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Nr. 429.

Vkorgen-AuSgabe, 4. Vlatt.

WiesbaSrnrr TagbwtS.

Eine Kurtnrr in Wirsdaden?

(Betrachtungen eines Badegastes.)

Die Kurtaxenfrage ist augenblicklich brennend. Die Zettungeu schreiben darüber, und der Magistrat will sich mit ihr beschäftigen. Mion gestatte auch einem Fremden ein Wort I Der Fremde sieht, eben weil er fremd ist, einzelnes unbefangener au als der Einheimische. Und da die Jreuwen zahlen sollen, dürfen sie vielleicht auch nntsprechem

Zunächst, waS will man erreichen? Eine größere Ein­nahme für die Stadt, die gerade für Kurzwecke mehr Geld braucht, eine Einnahme, die die Bürger nicht belasten soll. Da liegt der Knoten.

Um es gleich zu sagen: der Zweck läßt sich erreichen, aber nicht durch eine allgemeine Kurtaxe, die nicht so viel bringen würde, wie man denkt, und die vor allem Wiesbaden materiell schädigen würde, denn der Fremden- besuch würde stark zurückgehen. Uber eine beschränkte Kur­taxe, die aber den Säckel der Stadt erheblich füllen wurde, später! Hier zunächst einiges über den Schaden einer allgemeinen Kurtaxe:

Man will alle heranziehen, die zur Kur oder zum Ver­gnügen hier sind. Darm werden unzweifelhaft weniger Vergnügungsreisende kommen, sogar bedeutend weniger. Gewiß, es gibt viel, gerade in Wiesbaden sehr viel Rei­sende, denen es auf 80 M. mehr so hoch käme die Taxe wohl nicht ankvmmt. Aber auf mehr wie 25 Prozent wird man diese Klasse von Reisenden nicht beziffern können, und ich glaube, die Ziffer ist schon zu hoch gegriffen. Für die übrigen Reisenden machen 20 W und selbst 10 M., viel aus, uni» sie werden sich doch sehr überlegen, ob sie nicht lieber in eine andere Stadt gehen, etwa nach München, wo man sich ja auch recht gut amüsiert, oder, wenn es denn ein Bad sein soll, nach Baden-Baden, das leine Kurtaxe hat und sich hüten wird, eine einzuführen. Der Ausfall an Vergnügungsreisenden würde sehr groß, unerwartet groß sein.

Die Sache bleibt aber auch dann bedenklich, wenn man nur alle die heranzöge, die hier eine Kur gebrauchen. Es erheben sich dann auch manche Fragen. Soll man auch die besteuern, die hier die Augenklinik besuchen, auch die Nervenkranken in die Sanarorien, die Magenkraicken und andere, die mit den Bädern und dem Kochbrunnen nichts zu tun haben, etwa gar alle die, die eine Milch- oder Trauben­kur durchmachen? Für alle solche Kranke gibt es tausend andere Anstalten an Orten, wo man. keine Kurtaxe zu zahlen braucht, und unzweifelhaft auch andere gute Anstalten. Den Kranke» und deren Angehörigen ist die Geldfrage keines­wegs gleichgültig, jedenfalls dann nicht, wenn man es in einer gleich guten Anstalt billiger haben kann. Der Fremden­besuch würde stark zurückgehen, und die Wiesbadener An­stalten würden eine schwere Krisis durchmachen, die wohl nicht alle überstehen würden.

Man glaube auch nicht, daß die Eintreibung der Kur­taxe irgendwie bequem sein würde, trotz der Mitwirkung der Hoteliers, aus die man doch nicht allzu stark rechnen dürfte, denn Stenerbeamte sind diese Herren ihrer Natur nach nun einmal nicht. Es würden zweifellos sehr viele Hinterziehungen Vorkommen.

Aber man braucht mehr Geld. Wie es anstreiben? And natürlich so, daß Wiesbaden nicht geschädigt wird, und daß die Fremden die Zahlenden sind? Es gibt zwei Mittel:

1. Die Stadt muß die Abgabe des Kochbrunnenwassers zu Trinkluren zu ihrem Monopol machen. Für eine Saffonkarte, die zum Trinken berechtigt, können 20 M. aeimdert werden einschließlich der Aufbewahrung der Kläk'er Bedienung, und des Besuchs der Miitagslonzerie. Dies ist gegen jetzt, wo es 10 M. kostet, der doppelte Satz. Dille Einnahme würde also verdoppelt, und zwar ohne daß

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Recht daraus aufmerl am gemacht, daß der Kochbrunnen etwas Unersetzliches ist. Kein Arzt wird seinem Patienten e nm anderen Brunnen verschreiben, weil Wiesbaden jetzt 10 M mehr nimmt. Der Patient wird, kann und muß dre

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Bäder kaum zu fürchten, weil hier etwas Konkurrenz­loses vorliegt.

