Einzelbild herunterladen
 

Nr. 190. Abend-Ausgabe, 1. Blatt.

der ältesten auf dem MichelLberg und von jeher wurde dar­in Gastwirtschaft betrieben, die namentlich zu der Zeit blühte, als der Verkehr „über die Höhe" sich noch ohne Eisenbahn abwickelte und die Landleute mit ihren Fuhr­werken zahlreich dort Einkehr hielten. — An der Syna­goge wird übrigens gegenwärtig ein großer „Frühjahrs­putz" vorgenormnen, der sich hauptsächlich auf den nicht ge­rade schöne» Backstein-Unterbau erstreckt. Die israelitische Kultusgemeinde kommt dadurch den Wünschen zahlreicher Leute entgegen, die an dem bisherigen, mit dem sonst so schönen Gotteshaus in störendem Gegensatz stehenden Zu­stand Anstoß nahmen, dessen entsprechende dauernde Ab­änderung nun hoffentlich mit den Renovationsarbeiten ver­bunden werden wird.

— Neues Sparsystem. In den nächsten Wochen, voraus­sichtlich schon am 1. Mai, wird bei der Sparkasse Schöne- bcrg bei Berlin ein neues System eingeführt werden, das speziell für den Arbeiter- und Mittelstand von großer sozialpolitischer Bedeutung ist. In der Erwägung, daß die Angehörigen dieser Stände sehr oft aus Zeitmangel nicht in der Lage sind, ihre guten Borsätze hinsichtlich des Sparens auch wirklich auszuführen, hat die Kommunalverwaltung in Schöneberg den Beschluß gefaßt, für den ganzen Kommnnalbczirk das Abholcsystem zur Einführung !zu bringen. Jeder sparende Bürger hat nach Einführung i&e§ Systems der Sparkassenverw altung mitzuteilen, welchen Betrag er wöchentlich zu sparen gedenkt. Es werden dann auf seinen Namen lautende Scheine gedruckt, die, damit ein Mißbrauch ausgeschlossen ist, abreißbare Coupons in der Höhe des von ihm angegebenen wöchentlichen Sparbetrages aufweisen. Dann sollen Beamte angestellt werden, die die bezeichncten Beträge bei den einzelnen Sparern abholen und ihnen dafür die betreffenden, auf ihren Namen lautenden Coupons in der Höhe des Wochenbetrages übergeben. Wenn sich also z. B. jemand verpflichtet hat, pro Woche 3 M. zu sparen, dann trägt der Coupon außer dem Namen des Sparers und dem Datum der Abholung noch die Angabe dieser Summe. Selbstverständlich ist dem Sparer auch die Möglichkeit gegeben, das Doppelte oder Dreifache dieses Betrages einzulegen. Er erhält dann soviel Coupons, wie er 3-Markstücke gezahlt hat. Die Kosten für die Abholer sollen anfangs dadurch aufgebracht werden, daß in den ersten Wochen das Geld zinslos lagert. Später wird, so rechnet man, der höhere Betrag der durch das Abholesystem e!n- kmmnenden Gelder schon die Gehälter für die Abholer er­geben. Als Beweis dafür möge angeführt werden, daß die Verwaltungen von Mainz und Frankfurt a. M. dieses System bereits zur Einführung gebracht haben und daß in letzterer Stadt z. B. im vorigen Jahre durch dieses System allein zy 2 Millionen Marl gespart wurden.

— Luftfahrt nach Belgien. Am Mittwochabend unter­nahm der Mittclrheinische Verein für Luftschisfahrt einen Aufstieg mit dem Ballon „Mainz-Wiesbaden" von der Jngelheimer Aue bei Mainz aus. In dem Korbe hatten zwei Herren aus Mainz Platz genommen, während die Führung des Ballons in den Händen des Leutnants von H o l ü a ch vom Dragoner-Regiment Nr. 6 lag. Da zur Zeit des Aufstiegs fast ausgesprochen Ostwind herrschte, sollte die Fahrt wegen der Gefährlichkeit der Landung in Frankreich noch im letzten Moment verschoben werden. Der Wind drehte jedoch kurz nach 8 Uhr nach BT.-jST.-O. und so erfolgte der Aufstieg um 8,30 Uhr abends. Diese Richtung hat der Ballon auch während der ganzen Nachtfahrt bcibe- halten und die Landung erfolgte sehr glatt am nächsten Morgen um 5,30 Uhr bei Neerpelt in Belgien. Da die Ballons in Belgien und Holland zollfrei sind, machte der Rücktransport keine besonderen Schwierigkeiten.

