«chittiiOall- «-SMN
bis 6 Uhr abend«.
26,000 Abonnenten.
-- . ,„ r ,„14,, MnSflUtitn: 50 Bfo. mouatlich durch d-n ffistluj) üaTisgailf 27. rfjuf ßvlnfl«*
0 e JHGM65" 4 5 J%[j citrtdfaVli* durch alle d-ullch-u Ättuftalten. auSiÄirbttch B-S-llgNi>. - Iota,. 2 m- jtriera tntafflen: tn WteSbadrn dt- 5 yüneialtpflcii, liwie lit
IdW ' * iVHflSiiniten H-ü'üüii-riiem «l'ttt'gfTi: tn Wiesbaden dt- 5 Zwkiqst-ll-u, I°wt- di-
B-,ugS-^-stk >--igku ^ Stadt; tu Br-bmchi dt- dort^-n 55 AuüMeit-ll-n uud in »-->
^ und RY-iugnu die d-trcsl-nden TogblaU-TrÖg». -—""
2 Tngesansgaben.
tzernsprecher-Rus r
„Td-lt>latt.Hand" Nr. 0050-53. B»II 7 Uhr inmseui bis S Uhr abendl. Sonntags bau S-11 Uhr vormtttag!.
-—- ~~~~ «nieiiim im „Arb-ildmarr^ und „Kleiner An»ct»«r"
Ant-iaen-Pr-i» sür dir Zc>I/: ?^//Ibm^cheudl!r Sabaubfuhrutrg, sowie für all- übrigen wulen
inN-itlichrrS-M-rml »ft *" >•"*£l ffit sür letale lKttaui-n: 2 Ml b-r °uSi!ittiIig« Anreigen; M Pfg. sur all- °«w-rt,g-n A^ngen, dnrchlausend, nach b-s-nb-r-r 77
AnzeigkN tn inrzen Zwsschenr-Uwen -tt.,dr-ch°nb-r Rabatl
Morgen - Ausgabe.
^1. ^Caft
<3für öas 4. GuavtaL ISO9
aus da»
Wiesbadener Tagblatt"
" tsr Lezug-pr«» 1 fl». 50 Pj. "i-rtcljäyvlich -t»
*u abdum-r-n, flnJwt sich
iw ..Tasbluttsiaus" raigsalk» «7.
tn den Zw-igsirU-n *tv Stadt, in An»sat>rft.fl«n t>cv Stadt und Nachbarort-,
3UW yj^naepr«» S M*- SO Pf. mertsifählich
und
>..^liimtttch«H^^»« Nrich«voflanflatt-n.
Dns Frauenstimmrecht.
her nächsten Woche wird Berlin der Schauplatz - ljn -fwnnl beachtenswerten Versammlung wm.
L d- «°n s°°»°n d!° *■ mm M Ni»,»,.
die Wahlen zu den Volksvertretungen erkamp- Si rn Sn in der Reichshauptstadt, zusammen- fen wollen, Reden und Resolutionen ihrer
um h ^ allem der öffentlichen Meinung
SÄi^euWs beizubringen, daß he Forderung gc- rech^und im Interesse des Gemeinwohls ist. Die anfängliche Absicht, einen Demonstrationszug durch he Stadt zu veranstalten und, wenn auch m gemilderter ^orm, das Beispiel der englischen Lufsragettes zu befolgen. ist verständigerweise wieder aufgegeben worden. Eu war wobl nicht bloß die Rücksichi aus die Polizei, die den vernünftigen Verzicht herbeiführte, sondern die Führerlnnen der Bewegung werden sich gesagt haoeu. datz die Partie gegenüber der S p o t t l n sr per großstädtischen Bevölkerung zu ungleich flehen wurde. Dm Lorkämpferrnnen für das Frauenstimmrecht müssen doch mohl einsehen und sehen in der Tat ein. daß ihre For- deruna die ungeheure Masse der Nation, die weibliche mit eingeschlossen, einstweilen nirgends aus ihrer
Hälfte mu einich Das ift ^ Feststellung,
gleichgültigen Standpunkt aus machen kann, ob
die man von I “J nach dem Frauenstimmrecht man nun das /bermng ^ Tatsache ist unumstößlich, billigt, oder Programms der Frauenbe-
daß dieses Kernstu oe ^ ^re Erregung hervor- wegung nur,dar un reine ^ öffentliche
ruft, weil ein .h^r i m Punkte irgend eine Meinung leitet, om
wc eru uh u . h m e des weiblichen Geschlechts
stärkere An t ei ln ß) ^ j ann _ <^ n dem Augenblick, an diesem Begehren wi h Kutscher Frauen mit ein- wo auch nur Hundertta 1 ^chhaltiger Leidenschaftlich- mütiger Energie uno iuii - --
iMner 8ielc bewußten, überzeugungstreuen Millen^ nach dem Frauenstimmrecht rufen wurden (cs einmal Millionen zu sem. sondern nur brauchten mch Augeubtick wäre eine
Hunderrtaus . 1- F^gge" da. mit der man sich ge-
