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_ 1 , M-tt.
KmKrmllnövkr-N-rschllll 1909.
(Von unserem militärischen O. v. ^.-Sonderberichterstatter.)
Zwölf Jahre ist es her daß. zuletzt bei Frankfurt a. M.. zwei geschlossene bayerische^ Korps ,Vor Kaiser Wilhelm II. — gegen das 8. und rl. preußische Korps — gejochten haben, und schon seit zehn Jahren nicht haben die Württemberger und Badenser Kaper- manöver abgehalten. Jetzt endlich ist der „grosse Turnus" wieder an die Schwaben und Franken getom- men. Mit den g r ö tz te n und n um err sch st a rosten Feldübungen, die DeritHland bisher geschaut hat. klingt Heuer sitdlich des Marn.o dre militärische Au^- Lildungsperiode für Mann, und Führer, für den letzten Feldbäcker bis zum desrgnrerten Führer einer mobilen Heeresabteilung von Hunderttau,enden, aus und wrrd Mischung von hell- und dunkelblauen, grune'.l 1 aranen militärischen Einheiten und Uniform- +rH«prn dem diesmal gespannter denn je schauenden mld Ausland ein Dokument der Einigkeit und omtnimengchärigkeit aller deutschen Stämme brcten, Aul" mpidare Schrift bei Freund, Feind und Neidern des politisch beruhigenden und warnenden Ein- ilustes nicht ermangeln wird.
' Zu einer roten Armeeabteilung zusammengezogen, stehen auf der einen Seite das 3. bayerische Korps unter dem General Freiherr von und zu der Tann-Rathsain- hausen und das 14., badische, Korps unter dem General der Infanterie Freiherrn von Hoiningeu gen. Huene. mit einer Kavalleriedivision I., zu deren Führer, der Inspekteur der 4. preußischen Kavalleriedivision Generalmajor von Werder, aus Saarbrücken, bestimm: ist. Den Oberbefehl über die Heeresmasse von sechs Divisionen führt der General-Inspekteur der dritten Armee-Inspektion (Hannover), Generaloberst von Bock und Polach, dessen energisches, frisches Lwl- datengesicht den ihm für die Manöverzelt unterstellten Truppen bereits aus der Zeit wohlbekannt ist, aw er noch kommandierender General in Karlsruhe war.
Der blaue Gegner wird an Zahl etwas starrer sein. Sein Führer ist, wie General von Bock, ern Veteran aus großer Zeit der Prinz Leopold von Bayern, General-Inspekteur der werten Armee-
Inspektion. mit dem Friedenssitz, in München. Neben
hohen bayerischen Ehrenzeichen für Verdienste vor dem Feinde schmückt die Brust dieses fürstlichen Generalseld- inarschalls das E i s e r n e K r e u z 1. Klasse, werden für die Tage vom 1,3. bis 17. September untw- fiefien: das 13. (königlich wurttembergischc) Armeekorps
I^Uhronkolger des Landes, General der Kavallerie Ulbrecht Herzog von Württemberg. fuhrt, das 1 bayeris ch e Korps, ebenfalls geführt von dem Zukünftigen Thronerben, dein General de: Ensaurer e Ru pp recht Prinzen von Bayern: dazu dm 4. bayeri- icka Diviilon aus Wür-burg unter dem Generalleuk nant Grafen Eckbrecht von Dürkheim-Montmartin und ein Kavalleriekorps, zusammengesetzt aus der wurtstm- s^raisck-vreu^iscHen Kavalleriedrvrswn des Her^egD Mu Helm von Urach und der bayerischen Kavalleriediviston unter Generalleutnant Frerherrn von Gebsattel ±ct WittelsbacherFürst wird daher über s i e ben Divisionen gegen die sechs des Generalobersten von Bock verfugen, und mit im ganzen dreizehn Divisionen, wird fast ein Viertel des gesamten Friedensstandes des deutschen Heeres vor seinem obersten Kriegsherrn vereinigt sein.
