Nr. 345.
Morgen-AudgaSe, 1. Blatt.
Wiesdrrdesrer TagblaLL
Kreirag, 38. Mai 1r»riL>.
Seite 3.
jviele Konkurrenz-Fabrikate von dieser Firma ubertroffen toobden. „Hansa“-PuAdingpulver wird aus den allerfernsien Liohmateriatien hergestellt und erreicht jeder Kirchen, der hiermit gebacken wuöde, eine unerwartete Große. ^-ie Kuchen And dadurch auch leicht verdaulich und bekömmlich. „Hanta = Müddingpulver wird aus allerfeinstem MmSpuder^ hergestellt und ist dieses Produkt, mit Milch und Zucker gekocht und als
ä iubding serviert, die. nahrhafteste Speise für Gezunde, kranke, Rekonvaleszenten und Kinder.
Nassavischc Nachrichten.
HO. Laufenselden, 26. Mai. Gestern waren 33 Renten- zkmpfänger von hier nach Langcnschwalbach aufs Land- ^atscmit geladen, wo in Gegenwart des Sektionsvorstandes .eine Hauptuntersuchnng ihrer Leiden vorgenommcn wurde.
Nächsten Samstag findet hier ein Lokaltermin der Kommission zur Auswahl für Simmcnthaler Viehrasse statt, woran auch der Landrat des Kreises teilnimmt.
u. Vom Schwarzbach, 26. Mai. Die Schule in jNiederseelbach feiert in diesem Jahre ihr dreihundertjähriges Bestehen. Ihre Begründung Mt also in die Zeit vor dem dreißigjährigen Krieg, in der in unserem Lande Dorfschulen noch zu den Seltenheiten gehörten. Niedernhausen hatte um 1609 noch keine Schule. ,Dort wurde eine solche erst um 1700 errichtet. Die Jugenv pon Niedernhausen mußte daher ihren Wissensdurst in Niederseelbach stillen, was keineswegs eine angenehme Aufgabe war, zumal der Unterricht in damaliger Zeit nur im Kerbst und Winter abgehalten wurde, während der Sommer »me große Ferienzeit bildete.
u. Griesheim, 26. Mai. Die Gemeindevertretung bewilligte 3000 M. für ein Preisausschreiben zur Erlangung von Entwürfen für einen Rathausneubau, der .800 000 bis 280 000 M. kosten soll. Gleichzeitig genehmigte hie Vertretung den G a s v e r t r a g mit der Gemeinde iSchwanheim, der auf 10 Jahre lautet. Das Gas kostet bei Lieferung bis an die Mainbrücke bei 100 000 Kubikmeter TI Pf. und bei 200 000 Kubikmeter 10 Pf. das Kubikmeter. Schwanheim führt, die Rohrleitung im Orte selber aus. Man berechnet sie auf 80 000 M.
Aus der Umgebung.
— Frankfurt a. M., 27. Mai. (Eigener Drahtbericht des .Wiesbadener Taqblatts“.) Gestern früh fiel in der Höchster Straße ein öjähriger Junge namens Miller in einen Waschkessel mit kochendem Wasser. Die erlittenen Brandwunden sind so schwere gewesen, daß der Knabe denselben heute nacht erlegen ist.
* sr. Sayn, 25. Mai. Unheimliche Gerüchte verbreiten, nach der „Cobl. Ztg.", vom Westerwald kommende Leute in der ganzen Gegend über eine in dem Dorfe Mai- Meid bei Dierdorf ausgebrochcne furchtbare Krankheit, die innerhalb von drei Tagen schon 21 Opfer gefordert habe; nach anderen Mitteilungen sollen gestern morgen schon 27 Personen gestorben gewesen sein. Allerlei gefährliche Krankheiten, wie schwarze Pocken, Genickstarre, Cholera, Beulenpest und andere werden von den aufgeregten Bewohnern genannt, und fast alle Leute stimmen in der Beschreibung der Krankheit darin überein, daß die meisten befallenen Personen blau-schwarz werden und der Hals vielfach mächtig arischwelle. Es wäre wünschenswert, wenn von den mit der Untersuchung und Behandlung betrauten Ärzten oder von anderer maßgebender Seite bald eine bestimmte beruhigende Erklärung erfolgen würde über die sestgestellte Krankheit, die von besonneneren Elementen für eine stark aufgetretene Lungenentzündung gehalten wird; da es unwahrscheinlich erscheint, daß auf einem abgelegenen, sonst gesunden Westerwalddorfe eine der vorgenannten übertragbaren Krankheiten plötzlich aufgetreten sein soll.
