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Nr. 299.
Morgen-Ausgabe, 1. Blatt.
iesdadrnev TagblaN.
Lehrers, Herrn Griebling, der am 15, Dezember Vt; bon Esch aus dahin versetzt wurde und jetzt nahezu 40 ^hhre daselbst ununterbrochen und segensreich gewirkt hat. S^/tend seiner 40jährigen Wirksamkeit hat Herr Grieib'ling PsA 34 Jahre lang den evangelischen Religionsunterricht in ^t.^/n'hausen erteilt und erteilt denselben heute noch in
ho- n Geisenheim, 29. Juni. Vergangenen Samstag war M, V olkswirtschaftliche Seminar der Universität >achelDera unter -Führung des Herrn Geheimrat Gothein V2ie Lehrer und Schüler der Handelshochschule Mannheim ?/w eingetroffen. Der Besuch galt zunächst der Königlichen sesdranstalt für Obst- und Weinbau hier, welche in allen
gär. ‘ ~.
Dr. Krämer, welcher die Führung durch die An-
tz.chzelhEen besichtigt wurde. Die Einrichtungen dieser r>u-fteranstalt fanden allgenieine Bewunderung wie auch fachgemäßen belehrenden Ausführungen des Herrn Pro- -Öf- Krämer, welcher die Führung durch die An- fchasräume übernommen hatte, volle und verdiente Aner- i-rinung fanden. Zum Schlüsse!der Besichtigung lud Herr ff-. ©. Rhe : nb e r g von Der Champagnerfäbrik Schloß -Vernberig, Rheinberg u. Ko. hier, der seinerzeit dem Semi- angehörte, die Teilnehmer zu einer kleinen Nachfeier in ‘ e Kellereien ein, die in schönster Stimmung verlief.
- — Seitzenhahn, 30. Juni. Unsere Felder haben in
Mer Zeit besonders stark durch Hochwild zu leiden, da das- Me massenhaft austritt und vor allem auf den mit Hafer cstellt-en Äckern bedeutenden Schaden verursacht. Die Schatzungen dieses Wildschadens nach dem Jagdpacht- .Mrcm vom vorigen Jahr sind daher in vollem Gange. Fast S? Tage finden von den zuständigen Körperschaften Abnutzungen statt. Wie verlautet, sollen bis jetzt schon über *£’ M. Schaden geschätzt sein, den der Pächter, ein Herr aus ^tesbaden, zu tragen haben wird.
, nh. Nassau a. d. L., 29. Juni. In der gestern stattge- chbdenen Stadtverordnetensitzung, an der auch Herr Land- chr Duderstadt teilnahm, wurde beschlossen, die durch das Hochwasser im Februar beschädigten Bachläufe ^ Gcmeindebezirk baldigst auszubcssern. Die /osten belaufen sich auf 2 4 3 0 0 M. Der Staat trägt zwei Mittel der Kosten.
nb. Ems, 28. Juni. Eine sehr gut verlaufene offizielle Mhiedsfeier für den ausscheidenden Generaldirektor Linken- i^ch vom Emser Blei- und Silberbergwerk fand am 26. d. M. E Hotel Rheinischer Hof statt, zu der sich zahlreiche Betonte des Scheidenden ein-gefunöen hatten. Iluch das Ober- gesamt Bonn hatte Vertreter entsandt. Vor einer Woche Vs. schon eine von den Bergleuten des Werks veranstaltete '"'chiebsfeier stattgefunden.
i, == Von der Loh», 28. Juni. In bezug auf die Regelung iZ im letzten Winter entstandenen Hochwasserschäden nunmehr endgültig festgelegt, daß Beihilfen aus St-aats- Mteln an Private nicht erfolgen. Dagegen werden den Gemeinden durch Vermittelung der Kreise unverzinsliche flehen gewährt, die mit 85 Proz. zurückzuzahlen sind, und in der Weise, daß Vs der Summe in den ersten drei '^hren zurückerstattet werden muß.
