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Seite 4. Mittwoch, 2. Juni 45)09.

Österreich-Ungarn.

Aus Sarajewo wird gemeldet: Unter der hiesigen serbi­schen Bevölkerung macht sich eine lebhafte Bewegung gegen den Plan kund, ein ständiges deutsches Theater in Sarajewo zu errichten und durch Landesmittel zu unterstützen.

Italirn.

Zur Feier der Erinnerung an die Schlacht von Solserino, an welcher König Viktor Emanuel und Botschafter Barrere teilnehmen, wird auch ein Vertreter Österreich-Ungarns in der Person des Generalkonsuls von Venedig erscheinen.

RrrMmrd.

Nach sechzehntägiger Gerichtsverhandlung vor dem Petersburger Militärbezirksgericht ist gestern der Prozeß gegen den Militärschreiberverband abgeschlossen worden. Von 29 Angeklagten wurden 22 zu 6- bis lOjährigerZwangs- arbeit verurteilt; 7 Angeklagte wurden freigesprochen.

Die gestrige Plenarsitzung der Reichsduma brachte heftige Zusammenstöße der Regierung und Polen bei der Beratung des Gesetzentwurfes über die Lostrennung des Cholm-Gebietes. Nach einer scharfen Protesterklärung des Sozialisten Gedschkei gegen den Entwurf erhob sich der Pole Jarhscinsky naniens des Polenklubs und sagte: Das Gesetz verletze die Grundlagen des Oktober-Manifestes und sei nicht nur die Fortsetzung, sondern eine Verschärfung der alten Vergewaltigungspolitik gegen die Polen.

Irarr irrer ch.

Der in Reims tagende Kongreß der unabhängigen Sozialisten nahm mit 30 gegen 5 Stimmen einen Antrag an, worin es heißt, daß die Sozialisten nur auf der reckten Seite Feinde sehen dürften und daß den verschiedenen sozialistischen Verbänden freie Hand gelassen werden muß, um entsprechend den Wahlnotwendigkeiten Alliancen zu schließen. Die Volks­interessen der Republik und der Demokratie ständen über den Interessen der verschiedenen Fraktionen der republi­kanischen Partei.

In Toulon kam es zwischen Matrosen des Panzer­schiffes „Conds" und anderen Matrosen zu einem blutigen Zusammenstoß. Als Gendarmen erschienen, wurde gegen diese Front gemacht und Revolverschüsse gegen sie abgeseucrt. Dank des sosortigcn Erscheinens polizeilicher Verstärkung konnte die Ruhe wicderhergestellt und zahlreiche Verhaf­tungen vorgenommen werden.

Aus Nancy wird gemeldet, daß dort — ähnlich wie in Paris — Telegraphendrähte in der Umgegend zerschnitten wurden. Die Organisation der Anarchisten in Paris forderte eine Anzahl Anarchisten aus der Provinz auf, in der Nacht vom Montag auf Dienstag und in den folgenden Nächten derartige Zerstörungswerke auszuführcn; es empfahl aber, nur die staatlichen Leitungen zu be­schädigen und die Leitungen der Eisenbahnen nickt anzu­tasten, um nicht die öffentliche Meinung gegen sich zu er­regen. Auf die Täter wird eifrig gefahndet.

Belgien.

Auf die durch die Bilderverkäufe des Königs hervorgc- rufene sozialistische Interpellation in der Kammer, was die Regierung zu tun gedenke, um das Außerlandegehen von Kunstwerken zu verhindern, erklärte der Unterrichtsministcr, die Zeitungsnachrichten seien übertrieben. Es sei nicht angängig, den P r i v a t b e s i tz mU dem National- b e s i tz zu verwechseln. Ein Gesetz in dieser Richtung würde wenig nützen; wichtiger wäre eine höhere Staatssubvention für die Kunst.

gpmüen.

Das Befinden des Königs Alfons, der beim Polospicl mit dem Pferde stürzte und leichte Quetschungen erlitt, gibt entgegen anderslautenden Gerüchten zu keinerlei Besorgnis Anlaß.

Trrrlrer.

Die Kaiserbriese im Jildis.

