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Verla« Sanaaatte 27 . ^ _ Nernspreche-.

„Tagblatt-HavS".

^alter-H-ll- geöffnet von 7 Uhr morgen! bis 8 Udr abendL

26,000 Momenten.

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^ Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt; m Biebrich: die dortigen 36 Ausgabestellen und in den ^chbarren Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagdlatt-Träger, ^^-^i*^**^**,**.

^"Scigen-Annahme: Für die Abend-Ausgabe bis 12 Uhr mittags; sür die Morgen-AnSgabe bis s Uhr nachmittags

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Anreisen: so P:g. »uv alle auawar:>scn -anzcigra, x uti. wimi uu„.—»,. 3 v

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Wiesbaden, Donnerstag, 2Ä. Juli !NVI.

57. Jahrgang.

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tanger. beliebe man genaue lUobnungsabreffe beizufiigen. ^ Der Verlag des Wiesbadener Tagbiakts.

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für einen (Ort und laufenden lllonat

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Ii§ Grntsllussichten.

, Emer mehr stellt sich heraus, daß die Befürchtun- e , -begen des Ausfalls der Getreideernte des laufcn- t isatjrcs nicht nur ganz ungemein übertrieben, son- ^ teilweise ganz und gar unbegründet waren. Und z? haben diese Befürchtungen, die ziemlich allgemein ^"t wurden, die Preisbildung am Getreidemarkte ZM nachhaltig beeinflußt und die Preissteigerung ^ herbeigeführt, über die in den Kreisen der Konsu- d'chün feit Monaten schon geklagt wird. Es stellt sich heraus, daß der Ernteertrag in den Hmipt- Nsüng-ländern nicht nur über die Vorjahrsmenge, Ger» erheblich über eine mittlere Ernte hinausgeht. ^.Deutschland zeigt der jüngst veröffentlichte Saaten-

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m -^erichr, daß die Erwartungen auf eine mittlere Mute Ernte gehen. Natürlich kann an dem Stande Maaten durch die Witterung vor und bei der Ernte hch viel geändert werden. Trockenes und heißes yr würde zur Besserung der Qualität der Körner kch viel beitragen, während viel Nässe und Feuchtig- L auf das Reifen der Körner ungünstig emwirken Noch ist die Witterung immer ganz uncnt- " “en, und wenn auch eine Tendenz zur Aufklärung Erwärmung zu bemerken ist, so ist es doch höchste ch-P'aß die Sonne endlich siegreich durchdringt,, um in! Maaten die lebte volle Reife zu geben. Davon E für Deutschlands Volkswirtschaft im kommenden ir te , überaus viel ab. Nicht nur in Deutschland ha« 'Mber der Srand der Saaten in den letzten Wochen

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1^, Ä^blich gebessert, auch vom Auslände liegen ähn- l/.Meldungen vor. In Rußland versprüht namens

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^J* te Weizenernte sehr gut auszufallen. , Namentlich >M.Ulerweizen steht mit Ausnahme von kleinen Flachen ^Uzelnen Gegenden durchweg befriedigend. U.er- jL„. zeigen die Sommersaaten einen wert günstigeren als das Wintergetreide. Winterroggen ist m . e u Gebieten noch sehr stark gegenüber dem Stanoe