i, = Altenkirchen (Westerwalds, 28. Juni. Der Wester- W ldklub hielt vvorgestern und gestern sein 26. Jahres- Z Hierselbst ab. Aus den Berhandtungen berichtet die Zrks. Ztg." folgendes: Der Beitrag für den deutschen
courrsterrverein wird von 25 auf 75 M. erhöht; da der Ver- Lfd 180 000 Mitglieder zählt, so wird er einen eigenen Zlretär anstellen. Als Beitrag zu den Kosten des deutschen hevristentages, welcher am 11. und 12. September in Lim- Sf <5 stattfindet, werden 500 M. bewilligt. Der Westerwald- Vrer von Heyn erscheint nunmehr in fünfter Auflage. Die ./le Schülerwanderung über den Westerwald mit Herbergen $5 eingerichtet: sie geht von Linz a. Rh. über Zlltenkirchen- Mtrenberg nach Dillenb-urg: eine zweite wird im nächsten Zhre eingerichtet. Der nächstjährige Verbandstag» soll in ^^8 a. Rh. stattfinden.
Sportliche Übersicht.
>, Im Rennsport geht in diesem Jahre bei uns in Deutschland alles verkehrt, und die zünftigen Rennprophetcn noch niemals so oft Lügen gestraft worden und noch j einals so schlecht aus ihre Kosten gekommen, wie gerade / der letzten Zeit. Ihr Amt wird ihnen aber auch reichlich Ishtver gemacht, nian weiß nur nicht recht, soll man das auf Gleichwertigkeit unserer ersten Lllasse von Pferden zu- /chuhren oder darauf, daß sie alle nicht viel taugen. Wir > üben fast das letztere, aus jeden Fall fehlen in diesem Mre Pferde von überragendem Kennen, auf deren Ostungen man sich verlassen kann und deren Teilnahme an ^eitt Rennen genügt, den Sieger vorauszusagen.
. Ein typisches Beispiel für die herrschende Verwirrung o? Meinungen bildet der Verlaus des deutschen Derbys Zi Sonntag. Wem sollte man die meisten Chancen für den zusprcchcn. Der einzige, von dem man schließlich erwarten konnte, war der Graditzer „Stoßvogel", der Mer ini Großen Preis von Hamburg. Auch das Gestüt Zfst hatte in seine Leistungen das größere Vertrauen und
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?, 8 ihn von Bullock reiten, gab ihm aber als Begleiter noch tzNafried" mit auf den Weg. „Fervor", einst die große fmNung des Stalles Weinberg, scheint jetzt endgültig das
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Zutrauen seiner Besitzer verloren zu haben. Sie hielten /^.stlor für das bessere Pferd, „Fervor" wurde daher von „Jnamor" von Rotier gesteuert. Wer kam noch in hackst? Allenfalls der Österreicher Kahlenberg? Doch ^ dem hielt man nicht viel, da es sich im Österreichischen ^Y nicht halte zur Geltung bringen können, t Und nun würfelt das Rennen alle diese mit Mühe und tzx??ufgestellten Begriffe bunt durcheinander. Um ein Haar ZZwnt der Österreicher Kahlenberg das Rennen vor der k? ie unserer deutschen Zucht. Um Kopflänge gelingt es 3 Altmeister Warne, das Führpferd für „Stoßvogel'h toJ tt f t i c b"' vor Kahlenberg durchs Ziel zu bringen, ZMend der „Crack" selbst erst an dritter Stelle endet und i*h! Tt,or " als vierter sich wieder als besser als der von "en Besitzern bevorzugte „Jnamor" erweist.
