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Ansrigen-Brers

in eiuheiilichcr St.

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Für di-Ausnahme lhätec eing-reichirr Anzeigen in die nächsterscheinende Ausgabe wird leine Gewähr iibecnommen.

Nr. 4SI.

Wiesbaden, Dieitslast, 88. September IVOS.

67. Jahrgang.

Morgen - Kusaabe.

1. Wkcrtt.

öcrs 4 . gmarfaC 1909

auf Las *

Wiesbadener CagblatL"

KT* Lczugsxrcis 1 flTt. 50 Pf. vierteljährlich -Mg 4 h a&onititren, findet sich Gelegenheit

i«, NrrlagTaydlattßaua" Kauggaßf, 87, in den Awrigstelien der Stadt,

In prn AasgabrsteUrn der Kt.rdt »nd Nachbarorte.

unL ziwl Arzna^grew von 8 lllk. uO Pf. vierteljährlich

bei siimillche» drntlä»en Rrichspoffankaltrn.

Die itsueit lniegstzllftMnlllßkll in MMWiMcn.

H. Wilhelmshaven, 26. September.

Sllg ein Meisterwerk der Technik dürfen die neuen Hafcnanlagcn bezeichnet werden, die in den nächsten Tagen ihrer Bestimmung übergeben werden solleii. Tie ursprüngliche Absicht des Kaisers, an der Eröffnungs­feier teüzunehmen, ist bekanntlich aus Sparsamkeits- rücksichien" wieder aufgegeben worden. Der Bau des neuen dritten Kriegshafens in Wilhelmshaven ist eine Folge der Annahme des Flottengesetzes. Nach diesem sah sich die Marinevermaltung vor die Aufgabe gestellt, für hinreichende Unterkunft dieser Schiffe so­wie für eine ihren Abmessungen entsprechende Umge­staltung der Dock- und Schteuienanlcmgen Sorge zu tragen, und unterbreitete zu diesem Zweck dem Reichs­tag für fedeit der 3 Kriegshäfen zu Danzig, Kiel und Wilhelmshaven eine besondere Vorlage.

Während öie Umbauten in Kiel und Danzig nur ge­ringen Umfang annahmen, wurde für Wilhelnrshaven eiire moderne Kriegshafenanlage mit einem Kostcnauf- loanb von nahezu 60 Millionen Mark gefordert.

Die Vorlage für Wilhelmshaven verlangte: 2, später o Trockendocks, eine dritte Hafeneinfahrt mit

Doppelschleuse, einen Ausrüstungshafen, einen großen

Arbeiü'n^wurdM 1900 für den Bau

der Trockettdocks und der 6. Hafeneinfahrt MichMtig i Angriff genonnnen. Zur Anlage der Trockendocks, die im Norden des Bauhafeus rhcer- Platz erhalten haben war die Niederlegung mehrerer ^chifsscammeru. der nördlichen Werftmauer s°w-e mehrerer Urüetier- wow bönür und die Sprengung der nördlichen Kai­mauer des Bauhafeus erforderlich Nachdent ^bie SÄiffskammern niedergelegt waren,, begannen ^roaen- bagaet die später durch Naßbagger abgelost wurden, mit der ÄfwKung des Bodens zur Gewinnung der Ls °ub« sil dil T°ckS, T-- , D°d°°

wurde für di- An,-,»- d-s

Seedeiches (Fangdaurm) wredm der w.ndm Dieser Seedeich, welcher dazu dienen s ollte, da^ ArbewSf eld für

die 3. Hafeneinfahrt gegen die See abzuschließen und zu schützen, setzte beim alten Hasen an und wurde Uoit dort durch die Jade bis zum Fort Heppens geführt. Da der Südflügel des Forts etwa m der Mittellinie der geplanten dritten. Hafeneinfahrt lag, mußte er durch TprengiMH öefciiiQt iperbcn. Sw gleichmütigen unb raschen Erledigung der von der Firma Ph. Hokmanu u. Ko. in Frankfurt a. M. zwecks Erbauung der Docks und der dritten Hafeneinfahrt übernommenen Arbeiten hatte diese zwischen den Dockbaugruben und dem zu er- bauenden Seedeich eine, Kleinbahn Herstellen lassen. Welche das beim Ausheben der Dockgruben erbaggerre Erdreich sofort in Klappwagen zur Teichbaustelle be­förderte, wo mau es zur Ausfüllung des Deichkörpers verwendete Ter Fuß des 10 Meter hohen und 1200 Meter langen Deiches bestand aus einer Buschpackung mit aufliegenden Srnkstücken. Auf d-efe wurde dann das aus den Klappwagen fallende Baggergut geschüttet und allmählich durch Sandzusatz zum Teichkörper ver­arbeitet.