Bei beiden Armee-Abteilungen wird unter der Le. tung eines Oberquartiermeisters ein Armee st ab ge nau nach den gleichen Gesichtspunkten gebrloec werden wie im nr o b i l e n Falle. Die bevorstehende Arbeit der Offiziere dieser Stäbe und ihres obersten Ehesv ist trefflich geschildert in jenem Aufsatz des Generalobersten Grafen von Schlieffen „Der Krieg in der Gegenwart , der vorn Kaiser zum Leitmotiv seiner vielbesprochenen Neujahrsansprache an die kommandierenden Generale gewählt worden war. Es heißt da: „Kein Napoleon, umgeben von einem glänzenden Gefolge, hält aus einer Anhöhe. Auch'mit dem besten Fernglas würde er nicht viel zu sehen bekommen. Sein Schimmel würde das leicht zu treffende Ziel unzähliger Batterien sein Der Feldherr befindet sich weiter zurück in einem Hause mit geräumigen Schreib st üben, wo Drayt- und Funkentelegraph, Fernsprech- und Signalapparate zur Hand sind, Scharen von Kraftwagen und Motorrädern, für die weitesten Fahrten gerüstet, der Befehle harren. Tort, auf einem bequemen Stuhle vor einem breiten Tisch hat der moderne Alexander aus einer Karte das gesamte Schlachtfeld vor sich, von dort telephoniert er zündende Worte und dort empfangt er die Meldungen der Armee- und Korpsfuhrer, der Fesselballons und der lenkbaren Luftschiffe, welche die ganze Linie entlang die Bewegungen des Feindes beobachten, dessen Stellungen überwachen," llin das erste Stabsquartier der beiden Armeeführer bei Beginn der Operationen — am 13. September morgens 4 Uhr — zu finden, wird man also weit hinter die Front der Vortruppen zurückgehen müssen, die an jenem zweiten Septcmbermontage etwa in der Gegend von Hall und Weinsberq zu suchen sein werden. In Nürnberg vielleicht dürfte der blau-weiße Stander des Prinzen Leopold, in Mainz die schwarz-weiß-rote Flagge des Bockschen Oberkommandos wehen.
Wie schon seit den schlesischen Kaisertagen bei Lieg
Anzclgen-Preis für die ZcstU i? ,
i'n kurzen Zwich°nrä..n.e>. on.,prcche»d^ «adaN gar die Wied keine ^währ^crno^
Jahrgang-
Hat diesmal und zürn vierten Male die V o r derer tun q der Kaisermanöver, nn besonderen die
Stelluna der Ausgaben für den roten und blauen Führer, Lei dem Chef des, Genevalstabs Armee, General der Infanterie Helmuth v Mol t^k c. Tie Einzelheiten der von diesen. General unter wn weisuna des Kaisers vorbereiteten Kriegslage und der Sonderausgaben der Gegner werden von der Manöver Abteilung des preußischen Großen Generalstabs ausgearbeitet, dessen jetziger Chef, Ober eutnank Aron, aU o Schellendorf, als militärischer Begleiter des Prinzen Karl Anton von Hohenzollern im ostasiatischen, Kriege und durch sein interessantes Buch „Sechs Monate beim japanischen Feldheere" auch in der militärischen Laren, inolt woblbetannt ist. Nicht vor etwa dem vorletzten Manövertage wird über die kaiserliche Aufgabenstellung und dieAbsichten der roten und blauen Führung irgend etwas in die Öffentlichkeit dringen.
^er Presse sollen allerdings, wie allzahrlich, über diese strategischen und taktischen Geheimnisse und Interna durch einen A btei l un g s ch es an dem Großen Generalstabe die nötigen Mitteilungen gemacht werden damit der Berichterstattung eine moglrcyst genaue Verfolgung der kriegerisch-friedlichen Bewegun- aen ermöglicht wird — was naturlick nur durch den schnellen Kraftwagen angängig ist —. ^-a aber em
jedes bayerische, fränkische, schwäbische, badische, hessische. Rlatt in den Manövertagen für Blau und Not ern willkommener Nachrichtenträger sein würde, falls nicht peinlichste Diskretion waltete, so wird das große Mosaikbild der Heeresverschiebungen und Zusammenstöße um die Frankenhöhe, auf der Hohenloher Ebene, am Neckar Kocber und Jagst, erst durch die Manöver- rückschau ein plastisches Ganze werden können, und e« wird bis in die vierte Septemberwoche die Berichterstattung sich in militärischer Kleinmalerei des wirklich' Gesehenen genügen müssen. ^ .