der anderen Feldfrüchte zurück, wenn auch ininierbin vermerkt werden muß, daß der Stand von ^ Winter­roggen im ganzen noch immer auf mittel geschätzt wird. In Ungarn ist der Schnitt schon im Gange, und die Witterung vermag am Ertrags nicht mehr viel zu ändern. Über die Höhe der Erträge gehen dre Meinungen aber noch sehr stark auseinander. Uber Weizen lauten die Urteils im allgemeinen weniger günstig als über Roggen- Der Regen soll namentlich die Qualität des Weizens ziemlich beeinträchtigt haben. In solchen Gegenden, wo während der Regenzeit ge­schnitten wurde, sollen die Körner von bleicher Farbe und leicht an Gewicht sein, während dort, wo man bei schönem, trockenem Wetter mit dem Schnitte begann, schöne und schwere Qualiäten zu verzeichnen sind. Die Weizenernte soll nicht mehr als einen mittleren Ertrag bringen. Weit besser steht es um die Roggenernte. Der Roggen hat Len Regen weit besser ertrage als der Weizen. Die Körner sind schön groß und schwer ausgefallen, und im ganzen wird ein befriedigender Ertrag vorausgesagt.- Wenn eine solche Aussicht schon von dem ungarischen Ackerbauministerium in seinem letzten Saatenstandsbericht eröffnet wird, so ist m Wirklichkeit der zu erwartende Ertrag eher noch hoher, keineswegs aber niedriger. In Rumänien ist der Saatenstand befriedigend bis gut. Schau rm Juni war der Stand befriedigend und hat sich brs zur Ernte, deren Anfang schon Mitte Juni einsetzt,, fortgesetzt weiter gebessert. Durchweg kann man mit einem guten Mittelerträgnis von Weizen rechnen. Daß in den Vereinigten Staaten von Amerika der Lotand der Weizensaaten erheblich günstiger beurteilt wird als in den letzten Monaten, das kann man schon aus den Berichten "über die amerikanischen Getreidemärkte erkennen. Die Haussespekulation in Weizen hat eine nachhaltige Ernüchterung in der allerletzten Zeit er­fahren. Man hat erkannt, daß die Stimmungs­mache r e i für hohe und immer höhere Weizen- Preise an der fortlaufend günstigen Entwickelung der Weizenfelder scheitern muß. Allen ungünstigen Be­richten, die seit Monaten über die amerikanischen Saaten verbreitet wurden, zum Trotz haben die Felder für Winterweizen wohl noch selten so gute Ernteergeb­nisse geliefert wie gerade im laufenden^ Jahr. Der Sommerweizen hat sich weiter gut entwickelt.^ Damit haben wir die Ernteaussichten in den wichtigsten Er­zeugungsländern Revue passieren lassen und kommen zu dem Schluß, daß der Ertrag der dies­jährigen Ernte dieBetürchtungen wegen einer rnavpen Versorgung mit Brot­getreide im Er n t e j a h r 19 0 9/10 n i^ch t i m geringsten rechtfertigt, sondern eher eine gegenteilige Auffassung begründen könnte, denn auch in den europäischen Ländern, die wir nicht aufgcführt haben, weisen die Berichte aus letzter Zeit eine merk­liche Besserung des Saatenstandes nach. Sind aber die Befürchtungen wegen einer schwachen Weltver­sorgung hinfällig, so wird die Anerkennung dieses Umstandes die Preisbildung am Getreidemarkte aus­schlaggebend beeinflussen und eine Ermäßigung

der Getreidepreise herbeifiihren. Das mögen auch die Brot- und Brötchenkonsumenten im Auge be­halten. _ _ ~ r - ;

Kgl! CnglüÄ n mit DenWMd srWgen?

In der vorgestrigen Ausgabe der „Truth" veröffent­licht Labouchere einen Artikel: „Sollen wir uns mit den Deutschen schlagen?" Auf Grund eines Artikels aus der „Contemporary Review" vom früheren Ber­liner „Times"-Korrespondenten, Mr. Charles Lowe,l einem aufrichtigen Freunde Deutschlands, über die wahren Ursachen des letzten deutsch-französischen Krie­ges stellt Mr. Labouchere einen Vergleich an zwi­schen der damaligen Lage Deutschlands zu Frankreich und der jetzigen zu England und sagt zuletzt:

„Sollen wir uns denn mit den Deutschen schlagen? Die Antwort heiß: da ja und nein; es bleibt uns die Wahl. Sollen wir anerkennen, daß das deutsche Volk das Recht hat, unter derjenigen Flagge und derjenigen Regierung zu leben, die ihm gefallen, und sich so zu rüsten, wie es zur Wahrung dieses Rechts zu Wasser und zu Lande für nötig hält; daß die Deutschen als Nation noch nie aus leichtfertiger Angriffslust mit ihren Nach­barn Krieg führten, und daß sie keinen Grund zum Streit mit uns haben, außer wenn üble Laune unserer­seits ihn dazu bietet; daß das Wachsen des Deutschen Reiches an Reichtum, Bevölkerung und Macht eine An­gelegenheit ist, die zu mißbilligen wir kein Recht haben, die "wir eher willkommen heißen sollten, da sie zu unserm Handel und zu den Interessen des Friedens Europas beiträgt? Kurz, sollen wir wählen, Deutschland zu verstehen, mit seinem berechtigten Streben zu sym­pathisieren und ihm die gleichen Rechte zuzubilligen, die wir für uns beanspruchen? In diesem Falle werden wir uns nie mit den Deutschen schlagen.

