getfe.a. Mittwoch, 19« Mm 1966.
tunlichst zwei Anzüge für Werktag, Wäsche für 4 Wochen, sowie 2 Paar feste Schuhe und möglichst 1 Paar Pantoffeln,
1 Nachtkleid und 1 Strohhut, sowie ein Verzeichnis sämtlicher Sachen. Die Wäsche muß gezeichnet sein. Die Koffer sind deutlich mit Namen und Wohnort des Kindes zu versehen. Zusendung von Süßigkeiten, Obst, überhaupt Nahrungsmittel irgendwelcher Art ist nicht gestattet. Besuche der Kinder bedürfen der Erlaubnis der Oberschwester, sind \ aber möglichst zu unterlassen, um kein Heimweh hervorzurufen. Kinder dürsen nicht mitgebracht werden. Die ersten 14 Tage soll der Besuch der Kinder ganz unterbleiben. Etwa mitgebrachtes Taschengeld ist an die Oberschwester zu übergeben. Die Kinder müssen sich den Vorschriften der Hausordnung unterwerfen, indem sonst ihre Entlassung ohne weiteres stattfinden muß.
Die Gesuche um Ausnahme sind an den Kreisausschuß zu St. Goarshausen zu richten und möglichst frühzeitig einzureichen. Denselben sind beizufügen: ein Schein des Arztes, daß das Kind einer Badekur bedarf und an einer ansteckenden Krankheit nicht leidet, sowie ein kurzer Krankenbericht. Fieberhaft erkrankte Kinder und solche, welche an ansteckenden Hautkrankheiten, granulöser Augenentzündung, Idiotie, Epilepsie oder Lungenschwindsucht leiden, sind von der Aufnahme ausgeschlossen. Auch Bettnässer bitten wir nicht zu senden. Für die Aufnahme und den Abgang der Kinder für 1909 sind folgende Termine festgesetzt: 1. Aufnahme am 14. Juni — Abgang 12. Juli.
2. Aufnahme am 19. Juli — Abgang 16. August. 3. Ausnahme am 23. August — Abgang 20. September. 4. Ausnahme am 27. September — Abgang 25. Oktober. 5. Ausnahme am 2. November — Abgang 30. November.
— Vom Frankfurter Sängerkrieg. Der Frankfurter Polizeibericht meldet: Die Festleitung des Sängerwettstreits hat bestimmt, daß am 19. d. M. beim Begrüßungs- konzert alle Plätze bis spätestens V/% Uhr eingenommen sein müssen. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß nach 7*4 Uhr Wagen unter keinen Umständen mehr durch die polizeiliche Absperrung durchgelassen werden, Fußgänger nur, insoweit die jeweiligen Verhältnisse es gcstatLen. Da an den Kreuzungen der Trambahn mit Verzögerungen des Wagenverkehrs gerechnet werden muß, werden die Besucher des Begrüßungskonzerts im eigenen Interesse dringend ersucht, die Fahrt nach der Festhalle möglichsüssrühzeitig anzutreten.