— Treue im Dienst. Am 29. April sind cs 30 Jahre, daß der Oberväcker Georg Stamm ununterbrochen bei der Firma A. Westenbcrgcr Nächst, Brotfabrik in der Metzgergassc, in Stellung ist.

— Ein interessantes Schauspiel wurde, wie schon kurz erwähnt, am Donnerstagabend zwischen 7 und 8 Uhr auf der Fabrik der „Chemischen Werke vorm. H. und E. Albert" in Amöneburg ausgeführt. Dort sind zwei nicht mehr in Betrieb befindliche Kamine von 25 bis 30 Meter Höhe durch eine Kompagnie der Kasteler Pioniere gesprengt worden. Die Arbeiten mußten mit größter Vorsicht vorgenommen werden, La sich in der Nähe der Objekte die Wasserleitung hinzieht und elektrische Hochspannung befindet. Das Terrain wurde abgesperrt und die Fenster der in der Nähe stehenden Häuser waren geöffnet, um das durch den Luft­druck hervorgerufene Zerspringen der Scheiben zu verhin­dern. Die Sprengladung wurde elektrisch entzündet, und man beobachtete, wie sich der erste Kamin hob, zur Seite neigte und dann in sich zusammensiel. Ebenso wurde bei dem zweiten Kamin die Ladung angelegt, und zwar waren nach der Seite, wo er hinfallen sollte, die Sprengmittel stärker angewandt. Auch ein altes Motorenhaus wurde auf diese Weise im Mauerwerk geschwächt, so daß mit Hilfe eines Stammes es später umgestoßen werden konnte. Die mit den Sprengungen verbundenen Detonationen wurden weithin in der Umgegend wahrgeuommen. Trotzdem der Zeitpunkt der Ausführung geheim gehalten wurde, hatte sich eine zahlreiche ZUschauerinengc eingesunden, die den Verlaus der Sprengungen mit Interesse verfolgte. Sämtliche Arbeiten sind genau nach Wunsch vor sich gegangen und ohne den geringsten Unfall verlaufen.

— „Blitzmädels", dieser von Amerika ausgehende Bei­trag zur Frauenemanzipation, sind seit einigen Tagen aua) in unserer Stadt cingezogen. Wer am gestrigen Tage die Langgasse passierte, der hatte reichlich Gelegenheit, diese Schönen in dem bekannten grellroten Kostüm, mit der roten ^Sportmütze aus dem Kopf, zu bewundern, von welcher Ge­legenheit auch zahlreich Gebrauch gemacht wurde. Mehr als einmal muhte die Hermandad eiuschreiten, um Verkehrs­stockungen zu verhindern. Wünschen wir den Mädels, daß sie immer so heiß umworben sein niöchtcn wie am gestrigen Tage.

_ Tierquälerei. Ein Abonnent schreibt uns: Bezug­nehmend auf den Artikel in Nr. 189 Ihres geschätzten Blattes, betreffend „Die Verrohung unserer Jugend", kann ich leider nur bestätigen, auf welche geradezu unerhörte Art und Weise Tierquälereien Vorkommen. Erst kürzlich hatte ich Gelegenheit, auf einem Spaziergang wahrzunehmen, wie eine Anzahl Jungen im Alter von 10 bis 13 Jahren hinter der Damsschen Möbelfabr8> Dotzheim an einer

Tagblat?» Samstag, 31. April 1909. «Seite 5.

mit Wasser gefüllten Lehmgrube Frösch- in ticrquälerischer Weise umbrachten, indem sie diese mit der Hand an einem Bein erfaßten, eine Zeitlang kreisförmig in der Luft herum­schwenkten und dann zur Erde warfen, um hieraus diese harmlosen Tiere mit dem Stiefelabsatz in rohester Weise zu bearbeiten. Aist eine empörte Warnung meinerseits ant­worteten diese Bengels nur mit einem Lachgeheul. Leider war es mir nicht möglich, diesen frechen Buben belzu- konnnen, sonst wären sie der wohlverdienten Strafe nicy^ entgangen. Jedenfalls aber sollten nicht allein die Lehrer sondern vor allem die Eltern ihre Kinder vor solchen rohen Tierquälereien warnen, was aber leider nicht oft genug der Fall zu sein scheint. A. M.

