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Seite 4.

Samstag, 8. Oktober 1909.

Wiesbadener Gagvlart.

Abend-Ausgabe, 1. Blatt.

Nr. 460.

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Firmen bringen, wobei zuerst der SchmuckgarLen des be­kannten Architekten Hoppe vor der Kunsthalle Erwähnung verdient, nicht allein, weil er die erste geschlossene gärtne­rische Darbietung der Ausstellung ist, auf die das Auge des Beschauers fällt, sondern weil er ein Städtearchitektonisches Gartenproblem unter besonderer Beziehung auf Wiesbadens Eigenart als Kurstadt zu lösen sucht. Ein kleiner Platz soll intim gärtnerisch ausgestattet werden. Man soll in ihm Ruhe und Erholung, Schutz finden vor dem Lärm der Groß­stadt, der seitwärts vorüberbraust. Unsere Leser wissen, wie interessant und glücklich Hoppe diese raumlünstlerische Frage gelöst hat, durch heckenartige Absperrung des kleinen Platzes, den eine Pergola abschließt, die zwei monumentale Pavillons verbindet. Das tiefer liegende Parterre hat im Hintergrund ein breites, tiefes Brunnenbasstn mit blau- ausgelegtem Becken ausgenommen. Hier sendet eine segen­spendende Qucllennymphe ihre heilbringenden Wässer in mächtigem Sprudelstrom nach oben und läßt sie mit lautem Plätschern in das tiefe Becken fallen. In den Wegen zwi­schen den Hecken finden sich kleine Brunnen, und der eine Pavillon ist als Trinkhalle behandelt und von M. I. Betz (Wiesbadener Marmor-Industrie) sehr künstlerisch mit echtem Marmor ausgestattet worden. Die Wand- wie Deckenbekleidungen in Marmor mit Intarsien haben einen warmen, edlen und doch vornehmen Ton, und der Brunnen inmitten des kleinen Raums ist gleichfalls eine künstlerische Arbeit von Bedeutung. Herr Hoppe hat in Herrn Betz einen sehr verständigen Mitarbeiter gefunden, dessen technische Leistungsfähigkeit nur durch seinen künstlerischen Blick überboten wird. Im anderen Pavillon befindet sich die Pumpanlage für den Brunnen, die durch einen der bekann­ten Söhnlein-Motore betrieben wird, der sich hier in langer Arbeit bestens bewährt hat. Die gärtnerische Aus­gestaltung des Platzes, die eine meisterliche Lösung ist und in Verbindung mit der stillen Feierlichkeit der Kunsthallen­front eine schöne Wirkung erzielt, hatte die hiesige Firma A. Weber». Ko. während des Sommers in hervorragen­der Weise besorgt.

Längs der Maschinenhalle hat die Firma Goos u. Koenemaun in Niederwalluf, die auch die lange Rabatte an der Gartenbauhalle bepflanzt hatte, eine hainartige Birkenpslanzung angelegt, die eine Unterpflanzung von Kiefern und Erika zeigt und in eine Koniserenanlage über­geht. Gegenwärtig wird das sehr stimmungsvolle Bild die­ser Gartcnanlage durch blühende Dahlien und Canna belebt.

U s e n e r in Idstein und Braß u. Hart mann in Eltville sind mit Rosengärten vertreten, während der in der Ausstellungszeit verstorbene F. A. Kreis aus Niederwalluf einen neuzeitlichen Rosengarten angelegt hatte, bei dem Gärtner, Architekt, Bildhauer und Schreiner zusammcnge- arbcitet haben, um eine geschlossene künstlerische Wirkung von großem Reiz zu erzielen. Heinrich C a t t a in Biebrich hat bei den Rosenankagen eine Dahlienpflanzung angelegt, di? in diesen Tagen durch ihre herrlichen Blüten erfreute.