neue und sehr ermre ,.v ..mstix So lieat es aber wi^nlMerweife ^ftrgen mußte, lwgt^ ^
-: 1C 5L, °^i Lnat ua(±' der Gleichberechtigung mit dem grauen Verlangt unü üie Agitation, mit der
Manne aus di 1 zu fordern versucht, ist ebenso
drew Gruppe ihre üon wirklich bedauerns-
matt tvie ungesch . na( ^ ihren Mitteln wie
ML L
ickritt Tie Frauenbewegung , deren -aerorenungsrreis nur klein ist, liegt seit einiger Zeit eine Beilage lm, in der immer wieder mit keineswegs aufregenden Worten Uiid Wendungen das Frauenstimmrecht gefordert wird "und den Inhalt dieser Beilage verwässern sodann fn iparltd) besuchten Versammlungen immer. dieselben Rednerinnen vor stets demselben Publikum, indem sie sagen es sei ein Unrecht, datz die Frau das Stimmrecht nicht habe und es werde ein Akt der Gerechtigkeit sem. wenn man es ihr gebe. Wie soll das wohl Eindruck machen können? Es kann keinen machen, schon weil die wenigsten Männer wissen, das; dergleichen m den^Versammlungen der Frauenrechtlerinnen geschieht, ^edoch wenn die Mnirncr es wußten, so wurde das gleichfalls nicht viel bedeuten, solange eine stärkere Resonanz m der Öffentlichkeit fehlt. Die aber fehlt durchaus. Die deutschen Frauen wissen einstweilen nicht, was m ihrem Namen gefordert wird, sie wissen es darum nicht, weit sie von dem Inhalt dieser Forderung weder verflaiiüei-- neniäß noch nach der Seite deS Gemuw Hrn bis zur Stunde ergriffen worden flttd. Das kann wohl einmal anders werden, und wrr wollen nicht verhelften, daß wir die Zeit, wo es anders werden sollte, mit aufrichtiger Genugtuung begrüßen würden. Denn die Frau hat noch unendlich viel zur gemeinsamen Arbeit der Nation hinzuzufügen, was uns allen, den Männern wie den Frauen, eine Förderung auf Wem Wege zu einer höheren politischen wie moralischen Entwicklungsstufe werden könnte. Aber die Lorausfetzung muß natürlich immer sein, daß die Frauen sich auf sich selbst, ans ihre Kräfte und ihre Anliegen, besinnen und nicht bloß den einhelligen Willen, sondern auch die Fähigkeit beweisen, solche Ziele zu erkämpfen. Mit Wasser- suppigen Artikelchen in einem wenig gelesenen Blatt- chen und mit Deklamationen und Resolutionen in dürftig besuchten Versammlungen ist aber nichts getan. Gerade ivcr den Führerinnen der Bewegung Erfolg
wünscht muß der Wahrheit gemäß betonen, daß es sich einstweilen auf deutschem Boden noch nicht einmal um ein Vorpostengefecht handelt. Wenn he Frauen eine imposante Macht von Gesinnungsgenossinnen auffnetm kannten würden sie alsbald zu ihrer eigenen freudigen Überrafcknrng erfahren, daß der Widerstand der Männer- weit gegen das Frauenstimmrecht vielleicht gar nicht so erl eblick? ist wtk es scheint, wo die Männer mangels einer wirklich achtunggebietenden Bewegung Nicht erst nötia haben, sich zur Sache zu äußern,. Denn warum sollte irgend ehe Partei die Unterstützung ablehnm die ihr im Wahlkampfe von glmchgestnnten Frauen zuteil werden würde? Und sch wßlich kann fede Partei Rechte und Zentrum eben,ognt wre Liberalismus und Sozialdemokratie, darauf rechnen, daß he Frauen, dm in demselben politischen und wirtfchaftspolitisch^n Milieu stehen, ebenso denken und ebenso wählen werüm, wie es die Männer tun. Aber solange he Frauen, ein paar Konventikcl ausgenommen, sich nicht regen und rühren, solange bleibt das alles bloß Theorie.
