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Seite 4. wtittwocy, is. August 1909.

Ans Stadt nnd Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Wiesbaden, 18. August.

Ferienwanderungen. (Schluß.)

Vorbei sind di- Ferien, und an den Bahnhöfen, beladen Mit Koffern, kehren manch liebe Freunde wieder.

Sonnverbrannte, fröhliche Gesichter sind es, die arglos den heimatlichen Wohnungen zucilen, schwatzend von der Schönheit der Fremd-, den eisschimmernden Bergen und »cn tiefblauen Seen, vom endlosen Meer und dem Wetter.

Endlich, nachdem sic zuvor als echte Wiesbadener noch rin wenig über dieElektrische" geschimpft, die, wie aller­orts, nie zu der Minute fährt, wo man gerade sich ihrer be­dienen möchte, sind unsere Sommerfrischler dennoch mit Hilfe der Straßenbahn in ihrer Wohnung angelangt.

Ein Modergeruch flutet den Ankömmlingen entgegen, und mit hastigen Schritten eilt die kleine rundliche Frau zum Fenster. Gestört in lieber Beschäftigung entfliegen einige Motten den Vorhängen.Auch das noch!" seufzt sie. und öffnet das Fenster. Mit der frischen, einströmcnden Luft Hält auch die erste Sorge Einkehr im Haushalt.

Vater hat inzwischen einen Stuhl erstiegen, um nach seinen Zigarren zu sehen, die er sorgsam auf dem Schrank ausbewahrt. Man soll sich aber auf geflochtene Stuhls,tze nicht stellen. Vater merkte das auch, als cs unter seinen Füßen unsicher wurde.

Oben im Bad, wohlverwahrt ans einem Wandbrett, hatte die kluge Gattin 50 Pakete Streichhölzer aufgestapelt, so den Staat um seine so schwer erkämpften Steuern brin­gend. Ein feuchtes Etwas war aus den Hölzern geworden, denn die Leute vom Stock darüber hatten das Bad über­laufen lassen.

Ärger reicht Ärger die Hand und der stille Wunsch regt sich:Wären wir doch gescheiter zu Hause geblieben!"

Am Morgen der erste Kaffee. Reue Sorgen erwachen mit der Sonne. Nur der Mann macht sich nichts daraus. Er geht ruhig in seine Kanzlei, und mit dem Federhalter wohlbewchrt beginnt er einen neuen Tag zu einem weite­ren pensionserhöhcndem Dienstjahr zu sammeln.

- Als er am Mittag wiederkehrt, erzählt ihm seine kleine Frau all die tausend Widerwärtigkeiten, die sie heute wieder hier antraf.

Und Schulzens, die die ganzen Ferien hier waren nnd hier täglich Ausflüge machten, die haben es viel schöner ge­habt wie wir!" Das ist der ewige Kehrreim der vielen Worte.

- Recht hat sie doch, die kleine Frau, schön war es auch hier, und Schulzens Streichhölzer ruhen unversehrt auf dem Schrank.

j Ein letzter Ferientag treibt uns noch einmal hinaus in unsere herrliche Umgebung. Weithin glänzt der Rhein, ruhig stehen dort die Berge. Wir aber setzen uns in trau­licher Laube um den großen Mischkclch und köstlicher Psirsichtrunk kreist in der Runde.

Schöne Mädchen, eine Rose anr Busen, lassen freudig die Gläser mit uns erklingen und dem scheidenden Urlaub lacht sorglos die Zukunft sonnenhell und wunderbar ent­gegen.

Dunkel wird cs ringsum. Mit Schweigen hüllt drc Nacht Natur. Schattenhaft heben der Berge breite Rücken sich von dem sterncnflimmerndcn Himmel ab.

Die fernen Heimathöhen,

Das stille, hohe Haus,

Der Berg, von dem ich gefehen Joden Frühling ins Land hinaus,

Mutter, Freunde und Brüder,

An die ich so oft gedacht.

