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Nr> am. Abcud-Ausg,rbe, 1, Blatt.

baden. Der bequemste Weg führt über Sonnenberg (bis dahin kann die elektrische Bahn benutzt werden) nach Rambach und von da dem Markierungszeichen gelbe oder rote Striche folgend nach dem Kellerskopf. Marschzeit P/z vezw. 2 Stunden. Rückweg nach Rambach oder den gelben Pfeilen nach zur Pulvermühle-Niedernhausen und von da mit der Staatsbahn zurück.

Bachvcrcin. In der gestern abend im Vereinslokal rbgehaltenen Mitgliederversammlung wurde zunächst die Ausnahme von 14 neuangemeldeten Mitgliedern vollzogen. Alsdann erstattete die auf der vorigen Versammlung ge­wählte Finanzkommission ihren Bericht, aus welchem her­vorging, daß es der Kommission gelang, in der Zwischenzeit sämtliche an den Verein gestellte Forderungen auszuzahlen, so daß keinerlei Verbindlichkeiten mehr vorliegen. In den Vorstand wurden einstimmig gewählt: Als Vorsitzender

Herr Dekan Bickel, als Schriftführer Herr Jakob Staadt, als Schatzmeister Herr Ludwig Schweißguth; die Vor­standsmitglieder Herr Kapellmeister Gerhard, Herr Ober­leutnant Vierordt, Frau Dr. Franz bleiben im Amt. In den Ausschuß wurde gewählt Herr Rentner H. Helüing.

Von den v-Zügen. In den D-Zügen ist nach einer soeben ergangenen Anordnung den Reisenden mit Fahr­karten 3. Klasse nicht mehr gestattet, in den Gängen der Ab­teile höherer Klassen sich aufzuhalten. Auch dürfen die Reisenden sich nicht an die Fenster der Gänge stellen rmd so den Insassen der Abteile die Aussicht versperren. Nur die Insassen eines Abteils haben ein Recht aus Benutzung des davor liegenden Wagenfensters.

Eisenbahn Höchst-Liniburg. Die König!. Eisenbahn- direktion Frankfurt a. M. hat aus eine Anfrage mitgeteilt, daß der Entwurf für die Herstellung des zweiten Geleises e?uf der Strecke Höchst a. M.-Limburg bereits fertiggestellt sei. Den Zeitpunkt der Inangriffnahme der Bauarbeiter:, mit denen erst nach Genehmigung des Entwurfs und nach gesetzlicher Bewilligung der erforderlichen Mittel begonnen werden kann, vermag die Eiscnbahndirektion nicht anzu­geben.

Bahnhofspförtner. Die bisherigen Bahnhossporticrs bei der preußisch-hessischen Staatseisenbahnverwaltung füh­ren fortan den Titel Bahnhofspförtner. Ihr metallenes Brustschild erhält dementsprechend die Neubezeichnung. An ihren Funktionen wird nichts geändert.

Postankunftsstempel. Der zuständige Ausschuß der Handelskammer hat beschlossen, wegen des Wegfalls des Postanlunftsstempels auf Briefen vorerst keine Beschwerden bei der Postverwaltung zu erheben, wiewohl einzelne Be­schwerden aus dem Bezirk der Handelskammer bereits be­kannt geworden sind. Es sollen weitere Erfahrungen abge­wartet werden.

Modistinnen-Prüfung. Gestern fand durch die erste Vorsitzende der Prüfungskommission die Prüfung für Putz­macherinnen statt und haben dieselbe Fräulein Elise Diehl, Dora Kilb, Fried. Schilo, Luise Gerlach, Elis. Müller, Therese Merz, Erna Staat, Else Bruere, Fried. Marx und Grete Scholz durchweg mitgut" undsehr gut" bestanden.