Die „Pol. Korresp." in Wien erklärt nach Informatio­nen, die ihr äus Konstantinopel zugegangen sind, daß die Meldung, der deutsche Botschafter Frhr. Marchall von Bieberstein habe die Herausgabe der unter den Papieren Abd ul Hamids gefundenen Briefe Kaiser Wilhelms ver­langt, eine tendenziöse Erfindung/ei. Die Vorgefundene:- Korrespondenzen seien ausschließlich Höflichkeits- kundgebungen ohne jeden politischen In­halt und cs liege kein ersichtlicher Grund vor, ihre Aus­lieferung zu betreiben.

Abd ul Hamids Vermögen fällt an den türkischen Staat.

Dem „Osman. Lloyd" zufolge verzichtete Abd ul Hamid ruf sein in den ausländischen Banken liegendes Vermögen zugunsten des Staates. Dieser Verzicht ist auf folgcnoe Weise zustande gekommen: Der Vertreter der Regierung er­klärte dem Ersultan, der Verzicht sei unerläßlich, dcssn zo lange Abd ul Hamid über ein großes Vermögen verfüge, bestehe die Gefahr, daß er Treibereien gegen die Verfassung inszeniere. Nun stellte Abd ul Hamid die Sicherheit der Zukunft seiner Kinder und seine persönliche Freiheit zur Be­dingung. Man antwortete ihm: Die Zukunft seiner Kinder sei durch die Verfassung gewährleistet; ihm die persönliche Freiheit zu gewähren, sei vorläufig unmöglich, das hange vielmehr von seinem ferneren Verhalten ab. Darauf erbat sich Abd ul Hamid eine Bedenkzeit von 24 Stunden. Als nach dieser Zeit der Unterhändler wiedcrkam, überreichte ihm der Exsultan vier offene Briefe, worin die Banken zu,r Auszahlung an die türkische Regierung angewiesen werden.

Die Sühne für Adana.

Eine an die Pforte gelangte Depesche meldet, daß das Kriegsgericht in Adana neun Muselmanen und sechs Armenier der Urheberschaft an dem Blutbade schuldig er­kannte und zum Tode durch den Strang verurteilte. Das Urteil wurde sofort vollstreckt. Sechs andere Muselmanen wurden zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt.

Die Orientbahnangelcgenheit.

Die Direktoren der Orientbahn und der stellvertretende Direktor Dr. Karl Helfserich der Deutschen Bank in Berlin verhandelten mit der Kommission und den ..-tmistern über die Orientbahnangelegenhi.it, ohne zu einem Abschluß zu

Mresdrrdener TaZMiM«. Abend-Ausgabe, 4. Blatt.

Nr. 252.

kommen, da sie das Angebot der Pforte für ungenügend

fanden. Auf Grund der Angebote der Pforte verlangten sie telegraphisch Instruktionen von dem Verwaltungsrate. Sie werden am Mittwoch vor Beginn des Ministerrates dre allerletzten Konzessionen bekannt geben. Bis jetzt wurde nur über Ziffern verhandelt, von anderen Bedingungen war noch keine Rede.

©

Blättermcldungcn zufolge wurden in Damaskus einige reaktionäre Notabeln, die Mitglieder der mohammedanischen Union sind, verhaftet.

Die streng- polizeiliche Bewachung, unter der bisher das Wohnhaus Kiamil-Paschas in Konstantinopel gestanden hat, ist angeblich aus Rücksicht auf England aufgehoben worden.

380 Angestellte des Jildispalastes, die seinerzeit als Ge­fangene nach Saloniki gebracht wurden, sind in Freiheit ge­setzt und in ihre Heimat abgeschoben Kveta.

Wie von gut unterrichteter Seite mitgeteilt wird, wurde über die kretische Frage zwischen den Kabinetten der vier Schutzmächte ein Meinungsaustausch eingeleitet, der daraus abzielt, eine vermittelnde Ausgleichung zwischen den Wünschen der Griechen mit dem Standpunkt der Jungtürken zu finden.

Ueverrrrgfe Sing, er».

