem Gmervabn- hof zu Gelsenkirchen wurde eine etwa 35- bis 40jährige Frau von einer rangierenden Lokomotive überfahren. Der Körper wurde derart zermalmt, daß es bisher nicht gelungen ist, die Personalien der Verunglückten festzustellen.

Ein Kirchenkaffendefraudunt verhaftet. Der frühere Kirchenkassenrendant der Berliner Razarcthgcmeinde, Rech- mingsrat Boß, der in, vergangenen Sommer nach bedeuten­den Unterschlagungen flüchtig geworden war, wurde in Ber­lin festgenontmen. Er erschien in einem Aschingcr-Ausschank am Nollcndorfplatz, wo ihlt ein Gast nach der Beschreibung, die die Kriminalpolizei von ihm verbreitet baitc, erkannte. Er holte einen Schutzmann und ließ ihn festnehmen.

Eine gräßliche Bluttat. Nachts hat der Bahnmeister Prehler von Kirchcn-Latbach, anscheinend in einevt Anfall von Geistesstörung, seine Frau und seine beiden Töchter im Alter von 8 und 10 Jahren mit einem alten Säbel ermor­det. Nach der Tat erhängte sich Preßler. Als man morgens die Wohnung erbrach, fand man die weiblichen Mitglieder der Familie furehibar zugerichtet in ihrem Blut schwim­mend vor.

Dhnantit-Attcnint. In Delapat Fain (Ungarn) wurde nachts von einem entlassenen Arbeiter namens Varga in das Schlafzimmer des Fabrikanten Bruzinskv eine Dhnamit- bombc geworfen, die explodierte und großen Schaden an- richtcte; es wurde jedoch niemand ernstlich verletzt.

Automobil-Explosion. Als der Gehilfe des General- gouverneurs Uihoff zu Warschau in einem Automobil eine Ausfahrt machte, erplodierte der Benzinbehälter. Uthoff wurde leicht, sein Begleiter und Chauffeur erbcblichcr ver­letzt. Außerdem wurden ein Passant getötet und sechs Passanten verwundet. Das Automobil ist verbrannt.

Grubcntod. In den Gruben der Eisenhütte von Perrecv-lcs-Forges bei Charollcs (Dep. Saönc et Loire) er­folgte ein großer Gesteinsbruch, durch den drei Arbeiter ver­schüttet und getötet wurden.

Schlagende Wetter. Im Bergwerk von Champagne (Departement Cantal) wurden durch schlagende Wetter zwei Bergleute getötet und mehrere verwundet.

Totgefahrem Auf der Kaiserstraße zu Dortmund wurde der Arbeiter Joseph Jagst aus dem Kreise Tilsit von einem Fuhrwerk toigcsahren.

Das alte traurige Lied. In Cöln spielte der 12jährige Sohn des Stadtsekrctärs Loeg mit einer Flobertbüchse. Die Waffe entlud sich und die Kugel drang dem Kind durch die linke Schläfe in den Kopf. Der Verunglückte war das ein­zige Kind seiner Eltern.

Ein Kind verbrüht. Das 13 Monate alte Kind deS Ar­beiters August Heggcn in der Blumenstraße zu Dortmund fiel in einen Tops mit kochendem Wasser urw erlitt derartige Brandwunden, daß es bald daraus starb.

Thphusepidcniie. In Reutlingen sind bisher 66 Er­krankungen an Typhus zu verzeichnen.

Straßenbahnunfall. In Pest entgleiste ein elektrischer Straßenbahnwagen. Drei Personen wurden schwer, zahl­reiche andere leichter verletzt.

überfchwcmn,ungen in Künrten. Die fortdancmdcn Regengüsse verursachten eine Überschwemmungskatastrophe in Kärnten. Im Gurktal wurden zehn Brücken weggerissen und die Straßen zerstört: fünf Ortschaften sind gefährdet.

Giftige Pilze. Im Dorfe Concorrezzo bei Ponza (Italien) starben 12 Personen nach dem Genuß giftiger Pilze.

Ein tödlicher Trunk. Das Ih^jährige Kind des Fabrik­arbeiters Peters zu Oberhausen trank kochendes Wasser, zog sich eine Speiseröhrenverbrennung zu und starb an deren Folgen._ _

Letzte UachrLchTeR.

Der Reichskanzler beim Kaiser.

HD. Berlin, 11. Oktober. (Eigener Drahtbcricht des Wiesbadener Tagblatts".) Der Reichskanzler v. Beth- mann-Hollweg hat gestern dem Kaiserin Hnbertus- stock Vortrag gehalten über die Grund züge der Politik, welche im Reichstag emgeschlagen werden soll. Der Reichskanzler hat, wie ich ans guter Quelle er­fahre, die Absicht, nur von Fall zu Fall mit einzelnen Par­teien in Verbindung zu treten, um bcstinrmtc Vorlagen ekn- zubringen und durchzudrücken. Er ist der Ansicht, daß das konservativ-klerikale Kartell, das dem Reiche die Steuern verschafft und dessen Verdienste er anerkennt, keinen beson­dere!,. Anspruch hat, von der Regierung weiterhin noch be­vorzugt zu joerdcn, ".elmehr soll die Regierung sich unab­hängig von einzelne a Parteien halten. Der Kaisce hat stcb grundsätzlich mit dieser einzuschlagendcn Politik 'cinver f erklärt Eber die preußische Wahlrechisresorm ist "i-ht verhandelt worden. Der Reichslanzlcr wird 'gleich nach dem Zuiammentrttt des Reichstags bei seiner «K? stcllung sich tu dem erwähnten Sinne iiLr CT ^ 0

( i[, daM ,u bem°,s,n Kanzler, obwohl er sich lcdiqUch ala

Konservative Wähler zur Erbsteuer.

vatriwü^^^?^ Dit°ber. (Eigener Drahtbericht.) De, rtrnw* m Wahlverein in Johannisburg fordctte in einer V^wwinlung den Grafen Stolberg wegm b ft t tu tn u n cs, üb ^ r Me Erbanfall st euer , ^rlederleguna bei Neicüstagsmandats