Es grüßt inich alles wieder stiller Mondesnacht.

Kurgäste. ImHotel Rose", sind ^eingetroffen: Gras Hans v. S i e r st o r f i aus Enderhos in Schlesien, stammer- kerr Egmont v. B r ü n ne ck aus Trebnitz, Baron , v o n Olszowski und Gemahlin aus Warschau, Baron Wilhelm Staäl von Holstein ans Bonn a. Rh., Graf Leo Ballest r e m aus Deutich-Iägel; ebenso -st Generalmaior Francis Charles Tr c vor aus London in genanntem Hotel wieder eingetvosfen. Der General ist ein alljährlicher Be­sucher Wiesbadens und weilt in loiesem Jahre zum 26. Ma.e zum Kurgebrauch in unserer Stadt.

Beobachtung der Meteore. Ebenso wie in früheren Jahren veranstaltete die Frankfurter Vereinigung von Freunden der Astronomie und kosmischen Phhsik auch in diesem Jahre wieder systematische Beobachtungen der August-Meteore (Perseiden). Trotzdem das Wetter nicht un­günstig war, blieb die Zahl der beobachteten Meteore hinter der früherer Jahre ibesanders 1907, wo über 1000 Meteore beobachtet wurden) zurück. Immerhin war die Erscheinung besonders am 11. August, an dem die Zahl der Meteore ibr Maximum crrcichte, doch recht auffällig; man konnte in einer Stunde etwa 60 bis 70 Meteore aufleuchten sehen. An h die Photographie trat diesmal wieder in Tätigkeit. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit, eine Sternschnuppe zu photographie­ren, sehr gering, da nur die Bahnen der hellsten Meteore ans der Platte festgehalten werden. Dennoch ist cs der Ver­einigung schon früher mehrere Male gelungen, solche Auf­nahmen zu erhalten. Die Spuren der Meteore haben dann häufig ein pcrlschnurartiges Aussehen, was auf öfteres Auf­leuchten, bezw. Dunklerwerden des Meteors schließen läßt.

Johann mit der Haube (der Hübner). Ein nassaui- scher Historiker schreibt uns': Der Verfasser des sehr inter­essanten Aufsatzes in Nr. 7 vonAlt-Nassau" geht, was die Benennung Johanns II. von Nassau-Dillenburg bctrisst, der gewöhnlichen Anschauung nach, wie sie sich von Buch zu Buch vererbte. Allein sie ist nicht haltbar. Außer Johann sind gewiß viele Zeitgenossen nicht aus Sattel und Sturm­haube gekommen, wie man heutzutage etwa zu sagen Pflegt: Er kommt nicht aus dem Geschäft, von seinen Büchern, aus der Schule usw. Das kann also keine besondere Bezeich ­nung für den Grafen gewesen sein. Nein, mit dem Namen Hübner" (Hubenacre) odermit der Haube", Pflegte man im Mittelalter diejenigen Kinder, ob Grafen- oder Leib- eigenenkinder, zu benennen, die mit dem Eihäutchen, der sogenanntenGlückshaube", auf dem Kopfe, zur Welt ge­kommen waren, und die oft das vertrocknete Häutchen zeit­lebens als Talisman auf der Brust trugen. Ein solcher Glückspilz" auch diese Bezeichnung hangt init der

Wiesbadener Tagblall.

Glückshaube (Glückspilz, eigentlich Glückspelz) zusammen, ist also Gras Johann II. von Nassau-Dillenburg gewesen; der Beiname unterscheidet ihn von seinem Bruder Johann III. C. S.

