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Dienstag, 21. September 1009.
Miesda-rner Tagvlarr.
Abgeordnete ins Riffgebiet geschickt, um den Frieden herbei- zusührcn. Spanien aber setze seinen Vormarsch sort und mache dadurch die Bemühungen des Sultans hinfällig. Der Maghzen fordert das Einschreiten der Mächte, um die Unantastbarkeit der Marokkaner und ihrem Versuch, dem M"* vergießen Einhalt zu tun, zu schützen.
Uereiirrgte Stttnterr.
Präsident Taft hielt in Des Moines eine Rede, in der et betonte, daß die Gesetzgebung die Kommission für den zwischenstaatlichen Handel ermächtigen sollte, nicht nur die Eisenbahnraten an sich fcstzusetzen, sondern auch die ungerechte Klassifizierung der Frachtgüter zu revidieren, und sprach sich noch energischer für die Regelung der Eisenbahntarife aus.
Luftschiffe und Aeroplane.
Die Fahrt des „Z.3" im rheiirisch-mestfiilrschen Indnsteiegevict.
wb. Essen, 20. September, 4 Uhr nachmittags. Die Landungsmanöver des „Z. 3" waren in kurzer Zeit beendigt. Der vorderen Gondel entstieg Oberingenieur Dürr. (Graf Zeppelin jun. und Direktor Colsmann waren bereits eine Stunde vorher im Automobil hier eingetroffen.) Oberbürgermeister Holle begrüßte die Erschienenen und brachte auf den Grafen Zeppelin ein Hoch aus, worauf die Musik „Deutschland, Deutschland über alles" spielte. — Um 4 Uhr versammelten sich die Fahrttcilnchmer zu dem von der Stadt Essen gegebenen Imbiß, an welchem die Stadtverordneten mit dem Oberbürgermeister Holle an der Spitze teilnahmcn. — Das Wetter hat sich mittlerweile verschlechtert. Leichter Regen fällt, und es beginnt, nebelig und dunstig zu werden. — Wie Direktor Colsmann mitteilt, wird das Luftschiff, ohne weiteren Aufenthalt im Jndustrierevier und ohne die beabsichtigte zweite Landung in Essen vorzu- nehmcn, direkt nach Düsseldorf zurückkehren. Grund hierfür bildet das schlechte Wetter und starker Wind. An der Rückfahrt werden sich beteiligen: Polizeipräsident Gersteln, Oberbürgermeister Holle und Bergrat Kleine. — In der Festversammlung wurde folgendes, von Oberbürgermeister Holle vorgeschlagencs Telegramm an. den Grasen Zeppelin abgesandt: „Graf Zeppelin, Friedrichshafeu. Überwältigt von dem erhebenden Anblick des Luftschiffes, begeistert von der genialen Schöpfertat. die es erstehen ließ, huldigen dem Bezwinger der Lüfte die Hunderttauscndc, die auf Essens Fluren des kühnen Seglers Flug und glückliche Landung müt unendlichem Jubel begrüßen. Ein tausendfaches „Glückauf" zu Eurer Exzellenz weiterem Schassen, ein tausendfaches „Glückauf" dem Schiffe zu stets glücklicher Fahrt, zu Deutschlands Ruhm und Ehre. Oberbürgermeister Holle." - „Z. 3" ist dann um 5 Uhr 25 Min. unter dem Donner der Böller, dem Spiel der Musikkapellen und dem begeisterten Jubel der Menschenmenge wieder aus g e st i e g e n. Direktor Colsmann und Graf Zeppelin jun. nehmen nicht an der Fahrt teil, dagegen außer den bereits Genannten noch die Herren Kommerzienrat Müller und Direktor Ehrensberger von der Firma Krupp. Das Luft schiff schlug die Richtung über Werden nach Düsseldorf ekn.
Um 5 Uhr 33 Min. wurde das Luftschiff in Werden ge sichtet und nahm die Richtung auf Düsseldorf; um 5 Uhr 40 Min. in Kettwig; um 6 Uhr 10 Min. in Ratingen; um 6 Uhr 27 Min. landete es glatt in Düsseldorf.
wb. Essen, 20. September. Die Stadt Essen ließ dem Grafen Zeppelin jun., Direktor Colsmann und dem Oberingenieur Dürr je einen silbernen Erinnerungsbecher mit dem Wappen der Stadt und einer Widmung zur Erinnerung an die Landung in Essen überreichen.