Vor der Gartenbauhalle, deren Eingang gegenüber ein von Kurt Hoppe entworfener Brunnen sich erhebt, haben Weber u. K o. in Wiesbaden einen feinen Rasenteppich mit herrlichen Koniferengruppen aus ihren Baumschulen be­setzt und das hervorragende Bauwerk des Binger Mause­turms Wilhelm V o p e l aus Wiesbaden mit einem Fclsen- garten umkleidet.

Vor der großen Terrasse liegen die nach den Entwürfen des leitenden Gartenarchitekten Stephan ausgeführtcn großen Blumenparterre, an deren gärtnerischer Ausgestal­tung verschiedene renommierte Wiesbadener Gärtner betei­ligt waren, und dann schließen sich, durch einen Weg ge­trennt, die stimmungsvollen Gartenanlagen des wohlbekann­ten Gärtners Friedrich Hirsch in Wiesbaden an, die in der Unterhaltungsbeilage desTagblatts" bereits im Bild wiedergegeben wurden. Es sind zwei Gärten, die beide als interessante Lösungen neuzeitlicher Gartenanlage ange­sehen werden dürfen. In beiden Anlagen werden die Hauptmotive der neuen und alten Gartenkunst so glücklich vereinigt, daß sie unseren zahlreichen Villen- und Lcmdhaus- besttzeru als Vorbilder und zrlr Anregung dienen könnten. So möchten wir auch hoffen, daß die Behandlung der Ge­ländefläche an der Maschinenhalle und die Rabatte an der Gartenbauhalle als Muster für die Ausgestaltung von Vor­gärten in die städtische Gartenkunst übertragen wurden. Allerdings müßte dann die heute allgemein übliche Trennung durch Gitter fallen, und der Vorgartenstreisen wer den Häusern als zusammenhängende Fläche behandelt werden. In dieser Beziehung könnte unsere Baupolizei sich auch ein Verdienst um die Ästhetik des Städtebildes erwer­ben, die sic meist durch ihre wesenlosen Paragraphen ver-

' ' Weder auf Vollständigkeit noch auf kritische Bedeutung erhebt diese Übersicht irgend einen Anspruch Es galt nur zu erwähnen, wer sich an dem Gartenschmuck der Ausstellung beteiligt hat und in welcher Weste Im Zusammenhang damit müßten auch die vielen künstlcrstch recht wirksamen Pavillons gebracht werden, die die ganze Flachengli^>crung . oft unterstreichen. Es haben hier verschiedene Archüektett vornehmlich aber Kurt Hoppe mst femem ^erstand- nis für die Bedingungen der Gartenkunst sich betätigt. Alles in allem, gewinnen wir ein sehr erfreuliches Bstd von den gärtnerischen Leistungen und der Tätigkeit des Ausstellungs­gartenarchitekten Stephan, 'dem die Leitung der ganneri- ' scheu Ausstattung oblag. Er hat in Verbindung Mit dm an dem Gartenschmuck beteiligten Firmen ein reizvolles Btto acschaffen, das während der ganzen Zeit aufrichtige H-reuoe bereitet hatte und dessen Vernichtung mit Bedauern er- Mt. __ L - A -

Nassaus militärische Vergangenheit.

III.

Die Nassauer bei Waterloo.

Die allseitige Anteilnahme der nassauischcn Truppen Mt der Schlacht bei Waterloo ist bekannt. Wohl versuchte das linke Flügelkorps Napoleons immer wieder von neuem das Schloß Hougoumont zu stürmen, indessen verhinderten die heldenmütige Verteidigung des nassauischcn Bataillons, sowie rechtzeitige Gegenstöße "von Truppen des rechten Flügels Wellingtons die Durchführung der Absichten des Generals Reille. Allerdings gelang es den Franzosen, Teile der Gehöfte von Hougoumont in Brand zu schießen und sogar des Südtores sich «t bemächtigen, allein die

nassauischen Grenadiere warfen sich dem Feinde mit dem Bajonett entgegen und verrammelten das Tor aufs neue. Das Schloß blieb bis zum Ende der Schlacht im Besitz der Nassauer. Hauptmann Büsgen und sein braves Bataillon rechtfertigten im vollsten Maße das Vertrauen, welches man ihnen entgegengebracht hatte.