Die Maikäfer haben uns in diesem Jahr mit ihrer oft lästigen Gegenwart verschont. Der: Spatzen, Amseln rmd Dorndrehern, dem Kuckuck, Häher, Star, Elster und Raben usw. ist dadurch ihr köstlicher Frühjahrsschmaus, aus den sie nach dem langen Winter Anspruch zu haben glaubten, schnöde entgangen. Nur eifrigen Buben gelang es ab und zu, einige ihrer beliebten Braunröcke in die Schachtel zu bugsieren. Die naßkalten Nächte anfangs Mar haben dem gefräßigen Käfer, der beim Massenaustritt ganze Eichenwälder ruiniert, den Garaus gemacht, und außer den vorgenannten Vogelartcn wird denselben kein Geschöpf eine Träne nachweinen.

Putzka-ten mit Hochwasserverschluß. Aus dem Ge­biet der Kanalisation hat Herr Ingenieur Joseph B e r - ninger zu Blankenburg ein Wiesbadener Kind eine sinnreiche Erfindung gemacht. Dieselbe ist ein Putz­kasten mit stets sicher wirkendem, nie verschlammendem, selbsttätigem Hochwasserverschluß, der die Möglichkeit bietet, sich gegen eintretendes Hochwasser zu schützen. Diese Er­findung ist außer bei dem Deutschen Patentamt auch für Österreich und Frankreich angcmeldei.

Bestrafte Vogelfänger. Das hiesige Schöffengericht hat dieser Tage wegen Vogelfangs die Maurer Winter­meyer und Kreß von Dotzheim mit 6 Wochen Haft und ,10 M. Geldstrafe belegt, weil sie eines Tages in einem Ge­hölz bei Dotzheim, W. zum soundsovielten Male, Leimruten gelegt hatten. Die Strafe siel bei W. besonders nüt Rück­sicht darauf so hoch aus, daß bei dieser Art des Vogelfangs den Vögeln ganz besondere Qualen bereitet werden.

Gnadengesuch eines Raubmörders. Wegen des vor etwa 23 Jahren an dem Rentner Christian Schneider in Biebrich (Mosbach) verübten Raubmords sind bekanntlich drei Personen vom Schwurgericht verurteilt worden. Zwei der Mörder wurden hingerichtet, der dritte aber verbüßt noch heute seine ihm damals zudiktierte lebenslängliche Zuchthausstrafe in Wehlheiden. Vor einiger Zeit ist von ihm ein Gnadengesuch cingereicht worden, aus welches der Entscheid zur Stunde noch aussteht.

Hausfriedensbruch. Gestern abend ungefähr um 11 Uhr bemerkten Bewohner der Sophien- und Alwiuen- straße, daß sich ein fremder Mann in den Gärten dort her­umtrieb und an den Fenstern klopfte. In einem Haus der Alwinenstraße gab sich der Betreffende als Polizcisekretär aus und mußten die Bewohner ganz energisch auf Ent­fernung drängen. Inzwischen kam ein Wächter der Wies­badener Wach- und Schließgesellschaft, Inh. Karl Ganzert, welcher von den Leuten aus die Sachlage aufmerksam ge­macht wurde, und nahm mit Hilfe zweier Bewohner der Alwinenstraße die Verfolgung des Verdächtigen auf. Man fand ihn in dem alten Knoopschen Terrain in den Hecken. Mit Hilfe eines Chauffeurs nahm der Wächter nach hef­tiger Gegenwehr den Unbekannten fest und brachte ihn mit dessen Hilfe auf das Polizeirevier.

Mißhandlung. Aus nichtiger Ursache entspann sich gestern früh 5 Uhr ein Wortwechsel zwischen den Aus­stellungsarbeitern Welcher und Klein. Letzterem machte jener Vorwürfe darüber, daß er das Arbeitsgerät nicht ordentlich ausgestellt habe und lvarf ihn: aus Wider­rede auch alsbald einen Blumentopf an den Kopf. Die Folge war eine klaffende Wunde. Dann aber nahm Wel­

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Wiesbadener Tagbirrtt. Dienstag, 25 . Mai isvs. Serie 3.

cher noch einen Knüppel und zerschmetterte mit einem Schlag den rechten Arm des Klein. Der Schwerverletzte wurde sofort dem Arzt zugeführt und der Täter aus der Ausstellung entfernt.