Sobald die von der Firnia Holzmann u. Ko. einge­stellten Dampfbagger, die unaufhörlich bei Tag und Nacht arbeiteten, die für die Tockgruüen notwendige Tiefe von IO Meter erreicht hatten, konnte der Bau der Trockendocks beginnen. Es wurde hierzu die von der Baufirma gestellte sogenannteTaucherglocke" einge­stellt, in der im Herbst 1902 die Bautätigkeit ansing. Die Taucherglocke ist eine riesige eiserne Kiste mit fehlen­dem Boden. Sie schaffte unter Wasser einen völlig wasserfreien Arbeitsraum. Die offene Unterseite wird durch den Meeresboden abgeschlossen. Da das Arbeiten in der Glocke mit manchen Gefahren verknüpft ist, durf­ten nur durchaus gesunde, vom Arzt vorher untersuchte Arbeiter und zwar höchstens 8 Stunden täglich beschäf­tigt werden. Zunächst wurde die Docksohle in Stärke von 6 Meter ausgeführt, an sie schlossen sich die auf­stehenden Wände. In diese und in die -sohle sind zur Erhöhung der Haltbarkeit 7OO 000 Kilogramm Stab­eisen vermauert. Die aufstehenben Tockwände haben eine Höhe von t l Meter, während die Docks deren Zahl während der Bauausführung von 2 auf 3 erhöht wurde eine Länge von reichlich 170 Meter und eine Breite von 35 Meter erhalten. Für den Bau wurden über 200 OOO Kubikmeter Beton- und Quadermauer­werk ausgeführt. Die Docks werden vom Bauhafen durch 6 Meter breite eiserne Schiebepontons getrennt, die vermittelst elektrischen Antriebes bewegt werden. Die Kraft hierfür sowie für die gewaltigen Pumpen, die auf dem zwischen _ den Tocks verbliebenen Mauer­merk ausgestellt sind, liefert eine im Norden der Werft i gleichzeitig mit den Hafenbauten errichtete Zentrale. Das Pumpwerk vermag die in einem Dock befindliche Wassermenge (etwa 600 000 Kubikmeter) in 2^ Stunden zu entfernen.

Die Anlage einer dritten Hafeneinfahrt in Wilhelms­haven war notwendig, weil die Abmessungen der Schleusen der 1. und 2 Hafeneinfahrt so gering waren, das-, die Linien,chlsie der ,,N a s f a »"-Klasse sie nicht passieren konnten. Tie dritte Einfahrt besteht aus der Toppelschlcuse, der Einfahrt zwischen bcn Molen und

- .«MW.».,in wimi.iMi,

Feuilleton.

MeMO und WM in der WllMiWng.

Aber den bereits erwähnten Aufsehen ""S°nde» ^ Vor­trag, den Geheimiat Professor A. PeNÄ ^ der Schlußsitzung der 81. Versammlung Deutscher Natufl^er und Ärzte zu Salzburg hielt, erhalten wir von unterem oort weitenden Mitarbeiter einen eingehenden Bericht.

Jni letzten Moment hat F^. ag, den 24- September. Hofrar Pcnck (Verttn) lioch einen ^ch^.ercstanün Vor mg Über das im Vordergrund stehende nnturwip en,chaftliche Ereignis der letzten Zeit, die Erreichung des Nordpols, gehalten. Den ernsten Vortrag mst seinem Hunror wurzend, führte Pcnck ungefähr folgendes aus: mrrrhr -,, . ,

Am 1. September überraschte uni tue Nachricht, das; Cool bereits am 21. April vorigen ^ahres den Pol erreidjt hat. Auf dem Wege dorthin scheint er u. a. em »eines Stuck Land entdeckt zu haben. Darob herrfcy e allenthalben großer Jubel, sofort stellte sich aber auch BruderZwerfel" ein. Während Cook noch tu Lkspeiihagen große Triumphe feierte, kam am tz. September die Meldung, daß es Peary im April dieses Jahres auf dem Landweg nach Westen ge­lungen fei, ebenfalls den Nordpol zu erreichen. Darob in Amerika noch größerer Jubel! Plötzlich aber macht sich allenthalben, vor allem auch in Amerika ein Umschwung der Gefühle, die letzterem Forscher die Stegespa!me zugedachten, bemerkbar. Peary wird persönlich, ia <0'Win seinen Angriffen auf Cook und bezweifelt alles. Wir stehen jetzt im heftigen Kamps der Meinungen erstltch um dre Priorität, dann um die Fragen, wer mrd ob überhaupt einer der beiden Pen Pol erreicht hat. .

