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Seite 4. Freitag, 7. Mai 19VL.

die Regierungsvorlage an, die das Rekrutenkontingent für 1909 auf 456 635 Mann festsetzt. Die Sitzung dauerte bis gegen 2 Uhr nachts. Die Übergangsformel betont unter anderem die Notwendigkeit einer Revision des Wehrpflicht- reglements.

Jswolski reist von München nach Biarritz, wo er in der Villa des spanischen Botschafters Vinnaza absteigt. Ferner wird er wahrscheinlich auch in Paris und London Besuche machen.

Für eine strategische Eisenbahnlinie an der polnischen Grenze werden 30 Millionen Rubel gefordert, für Marine- zwecke 13 Millionen.

Frau Steffel hat ein Begnadigungsgesuch ihres Mannes an den Zaren erngereicht. Es ist aber unberücksichtigt ge­blieben.

Niederlande.

Das Schiedsgericht, das zurzeit im Gebäude des Haager Schiedsgerichts wegen der norwegisch-schwedischen Grenz- frage tagt, hat beschlossen, eine Untersuchung an Ort unr» Stelle zu veranstalten, und in der letzten Hälfte des August seine Tagung sortzusetzen.

Frankreich.

Auch die Lyoner Postbeamten hielten eine Protestver­sammlung ab, in welcher beschloffen wurde, dieselben Maß­nahmen zu ergreifen, die in Paris beschloffen worden smv.

Da der Marincminister die vom Vizeadmiral Germinet erhobenen Vorwürfe, daß die Marineoffiziere nicht hin­reichend Gelegenheit zur Ausbildung hätten, weil keine Kreuzfahrten gemacht würden, als berechtigt anerkannt hat, so werden die Kreuzfahrten sofort wieder ausgenommen Werden. Die 2. Division des Mittelmeergeschwaders wird eine dreimonatige Reise nach den marokkanischen und algeri­schen Gewässern unternehmen und bei dieser Gelegenheit Spanien und Portugal besuchen.

gimnktt.

Expräsident Castro reist am 8. d. M. von San Sebastian nach Santander ab. Man glaubt jedoch, daß er seinen end­gültigen Wohnsitz in San Sebastian aufschlagen wird, wo er hofft, von der Regierung nicht belästigt zu werden. Er klagt andauernd über die Haltung Frankreichs ihm gegen­über.

In Orense veranstaltete die Bevölkerung Kundgebungen gegen den Bischof. DemHeraldo" zufolge wurden das bischöfliche Palais, mehrere Klöster und das Geschäftshaus der katholischen ZeitungEco" mit Steinen beworfen. Als ein Priester vom Balkon des katholischen Vereinshauses einen Schutz abgab, schlug die Menge Türen und Fenster des Hauses ein. Die Bevölkerung schiebt dem Bischof die Schuld an den blutigen Vorgängen zu, die sich jüngst in dem Dorfe Osera abgespielt haben, und verlangt die Absetzung des Bischofs.

Tnrkei.

Zur Orientbahnfragc.

Die Verhandlungen der Direktion der Orientbahn mit der Kommission der Pforte haben bisher zu keinem Ergeb­nis geführt. Es mußten daher bei dem Minister des Aus­wärtigen eindringliche Schritte erfolgen, die von diploma­tischer Seite unterstützt werden. Mit Bulgarien ist da­gegen über einige Spezialfragen eine Verständigung nahezu erzielt worden. Der Kriegsminister hat an die Orient­bahn ein Dankschreiben für die durchgeführten Truppen­transporte gerichtet.

AAS StsM und Kmrd.

Wiesbadener Nachrichten.

Wiesbaden, 7. Mai.

Kommunallandtag.