überfall. Ein hiesiger Bühnensänger und deffen Vater wurden gestern auf einem Spaziergang in den Kur­anlagen von einem Arbeiter aus einem Nachbarort, der den blauen Montag" dazu benutzt hatte, gnstatt zu arbeiten, dem Alkohol zu huldigen, in der unflätigsten Weise belästigt und schließlich sogar tätlich angegriffen. Die beiden Frauen, die sich in Begleitung der überfallenen befanden, gerieten in große Aufregung, auf ihr Angst- und Hülsegeschrei eilte ein Herr herbei, der von seiner Wohnung in der Parkstraße aus den Vorgang beobachtet hatte. Mit seiner Hülfe gelang es, den Unhold dingfest zu machen und die überfallenen vor ernstlichem Schaden zu bewahren. Es ist jedenfalls be­dauerlich, daß solche Ausschreitungen gerade in den Kur- anlagen Vorkommen. Die Polizei, wie das Aussichtspersonal der Kurverwaltung sollte diesen rohen Elementen ihre be­sondere Aufmerksamkeit zuwenden.

Lebensmüde. Die am Sonntag bei Schierstein ge­landete Leiche wurde als diejenige einer I7jährigeu Schneiderin von hier erkannt, welche seit Dienstag vermißt wurde. Was das junge Mädchen veranlaßt, den Tod im Rhein zu suchen, vermochte bisher nicht aufgeklärt zu wer­den. Liebeskummer, wie schon vermutet wurde, soll daver nicht im Spiele sein.

Ein Waldbrand war gestern abend gegen 7 Uhr in der Nähe der Griechischen Kapelle entstanden, der jedoch von Spaziergängern alsbald bemerkt und im Keime erstickt wurde, so daß die zu Hülfe gerufene Feuerwehr nicht mehr in Tätigkeit zu treten brauchte.

Nicht so schlimm, wie es den Anschein hatte, war der Zustand des Dachdeckers Georg Külpp, der angeblich durch einen Sprung in einem Neubau sich e.Hebliche innere Verletzungen zugszogen haben sollte. Dies ist erfreulicher­weise nicht der Fall gewesen, vielmehr bat sich herausgestellt, daß Külpp von einer schweren Kolik befallen worden war, die bald nach seiner Heimkehr sich besserte und heute früh ganz behoben war. Külpp geht bereits seiner Arbeit wieder nach.

Jmmobilien-Versteigerungen. Bei der zwangs­weisen Versteigerung 1. des der Johanna Bartholomä gehörigen Wohnhauses Philippsbergstraße 13 blieb Rentner Wilhelm B ü ch e r hier mit 25 500 M., 2. von zwei kleineren, den Eheleuten Cornelius S ch ä tz l e r und Architekt. Adolf Ober heim gehörigen Grundstücken an der verlängerren Philippsbergstraße Metzgermcister I. Kolb hier niit 6200 Mark, 3. des den Eheleuten Ferd. Fischer gehörigen Hauses Bahnhofstraße 8,zum Tannhäuser" Rentner Karl W. Leber hier mit 184 672 M. Letztbietender.

. Botanischer Ausflug. Morgen Mittwoch, den 28. Mai, veranstalten die Mitglieder der botanischen Abteilung de? .,N a s s a u i s ch e n Vereins s ü r Natur k u n d c" einen Ausflug in die Umgebung von Gonsenheim, Leniaberg und Königsborn. Die Abfahrt nach Mainz findet um 2 Uhr 53 Min. statt, von Mainz nach Gonsenheim 3 Uhr 18 Min. .Hier beginnt die Wanderung durch der: Wald nach dem Leniaberg und KönigSiborn. Die Rückfahrt findet abends über Mainz statt. Die Mitglieder sowie auch Gäste werden zur Teilnahme eingeladen.

Theater, Kunst, Vorträge.

