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Verlag Langgaffs 27.

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Ar. sos.

Wiesbaden, Samstag, 8. Juli LNGD.

2?. Jahrgang«

Morgen - Ausgabe.

1. Matt.

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N _ Der Verlag des Wiesbadener Laaiblatts.

Vk Krilfte m KmO gegen Die leaDtlon.

te Es geht ein Zug durch das deutsche Volk, der övi Slimmung der Dezembertage ^ E s Jahres 1906 erinnert. Damals wurde «pi schwarzen Block durch die Reichstagsauflösung ein ^ide bereitet. Jetzt soll trotzdem das klerikale ntrum wieder Regierungspartei werden, ^ die vereinten Klerikalen und Konservativen wei­ch über Deutschland wieder. ihre reaktionäre

schaft ausüben.

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,. -agegen bäumt sich nicht nur das liberale Bewußt­en auf. Was wird fetzt geschehen? Ter freisinnige ,"geordnete G o t h e i n erörtert diese Frage, indem -t derNeuen Freien Presse" schreibt:

Das Zentrum wird nicht säumen, den Konser- chsiven die Ge g e n r e ch n u n g für die Geschenke p präsentieren, die es ihnen durch Verwerfung der chtschastssteuer, durch die unerhörten Begünstigungen ch der Branntweinsteuer, durch Herabsetzung der tzUSersteuer gemacht hat. Und diese Rechnungen wer- cha nicht nur im Reichstag, sondern auch in den ^inzelstaaten honoriert.

, .Fürst Bülow hat am 16. Juni seine Rede damit schlossen, daß, wenn er selbst zurückträte, er ehrlich chnsche, daß seinem Nachfolger Erfolg beschieden sein ^°ge! Daraus geht mit Sicherheit hervor, daß da- chls mit der Alternative einer Reichstagsauflösung ihm und von den verbündeten Regierungen nicht Rechnet wurde. Darüber, ob sich inzwischen der Wind ftHeht hat, ob man heute in den maßgebenden Kreisen tzieit ist, mit Neuwahlen den Versuch zu machen,^ das ptf) deruniou des cloclies et des tambours" zu suchen, gehen einstweilen nur unbeglaubigte und sich ^versprechende Gerüchte um. Die Stimmung im s o l k e , das über das egoistische Verhalten der Faservativen in den weitesten Kreisen empört ist, Kicht dafür; andererseits fürchtet man in Regie- ^gskreisen von in solcher Situation ausgeschriebenen ^uwahlen ein starkes Anwachsen der Sozia.-

ZernlleLsn.

(Nachdruck verboten.)

MkiAverKWlttttjkaler.

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17

Wenn Gerharr Hauptmann recht hat, dem als , . Füschliche Lebensform die Heiterkeit erscheint, so ward auf , ^nden wenigstens jeder Zuhörer vor demS o m m e^r- ^ ^ch t s t r a u in" der höchsten Lebensform teilhaftig. Ist Heiterkeit nichts anderes als die große allverstehcnde ^.deshalb lächelnde Liebe für Mensch und Natur, und die {Steti Shakespeares Propheten, der Schauspieler Rein- und der Maler Walser, fast zauberhaft auch im kfunrpfäugigsten und Dumpsstnnigsten zum Quellen zu 'Rgen durch ihres Wortes und Bildes Wünschclrutenkraft. w Vom Münchener Künstlertheater in seiner Sonderheit k n 8 im vorigen Jahre anläßlich der Ausstellung viel die ^de. Die Maler waren der pappenen Kulissen, die sie nicht Achten, sondern enttäuschten, müde. Sie srichten einen S^'iveg, auf dem das Bild an sich, wie es der Dichter von b^Ne zu Szene verlangt, möglichst einfach und in seiner Ersten Bedeutung eindringlich zum Ausdruck käme. _ Sie v^en die Reliefbühne, die der feierliche Bau aus der ^Jiesienhöhe enthält: Einfache Hintergründe, Vorhänge