Daß trotz dieser Einschränkung die Feder m dfliem passee mit besonders satten Farben wird malen dürfen, liegt in den vielfachen Neuheiten, dm eine beinahe Hype r mo d e r n e Kriegskunst in diese Frre- densübnngen hineinträgt.. Als Anno I^Oa un Nahe- tal zum ersten Male die militärischen Automob.e knatterten da schien der Gipfel neuzeitlicher Heercs- technik erklommen. Heute gehören selbst ein P a n z er- Kr a f t w a g e n, ein automobiler Patroncnwagen, der Müllcrsche und Siemens-Schuckertsche L a st z u g schon in das soldatische Motor-Abc der Gefechtsstaffel, des Nachschubs und des Trosses eines friedensubenden Heeres Gänzlich neu und in seinen Erfolgen dahcmr und über der Grenze mit erheblicher Spannung er- wartet, wird jedoch das Auftreten des Motoiluft. s ck i f f § Groß 2" sein, das bereits bei Schwabstch- Hall eine "Feldballonhalle von 120x2 Meter bezogen
Fe uilleto n.
Ais wdelrctem Me» im tnuerilcn MK«B
Von Adolf Friedrich, Herzog zu Mecklenburg.
Löwcnjagden.
Es ist ein mit der Feder nicht wiederzugebendes Glücks- oefübl des Eroberers, das den Forscher beseelt, der aus jungfräulichen Pfaden dayinzieht die nie zuvor der Fuß cmcs Europäers berührte. Unwillkürlich schweifen oie Gedanken bewundernd zurück zu den ersten Pionieren europäischer Kultur, die in unvergleichlicher Bravour und ohne den Komfort, der das Reisen heute erleichtert, mhrelang unbekannte Gebiete durchforschten und täglich ungewissem Schicksal entgegengingen/ — Ein Abglanz dieses Gefühls leuchtete auch aus unseren Wegen. . , r .
Noch bei Dunkelheit verließen wir das Lager und bald lichtete sich im Osten der Tag. Vor uns breitete sich die Steppe mit dünnem Akazienbestand an hügeliger Kette aus. Von Kuvve zu Kuppe stricheu wir vorwärts, von oben aus alles weithin sorgsam mit dem Glase absuchcnd. Völlige Einsamkeit um ing uns. Nach Osten zu verlief sich der Busch immer mehr zu baumloser Buga (offene Steppe), auf der zahlreiche Wlldrudel aller Art ihr Wesen tneben Kontrastreich hoben sich von den schwarzen Abbrandslachen im Morgenlicht die gestreiften Decken der Zebras und die gelben
‘ * Im Laufe dieses Monats wird unter dem Titel „Ins
Mrika" im Verlaa von Klrnthar-dt uns Biermann lünevteakrua im u Mx-Mikation von Ado» «ri^rick,.
inMiS die r«M-dents«.me Publikation von Adolf Friedrich. Herzog ,in Mecklenburg, über seine groß angelegte und er- solqqekrönte Expoditton erscheinen, die -der systematiichen wissenschaftlichen Erwrschung ilnbekannter Gebretsstrache rm dunklen Erdteil galt und ihn nach seinem Ausbruch im Ma: 1907 zunächst über den Viktoria-See nach Ruanda führte. Wir sind in -der Lage, aus dem ersten Teil dieses Werkes, das neben dem reichhaltigen Material an wisienichastlichen Beobachtungen eine Fülle fesselnder Schilderungen „von Land und Leuten bietet, ein packendes Jag-dbilo, zu veröffentlichen. Die Expedition weilte zu der Zeit, in die die hier geschilderten Ereignisse fallen, in den unbekannten Gebieten Mischen dcni Kagera und dem Kakizumbe-Bach östlich vom Vikioria--See.
SY Weh .
massigen Körper der Elenantilopen ab. Auch Trappenarten sahen Wir oft, und hie und da hob sich in majestätischem Fluge einer der großen Vögel in die Lüste.