= Rieder-Saulheim, 26. Mai. Zum großen Gesangswettstreit dahier an Pfingsten verkehren außer den fahrplanmäßigen Zügen aus der Strecke Mamz-Alzey nach- folaende Gonderzüge: Ab Mainz 7,20 vorm., an Rrcder- Saulheim 8,10 vorm: ab Mainz 11,34 vorm., an Rreder- Saulheim 1.2,15; ab Rieder-Saulheim 8,09 nachm., an Mainz $58 nachm.; ab Rieder-Saulheim 9,14 nachm., an Mainz $58 nachm. Die Züge Hallen an allen Zwischenstatroneu. Der historische Festzng findet um 2j4 llhr nachmittags statt.
Gerichts laal.
Barriere und tvollte zu seinem Bruder auf die Anklagebank eilen. Er wurde jedoch vom Gerichtsdiener und von Polizeibeamten sofort festgenommen und eingesperrt.
Bestätigtes Todesurteil.
uP. Leipzig, 26. Mai. Das Reichsgericht verwarf die Revision des Bautechnikers Franz Maagh, der vom Schwurgericht Trier am 4. Mai wegen Ermordung des Kaufmanns Regel in einem Eisenbahnwagen 2. Klasse zum Tod verurteilt wurde.
KpnrL.
* Fußball. Die Fußballsaison geht letzt immer mehr ihrem Ende zu, und was für den Sportinteressenten das Mißlichste ist, die Wettspiele werden, immer weniger. Eine angenehme Äusrüttelung bringen deshalb die Feiertage. Wäb^enlb iber „0 s £»oriüeretn Sbie^lKtben uitb ibct „1. tobenct Fußballklub von 1901“ sich erstklassige Gegner nach Wiesbaden verpflichtet haben, wird die 1. Manmchast des „Wiesbadener Fußball v e r e l n s . eine Reise nach SüAdeutschland unternehmen.- Am 1. Feiertag sieht freut Karlsruhe der 1. Mannschaft des „Fußballklubs Muhl- bürg" gegenüber, während sie,-am 2. ^ge rn Baden- Baden ein fälliges Retoursprel gegen idre l.„ Mannschast des „FuMallvereins Baden-Baden 1902" anstragt, ^.etztere Mannschaft dürste noch von ihrem ersten Spiel gegen den „Wiesbadener Fußballverein“ aii Weihnachten bekannt sein, bas letzterer knapp mit 1:0 gewann, auch die. erstere Mannschaft ist kein zu unterschätzender Gegner. Wünschen wir der jungen Wiesbadener Mannschaft gegen ihre süddeutschen
Gegner in Wiesbaden. Erstklassige west
deutsche "Mannschaften, darunter München-Gladbach, der diesjährige westdeutsche Meisterschaftsklub, sowie die erste glaste SuAdeutschlaüds, wie „Psorzheimer Fußballklub , »Karlsruher Fus'ballverein“, Mannheimer „Virtoria“ u. «. mehr,
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Vermischtes.
Der Spionageprozeß Schwcng. vb. Leipzig, 26. Mai. Vor dem Reichsgericht be gnnn heute der Spionageprozeß gegen den Kaufmann Schwcng und Genossen wegen Verrats militärischer G e h e i m n i ss e. Der Antrag auf Ausschluß der Öffentlichkeit wurde abgelehnt. Die Angeklagten Schweng und Bohn werden beschuldigt, den Versuch gemacht zu haben, einem Agenten der französischen Regierung namens Renault Pläne der Festung Ist ein zu verschaffen und Patronen für die Jnfanteriegcwehre, sowie Schrapnells und andere Geschosse für die Feldkanonen zu liefern. Die Frau und die Mutter Schwengs sollen Beihilfe gelistet haben. Schweng ist in der Hauptsache geständig, daß er sich an einen deutschen V i z e w a ch t m e i st e r und andere Personen gewandt habe. Mehrmals habe er auch kleine Mengen Pulver erhalten. Von dem französischen Agenten habe er 800 Frank bekommen. Seine Tätigkeit habe er nicht für die eines Spions gehalten. Bohn bestreitet die Schuld. Den Briefverkehr Schwengs hatte seine Mutter vermittelt, während der Verkehr des erwähnten Vizewachtmeisters mit den Angeklagten mit Genehmigung der Vorgesetzten erfolgte. Während der Vernehmung der achtzehn erschienenen Zeugen bekam der Angeklagte Schweng einen epileptischen Anfall, weshalb die Sitzung auf eine Viertelstunde unterbrochen werden mußte. Die Beweisaufnahme wurde im Laufe des Nachmittags zu Ende geführt. Der Sachverständige Medizinalrat Thümmler gab sein Gutachten dahin ab, daß der Angeklagte Hysteriker, in der Zurechnungsfähigkeit aber nur wenig behindert sei. Morgen beginnen die Plädoyers.