H wenige möglichst echte Versatzstürke, eine kleine Szene Rampenlicht, daß die handelnden Personen, auf deren L e| htRß und Bewegung die höchste Kunst verwendet ist, u^eir schwarzdunklen, amphitheaterartig angeordneten Zu- ü^lerraum ganz körperlich hineinwachsen oder geisterhaft ^Dämmer zerfließen. Der Reliefbübne gegenüber dräng- ^ sich schnell die Fragen auf: kann sie 'n irgendwelLer

d e m o k r a t i e, die alle indirekten Steuern ablehnt und auch sonst sich nicht gerade zur Stütze einer Re- gierung gualifiziert gezeigt hat, wenn sie auch in der Ära C a p r i v i eine Reihe der wichtigsten Aktionen unterstützt hat.

Man muß sich aber auch sagen, daß, wenn der Kampf gegen die konservativ-klerikale Reaktion mit Erfolg ausgenommen werden soll, das nicht gut durch einen Kanzler geschehen kann, der bisher alles getan hat, die Konservativen zu stärken, der der Hauptträger jener Wirtschaftspolitik ist, die die Finanznot des Reiches verursacht, die Macht der Junker und ihren rücksichtslosen Egoismus g e- stärkt hat. Tie Wirtschaftspolitik hat die Agitations­kassen des Bundes der Landwirte gefüllt, der heute die Konservativen beherrscht.

Und kann ein Kanzler das Volk für seine Politik begeistern, der nach wie vor alles Heil von der kon­servativ-liberalen Paarung erwartet! Das aus Öl und Wasser zusammengerührte Getränk kann nach den jetzigen Erfahrungen auch mit allen Künsten dem Volke nicht als ein trinkbares Gebräu suggeriert wer­den. Der Block ist eben definitiv tot, er war van jeher innerlich unmöglich, weil die Junker die Vorrechte und die Liberalen gleiches Recht wollen.

Fürst Bülow hätte seine Finanzresorm machen können, wenn er nicht durch seine törichte Polen­politik, durch den Enteignungsparagraphen beim Vereinsgesetz die P o l e n s r a k t i o n in die Oppo­sition quand meme getrieben hätte. Aber freilich, auch dann hätte Bülow seine Finanzreform nur ohne die Konservativen durchzusetzen vermocht. Der Block konnte das überhaupt nicht und kann es auch in irgend welcher Zukunft nicht.

Wenn nicht ausgelöst wird, so wäre es das parla­mentarisch allein richtige, daß der Kanzler und die Minister aus der neuen klerikal-konservati­ven Mehrheit entnommen würden. Dann würden endlich einmal auch dem blödesten Philister gegenüber die konservativ-klerikalen Parteien die Verantwortung für die Gesetze und die Verwaltung, für alle schlechte Politik, die das Volk bedrückt, tragen. Dann würde die Fiklion derRegierung über den Par­te i e n" endlich Verschwinden und es einmal klar wer­den, daß wir nur eine Regierung unter den Par­teien, und zwar unter der klerikal-konservativen Herrschaft, haben.

Leider scheint man sich auch dazu nicht durchrmgen, sondern Bülow durch einen politisch unbekannten Mann ersetzen zu wollen, um nur ja nicht den An­schein zu erwecken, vor einer Reichstagsmehr- h e i t zurückzuweichen. Will man das letztere aber statt scheinbar wirklich nicht, so muß ein Mann genommen werden, der vor keinen inneren Krisen zurückschreckt, der den Landräten und anderen Regierungsbeaniten in Preußen, die sich in erster Linie als Agenten der konservativen Partei betrachten, die deren Zorn weit mehr fürchten als den aller Minister und Kanzler, den Daumen aufs Auge drückt, der die Wahlbeeinflussungen der Beamten verhindert, der eben gewillt ist, den

Form Massenwirkungen darstellen, ermöglicht sie eine reichere Bildhaftigkeit?