Aus der 5. Plenar- und Schlußsitzung ist weiter zu be­richten: Es schließen ab Einnahmen und Ausgaben des Etats 13. der Heil- u. Pflegeanstalt Eichberg mit 303 000 M. Pflegegelder der Geisteskranken, 9500 M. Einnahmen aus den Werkstätten und dem Arbeitsbetrieb, 29 400 M. aus der Feld- und Gartenwirtschaft, 28400 M. aus der Viehwirt-, schast, 20 000 Al. Erlös von verkauftem lebenden Inventar, 150242 M. Besoldungen usw., 35 500 M. Staatszuschuß und 74000 M. Zuschuß aus Mitteln des Bezirksverbandes; 14. der Etat der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Weil- münster mit 395000 M. Pflegegelder der Geisteskranken, 5000 M. Einnahmen aus den Werkstätten und dem Arbeits- betriebe, 13000 M. aus der Feld- und Gartenwirtschaft, 16 590 M. aus der Viehwirtschaft, 22000 M. aus verkauftem lebenden Inventar, 35500 M. Staatszuschuß, 127 300 M. Zuschuß aus Mitteln des Bezirksverbandes, 172 316 M. Besoldungen und 635000 M. Gesamtausgabe; 15. der Etat der Landes-Pflegeanstalt Hadamar mit 72 000 M. Pslege- geldern der Kranken, 25 950 M. Zuschuß des Bezirksver­bandes, 30664 M. Besoldungen usw. und 104100 M. Ge­samtausgabe; 16. der Etat des Taubstummen-Jnstituts zu Camberg mit 35500 M. Staatszuschuß, 36 000 M. Zuschuß des Bezirksverbandes und 72 200 M. Gesamtausgabe; 17. der Etat des ständischen Wegebaufonds mit 1190 012 M. Staatsrenten, 416109 M. Überweisung aus Mitteln des Bezirksverbandes, 829 780 M. Aufwand für die Unterhaltung von Bezirksstraßen, 32 000 M. Überweisung an den Klein- bahnsonds, 310 000 M. Überweisung an den Fonds für die Unterstützung des Gemeindewegebaues und 1673000 M. Totalausgabe; 18. der Etat des Fonds für die Unterstützung des Gemeindewegebaues mit 310 000 M. Überweisung, 159 298 M., resp. 83 598 M. Beiträge der Gemeinden zu der Herstellung oder Unterhaltung von Vizmalwegen, 625480 M. Gesamteinuahme und Ausgabe; 16. der Etat des Kleinbahn- sonds mit 35 500 M. Einnahme und Ausgabe bei 32 000 M. Weisungen (Gesamtüberweisung seit 1895/M 1208400 M.; bis Ende 1907 sind bezahlt für Zollhaus-St. Goarshausen 750000 M., Selters-Hachenburg 200 000 M. und Höchst- Königstein 200 000 M.); 20. (Etat des Fonds aus dem Erlös für veräußerte (Chaussee-) Grundstücke mit 7536 M. Ein­nahme; 21. der Etat des Fonds zur Verteilung der Staats- rente vom 2. Juni 1902 an leistungsschwache Kreise und Ge­meinden: aus der Staatsrente 147 928 M., Gesamtausgabe 255000 M.; 22. der Etat der Verwaltungskosten der Raff.

WissdaSensr Tagblatt.

Brandversicherungsanstalt mit 164841 M. Totalausgabe; 23. der Etat der Witwen- und Waisenkaffe für die Kom- munalbeamtcn des Regierungsbezirks Wiesbaden mit 93 000 Mark lausenden Beiträgen der Mitglieder, 39 000 M. gezahlten Witwen- und Waisengeldern und 53 900 M. Überweisung an den Reservefonds (Höhe des Reservefonds Ende 1907 776 869 M.); 24 der Etat der Ruhegehaltskasse für die Kom­munalbeamten des Regierungsbezirks mit 122 862 M. Kassen­beiträgen, 123300 M. Gesamteinnahme und 120000 M. aus­gezahltem Ruhegehalt; 25. der Etat der Verwaltungskosten der Raff. Landesbank und Sparkasse mit 621000 M. Aus­gabe; 26. der Etat des Fonds fiir außerordentliche Hoch­bauten mit 65 000 M. Überweisung und Ausgabe; 27. der Etat des Fonds zur Errichtung der Landes-Heil- und Pslege- anstalt Herborn mit 178 000 M. Grund erwerbskosten und 1000 000 M. Baukosten (1. Bauteil); 28. der Haupietat mit 1670 936 M. feststehender, 3311064 M. wechselnder Ausgabe.

