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Vertag derWieovadcuer Cagvlatt".

Pelitilchr AntrMsvisrten.

Wenn das Wort, das; diejenigen Frauen die besten /ind, von denen man am wenigster: spricht, auch cmf me Staatsmänner zutriffr, dann ist es um den fünften deutschen Reichskanzler bisher gut bestellt, Mau Hut rn den nahezu 10 Wochen, die seit dent 14. Juli, wo der vierte dem suufteu Kanzler Platz machte, verflossen |, io wenig vondem neueic Herrn" gehört, daß man ihn bereits den stillen Kanzler bezeichnete, und man hat nr- wlgedehen auch wenig von ihm gesprochen, solange er aus seinem Gute Hoheirfinow in der Mark sich wohl weniger als Mann von Ar und Halni mit dem Etn- heimien seluec gutsherrlichen Ernte als vielmehr mit den Neflekrionen über die künftige politische Ernte und mH dem Einpauken in das ihm noch fremde Gebiet der auswärtigen Politik beschäftigte. Diese Präparauden-

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zeit ist nun vorübers derstille Kanzler" hat sich auf die politische Reise begeben, wobei er seine beiden_ ersten

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Stationen in der bayerischen Metropole und ln der Kaiserstadt Wien genommen hat.

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen; ober Herr v, Dcihinann-Hollweg heißt ja nicht umsonst per stille Kanzler, und so wird er denn schwerlich er- zählen, was ihm die grünen Wogen der Isar und die blauen Donauwollen zugerauscht haben, sondern man ist in bezug auf das Ergebnis der Betymann-Hollwogschen Piiite in München und Wien auf die lakonischen Be­kenntnisse des ossiziösen Telegraphen angewiesen. Nach dieim Berichten kann der Kanzler mit den Ergebnissen seiner ersten offiziellen Reise vollauf zufrieden sein. k n fjjjjincfien ist er sowohl vom Prinzregenten Lnttpold wie "vom Prinzen Ludwig in ganz besonders freund- stcher Weise empfangen worden, und er konnte mit dem neuerworbenen H über iuso eben geschmückt die Reise nach Wien sortseben, wo er nicht minder gast­freundlich aufgenommen und nach der Versicherung des offiziösen Telegraphen vom Kaiser Franz Josephüber­aus huldvoll" empfangen wurde.

Indessen mehr als diese Audienzen, uub offiziellen Festlichkeiten die man in München wie m Wien bei dieser Antrittsvisite des leitenden deutschen Staats­mannes veranstaltet hat, interessieren die Ofsentftchtcft

begreiflicher Weise die eingehenden Unterredungen, dre Herr v. Betbmann-Hollweg mit fernen Mintsterkollegen. in München vor allem mit dem Vorsitzenden rm Minister­rat Freiherrn v. Padewils und rn Wren mrt dem österreichisch-ungarischen Minister des Auswärtigen Freiherrn v. Aehcenthal gepflogen hat Da aber die diplomatische Geheimkunst bekanntlich dre Sprache als das beste Mittel, die Gedanken zu verbergen be­handelt, so ist man in bezug aüfdas Ergebnis der Unter­redungen wieder aus die offiziösen Derlautburungen angewicseii, die lute üblich denäußerst befriedigenden Verlauf" dieser Aussprachen feststellen