— Wiesbadener Lehrervcrein. Die Monatsversammlung des „Wiesbadener Lehrerdereins" fand am vorigen Samstag statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende des vor kurzem aus dem Leben geschiedenen Mitglieds, Herrn Reallehrer a. D. Joh. Kilian, welcher sich nicht nur um unser Vereinsweseu sondern auch um die finanzielle Besserstellung der Lehrer und ihrer Hinterbliebenen großes Verdienst erworben hat. Die Versammlung ehrte das Andenken des Verstorbenen in üblicher Weise. Sodann macht der Vorsitzende Mitteilung, daß durch den Eintritt der Herren Arhelger, Diels, Douteil, Schaab und Riebeling der Verein auf 199 Mitglieder gewachsen sei. Der Vorstand hat beschlossen, daß Gäste bei Erörterimg von Vereinsangelegenheiten sich künftig entfernen sollen. Darauf erhielt Herr W e i s g e r b e r das Wort zu seinem Vortrag: „Der Unterricht" im ersten Schuljahr mit Berücksichtigung der neueren einschlägigen Literatur". Die Reformer tadeln am seitherigen Elementarunterricht, daß der Übergang vom Spiel zur ernsten Arbeit zu unvermittelt sei. Nicht der Stoff, sondern das Kind stehe im Mittelpunkt der gesamten Unterrichtstätigkeit. Der Unterricht mutz im Gedankenkreise der Kinder wurzeln, er muß an des Kindes Umgang und Erfahrung anknüpfen. Den Kleinen soll die wahre Heiterkeit erhalten bleiben, damit ihnen das Lernen freiwillig und vergnüglich erscheint. Der Anschauungsunterricht ist Ausgangs- und Mittelpunkt der ersten Unterweisung. Die heimatliche Natur und das heimat liehe Leben sind genau zu beobachten und die Kinder zur Selbsttätigkeit und Selbständigkeit zu führen, Unter- richtsgänge sind ins Freie auszuführen. Märchen und Fabeln sind zu erzählen und religiöse Stoffe nur dann einzuschieben, wenn ein Verständnis vorausgesetzt werden kann. Lesen und Schreiben setzt bei den Reformern erst im zweiten Halbjahr ein, wird jedoch durch malendes Zeichnen, Formen usw. vorbereitet. Sprache und Hand sollen zur Erlangung der nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten etwa zu gleichen Teilen beitragen. Die beste Methode bleibt jedoch wirkungslos ohne die rechte Lehrerpersönlichkeit. Herr Weisgerber erntete für seine Ausführungen den Dank der Versammlung. An den Vortrag knüpfte sich eine lebhafte Besprechung, welche zeigte, daß die Neuerungen an Kraft und Gesundheit des Lehrers außerordentliche Ansprüche stellen. — Hinfort sollen in den Monatsversammlungen Vortrags- und Besprechungsabende wechseln. Schließlich gibt der Vorsitzende bekannt, daß Herr Klein sein Amt als Vorstandsmitglied niederlegt.
— Ein lohnendes Wanderzicl für Naturfreunde ist gegenwärtig das „Nauroder Tadas ein Landschaftsbild von seltener Schönheit bietet. Im Hintergrund der jetzt in jungfräulichem Laubschmuck prangende Kellerskopf, diesem nach Nordosten vorgelagert ein prächtiges Abwechselung bietendes Niederholz, in welches saftige Waldwiesen hineinragen, in der Richtung nach der Heilstätte hin ein herrlicher alter Eichenbestand mit noch rötlich grünem Laub, in dem Talkessel das Dorf Naurod, umkränzt von wohl 4000 blühenden Obstbäumen: es ist ein wunderbar schöner Anblick. Die kalte Witterung hat in dieser Gegend keinen Schaden angerichtet, man findet im Walde kein erfrorenes Laub, keine.vom Frost geschädigten Triebe. Die Obstbaumblüte mag infolge der rauhen Witterung wohl etwas zurückgehalten worden sein, doch jetzt ist sie in seltener Schönheit da, fast jeder Baum ein großer Blütenstrauß. Es wird gegenwärtig das Nauroder Tal von vielen durchwandert, die in der Natur reine Freude und frischen Mut für ihre Alltagsarbeit suchen und finden. Auch die Buchen unserer Wälder stehen noch in voller Blüte; beim Durchwandern des Waldes werden Schuhe und Kleider vom Blütenstaub vollständig grün gefärbt.
