Sonntag, 85. April 19tn».
Nr. 191. Morgen-Ausgabe, 1. Blatt. WikSVSSeUlkr G«KL»L»Lt.
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ein Teil dagegen auf das neue Rechnungsjahr übernommen werden. An unbeibringlichen Verpflegungsgeldern mußten außerdem noch 3916 M. niedergeschlagen werden. Die Anstalt bittet deshalb edle Menschenfreunde durch Stiftung weiterer Freistellen für vierwöchigen Aufenthalt oder Freibetten für das ganze Jahr es ihr zu ermöglichen, allen hilfesuchenden mittellosen Augenkranken kostenlose Aufnahme zu gewähren. Die unentgeltliche Sprechstunde findet räglich von 11 bis 1 Uhr vormittags, Aufnahme von Kranken jederzeit statt. Mittellose Augenkranke haben zum Besuch der Anstalt Fahrpreisermäßigung für Hin- und Rückfahrt aus allen Staatseisenbahnen. Die erforderlichen Formulare können von der Anstalt bezogen werden. Aus den ärztlichen Mitteilungen ist hervorzuhcben, daß sich unter den 239 Staroperationen 114 nicht komplizierte Altersstare befanden, von denen 111 ein gutes und 1 ein befriedigendes Resultat ergaben. In keinem der 114 Fälle war die Operation ohne Erfolg auf die Besserung der Sehkraft. Schielopcrationcn wurden 4ömal vorgcnommen, stets mit gutem Endresultat. Es wird dann noch eine Patientin erwähnt, die nach 36jähriger Blindheit durch mehrere Opc- rationcu soweit ihr Sehvermögen wiedcrcrlangt hat, daß sie jetzt wieder bequem allein in belebten Straßen umhcr- gehen kann; sie vermag Personen gut zu erkennen und gute Druckschrift zu lesen. Kann somit 'die Anstalt mit Befriedigung auf die im Berichtsjahr erzielten Heilerfolge zurückblicken, so darf sie sich auch der Erwartung hingcben, daß die zahlreichen Gönner und Freunde ihr wie bisher so auch ferner reichliche Jahresbeiträge zuwendcn.
Joseph
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Personal ° Nachrichten. Kreisbauinspektor Säumt <r«s.r • Callenberg in Rüdesheim erhielt den Roten Adlerorden 4. Klaffe, Maurerpolier Wilhelm Klippel in Eambera, Strasanstaltsaufseher Georg Metzger 'in Diez krelsvollziehungÄbeamtter Julius Clemens in Montabaur und Gxmeiniderechner Kaspar Haas in Weltersburg (Kreis Westebbura), die Bürgermeister Adolf von der Hey de in e-rnn (Dillkreis) und Karl M ü n 1 1 e x in Lanaenbach (Ober- uesterwaDkreis), die Gemeinderechner Ferdinand .‘ö i ck in tzeiKerberu (Dillkreis) und Theodor Gödel in Hohenroth jDrllkreis), Kreisbote a. D. Heinrich Mcsserschmidt in Dillenlburg und stadti,cher Gartenauffehcr August Frech in Wiesbaden das Allgemeine Ehrenzeichen. — Ernannt- Der HEMterger Hugo Menk zum Steiger bei der Berginspektion Dillenburg. — Versetzt: Der Bergrevierlmreauassistent Robert Halfmann vom Bergrevier Süd-Bochum an das Bern, rsvrer Diez. Der Berärevierbureauassistent Johann A m - mann tarn Bevgredier Bürbach an das Vergreister Weilbura Der Bergrevlerbureauasststent Emil KitianM vorn Sera» revicr Diez an bas Bcrgrcvier Cöln-West. — Gestorben' Der Steiger Friedrich Welker von der Berginspektion Dillen- hurg.