— Für die durch Hochwasser Geschädigten in Nassau gingen bei der Nassauischen Landesbank als Sammelstcllc des' Verbandes Vaterländischer Frauenverein- im Regie­rungsbezirk Wiesbaden zusammen mit den früheren Ein­gängen 86010 M. 6 3 Pf. ein.

_ Eine interessante Ausstellung bietet eben in einem ihrer Schaufenster die Firma Karl Koch jun., Ecke Michels­berg und Kirchgasse. Es ist eine Zusammenstellung der be­kanntesten Bleistifte, worunter ein Glaskasten von Johann Fab er,' A.-G., der die Herstellung des Bleistifts vom rohen Graphit bis zum fein polierten Holze zeigt. Diese Vorfüh­rung erweckt wohl das Hauptinteresse. Imposant wirkt auch ein kolossaler Kastcll-Graphitblock, und viele Passanten bleiben denn auch überrascht stehen.

— Einen regelrechten Kampf gab es bei der gemeldeten Verhaftung des betrunkenen Fuhrknechts aus der Adolfshöhe am vergangenen Mittwoch. Als der Schutzmann dem Roll- kntscher die weitere Mißhandlung der Pferde untersagte, cr diese aber noch fortsctzte, hielt der Beamte das Fuhrwerk au. Nun versetzte der Knecht ihm einen Tritt vor den Leib, so daß er Hinsiel. Ein Gärtncrcibesitzer kam ihm zu Hilfe, aber jetzt erschienen nicht nur zwei weitere Kutscher zur Unterstützung ihres Kollegen, sondern auch Maurer von einem Neubau, mit Steinen bewaffnet, mit welchen sie auf den Beamten, den Gärtnereibesitzer und andere Zeugen warfen, bis Hilfe aus Biebrich kam. Als Täter ist der Fuhr­mann Ludwig Zehr, wohnhaft Rheingauer Straße 4 in Wiesbaden, ermittelt worden. Dem braven Schutzmann Hermann Hartung hat der Tierschutzverein zu Wies­baden eine entsprechende Belohnung zugedacht, während der Tierquäler und seine Kumpane der gerechten Strafe wohl nicht entgehen werden. B.

— Gefährlicher Ein- und Ausbrecher. Ein wegen Ein­bruchsdiebstahls und Gewalttätigkeiten vielfach vorbestraf­ter Mensch, der Johann W a g c n b a ch aus Ellar, welcher als Gefangener zur Beobachtung seines Geisteszustandes in die Irrenanstalt Eichüerg gekommen war, ist vorgestern dort entsprungen und alsbald hier gesehen worden. Die Kri­minalpolizei, die sich sofort zu seiner Verfolgung anschicktc, denn der gefährliche Mensch mußte so rasch als möglich wieder unschädlich gemacht werden, sah sich vor, und sie hatte alle Ursache dazu, hat doch der Rowdy vor zehn Jah­ren einen hiesigen Schutzmann durch einen Messerstich er­heblich verletzt. Daß Vorsicht geboten war, zeigte sich so­fort, als die beiden Kriminalbeamten Pohlhaus und Echternach den Flüchtling gestern vormittag in der Walk­mühlstraße entdeckten. Wagenbach stellte sich mit einem Dolch gegen sie, und er hätte zweifellos auch gestochen, wenn ihm nicht Pohlhaus sofort einen Revolver entgegengehalten hätte. Aber erst, als der Beamte einen Schreckschuß abfeuerte, leistete er der wiederholten Aufforderung Folge, das Messer wegzuwerfen. Er wurde dann gefesselt und wieder in das Gefängnis abgesührt.

— Verhaftet wurde gestern hier ein junger Mühlen­besitzer. der seit 1907 von der Behörde in Lüneburg wegen Meineids steckbrieflich verfolgt wird. Er hielt sich seither in Rußland auf, war erst vor drei oder vier Tagen hiec- hergekommen und hatte sich in einem kleinen Gasthaus ein­logiert. Die Barmittel, die er noch besaß, waren gering.