Frauen in der Wohnungsaufsicht. Bielefeld, das schon seit einigen Jahren eine vortreffliche, von Frauen ge­leitete Trinkerfürsorge eingeführt hat, geht nun einen Schritt Wetter in der sozialen Fürsorge, indem es seit 1. Mai Frauen in der Wohnungsaufsicht beschäftigt. DasZentral­blatt des Bundes deutscher Frauenvereine" schreibt darüber: Die ehrenamtliche Beteiligung von Frauen an der Woh­nungsaussicht hat, einer Anregung der vereinigten Frauen­vereine Bielefelds folgend, der Magistrat dieser Stadt an­geordnet. Es sind acht Frauen angestcllt, deren Aufgabe es ist, unter Leitung der städtischen Baupolizei gesundheits­schädliche, verdächtige und sonstige Bedenken erregende Woh­nungen zu besichtigen, bei der Abstellung der Vorgefundenen Mängel durch ihren Rat mitzuwirkcn und den Sinn für ge­sundheitlich nnd moralisch einwandfreie Wohnungshaltung bei den Inhabern von Kleinwohnungen zu erwecken und zu pflegen. Mit Anfang Mai hat die Tätigkeit dieser neuen Organisation begonnen, und es sind bereits eine größere Anzahl von Wohnungen besichtigt worden. Hoffentlich kann später, wenn die neue Einrichtung erst länger in Kraft ist, von guten Erfolgen dieser neuen Beteiligung der Frauen an der Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege berichtet werden. Diese Einrichtung sollte nachgeahmt werden. Frauen sind in Wohnungsangelegenheiten Sachverständige und ebenso berufen zur Beeinflussung der hier besonders in Betracht kommenden Hausmütter; dazu kostet diese soziale Fürsorge die Städte nichts.

Ist der Hansabnnd ein politischer Verein? Zn dieser vrelumstrittenen Frage nimmt das Organ des Kaufmänni­schen Vereins Wiesbaden in der August-Nummer Stellung und führt folgendes aus:Wieder und immer wieder spielt man den Hansabund als eine neue politische Partei aus. Immer wieder hört nnd liest man, der Hansabund sei eine politische Vereinigung mit dem Endziel gegen einzelne poli­tische Parteien. Nichts ist falscher als eine solche Behaup­tung. Gleichwie bei der Zentrale in Berlin, so haben auch alle Zweigvereine des Hansabundes von vornherein erklärt, daß die Bestrebungen des Bundes niemals gegen die eine oder die andere politische Partei gerichtet sind, daß jede Politik ausgeschlossen ist. Der Hansabund ist ein wirtschaft­licher Verein und treibt logischerweise Wirtschaftspolitik. Er wird allen den politischen Parteien seine Unterstützung leihen, welche die Interessen von Handel, Gewerbe und In­dustrie wahrnehmen. Er wird aber naturgemäß auf der anderen Seite energischst Front machen gegen alle die, welche diese Interessen mit Füßen treten. An den politischen Parteien ist es nun gelegen, mehr als bisher für die In­teressen, für das Gedeihen von Handwerk, Gewerbe, Handel und Industrie einzutretcn, und die schweren Schäden, die uns die neue Finanzreform gebracht hat. zu beseitigen. Der Hansabund nimmt seine Freunde und Mitglieder aus allen politischen Lagern und wird daher auch alle Parteien unter­stützen. wenn man eben den Wünschen von Handwerk, Han­del, Gewerbe nnd Industrie mehr gerecht wird, als dies bisher der Fall war."

Die Wirkungen des Vogelschutzgesetzcs sind sehr ein­schneidend und haben den Handel mit einheimischen Vögeln während der Sommermonate gänzlich lahmgelegt, was in der ausgesprochenen Absicht des Gesetzes liegt. In der Zeit vom 1. März bis 1. Oktober ist keine einheimische Vogelart mehr käuflich zu haben, ebenso ist die Ein-, Aus- und Durchfuhr von lebenden sowie toten Vögeln der in Europa einheimischen Arten sowie der Transport solcher Vögel zu Handclszwccken untersagt. Der Berliner Polizei­präsident hat jetzt den Eisenbahnvcrwaltungen diese wichtigen Bestimmungen des Vogelschutzgesetzes (§ 3) in Erinnerung gebracht. Außer den der Eiscnbahnverwaltung unterstellten Behörden sind auch die Postbehörden an den Grenzstationen angewiesen, diesen Vögcltransporten eine strenge lrber- wachung ««gedeihen zu lassen und eine Beschlagnahme der verbotswidrig versandten Vögel einstweilig vorzunchmcn.