— Wiesbadener Tlusstellung 1989. Auf Einladung der Ausstellungsleitung zu einer Vorbcsichtigung an die Presse hatten sich etwa 100 Personen, die Vertreter fast aller Zeitungen Nassaus, auch solche arrs Hessen und Frankfurt x. M.. gestern nachmittag 3 Uhr auf dem Ausstellungsplatz cmgcfunden. Sie wurden durch den zweiten Vorsitzenden der Handwerkskammer, bekanntlich die Urheberin der Ausstellung, willkommen geheißen, der zugleich der Presse für ihre bisherige Sympathie und ihre Unterstützung, die sie dem Unternehmen hatte angedeihen lassen, herzlichen Dank sagte und sie bat, dieses Wohlwollen ihr auch ferner zu erhalten. Dann begann unter Führung des Herrn E. Meier ein Rundgang durch die Ausstellung, beginnend in der Maschinenhalle, wo, wie auch sonst überall noch, viele Hände rührig sind, um das große Werk seinem Ende zuzuführen. Die Gebäude sind bekanntlich längst fertig gestellt, aber die Aussteller selbst sind noch fleißig an der Arbeit, ihre Sachen zu arrangieren. Die Besucher empfingen nur die allerbesten Eindrücke von dem Geschauten, und es ist zu erwarten, baß das große Unternehmen auch nach außen hin den würdigsten Eindruck Hervorrufen darf. In „Oberbahern" kredenzte der Unternehmer einen frischen, guten Trunk, der um so lieber angenommen wurde, als da draußen eine hochsommerliche Temperatur herrschte. Besondere Bewunderung erregte das Panorama, das Senegalesen-Dorf und die Kunsthalle; die letztere muß allerdings noch der Vollendung cntgegengeführt werden. Der Cafcitier Herr Lederer aus Nürnberg, der Wirt des Hauptrestaurants Herr Frohn, sowie die Sektfirma Höhl (Vertreter Georg Baum) spendeten vorzügliche Getränke.
— Gewerbeschule Wiesbaden. Kommende Woche beginnt der Unterricht in der Fachschule für Bau- und Kunst- gewerbetreibende. In vier aufsteigenden Halbjahreskursen bietet die Fachschule jungen Bauhandwerkern und Kunst- gewerbetreibenden Gelegenheit, sich die für ihren Berns nötigen bautechnischen, wissenschaftlichen und kunstgewerblichen Kenntnisse anzueignen, und werden Schüler, welche sich nach Besuch der Fachschule weiter ausbildeu wollen, auf Grund des erfolgreichen Besuchs von drei Klassen in die 3. Klasse der Grotzherzogl. Hessischen Baugewerkschule in Bingen, welche den preußischen Baugewcrkschulen gleichgestellt ist, ohne Prüfung ausgenommen. In der bautechnischen Abteilung erstreckt sich der Unterricht auf: Schönschreiben, Deutsch, Rechnen, Algebra, Geometrie, Bauzeichnen, Freihandzeichnen, Vaukonstruktions- und Baustillehre, Berechnen von Baukonstruktronen und Baukostcnberechnung, Entwerfen von Gebäuden, Formenlehre usw. In der kunstgewerblichen Abteilung wird neben allgemeinen Lehrfächern unterrichtet in Ornamentfiguren und Kostümzeichnen, Aquarellieren und Malen, Pflanzenstilisieren, Schrift und Wappenzeichnen, Modellieren usw. Auch ist es gestattet, nur an einzelnen Unterrichtsfächern teilzunehmen. Jede gewünschte Auskunft wird im Bureau der Gewerbeschule erteilt, wo auch Anmeldungen entgegengenommen werden.
— Gewerbliche Fortbildungsschule. Es ist wiederholt vorgekommen, daß Gewerbeunternehmer ihre Lehrlinge erst einige Wochen nach dem Eintritt zum Besuch der gewerblichen Fortbildungsschule angemeldct und die verspätete Anmeldung damit entschuldigt haben, daß der betreffende Lehrling seither auf Probe beschäftigt worden sei. Dies kann jedoch als ein den Arbeitgeber entschuldigender Einwand nicht angesehen werden, da die Schulpflicht mit Beginn des Arbeitsverhältnisse ettttritt und es sonach weder auf eine verabredete Probezeit noch aus den Abschluß des Lehrvertrags ankommt. Es wird daher wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die Gewerbeunternehmer nach § 6 des Ortsstatuts verpflichtet sind, jeden von ihnen beschäftigten schulpflichtigen gewerblichen Arbeiter spätestens am sechsten Tage, nachdem sie ihn angenommen haben, zum Eintritt in die Fortbildungsschule. Gewerbeschulgebäude,
Wellritzstraße 34, Zimmer 1V, anzumelden. Gegen Arbeitgeber, welche die vorgeschriebene Anmeldung überhaupt nicht oder nicht rechtzeitig niachcn, finden die Strafbestimmungen des § ISO Abs. 4 der Gewerbeordnung Anwendung.