— Zimmerbrand. Durch Umfallen einer Lampe ent­stand heute früh gegen 5 Uhr in dem Hause Göbenstraße 9 ein Zimmerbrand, de^ von den Hausbewohnern gelöscht werden konnte, che cr nennenswerten Schaden anrichtete. Die zu Hilfe gerufene Feuerwache brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten.

— FortmwS Huld. Auch in die Kollekte des Losever­triebs von Jakob Rath (Inhaber: Gustav Krause), Kirch­gasse 26, fiel ein Haupttreffer der Frankfurter Pferde­mark t l o t t e r i e (ein Pferd). Gewinner ist ein Knabe aus der Kirchgasse.

_Ncsit,Wechsel. Frau Direktor Berckenkamp ver­kaufte 62 Ruten Bauplatz an der Parkstraße an Rentner Schürenberg. Das Geschäft wurde vermittelt und ab­geschlossen durch die Jmmobilien-Agentur von I. Ehr. Glücklich, Wilhelmstraße 60.

Theater, Kunst, Vorträge.

* Königliche Schauspiele. (SpielpIa n.) Sonntag, n 25. April: „Siegfried". Anfang 6'/, Uhr. Montag, den Wonnement D: „Der Deichgraf"- Anfang 7 Uhr. Drens« a den 27., Abonnement A: „Carmen". Anfang 7 Uhr. Ättvoch, den 28,, Abonnement O: „Tannhau:er Anrang

U'in\ Donnerstag» den 29., Abonnement B: „Tiefland".

- 'Zag» den 30.» Abonnement C: „Alt-

Uhr. Samstag, feen l. Mai, Wonne-

nfana 7 Uhr. Fre stdelberg". Anfang 7

v: '„Die"Äohvm'e"'" Anfang 7 Uhr. Sonntag, den Meistersinger vor: Nürnberg", Anfang 6V» Uhr. Residenz - Theater. (S p i e 1 1 I/t n.) „Sonntag,

April, nachmittags, y»

Gray"

den

Abends

Uhr: „Der Hochtourist". Montag, Neu 20., tzmn, 25 .Male: die blaue Maus". Dienstag, den 1. GaMWl^Frene •tcfcß* „Die Frau vom Meer . Mittchoch, den ■ 25.: „Morast^ mnerStaq. den 29.: 2. (letztes), Gastspiel Krene TrrÄch:

lom". Freitag, den 30.: „KunnnerestnÄ um. Amei

rmsiag, den 1. Mai: „Moral". t

* Kurhaus. Daß der Höchster M ä nwe rg efta ng - er ein, der morgen Sonntagabend rm^Kurgaus^auftrltth den lebten Jahren viel genannt »virw-ünd nichkmLcrrwd«Lch .7. st: DD.„„..ft «„„.Wt, nurfi Jmrrff foim, 9VttmttrtTh.iwn

erster stme ie.nn.eui jtptyen - Eift ein vorzüglicher, Sänger jSen-5 ist. D:e Kurkapelle un

-aus wer Meisterschule Stock- rsenS ist Die Kürkapelle unter Smerni wird das Konzert dem Meistersinger-Vorspiel eröffnen und außerdem ilcb-n den Chorvorträgen des Vereins und den Gesangs-

• - ... o--4r Opernhauses, Karl

zur, Ausführung

, des lyrischen Tenors des Frankfurt

ntner, Tonbilder aus der „D>alkift„ . ...

nq-n flu dem Konzertbcsnche bereckstigen die Kurhaus- nntagskarten, und der kleine Zuschlag chur Mbonnements- :te von 50 Pf.

* Volks-Theater. (SpieIp lau.) Sonntag, den

25. April, nachmittags 4 Uhr: „Die Pcrssionsspieler von Oberammergau'. Abends 8.15 Uhr: „Die Regiments,

tochter". Montag, den 26.: „Der Trompeter von Säkkingen". Dienstag, den 27.:, „Die Anna-Kise". Mittwoch, den 28.: „Die deutschen Kleinstädter". Donnerstag, den 29.: „Lamm und Löwes lustige Bvcmtfahrt". Freitag, den 30.: „Das Schloß am Meer". Samstag, den 1. Mai, nachmittags 4 Uhr: „Das Gänsoliesel". Abends 8.15 Uhr: „Der Herr- aottschnitzer von Ammergau". Festvobstellung. Vorabend der Jahresfeier.