* Volksthcatcr. Damstag, den 29. Mai, nachmittags 4 Nhr:Lügenmäulchen und Wahrheitsmündchen". Abends 84S Uhr: »Robert nnd Bertram".

m Ausftetlitng m

für ßanb werte, Gewerbe, Runft ===«*== und Gartenbau

Wiesbaden 1909

Der Besu ch der Ausstellung betrug am Montag, den 24. Mai, 5430 Personen, davon waren 3993 Inhaber von Dauerkarten.

In der am Freitag beendeten dritten Woche wurde die Ausstellung von 67 781 Personen, worunter 48 292 Dauer­karteninhaber, besucht. Insgesamt haben seit Eröffnung 193 211 Personen, davon 138 308 Abonnenten, die Aus­stellung besucht.

Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen hat aus seinem Museum im Schloß Reinhardshausen zu Erbach im Rheingau der Ausstellung für christliche Kunst eine werk volle Bereicherung durch Überlassung eines Lutherbil­des von Lukas Cranach zuteil werden lassen. Auch die Prinzeß Schönaich-Carolath zu Niederwalluf hat eine größere Anzahl interessanter kirchlicher Gegenstände zur Verfügung gestellt.

Bei der heute stattfindenden Festlichkeit wird der Männergesang-VereinH i l d a" in Stärke von 90 Mann unter seinem Dirigenten Hermann S k i l l g e r Mitwirken. Für Abonnenten wird kein Ausschlag erhoben.

Geschäftliche Mitteilungen.

* Die Friseurbedicnung vom 21. bis 23. Mai für den lrinzen Oskar von Preußen sowie der Herren im kaiser- ichen Gefolge wurde von Friseur A. Daehler, Nero- raße 10, ausgeführt.

Aus dem Landkreis Wiesbaden.

y. Sonnenberg, 23. Mai. In der letzten Sitzung der Sonnenberger Gemeindevertretung betraf der erste Punkt der Tagesordnung: endgültige Beschlußfassung über die Annahme oder Ablehnung des Vertrags mit der Stadt Wiesbaden über die Kanalisation Sonnen- b e r g s. Die Beratung über diesen außerordentlich wich­tigen Gegenstand dauerte mehrere Stunden. Die Verhand­lungen mit der Stadt, welche seit etwa 9 Jahren schweben, sind in den letzten zwei Jahren weiter gefördert worden und nun soweit gediehen, daß die Sonnenberger Gemeindekörpcrschaften zunl Abschluß des Verirags bereit sind. Vorher sollen noch einige nicht besonders wesentliche Ncbenfragen zur Erledigung kommen. Die Stadt Wies­baden hat sich leider zu einer weiteren Ermäßigung ihrer außerordentlich hohen Forderungen nicht bereit finden lassen; die Gemeinde Sonnenberg will aber denooch im ge­sundheitlichen Interesse die schweren Opfer bringen und die Kanalisation cinsühren. Hoffentlich nimmt die Stadt Wiesbaden Gelegenheit, sich bei einer anderen Frage

entgegenkommender zu zeigen. Die mit diesen Verhand­lungen miterledigte Frage wegen einer erweiterten Wasserabgabe an die Stadt Wiesbaden fand ebenfalls die Zustimmung der Versanunlung und wurde der Nachtrag zu dem bestehenden Wasserlieferungsvertrag ge­nehmigt. Für die Herstellung des Materials zur Auf­stellung von Fluchtlinien für die DistrikteBuchen" und Goldstein" wurden dem Antrag des Gemeindevorstandes entsprechend die Mittel bewilligt. Da Einwendungen gegen das Orlsstatut wegen der Maßnahmen gegen die Verunstaltung der Ortschaft Sonnenberg nicht erhoben wor­den sind, soll nunmehr der Erlaß desselben vorgenommen werden. Die Beratung über die Verfügung des Herrn Landrats vonl 26. Februar 1909, betreffend den Erlaß eines Ortsstatuts über die Reisekosten der Beamten, wurde wegen der vorgerückten Stunde vertagt. Der Entwurf des Orts­statuts soll jedoch inzwischen öffentlich ausgelegt werden.