Jedenfalls Zeigt schon die veryaltnlsmaßrg lange Tauer sowohl dieser Audienzen wie auch ganz besonders der erwähnten Unterredungen, daß es sich hierbei um ruehr als eittc bloße Höflichkeitsvisite gehandelt hat. Es gehört auch nicht gerade viel Kombrnationsgabe da­zu, um zu vermuten, daß die Herren v. Bethmann-Holl- weg und Freiherr v. Padewils sich über wichtigere Tinge unterhalten haben als über das miserable Letter des heurigen Sommers. Ter gordische Knoten unterer inneren P o I i t ik ist Mtt dem Ruatritt des Fürsten Bttlow nicht gelöst, sondern dnrchhauen worden, und der fünfte Kanzler sieht sich einer nahezu ebenso im- klare>; Situation gegenüber wie sein über die Re st Hs st nanz resorni gefallener Vorgänger. , Herr v. Bennuann-Hollweg ist sogar mit dem Odin in dieser von ihm Unterzeichneten Reform behaftet, die , auf vielen Gebieten unseres wirtschaftlichen Lebens zueinem Kriege gegen alle geführt hat und deren Ertragnisse so hinter dem Voranschlag zurückzubleiben drohen daß der neue Kanzler womöglich damit wird anfnngen müssen, womit und woran sein Vorgänger geendet hat, nämlich mit einer Finanzreforml Jedenfalls sieht sich Herr v. Bethmann-Hollwcg der Tatsache gegen- über, das der politische Faktor, mit dem Fürst Biilow rechnen konnte, der konservattv-liberals Block, endgültig ausgelebt hat, so daß er wohl oder übel zu,einer N ciiorientierun g" unserer inneren Politik ge- nätigr ist. Ob diese, wie manche meinen, sich auf riuein konservativ-klerikalen Block anftauen wird, das ist r.ecfi mehr als zweiselhaft, und es ist gewiß ein bemerkenswertes Znsammentrcsseii, daß zu derselben Keit, wo Herr v. Bethmann-Hollweg sich von München

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seinem Nachfolger hier eine wohlgeordnete Erbschaft mit der Rechtswohltat des, Inventars hinterlassen ^aZ Vertrauen, welches man rn Österreich dem -^er

deutschen Politik entgegen^ingt. ist durch die unge­

wöhnlich sreundlichc Begrüßung des ostiziosen Frenidenblatt" zum Ausdruck gebracht worden und dies ist ja auch angesichts der Sekundanten dienste.welche Deutschland dem Alliierten bet dem junfllten Balkan- konflikt geleistet hat, ohne werteres verständlich, schaue, rigere Aufgaben werden drni Kanzler erwarten, wenn er Anfang November den zu Extratouren geneigten italienischen Bundesgenossen - "Arveren wird, und unmittelbar daraus wird dann , auch der Tanz in der inneren Politik lokgehen, wobei sich Mgen muß ob diejenigen recht haben, die m dM ,stillen Kanzler schon den stillen Mann sehen oder ob vielmehr - ^ wir hoffen und wünschen wollen dw fttQcn Wassers sich auch diesmal als tief erweisen werdeiu__,

politilche Kbrrstcht.

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verabschiedete, das bayerische Zentrnm auf der T u n - t e u b ii i-' euer Herbstparade seme Grenzlinie gegeu- üver dem Kanzler zog, dem esohne Liebe nnv ebne

Haß" gegenüberstehe. Da sprechen auch manche andere

Varkoaimnisse, vor allem aus der Generalversammlung der Katholiken Deutschlands, dafür, daß, wo die Liebe fehlt, sich leicht der Haß e i n ü e l l e n k a n n. Jeden- fltä th ee angesichts der unklaren Siiuatio i begreiflich, daß der Kanzler mit den leitenden Ministern der größe­ren Bundesstaaten Fühlung zu nehmen sucht, bevor er lein Programm und die Richtlinien seiner Politik scst- legt.

Aus dem Gebiete der auswärtigen Politik ist diese Vorarbeit nicht erforderlich, benn Fürst Vlllow hat

Konrad Hanßmnn» übrr die Aüfgasien de» snnfte« Kanskres.

In der zweiten Nummer des soeben in Straßburg erschienenen neuen demokratischen Organs, der Straß­burger Neuen Zeituitg", veröffentlicht Reichstagsabge- ordncter Konrad H a n tz m a n n - Stuttgart einen Aufsatz überTie Aufgaben des fünften Kanzler^ ^ Herr v. Bethmann-Holltveg werde, da ein ponnsches Kanzler-Programm zurzeit inTeutschland unmöglich sei, wenigstens einA rb e it s p r o g r °m m yabeu müssen. Es müsse in die Retchspolrtrk endlrch mehr innere Gesetzmäßigkeit kommen.