— Der „Landcsvcrcin preußischer technischer Lehrerinnen" veranstaltete vom 31. März bis 17. April d. I. an der Viktoria-Fortbildungsschule zu Berlin für seine Mitglieder einen Fortbildungskursus, um bereits im Amt stehende Lehrerinnen mit den Forderungen der neuen Lehrpläne, die die Mädchenschulreform bringt, vertraut zu machen. Die 36 Teilnehmerinnen, aus den verschiedenen Städten Preußens benutzten diese ihnen von ihrer Berufsorganisation gebotene Gelegenheit zur Weiterbildung mit größtem Eifer und werden gewiß die hier erworbenen Kenntnisse in ihrer Heimat zum Besten der Mädchenerziehung verwenden.
— Elektrische Triebwagen. Daß die vor einiger Zeit von der preußischen Staatsbahnverwaltung cmgcführten elektrischen Triebwagen zur Verdichtung des Verkehrs ans Neben- und Anschlußbahnen einem dringenden Bedürfnis entsprachen und im Betriebe auch wirtschaftlich befriedigten, beweist der Umstand, daß deren Anzahl in nächster Zeit wieder vermehrt werden soll. Zu den von der Staatsbahn- verwaltung in Auftrag gegebenen und teilweise bereits im Verkehr befindlichen 52 Triebwagen werden von den Felten u. Guilleaume-Lahmcyerwcrken weitere zehn Stück geliefert Werden, die in der Hauptsache auf Strecken der Direktionsbezirke Frankfurt a. M. und Mainz verkehren sollen. Die neuen Akkumulatorenwagen, die mit einer Geschwindigkeit bis 50 Kilometer in der Stunde fahren und zu jeder paffenden Gelegenheit bequem in den Fahrplan erngefügt werden können, führen dritte und vierte Klasse.
— Nachträgliche falsche Entschuldigung des Zeugen. Daß sich Zeugen gern nachträglich entschuldigen, kommt oft vor, seltener ist, daß sie sich in unwahrer Weise entschuldigen. Ein Frankfurter Privatier hatte dies jedoch getan, nachdem er wegen Nichterscheinens im Termin zu einer Ordnungsstrafe verurteilt war. Später stellte es sich heraus, daß er vor Gericht eine unwahre Entschuldigung gebraucht, und er wurde dann von der Strafkammer aus Grund des 8 135 des Reichsstrafgesetzbuchs bestraft. Gegen das Urteil legte der Privatier Berufung ein, worauf sich das Frankfurter Obcrlandesgericht mit der Angelegenheit befaßte. In der Berufung war ausgeführt, daß jener Paragraph nur diejenige aus Unwahrheit beruhende Entschuldigung mit Strafe bedrohe, welche die Berufung als Zeuge vereiteln solle, nicht aber eine untvahre Entschuldigung, die ein Zeuge, der seinen Vernchmungstermin versäumt habe, nachträglich vorbringe, um vom Gericht die Aufhebung der erkannten Ordnungsstrafe zu erreichen. Das Oberlandes- gcricht kam zu einer anderen Ansicht und verwarf die Berufung kostenfallig. Aus den Urteilsgründen ist als allgemein interessierend folgendes hervorzuhcben: Der auf den geordneten Gang der Rechtspflege gerichtet Zweck des Paragraphen beweist, wie sich aus der Begründung ergibt, daß die unwahre Entschuldigung, die zum Zweck der Aufhebung der Ordnungsstrafe vorgebracht wurde, strafbar ist. Das Gericht braucht die Mitwirkung der im § 138 genannten Personen. Dafür ist es nötig, daß auch die nachträglich vorgebrachten falschen Entschuldigungen mit Strafe belegt werden. Die Folgen der Pflichtverletzungen, insbesondere die Ordnungsstrafen, haben ebenfalls den Zweck, den geordneten Gang der Rechtspflege zu sichern. Ihre Wirksamkeit würde aber ernstlich in Frage gestellt werden, wenn es ungestraft möglich wäre, sie durch unwahre Angaben von sich abzuwcnden. Die auf Vernachlässigung der Zengenpflicht gesetzten Ordnungsstrafen erhalten demnach ihr Gewicht erst dadurch, daß aus den Versuch, sie durch unwahre Angaben zu beseitigen, kriminelle Strafen angedroht tverden.