* Kunstsalon Aktuaryus (Taunusstraße 6s. Neu aus­gestellt: L. Günther-Schwerin (Wiesbaden): „Heideweg". E. v. Saucken: „Treibjagd im Winter", „Nustretende Rehe". E.Pavil (Paris): „Isles de Biaucourl“, „Ruc ca hiver", „Sui la place de la Concorde“, „Quai d’Orsay“, „Boulevard de Rochechouart“, „Canal a Aulnay“, „La Marne ä St. Maurice“, „Canal St. Martin“, „Coin aux Tuileries", „Rue ä Montmartre“, „Aulnay sur bois“, „Rue Lafitte“, „Route pour Taverny", „Au chätelet“, „Route vers St. Maurice“, „Bd. de la Chapelle“, „Le pont neuf“, „Sur le canal“.

* Galerie Banger, Luisenstraße 9. Neu ausgestellt:

E. Laibes (Wiesbaden): „Abend" (Motiv aus Hessen),

„Sommernachmittag an der Flensburger Förde", „Wenn der Schierling blüht", „Svptembevmorgen", „Nachmittagssonne"« Richard Scholz (München): „Schneewittchen".

Mus dem Fnndkneis WiesSaden.

(!) Dotzheim, 22. April. An der letzten Sitzung des ge> 'schäftsführ enden Ausschusses für den Wettstreit des Ge­sangvereins „Arion" wurde die Festwirtschaft an die Herren Ullrich von Biebrich und W. Sprenger („Zum Vater Rhein"), 'Wiesbaden, übertragen. Die Musik wird von dem Branden- iburgischen Fußartillerie-Regiment „Generalfeldzeugmerster" Nr. 3 gestellt werden.

Wc, Wicler, 23. April. Da die vorgestern vorgenommene Leichenschau keinerlei Anhaltspunkte über die Todesursache des Schulknaben Lorenz Petri ergeben hat, wurde heute nachmittag durch den Kreisarzt eine Sektion der Leiche vorgenommen, um eventuelle innere Verletzungen festzu- stellen. Wie wir erfahren, hat durch die Obduktion jedoch die Todesursache nicht ermittelt werden können. Die Leiche ist den Angehörigen zur Bestattung sreigcgeben worden. — Ein Strafverfahren in dieser Angelegenheit wird wohl nicht eingeleitet werden.

NKs?««ische Nachrichten.

-r- Langen schwalb ach, 22. April. Beim Schulbeginn am vergangenen Dienstag fand gleichzeitig durch den Kreis- schülinfpektor, Herrn Pfarrer Thiel, die Einführung des neuen Rektors, Herrn Gaul, in sein Amt.statt. In seiner Ansprache betonte der Kreisschiulinspektor, daß das Vertrauen der Bürgerschaft im Verein mit der Lehrerschaft ihn als Leiter unserer Schulen hierherberufen habe und daß auf dieser Grundlage ein gesegnetes Wirken möglich und 3 » erhoffen sei. Herr Bürgermeister Bester begrüßte den neuen Rektor im Namen der Gemeinde und Herr Lehrer Graf namens des Lührerkollsgrums. Herr Rektor Gaul dankte für das ihm entgeaengedrächte Vertrauen und führte dann weiter aus, daß Gottesliebe, Vaterlandsliebe und Heimcü- lickbe die Grundpfeiler seien, aus denen jedes geldeiMche Er- ziehungswerk aufgeibaut sein müsse. In diesem Sinne fasse auch er sein hiesiges Wirken auf, und er bitte UM die freund­liche Mithilfe aller an der Kindererziehung interessierten Kreise.