^ l§s ist seit Jahren das erste Mal, daß der Stall Wein- auch nicht eines der drei großen Hamburger Rennen Finnen konnte, während das Kgl. Hauptgestüt Graditz, Zjn ln diesem Jahre die zwei deutschen Hunderttausend- ^"-Renncn auf sein Konto brachte, einen festen Vertrag dem Glück abgeschlossen zu haben scheint. So konnte Derbytag noch zwei weitere Rennen gewinnen und ii.^der Schlußtag des Hamburger Meetings, der Montag, i>,Me ihm noch einen schönen Erfolg, indem „Sndring" bs? lvertvolle „Renard-Rennen" (20 000 M.) vor v. Wein- »Horizont II" gewann. Bei den Herren v. Weinberg nun alles schief zu gehen. Rach einer ganzen Serie ^ Mißerfolgen ist nun auch noch eines ihrer besten Pferde, ^ hervorragende Vierjährige „Faust", der die deutschen st sy7 e,t . im „Frix du President de la republique" am 4. Juli Zaris vertreten sollte, eingegangen.
Ljon Paris wurde am letzten Sonntag das wertvollste Welt, der mit 300 060 Frank ausgestattete
„Grand Prix de Paris", gelaufen. Baron M. Rothschilds „Verdun" war Überraschungssieger, hauptsächlich wohl infolge des durch Regengüsse sehr tiefen Bodens. Ein weiteres wertvolles Rennen, der „Grand Prix de l’Evage" (50000 Frank) kam am Montag in Autmil zur Entscheidung und ergab den Sieg von M. Hennessys „Capiello".
An die Regatta des Mainzer Ruder-Vereins am vorigen Sonntag schloß sich die Frankfurter Ruder-Regatta, die am Sonntag und Montag auf dem Main abgehalten wurde. Aus dem Ausland und auch aus Norddeutschland war nientand erschienen, so daß die Süddeutschen unter sich waren. Der Vierer des Mainzer Ruder-Vereins zeigte auch hier wieder, daß sich seine Mannschaft in vorzüglicher Form befindet, während im Vierer ohne Steuermann der Lud- wigshafencr R.-V. Sieger blieb. Eigentümlich ist, daß in den Mannschaftsrennen des ersten Tages nicht einmal eine Frankfurter Akannschast als Sieger durchs Ziel ging.
Ebenfalls in Franlfurt wurden in den letzten Tagen der vergangenen Woche die letzten Runden des Lawn- T e nn is- Turniers gespielt. Der Lokal-Matador Oskar Kreuzer zeigte sich wieder von der besten Seite. Er gewann sowohl den Wanderpreis der Stadt Frankfurt gegen C. v. Wesscley (Courtal) als auch die Meisterschaft von Franlfurt. Mit diesem zusammen zeigte er sich als unüberwindliches Paar im Doppelspiel um die Meisterschaft von Süddcutschland, während er im gemischten Doppelspiel mit Frl. Bergmann als Partnerin gegen v. Wesseley—Frau Reresheimcr, welche auch das Damen-Einzelspiel gewann, unterlag. In Wimbledon bei London werden zurzeit die All-England-Meisterschaften im Lawn-Tennisspiel ausgetragen. Unsere aufstrebende Tennisgemeinde hat es sich nicht nehmen lassen, einige ihrer besten Vertreter dorthin zu senden. Leider ist O. Froitzheim, dessen Spiel bei den Olympischen Spielen im vorigen Jahre bei den Engländern Bewunderung erregte, der aber in diesem Jahre überhaupt noch nicht hervorgetreten ist, nicht dabei, v. Bisstng hatte das Pech, gleich in der ersten Runde auf einen sehr starken Gegner, den Neuseeländer S. N. Doust, zu treffen, der ihn mit 4—6, 6—2, 10—8, 6—2 schlug, dagegen zeigt sich F. W. 3lahe von der allerbesten Seite, er hat bereits einige Vorkämpfe glücklich beendet und konnte jetzt auch einen der vielversprechendsten Engländer K. Powell nach interessantem Kampf mit 6—3, 3—6, 0—6, 6—3, 6—3 schlagen. Wenn es ihm auch in diesem Jahre nicht gelingt, gegen die alte eng- liche Garde eine Meisterschaft zu erobern, so dürfen wir doch für später von ihm jedenfalls das Beste erwarten. 8ck.