— Hausbesitzer und Mieter mit Möbeln auf Leihkontrakt. Der Schöneberger Haus- und Grnndbesitzerverein hat folgende, an den Bundesrat und den Reichstag zu sendende Petition einstimmig angenommen, die sich gleichmäßig gegen Mieter und Inhaber von Möbel-Leihgcschäften sowie gegen Gastwirte und die Inventar leihweise liefernden Großbrauereien richtet. Die einschlägigen Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuches sollen danach wie folgt abgeändert werden: Derjenige, welcher gewerbsmäßig Möbel Vermietet oder im Rahmen seines Gewerbe- oder Geschäftsbetriebes Verliehen oder ihren Gebrauch überlassen hat, kann sein Eigentums-' oder anderes Recht an den überlassenen Gegenständen gegenüber dem gesetzlichen Pfandrecht des Vermieters, bei dem der Mieter die Sachen cingcbracht hat, nur dann geltend machen, w--.cn er spätestens zwei Wochen nach Kenntnisnahme von der Einbringung der Sachen bei dem Vermieter schriftlich sein Recht dem Vermieter anzeigt. — Diese Vorsichtsmaßregel wird wohl Nachahmung finden.
— Ein Militärfohlen. Ein beim Militär selten gehörter Fall ereignete sich dieser Tage auf dem Großen Sand bei Mainz. Während einer Übung schenkte nämlich ein Militärpferd einem jungen Fohlen das Leben. Das Tier, eine kräftige Stute, wollte absolut keinen Dienst mehr tun, weshalb sich einige Offiziere den streikenden Gaul etwas genauer ansahen. Sie entdeckten nun, daß das Tier trächtig sei und ordneten an, daß es sofort nach seinem Stall verbracht werde. Die Stute kam jedoch nicht soweit, sondern gab im Dienst einem jungen Soldatenroß das Leben. Das Pferd soll schon vor seinem Ankauf trächtig gewesen sein.
— Die besonderen Kurhaus-Veranstaltungen eröffnet am Dienstag Marcell Salzer mit einem Luftigen Abend ini kleinen Saale. Die beiden Wonnementskonzerte werden an diesem Tage von der Kapelle des Regiments von Gersdorff ansgeführt. Am Mittwoch spielt das Kurorchester einen Operetten- -und Walzer-Abend. Am Donnerstag spricht Otto Julius Bierbaum eigene Dichtungen. Am Freitagnachmitaa ist Militärkonzert und abends 8 Uhr ein großes Extvakonzert zu dem es gelungen ist, den Meistergeiger Professor Eugen Bsaye zu gewinnen. Am Samstag eröffnet die Kurverwaltung die Mai-lSaison mit einem um 4 Uhr nachmittags beginnenden Gartenfeste mit abendlichem großen Feuerwerk. Am Sonntag findet vormittags Orgel-Matinee des ChepaareS Afferni unter Mitwirkung der Altistin Anna Gaffer von hier und des Harfenisten der Kurkapelle A. Hahn statt, abends ein Vokal- und Instrumental-Konzert unter Mitwirkung des Wiesbadener Männergesang-BereinS „Concordia", -der unter Leitung seines neuen Dirigenten, Herrn Musikdirektor Otto Wernicke, auftreten wird.
— Die Mailcoach-Fahrten der Kurdirektion nehmen ab 1. Mai ihren Anfang; sie finden also nächsten Samstag zmn
erstenmal statt und bann regelmäßig, einstweilen indessen amt nachmittags.
-- Stcungraphieschnw. Dem hiesigen Steu-ographenberein „Gabelsberger", unter Leitung des Dr. med. und phil. M. F. K r a n z - Busch hier, Taunusstrüße 23, ist die Erlaubnis erteilt worden, unter dem Namen „Stenographieschule Gabelsberger" eine private Unterrichtsanstalt für nicht mehr -schulpflichtige Personen hier zu betreiben.
— Von der Akademie Frankfurt a. M. Die neu habilitierten Privatdozenten Herr Dr. phiJ. Fritz Mayer un-d Herr Dr, med. Ewald halten ihre öffentliche Antrittsvorlesung am 1. resp. 8. Mai er., mittags 12 Uhr, im Hörsaal P über das Thema „Der Stein der Weisen" bezw. „Bedeutung und Entwicklung der sozialen Medizin".