Essen, 20. September. Welchen Einfluß die Meldung von dem Erscheinen des Luftkreuzers „Z. 3" in dem Industriegebiet auf die Belegschaften der Ruhrzechen ausgc- übt hat, erhellt daraus, daß eine Belegschaft von 800 Mann, die um 6 Uhr früh des heutigen Tages anzufahren hatte, geradezu fortblieb. Es erschienen nämlich nur etwa igg Bergleute, von denen 6 bis 10 höchstens zu bewegen waren, die Fahrt in die Erde anzutreten.
wb. Düsseldorf, 20. September. Die Luftschissbau-Ge- sellschaft Zeppelin gibt folgendes bekannt: Wir bedauern es aufs lebhafteste, daß es uns nicht möglich gewesen ist, das Kohlenrevier zu berühren und Düren und Aachen zu besuchen. Wenn das Wetter günstiger gewesen wäre, hätte das beabsichtigte Programm mit Leichtigkeit durchgeführt werden können. Auch war es uns nicht möglich, die ungeheure Menge von Anfragen in den letzten Tagen zu erledigen, einesteils, weil die Zahl derselben so groß war, daß die Zeit dazu mangelte, andererseits, weil die Unsicherheit der Wetterlage bestimmte Antworten unmöglich machte. Da die Lösung wichtiger technischer Aufgaben unserer in Fricdrichshafen harrt, ist es notwendig, nach nunmehr wochenlanger Reise, während deren das Luftschiff und Personal auf das äußerste angespannt waren, in den Hafen zurückzukehren, um daselbst in Ruhe an der Verbesserung des Luftschiffes zu arbeiten. Mit der Fahrt ins Rheinland und Westfalen war beabsichtigt, der industriellen Bevölkerung der Gegend, die dem Unternehmen so reges Interesse entgegengebracht hat, und auch an dessen Durchführung so großen Anteil genommen, zu beweisen, daß Graf Zeppelin das Pfund, welches ihm vom deutschen Volke anvcrtraut war, nicht vergraben, sondern benutzt hat M einer zielbewußten Wciterentwickelung seiner Erfindung. Das Luftschiff soll morgen früh auf möglichst kurzem Wege nach Friedrichshafen zurückkehren. Es soll in Frankfurt r,*”' , h,eMtt dies aus fahrtechnischen Gründen zweckmäßig erschemt. An der Reise wird nur die notwendige Besatzung des ^.uslschrftes teilnehmen. Die Abfahrt wird gegen 10 Uhr morgens erfolge». Den durch die Ungunst der Verhältnisse eifttauschten totalen Westfalens und Rheinlands wird hoffentlich mr nächsten Jahre ein Luftschiff der in Frankfurt a. M. M Bildung begriffenen Luftschisfahrts-Akticn-Gesell- schaft dre Erfüllung ihrer Wünsche bringen.
Der Heimreiscplan.
wb. EffkN a. d. R., 20. Septeniber. Wie Herr Direktor Colsmann von der Luftschiffbau-Gesellschaft Zeppelin mitteilt, hat man beschlossen, sowohl des andauernd schlechten Wetters wegen als auch infolge der durch die letzten, langen Fahrten an die Besatzung gestellten großen Ansprüche mit
dem Luftschiff „Z. 3 " von Düsseldorf die Heimreise anzu-
tretcn. Die Bedienungsmannschaft war nach der bei Regen erfolgten Landung in Düsseldorf übermüdet. Entgegen anderweitigen Gerüchten teilt Direktor Colsmann mit, daß wahrend der Fahrten des Luftschiffes alle vier Propeller ln Betrieb waren, und daß das Lufffchisf selbst vollständig intakt ist. Sobald die erschöpfte Mannschaft genügend Ruhezeit gehabt hat, soll die Heimreise angctreten werden. Die heutige Fahrt ist ohne besonderen Zwischenfall verlaufen. Die Abfahrt nach Friedrichshafen erfolgt voraussichtlich morgen vornrittag.
Die Heimfahrt.
Düsseldorf, 21 . September. (Eigener Drahtbericht.) „Z. 3 ist um 9 Uhr 50 Min. nufgestiegen, beschrieb über der Stadt eine große Schleife und schwebte um 10 Uhr 10 Min über Gerresheim.