Mmobile Astyruntzen m Dem MeriMöm.
Ein Fachmann schreibt uns:
Der Motor ist bei den großen Herbstübungen ztvi- schcn Kocher und Odenwald in außerordentlich viel- seitiger Weise zur Verwendung gelangt. , Ebenso verschiedenartig waren auch die Ergebnisse, die dafür oder dagegen zu verzeichnen gewesen sind.
Der Kr asttrotz, der diesmal enorme Massen zu verpflegen und täglich bis zu 125 jtilomcter zuruckzu- legen hatte, hat ähnlich gute Resultate wie rm Vor- jahre auszuweism gehabt. Technisch neue Gesichts punkte haben sich nicht ergeben., Tie Heeresverwastung dürfte nur einen neuen, praktischen Beweis dafür erhalten haben, baß sie die große Leistungsfähigkeit diese, schnellen Transportmittels richtig auszunutzen versteh! und auch mit dem feit 2 Jahren eingeführten SUb. pentionsslsstcm nach jeder Richtung auf dem rechter Woge ist.
Ähnliches läßt sich von den Leistungen des „D e u t. scheu Freiwilligen - A u r o m o b i l ko r P s" sagen, das 43 Wagen zur Verfügung gestellt hatte. Für die Armee-Oberleitung und die Führer bis zum Armeekorps hinab scheint das Auto eine Notwendigkeit ge- worden zu sein, bedingt durch die breite Operations- basts der fechtenden Truppe. Tie Führung einer Division sollte aber, nach gutem alten Muster, noch vom Sattel aus erfolgen. Die Notwendigkeit eines Autos sür die Divisionäre will nicht recht einleuchten. Von einer selbständigen Verwendung des „Deutschen Freiwilligen-Automobilkorps" zu Aufklärungs- und anderen Zwecken ist nirgends etwas bekannt geworden. Es hat sich für die Herren mit der schmucken dunkel-!
LemUcton.
Die Salle.
Von Ruth Goetz.
I
Machdruck v-rbot-u.)
rückte die Tassen zurecht, notI)
schmarzgeranderte Brwf, ^ ^ ivemgen, kühlen
2 ht £Srmh lirtfr Id£ ijTttltCT ^ ^i
Jahren
Die junge blonde Frau ^ ruck ihren Platzt
R?i n ^^Estelkörbchen lag noch immer der
zur Hand, und las rmmer Ludwig' Älthof's
Worte der Todesanzeige, bQn 32 c^ r£n
an den Folgen seines Unfall
verstorben ist. . , jangsam zusammen und
Irene faltete best, Brief zögernd ging
legte ihn auf den ^uih. . , J tc auf die Straße hinab, sie an das Fenster ^ eleganten weißen Morgen- Jhre schlanke Figur m ^i i ^ ^ schweren dunklen rock hob sich fast leuchUnd dunklen Augen hin-
- ha^?sm>chte sie immer wieder in ihrem aussahen in» Weite, forjd]tc l ^ amte g etne Lücke in Innern, ob der fahr Tod,
ihrem Herzen zurückgelmsen . • ■ ^^^e, sie empfand
Aber so sehr sie in ihrem ÄP^chtcrnng . . . nur ein Gefühl grenzenloser diesen Verlust so
Wie war eS nur moglrch daß l ^ h^te ihn doch gar mcht schmerzlich empfand ^ v
geliebt,mit der Glut ihre e schönen Stunden, die Noä, einmal dachte sie an all d fd
6S* £Ä»»" ä «fVSUtf » c
Än 3 ?Ä t'nn “ u»WTO*e< Kmc,
MWMZW
giKÖ, sie könnte irgend cmem Bekannten vegegnen...
Und dann jener entsetzliche Abend, als der Gatte unerwartet und leise heimkehrte und ihn, den jungen Arzt, bei ihr traf. Wie sie nur ,mit Aufbietung ihrer ganzen Geistesgegenwart ein plötzliches kleines Unwohlsein vorschützte, damit kein Verdacht Entstand warum Althoff lo spät noch bei ihr war ... woch tn den Augen ihres Mannes batte sie den Argwohn gelcien, und noch heute änderte sie ihren Mut. mit dem sie ihm lächelnd k U t' Vf- ■fnwn Antwort gab. Aber froh und zufrieden hatte sie^hren Gatten seit damals nicht wieder gesehen.
