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Für die Aufnahme,Hüter eing-reich-er Anzeigen in die nächsNricheinende Ausgabe Mild keine Gewähr übernommen.

Nr. 465,

Wiesbaden, Mittwoch, « Oktober 1SVS.

Morgen - Ausgabe.

_ 1. gBCaff. _

DriU und Erziehung.

In wenigen Tagen treffen die Rekruten wieder bei oen Regimentern ein, und ein neues militärisches Jahr beginnt. In der nun ansangenden Winterarbeit soll die Grundlage für die ganze militärische Ausbildung gelegt werden. Es ift die Zeit derEinzelausbildung". Rach den in unserer Armee herrschenden Grundsätzen, die sich bisher außerordentlich bewährt und in vielen siegreichen Feldzügen den Beweis ihrer Nichtigkeit ge­liefert haben, lvrrd zunächst der einzelne Soldat in den verschiedenen militärischen Dienstzweigen ausgebildet. Erst wenn jeber einzelne _ die notwendige militärische Haltung besitzt^ feine Waffe richtig und zweckmäßig zu handhaben weiß, werden die Abteilungen zusammenge­stellt und im Ganzen exerziert.

Bei dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres wird naturgemäß sowohl in militärischen wie in nicht mili- tärischen Kreisen diel über die Art und Weise der Aus­bildung und über die dabei zu befolgende Methode ge- sprochen werden. Häufig wird sich der Inhalt der De­batten und Meinungsverschiedenheiten in den Schlag- WortenDrill" oderErziehung" zusammenfassen lassen. Hiermit werden auch Wohl die beiden Richtungen am treffendsten charakterisiert, die in bezug auf die Aus­bildung des Soldaten in der Militärliteratur und in der Presse vertreten sind.

Nun kann man aber unter dem AusdruckDrill" sehr Verschiedenes begreifen, je nachdem man den Be­griff weiter oder enger faßl. Ohne einen gewissen Drill läßt sich eine militärische Ausbildung überhaupt nicht denken und durchführen. Darüber muß mau sich zu­nächst klar sein. Ten Soldaten müssen alle die Be­wegungen und Handlungen, die bciui Exerzieren und im Gefecht notwendig sind, so anerzogen und eingeübt sein, daß er sie auf Kommando oder selbständig nach Bedarf ganz maschinenmäßig und handwerksmäßig aus- führt und zwar auch unter den schwierigsten Verhält­nissen, Es genügt nicht, daß er dies nur auf dem Exerzier- oder Schießplatz tut, wo er nur an seinen Dienst zu denken braucht und wo er allen anderen Ein­flüssen entzogen ist. Nein, auch unter den schwierigen Verhältnissen des Gefechtes, wo seine Nerven aufs äußerste angespannt sind, wo die aufreibendsten Einflüsse aus ihn einstürmen und einwrrken auch da soll er mit derselben Ruhe und Sicherheit wie im Frieden seine Waffe handhaben, laden, zielen und schießen, das Ge­lände benutzen, sich decken, alle Bewegungen gut und richtig ausführen. Ties tU schwer. Die sichere und

Frmüetorr.

Musik" in den Bergen.

Die Überraschung.

Seit üabceu war ich für ein paar stille Sommerwochen fort eill( ,g üerjtecttcii Bauernhofes, der fern von allen wuristmwegen an dem steilen Abfall eines Gebirgsmassivs

^Als ich einst wegemüde nach langer mühevoller Wandr­ungum Rachttiuartier bat. nahmen mich die Alten mit ° viel SEvcrständlichkeit auf, daß ich nach raich erxolgier Vereinbarung wiederzutommen beschloß. Hier war tmrk- ich der grüne, stille, unberührte tt^den, dem die Sehn-

Mt« und eine Herzlichkeit, die echt war, wenn

ie sich gelegentlich hcrvorwagte. ^ur eine Roßhaarmatratze laüe iw nur geleistet denn das ehrliche Baueinbett stammte Ä 2 d «ui-n -n°» L-v. r» IM Umstand,

a-kin iw d." Ln-,..i°mn und

iestorben waren, konnte für mich höchstens den Wert cmer

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ics iuii.'Z «all, di- r-uAiud" »»d .De-nstbot-n- habm UM wenigsten nichts gegen den F ,