Die Einnahme kann aber nicht nur verdoppelt, sie kamt verdreikacht werden, ja, es kann vielleicht noch mehr herans- springen, wenn die Abgabe des Kochbrunnenwassers zum Monopol der Stadt gemacht wird. Augenblicklich brauchen viele die Trinkkur in den BadehotelS, die meist einen Trink- guell mit Kochbrnnnen haben, zum Teil wird auch die Abgabestelle am Kochbrnnnen benutzt, wo er unentgelt­lich zu holen ist.

Dies nmßte abgestellt werden. Die Dadhäuser-Hotels müßten ihre Trink quellen schließen. Das wird zu er­reichen sein, denn die Einnahmen aus Trinkkuren allein dürsten ziemlich minimal sein, und die meisten Badehäuser wollen gar keine Trinktur bei sich haben. Dagegen bliebe die Abgabe von Bädern natürlich uirbernhrt. Es ist ja nun freilich selbstverständlich, daß sich aus jeder Badeleitnugs- röhre Kochwaffer zum Trinken abschöpfen läßt, und das nun einmal übliche Glas mit Kochbrnnnen beim Baden müßte auch fürderhin gestattet sein schon weil es sich nicht ver­bieten läßt. Aber im übrigen mühte man jede Abgabe von Kochbrnnnen entgeltliche und uneMgeltliche unter Geldstrafe stellen. Also ein Monopol für die Stadt!

Den Bürgern von Wiesbaden müßte man die Entnahme von Kochbrunnenwasser auch fürderhin unentgeltlich gestat­ten, aber nur gegen ärztlichen Schein und auf Zeit. Ich gebe zu, daß dies unbequem ist, aber am Ende ohne Opfer gehen solche Reformen nicht ab. Die Ärzte werden sehr mit Recht nicht schwierig mit der Ausstellung der Scheine sein, und das Wasser würde an der allgemeinen Stelle von den Brnnnemwmphen verabreicht selbstver­ständlich unentgeltlich. Diese Art der Entnahme würde in mancher Hinsicht sogar bequemer sein als der jetzige Zustand.

Ich weiß wohl, daß hier auch rechtliche Schwierig­keiten vorliegen, aber sie ließen sich beheben bei dem nötigen guten Willen aus allen Seiten. Man bedenke doch immer, daß. wenn man keine Mehreinnahmen erzielt, man zuletzt doch zu einer höheren Besteuerung der Einwohner selbst kommen müßte, und daß die Opfer, die hier zu bringen sind, nicht eben groß sind.

2. Das zweite Mittel bestände in der Erhöhung der Kur- taxe PardonI aber auch Metzer imRheinland" nennt es so also der Taxe für Besuch des Kurhauses und der Konzerte. Dieselbe beträgt jetzt 20 M., mU Garderobeugeld 23 M. Auch diese Erhöhung könnte ohne erhebliche Schä­digung des Besuches eingeführt werden, denn diejenigen, die jetzt eine Saisontarte lösen, sind fast durchweg ver­mögend, so daß sie den Preisunterschied wohl tragen können. Die minderbemittelten Kur- und Vergünstigungs­gäste beschränken sich schon jetzt auf einen einmaligen, allen­falls zwei- oder dreimaligen Besuch des Kurhauses, und der jetzige Zustand würde auch nach der Erhöhung fo ziemlich derselbe bleiben. Die Erhöhung wäre tatsächlich eine nicht ungerechte Besteuerung der Vermögenden, sie siele aus Schul­tern, die sie tragen könnten.

Wenn nun so die des Kochbrurmens Bedürftigen und die Vermögenden besteuert waren, könnte man drittens noch an eine Besteuerung der Vergnügungsreisenden schlechthin denken, und auch das ließe sich in bescheidenen, hier gebotenen Grenzen bewerkstelligen. Man könnte den Preis eines Glases Kochbrunnens auf 20 Ps. statt ans 10 Pf. festsetzan. Jeder Passant will einmal Kochbrunnen ge­trunken haben, und es schadet ihm nicht, ist ihm auch ziem­lich gleich, wenn er 20 Pf. statt 10 Pf. zahlen muß. Er trinkt ihn darum doch. (Diese Gebühr beträgt bereits 20 Pf. pro Glas. Die Red.)