-r. Igstadt, 24. Mai. Zurzeit gastiert hier im Saale der WirtschaftZur Eisenbahn" (Besitzer I. Kleinschmidt) eine Theatergeselljchaft unter der Leitung des Herrn Direktors Jakob Rausch aus Saarbrücken. Kurz vor Beginn der Vor­stellung am gestrigen Abend stürzte der größte von den 3 Kronleuchtern des Saales, an welchem sich 5 Petroleum­lampen befanden, zu Boden und zerschellte. Das am Boden sich schnell ausbreirende Petroleum explodierte, doch wurden die Flammen durch das beherzte Eingreifen des Herrn Direktors erstickt. Der Briefträger Klein und, der Arbeiter Schaf von hier, welche unter dem Leuchter laßen, trugen starke Kopfverletzungen davon. Ein Glück, daß dieser über dem freien Mittelgang hing. Andernfalls hätte das Unglück größer sein können. Der Saal war vollbesetzt, nnd das Publikum währte seine Ruhe, so daß die Vorstellung ohne weitere Störung verlief.

Nassauische Nachrichten.

Neuhof, 24. Mai. In einer der letzten Nächte wurde bei einem hiesigen Metzger ein gebrochen und etliche Schinken und ändere Kleischwaren nebst dem Inhalt der Tageskasse gestohlen. Obwohl an der Kasse eine Klingel war und die Familie des Bestohlenen direkt hinter dem Laden schlief, entkamen die Diebe ungestört.

n. Esch i. T., 24. Mai. Gestern fand die Einweihung des Diakonissenheims und das Jahresfest des Ver­einsFrauenhilfe" statt. Das Dorf war festlich geschmückt. Die Festpredigt hielt Herr Pfarrer Hasselbacher aus Karlsruhe, die Weiherede Herr Pfarrer Erwin Gros von hier. Das Diakonissenhaus ist ein hübsches, friedliches Ge­bäude, dem auch der künstlerische Schmuck nicht fehlt. Ein von Herrn Dr. Daniel ©reiner» Jugenheim a. d. B. ge­schaffener Christuskopf schmückt die Front. Eine Nachfeier fand im Saale des Gastwirts Lanz statt, wo Frau Konsi- storialprästdent Ernst-Wiesbaden, Pfarrer Hasselbacher und Pfarrer Gros Ansprachen hielten. Predigt und Weihe- rede der .beiden, auch durch ihre literarische Tätigkeit, namentlich in landfreundlichen Kreisen, bestens bekannten Geistlichen, sollen im Druck erscheinen und zum Besten des Heims verkauft werden.

r. Winkel, 24. Mai. Der Bürgerschaft wurde zur Kennt­nis gebracht, daß für das Jahr 1909 120 Proz. der Ein­kommensteuer, 180 Proz. der Realsteuern und 100 Proz. der Betriebssteuer als Gemeindesteuern zur Erhebung gelangen sollen. Es berührt hier sehr wohltuend, daß bei dem Umbau des jetzt der Gemeinde gehörigen vormals Rödlerschen Besitztums einheimische Geschäftsleute mit den Arbeiten be­traut wurden.

ro. Kemel, 24. Mai. Tie Fertigstellung unseres Doktorhauses schreitet rüstig vorwärts und wird das­selbe eine Zierde unseres Ortes werden. Augenblicklich werden Fenster itrib Türen eingesetzt, und ist zu hoffen, daß das Haus Ende Juli bezogen werden kann.