— Sammlung für die durch Hochwasser Geschädigte,, 'm Nassauer Laude. Dem „Tagblatt"-Vevlag gingen zu:' Sfeu Ungenannt 2 M., von Weygandt 5 M., von Themis 3 M. J,n ganzen gingen bis jetzt ein: 3016 M. 49 Pf. — Bei der Mitteldeutschen Kreditbank, Filiale Wiesbaden, sind eingegangen 75 M., welche an die hiesig« Sammelstelle, Direktion der Nassauischen Landesbank» abg'e- führt wurden.
— Güterrcchtsrcgistcr. Gütertrennung haben eingeführt die Eheleute Schmied Wilhelm Reinhardt und Wilhelmine, gebt Heldenreich, zu Niederneisen, Daglöhncr Achills Albino Mazzoli in Höchst a. M. und Maria, geb. Binqnei, Kellner Rudolf Gallus Groß und Creszenz, geb. Schwab, zu Bad-Weilbach, Bergmann August Julius Gath und Pauline WAholrnine, geb. Rosenkranz, in Altenkirchen, Direktor Bernhard Stracke zu Wiesbaden und Auguste, geb. Brodesser, vevw. HenkeShoven, Damenschneider August Loth zu Wiesbaden und , Else, geb. Beith, Kaufmann Joseph Viktor Travers in Wiesbaden und Margarete Philippine, geb. Braun, Kaufmann Joseph Werner zu Wiesbaden und Cornelie, geb. Götze, Gastwirt Max Bauer und Rosa, geb. Schierke, zu Wiesbaden, Meldeamtsassistent Emil Sacks und Gabriele, genannt Ella, geb. Petritsch, zu Wiesbaden, luitb Kaufmann Gustav T'horneier zu Wiesbaden und Margarets, geb. Niederberger.
— Steckbrieflich verfolgt werden wegen Eiubruchsdieb- stalhls der Taglöhner Anton Jösch, geb. am 10. Mai 1882 zu Wiesbaden, wegen Unterschlagung der Bauunternehmer Georg Heinrich Franz S e i d s , geb. am 14. Februar 1870 zu Hochherm, wegen Diebstahls der Bäcker. Ludwig B i e r >b a u m, geboren zu Deggendorf, wegen Diebstahls das Dienstmädchen Johanna Wingert, geh. am 20. August 1882 zu Ottenbach a. M., wegen Unterschlagung der Buchbinder Mar Lange, geboren in Wiesbaden am 10. April 1884, und wegen Diebstahls der Jnstallationsgehilfe Isidor Maggi, gelb. ani 11. Juli 1892.
— Kleine Notizen. Die Hauptagentur deS Nord- deutschen Lloyd" hiersellbst, Wilhelmstraße 50 (Herr I. Ehr. Glücklich), versendet einen offiziellen Reiseführer für Lloyd-Touren in den Monaten April bis Juni, Der Jnteressentem z-ur Verfügung steht. — Heute Sonntag findet nu Wald h a u s ch e n das erste diesjährige F rüh Kings.- fest, bestehend aus Konzert und Tanz, statt. Tanzleitung: Herr W. Herrmann. — Die Wiesbadener Straßenbahn fuhrt am 1. Mai den Sommerfahrplan ein.
Theater, Kunst, Vorträge.
* Königliche Schauspiele. Im Hoft-heatcr wird am Montag, den 26. April, Joseph Laufts --Schauspiel „Der Deichgräf" bereits zum fünftenmal wiederholt. Die Hauptrollen werden gsspiett von den Herren Malcher (Deichgräf), Leffler (Donnerjü), Fräulein Eichelsheim (Weit). Herrn Anldriano (van Bommel), Schwab (Knippscheer), Frau Bleibtreu chMömmes), Frau Doppelbauer (Stina), Fräulein Santen (Sophie Boß), Fräulein Koller iBaBbeltjes-Lena), Herrn Striebeck (Kiwi). Die Vorstellung findet im Abonnement C statt und beginnt um 7 Uhr. — Der bekannte Heldentenor Dalmoräs, der jetzt wohl als einer der -bedeutendsten Vertreter seines Faches gilt, wird, wie bereits mitgeteilt, im Königlichen Theater am Samstag, den 8. Mai d. I., ein einmaliges G a st s p i e I absolvieren. Der große Erfolg, den er bei seinem letzten vorigen Gastspiel als „Lohengr-in" hatte, hat die Intendantur veranlaßt, auch für das Gastspiel am 8. Mai wieder „Lohengrin" zu wählen. Der Künstler hat vor kurzem ein längeres Gastspiel an der Manhattan-Oper in New Jork beende: und dort wie imnrer große Triumphe gefeiert. Vorbestellungen auf Eintrittskarten nimmt die Königliche Theaterkasse schon jetzt entgegen. Plätze -im Amphitheater sind nicht mehr verfügbar.