Ferner könnte man die Eintrittskarten zum Kurhause auf 1,50 M. für die einfache Besichtigung, 2 M. für Besich­tigung und die beiden Konzerte (Tageskartei stellen, Auch dies würde einen starken Ausfall in der Besucherzahl nicht verursachen, denn es muß eben jeder das Wiesbadener Kur­haus gesehen haben, und die 50 Pf. Mehrkosten werden nicht erschrecken. Diese Erhöhung wäre sogar der erhöhten Sarsonlarte wegen notwendig.

Man kann die letztgenannten Maßnahmen als kleinlich betrachten, aber der in Finanzdingen Kundige weiß, daß sie in Wahrheit gar nicht Nein sind, und die Praxis würde ver-

di!t^ew!hn7es^'ergland von^hoher landschastlicher^Schön- İÄ? 9 Ä fttschem.und g-surrdem Mima zu­gleich eines der letzten Negerreiche, das noch von eurem souveränen Sultan absolut beherrscht wird und zur deutschen Oberhoheit nur durch ^Einsetzung cmes Präsi­denten in loser und bedingter Abhängigkeit steht. . Dre herrschenden Bewohner von Uganda sind die spater emge- Wanderten Watussi, die die Urbevölkerung der -vahutr> uu- tcrjocht haben. Tie Watussi stnd Menschen von geradezu idealem Korperbau mcht selten 1,80 Meter, 2 Meter, ja 2,20 Meter hoch, mu brenenkraftr- gen Schultern und Taillen von oft beangstrgerwer Dünne. Die Hände sind vornehm und überaus scm gebaut dre Hand­gelenke von fast weiblicher Zierlichkeit. -mch der Kopf ruft der hohen Stirn, dem kräftigen Schwung der Nase und dem edlen Oval des Gesichts zeigt eine charakten tiiche Schon- heit, so daß man annehmen kann, me Watnss seren aus Ägypten oder gar Arabien emgewandcrt, sogar ihr graziö­ser, lässig stolzer Gang erinnert an drc H§"UUg orientali­scher Völkerschaften. Das ganze Land gehorcht mit tiefster Ehrfurcht demViani" oder Sultan Mstnga. dem der ganze Grund und Boden, alle Rind- und Kleinviehherden gehören und der sein Eigentum nach Belieben an dre Untertanen austeilt. Die einzelnen großen Distrikte des Reiches wer­den von Unterhäuptlingen oder WatualeS verwaltet. Die Ankunft des deutschen Prinzen war dem Sultan gemeldet worden, und er hatte einen feierlichen Empfang vorbereitet. Eine offizielle Gcsanblschaft begrüßte ihn beim Eintritt in das Reich MsingaS; in feierlichem Ernst und ruhig imponie­render Haltung schlitten zwei hünenhafte, schlank aufge­schossene Heldengestalten von über 2 Meter Größe in maleri­schem Festschmuck ihm entgegen, umgeben von einem großen Srab junger Leute, brachten als Geschenke des Sultans eine stattliche Zahl Rinder und Kleinvieh und baten um dft Er­laubnis, bis zu der Residenz des Herrschers, Nianfa, das Ge­leit geben zu dürfen.

Die Aufmerksamkeit, die Msinga feinen Gästen derhen ließ, zeigte sich in mehreren Verpflegungskarawanen von etwa 50 Ziesen, die zu dem HaUptMS Weßen und die

Expedition überreich versorgten. Auch die Zahl der an der Spitze marschierenden Führer schwoll immer mehr an, die Watuales aus allen Dörfern zogen aus Niausa zu und ver­banden sich mit der Karawane. Der Sultan schien alle Gro­ßen seines Reiches in die Residenz berufen zu haben. Kamen neue Watussi herbei, so begrüßten sie sich, indem einer den Arm leicht um die Taille des anderen legte oder den Ell­bogen des Bekannten erfaßte, was dieser erwiderte. In die­ser Stellung verharrten sie einige Augenblicke:Amasyo", grüßte der eine:ich wünsche dir Vielw;Amasho ugorre", ich wünsche dir Weibliche", antworteie der arrdere.