Der Kongreß des Luftschifferverbandes.
bä. Frankfurt a. M., 20. September. Auf dem zweiten Kongreßtag des Deutschen Luftschifferverbandes wurde u. a. über die Frage des Luftschiff-Museums debattiert. Hierbei ergab sich, daß das deutsche Museum in München lebhafte Anstrengungen macht, um seine Abteilung für Luftschiffahrtswesen mit Hilfe der deutschen Lustschifferveretne auszugestaltcn. Nach längerer Debatte, an der die Frankfurter Vertreter auch von auswärtigen unterstützt wurden gelangte entgegen dem ursprünglichen Vorschläge des Vorsitzenden, d Gehcimrat Busley-Berlin folgender, von Di-, Joseph cingebrachter Antrag einstimmig zur Annahme- Der 7. ordentliche deutsche Luftschiffertag begrüßt die Bestrebungen des Deutschen Museums und der Frankfurter Korporation, welche auf Ausgestaltung, bezw. Begründung eines Luftschiffermuseums abzielcn, mit Sympathie, und hat mit Genugtuung davon Kenntnis genommen, daß beide Vereinigungen sich über Einrichtung und Förderung freundschaftlich verständigen. .Großes Interesse fand der Vorschlag des Prof. Markuse über Ortsbestimmungen vom Ballon aus. Rittmeister von Frankenberg-Berlin hielt es für notwendig, daß in allen größeren Städten, etwa 1000 an der Zahl, Orientiernngstafeln angebracht werden, die den Luftschiffern bei Tag und besonders bei Nacht den Namen der betr. Stadt kenntlich machen. Dieser Vorschlag wurde einer Kommission überwiesen.
„Parscval 4".
bä. Bitterfeld, 20. September. Der neue Luftkrcuzer „Parseval 4" wird am Freitag von Bittcrfeld nach Zürich verladen werden, um während der internationalen Ballonwoche anwesend zu sein. Major von Parseva! traf heute zu den Probeflügen ein, die, wenn der Winv av- flaut, heute nachmittag beginnen sollen.
Latham in Berlin.
bä. Berlin, 20. September. Der französische Aviatiker Hubert Latham, der noch in dieser Woche seine Flüge auf dem Tempcthofer Felde beginnen wird, ist heute früh tu Berlin eingetroffen.
Aviatiker-Woche in Spa.
bä. Brüssel, 20. September. Wie die hiesigen Blätter Mitteilen, wird der König der Aviatiker-Woche in Spa beiwohnen.
Ein Flug um die Wolkenkratzer.
bä. London, 21. September. Nach einer New Yorker Meldung der Times beabsichtigt Wilbur Wr i g h t, sobald es die Witterung gestattet, einen Flug über die Stadt New York auszusühren und hierbei cmett Wolkenkratzer zu umfliegen.
Aus Stadt und Fand.
Wiesbadener Nachrichten.
W i e s b a d e n, 21 . September.
Das naffauische Landcsdenkinal.
I.
Als am 17. November 1905 Großhcrzog Adolf von Luxemburg, der letzte regierende Herzog zu Nassau, seine Augen im Todesschlummer geschlossen hatte, als die Trauerkund- von Schloß Hohenburg in Bayern, wo der edle Fürst seinen letzten Kanipf ausgekämpft, zu den Ufern des Rheins des Mains, der Lahn und der Dill drang, da empfanden die Alten, die den edlen Herrn noch gekannt, die zu ihm als zu ihrem Landesberrn noch in Treue und Verehrung emporae- schauk, ein Gefühl tiefen Schmerzes, so wie wenn einem ein lieber Mensch gestorben ist, mit dem man durch Verwandtschaft oder enge Freundschaft verbunden war, und „manche Träne rollt in manches Mannes Bart".
Da lebte die Erinnerung an so vieles wieder auf, was den alten Nassauer mit seinem letzten Herzog innerlich vcn band. Da tauchte denn sogleich der Gedanke auf, daß dem Heimgegangenen Fürsten in seinem alten Lande ein D e n k- m a l gebühre, und daß das ganze Volk dazu zusammensteuern müsse. Und das hat das Nassauer Volk auch getan. Da kamen die Gaben zusammen aus allen Teilen des Landes,^ vom Westerwald und aus dem Taunus, aus allen Schichten der Bevölkerung, von arm und reich. Neben den Pfennigen der weniger Bemittelten stehen die Gaben, die bis in die Tausende reichen. Und wir wollen gleich hinzu- fügen: wenn einer oder der andere, oder auch d i e andere bei der Sammlung vergessen worden sein sollte, der oder die kann heute noch nachholcn, wozu das Herz treibt. Jetzt ist das Werk soweit fertig, nur noch wenige Wochen, dann soll es vollendet dastehcn, eine Zierde der Gegend, ein Denkmal echt deutscher Treue, echt nassauischer Anhänglichkeit und Liebe.