* Residenz-Theater. Morgen Montag, feiert der tolle Schwank „Die blaue M-aus" das Jubiläum der fünfundzwanzigsten Aufführung. Auf das am Dienstag stattfindenide erste Gastspiel von Irene Triesch wird hiermit nochmals hingewiesen. Die Künstlerin spielt an diesem Abend hier zmn erstenmal die „Ellida" in Ibsens „Frau vom Meer" und verabschiedet sich «nt Donnerstag als „Nora". Das Gastspiel findet bei Gastlpielpreisen statt. Der beliebte Schlager der diesjährigen Spielzeit, „Moral", gelangt in dieser Woche am Mittwoch und Samstag zur Aufführung, da vielfache Anfragen und die stets ausverkauften Häuser noch viele Wiederholungen bedingen.
--- Marcell Salzer kommt wieder ins Land. Bekanntlich hat ihn die Kurverwaltung für Dienstag nächster Woche gewonnen. Wer kennt ihn nicht, den Grillenscheucher und Bringer heiterer Stunden? Kern Lustigmacher nur, sondern, wie wir von seinem vorjährigen hiesigen Auftreten wissen, ein ganzer Künstler mit Herz und Mund auf dem rechten Fleck! Ein Virtuose des Werkes und zugleich getreuer Interpret seines Dichters., In Berlin, in allen Großstädten des, Reiches, bei uns genießt Salzer großen und verdienten Ruf, sind doch feine Vortragsabende im Berliner Beethovensaal, in der Singakademie, im Hamburger Konzertgarten, im Leipziger Kristall-Palast, im Breslauer Kammermusiksaal u. a. stets ausverkauft. Marcell Salzer darf auch in Wiesbaden wieder allgemeinem Interesse sicher sein.
* Schreibers Konservatorium (Neues Wiesbadener),
Adolfstraße 6, 2. Das Institut hat den von früher -her bei dem Wiesbadener Publikum aufs vorteilhafteste emgeführten Tenoristen Herrn Wolf-Aranda (Methode Garcia) als Lehrer für Gesang verpflichtet, neben Frl. Rosa WMczika (Methode Stockhauien). Im übrigen bleibt die Besetzung des Lehrerkollegiums dieselbe wie früher. Zur Erlernung sämtlicher Or-chesterinitrumcnte sind die berufendsten Mitglieder der Kgl. Theaterkapelle und der städtischen Kurkapelle hevau- gezogen. _______
Vereins-Nachrichten.
* Der „M etzger - Klub" veranstaltet heute Sonrita« einen Ausflug nach Schierstein in den Saalbau „3 Kronen', Der Humorist P. Stahl wirkt mit.
* Der „Wies-badener Fußball-Verein" veranstaltet heute Sonntag, von nachmittags 4 Uhr ab, im Saal« des „Jägerhauses", Schiersteiner Straße 62, ein Tanzkränzchen.
* Der Männergesang -Verein „Union" macht heute Sonntagnachmittag einen Ausflug nach Erbenheim (Saalbau „Zum Löwen").
* Der Bäckerklub „Heiterkeit" veranstaltet heute auf der „Neuen Adolfshöhc" Unterhaltung mit Tanz.
* Die Privatgesellschaft „Borussia" veranstaltet heute Ausflug mit Tanz nach der „Klostermühle".
Mus dem Landkreis Wiesbaden.
ob. Biebrich, 24. April. Nächsten Montag, den 26. April, findet im „Hotel Bellevue" ein Konzert des erblindeten Pianisten Theodor B r a u n statt. Bei dem Konzert wird auch die Kapelle der König!. Untqxoffizierschule unter Leitung des Herrn Obermusikmeisters Zwirnemann Mitwirken. — Das