er. Die Wettfahrt Kiel-Eckcrnförde ging einem i Privattelgramm zufolge am Dienstag bei trübem Wetter und leichtem Westwind vor sich und brachte dem Schonerneubau des K a r s e r s den ersten Sieg. ,,M e t e o r" gewann die Seeregatta mit 21 Minuten Vorsprung gegen „Germania" und „Hamburg". Die Jacht der Kaiserin „Iduna" startete nicht. Ter bekannte Kapitän Peters, der die Jacht des Kaisers bisher steuerte, wurde wegen grober Pflichtverletzung vom Dienste suspendiert und die Führung des „Meteors" dem Steuermann Rehn anvertraut.
8r. Faust eingegangcn. Ter ausgezeichnete vierjährige Hengst der Herren A. und C. v. Weinberg ist an den Folgen einer Darmverschlingung am Dienstag- margen gegen 6 Uhr in Hoppegartcn eingegangen. Der von Saraband a. d. berühmten Festa stammende Fuchs war das beste Pferd, das der Weinbergsche Stall je besessen hat und sein Tod ist ein schwerer Verlust für die Frankfurter Züchter. Faust hat für seine Besitzer während seiner Rennkarriere im ganzen 250 000 Mark gewonnen.
Fußball. Die 2. Mannschaft des „1. Wiesbadener rrußballkm-bs von 1901" spielt -am kommenden Sonntag, den -gegen die gleiche Mannschaft des „Cob- Ien»tt rfußballklubs von 1900". Abfahrt 11.42 Uhr.
~ Wiesbadener Fußballklub „Phönix" 1909. Am ver- beteiligte sich „Phönix" I. an den vom stVllbaütliM „AIemanma"-Mainz veranstalteten Pokalwett- ^ starker Konkurrenz gelang es Wiesbaden, in Ipi ''Borussia"-Biebrich nach sehr hartem Kampfe
“xljl! 2 ,; Ist und ,m Entscheidungsspiel „P-hönix"-Ma,nz nach vollständig überlegenem Spiel mit 12 : 1 (4 : 1) zu ?omit konnte sich die junge Wiesbadener Manu- ringen^^t Gesamtresultat 16 : 2 Toren den Pokal er-
n -h Radsport. Aus Bi er stadt, 30. Juni, wird uns bsrichiet: Der hiesige „Rad-fahrerklu'b 1900" veranstaltet sein W-anderpreisfahren am 15. August. mZJ?on Herrn Kommerzienrat Bartling gestiftete wertvolle sxBv?erpre;s ijt zweimal hintereinander von Herrn Peter st-lstst-Bierstadt errungen, der ihn auch in diesem Jahre verteidigen wird. Die Rennstrecke beträgt 100 Kilometer- Außerdem veranstaltet der „Radfahrklub 1900" in Gemeinschaft den B-u nd es rad sah rv er ei nen 190P Wiesbaden und denen stus Dotzheim und Enbenheim am Dienstag, den 13 Juli abends, in -der Ausstellung ein Reigenfahren.