Das Denkmal, dessen schönster Schmuck das Bild Herzog Adolfs sein wird, so wie ihn der Nassauer aus den letzten Jahren seiner Rcgierungszeit im Gedächtnis bewahrt hat, gilt natürlich in erster Linie dem Fürsten selbst, dessen Bild es trägt, und seinem Andenken. Aber zugleich soll es auch den Nassauer an das ruhmreiche Fürstengeschlecht gemahnen, aus dem Herzog Adolf stammt, und es soll auch die Erinnerung wachrufen an alles, was es diesem erlauchten Geschlecht verdankt.
Abend-Ausgabe, 1. Blatt.
Nr. 140
. Manche Fürsten aus dem Hause Nassau haben durch ihre schöpferische und fördernde Wirffamkeit auf dem Gebiet der Kulturentwicklung im eigenen Lande, durch segensreiches Eingreifen in die Geschichte der Völker, in Politik und Staatsleben sich einen guten Namen erworben. Jetzt wo man im Begriff steht, das nassauische Landesdenkmal als ein Denkmal nicht nur für den Herzog, dessen Bild cs ziert, sondern für sein ganzes Geschlecht zu enthüllen, dürste es wohl von Interesse sein, einiger hervorragender Fürsten aus diesem Geschlecht zu gedenken, hervorzuheben, was sse für ihr Volk und was sie für die Menschheit getan haben Die Erinnerung an das erhabene nassauische Geschlecht soll aber auch das nassauische Volk immer mehr und mehr erwärmen für die nassauische Geschichte und soll immer mehr und mehr Freude und Interesse erregen für das Denkmal Es soll die Nassauer von nah und fern einladen, daß sie kommen und sehen, was mit ihren kleinen und großen Gaben Herrliches geschaffen worden ist.
Es würde ja viel zu weit führen, die Geschichte des nassauischen Fürstenhauses hier aus seinen ersten Anfängen heraus zu verfolgen. Wir müßten fast 1000 Jahre in der Geschichte zurückgreifen zu den Grafen von Lurenburg, von deren Ablömmlingen einer, nttt Namen Drutwin IV., im 12. Jahrhundert an der Lahn unweit Lurenburg (jetzt Laurenburg) in der „nassen Au" die Burg Nassau erbaute Dessen Enkel Ruprecht II. führt zuerst den Namen eines Grafen von Nassau. Er und seine Vettern waren tapfere Männer, die mit Heldenmut und Treue auf der Seite des edlen Kaisers Friedrich Barbarossa den Heldentod starben Einer von ihnen Ruprecht III. erhielt wegen seiner Tapferkeit den Ehrennamen „der Streitbare". Erstarb den Heldentod 1191 in dem Kreuzzug, bei dessen Beginn auch Friedrich Barbarossa den Tod gesunden hatte. Aus solchem Heldengeschlecht stammt unser nassauisches Fürstenhaus. An dem Kreuzzug hatte noch ein anderer Gras von Nassau, Ruprechts Vetter Walrom I., teilgenommen. Von dessen Sohn Heinrich II., dem Reichen, der ebenfalls als tapferer Kriegsheld gerühmt ist, stammen die beiden Grafen, die sich nach dem Tod Heinrichs in das Besitztum ihres Vaters teilten, Wak- ram II. und Otto I., von denen sich die beiden Linien des nassauischen Geschlechts hcrleiten, die Walramische und die Ottonischc. Von der erstere», die die Besitzungen südlich der erhielt, und der die Herrschaften Wiesbaden, Idstein Bleidenstadts und Weilburg zuerteilt wurden, stammt die herzogliche Familie ab, aus der Ottonischen Linie, zu der z. B. Herborn, Dillenburg, Siegen, Haiger gehörten, ist das ruhmreiche Geschlecht der Oranier, die heute noch in den Niederlanden herrschen, und das auch zu den Ahnengeschlech- tcrn unseres Kaisers gehört, hervorgegangen. Walrams Sohn ist der deutsche Kaiser Adolf von Nassau, Rudolfs von Habsburg Nachfolger. Er regierte von 1292 bis 1298. Auch er war tapfer im Krieg und klug im Frieden, und für sei« Nassauer Land sorgte er wie ein echter Landesvater, aber er unterlag einem herben Geschick. Sein Hauptgegner war Alb recht von Österreich, Rudolfs von Habsburg Sohn. In