Wenn man den Weg zum 2?» .^nauf und wieder ,-runter nicht scheut, so ist man ^ «m« vi°l begangenen dal, durch das sich während der Sommermonde der Frem- »enström wälzt. Lustige Höfe mrt bun,em lebhaftem Wiris- nttteb biete« Abwechslung, und den Hochtourigen ver- ocken die Zacken ragender Beragipsil, dw swwer zu besteigen ind. Es ist also auch möglich, sich bon meinem grünen Winkel aus Unterhaltung zu verschaffen, wenn man einmal -in Gelüst darnach verspürt.

Als ich heuer die gewohnte Einkehr wett begrüßt, wie venu ich gar nicht 10 Monate fern gewesen ier, schien mir rie Hosbäuerin absonderlich geheimnisvoll, hatte sie damals, im Vollgefühl eines profitablen Geschäfts, aus- ttbfeött, ^ ettw rtttsw. Teil des

fehlerfreie Ausführung erscheint nur dann gewähr- leistet, wenn der Mann dies alles ganz maschinenmäßig tut. Nur dann werden die aufreibenden Momente des Gefechtes ihn nicht verwirren und um seine Ruhe brin- gen. Dies kann aber nichi durch theoretische Kenntnisse, 'durch Belehrung und Erziehung erreicht werden, son­dern dazu ist ein gewisser Drill erforderlich. In diesem Sinne kann man ihn nicht entbehren, in diesem Sinne bildet er allerdings die Grundlage der gesamten mili­tärischen Ausbildung.

Aber dieser Drm. muß rnnner bloß ein Mittel zum Zweck sein, er darf nie zum Selbstzweck werden. Er bleibt stets ein notwendiges Übel. Man muß stets überlegen, bis zu welchem Grade er noch erforderlich ist und wann er durch Erziehung und Unterweisung ersetzt werden kann. Er darf sich deshalb auch nur auf solche Gegenstände erstrecken, die für die kriegsgemätze Aus­bildung notwendig sind. Und darin hat sich gegen früher ein wesentlicher Unterschied herausgestellt, der in der veränderten Taktik und in der veränderten Kampfes­weise seinen Grund hat, Während früher die Ent­scheidung der Schlacht durch den wuchtigen Stoß ge­schlossener Massen herbeigeführt wurde, ist es heute die zielüewußte, selbständige Tätigkeit des einzelnen Schützen, der im Feuergefecht durch Erringung der Feuerüberlegenheit den Ausschlag gibt. Daher muß auch die Ausbildung im geschlossenen Exerzieren gegen die Tätigkeit irn Schützenkampf zurücktreten.

Gewiß stellt das Feuergefecht sehr viel größere An­forderungen an die intülektuellen Eigenschaften des Mannes: er soll nicht mechanisch nur auf Kommando handeln, sondern selbständig in wohlüberlegter Weise. Aber auch dabei gibt es eine ganze Reihe von Hand­lungen und Bewegungen, die nicht nur auf Grund rein verstandsmäßiger Überlegungen ausgeführt wer­den müssen, sondern die der Soldat rein mechanisch aus- führen muß, zum Beispiel das Stellen der Visiere, das ruhige Zielen und Abdrücken, das Laden, das Anfsprin- geu und Verlassen der Deckung, sobald das Wort Sprung" ertönt das Sichern u. a. m. Zur Er­lernung dieser Dinge läßt sich, auch unter Berücksichti­gung der Anforderungen des modernen Gefechtes, der Drill nicht entbehren.