Unter dem Mangel einer solchen sind tiesere ^chavu aimaen cingetrctcn, als inan außen gemerkt ijaf, uito Die hohe Körperschaft deS BundeSrats leidet unter Zu- s ä l l i g k e i t e n, Plötzlichkeiten und P I a n l 0 s r g - ketten beinahe noch mehr als der Reichstag, -ine xohe Gesetz- und Steuermacherei vom vorigen Sommer hat einen tiefen ll u w i l l e n geschaffen. Es wird viel Klugheit und geistiger Freiheit bedürfen zur Reparierung des Kredits der ReichSttgrerung, die sich von einer plumpen und kurzsichtigen Mehrheit hat sagen lassen:Vogel friß oder stirb." ,

Als Programmpunkt empfiehlt Hanßmann rn bezug auf die auswärtige Politikeine vernünftige Nachbarlichkeit zu F r a n k r e t ch" Es sei nicht ernzu- leben, warum man das, was Bulow und Clemeneeau iiurerwogen", nicht sichtbar betätigen sollte, weshalb nach dem Ä des Marokkoabkommens die Herren von Bethmann und Vriand nicht auch B sagen England aegenüber sollte diese lächerliche und gefährliche Panzer plattcnstiunnung nicht langer um sich fressen.

^ Die deutsche Staatskunst hat Unterlassungs unden begangen. Man ist seder verständigen Fragestellung au s g e w i ch e n. Es hat bei Gelegenheit des eng-

FeuiÜrlon.

Ein^liiter vieler Felüenürn.

Von Fr. Will,, Gerling.

Am 11. September d. I. verstarb tn der chirurgischen lbteilung des städtischen Kranlenhauses in Müilchen ein Rann, der einem großen Seile der leidenden Menschheit zum Retter und 5^elscr geworden ist, dem die OsfeniUchleit Dank und Anerkemunig im volleii Maße schuldet. ,

Alfred Waßmuth, geboren 18ö5 tn Kreuznach als jüngstes Glied der Familie eiiies Gymnastalprofesiors, war es, der durch die Erfindung eines neuen Inhalations- Verfahrens diesem Teile der Therapeut» einen neuen, heute noch im Aufstieg befindlichen Jinpuls gegeben hat. , Obwohl die Einatmung von zerstänbteii Medikamenten seit langer Zeit in der Medizin angewendet worden ist, so stand man doch feit Jahren den Erfolgen einer solchcii örtlichen Be­handlung meist sehr skeptisch gegenüber. Was man auf diesem Gebiete mit den gebotenen technischen Mitteln er­zielte, entsprach oft nur selten oder gar nicht dcii gehegten Erwartungen, zumal wenn es sich um die Zerstäubung flüssiger Medikamente bei Affektionen der Atmungsorganc handelte; denn eS ist äußerst schwierig festzustellen, wie tief z. B. ein solches Medikament in die feinen Verzweigungen der Lunge einzudringen vermag; daß aber nur von einem Eindringen des aiigewandten Mittels in die ferngelegenen Stellen des Krankheitherdes, etwa die Lungenspitzen, ein Heilerfolg erwartet werden kann, liegt aus der Hand. Die Aufgabe, dies zu erreichen, bestand in Erzielung einer über­aus seinen Zerstäubung der zu verwendenden Medikamente. Die Luft des bezüglichen Jnhalaiionsranmes musste mit so feinen Partikelch cn des Medikamentes durchschwängert werden, daß letztere der Atemlust wie cin gasiger Bestand- teil zu folgen vermochten. Dies als Laie erkannt zu haben, ist das erste große illerdienft des Verstorbenen. Gebt doch

gemeinhin die Ansicht der Laien (und dieser nicht cimnal allein) dahin, daß cin zerstäubtes Medikament um so wirk­samer sein müsse, je sichtbarer sich die Zerstäubung in Form von Äicbel oder Lustverschleicrnng erweise. Aber das gerade -roch sichtbare Flüssigkeitsparlikelchen ist schon viel zu schwer, um seinen Weg in die feineren Lnngenverzweigungen finden zu können; -s Pslcgt sich schon vorher je nach semer Schwere in Naie Rachen oder Kehlkopf abzulagern. Dagegen sind cs mn die unsichtbaren, höchstens durch das Mikroskop nach- zuwRsenden Tröpfchen, welche dem geringsten Luftzuge folgend an den Krankheitsherd vorzudringen versprechen Je verfchlcierter unt. nebelhafter eine zu inhalierende Lust istz ^sicherer ist, anzunehmen daß der Zweck der Inhalation

nur nnvollsümdw> ."^konstruieren, ' der nachgewiesencr- maßm ft'ne?er feinsten bis jetzt erzielten Zerstäubung besitzt, war^tm®cT,cn und seiner Er­findungwar eigentlich n°ck> s-hr wemg ®je ng»