DerSommernmhtstraum" schien mir gerade darin ein gefährliches Problem. Es ist ja wohl etwas wie ein Ver­brechen, wenn man bekennt, daß einem von der Ab­gedroschenheit des Alltagstheaters her dies Märchenstück ein bißchen albern geworden ist, ein bißchen langweilig; daß man's hauptsächlich der Patina, der allgemeinen Liebe halber schätzte und weil das Anerkannte preisen und sich wenig darum kümmern das Bequemste ist, daß man die An­strengung desrechten" ttächprüfcnden Lesens Shakespeares mit der Phantasie" lieber seinen großen, scheinbar so viel ernsthafteren Dramen zuwandte. Aber mir und wohl allen den paar tausend, die inzwischen draußen bei Reinhardts Sommernachistraum" Zuhörer waren, ist gerade dies Märchen zum größten Theaterereignis geworden. Ganz grundgeschcit fühlten wir uns, als sivir hcimgingen, ganz selbstüberlegen, ganz Übermenschen: Weil ein großer,

lächelnd spielender Geist uns die Schwächen dreier Welten, dreier Welten Licht und Schatten so enthüllte und sich durch seine Apostel so aussprccheU konnte, daß wir nicht nur

geschaut in NochMe'chichten Un'eres eignen Hirnes Dichten", sondern meinen dursten,. das letzte reine Begreifen, die freundliche gütige und weise Entwirrung geschähe durch uns selbst.

Von dem in Freude und Leid Erschütternden hat sich das Gedächtnis stets das bunte Netzhautbild bewahrt. Aus der Kinderzeit hob's eine ganze Menge solcher selbst­geschaffener Bilderbücher auf. So eifrig sammelt es später nie mehr, es wird immer unlustiger, obgleich wir ihm dank­barer werden. Ich glaube, uns kiat's seit dreier Aussühruna

Kampf gegen die Reaktion auf allen Punkten energisch zu führen, der dann aber nach erfolgter Neuwahl den Willen der Mehrheit der Volksvertretung respektiert.

Zu was man sich an höchster Stelle und rm Bundesrat entschließt, ist noch unklar. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß man den Reichstag noch einige eilige Geschäfte erledigen läßt und ihn zunächst. bis zum Herbst vertagt. Freilich, eine Staatskunst, die in so kritischen Momenten dächte: Zeit gewonnen, alles gewonnen, wäre die denkbar ärmlichste.

Für den Liberalismus aber hat ^die Abstimmung wenigstens die erfrischende Klarheit gebracht, daß es jetzt für ihn heißt: Alle Kräfte zum Kampfe gegen die Reaktion.