Abg. Landrat v. Daniels bedauert, daß der Kreis Biedenkopf bei seinen Wegebanten nicht die erwartete Unter­stützung des Bezirksverbandes gefunden habe. Abg. Schön verweist auf die dringende Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung der Beitragspflicht zum Wegebau. Abg. Bürgermeister Füller-Oberursel wünschte Ände­rungen an dem Statut der Ruhegehaltskasse. Abg. Land­rat Bnchting verleiht seiner besonderen Freude über die Förderung der Konsolidationen, der Hauptgrundlage für gesunde Verhältnisse in der Landwirtschaft, Ausdruck, und regt die Förderung des Obstbaus in derselben Weise an, wie es beim Wiesenbau bereits geschehe. Abg. Epstein verlangt Maßnahmen gegen die Stanbbelästigung aut den Landstraßen. Abg. Landrat Lex beklagt die außerordent­lichen Lasten, welche die Fürsorge für die Geisteskranken den Kreisen aufbürde. Im Zeitraum von Pfa Jahren seien im Kreise Oberlahn diese Kosten von 10 000 M. ans 26 009 M. gestiegen. Er fragt an, ob dem Landesausschusse eingehen­dere Berichte vorlägen, aus denen vorbeugende Mittel zu entnehmen seien. Landeshauptmann Krekel: Zum Teil erkläre sich die Vermehrung der Irrenanstalts-Insassen da­durch, daß zahlreiche Geisteskranke, welche früher frei herum­gingen, den Anstalten überwiesen seien. Der Rechnungs- voranscblag wird im ganzen angenommen.

Aba. ' Landrat Büchting referiert namens des Finanzausschusses zu der Eingabe der Landwirtschafts- kammer betr. Beteiligung des Bezirksverbandes an der Beschaffung und Verwertung der Elektrizität auf dem Lande. Er verweist auf die zahlreichen einschlägigen Pro­jekte, welche derzeit schon beständen, auf das einschlägige Vorgehen in der Rheinprovinz und der Provinz Sachsen und "legt zum Schluß eine Resolution folgenden Wortlauts vor: Der Kommunallandtag begrüßt es mit Freuden, daß im Regierungsbezirk Wiesbaden die Errichtung elektrischer übcrland-Zentralen unter finanzieller Beteiligung von Ge­meinden und Kreisen angebahnt wird, um so mehr als durch die Ausdehnung der Anwendung der Elektrizität aus den verschiedenen Wirtschaftsgehieten sowohl das Interesse des platten Landes wie dasjenige der großen Städte ge­fördert wird. Der Kommunallandtag steht der Förderung dieser Angelegenheit durch die Gemeinden und die Kreise wohlwollend gegenüber. Ob diese Förderung durch Ge­währung von Kredit zum landesüblichen Zinsfuß an die Gemeinden und Kreise oder durch finanzielle Beteiligung seitens des Kommunalverbandes erfolgen kann, muß späterer Erwägung Vorbehalten bleiben, nachdem für den Einzelfall greifbare technisch und finanziell durchgearbeitete Projekte vorgelegt sein werden. Abg. Justizrat Zimmer­mann: Der Kommunalverband dürfe sich nicht in alles einmischen. Auf dem Lande sei das Bedürfnis nach elek­trischer Kraft kein großes. Wer derselben bedürfe, möge sie sich selbst beschaffen. Abg. Landrat v. Heimburg: Aus den Einzelnen komme es bei großen Projekten wie dem Lahmeyerschen nicht an. Die Meinung, daß das Land für elektrische Kraft keine Verwendung habe, sei eine irrige. Eine angemessene Rente sei in den meisten Fällen zu erzielen. Er bitte, der vorgeschlagenen Resolution zu­zustimmen. Abg. Bürgermeister Grimm-Frankfurt: Tat­sächlich seien weite Kreise bei der Sache interessiert. Die Resolution wird endlich mit großer Mehrheit angenommen. Abg. Landrat Duderstadt bringt den Bericht des Wahlvorschlagsansschusses zu der Vorlage betr. die Wahl eines vierten Mitglieds der Direktion der Nassauischen Landesbank zum Vortrag. Die neue Stelle ist nötig ge­worden infolge des erweiterten Geschäftsumfanges. Das vierte Direktionsmitglicd soll kaufmännisch vorgebildet sein. Nicht weniger als 578 Personen haben sich um die Stelle beworben. Der Ausschuß schlägt vor, dem Leiter der Effektenabteilung der Preußenkasse, Leutnant d. L. Johann Purrucker mit 5100 M. Altersgehalt, dem dementsprechen­den Wohnungsgeldzuschuß und unter Berechnung seines Dienstalters nach seiner Tätigkeit bei der Preußenkasse die Stellung zu übertragen. Das Haus beschließt demgemäß ohne Widerspruch. Abg. Wollweber ist Berichterstatter des Rechnungsprüfungs-Ausschusses über die Prüfung von Jahresrechnungen ständischer Fonds und Institute. Die vom Rechnnngs-Revistonsbureau revidierten und von der RechmmgsPrüsungS - Kommission des Landesausschusses nachgcprüften 32 Jahresrechnungen sind von dem Ausschuß soweit als möglich ebenfalls revidiert worden. Anstände haben sich dabei nicht ergeben. Die aus den Mitteln des Bezirksverbandes gedeckten tatsächlichen Etats-Überschrei­tungen betragen nach Abzug der Minderausgaüen und Mehreinnahmen 92 216.75 M. Der Rechnungsprüfungs- Ausschuß beantragt: Der Kommunallandtag wolle 1. die angeführten Etats-Überschreitungen genehmigen; 2. bezüg­lich sämtlicher Jahresrechnungen Entlastung erteilen, vor­behaltlich des durch die nächsten Rechnungen zu führenden Nachweises der Erledigung der noch offen gebliebenen Erinnerungen. Das Haus stimmt diesem Antrag zu.