Inzwischen standen das 2. und das 3. Bataillon des 2. herzoglichen Regiments in heißem Kampf gegen die Truppen des französischen rechten Flügels unter dem Grasen d'Erlon.

In hohem Maße zeichnete sich die 3. Flanquer-Kom- pagnie des 2. Bataillons unter Hauptmann v. Nettberg aus, welcher siegreich das Gehöft Papelotte bis zum Abend be­hauptete und, zeitweise unterstützt von drei Kompagnien des 3. Bataillons, die vorstürmenden Kompagnien der fran­zösischen Division Dürütte in entscheidender Weise mit dem Bajonett zurückwarf.

Das 1. herzogliche Regiment, welches, wie wir wissen, inr Zentrum der Verbündeten kämpfte, hielt, ebenso wie die hannoverschen und englischen Regimenter, den zahlreichen Attacken der französischen Reiterei heldenmütig stand; die gewaltigen Reitergcschwader Napoleons vermochten beson­dere Vorteile nicht zu erringen. Später litt indessen das 1. Bataillon schwer unter dem Geschützfeuer der Franzosen, als es diesen endlich gelungen war, das Gehöft La Haye vorübergehend in Besitz zu nehmen. Berühmt ist der am, Abend dieses denkwürdigen Tages erfolgte Angriff des 1 . herzoglichen Regiments aus die Elite der französischen Infanterie, die alte Kaisergarde.

Als das Eingreifen Blüchers sich immer fühlbarer machte und das 6. Korps von Lobau, sowie die junge Garde gegenüber dem energischen Vordringen des Korps des Generals v. Blücher ins Weichen kamen, unternahm Napoleon einen letzten Versuch, die Aufstellung der Ver­bündeten zu durchbrechen. 10 Bataillone alter Kaisergarde, welche bisher in Reserve gestanden hatten, wurden gegen die Höhe vorgeführt. Am Rande derselben angekommeu, wen­dete sich ein Teil gegen den rechten Flügel Wellingtons, die Engländer, während der andere Teil direkt gegen das Zen­trum der Verbündeten avancierte. Der Kronprinz der Niederlande beabsichtigte, diesem Vordringen der Kaiser­garde ein baldiges Ende zu bereiten, und dachte dem 1. her­zoglichen Regiment die Ehre eines Bajonettkamvfes zu. Das 2. Bataillon, dem sich die Reste des 1. Bataillons an­geschlossen hatten, rückte gegen die Garde vor; der Regi­mentskommandeur Oberst v. Steuben, General v. Kruse und der Erbprinz Wilhelm vor der Front. Die Nassauer wer­den von einem furchtbaren Feuer der Garde überschüttet; der Prinz sinkt verwundet aus dem Sattel. Das Regi­ment stutzt und einige Kompagnien, welche unter dem Feuer der Franzosen sehr schwer gelitten hatten, wanken. In diesem kritischen Augenblick führt General v. Kruse das nassauische Landwehrbataillon, sowie die Reste des 1. und diejenigen des 2. Bataillons zum erneuten Angriff vor und hält siegreich die Höhe. Die französische Garde weicht, ist besiegt; auch derjenige Teil derselben, welcher gegen die Engländer vorgegangen war, zieht sich vor dem Feuer der von Wellington geführten englischen, schnell zusammenge- rafftcn Bataillone zurück. Die Sieger von Wagram, Smolensk und Borodino kämpfen um ihren Rückzug!

Zu diesem Zeitpunkt soll Napoleon die Worte ausge­sprochen haben: ,,0'est fini".