*

Rom HonfabimdL

Der Deutsche Photographen - Verein fordcri seine Mitglieder zum Eintritt in den Bund aus, ebenso der Jnnungsausschuß in Frankfurt a. M. Die Fachzeitung der Tischlermeister und Holzindustriellen Deutschlands er­hofft gerade von der Teilnahme an diesem Bunde für das Handwerk noch etwas Besonderes, das ihm not tut nicht minder wie die Abwehr unberechtigter Lasten und Steuern. Das ist die Erhöhung und, wo es noch nicht zum Durch­bruch gelangt ist, die Erweckung des Standesbe­wußtseins, der eigenen Wertschätzung, der Empfin­dung für die eigene Bedeutung. Auch in Süddeutschland hat der Gedanke eines längst notwendig gewesenen, zeit­gemäßen Zusammenschlusses der Erwerbsstände des Handels, des Gewerbes und der Industrie zur Erlangung einer wirksameren politischen Vertretung schon starke Wurzeln geschlagen, die aus ein kräftiges Gedeihen schließen lassen. So sind letzthin in Augsburg, Stuttgart, Mann­heim Ortsgruppen gegründet. Auch der große Verbands­tag mitteldeutscher Handelskammern, der an> 25. Juni in Hildesheim versammelt war, begrüßt die Begründung des Hansabundes mit Genugtuung. Er hält es für angezeigt, daß sich zur wirksamen Durchführung der Bestrebungen des Hansabrmdes die führenden Persönlich­keiten der einzelnen Handelskammerbezirke die Schaffung von Bezirksorganisationen angelegen sein lassen. Weitere Sympathiekundgebungen erließen die Handelskammern von Düsseldorf, Liegnitz, Hildesheim, Nordhausen, Esten, Thorn, Pforzheim und Baden-Baden. In dem Aufruf der Handelskammer zu Liegnitz heißt es:Front soll gemacht werden gegen die weitere Belastung des Handels; den zum Bunde vereinten Ständen soll der ihnen gebührende Ein­fluß auf die Gesetzgebung im Reich und in den Einzel­staaten verschafft werden. Selbsthilse sei des Bundes Parole, und an alle, die dem deutschen Kaufmann und Ge­werbetreibenden eine seiner selbst würdige Stellung ver­schaffen wollen, die mithelfen wollen, Unbill und Über­lastung abzuwehren, die Gesetze schaffen wollen, nicht um den Verkehr zu hemmen, sondern ihn zu fördern und dadurch den Interessen des deutschen Handels zu dienen, ergeht der Ruf:

Schließt euch dem Hanfabunde an

Von den Handelskammern aus muß in erster Reih; dieser Ruf ins Land hinein erschallen. Viel zu wenig Be­achtung haben die Wünsche dieser vornehmsten kauf-

noch ein Heftchen zur Seite gelegt, auf demSvnunernachts- trauni" steht, durcheinander die frischen Abdrücke wie in einem8crap book" freilich.

Ich blättere: Die Statte ist immer fast ein Hügel im Walde. Drei Bäume wachsen aus ihm, mächtige Gesellen und rechts und links ahnt man wohl, enger gedrängt, ein Meer von Wipfeln, während am Fuße des Hügels im Hintergründe unter dem dunkeln Nachthimmel die Ebene müde schlaft oder wieder beim ersten Sonnenrot und -gelb mit Vogelstimmen, Grillenzirpen und Cikadenfeilen ihr Er­wachen kundtut. In den Wald fällt der Mond, ungewiß spielend, wo Wind und Wolken ewig geschäftig sind. Da: Titanias und Zettels Brautfahrt. Wie eine Titelvignette:

führt ihn hin zu meinem Heiligtume.

Mich dunkt, von Tränen blicke Lunas Glanz: und wenn sie weint, weint jede kleine Blume Um einen wild zerrissenen Mädchenkranz Zauber soll des Liebsten Zunge binden:

Wir wollen still den Weg zur Laube nnüen."

Aus braunem Waldgetier ein Elfchen reitend, nackt, wie's in eurer Blüte zur Welt kam, hüpfend und musizierend, Spmnweb und Bohnenblüte, zwei Kinder in kurzen Schleier!;emdchen, aneinandergeschmiegt, Titania und Zettel, der Esel, noch friedlich kauend und mit den ausdrucksvollen Öhren spielend und hinterdrein Motte und Senfsamen, die beiden anderen Kleinen, tanzend und singend gleich den Geschwistern. Gemessen zieht der seltsam eindringliche Zug in den dunkeln Forst.

Jetzt: Ein Lachen, derb, handfest, klatschend zwischen den Stämmen, Puck, der Poltergeist, pfeilgeschwind, halb Eichhorn, halb Wildkatze, Oberons Bote, und die Elfe, die Titanias Hofgesinde voranweht. Ein bißchen Fremdtun, ein bißchen Necken, dann wirst sich das zatte, weiße, lieb­liche Geschöv» ins Gras und ihr silbernes Lachen spendet