— Ein Ausbildungskursus in der Kinderfürsorge wird tu der Zeit vom 2. bis 12. Juni in Frankfurt veranstaltet. Der Kursus wird umfassen Besichtigungen von An-
WissLmdener TKgkLatZ»
statten, Vorträge und Besprechungen. Die Verhandlungsgegenstände betreffen: 1. Die Pflege der unehelichen Kinder in den ersten Lebensjahren; 2. Die Organisation der Be- rufsvormundschaft; 3. Die Vertretung der rechtlichen Interessen der unehelichen Kinder; 4. Die Berufsausbildung Jugendlicher, insbesondere Schwachbegabter. Vortragende sind Stadtrat Do. Flesch, Do. Scholz, Do. Rosenhaupt, Kreisarzt. Br. Fromm, Magistratssyndikus Dr. Luppe, Rechtsanwalt Do. Hochstaedter, Rechtsauwalt Da-. Sinz- heimer, Dr. Plömtz, Br. Polligkeit, Dr. Klumker, Oberingenieur Zschaeck, Professor Dr. A. Voigt, Geschäftsführer Rohrer, Fortbildungsschuldirektor Neuschäfer, Waisenhaus- infpektor Müller, Pfarrer Zimmermann-Wixhausen. Pfarrer Dettmering, Hilfsschulrektor Henze, Professor Dr. med. H. Vogt, Lehrer A. Möller, Direktor Schwenk-Idstein. — Von Anstalten werden besichtigt: Die städtische Entbindungsanstalt, das Wöchnerinnen- und Säuglingsheim, die Kinderklinik des städtischen Krankenhauses, das Kinderheim, die Beratungsstelle für Säuglingsernährung, die Milchküche des Königswerter Hospitals, die Poliklinik des Vereins Kinderschutz, die Bureauorganisation des Waisen- und Armenamtes, die städtische Kinderherberge, die Bureau- organisation des Vereins Kinderschutz, die Lehrwerkstätten der Königl. Eisenbahndirektion, Fetten und Guillaume- Lahmeherwerke, Verein Jugendwohl, städtische obligatorische Fortbildungsschule, Lehrlingsheim des Waisenhauses, Staatliche Zwangserziehungsanstalt Wabern, Erziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen für männliche Zwangszog- linge, Magdalenenstift, Erziehungsanstalt, Elisabethenheim in Eckenheim, städtische Hilfsschule, Jdiotenanstalt Idstein, Anstalt Steinmühle bei Homburg. Zur Teilnahme sind berechtigt Damen und Herren, die bereits praktisch in der Fürsorgearbeit tätig waren oder eine höhere Schulbildung genossen haben. Die Gebühr beträgt 20 M. für die Teilnahme am ganzen Kursus, 3 M. an einem Tage und 1 M. an einean Vortrag. Für Einzeltcilnehmer kann ausnahmsweise eine Ermäßigung eintreten. Anmeldungen bis spätestens 20. Mai bei der Zentrale für private Fürsorge, e. V.
— In dem Bericht über die zweite SoudernussteAung in der Gartcnbimhalle der Ausstellung ist bei den Leistungen der Firma E. Wahl hier das Prämiierungsergebnis nicht erwähnt worden, was wir hiermit nachtragen. Die vorzüglichen Leistungen Haben wir schon besprochen; das Preisgericht erkannte Herrn Wahl einen ersten Preis und einen Ehrenpreis zu. Außerdem ist der Antrag gestellt worden,' Herrn Wahl eine Staatsmedaille zuzucrkenncn.
— Der kirchliche Umzug in Cronberg, der einigemal in der Presse erörtert worden ist, gab dem Landrat des Obertaunnskreiscs Veranlassung, eine Besprechung des katholischen Kirchenvorstandes mit dem Vorsitzenden des evangelischen Kirchenvorstandes und Herrn Bürgermeister Pitsch herbeizuführen, die zu einem vollständig befriedigenden Ergebnis führte. Der katholische Kirchenvorstand bedauerte ebenfalls, daß bei dem Umzug vor der evangelischen Kirche gesungen und dadurch eine Störung des evangelischen Gottesdienstes herbeigeführt worden ist. Er erklärte, daß er von dem Umzug keine Kenntnis hatte und den über diese Angelegenheit in der Presse erschienenen Artikeln vollständig fernstehe.
— Unterricht im Eisenbahn-Kursbuch. Eine Schule in Kiel hat anläßlich der bevorstehenden Sommerreisen und wegen der großen Unkenntnis, welche die meisten Menschen im Lesen des Eisenbahn-Kursbuchs zeigen, den erfreulichen Entschluß gefaßt, die Kenntnis des Eisenbahn-Kursbuchs als Lehrgegenstand in den Unterricht aufzunehmen. Unserem Vernebmen nach wird der Unterricht derart gestaltet, daß den Schülern gewisse Reiseausgaben gestellt werden, die sie dann an der Hand deS Kursbuches lösen müssen. Es werden auch die verschiedenen Verbindungen zwischen zwei Städten berücksichtigt und die Schüler haben dann die Aufgabe, den kürzesten und billigsten Weg herauszufinden. Da die Unterweisung in der Kenntnis des Kursbuches als notwendig anerkannt werden muß, so ist zu hoffen, daß das Kieler Beispiel viel Nachahmung findet.