Leipzig, 27. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Im 'Spionageprozeß Schweng beantragte der Reichs- anwatt, sämtliche Angeklagten schuldig zu sprechen. Während der Ausführungen des Reichsanwalts bekam Schweng wieder einen epileptischen Anfall, so daß eine Pause eintre- teu.mußte, da sprang der Bruder Schwengs über die
7 . i Berliner „Union“ 2 :2 sowie am 9. Mai gegen die BraünsMveiger „Eintracht“, welche am Pfingstsonntag auch aus dem Sportplatz mit dem „1. Wiesbadener Fußballklub um die Siegesehren ringt, bedeuten hervorragende Leistungen. In der Mannschaft spielt Ävbrecht, der Internationale im Länidevwettstreit gegen England, Rechtsaußen, Wwie weiterhin Risa. Dietze und Lenz, welche im Kampfe um den Kronprinzenpokal in der revraientatwen Mannichaft Mitteldeutschlands spielten und über die repräsentative Mannschaft SMdeutschlaüds mit 5:2 Sieger bleiben konnten, Da dieses Spiel 'das letzte der 1. Mannschaft des Sportvereins m dreier Saison ist, so dürfte die Mannschaft alles aufbieten, um dem starken Gegner erfolgreich die Spitze bieten , zu rönnen und dadurch einen guten Abschluß ihrer diesiahrigen Spreliarlon heranszu'brin^en. ^Das Spiel beginnt am 2. Pftngstfeiertage»
nachmittagsRheinischen Motorjachten hat in diesem Krübiahr bemerkenswerten Zuwachs erfahren. Der nam- bafteste besteht in der Klubjacht „Jan von Werth des Rheinischen Motorjachtklubs in Cöln, welche ein Stählschii» ist und von der Neuen Automobil-Gesellschaft in Berlin geliefert wurde, während der Bau des Schiffes von den Motorbootwerken Hoffmann li. Ko. in Potsdam ausaefuhrt wurde. Sie ist die größte deutsche Klubjacht, und bietet.16 Pevwnen Wckhnaole'genheit mit aller Bequemlichkeit für längere Flußober Seereisen. Eine zweite Motorjacht, welcae, ebenfalls zu den größten und'elegantesten Deutschlaüds gehört, ist die Aloha Oe“, welche von Dr. Lürssen in Vegesack bei Bremen für öen Majoratsherrn R. v. Earstanjen in Godesberg a. Rh. evbaut wuridc. Sie stellt ebenfalls ein schnelles Reiseschiff für und See für eine Eignerfamilie mit Bedienung dar. Beide Jachten, welche .gegen 20 Meter lang und gegen 3% Meter breit sind, werden gelegentlich der diesfährigen Rhein- Motoüboot-Regatta. welche von Mannheim nach Holland führt, auch bei Biebrich zu sehen, sein. Eine dritte, noch größere Motorkreuzerjacht befindet sich zurzeit, bei der letztgenannten Werft für den Grafen Tokano in CAn noch im Bau.
* Hundeausstellung in Frankfurt a. M. Das Programm der 10. großen internationalen Ausstellung von Hunden aller Rassen, die der Verein der Hundesreunde am 6. und 7. Juni in der Landwirtschaftlichen Halle veranstaltet, ist erschienen und kann van der Geschäftsstelle Georg Schlett,^ Frankfurt >a. M., Gartenstraße 29, bezogen werden. Diese khno- logische. Veranstaltung, die im größten Stile geplant ist, findet iinter .den Satzungen des Kartells der .SpezralkluDs statt: sie verspricht eine der größten ihrer Art zu werden. 13 Spezialausstellungen sind mit ihr vereinig:, die von den SpeziaMubs aus das glänzendste dotiert sind. Unter anderen Spezialausstellungen die des Teckelklub, Klub Kurzhaar, Griffonklub, Boxerklub, Setterklub, Pointerklub, Dobermannpinscherklub usw. Alles nähere ergibt das reichhaltige Programm. Meldeschluß: 30. Mai. Programme durch obige Geschäftsstelle.