Penck betont nun, daß er sich in seinen tlnsfuhrungen von iedem Parteierareifcn fern halten will: lerne Auiaabe

fei es nur, rein wissenschastlich die eventuellen Chancen beider ins Auge zu fassen. Leider ist der wissenschaftliche Standpunkt von seiten der menten Kämpfer und Partei­ergreifer bisher ziemlich vernachlässigt worden. Nur die Wissenschaft vermag einer neuen Entdeckung gegenüber das richtige Urteil abzugeben. »Ue neuen Errungenschaften werden mehr oder weniger angezweifelt. Wenn Ramsay

z. B. ein neues Element entdeckt so h-ißt e § zuerst immer: glauben aus Oüund d"s N-sPettes, den wir vor der Mttort- tat haben ZwischenGlm.ben undwlsscnschastlrchcr Überzeugung" ill noch ein weiter Weg. Da ist es zuerst nötig* daß auch das Gefundene emwaudSfrei bewiesen wird.

mmdvolfahrcr aber haben bis jetzt unterlassen, > r b L,^ «c»et« Zu führen, daß sic am Pol waren, den schlagende Seeweg nach Ostindien ge-

Die alten Portugw cn markanten Stelle eine

fnnden haben, errtchrere ^ . tfi ,

marmorne Säule

.. heute

im Museum für Meereskunde zu

->abrbunderte stand und jedem auch nach Berlm - die dort ^«o ^ hhx Machen gewesen.

400 Jahren bei - Namen am Sambesi-Fall ln einen noch Mm tan.

a"7i, nun Prnry und Cool? Dor eine pflonzie da?

am Pol auf, der andere nagelte es an. Für- St.rnenban Zeichen' Daher war es kein Wunder,

wenn Pearh Cooks Sternenbanner nicht gefunden hatte.

Maida morscher sagen Eines übereinstimmend aus, aw Nordvool sei kein Land. Das ist aber feit Nansens Ent- deckuna die Meinung aller. Ja, und Cooks ergreifende Schilderung des Nordpols! Würde man mich (Pcnck) da­nach gcsraat haben, wie ich mir die Gegend dort konstruiere, ich hätte es ebenso geschildert, hätte ebenfalls an das Gefühl appelliert, ohne etwas Exaktes zu geben

Wie ist es aber möglich, gerade am Nordpol direkte oder indirekte Spuren zu üintcrlassm jür jeden Nachsolaer. für

dem Hafenbecken. Die dritte Einfahrt schließt sich um mittelbar an den alten Hasen an. Die Abrnessnugen der Doppelschleuse sind ans 250 Meter Lange, 40 Meter. Breite und 11 Meter Liefe festgesetzt, so dast jede Schierste etwa 1 Hektar bedeckt. Eine Schleuse kann als Doldock rerwendet werden. Tie Ausführung des Baues erfolgte in ähnlicher Weise wie die der Docks. Zwischen beiden Schleusen ist eine 12 Meter breite Land­zunge verblieben. Tie Ausbaggerung der Baugruben für die 3. Einfahrt erforderte die Bewegung von mehr als 3 Mill'.eneil Kubikmeter Boden. Die Schleusen werden zu beiden Seiten abgeschlossen durch große eiserne Schiebcpontons, die durch Wasserverdrängung bewegt wkruen. Tie Pontons oder Schleusentore sind 40 Meter lang und 7 Meter breit und haben eine Höhe von 16 Meter. Die Pontons schieben sich bei Öffnung der Schleuse seitlich in die Mauernischen und verbusen sie wieder zu in Schließen der Schleuse. Die Veme- g u u g der Tore erfolgt durch ein vollkommen neues Verfahren, und zwar vermittelst der sogenannten Mauu- fchraubeuschaufler (T.-R,-P.), die durch elektrischen An­trieb (125 Pferdekräfte) in Bewegung gesetzt werden. Licht und Kraft erhalten die Schleusen durch die auf dem Schleusenhaupt angelegte Umformerstation, eie ans der Ä.'mdzentrale der Werft gespeist wird. Tie Außenwände der Doppelschleusen erhalten seewärts ihre Fortsetzung in zwei stüuernen Molen, von denen die nördliche etwa 600 Meter in weitem Bogen in die See vorspringt. Bride llsiolen werden mit Leuchtfeuern ver­sehen und teicherr dis au das tiefe Fahrwasser der Jade. An der entaegeugesetzten Seite der Zwillings schien!: jst ein geräw'.uges Äusrüstuugsbecken angelegt, das mehr! als 4 Hektar bedeckt. Die Gesamtkosten für die Dovpel- schienje belaufen sich aus nahezu 20 Dtillionen Mark.