, * Brieftaubensport. Bei dem zweiten P r e i s w e t t -
N- U g welcher von Bierstadter Brieftaubenzüchtern von Wldenburg aus am Sonntag veranstaltet wurde, erhielten den 1. und 2. Preis die Tauben des Herrn Ludwig Vogel den ^3. die des Herrn Gastwirts Karl Friedrich und den l' die des Herrn Gastwirts Ludwig Rai,, Die Tiere brauchten' um die -Strecke von Oldenburg -bis hier zu durchfliegen ?' 8 und 9 Stunden. '
Eine ILjähripe Gattenmörderin. sh. Bcuthen (O.-S.), 29. Juni. Unter her An Hage, ihren Ehemann vorsätzlich ermordet zu haben hatte sich die bei Begehung der Tat 19jährige Frai Katharina P i e tz k a vor dem hiesigen Schwurgericht Lu verantworten. Tie Angeklagte hatte mit 16 Jahrei gcheiratet und ist Mutter von dre,i Kindern, von Lener das jüngste zwei Monate nach dem Tode des Vaterc auf die Welt gekommen ist. Tie Ehe des junger Paares war eine äußerst unglückliche, da der Mann stark trank. Am 17- September v. I. verjubelte er einer Teil seines Lohnes in verschiedenen Lokalen und wurdc don seinem Bruder betrunken auf der Dorfstraße gefunden. Dieser bemühte^ sich, ihn auf die Beine zr bringen und holte auch die Schwägerin herbei, die sich aber weigert, ihm zu helfen. Der Bruder mußte der Betrunkenen schließlich seinem Schicksal überlassen. An nächsten Morgen wurde Pietzka ans der Dorfstpaßo mfi
Donnerstag, 1. Juli 1909. ©eite 8.
eingeschlagenem Schädel tot ausgefunüen. Die Ange. klagte hatte, als der Bruder sich entfernt harte, aus der; Wohnung eirien Hammer geholt und mit diesem dejft wehrlos Taliegenden vier tödliche Schläge versetzt« ort der Verhandlung wurde festgestellt, daß die Angeklagte schon einmal den Versuch gemacht hatte, ihren Mann durch Hammerschläge zu töten. Das Gericht legte^Wert auf die Vernehmung eines Frauenarztes als Sachverständigen, da die Angeklagte sich zur Zeit der Tat in anderen Umständen befunden hatte, Ter Sachverständige konnte aber auch nur bekunden, daß strafausschließende Momente bei der Angeklagten nicht vorhanden seien. Die Geschworenen bejahten die -schuldfrage auf Mord, worauf der Gerichtshof die Angeklagte zum Tode verurteilte. Sie nahm das Urteil sehr. ruhig entgegen. Die Geschworenen beabsichtigen, zu ihren Gunsten ein Gnadengesuch ein» zureichen.
Ein Drama im Spielsaal. In einer Spielhölle zu Marin (Spanien) forderte ein unglücklicher Spieler mit dem Revolver in der Hand die beiden Bankhalter auf, ihm sein Geld zurückzucrstatten. Die Bedrohten zogen sofort ebenfalls ihre Revolver, worauf zahlreiche Schüsse gewechselt wurden. Als die schleunigst hcrbeigerufcnc Polizei eintrat, wurden drei Tote und fünf Verletzte ausgefunden. Die Polizei beschlagnahmte eine Summe von 125 060 Frank.
Wegen Familienzwistigkeiten hat der Gastwirt Franz Begedic in Castel-Nuoye seiner ältesten Tochter mit einem Beile den Kopf abgehackt und seine Frau durch Beilhiebe tödlich verwundet. Der verhaftete Mörder gab seinem Bedauern Ausdruck, daß er nicht noch seine beiden anderen Kinder ermordet hat.
Gräßlicher Unfall. Der in einem Schacht des Groß- kamsdorfer Bergreviers beschäftigt gewesene.Bergarbeiter August Krause aus Goßwitz bei Könitz wurde an seiner Arbeitsstätte tot ausgesunden. Dem Manne war der Kops zerschmettert und vom Rumpfe getrennt. Da Krause in dem Schacht allein arbeitete, läßt sich die Todesursache nicht bestimmt angebcn, doch liegt die Wahrscheinlichkeit nahe, daß ein versehentlich losgegangencr Sprengschuß das Unglück verursacht hat. Der Verunglückte, der in den fünfziger Jahren stand, hinterläßt eine zahlreiche Familie.