Sollen wir daaegen daraus bestehen, in jedem Fort­schritts Deutschlands in Reichtum und Macht eine Be­drohung Englands zu erblicken? sollen wir die jetzt öffentlich vertretene Theorie anerkennen, daß unser „Schicksal" darin liegt, das Deutsche Reich zu stürzen, deutsche Provinzen unter Fremde zu verteilen und das deutsche Volk in den erbärmlichen Zustand zurückzu­drängen, aus dem es preußische Staatsmänner und Soldaten befreit haben? In diesem Falle werden wir uns mit Deutschland schlagen, und niemand kann sagen, wie bald. Ich möchte meinerseits hinzufügen, daß ich nicht daran glaube, daß dieses Schicksal das uusrige sein wird. Die Zeit zur Zerstörung des Werkes, das preußische Staatskunst und deutsche Vaterlandsliebe im vorigen Jahrhundert zustandegebracht haben, ist nun für England, allein oder im Bunde mit anderen, vor­bei. Sollten wir die Ausführung eines derartigen Verbrechens unternehmen, so verdienten wir das Los Napoleons III. und seiner Landsleute, als sie sich an eine derartige Arbeit heranmachten, und wir könnten von Glück sagen, wenn wir ihm entgingen.

Meine Hoffnung geht deshalb dahin, daß wir uns nicht mit den Deutschen schlagen werde n."

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k ^Nachdruck verboten.)

^ hx deutschen GurtenstMgesellschaft

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durch England.

Von Hermann Kötschle.

sind via Hook van Holland in H a r W i ch V. nun und fahren durch das östliche England nacy Alan sieht hier verhältnismäßig wenig JndusMen. SJ te tt 0 für den Anfang. Die typische englische, nur zart sie ^ Landschaft umgibt uns. Wiese steht mau und Weide, si englischen Schafe und prachtvolle Kühe beleben

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^eÜ,^'chaft ein wenig. Die freie Weide ist indes nicht

J'iite Sitte. Der englische Landmann liebt Baum- 'Y^: au einem Graben zieht sich eine Kappelschnur em- !%' jPtten aus der Wiese eine Gruppe Eschen, zuweilen ein paar tausend Quadratmeter Eichen- und

d, aber eigentlichen Wald gibt es nicht.

Der ist

längst verschwunden. In besonders srucht- Strichen reiht sich Getreide an Getreide. Nur ver-

J"ichen reiht sich (seireioe an Geireioe. p«»-- 7-- h steh, bändigen lebenden Hecken, die die einzelnen $ Clöe * S wie man das z. B. in Schleswig-Holstein überall Äh jcht, dem Ganzen Abwechslung und Mannigfaltigreit. y° te bieten Höfe und Weiler, die im Gelände verstreut

chteo.

ziehen das Auge au.

d und da noch Strohhütien ~ -

Hl ch sind wir in York, unserem ersten Reisezte.. ? (5 y der ältesten englischen Städte, das Standguartler ? ^.Zwischen Legion und häufige Residenz de ‘ Casaren, yyerus starb und Konstantin zum Kaiser ausgerufen W Heute gehört York zu den stilleren. englischen '• wotz feiner 000 Einwohner. Aber die Residenz