Bei manchen Gegenständen, die jetzt noch in der Armee getrieben werden und die viele zurzeit noch als unerläßlich für eine sachgemäße Ausbildung halten, ist es allerdings gar nicht mehr zweifelhaft, daß mit ihnen uur die Zeit vertrödelt wird, die für die fachgemäße Ausbildung des Soldaten zur Verfügung steht: den Stechichrrtt z. B., die. Paradegriffe und andere Mätzchen dreier Art brauchen wir nicht. Fm Laufe der Zeit dürf­ten diese Gegenstände deZ Drills verschwinden, weil sie nur Friedens- und Paradezwscken dienen, und werden durch ärmere ersetzt werden, die inehr dem eigentlichen

57. Jahrgang.

Endzweck unserer ganzen Ausbildung: der gefechts­mäßigen Ausbildung dienen. Wenn somit auch dre einzelnen Mittel und Wege sich ändern, der Grund­gedanke, auf dem ein vernünftiger Drill aufgebaut ist, wird erhalten bleiben.

Mit dem Drill allein kommt man freilich das muß immer wieder aufs schärfste betont werden gegen­über den Exerzier meistern, die den Wert, der Truppe nach ihrem Parademarsch bemessen nicht aus. Er bildet nur eiiien Teil der militärischen Ausbildung. Er muß durch vielseitige andere Mittel ergänzt werden. Eine sorgsame Erziehuna muß die moralischen Faktoren des Rekruten wecken und entwickeln, theoreti­sche Unterweisung seine Geistes- und Verstandskräfte ausbilden. Alles dies muß Hand in Hand gehen.

Will man deshalb die ganze Angelegenheit der mili- tärischen Ausbildung mit kurzen Worten bezeichnen, so mutz man nicht sagen: Drill oder Erziehung, sondern: Dtzill und Erziehung. v. S.

Politische Übersicht.

Mit den Spaniern im Felde:

Don den kriegerischen Tugenden und Untugenden der im Riff kämpfenden Spanier, von ihrer Kampfes­weife und dem Leben angesichts des Feindes entwirft in einem Londoner Blatte ein englischer Mitkämpfer, dem es nach vielen Mühen gelungen ist, als Kriegs­freiwilliger in den Reihen der spanischen Armee aus­genommen zu werden, interessante und anschauliche Bilder. Er steht in der Dorpostenlinie, die die Eisen­bahn deckt, etwa zwei englische Meilen von Meline. Aus einem maurischen Markte, der von niedrigen, flachen weißen Häusern umrahmt ist, lagern die Truppen; die Offiziere und Sergeanten in den kleinen dunklen Ge­lassen der Häuser, die Mannschaften auf dem Markt. Auf Sand und Stein rastet man hier, in der Mitte des Platzes ledern die Feuer, auf denen die Mittags­suppe gekocht wird;die Luft ist fast verdunkelt von dichten Fliegenschwärmen, jelbst jetzt beim Schreiben kriechen Dutzende dieser Fliegen mir über Gesicht und Hände". Die Truppen tragen eine weiße Leinen- uniform mit blauen Streifen und eine Art Sand- jandale. Das unangenehmste Ausrüstungsstück ist der schwere Helm, aber neue leichte Khakihelme sind bereits unterwegs. Zweimal täglich erhalten die Truppen ihr Essen, eine Art zusammengekochter Suppe aus Bohnen, Knoblauch, Öl, Fisch oder Fleisch; dazu Brot und ein Gläschen weißen Weines. An den Geschmack des Öles und des Knoblauches gewöhnt man sich erst mit der Zeit. Das Wasser ist schlecht und nur noch Zusatz von Alkohol genießbar. Ter Kriegsfreiwillige schildert

schönen alten Hauszinns gegen Emailwaren und elende Töpfereien emgetanscht hatte. Ein Schreck ging mir durch die Glieder: ge wird doch nicht den uralten getriebenen Weihbrunnkessel abgegeben haben oder den kleinen Schrank

mit den seinen Bauernbarockverzierungen. Nein, die Sachen standen noch alle am alten Fleck. Der gerettete Nest des Zinns, die kupfernen ^jegol und Kessel gleißten an den Wänden der mächtigen Küche mit der schwarzen, schweren Edelrußdccke, in der gelegeimuy noch ans offenem Hcrd- feuer gekocht wurde.