— Gegen ungeeignete Bauunternehmer und Bauleiter wendet sich ein an die Regierungspräsidenten gerichtetes Rundschreiben des Ministers für Handel und der öffentlichen Arbeiten. Es heißt darin: „Nach den hier gemachten Beobachtungen und den in letzter Zeit auch aus den Kreisen der Baugewerksmeister lautgewordcnen Klagen muß angenommen werden, daß die beteiligten Behörden von den ihnen inr Gesetz vom 7. Januar 1907 an die Hand gegebenen Mitteln zur Entfernung ungeeigneter Elemente ans dem Stande der Bauunternehmer urxd Bauleiter bis jetzt noch wenig Gebrauch gemacht haben. Da es aber im Interesse der Standsicherheit der Bauten, wie namentlich auch des Bauarbeiterschutzes dringend geboten ist, daß die Ziele des Gesetzes auch in der Praxis erweitert werden, so ersuchen wir Sie, die beteiligten Behörden auf jene Vorschriften besonders hinzuweisen und ihnen zur Pflicht zu machen, in allen dazu geeigneten Fällen gegen unzuverlässige Unternehmer und Bauleiter cinznschrciten."
— Wildgewordene Seelöwen. Aus Mainz wird unterm 18. Mai berichtet: In dem hier spielenden Zirkus E o r t h --A l t h o f s wurde gestern bei der letzten Nummer der Vorführung von dressierten Seelöwen ein Tier wild und biß die vorführcnde Dame, welche in Ohnmacht siel. Drei von den Seelöwen drangen darauf ins Publikum und verursachten eine Panik. Weiteres Unglück wurde jedoch durch das Hinzuspringen der Angestellten und Bediensteten des Zirkus verhindert. Der Zirkus leerte sich sodann ohne Zwischenfälle.
— Stenographisches. Anläßlich des Geburtstages Stolzes (20. Mais hält, im Stolzeschen Stenographen-Verein (E.-S. StolzL-Schrey) im Vereinslokal „Westendhof" — Gartensaal —, Schwalbacher Straße 30, Mittwoch, den 19. Mai, abends 9 Uhr ansangend, Herr Lehrer H. Paul einen V o rt rag über das Thema: „Wilhelm Stolze als Vorsteher des stenographischen Bureaus beim preußischen Wgeordnetenhause". Für den 20. Mai (Himmelfahrtstag) ist ein Ausflug geplant.
— Gesellschaftsreisen. London und Paris auf angenehmste Art zu außerordentlich geringem Preis kennen zu lernen, dazu bietet sich auch in diewm Jahre wieder Gelegenheit durch Beteiligung an den seitens des Reisebureaus L. Lyssenhop u. Ko., Mainz, veranstalteten demnäckmigen beiden Reisen. Wir möchten unsere Leser hierauf besonders aufmerksam machen. Näheres im Inseratenteil der letzten Abend- Ausgabe, Seite 10.
Morgcn-Musgabe, 1. Blatt Nr» 231,
Theater, Kunst, Vortrüge.
* Orgelkonzert in der Marktkirche. Nach der von Herr» Petsvsen gespielten D-Moll-Toccata von Bach, die eine vor. zügliche Einleitung zum Konzert am letzten Mittwoch dar- stellte, sang Fräulein Jeanette Wolsberger aus Uttrecht „Dem i Unendlichen" von Schubert und erwies sich damit gleich als I eine hervorragend begabte Sängerin. Hierbei kam nament- I lich ihre dramatische Gestaltungskunst zur Geltung, während | in den nachfolgenden Liedern von Bach und der Legende von I Tschaikowsky sich ein seines lyrisches Empfinden bei der I Sängerin zeigte. Herr Eberhard Vormbaum von hier trug I mit schönem Ton und sehr reiner Intonation ein Adagio I cantabile für Cello von Tartini und das selten gehörte Largo I aus der Cellosonate von Chopin vor. — Im heurigen Konzert I wird die Königlich Sächsische Hofopernsängerin a. D. Frau | Dietzer-Hüttel Gesänge von Brahms und zum erstenmal ein I geistliches FrühlingsÜod von Mozart singen. Es ward be- I sonders freudig begrüßt, daß die ausgezeichnete Sängerin I sich nach längerer Pause wieder einmal in einem Mittwochs- I konzert hären läßt. Außerdem hat Herr Professor Liede- I mann von hier seine Mitwirkung zugesagt. Herr Professor I Tiedemann, der noch von einem Konzert im Winter in bester I Erinnerung steht, wird die G-Moll-Sonate für Violine von I Tartini in allen ihren Teilen zu Gehör bringen. Herr I Petersen bietet u. a. Orgelsätze von Mozart und Buxtehude. I Das Konzert findet bei freiem Eintritt um ö Uhr in der I Marktkirche statt.