Die Alaska-Nukon-Pacific-Weltausstellung in Seattle, die vornehmlich die Entwickelung des Nordwcstens und Alaskas seit der kommcrzicllen Erschließung der weiten Ge­biete am Pacific sowie deren ungeheure natürliche Hilfs­quellen zeigen soll, wurde gestern eröffnet. Das Zeichen zur Eröffnung gab Präsident Taft von: Weißen Haus, indem er durch einen Druck aus einen elektrischen Knopf das ungeheure Räderwerk in Bewegung setzte. Die Ausstellung wurde mit einem Kostenaufwande von 10 Millionen Dollar vorbereitet; die Bauzeit betrug zwei Jahre. Eines der interessantesten Gebäude ist das Alaskahaus. In dem riesigen Foreign Palace befinden sich die Ausstellungen Deutschlands, Frank­reichs, Englands und anderer Länder; sehr umfangreich sind die den Philippinen, Hawai und Japan cingeräumten Ab- teilungen. Die deutsche Abteilung spiegelt die Beteiligung Deutschlands am Handel im Stillen Ozean wieder.

Die „New York Times" weist in einem Artikel energisch die Zumutung zurück, daß die Amerikaner gemeinsame Sache mit England machen sollten gegen Deutschlands angebliche Pläne zur Eroberung der Seeherrschaft. Deutschland hab- gewiß keinerlei Absichten gegen Amerika, auch nicht gegen Brasilien, entmutige sogar die Auswanderung, über­dies sei eine aggresiive Politik unmöglich ohne Zustimmung des deutschen Volkes, und dieses sei keineswegs abenteuer­lich gesinnt. «

Die „New York Tribüne", Organ der republikanischen Partei, schreibt: Die Debatte im Senat über den Lohn- bcricht bewiese abermals die Mängel der amerikanischen Art, Tarife zu machen. Das authentische Material über die Produktionskosten im Ausland sollte dankbar entgegen- gcnommen und ernsthast erwogen werden. Das Blatt be­zeichnet die Haltung der Führer des Senats als unglücklich.

SKdafvikra.

Die Heuschrcüen-Konfercnz in Kapstadt hat, Wie man der „Deutschen Post" berichtet, diesmal wieder unter Beteiligung Deutschlands, bezw. Deutsch-Südwest- asrikas, stattgesunden. Man hat beschlossen, davon abzu- schen, die Heuschrecken in dem eigentlichen Ursprungslande, der Kalahari, aufznsnchen, weil das zu kostspielig ist, ferner keine genügenden Kommunikationsmittel Vorhänden sind und man befürchten muß, bei den dortigen Eingeborenen auf Widerstand zu stoßen. Interessant war die Feststellung F. Thomsens, des Leiters der Abteilung für Heuschrecken- belämpfung in Transvaal, daß durch den Kampf gegen die Heuschrecken in Transvaal allein für 2 Millionen Pfund Sterling Feld- und Gartensrüchte gerettet worden seien. Die Unkosten dafür beliefen sich auf rund 13 500 Pfund Sterl., doch hofft man auf Ersparnisse, sobald durch Gesetz Private mehr als bisher heranqezogen werden können, um Arbeiten zu verrichten, welche jetzt von Beamten des entomologischen Instituts besorgt werden.

Luftschiffe und Aeroplune.

„Groß 1" und „Parseval 2" vor den japanischen Prinzen. Am Dienstagvormittag wurden auf dem Tegeler Schießplatz von den beiden japanischen Prinzen Kuni und Nashimoto und ihren Gemahlinnen die Luftschiffe „Groß i" und „Parseval 2" besichtigt. Den Führer machte Major Groß selbst. Man zeigte zuerst den Militärfesselballon, in den-, auch einer der Herren des Gefolges einen kurzen Aufstieg wagte. Alsdann fand Manövrieren mit den beiden Lenk­baren statt, wobei alles tadellos klappte, was die helle Be­wunderung der japanischen Prinzen hervorrief. „Groß 1" vollsührte dabei ein ganz neues Manöver. Während der Fahrt entleerte er die vordere Spitze des Ballons vollständig von Gas und drängte es in die Hintere Spitze zusammen, so daß die vordere Spitze vollständig schlaff herabhing. Auch dieses Manöver gelang vorzüglich.