Was hast denn, Mutter, red' doch!" Aber sie rührte in ihrem Topf ein düftereiches Schmalzkoch und verriet

^ 'Mi revidierte Stall und scheuer die Kühe waren natürlich auf der Alm, ^ aber zwei Ferkel fraßen sich toll und voll als könnten stes gar nicht abwatten, für's Messer reis zu mit

Hden Die schwarze Bruthenne hatte ihre Pflichten Gründlichkeit erfüllt, und die ini kleinen Gras

. ft-hffDdte Ziege hatte gleich zwei Lämmer, Es garten Jahr zu sein, Urschi, die Sennerin,

schien cm f ^arteten Buben gekriegt, den Kleinen

hchte giüllUw o.» . . ....

bereits

Ü Aner verheiratetm

Schwester gebracht, um ans

- arbeiten zu können. Es war also alles lm

dem Hof »**" .* «ch in Ruhe aus d-e Abendkost freuen.

n hatte mir ein Stück Rmdsgcselcht's aufgehoben, ^ n- wußte, daß es zu meinen Leibspeisen gehörte, von dem I ^-..»ftboten waren bei der Wiesenmahd, aber Bauer und eh-t_Tie

Lote, man . ....

Die Bäuerin hatte n -

särbke die weißgrauen Dolomisenzacken rot, sie

mußten bald heimkehren.

wir

die Sonne

Begrüßung war kurz und wenig wdttreich Gott Dank die Wen geblieben. lt)aT «'V Hausmutter trug auf, was sie vorbereitet hatte, mxfnft sauber bei ihr zu und alles wurde von Hrrzm ge- ^ Run kam der köstlichste Augenblick das Aus ruhen

in der

-^"drr lauen Abendstille mit dem Blick aus cnacm Tal in n°rickmmerndö Lande und aus das Rot d"k Schroffen, das uch langsam in Gelb, Bkaßgrau und Weiß wandelte. Der Minnen plätscherte, Grillen zirpten in dem Wiesenstück ttn Tann oben schrie ein Holzhäher. Der Hausvater setzt sich mit seiner Pfeife u> mir a'is die schmale Dreiterbank.

No. wie geht's alleweil?" .G'rav will ich mit dem AUs.-

packcu beginnen, da bleibt mir das erste Wott im Halse stecken wilde Geräusche überfallen mein Ohr: ein Krächzen, ein Paar Kehllauts psirk, pink, wieder ein Krächzen ein knarrender Teuorbariton beginnt:

Etn blondes Wuschelhaar,

Zwei heiße Fetterräder,

Etn Lippenpaar zum Küssen schon.

Da mag ein anderer widersteh'»

Ein Grammophon-ich bin bereit, in Ohnmacht zu

sinken. Rastlos geht's weiter:

Biel Rittergüter Hab' ich einst besessen,

Vier Tanten Hab' ich aufgegesien oder wie das Zeug heißt.

Die Hausmutter erscheint das Gesicht breit gezogen aus innerer Vettlärung.

Gelt, schön is dös, gleich kimmt dieDonauwellen*. Und auf die Donauwellcn folgt das Juchatzen einer Tiroli- schen SäugergesellsÄast, dann ein übleS Couplet, darauf das Miserere aus demTroubadour", das Intermezzo aus derCavalleria".

Was jetzt kömmt, is fad." SchubertsIch komme vom Gebirge her"

Platte Hofopernsänger.Da, wo du nicht bist, ist das

Ich bin ganz benommen von all dem Schrecken gnügt ' * 6f bt? schmunzelt die Bäuerin ver°

"*** -« " «-M

Aus Zither und Gitarre sind die Saiten gerissen,

m m Z 110 5 ' Eags und abends wird das Grammophon m Bewegung gesetzt.

versuchen britieu trage ich mich mtt Attentats-

-Da. wo du nicht bist, ist daS Glück,"

Heiliger Sommerfrieden-

D i e weiße Blume.

In der Morgenkühle hatte ich den Aufftteg zum Joch üb"r Felsgeröll auf schmalem, kaum sichtbarem Jägerpsad begonnen. AVer die SonM, grpettere M, rasch pgich VE