Fünf Mädchen ertrunken. Bei der Rückkehr von einer Wallfahrt nach Chioggia schlug eine Barke mit 12 Personen auf dem Flusse um. Fünf Mädchen, fanden in den Wellen ihren Tod. Die Bootsmänner waren sämtlich angetrunker! und hatten während der Überfahrt gescherzt.
Die Buboneupest in Persien. Nach einer amtlichen Meldung aus Amoy sind in den letzten 14 Tagen 117 Todesfälle an der Buboncnpest zu verzeichnen.
Der neue .Helm des Berliner Schutzmanns. In der Reichshauptstadt machen gegenwärtig die Schutzleute eins Wandlung in ihrem äußeren Aussehen durch: die Verkehrs- Truppe der Berliner Schutzmannschast, deren Dienst besonders schwer ist, soll neue, leichte Helme erhalten. Die im Vorjahr eingeführten gelben Schirmmützen haben sich nicht bewährt. Der Strohhelm, den die Schutzleute jetzt probeweise tragen, ist bedeutend leichter und macht den Straßendienst erträglicher. Der neue Helm wird wohl bei der Schutzmannschast bald allgemein eingeführt werden.
Die Kreise für die Erdarbeitcn. Wie die „Inf." von unterrichteter Seite erfährt, hat die Ausschreibung der Erd- arbeiien für den Kaiser-Wilhelms-Kanal jetzt stattgesundcn. Es sind sehr günstige Preise abgegeben worden, was aus den niedrigsten Geboten hervorgeht. Als niedrigste Preise sind 65 bis 70 Pf. pro Kubikmeter Erdarbeit zu verzeichnen. Der Beginn der Erdarbeiten wird in diesem Jahre bereits erfolgen können.
Fustschiffe und $m$lrra§.
wb. Cöln, 30. Juni. Von den gestern zu einer Weitfahrt aufgeftiegenen 34 Ballons sind bis heute morgen 8 Ballons gelandet, und zwar „Düsseldorf III" bei St. Vith, „Ernst" bei Sauermühlen bei Gemünd, gestern abend um 7 Uhr „Pommern" bei Euskirchen, „Poesneg" bei Malmedie, „Clouth I" gestern abend 8 Uhr bei Setret in Belgien, „Groß" um 6 Uhr 30 Minuten abends bei Lammersdorf bei Montjoie, „Ewald" gestern abend 7 Uhr bei Vütgcnbach bei Malmedie und „Planen" gestern abend 9 Uhr 48 Min. bei Habay in Belgien. — Es finD weiter gelandet der Ballon „Hessen" bei Gevronlle in Belgien, „Lilde- brand" um 12 Uhr nachts bei Luxembirrg und „Brann- schweig" bei Boret in Belgien.
wb. Köln, SO. y>unt. (Internationales Wettsliegen.) Der Ballon „Prinz Adolf"-Bonn (Führer: August
Wilhelm Andernach) rst nach einer Fahrt im Regen und schnce gestern abend 9 Uhr 20 Minuten sehr glatt gelanoet bei Hennah in der Pronvinz Namur.
Kiaener Drahtbericht des „Wiesbadener Tagblatts-
= Berlin, 30. Juni.
Am Bundesratsrftch Staatssekretär v. Bethmann- H o l l w e g, Unterstaatssekretär W e r m u t h.
Präsident Graf Stolüerg eröffnet die Sitzung um 1,15 Uhr.
Auf der Tagesordnung steht dch Interpellation der Sozialdemokraten betreffend die
Lebensmittetteucrung
und die Vorlegung eines Gesetzentwurfes aus ^ Zeitweilige Aushebung der Getreidezölle, der Zölle auf Futtermittel sowie des Paragraphen 11 des Zolltarifgesetzes betreffend die Erteilung von Einsuhrschrinen. Staatsselretär v. Bethmann-Hollweg erklärt sich zur so- fortigen Beantwortung der Interpellation bereit.
Abg. Mollenduhr (Sozi) begründet die Interpellation und führt aus: Die Getrcideprcise baben eine bisher unge-