^e r tn? l fipTWnr,*ft ® ota,eim stellte sich König Adolf seinem Feind heldenhaft entgegen und fand im llweikamni mit CS P r >o 0 Albrecht seinen Tod. Seine G°b7tne«SÄ J
~rm m Sperer. I
Jahrhunderte, der letzten des Mittelalters, Werst dw Namen von noch vielen Grafen von Nassau aus, die als tapfere Krieger sich an den mannigfachen Kämpfen dieser Zeit beteiligten, auch selbst siegreiche, bisweilen auch unglücklich verlaufende Fehden führten. Auch mehrere geistliche Fürsten von hohem Ansehen und Einfluß hat das nassauische Geschlecht der Kirche geschenkt. Eine Reihe nassauischer Grafen waren Erzbischöfe und Kurfürsten von Mainz und haben an der Reichsverwaltung tätigen Anteil genommen. So hat Gerlach, Graf von Nassau, Kurfürst und Erzbischof von Mainz, mitaewirkt, als 1356 das Reichs- grundgcsctz, die „Goldene Bulle", erlassen wurde. Mit unermüdlicher Sorgfalt wirkte derselbe Herr für die Hebung des Wohlstandes seiner Untertanen. — Von diesen Fürsten allen zu reden, würde zu weit führen. Aber weitere in den nächsten Wochen in zwangloser Reihenfolge erscheinende Darstellungen sollen noch mehr große und achtenswerte Persönlichkeiten und Begebenheiten aus der nassauischen Ge» schichte hervorhebcn.
Fast täglich hört man die Frage, wann das goldglän- zcnde Herzogsstandbild in die weiten Lande schauen wird Wie wir erfahren, ist dieser Zeitpunkt zwischen dem 15. und 20. Oktober festgesetzt, und hofft man, daß unsere ehemalige Landcsmntter an diesem Weiheakt kcilnimmt. Die Biebrichex Bevölkerung bereitet alles vor zum freudigen Empfang.
— Kurgäste. Es sind hier eingetroffen: Prinz Orve, liani mit Bedienung aus Petersburg im „Hotel Kaiser Hof und Augusta-Viktoria-Bad", Prinzessin Trubetzkoj aus Rom krt „Hotel Metropole und Monopol". General Crarnician aus Budapest und König!. Rumänischer Gesandter und bedollmüchtigier Minister Or. jur Beldiman aus Berlin im „Hotel Biemer", Generalmajor a. D. L u st aus Berlin im „Hansa-Hotel", Landtagsabgeordneter" Or Winkler aus Oppenheim im „Hotel Quisisana", Hofdame der Kaiserin von Rußland Fräulein v. Adlerberg aus Petersburg in der „Pension Wenker-Paxmann".
— Vom Arbcitsmarkt. Die herbstliche Belebung jg Handwerk und Industrie in Hessen, Hessen-Nassau und Wal- deck hat sich während des Monats August auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar gemacht, wenngleich auch eine durchgreifende Besserung der Marktlage nach keiner Richtung hin Platz gegriffen hat. Im M c t a l l g e w e r b c hielt die Ungunst der Arbeitsmarktlage weiter an. Auch die in den größten Städten, wenn auch verhältnismäßig gering, einsetzende lebhaftere Bautätigkeit vermochte nur wenig belebend auf die allgemeine Arbeitsmarktlage einzuwirken Im Bekleidungsgewerbe war die Geschäftslage im allgemeinen befriedigend. Die äußerst rege Beschäftigung in der Portefeuille-Industrie hielt inr Berichtsmonat nicht nur weiter an, sondern steigerte sich derart, daß es fast unmöglich war, die nötigen Arbeitskräfte zu beschaffen. Der Geschäftsgang in den Druckereien, der in den letzten Monaten schon nicht der günstigste war, hat sich weiter veffchlechtert. Im Nahrungs- mittelgewcrbe, besonders bei den Fleischern und Bäckern, stellte sich im Berichtsmonat Mangel an Gesellen ein, der besonders durch die Einberufung vieler Gesellen zu Rescrveubungen bedingt war. Der bisher guten Beschäfti- gung in der Z i g a r r e n i n d u st r i e ist durch die finanz-