Nun dringt die preußische Brigade v. Steinmetz mit Artillerie von Nordosten her über Smoham vor. Dieser schloß sich alles an, was noch Atem und Kraft besaß, nassaui­sche freiwillige Jäger, Teile von Kompagnien des 2. und 3 Bataillons des 2. Regiments und des Regiments Nassau- Oranien. Die französische Division Dürütte, welche allein noch standzuhalten versuchte, wurde zurückgeworsen. Napo­leons Niederlage ist besiegelt.

Bei Bolle-Alliance begrüßten sich Blücher und Wellington. Das 1. Regiment verlor an diesem Tage 24 Offiziere und 619 Mann. Das 2. Regiment hatte einen Verlust von 23 Offizieren und 237 Mann zu beklagen.

Kuraäste. Es sind hier eingetrüffen: Prinz und

Prinzessin S t i r b e y aus Bukarest inSendogs Gden- HotÄ", Geneoalkonsnl Karlson aus,Kopenhagen imHotel Rose", Kenerckl B i r ck aus Berlin «n ...Hotel Quisisana", KcrmmerHerr des Kaisers Grals v. Puckler aus Obcr- Wiestrih imHotel Westmittster , Prinz Albert von S a ch s e n - W e i m a r aus HeweWeua, Grazin Rachel W a ß und Gräfin I I o n a W a si ans Dntzapest und Freiherr v. Güter aus Wandsbek imHotel Rose .

Post-Personalien. Freiwillig ausgeschrödcn: Post-

gshilse Rammler in Hattersheim.

Ter ParscvalSallon, der uns gestern abermals einen Besuch abstattete, war auf einer Fahrt nach Bad Ems be­griffen Er flog dem Rheintal entlang, kehrte aber schon bei St. Goar, gegenüber St. Goarshausen, um und landete gegen 8 Uhr auf dem Jurplatz in Frankfurt. Es rst dies die bis­her größte Reise desParseval" geweien. Das Luftschiff stieg kurz nach %1 Uhr vom Korbplatz der^la in Frank- furr mit zwei Passagieren unter Führung von Oberleutnant Stelling und Hauptmann Dinglinger aus. Auf deralfal^rt herrschte ziemlich starker Nebel und die ^ufstchrsfer mußten sehr vorsichtig lavieren. Mau fuhr immer über dem Rhein zwischen den Felsen. Die geplante Fahrt nach Ems unter­blieb, weil die dortige Stadtverwaltung dem Kreuznacher Beispiel gefolgt ist und wegen vorgerückter Badesaffon den Preis zurückgezogen hat. Bei dieser ,eit ^ , ets

wähnt, das; die Frage, obParseval" die für Erlangung des Preises der Stadt Wiesbaden (3000 M.) vorgeschnebenen Bedingungen erfüllt habe, noch nicht entschieden ist. Erst m den nächsten Tagen wird die städtische Pcrkehrsdcputaston darüber beraten und beschließen.

Zeppelin und Groß. In den letzten Tagen war wiederholt die Rede davon, daßZ. 1", der in Metz statro- niert ist, nach Frankfurt kommen werde. An Maßgebender Stelle ist von einem solchen Besuch nichts bekannt. Es rst aber doch möglich, daß derZ. 1", der schon lange lerne Fahrt mehr gemacht hat, einmal wieder aus seiner Haue hervorgebracht wird und dann in Frankfurt landet. Sicherer als der Besuch des Zeppelin-Luftschiffes ist ein Besuch des Großschcn Militärballons 2. Angeblich sollte das Luftschiff diese Nacht zu einer Fahrt nach Metz anfsteigen; in p^^uk- furt soll eine Zwischenlandung vorgenommen werden. Bis jetzt sind aber der Ausstellungsleitnng über den Termin und Aufstieg noch keine genaueren Angaben gemacht worden.