jjfcct i)ie Haftpflicht des Geschäftsmannes für Unfälle im Laden hat das Düsseldorfer Obcrlandesgcricht eine beachtenswerte Entscheidung getroffen. Die Ehefrau K. hatte in dem Möbelgeschäft der Firma Friedrich W. in Duisburg dadurch einen Unfall erlitten, daß sie eine mitten im Lager­raum liegende Treppe hinunterstürzte. Sie machte für den ihr daraus erwachsenen bedeutenden Schaden die Firma verantwortlich. Ihre Klage wurde auch vom Duisburger Landgericht als berechtigt anerkannt, mit der Begründung, daß die beklagte Firma die im Verkehr erforderliche Sorg­falt nicht beobachtet habe. Die gegen dieses Urteil einge­legte Berufung wurde vom Obcrlandesgcricht in Düsseldorf kostenpflichtig zurückgewiesen. Hierbei ließ sich das Ober-' landesgericht von folgenden Erwägungen leiten: Die Pflicht eines Verkäufers, für die verkehrssichere Beschaffenheit der dem kauflustigen Publikum geöffneten Lagerräume zu sorgen, habe nicht die Begründung eines Schuldverhältnisscs zur Voraussetzung; sic beruhe ans dem allgemeinen Rechts­satz, daß demjenigen, der in Gebäuden einen Verkehr für- andere eröffne, die Herstellung und Erhaltung der Vor­kehrungen zum gefahrlosen Verkehr obliege. Ein Verstoß gegen diesen Rechtssatz verpflichte nach § 823 des BGB. den Unternehmer zum Ersatz des dadurch verursachten Schadens.' Er hätte ihn bei billiger Rücksichtnahme auf die Interessen anderer verhüten müssen. Hiernach komme es für die An­nahme einer Haftpflicht der verklagten Firma lediglich auf die Frage an: War nach den besonderen Umständen des Falles eine genügende Sicherheit der Beschädigten gegen die aus der Kclleröffnung entstandenen Gefahr vorhanden? Diese Frage sei vom Vordcrrichter unter ausgiebiger Dar­legung der Umstände mit Recht verneint worden. Für das Maß der Vorsicht, welches das Publikum beim Betreten eines Ladens anzuwcnden habe, sei das allgemeine Bewußt­sein möglicher Gefahren wesentlich. Die Lage einer Keller­treppe mitten im Lagerraum sei jedenfalls ungewöhnlich, und der Ortsunkundige rechne nicht damit. Der Trcppen- fchacht sei daher wegen seiner ungewöhnlichen Lage in dem Lagerraum besonders gefährlich gewesen. Die erhebliche Verletzung, welche die klagende Ehefrau bei dem Sturz davongetragcn habe, habe einen Schaden für sie und ihren Ehemann in Arzt- und Arzneikosten, Verteuerung des Haus­haltes und Störung der Tätigkeit der Ehefrau zur not-

Morgen-Äusgabc, 1. Blatt. Nr. 381,

Wendigen Folge. Auch könne die Verletzte nach § 847 des BGB. Schmerzensgeld fordern. Ihre Ansprüche seien in allen Teilen begründet.