TIUOUTIÖ (Viu V , nun 1.

schwere Auikeabe besean Etz, ebenden Kreisen Anericimu-g

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S Ä ee. ^ SS»?« !** JE? .»'

oft ausgcsctzt pft Nvt und Elend zum Grab-

manches bortrefflichen Menschen geworden sind,

CTCfrilttC __ .0 i«t firtTinrr rtfAuOtC,

der"eiwas Vorzügliches der Wett geschenkt zu haben glaubte, aber von Tür zu Tür damit ah gewiesen wurde ? Auch

Alfred Waßmuth hatte den betten Inhalt eines Erfinder-

i c -J m durchkosten. Erst am W. August schrieb er mir. Auch 'mir ist's bei der Liebe zu nreincn Apparaten manch­mal wie Klärchen im Egmont ergangen: Himmelhoch zancy- nnd, zu Tode betrübt. Es sind ja jetzt bald 20 -Mbre. seit­dem mich die Idee betreffs ^ ct Inhalation erfaßt hat . * Dank der außerordentlich verzwickten Verhältnisse Ijabe 1 mit der Sache immer lavieren MÜsieN und vm auch heute

»ock nickst im sicheren Hasen angelangt . . . Mein Bart ist her Kopf wird bald folgen, und noch immer muß ich K l in fi« setzen, um die Sache weiter zu alle m B g g 1 V erwärtigkettcn waren m-

bnnsen. Die^e Kamp st Manchen Reiz hat es aber

wÄÄ und im großen und ganzen ka.n. ich zufrieden lew daß wenigstens das mir vorgefchwebte Prinzip heute sein, dasj wemg Autoritäten als richtig anerkannt

mied ^ Diese Worw spiegeln so ganz den Idealismus Waß- nuths dm ihn in Herz und Geist mit seiner Schöpfung ver- sein ließ. Und cin Idealismus, etne me ernrostende Hofsmmgsfrcudigkcit gehörten dazu, um alle die Kämpfe tick, m nehmen, welche er zu führen hatte.

Wer als Erfinder die Aussicht auf Reichtum und ntate- riellcn Vorteil anbtctcn kann, c''angt leicht Unterstützung und ein offenes Ohr. Wer abe als Laie zu einem Arzte kommt, ihn, zu erklären, er bade eine Neuerung im Heil- veftahrcti anzubictcn, der darf ganz sicher daraus rechnen, mit Kopsschütteln und Achselzucken empfangen zu werden. Das ist zum Teil sehr verständlich. Auch wenn ein Arzt den Willen Hütte, ein gtttcs Ding fördern zu Helsen, so kann er als gewissenhafter Mann doch nicht eher davon Gebrauch machen, bis er sich von der Güte der Sache selbst überzeugt hat oder sich aus das Urteil maßgebender Persönlichkeiten seines Standes stützen kann. Das ist aber nicht so leicht ge­tan, mtd die Luft, eine neue Anpreisung zu prüfen, fällt genau in dem Grade, als sich Retlheiien aller Art täglich häufen, wie das in unserer Zeit ja der Fall ist. Diese Er­fahrung zu sammeln, kostete Waßmuth nicht zuviel Zeit. Er sah bald ein, daß es großer Opscr an Geld, Zen und Geduld bedurfte, uni etwas zu erreichen. So ging er denn 1891 in Barmen, feinem damaligen Wohnsitz, dazu über, cin Inhalatorium aus seine Kosten einzurichten und da§- selbe einem Arzte zu unterstellen. Es fanden sich bald Patienten die er kostenlos oder gegen gcrmgen Eftatz d,e «.-nutzen ließ. Der Ersolg war überraschend aut." Ein von ihm selbst sabrtztertes M-dik-ment (Sann).