ec. Unterliederbech, 23. April. In unserer Schule waren heute morgen Herr Geheimrat t>. Bremen-Berlin, Herr Schuilinspektor Völker- Wiesbaden, der katholische Schul- ittsipektor Pfarrer Brühl-Marxheim, sowie der evangelische Schulinspertor Pfarrer Fabrieins-Griesherm anwesend, be­sichtigten das Gbbäude mit den Klassenräumen, wohnten dom Unterrichte bei und nahmen Einsicht über Stand und Größe der einzelnen Klassen. Von hier aus fuhren Me Herren nach Sossenheim und Ried, um ebenfalls über die dortigen Schul« Verhältnisse Einsicht zu nehmen. Man bringt die Besichti- igungen der einzelnen Schulen mit der Besetzung der Kreis» ischulinfpektion im Hauptamte, die ja bekanntlich genehmigt ist, in Verbindung. — Die neu errichtete, 13. Lehrerstelle würbe durch den SchulamtsWio«»ber Steigerwald von Bacharach a. Rh. provisorisch besetzt. Derselbe wurde durch Rektor Kern in.sein Amt eingeführt. —- Zur Neuauf­nahme gelangten in diesem Jahre 132 Kinder, nämlich 72 Mädchen und 60 Knaben.

!! Ostrich i. Rhg., 22. April. Um eine bessere Finanzie­rung der Gemeindelasse herbeizüfähren, plant man die Ein­führung einer neuen G r u n ib st ü cks-'B er ka u f Sftcuer. Ob dieselbe in Form einer Umsatz- oder Wertzuwachssteuer zur Erhebung kommt, bleibt der Entscheidung der Gemeinde­vertretung vorbshalten.

!! Lorch, 22. April. Am kommenden Sonntag, den 25. April, nachmitags 3 Uhr, findet im „Arnsteiner Hof" die Fruhsährs-Werfammlung des „B e r e i n s n a s z a n 1 1 ch e r L a n d - u n d F o r st w i r t e" statt.

I. Dillenbnrg, 22. April. Eine Versammlung des Wirtevereins für Dillenbnrg und Umgegend sprach sich 'in einer gestern hier abgehaltenen Versammlung entschieden gegen die von den Großbrauereien beantragte K o n t i n g e n- t i e r-n n g (Feststellung) der B i er e r z e n gu n g ans, durch die die Wirte einer Brauerei auf Gnade, oder Ungnade Übergeben werden sollte. Der Protest kam in einer Reso­lution 8UM Ausdruck, die dem Reichstag und der Regierung vorgelegt werden soll.

Ans der Umgebung.

rmk. Darmstadt, 24. April. (Eigener Drahtbericht.) Das G roßh e r z o« spaar schwebte gestern abend in größter Lebensgefahr. Die Equipage, in welcher die Herrschaften Platz genommen hatten, war in, der Gefahr, mit einem Wagen der „Elektrischen" zu kollidieren. Nur der Geistesgegenwart des LeibkutscherS, der den Wagen direkt vor denr Motorwagen zum Stehen brachte, ist die Verhütung eines Unglücks zu danken.

Offrnbach, 24. April. (Eigener Drahtbericht.) Der auf dem hiesigen Gaswerk beschäftigte 30 Jahre Me Georg Böning ist nach Unterschlagung, deren Hohe vor- lLusio auf 6000 M. festgestellt wurde, flüchtig gegangen. Mit ihm verschwand der Hotevbuchhalter Max Hermann aus Frankfurt a. M. Beide sind auf einem der Polizei bekannten Dampfer nach Amerika geflüchtet. Gegen Bomrig i)t -in Amerika Haftbefehl erlassen worden.

* Mainz, 24. April. Rheinpegel: 1 m 20 cm gegen 1 m 26 cm am gestrigen Vormittag.

--.. .

Sport.

« Internationale Ringkämpfe im Frankfurter Albert,. Schumann-Theater. In Gegenwart von Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, sowie des Erbprinzen und der Erbprinzessin von Meiningen, welche den Ringkämpfen, mal gr ~ . ~ x ""

Untergriff von hinten. Der russische Meister Romanoff siegte stach 18,20 Minuten über aen Belgier De Wmf durch eine^- Ausreißer von der Seite. De Wolf erlitt somit sein« fünfte Niederlage und scheidet aus der Konkurrenz Der Protestkampf zwischen Pctroff-Bnlgarien und Päddubnt,- RuUand bestätigte die Niederlage Petroffs. --Heute Sams, tagabend ringen Omer de Bouillon gegen Heinrich Weber: Antonitzsch gegen Askcnow und Roinanoff gegen V-an Dem