Musical at liome derWiesbaden Wiökly Beview. , Die Musical at homes der Wiesbadener Wochenschrift in englischer Sprache, die an jedem ersten Montag im Monat stattfinden, sind stets ein gesellschaftliches Ereignis und erfreuen sich mehr und mehr allgemeiner Be­liebtheit in den ersten Kreisen unserer Stadt. Auch für das am nächsten Montag im HotelKaiserhof" stattfindende Musical at home ist wieder ein ganz hervorragendes Pro­gramm in Aussicht genommen. Unter anderem haben Herr und Frau Rehkopf ihr Erscheinen und ihre Mitwirkung zugesagt. Der Flötist des Kurorchesters Herr Dannenberg hat ebenso wie Fräulein Schillowsky, die ihn auf dem Klavier begleitet, seine Kunst in den Dienst der Sache ge­stellt. Sehr viel Anmeldungen aus der Gesellschaft zur Teilnahme an der nächsten Veranstaltung, die einen ganz hervorragenden Verlauf zu nehmen verspricht, liegen bereits vor. Weitere Einladungen können in beschränktem Um­fange noch imTagblatt-Haus" entgegengenommen werden. Die Abonnenten derWiesbaden Weekly Review" werden gebeten, die Teekarten (1 M.) imTagblatt-Haus" vorher abzuholen; im Hotel selbst können nur Karten zu 1,50 M. abgegeben werden. Als Toilette für die Musical at homes ist für Herren Gehrock und für Damen elegante Promenaden- Toilette vorgeschrieben.

Walhalla-Theater. Ein freundlicher Billard-Jongleur- AktThe B e r n o s" leitete das erste Oktoberprogramm unserer hübschen Varietebühne an der Kirchgasse und Mauritiusstraße ein. Der Salon-Zauberkünstler und Münzen-MampulatorH a m m o n", der als zwefter auf die Bühne trat, ist ein ziemlich jugendlicher Herr, aber er­fahren und gewandt wie ein alter Hexenmeister. Er trägt seine Kunststücke mit einer gewissen Eleganz vor und er­weitert das ohnehin recht weite Repertoire der Finger­fertigen um ein paar allerliebste neue Piecen. Die inter­nationale Konzertsängerin Mlle. L e v a a l gibt sich durchaus dezent, hat eine gute Stimme und macht den besten Gebrauch davon. Sänge sie alles deuffch, würde sie noch besser ge­fallen. Die Gymnastik ist durchLes Abs-Avello-- Trio" nicht übel vertreten. Bringt diese Truppe auch nichts Neues, so führt sie bekannteNummern" doch recht geschmackvoll aus. Die derbe Komik vertreten die3 Cor - nelle s", die prächtigen musikalischen Exzentriker, deren Masken schon zwerchfellerschütternd man verzeibe uns dieses alte Schlagwort wirken, und fernerCorty und R e t l l e", die vor allem eine Varietevorstellung gelungen parodieren. Ein bißchen mehr Energie dürsten sie aber ent­wickeln, gerade bei solchen Darbietungen muß es wie Blitz und Donnerschlag gehen, die Zuschauer dürfen gar nicht Zeit gewinnen, Betrachtungen anzustellen. Völlig neu und von ungemein wirksamer Eigenart ist der Reifensportait der 5 M e t t r o s". Die in den geschickten Händen der jugend­lichen Künstler und Künstlerinnen schier Leben gewinnenden weißen Reifen fliegen graziös hin und her, beschreiben Kreise und Kurven auf dem Boden, gruppieren sich zu reizen­den lebensvollen Figuren usw. Stilvolle Kulissen verstärken die ästhetische Wirkung dieses originellen Spiels. Der Humorist Gottlieb Reck mußte sich zu einigen Zugaben ver­stehen der schönste Wertmesser seiner Leistungen. Gern lieh man auch den Schwestern Clarence sein Ohr, den schwedischen Sängerinnen, die in der Sprache ihrer Heimat, die uns Deutschen beinahe wie unser eigenes Idiom traut klingt, und in unserer deutschen Sprache berzige Volkslieder singen. Und wie wirkt der hübsche gemütvolle Sang! Die blonden Täcks er Schwedens hat man den an­deren Tag und noch lange in angenehmer Erinnerung. Der Walhalla-Kinematograph hat seine lange Haspel mit ein paar sehenswerten neuen lebenden Bildern versehen.