Immer höher wuchs die Spannung, den Herrscher von Angesicht'zu Angesicht zu sehen, außer dessen Willen es keinen anderen gibt im werten Rerche Ruanda. Endlich war die hochgelegene Residenz erreicht. Taufende von Mcn- Z,« Sfetcit von den Kuppen der Hügel und Anhöhen ^ Anmaftch alles in größter Ruhe, kein Lärmen, kein '' ran Volksgedränge. Die phantastischsten Gerüchte Schretem ke.n DEg ^ 3uiä)am ^ bcr Macht und Be-

abe fchivrr Gastes.Der große Stier kommt

deutuug des surs^^nie W;et hat vier Arme und mrr fernen Kal ' Äußerungen sollten in der Denkungs- sechs Berne! CW bt< Stärke und Kraft des hoben art dieses ,§tnen;> gager ward aufgeschlagen, nicht weit Gastes andeuten.' uW tflJ > sich pft Massen drängten, von der «uuam- . > f(KU die Fremden zu grüßen, er-

Aber bevor Mst '^anbct gehüllte Gestalten, die lange schienen zwei i Wirbelten und sie dann mit voller Ge- Stäbe um rücksichtslos in das Menschengewühl hrn-

walt krachen^^ ^ blitzschnell auseinanderstoö. ernsau e i c£I j Trommelwirbel tönten aus dem

maarmeise in feierlicher Ruhe schritten die Pracht- Paiast. + Rumrdafürsien mit ihren Söhnen heran, in U %efttraA*, um die Hüsten einen Schurz aus Rindshaut ^vmaen, mit Schnüren und Ringen geziert, um den Kopf v « bohen Haarkamm, an dem die dünnen Perlenketten rLsttcn." Hinter ihnen kam die Sänfte des Sultans heran' ^ J ta ab und mU den deutschen Worten:Guten Biorgen, Euer Hoheit",, reichte, er dem Prinzen die Land. Die G»

Mit twoatz, Jia. Scpiember 1909. _ Seite 3»

nmtlich zeigen, daß die Mehreinnahmen wohl erfreuliche Zahlen darstellen. Die Einnahmen aus sämtlichen drei Maßregeln würden mehrere hunderttausend Mark jährlich geben, vielleicht eine halbe Million.

Es ist bei alledem ganz unzweifelhaft, daß die Kurtaxe, die ganz allgemein durchgeführte Kurtaxe höhere Ein­nahmen liefern würde als die von mir vorgeschlagenen Maßnahmen. Aber noch viel unzweifelhafter ist es mir. daß dann ein langsamer und vielleicht auch ein schneller Rückgang im Fremdenverkehr eintreten würde, der die Mehr­zahl der Bürger sehr hart treffen wurde. Selbstverständlich würden die Reisehandbücher Büdecker und Metzer an der Spitze von der neuen Taxe gebührend Roftz nehmen, und werm auch viele nach Wiesbaden kämen, die von dem neuen Schrecken nichts wüßten, sie erfahren es ja recht bald, und ein großer Prozentsatz würde einfach nicht wiederkommen. Dis Sanatorien und Kliniken würden zuerst klagen, dann die Hotels, weniger die Badhäuser, aber die sind in der Minderzahl, dann die Wohnungsvermieter, die Restaurants, die Schlächter, die Bäcker, die Kaufleute aller Art, und zuletzt alle Welt Ja, man würde sogar die Entdeckung machen, daß die Kurtaxe nicht ganz so viel eirwringt, wie man ge­dacht habe, und daß sie alle schädige.

Das alles bliebe bei den bescheidenen Maßnahmen, die ich vorschlug vermieden

Videant consules, ne quid res publica detrimenü cepiat!

F. v, H.

Aus Stadt und Land.

Wissdadener Uachrrchterr.

Wiesbaden, IS. September.

Herbstlicher Zuzug nach den Städten.