Die Lenkbnllons des Auslandes.

M. Montpellier, 1. Juni. Gestern. abend landete in der Nähe von Montpellier ein Ballon des schweizerischen Luftschifferklubs, in dem sich 5 Her.-en befanden. Ter Ballon war um 8 Uhr tnorgens in Bern aufgestiegen.

hd. Paris, 1. Juni. Ein englischer ^Luftschiffe,- namens Singer hat in der Nacht ä»m -samstag im Luftballon den Ärmelkanal in Gesellschaft zweier anderer Luftschiffer ii b e r f l o g e n.

hd. Paris, 2. Juni. Die französischen Lenk­ballons werden in den nächsten Tagen ihre Ver­suchsfahrten wieder aufnehmen. L e b a u d y soll be­reit« Landungsversuche machen. Der Ballon „Ville de Pari s", der in Verdun stationiert ist, wird seine Fahrten gleichfalls fortsetzen, ebenso der Ballon „R s publique".

1 Was die im Bau befindlichen Luftschiffe „Komman­

dant Pörard" und „Liberts" betrifft, so wird ihre

Abnahme durch die Militärbehörde von dem Ergebnis der im Juli vorzunehmenden Probefahrten abhängen.

hd. New York, 2. Juni. Das lenkbare amerika­nische Luftschiff flog gestern beim Forr Omaha gegen eine Telegraphen st ange und erlitt e r n ste Beschädigungen. Personen wurden nicht verletzt.

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Aus Stadt und Sand.

Wiesbadener Nachrichten.

Wiesbaden, 2. Juni.

Ausstellung Wiesbaden 1909.

XXV.

Die Pfingstfeiertage, man rechnet ja npprger- weise mit dreien, brachten der Ausstellung den ersten Massenverkehr. Am Sonntag wurde sie z. B. von rund 21 400, am Montag von 20 000 Personen besucht. ^ Es läßt sich nicht abstreiten, daß das herrliche Wetter einerjelt- den Verkehr begünstigt, aus der anderen Seite aber hmt- angehalten hat. Begünstigt insofern, als viele tauseno Personen aus dem Rheingau und der ferneren Nachbar­schaft Wiesbadens nach der Stadt kamen, in der ausge­sprochenen Absicht, die Ausstellung zu besuchen, und zuruck- aehalten in der Beziehung, als Abertausende aus der Stadt und deren nächster Umgebung die wunderbaren Sonnentage zu Ausflügen in die schattigen Waldgebiete des Taunus, an die kühleren Ufer des Rheins benutzten. Wenn das Wetter schwankend gewesen wäre, hätten diese vielen tau­send Psingsttagstouristen ihre Reisepläne zurückgestellt und sich mit dem Besuch der städtischen Sehenswürdigkeiten und Vergnügungsstätten begnügt. Dazu kommen noch mancherlei Abhaltungen anderer Art: große Vereinsseste — wie der Bierstadter Sängerkrieg — und dergleichen. Aber wre dem auch ist: mit dem Besuch der beiden ersten Psingsttage darf man immerhin schon zufrieden sein, und da er sich in einem erheblichem Prozentsatz aus der Bevölkerung des Rheingans und der ferneren Nachbarschaft zusammensetzte, darf auch ans einen entschiedenen Wandel gerechnet werden. Diese Leute haben bisher nämlich im Besucherkreis der Ausstellung gefehlt. Bisher hatte sie nur mit dem Wies­badener Besuch und dem gelegentlichen Fremdenverkehr ge- wirtschastet. Wiesbaden ist aber trotz seines Großstadt­charakters zu klein und der Fremdenverkehr jetzt noch zu gering, um eine so großzügige Veranstaltung dauernd be­leben zu können. Dazu bedarf es der Bevölkerung der Nachbarschaft im weitesten Umkreis. Diese war Sonntag und Montag in der Ausstellung. Wir haben Gelegenheit genommen, einzelne dieser Besucher über ihre Eindrücke zu befragen, und die Antwort läßt hoffen, daß ein jeder als überzeugter Werbeapostel der Ausstellung in die Heimat kehrt, um von seiner Befriedigung über das Gesehene und Gebotene Zeugnis zu legen. Darin aber liegt der Wert der beiden Tage. Die persönliche Empfehlung muß der Ausstellung neben den Reklamemaßnahme,r der Ver­waltung, neben ihrer eigenen werbenden Kraft den Massen­besuch schaffen, auf den sic nun einmal angewiesen ist. Es ist jeder Besucher nicht nur gestern, sondern bisher über­haupt aus seine Rechnung gekommen, gleichviel, ob er die gewerbliche Abteilung besuchte oder im Vergnügungspark Zerstreuung suchte. Die Ausstellung ist reichhaltig und schön; es hat noch nie eine Stadt von der Größe Wies­badens gegeben, die mit einer so großzügigen Ausstellung auswarten konnte. Das Vertrauen, das die Veranstalter in ihre Landsleute gesetzt haben, cs sollte nicht getäuscht wer­den, und Ehrensache müßte es für jeden Nassauer und Rheingauer sein, die Ausstellung in jeder Hinsicht zu for­dern und durch häufigen Besuch zu unterstützen.