Vergnügungstelephone in deutschen Städten. Wie. wir erfahren, beabsichtigt eine französische Gesellschaft in Berlin und in verschiedenen größeren Städten Deutschlands ein sogenanntesVergnügungstclephon" einzuführen, wie ein solches bereits seit einiger Zeit in Paris besteht und sich daselbst allgemeiner Verbreitung und großer Beliebtheit: erfreut. Das Vergnügungstelephon ist ein Apparat, der mit: dem gewöhnlichen Gebrauchstelephon in keinem Zusammen­hang steht, jedoch in jeder Privatwohnung ohne weiteres installiert werden kann. Das Telephon steht in Verbindung mit verschiedenen Theatern, vornehmlich mit solchen, in denen musikalische Vorführungen stattfinden, jedoch auch mit den wichtigsten Konzertsälen. In Berlin speziell soll ein sogenannterAufnehmer" auch im Saal des Reichstags seinen Platz finden. Der Besitzer des Vergnügungstelc- Phons, das gegen ein verhältnismäßig billiges Abonnement abgegeben wird, kann man durch die Hörmuschel, bequem in seiner Wohnung sitzend, eine Opern- oder Opcrcttenvor- stellung, ein Konzert oder eine für ihn interessante Rede im Parlament mit anhören. Überdies werden von der Gesell­schaft für die Abonnenten jeden Tag zu bestimmten Stun­den Vorlesungen veranstaltet, in deren Verlauf man die wichtigsten Zeitungsnachrichten, die nach Wunsch einem be­stimmten Blatt entnommen werden, erfahren kann; aber auch schöngeistige Werke werden zur Vorlesung gebracht. An allen Nachmittagen, gleichfalls zu bestimmten Zeiten, kann man den Klängen eines Militärkonzertes lauschen. Der Preis eines Apparats ist derartig niedrig gestellt, daß jeder Privatmann ihn sich halten kann, ganz besonders aber wer­den die Vergnügungstclephone für Hotels und andere ähn­liche Anstalten, wie auch beispielsweise für Ärzte in Betracht kommen, in deren Wartezimmern der ängstliche Patient sich über qualvolle Minuten angenehm hinwegtäuschen kann. Es wäre wünschenswert, daß die französische Gesellschaft von seiten der Behörden keinen Schwierigkeiten begegnet.

Reklamckunst. Die Redaktion der Monatshefte für graphisches Kunstgewerbc, Berlin W. 50, veranstaltete im Auftrag der Firma Dr. A. Oetker- Bielefeld ein Preis­ausschreiben zur Erlangung eines künstlerischen Entwurfs für ein Jnnenplakat. Die hierfür ausgesetzten Preise be­trugen 3300 Mark. Preisrichter waren die Herren Professor Emil Doepler d. I., Professor Hans Looschen, Kunstmaler Albert Knab, Redakteur Karl Matthies, Dt. A. Oetker. Schluß des Einsendungstemins war der 15. April 1909. Es liefen bis dahin im ganzen 656 Entwürfe ein, die nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Frankreich, Holland, Belgien, Österreich-Ungarn, Italien und der Schweiz kamen. Sehr interessant sind die zum Teil äußerst gelunge­nen Versuche der Künstler, neue, eigenartige Ideen für ein PlakatDt. Oetkers Backpulver" zu geben, was manchem Einsender sehr gut gelungen ist. Die Plakate sollen zum Teil in verschiedenen Städten Deutschlands zur Aus­stellung gelangen. Die glücklichen Preisträger waren:

1. Preis 1500 M. Wilh. Lange-Steglitz, Albrechtstraße 66,

2. Preis 1000 M. Hans Rudi Erdt-Berlin, Regensburger Straße 27, 3. Preis 500 M. Else Märker-Berlin, Schleier- machcrstraße 13, 4. Preis 300 M. Rob. Börmel und Ernst Knaufs-Berlin, Landsberger Allee 16. Außerdem erhielten noch weitere acht Entwürfe ehrenvolle Erwähnungen.