* Bwphon-Thcater, Wilhelmstraße 6. Die Koryphäen der Tanzkunst Saharet, Guerrero, Viola Villany ujw., im Anschluß daran die Mozart-Abende haben dem Le- liebten Theater ausverkaufte Vorstellungen gebracht. Die s Nachfrage nach Wiederholungen ist derartig groß, daß die 1 Direktion sich entschlossen hat, diese Vorführungen Mittwoch. : und Freitagabend 9 Uhr nochmals zu bieten. Es ist ein Ge» nuß, diese kulturgeschichtlich hochinteressanten Tänze zu sehen» i und mit Staunen muß man konstatieren, wie vollendet die | Meßterschen Tonbilder in innigstem Kontakt mit dem ! Grammophonorchester zur Geltung kommen. Die Wirkung war denn auch dermaßen, daß das verblüffte und äußerst gespannte Publikum in rauschenden Beifall ausbrach und den ! sich graziös verbeugenden Künstlerinnen den üblichen Bühnen- ! zoll spendete. Die Illusion war vollendet. Auch die Nach, 1 mittags-vorstellungen, in denen die gefeierte schwedische Nach- ! tigall Sigrid Arnoldson mit ihrer „schmuckarie" aus „Mar- I gärete" Triumphe feiert, üben eine erfreuliche AnziehunaZ. kraft aus. Wahre Böcklin-Stimmung atmen die Wasserfälle I
u Tivoli bei Rom, die verschwiegenen Gärten der Villa I
'Este, über welcher der Hauch einer bewegten Vergangen- I heit schwebt. Eine hübsche Idee war es, uns die K a i s e r - I tage des vorigen Jahres in die Erinnerung zurückzurufen I den Einzug des Kaiserpaares, Enthüllung des Denkmals I Wilhelms von Orarnen und den glänzenden Blumenkorsö I am Kurhaus. Den Rest des Programms bilden fein poin„ I tierte Humoresken. Wir empfehlen den Besuch der Muster- I gültigen Darbietungen.
* Vortrag in der Lehrlings-Abteilung des Deutsch- I
nationalen Hnndlungsgehilfen-Verbandes. Am Samstag, dou I 15. d. M., hielt ein hiesiger Bankbeamter, Mitglied dxz I Verbandes, einen Vortrag über das Thema „Der Kaufmann I im Geschäftsverkehr mit seinem Bankier". Die interessanten I Ausführungen berührten alle Zweige des Bankwesens. Cs I wurde erklärt, wie sowohl der Bankier als auch sein Kund» I sich dabei verhalten. An den Vortrag schloß sich eine freie Aussprache an, die sich besonders lebhaft gestattete bei Er- I örterung der Punkte: 20 Pf. Respektgcbühr bei vorgezeigten I Wechseln und Überfluß an Fremdwörtern im Bankverkehr. Es mußte leider festgestellt werden, daß eine gesetzliche moralische Berechtigung zur Erhebung dieser 20 Pfennig keineswegs besteht unld daß zur Beseitigung der Fremdwörter noch nichts geschehen sei, ein Anstoß dazu aber nur zum Vorteil gereichen könnte. _
Geschäftliche Mftteilrtugcn.
* Der Friebrichshof ist wieder von einem tüchtigen Facr, mann übernommen, das sieht man schon jetzt an dem dom herrschenden lebhaften Verkehr. Herr Marahrens hat es verstanden, durch gute Bewirtung sich viele Freunde und Gönner zu erwerben. Das Lokal wird in kürzester Zeit sein» alte Anziehungskraft wieder erlangt haben. Am Abend des Himrnelfcihrtstäges witzd in den schönen Gartenanlag-si großes Militärkonzert unter Leitung des Herrn Obermusikmeisters Gottschalk stattflnden.