Da zur Unterbringung des hierher zu verlegenden Erste« Geschwaders die vorhandenen Hafenanlagen nicht ansreichten, entschloß sich die Marine-Verwaltung zur Aitlage eines großen Liege Hafens im Süden dep Stadt. Hierzu wurde zunächst die Verbreiterung des EmZ-Jade-Kanals i,n Weichilde der Stadt von' 17,6 Meter auf 200 Meier und die Verlegung der die Mün­dung des EmS-Jade-Äüfwls. abschließenden Hammer, schleuse um 4 Kilometer westlich sowie die Anlage eines 2 Kilometer langen Seedeiches in Aussicht genommen. Wie bei den Docks und der ^ Zwillingsschleuse erfuhr uitef) Ijiqv CQv Sikm propra nun eine iuc) entließe Öüibciujty* Aus dem einen Liegehafen sind 3 mit etwa 100 000 Quadratmeter Was',er stäche geworden; ein großer für Lmtenschiffe, ein nuMerer für Kreuzer und ein dritter für Torpedoboote. Da der bisher in der Hauptsache dem Verkehr kleiner Torfschisse dienende Kanal 'nur erne Tiefe ron 2,1 Meter aufwies, mußten umfangreiche Baggerungen - im Linienichiffshafen bis zu 10 Meter vorgeiiommen toerden. Das gewonnene Baggergur wurde zum Bau des später auf 6,2 Kilometer ver­längerten Seedeiches benutzt und durch eine Truck- Rohrleitung bis an die Arbeitsstelle gespült. Hierdurch erfuhr der Deichbau, beffeu Ausführung die Aktienge­sellschaft Grbr. Goedhardt in Dtstseldorf übernommen hatte, eine rasche Förderung. Ter Fuß des Deiches er»

_.- ' ÜLl!- ! n i J _ L i ! i i j_ i a jji Lg

jeden, der beweisen soll mrd mutz? Die astronomischen Be­obachtungen sind da nicht zu gebrauchen, sie sind nicht über­zeugend.

Also müssen andere Wege und Mittel benutzt werden:

1. Das Nordpolarlicht so zu beschreiben, wie es ist.

2. Die Mecresticsen zu bestimmen, die sich dort in ge­wissen gleichen Grenzen am Pol befinden.

3. Die Schwere am Pol zu bestimmen.

4. Erdmagneiische Beobachtungen zu machen.

Die Aufgabe des Nachfolgers ist eS dann, diese zu wiederholen. Obige Bedingungen haben aber Utlsere beiden Nordpolfahrcr nicht erfüllt. Sie fuhren nur zum Pol und wieder zurück. Freilich, ein y mdeschliiten gestattet auch nicht, die schweren Jnstcumenie alle oder teilweise miizu- sühven. Sie haben getan, was sie tun konnten; eventuell erreicht, was sie tvollten. Aber sie haben sich ihr -fiel zu leicht gesteckt Das Polargebiet - denn es Hände st sich hier um eine Flache von ungefähr 3,7 stilomeier - S S erreicht, nicht aber b e, chri cb cn Mo z.-dn J^ ?- Ur peditionen der wissenschaftliche Charalic'r f»! ^ auch früher schon die Zweitel ^ waren

Polo noch aus dem Sterbebett m e man ^ arcß

zeugen, seine Fahrten seien b r i ebett ' et uwge be- wurde Stanleys Reife

unter bcu ticutirr- * 1 2 3 4 «- 1 1 in bet »£.üt Qtbt

Schwindler wirklich nachweisbar kecke

Mearv noch übcr^^" wmrscheu, daß uns auch Eook und Eskimos sich W-rdm. Aber aus die Aussagen der Q-s wäre m geringsten verlajfen zu wollen,

^ Unmöglich. Jeder vernünftige Mensch

wurre lachen. Wurde man sagen, man habe den Laborato- numsviener gebeten, er möge die Entdeckungen seines Pro­fessor^ bestat'.gen. Enter den Polarfahrern und Forschern haben viele Vieles zu wünschen übrig gelassen, auf seinen früheren Reisen auch Peary, noch viel mehr aber Cook! Beide muffen ausklären und die Nachprükuua gestatten.