Wfeiner blanen Augen wurde immer harier, Der usdru und beobachtender, seine große,
immer miß ramimer ^ aß ^ fie ^ mi{ einem
schlanke bflgur 1 ) tt>enn er sch in der Unterhal-
Sprunge an |te
tung mit ^"h?ll ^ dieses Mißtrauen. Sie glaubte jedem BU . . beobachtet. Und des Nachts lag
sich auf federn «wr ^ Sie konnte nicht ein-
sie da mit brenncnd ^ wenn sie schlief,
schlafen, nuS Furaiu > uor£)ci _ toij begraben mit ihm.
■* ' * ' thvni-
E
toar nun au,-; - £dn einziges Zeichen ihrer r-g cxiTticrte iet« ' bett . Und immer wieder kehrten Leidenschaft zu dernFr^ einen Punkt zurück: Wie war ihre Gedanken ^^ xeinen Schmerz empfand?
„Wann ist es denn?" antwortete sie ausweichend. „Heut' .... heut' nachmittag."
„Heute schon? Es ist so schlechtes Wetter. Man er- kältet sich so leicht. Geh' doch allein."
Richard sah sie eine Sekunde lang starr an. ^.ann trank er hastig einige Schluck und schob die ~ane
3 „Ich gehe gleich vom Geschäft aus, du, brauchst mit dem Essen nicht auf mich zu nxirten. Aheu
Er reichte ihr die Hand und ging Mit feiten schritten
aus dem Zimmer. .
„Der arme Kerl!" sagte er tm Gehen zu ihr.
•' _ . . ,1 . • I _ .r. mnrtlrtmir
„Ja,
arme iub«; 'r rr
der Arme!" wiederholte ste fast mechanisch.
Sie
<rs nur möglich^ vav leeren Krankheit hatte sie ge- Während semer - seinen Tod nicht überleben können, glaubt, sm 'm.A von dem entsetzlichen brennenden Und nun, utwr ^ine Sehnsucht in ihrem Herzen, Schmerz, keme ^ernzenloser Erleichterung.
nur cm GU l zusammen, als ihr Gemahl so lene und Sw schreckt \b ^ setzten Zeit seine Art geworden unhorbar, w^ sich schweigend an den Tisch,
war, erntr^. ^ Kuvert mit dem Traiierrand, und
!"k"di. n«l> einmal , . . Seine t* Sh™
sich' und sein Gesicht nahm einen nachdenk' Sn weichen Ausdruck an. Mit ihren unruhigen. & en Augen forschte sie in seinen Mienen ^ .Kommst du mit zum Begräbnis?" fragte er, ohn.
> aufzusehen.
sah ihm nach, wie er sortging mit seineni elastischen Gang, und im stillen zog sie einen Vergleich zwischen
ihm und dem Toten. .
Es war ihr jetzt unerklärlich, wie es damals fo gekommen war. Der andere war nicht schöner, als Richard, tticht klüger, und heute,, wie sie nachdachte, fühlte sie, daß sie ihren Gatten um vieles mehr liebte als vielleicht je den anderen. Nun wollte sie alles dransetzen, um ihn laieder froh und zufrieden zu sehen, nun endlich wollte sie seine Liebe,und Gute vergelten. Es stand ja nie- mand mehr zwischen ihnen, der andere war tot und be» graben.
^^vahm ein Buch zur Hand und begann zu lescn^ Tech ihre Gedanken kehrten immer wieder zu dem v.oten zitrnck . . . Sie empfand keine Leere, daß sie he, Vormittagsstunden allein verbringeu mußte. Und w lehr sic versuchte, den Gedanken zu 'unterdrücken, das Gefühl einer grenzenlosen Erleichterung konnte sie nicht loswerden. Sie hatte keine Angst mehr, und die fressende, brennende Sorge, daß sie entdeckt lverden könnte, war von ihrer Seele gewichen. Die Dämmen rung war zeitig angebrochen, und cs war fast dunkel, als Richard nach Hanse kam. Er fror und rückte sich den Stuhl näher an den Ofen, an dem Irene, ein Buch auf den Knieen, saß. Sie stand auf, zündete die^Lampe an und stellte sie auf den kleinen Tisch. Das heue Licht