sr. König Eduards „Minoru" gewinnt das englische Derby. Setten hat die Ebene von Epsom größere Menschenmassen gesehen als am Mittwoch bei der Entscheidung des diesjährigen Derby. König Eduards „Minoru" war schon seit seinem Siege in den Two Thousaud Guineas heißer Favorit für das klassische Ereignis und trug die Hoffnungen von ganz England. Für den Kampf um das „blaue Bandfand sich ein Feld von 14 Pferden am Start ein, von denen besonders der in Amerika gezogene „Sir Martin" als gefährlicher Gegner für „Minoru" angesehen wurde. Der Hengst schied aber infolge einer Karambolage, die ihn zu Fall brachte, aus dem Rennen. In der Distanz entspann sich ein heißes Ringen zwischen „Mrnoru", „Louviers" und „William the Forlh", aus dem der von Jones gesteuerte Hengst des Königs um einen Kopf als Sieger über „Louviers", der von dem französischen Championjockei Stern geritten wurde, hervorging. Eine halbe Länge zurück folgte „William the Forth" vor „Valens . ,Wetten 7:2, 9:1, 20:1. Platzwetten 5:4 „auf", 6:4, 4 : 1 . Komg Eduard wohnte mit der Königin der Entscheidung bei. .'Mmoru stammt von Cyllene a. d. Mother Siegel, fern Züchter ist Mr. Hall Walker, der den Hengst nur zur Ausnutzung auf der Rennbahn an König Eduard vermietet hat.
sr. Das erste internationale Lawn-Tennis-Match, voll denen, wie bereits gemeldet, in diesem Jahre mehrere geplant sind, gelangt zwischen einer deutschen und rri- s ch e n Mannschaft gelegentlich der internatronalen Pftngst- turniere des Lawn-Tennis-Klubs im G r u n e w a l d zum Austrag. Auf deutscher Seite stehen O. Kreuzer, Rahe, von Bisting, Schomburgk, Dr. Boelling und Widmann, während hei der irischen Mannschaft I. C. Parke an der Spitze steht.
* Geographie vom Eisenbahnwagen aus. Die vortreffliche Fachzeitschrift „Die Welt des Kaufmanns" (Herausgeber Johannes Buschinann, Rostock) veröffentlicht folgende Gedanken eines nachdenksamen Reisenden: „Ich
habe in letzter Zeit größere Reisen in Deutschland machen muffen, Reisen, bei denen oftmals die langen Fahrten tnt D-Zug die einzigen Musestunden für mich waren. Jn-
stinktmäßig drängte ich dann alle Gedanken an meine
Arbeiten zurück, suchte irgendeine die Sinne fesselnde Gegenwart zu erfassen, las bisweilen, meist Bücher, die die Vorstellungskraft stark anregen, noch lieber und häufiger aber schaute ich zum Fenster hinaus ins vorübereilende Land. Von den Einzelreizen der Landschaft als Bild, wie sie sich immer und immer wieder neu gruppiert und immer wieder
von neuem fesselt, möchte ich nicht sprechen. Das war's
nicht, was ich als das Besondere dieser weiten hastigen Fahrten empfand. Wenn ich vom Fenster meines Wagens binaussah in die Ebenen und die Talweitungeu, wenn da sich ein Höhenzug heranschob und wieder hinter uns blieb, dort ein Fluß, ein träger, dunkler Kanal gekreuzt wurde, wenn die großen bewegten Seen Mecklenburgs auftauchren und wir eine Weile lang am waldigen User entlang fuhren, uns dann durch den Forst hindurchwanden, wenn das kahle eintönige Flachland zwischen Halle und Magdeburg durchflogen wurde und dann wieder sandige Heide mit Wachholderpyramiden und roten Ziegelfachwerkbauten eine lange Strecke herrschten, wenn der Zug im rauhen Vogtlandc die schräge Abdachung des Erzgebirges hinaufklomm oder zwischen Fichtelgebirge und Böhmerwald ins Hopfenland hmabbrauste, wenn die Donau auf dröhnender Brücke überschritten wurde oder wenn die Bahn sich.durchs fchiefergraue, gewundene Moscltal schlängelte, wenn hier ein Strang ab- zweigte gen Osten und dort von Westen her ein Zug heran- eilte — dann trieb ich mit all diesen Beobachtungen praktische Geographie. Das war der eigenilichc Reiz dieser Fahrten, daß ich in ein paar Stunden halb Deutschland durchquerte und ein Stück Land, das ich auf der Karle allenfalls mit einem Blick umspannen konnte, im Zusammenhang — also gewissermaßen auch in einen einzigen langen Blick hineingedrängt — leibhaftig vor mir sah. Die papkerne Schülgcographie bekam Leben, und die gemeinhin etwas wirre, unübersichtliche Topographie des Landes ordnete sich zu der Klarheit eines Kartenbildes. Das nahm ich allerdings bald zu Hilfe, um über gewisse Zusammenhänge und Übergänge besser ins reine zu kommen. Die Namen jedes Wassers, jeder Orffchaft begannen mich zu interessieren, die Vorstellung von gewissen Entfernungen im Verhältnis zum ganzen Lande bedurfte der Nachhilfe, überhaupt ging es mir darum, die Relativität aller Erscheinungen, ihre Beziehung zu den nicht im Blickfelde liegenden deutlicher zu erfassen. Ich empfehle meine „Geographie vom Eisenbahnwagen aus" den Kaufleuten, die viel auf der Bahn sitzen. Mir ist Deutschland in seiner physikalischen Gestaltung, m seinen großen Zügen, in dem Rhythmus seiner Bodenoc- wegung, in seinen Vegetationszonen, in den Silhouetten vnd der Lage seiner Städte und dem Lauf feiner Flüsie setzt erst sicherer geistiger Besitz geworden."