Falkensteiner Fremdenführer. In einem gut ausge­statteten illustrierten Bändchen hat die Kurlommission zu Falkenstein einen Führer herausgegeben, der nach dem Ge­leitswort, das ihm vorgcdruckt, dazu bestimmt ist, bei der Wahl eines ruhigen Kurorts, eines geeigneten Stand­quartiers für rüstige Fußgänger und Sportssreunde, sowie einer Gegend zum Ansiedeln aufzuklären über Falkenstein und seine Vorzüge. Zugleich soll das Büchclchen die Be­sucher Falkensteins in die Heimat begleiten und die Erinne­rungen, die sich an den dortigen Aufenthalt knüpfen, festhal- ten und auffrischen helfen. Dazu dürften die guten Photo­graphien der landschaftlich so schönen Gegend besonders ge­eignet sein.

- Kleine Notizen. Die Königin-Witwe von Schweden hat den Inhabern der Firma August Engel, den Herren He'inr. C. und Emil Engel, das Hofliefer anten- Prädikat verliehen. Eine Aufnahme vonZeppelin über Wiesbaden", die sich durch besondere Schärfe und Klarheit auszeichnet, hat Hosphotograph Konrad Schiffer, Taunusstraße 24, herausgegeben und stellt sie käuflich zur Verfügung. Das in größerem Format gehaltene Erinne­rungsbild' an das denkwürdige Ereignis dürste vielen will­kommen: sein. Am Samstagabend nach 8 Uhr wurde in einem Hause an der Schiersteiner Straße eine Dame van zwei Frauen überfallen und mißhandelt. Anzeige ist erstattet. _

Theater, Kunst, Borträge.

* Skalatheatcr. Das neue Programm bewegt sich wieder auf achtungqobietcüder Höhe, die artistischen Leistungen sind durchwegs interessant und finden allseitig den Beifall des Publikums. Cilli Schwarzenberg ist eine reizende Wiener Tanz-Soubrette, die sich in geschmackvollen Torletten präsen. tiert und mit rhren neckischen Lredchen die Gunst des Audi­toriums erwirbt. Als Lumpensammler tritt Mr. Joppo aus-' aus mitgebrachten Lnmpensetzcn stellt er irr wenigen Minuten herrliche Landschaftsbilder her. Die amerikanische Verwand­lungstänzerin Staat Power eine hübsche Blondine kann als eine der besten ihres Faches gelten, sie tanzt mit Verve und Grazie, so daß sie einen großen Erfolg hatte.Original- Multipler" nennt sich ein Schlangenmensch, der in einem Kombinationsakt selten gesehene gymnastische Tricks zeigt Einen reizenden Dressurakt von Settern und Terriers führt Paula Dubai vor: die vierbeinigen Künstler, deren einer sich soaar als Schllttenschellen-Virtuose produziert, arbeiten mit größter Exaktheit. Emil Buschmann, der hierorts bestens bekannte Humorist, löste wieder wahre Lachstürme aus. reine Vorträge sind witzig und fein pointiert. Eine sichere un£ gefällige Arbeit bieten auch die 2 Sylveros als Keulen, Iongleure, wobei auch dem Humor in breitester Weife Rech­nung getragen wird. Hübsche Bilder zeigt auch diesmal der Kinemätograph, womit das interessante Programm seinen Abschluß findet.

* Biophon-Tbeatcr, Wilhelmstraße 6 (Hotel Monopol) Ein prachtvolles Programm bietet diese Woche wieder das Biap'hpn-Theater: an der Svitze den imposanten Hamburger Festzug anläßlich des 16. Deutschen Bundesschießens, dar­stellend die Entwicklung Hamburgs vom Fischerdorf zur Welt. Handelsstadt. Mancher Teilnehmer aus Wiesbaden untd Mainz kann sich selbst vorüberziehen sehlw. Daran schließen sich herrliche Aufnahmen von der Riviera, Cannes, Nizz.^ und Monte Carlo, den Perlen jenes glücklichen Gestades Große Heiterkeit erregt der FilmDon Juan heiratet" mit Gampietro in der Titelrolle, die Szenen sind von über-- wältigender Komi! und sehr Naturgetreu. Auf die prächtigen