Skalatheater. Nach Beendigung des Prang-Gast- spiels kehrt unsere älteste Spezialitätenbühne zu ihrem ur­eigensten Gebiet, dem Variete, zurück. Das Oktober- Programm bringt eine glückliche Vereinigung fast aller Zweiae der ausgedehnten artistischen Kunst. Akrobaril, Ge­sang, Humor, Dressur, Exzentrik und Tanz wechseln in bun­ter Reihenfolge ab. Den Hauptersolg bei der gestrigen Premiere hatten die 5 Violettas, die ganz hervorragende Leistungen als akrobatische Tänzerinnen bieten; die aparten Kostüme der hübschen und graziösen Tänzerinnen erregten Bewunderung. Eine hübsche Dressurnummer bretel Lilli Blanche mit ihren zehn Terriers und Assen und von einer Dame bisher noch nicht gezeigte die Benares

am fliegenden Reck. Der Humorist Will: Robert rft neu für Wiesbaden, er brachte eine Reihe aktueller witziger Vor­träge und erzielte damit einen durchschlagenden Erfolg. Der Handspringer Glenrov. die norwegische Soubrette Leoni Falan und der Rcifenschlüpfer Carole ernteten ebenfalls vielen Beifall. Sensationelle Produktionen in der Manier der belannten Phoites-Komp. bringt das Luri-Luri-Trio; die humoristische Form, in welche die schwierige Arbeit ein­gekleidet ist, machen diesen Akt zu einem sehenswerten. Der Kinematograph zeigte wieder interessante Blder. Alles n Kinematograph zeigte wieder interessante Bilder. Alles in allem ein Programm, das zu sehen der Mühe wert ist.

Schcckstempel. Wir machen die Interessenten aus nachstehende Verfügung der Königl. Oberzolldirektion auf­merksam:Die vom Bundesrat erlassenen Aussührungsbe- stimmungen zu Tarisnummer 10 und §8 70 bis 77 des Reichsstcmpelqesetzes vom 15. »lull d. I. (Schecks) sind im Fentralblatt für das Deutsche Reich", Nr. 51, vom 3 d. M , Seite 794 bis 796, abgedruckt und werden in einer der nächsten Nummern desPreußischen Zentralblaits der Abgabenaesetzgebung und Verwaltung zum Abdruck gelan­gen Mit dem Verkauf der Scheckstempclmarken sind die Amtsstellen, denen der Verlaus von Landcsstcmpelzeichen ob­liegt, beauftragt.

_ Verein der Kaufleute und Industriellen in Wies­baden und Umgebung, E. V. Am vergangenen Mittwoch fand nach den Ferien die erste Vorstandssitzung statt. In derselben widmete der 2. Vorptzende Bankier G. Pfeiffer dem leider so früh verstorbenen 1. Vorsitzenden Direktor C Drach einen warmen Nachruf. Das vom Vorstand zum Versand gebrachte Werbeschreiben hatte bis jetzt acht Neu­anmeldungen, bezw. Ausnahmen zur Folge. Wegen Vor­trägen sieht die vorbereitende Kommission mit ersten Red­nern in Verbindung; selostredend sollen ausschließlich Fach­borträge gehalten werden. Bei der Ersatzwahl des 1. Vor­sitzenden wurde der seitherige 2. Vorsitzende Bankier G. Pfeiffer zum 1. Vorsitzenden und Herr Karl Reichwcin