Die letzten Tage haben wiederum mancherlei Neues ge­bracht. Da ist zunächst die K i n d e r b r u t a n st alt auf­gemacht worden, jener merkwürdige Apparat, der zu früh geborene oder schwächliche Säuglinge unter Lcbensbedin- güngen auspäppeln will, die seiner vorgeburtlichen Um­gebung entsprechen. Wie Kücken sollen also die jungen Menschenknospen ausgebrütet werden. Die Anstalt, sie wird uns noch beschäftigen, fand beim Publikum ein sehr lebhaf­tes Interesse. Im steigenden Maße wendet sich jetzt auch die Aufmerksamkeit der Menge dem Meer-Aquarium zu, das nach seiner Neubesetzung eine solche Reichhaltigkeit an Tiefseetieren verschiedener Meere aufweist, wie kein Unter­nehmen ähnlicher Art. Wer nür irgend ein Interesse hat für naturwissenschaftliche Beobachtung, sollte sich den Genuß eines Besuchs nicht versagen, und jeder andere sollte dieses Unternehmen aussuchen, um sein Wissen zu mehren und sich mit Lebensformen vertraut zu machen, die ihm in Zukunft vielleicht nie mehr begegnen.

Auch die ethnographische Schaustellung der Ausstellung das Regerdorf, war der Zielpunkt vieler Tausender, die mit großer Aufmerksamkeit und vielem Vergnügen das Leben der Schwarzen und ihre Belustigungen beobachteten. Wer materiellen Genüssen huldigte, vertrieb sich die Zeit ans der Rutschbahn, in der Waschanstalt, dem Messina- oder dem Biophontheater, alles Veranstaltungen, die während der Festtage die größte Anziehungskraft ausübten. Dem Patrioten gab das Panorama Gelegenheit, sich an einem der heldenhaftesten Abschnitte deutscher Geschichte zu er­freuen. Die anderen aber fanden in Oberbaycrn ihre Rech­nung, dessen künstlerische originelle Anlage fortgesetzt eine große Zugkraft ausübt, oder im Ausstellungscafs bei Lederer und im Hauptrestaurant, wo cs sich bei dem Konzert der berühmten Salonkapelle des Casos oder dem Militär­konzert recht angenehm plaudern ließ, den Blick auf de» von Leben erfüllten, an künstlerischen Motiven reichen Hauptplatz der Ausstellung. Später zauberten dann die Beleuchtungseffekte des Springbrunnens und der Faffaden- beleuchtung märchenhafte Lichtwunder aus die dunkle Tafel der Nacht und ließen Zeit und Stunde bei kurzweiliger Un­terhaltung vergessen.

Es waren wieder einmal drei schöne erfolgreiche Tage, die die Ausstellung hinter sich hat. Es werden ihnen noch viele andere folgen. L. Anders.

— Angekommene Gäste. Es sind hier eingetrosten. stofkamMerpräsident v. Bassewitz aus Gotha -im „Hoter Metropole und Monopol", und Prinz Wolfgang W i t t g e n - itein aus Cassel tm „Sotel Rose".