Die Herbstoronate bringen in der Regel, namentlicki aber in Jahren aufsteigender gewerblicher Konjunktur einen starken Zuzug vom platten Lande nach den Städten. Seit 1907 geht dieser Zuzug deutlich zurück; die Großstädte haben diesen Rückgang in ihrer Bevölkerungsbewegruig sehr scharf verspürt. Es ging sogar 1908 so weit, daß im Herbst von manchen Städten eine lllbWanderung stattfand, und daß vor allem die ausgedienten Mannschaften des Heeres, die mit steigender Vorliebe in den Städten zu bleiben pflegen, um hier sich eine Existenz zu gründen, wieder in größerem Umfange als sonst aufs platte Land zurückgegangen sind. So lange die gewerbliche Depreffion zunahm, flaute also der Zuzug vom Platten Lande sehr wesentlich ab, und die Landwirtschaft hatte von dieser Reaktion den Vorteil, daß dir Leuteuot nachließ und die Vorscrgung mit den nötigen Arbeitskräften sehr orleichivrt würde. Wenn nun in der Landwirtschaft nach der Ernte die reichliche Arbeitsgelegenheit nachlätzt, so dürste bei der Vermehrung des Angebots von jüngeren Arbeitskräften aus dem Lande leicht der Wunsch für viele entstehen, ihr Glück wieder in den Städten zu versuchen: denn auch dorthin drangen die Nachrichten von der wirtschaftlichen Erholung. Und da zweifellos von uianchen Arbeitgeberrr billige Arbeitslräste vom Lande gesucht werden, da auch die Nach­frage nach Dienstmädchen in den Herbstmonaten wieder zu- nimmt und die ländliche Bevölkerung durch Inserate in den vor: ihr gelesenen Zeitungen auf solche vereinzelte Fälle von Nachfrage hmgewiesen wird, so verallgemeinert man zu leicht derarftge Eiuzelsälle und denkt sich die Befferuug des gewerblichen Beschäftigungsgrades schon viel weiter vorgeschritten, alZ sie e§ wirklich ist. Solchen Verallge­meinerungen gegenüber kamr aber im Interesse der Wander­lustigen nicht dringend genug darauf hingewiesen werden, daß das 2lugebot von Arbeitskräften in "den Stödten im laufenden Herbste noch so stark ist, daß ein Teil des vor­handenen Angebots ohne Beschäftigung bleiben muß, daß jeder Zuzug vom Lande nur die Arbeitslosigkeit verrnehrt. Liegt es so zweifellos im Interesse der Wanderlustigen, daß ihnen die Schattenseiten der gegenwärtigen Lage ^des gewerblichen ArbeitSmarktes vor Augen gehalten werden, daß sie auf die sozialen Gefahren einer Übersiedlung nach

stalt des Sultans zeigte etwas rundliche Formen, überragte aber ebenfalls die Höhe von 2 Meter. Ein Angenfehler und stark vorspringende Oberzahne störten etwas den sympathi­schen Eindruck; aber seine Fragen gaben bald Zeugnis von seinem scharfen Intellekt. Eine ungeheure Menge von Ge­schenken ward herbeigeschleppt, fast eine Stunde lang währte der Zug von Vieh und Lebensmitteln und seltenem Brenn­holz. Die Geschenke, die der Prinz bei seinem Gegenbesuch überreichte, waren zwar lange nicht so zahlreich, aber einige erregten die höchste Zlusurerksamkeit. Das Rasseln einer Weckeruhr, die bis in alle Details erklärt werden mutzte, befriedigte Msinga sichtlich; entzückt war er von der über- reichung eines Jagdmessers und der Patronentasche, die zu einer Jägerbüchse gehörte. Den Höhepunkt aber erreichte seine Begeisterung, akS ihm feierlich eine Säge überreicht wurde, um die cr besonders gebeten hatte.Nach einigen mißglückten Versuchen gelang eS ihm", fo erzählt der Her- zog,die Berne meines Stuhls und alles nur sonst Erreich­bare mit bestem Erfolg an- und abzusägen. Auch das Ministerium" beobachr, :e die Versuche mit lebhaftem In­teresse." Unter den Feßjpielen, die darauf veranstaltet wur­den, war daZ Hochspringen der jungen Watussi bewunderns­wert; die besten Springer erreichten die unglaubliche Höbe von 2,SO Meter, wahrend der in Amerika erzielte WeUr^ard nur Meter beträgt; junge Knaben spränget UZ m i 50 unb 1,00 Meter Höhe. Große Tanze wurden ausaMhrt

Sans

weenn.Ji" Kriegstänzeu wurden groteske Be-

uufgeführt, in denen der Gang von Tieren, der des Kronenkranichs, nachgeahmt wurde. DaZ Vergnügen erregte bei den Watussi die Vorführung £2 Orannu»Phons, wobei sie in die unangenehm« Zage tarnen, das Lachen unterdrücken zu nrüssen, da das nicht für gjft, Aiz fyj Ju s^r darum drängten, hieb der Lultnn höchst eigenhändig mit seinem Stock unter sie, daß die Splitter flogen. Frauen wurde» nicht gesehen, da sie sorgfälftg verboraen waren.