Vereins-Nachrichten.
* „Rhein- und Taunusklub Wiesbade;
(E. V.)". Der alljährliche Himmelfahrts-Morgenspaziex, findet wie folgt statt: Abmarsch vom Bähnhox Dotzhein.
7'/- llhr (Fahrgelegenheit 7.03 Uhr ab Haupibahnhof, an Dotzheim 7.21 Uhr, oder mit der Elektrischen), dem herrliche Aus^ blicke bieieniden Promenadeweg folgend an der neuerbauten WakderholungSstätte vorbei nach Chausseehaus und von b, rt auf bekannten Wegen nach dem Schläferskopf. H:er ist eine längere Rast vorgesehen. Rückmarsch über Famnerie und Stollen zur Stadt. Marschzeit 2 Stunden. Führer: Herren Ritzel und Link.
* Die Krieger- und Militärkameradschaft „Kaiser Wilhelm II." veranstaltet am Himmelfahrtstag einen ihrer beliebten Ausflüge nach Rambach, „Gasthaus zum Taunus". Da für Unterhaltung bestens gesorgt ist, so
den Teilnehmern ein genußreicher Nachmittag in Aussicht
* Der „Sachsen- und T h ü r i n g e r v e r e i n" vor- nnstaltet am Sonntag, den 23. Mai, zur Feier des Geburtstages des Königs von Sachsen in den Gartenlokalitäten der „Kroneniburg" ein .Frühlingsfest. Für Unterhaltung t ,'t bestens gesorgt.
* Die Privatgesellschaft „S ieqfried" un erninnnt
auch in diesem Jahre am Christi-Himmelfahrtstag eine Herrentour nach dem großen Feldberg im Taunus bei guter Witterung. Da die Nacht durch getvandert wird, findet 5-;„ Abfahrt nach Niedernhausen am Abend vorher, Mittwoch, jw 19. ci., abends 8.35 Uhr, vom Hanptbcrhnhof aus statt. Gaste sind willkommen._
Aus dem Landkreis Wiesbaden.
(!) Dotzheim, 17. Mai. Dieser Tage sind den an den hiesigen Gesangwettstreit teilnehmenden Vereinen die VreiSchöre zugcsandt worden. Derjenige für die erste Kunst- klasie heißt „Ulanenritt", für die zweite Knnstklasse „Singst du für mich dein Lich?", für die erste Volksklasse: „Heldentod" und für die zweite Volksklasse „Wenn die Krrchenglocken läuten". Die Namen der Komponisten sind nicht genannt
_Der „Gesangverein Dotzheim", der sich an dem Bierstadcer
Wettstreit in der 1. Klasse beteiligt, hält am nächsten Sonntag den 23. Mai, nachmittags 414 Uhr, in der Turnhalle feine Generalprobe ab. — Das in der Nähe gelegene Schloß Freudenberg ist zum V e r k a u s e ausgeschrieben. Dre Jnneinrichtung, bestehend aus antiken Mahagoni-Empire- Möbeln, wird nach Wiesbaden gebracht und dort öffentlich versteigert werden.
— Sonnenbcrg, 17. Mai. In unserer Geinarkung haben sich, besonders seitdem der hiesige Geflügelzucht- und Tierschutzverein ca. 200 Berlepschs Nisthöhlen aufhängen ließ, ses„ viele Stare niedergelassen. Das liebliche Gezwitscher dieser Komiker der einheimischen Vogelwelt kann man jetzt vielfach in nächster Nähe der Häuser vernehmen. Früher bewohnten ' nur einzelne scheue Paare die angrenzenden Höchwaldungen ' Da der Star ein ganz bedeutender Maikäfers und ^chnecken- vertilger ist, so wäre zu wünschen, daß für dessen weitere Ansiedlung auch seitens der Behörden undGartenbesitzer noch mehr getan würde. — Sehr bedauerlich ist ein Roheit s - a k t, den sich hiesige Knaben damit leisten, daß sie Frösche unid Salamander auf die Schienen der Elektrischen legen und zermalmen lassen. Gewissenhafte Eltern sollten doch mit aller I Strenge darauf sehen, daß derartiqe Grausamkeiten ver-