!! Weisel b. Eaub, 24. Mai. Hier ereignete sich am ver­gangenen Samstag ein trauriger Unglücksfall. Der bei Herrn Schmelzers hier in Diensten stehende Knecht Karl Reichardt fuhr, auf einem Wagen sitzend, ein Faß Wasser ins Feld. Durch irgend eine Ursache scheute das Pferd und ging durch. Der Knecht frei herunter und kam unter die Räder zu liegen, die über ihn binweggingen. Cr wurde derartig schwer verletzt, daß seineübersührung in das St. Josephshospital nach Wiesbaden erfolgen mußte, wo er am anderen Tage seinen Qualen erlag.

no. Rettert, 24. Mai. Die Konsolidation unserer Gemarkung ist beendet und ist man im allgemeinen damit zufrieden, wenn auch hier und da sich einige Nichtzufriedene hören lassen. Die Kosten per Morgen betragen durchschnitt­lich 40 bis 45 M. Augenblicklich ist ein Unternehmer mit 20 Mann beschäftigt, welcher die Wege innerhalb der Ge­markung planiert und ausbauen läßt. Die Kosten hierzu betragen 20 000 M._

Mus der Umgebung.

Konferenz der Zentralstelle für Volkswohlfahrt, rmk. Darmstadt, 24. Mai. Tie 3. Konferenz der Z e n t r a l st e l l e für Voltswohlfahrt wurde heute früh in Anwesenheit von mehreren hundert Teilnehmern von Staatsminister a. D. Exzellenz v. Müller eröffnet. Ilm 1144 Uhr erschien der Großherzog in der Versammlung und wurde von Exzellenz v. Möller begrüßt. Minister des Innern Exzellenz Braun begrüßte die Anwesenden im Namen des Graßherzogs, sowie der Großherzoglichen Regierung. Im Namen der Stadt Darmstadt hieß Bürgermeister Or. Glässtng die Teilnehmer willkommen. Unibersitätsdirektar Heinrich Bauer, von der Brüdergemeinde in Herrenhuth, hielt daraus seinen Vortrag über die allgemeine Bedeutung und Notwen­digkeit weiterer Erziehungsmaßnahmen für die Volksschul­entlassenen, gewerblich tätigen, männlichen Jugendlichen. Der Redner führte u. a. aus: Vielfach würde die vorliegende Ausgabe unter den Gesichtspunkt des Kampfes gegen die Sozialdemokratie gestellt, aber für die Jugendfürsorge wür­den auch einstchtme Sozialisten entschieden eintreten, der politische Kampf hätte dort ganz auszuscheiden. Zum Schluß erkannte der Redner an, daß die gewerbliche Jugend von 14 bis 18 Jahren unter staatliche Autorität gehöre, doch der frei­willigen Mithilfe sei nie zu entraten. Sodann referierte der Münchener Ilmversitätsprofessor Obermedizinalrat Or. von Grulber über die sozialhhgienische Bedeutung der systema­tisch betriebenen körperlichen Übungen für die Schulent­lassenen. Die eifrige Pflege von kräftigen Leibesübungen in freier Luft sei ein unentbehrliches Hilfsmittel zur körper­lichen und geistigen Gesundung orr städtnchen, im Gewerbe und Handel tätigen Bevölkerung. Das volkstümliche Turnen, me Freiluftspiele, Wandermärsche, Eislaiis förderten, richtig betrieben, nicht allein die körperliche Tüchtigkeit, sondern auch die Freude an der Natur, die Liebe zur Heimat und die sittliche Entwicklung. Nachmittags war im Gartensaale des Saalbaus die Generalversammlung der Zentralstelle für Volkswohlfahrt, zu der nur Mitglieder Zutritt hatten und nur interne Angelegenheiten beraten wurden.

ö. Mainz, 26. Mai. (Eigener Drahkbericht desWies­badener Tagblatts".) , Nun sind dem Tüncher Hofmacher in der Kapuzinergassi!, nachdem erst kürzlich sein lljähriges Mädchen an der G/enickstarre gestorben ist, auch die beiden jüngeren Kinder, die 14- und 9jährigen Mädchen, in der vergangenen Nacht der tückischen Krankheit erlegen. Bei der gestrigen W a bl der Beisitzer zum Gewerbe­gericht entfielen aus d:e,Liste der Arbeitgeber 277, auf die der Arbeitnehmer der freien Gewerkschaften 3602 und auf die der christlichen Gewerk;chasten 676 Stimmen.

* Mainz, 25. Mai. . Rheinpegel: 66 cm gegen 54 cm am gestrigen Vormittag.