Stellvertretnder Königlicher Kommissar Regierungs­präsident Dt. v. Meisier:Geehrte Herren! Sie sind am Schluffe Ihrer Tagung angelangt. War auch die Zahl der Ihnen zur Erledigung zugegangenen Angelegenheiten diesmal nicht so groß wie in anderen Jahren, so zeigt doch der Inhalt einzelner Ihrer Beschlüsse eine für das Wohl des Bezirksverbands und der Bezirkseingesessenen nicht gewöhnliche Bedeutung. Mit besonderem Dank darf ich in dieser Beziehung Ihre Beschlüsse über die Teilnahme des Bezirksverbandes an der Hilfstätigkeit für die durch das Hochwasser Geschädigten bervorheben. Namens Sr. Majestät

Morgen-Ausgabe, 1. Blatt. _ Nr. 211 .

des Kaisers und Königs erkläre ich den 43. Kommunal­landtag des Regierungsbezirks Wiesbaden für geschlossen."

Präsident Dr .Humser bringt ein Hoch aus auf den Kaiser. Abg. Dr. v. Jbell spricht namens des Hauses dem Präsidenten seinen Dank aus für die Leitung der Geschäfte und seiner Freude, den Präsidenten in solcher Frische wieder an seinem Platze zu sehen.

Lokal-Gewerbeverein.

Aus dem Jahresbericht des Lokal-Gewerbe- Vereins, der gedruckt vorliegt, sei folgendes hervorgehoben: Die Geschäftsstelle in der Gewerbeschule wurde sehr stark in Anspruch genommen. Der Personenverkehr war ein reger, insbesondere wurden vielfach Auskünfte in Rechts-, Prozeß-, Gewerbe- und Patentsachen eingeholt. Der Schrift­verkehr war ein umfangreicher und der gesamte Bureau­betrieb, der bekanntlich auch den derAllgemeinen Gewerbe­schule" umfaßt, ein derartiger, daß im Winter tägliche Überstunden nötig waren. Die Vereinsbücherei enthält an Büchern und Verlagwerken ca. 2600 Bände. Sie ist im abgelaufenen Jahre sachgemäß ergänzt worden. Die Z a h l der Mitglieder ist etwas zurückgegangen, von 887' auf 977. Der Bericht spricht die Erwartung aus, daß sich der Verlust bald wieder ausgleichen wird. Jeder selbst­ständige Handwerker sollte es für selbstverständlich halten, neben seiner Innung auch dem Gewerbeverein anznge-! hören. Ebenso können Freunde des Gewerbestandes durch ihren Beitritt zum Verein dessen ideale Bestrebungen fördern. Der Vermögensbestand wird als günstig bezeichnet. Der Stistungsfonds hat sich um 60 M. erhöht, er beträgt zurzeit 39 960 M. Der Reservefonds beläuft steh auf 11800 M. Die Zinsen der beiden Fonds werden im Interesse der Heranbildung der gewerblichen Jugend bei der Schulverwaltung verausgabt. In den allgemeinen Betrachtungen des Berichts wird die w ir ts ch a f tl i ch? Lage im Berichtsjahr als eine sehr ungünstige bezeichnet. - Die fast vollständig stillstehende Bautätigkeit und die an­dauernd mißliche Lage des Geldmarktes führten zu einer Reihe von Zusammenbrüchen, die sich in weitem Umfange bemerkbar machten. Wenn auch die Hoffnung auf eine langsam eintretende Besserung der allgemeinen Lage au Raum gewinnt, so werden doch die Fehlschläge der letzten Jahre noch lange Zeit nachwirken. Den Mitgliedern wird eindringlichst ans Herz gelegt, sich mehr am Vereins­leben zu beteiligen. Wie stets, so auch im abgelaufenen Jahre, hatten sich der Verein und seine Schnleinrichtungen der Förderung durch die Staatsbehörden, den Kommunal­verband, die städtischen Körperschaften, sowie anderer Kor-/ porationen zu erfreuen.