Von einer Bergkuppc aus sichteten wir endlich auch einen durch seine sastiggrüne Schilfeinsassung von der gelben Steppe sich abhcbenden Wasserlauf und stellten fest, daß cs ein von den Eingeborenen Kalangassa genanntes Flüßchen war, das zum Kagera abwässert und südlich Kanjonsa mündet. An seinen Ufern standen ungeheure Wildmengcn, vornehmlich Zeürahcrden, durchmischt mit Leicrantilopcn, daneben Ricdböcke und Duckerarten. Ich beschloß, von den Zebras eine Aufnahme zu machen, und galoppierte einem auf weite Entfernung schon flüchtig werdenden Nudel hinter einer Berakuvve nach, meinen Boy mit meiner Büchse wett hinter mir zurücklassend. Da hörte ich Plötzlich aus der Ferne dr»i hintereinander fallende Schüsse. Da ich vorher mit Wintaens verabredet hatte, auf kein gewöhnliches Wild, sondern nur ans Büffel oder Löwen .zu schießen— der Elefant kommt in diesen Gegenden überhaupt Nicht vor —, so « . —- Schüsse nur Büffeln oder Löwen gegolten , kehrte also schleunigst um und bald gewahrte
h"ben-. -ch"- “^ ci b C0 .reitct. mit schußbereiter
ich Wmtgens, "A,streitend „Bann Leutnant amcpiga
Buchse auf Leutnant hat einen Löwen geschossen —,
simba — der He L weitem entgegen. „Wo steckt der rief mir ein AAar nicht, wir haben ihn hier
Löwe?" fragte -m. ^ nicht vor euch aufgestan-
Z ® etse SrffStt haben auch das Gras nicht mehr be- l - Also muß er hier ganz nahe sem. —
wegen sehen. konnte in der Tat kein Zweifel
s'cin'dab der Löive sich zwischen mir und Wintgens befand, ast'schi n es sogar, daß er. im Grase sich duckend, von den Neriolaern übergangen war. Da Wintaens mich erreichte, ohne des Löwen ansichtig geworden zu sein, blieb nur die letztere Möglichkeit. Nachdem ich dann von meinem atemlos herbeistürzenden Boy die Büchse in Empfang genommen hatte, stellten wir die Leute von neuem nebeneinander auf und streiften über die abgetriebene Fläche zurück.
Da blieb der an meiner Seite gehende Askari plötzlich stehen und deutete in der eigentümlichen charakteristischen
sinqer schnalzend, mit weitgeöffnetcn Augen und ein lang- aczoaenes aa—aa—aa ausstoßend, halb nach rechts, wo die Steppe in das hohe Schilsgras des Flusses überging. Tasama. bana sultani, simba, mingi, mingi sana! (Sieh- bana sultani, viele, viele Löwen!), stieß er hervor, Tatsach^ liw bemerkte ich dort fünf Löwen, ivelche m dem ihnen eigentümlichen, schwerfälligen Trabe dem sitzenden Fluss zueilten. Run hieß es, im Dauerlaufe die Raubtiere av ruschneiden, denn einmal im hohen Schilf, ivare»c sie lur uns verloren. Da sich das Rudel näher bei Wmtgens als bei mir befand, erreichte er es zuerst. Mit einem Schutz i S'tt fttcdtc ct eine £öivin tncbct, iüclcfjc M liegen blieb, eine zweite, welche ebenfalls roulicrte. machte sich wieder auf und verschwand tm @tafe ^ olatemtzwei Askaris und einem Boy einer dritten Fährte, die sich deutlich im Grase abzeichnete noch ewige hundert weit bis sie sich in einem Busch verlor. Wir um- ainaen nun den Busch mehrfach. Da die Fährte aber nicht b nausführte, mußte sich der Löwe dort drinnen versteckt baben keine zehn Schritt von uns entfernt. Was war zu tun? 'Ich befahl den Askari, aus die andere Seite des Busches zu gehen, um den Löwen durch Geschrei heraus- zujagcn, und , stellte mich selbst in geringer Entfernung davon auf. Einer von ihnen, einer der wenigen Massai, welche nach Einstellung in die Schutztruppe die diesem kriegerischen Stamme wenig zusagende Friedensarbeit aus die Dauer ausgehalten haben, ein vorzüglicher, bildhübscher Bursche und mein ständiger Begleiter auf allen Streifereien, näherte sich furchtlos dem Busch, um ihn auf seinen Inhalt hin zu untersuchen. Da plötzlich erdröhnte, markerschütternd, in unmiiielbarsier Nähe das Angriffsgebrüll des Löwen dreimal kurz hintereinander. Und schon fuhr er heraus mit anaelegten Gehören und offenem Rachen, mitten zwischen uns hinein, uns blitzschnell annehmcnd. Wir wichen alle zurück Der Massai befand sich an meiner linken Seite, nur wenige Schritte von mir entfernt Laut schreiend und sinnlos vor Erregung, hielt er fliehend den linken Arm mit dem Gewehr dem Löwen entgegen. Aber in. Nu hatw dicker ihn gepackt. Eine Pranke schmetterte aus den Arm l während das Maul sich in der Hütte oes Unelmk- meder, o , „sm™ Auaenblick laaen beide. AN