eines Erzbischofs erinnert noch an seine große Vergangen­heit. Die gut erhaltene geivaltige Stadtmauer stellt uns ein Stück Nürnberg vor die Augen. Aber die alten Patri- zierhäuser des Mittelalters fehlen. Man findet sie auch sonst nicht in England. Trotzdem England feindliche Ein­fälle, die verwüstend gewirkt haben, nicht gehabt hat, ist von mittelalterlichen Prachtbauten und Denkmälern an­scheinend wenig vorhanden. Selbst die Stadt, die noch am meisten den Ruf hat, das Mittelalter zu repräsentieren, Chester, ist gegen die älteren deutschen Städte dürftig. Eng­land hat eben kein mittelalterliches Patriziat und keine mittelalterliche Kunst gehabt. Seine bürgerliche Entwicke­lung beginnt viel später. Nur eins redet die Sprache der Jahrhunderte, das sind die gewaltigen Dome mit den charakteristischen normannischen Türmen, die uns Vor­kommen, als wenn sie nicht fertig wären. _ ©ü sehen aus wie trotzige mittelalterliche Burgtürme mit piattem^ Dach oder einem kleinen Zinnenkranz. Die Dome sind Zahlreich und bedeutend. Wir haben viele besichtigt und gestaunt über die Archiicktonik und über die Ausschmückung. Der Stil ist eigenartig, abgeänderte Gotik mit normannischen Motiven, und das Gestühl im hohen Chor in ^ nnb die Fenstermalerei in ?wrk kann sich den besten in Deutsch­land an die Seite stellen.

Doch wir waren ja zunächst in York stehe« geblieben Unser Empfang am Bahnhof war recht feierlich. Der Bürgermeister war im mittelalterlichen Ornat ^,chienen, an serner Seite der Alderman. Der Kings counciller mit der Perücke, die er bei allen Amtshandlungen tragen mutz er verrichtet die Funktionen eines ersten Rechtsanwalts trug Szepter und Schwert. So wurden wir nach der «mdt- halle geleitet zum Lunch. Die offizielle Begrüßung war recht wohltuend. Der König ließ uns seinen Gruß entbrenn. Der Premierminister wünscht uns frohe Tage, der Erzbi,chof von Aork bedauert, daß er uns nicht persönlich die Hand

reichen kann. Der Lord-Mayor hält fast eine Verbrüdemngs- rede Irberhaupi die freundlichen Worte und die Herzlich­keit mit der sie gegeben wurden — wir hatten auch später in der Regel den Eindruck, daß uns die Engländer darin über sind ^Wir waren demgegenüber entschieden etwas steif.

Unser Weg führte uns dann nach New Earswich, der Gartenstadt eine halbe Stunde von York. York besitzt eine Schokoladenfabrik, die 3000 Arbeiter beschäftigt. Der Besitzer, Rountree, hat für seine Arbeiter eine Garienstadt gegründet. Er hat etwa 35 Hektar Land verhältnismäßig billig gekauft. Das Land hat er nebst einem Siiftungs- kapital einem Konsortium übergeben. Dies hat hübsche Häuser gebaut mit kleinen Gärtchen. Bis jetzt stehen etwa 75. Aber gegen 700 sind vorgesehen. Häuser und Gärten sind verschieden groß. Meist stehen mehrere Häuser zu­sammen, aber jedes ist für sich abgeschlossen und hat einen besoiideren Eingang. Vor dem Hause ist der Blumen- oder Rosengarten, dahinter der Gemüsegarten. Die Parzellen haben etwa eine Größe von 2- bis 300 Quadratmeter.

Wir kamen in recht fröhlicher Stimmung nach der Kolonie. Unsere Ankunft war in der Tagespresse ange­kündigt worden. Deshalb standen die Leute, namentlich viele Schulkinder auf den Straßen und jiibelten uns zu. Vor der Kolonie war eine Ehrenpforte errlch>.ei worden mit der Inschrift: Ein herzliches Willkommen den deutschen Vettern, vorwärts zur Weltverbrüderung, aus Wiedersehen! Dann ein kurzer Ganä durck die Häuser. Die Leute waren sehr liebenswürdig und ließen uns ohne weiteres in ihre Wohnungen schauen. Wir waren entzückt. Jede Familie ein eigenes Haus. Das ist Sivar in England nichts Be­sonderes. Im Gegenteil, es ist die Regel. Und zwar so gut wie ohne Ausnahme. Wir haben später in Birming­ham den Nachweis erhalten, daß in dieser Stadt von über einer halben Million Einwohner nur 5 Einwohner aus ein Laus kommen. Aber wir Deutsche sind jedenfalls entzückt,