Klenre Ch'rorrUr.
Erdbeben in Nordamerika. In Chicago wurde ein Erdbeben wahrgenommen und ebenso in ganz Nord-Illinois, Michigan, Wisconsin und Iowa. Die Gegenstände in den Zimmern mehrstöckiger Häuser schwankten stark.
Schwerer Bootsunfall. Ein Boot mit neun Arbeitern aus Gambsheim, welches Leute von der Arbeit vom badischen Ufer über den Rhein fetzte, schlug in den hochgehenden Wellen um. Fünf junge Leute im Atter von 20 bis 23 Jahren ertranken, zwei wurden an einer unterhalb liegenden Brücke gerettet; einer von diesen ist schwer krank. Zwei weitere Arbeiter konnten sich durch Schwimmen retten.
Hunde als Hühncrnrördcr. Hunde drangen nachts in die Eisenschmidtsche Geflügelzüchterei in Halle ein und bissen 300 junge Hühner tot. Der Schaden beträgt etwa
3000 M. ,,
Blitzschlag. Unweit des Pomolog'.schcn ^Instinkts zu Proskau schlug der Blitz in einen alleinstehenden Baum, unter dem mehrere Feldarbciterinnen Schutz gesucht hatten. Ein Mädchen wurde erschlagen und zwei Frauen erlitten Brandwunden. — Ferner wurde in Wilkau ein Arbeiter und in Wymyslowo ein 16 jähriger Arbeitsbursche vom
Blitz erschlagen. , _, , .
Scgclunfall. Der Festungsbau-Leutnant Schräder auf Lelaoland und sein Bursche unternahmen vorgestern abend eine Segelpartie in einem kleinen Boot. Der starke Süd- Westwind trieb das Boot von der Insel Helgoland ab. Nach einiger Zeit wurde der Offizier und sein Bursche vermißt. Ein Rettungsboot und zwei Schleppdampfer machten sich sofort auf die Suche, um die Vermißten zu finden. Die Verschwundenen gelten als verloren.
EUr Riesenwaldbrand herrscht im Halltal bei Innsbruck, der bis jetzt nicht gelöscht werden konnte. Das Feuer bedroht zurzeit das alte historische Kloster, weitbekannt unter dem Namen Restauration St. Margarethen. Aus Hall und Innsbruck gingen Feuerwehr und Militär ab.
Ams Mdern mrd fmrarim
» Bald Wilbungen. Die Königin von Württemberg sowie der Fürst und die Fürstin zu Waldeck und Pyrmont statteten sank jTUiTSYimacn am 22. Mai einen Besuch <ä*~
Preußischer Landtag.
Abgeordn-terrll-irs.
Eigener Drahtbericht des „Wiesbadener Tagblatts .
= Berlin, 27. Mai.
Auf der Tagesordnung stehen zunächst
Wahlprüfungen.
Bei den Wahlen der Abgeordneten Büchtemanrr (freis. Vpt.) und Wagner (freif. Vpt.) wurde Beanstandung und Beweiserhebung beschlossen. Die Wahlen der Abgeordneten M e y e i - Rottmannsdorf (freikons.) und W o l l k o w s k i (kons.) wurden für gültig erklärt.
Es folgte
die dritte Lesung der Sekundärbahnvorlage wobei nock zahlreiche lokale Wünsche vorgcbrachl wurden. Es wünschte u. a. Abg. Heckenroth (kons.) den Nilttckiluk! des Westerwaldes durch eine Bahn Marien-,