Dem Schulbericht ist zu entnehmen, daß dieAli. gemeine Gewerbeschule" den obligatorischen gewerblichen Zeichenunterricht und den freiwilligen gewerblichen Unter­richt verschiedenster Art umfaßt. Die Anzahl der Schifter der obligatorischen Zetchenschule ist um 77 gestiegen. Eine besondere Vermehrung an Lehrlingen ist bei den Schlossers und Elektrotechnikern eingetreten, aber auch das Buch, gewerbe hat so zugenommen, daß eine neue Klasse errichtet werden mußte. Der Schulbesuch ist im allgemeinen ein guter gewesen, von über 900 Schülern haben durch­schnittlich nur 43 pro Unterrichts-Sonntag gefehlt. Die Beteiligung an dem freiwilligen Unterricht ist im allgemeinen zurückgegangen. In der Fachschule ist die Zahl der Schüler erheblich gesunken, was auf die geringe Bautäiiakeit zurückgeführt wird. Der Zeichenunter­richt in den Abendstunden hatte meist nur schwache 5g c= teiligung. Es bestanden 7 Klassen. Die Klasse für kunst­gewerbliches Zeichnen mußte wegen Mangel an Beteiligung geschlossen werden. Der Buchfnh run g s ku rsus war nur von 12 Personen besucht. Der Unterricht für schul­pflichtige Knaben leidet unter den sportlichen Ver- gnügungen. Für den Handfertigkeitsunterricht konnten nur vier'Klaffen gebildet werden. Rur der Zeichenunter­richt für Damen hat sich auf der Höhe gehalten, trotz­dem sich der Unterricht auf gewerbliches Zeichnen be­schränkte. Auf dem Gebiet der I u g e n d f ü r s o r g e hm der Verein durch Freigabe der Gewerbevereinsbibliothek für die Fortbildungsschüler und zweckentsprechende Ver­mehrung der Bestände gewirkt. Der Versuch ist in unge­ahnter Weise gelungen; 386 Schüler haben 2286 Bäudz entliehen.

Nach dem Kassenbericht betrugen die Einnahmen des Vereins 10 300 M. darunter 6024 M. aus Mitglieder- beitragen, 1136 M. Bestand des Vorjahres, 1782 M. Zinsen der Fonds, die Ausgaben 8785 M., so daß ein Bestand von 1515 M. verblieb. Der Zuschuß zur allgemeinen Ge­werbeschule betrug 3000 M. Die Kosten der Schul- beliefen sich aus rund 33 300 M., sie bestehen in der Hauptsache aus 7200 M. Verwaltungsrosten und 21220 M. Lehrcrhonorare. Die Einnahmen setzen sich zusammen aus Schulgeld sigZg M., Staatszuschuß 8530 M., Zuschuß der Stadt 13 077 A! , einschließlich 7822 M. für den obligatorischen Zeichenunter­richt, und 5660 M. sonstigen Zuschüssen. Die diesjährige Generalversammlung des Gewerbevereins wird am Mittwoch, den 12. Mai, abends, in derWartburg-- abgehalten. ___ °*

Prälat Dr. Keller war am Sonntag nicht unerheb­lich erkrankt, befindet sich aber nach Feststellung der Nrzje wieder auf dem Wege der Besserung, so daß zu ernsten Besorgnissen keine Veranlassung vorliegt.

Raucher und Nichtraucher in der Eisenbahn. Vach den neuesten ministeriellen Bestimmungen müssen alle Zstac im Gebiet der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschast zur Hälfte Raucher- und Nichtraucherabteile haben. Natstx- lich läßt sich das beim besten Willen nicht genau durch­führen, und so werden manchmal einige Raucher-, manch­mal auch einige Nichtraucherabteile mehr vorhanden Wenn alle Raucherabteile besetzt sind, müssen die Raucher ihre Zigarre ausgehen lassen und in Nichtraucherabteilen Platz nehmen. Eine Verstärkung des Zuges darf erst stam- finden, sobald alle Abteile besetzt sind. Den Fall, daß Abteile der Nichtraucher besetzt sein könnten, aber nicht alle Nichtraucher Platz gesunden haben, sieht die Fahrplan- > ordnung nicht vor. So kann man daraus schließen, daß > die Nichtraucher sehr gut aesorgt ist, daß sie aber auch > andererseits noch in der Mi. derheit sind. Das könnte auch I daraus geschlossen werden, daß in den Nichtraucherabteilen