Jfbe, 5 «.
Morgen-Ausgabe, f. Matt.
Wiesbadener Tagblatt.
Freitag, S. Februar 1SVS.
matt &
und Karl Will pm. zu Rechnungsprüfern ernannt. Zum Schluß gab der Vorsitzende des geschäftsführenden Ausschusses, Gastwirt Heinrich Merten, einen überblick über den Stand der W ett str e i t sa n g e l eg cn h c i t e n. Mit Genugtuung konnte konstatiert werden, dass in den verschiedenen Ausschüssen schon recht Tüchtiges und Ersprießliches geleistet worden ist. ■—■ Die „SPar- und Darlehns- kasse" hält ihre Generalversammlung Samstag, den 13. Februar, aibenids 8 Uhr, im Gasthaus „Zum Schwanen".
st- Nordenstadt, 3. Februar. Gestern abend 8 Uhr Hielt die hiesige „Spar- und Darlehnska s s e" im Gasthaus „Zum Löwen" ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Die Verhandlungen leitete der Präsident des Aufsichtsrats, Herr Lehrer Wittgen. Aus der Jahresrechnung und Bilanz, die von dem Rendanten der Kasse, Lehrer Racky, vorgetragen und erläutert wurden, geht Hervor, daß die^ Aktiven rund SS 060 Mark betragen. Der Reingewinn betrug 210 M. 25 Pf. Der Gesamtumsatz betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 117 000 M. Die Anzahl der Genossen ist infolge von Todesfällen von 83 auf 81 znrückgcgan- geu. Die Geschäftsanteile der Genossen wurden von 20 auf 100 M. erhöht. Die ausscheidenden Aufflchtsrats- Mitglieder Lehrer Wittgen und Joh. Phil. Pfeifer, sowie das Vorstandsmitglied Phil. Meyer wurden wiedergc- »vählt. An Stelle des freiwillig ausfcheidenden Vorstandsmitglieds Phil. Christ wurde Herr Spenglermeister und Postagcnt Phil. Müller gewählt. — Der Hiesige Naöfahr- klub „Wanderlust" hält in diesem Jahre am 13. und 14. Juni das Fest der Banner w e i h e ab.
». Nordeustadt, 3. Februar. Auf Antrag des 13. landwirtschaftlichen Bezirksvereins wird die Lanöwirtschafts- kaminer in der Zeit vom 15. bis 27. d. M. hier einen L e h r k u r s n s über landwirtschaftliche Buchführung abhalten lassen. Der Unterricht beginnt am 16. Februar, abends 8 Uhr, im Rathaus. Unterrichtshonorar wird nicht erhoben. Die Knrsusteilneh- mer haben nur die Kosten für die nötigen Übungsformu- lare, welche sich auf 1 M. 30 Pf. bis 2 M. für die Person belaufen werden, zu tragen. Die Leitung des Kursus ist Herrn Landwirts-chaftsinspektor Dt. Hör n y übertragen worden. Bisher haben sich 38 Personen zur Teilnahme an dem Kursus gemeldet. Weitere Anmeldungen, die zweckmäßig recht bald erfolgen, werden von den Herren Ortsvcrtretern des 13. landwirtschaftlichen Bezirksvcr- eius in den einzelnen Gemeinden entgegengenommen.
а. Hetzloch, 8. Februar. Nächsten Sonntag, den 7. Februar, nachmittags um 3 Uhr, findet hier im Lokal des Herrn Gastwirts Philipp Kilian 2. eine Versammlung des 13. landwirtschaftlichen Bezirksvereins statt, in welcher Herr Tierarzt Dr. B o «^Wiesbaden einen Vortrag über „Einige wichtige Tierkrankheiten" halten wird.
б. Hochheim, 3. Februar. Unsere Obstzüchter be
absichtigen, sich zu einem O b st b a u v e r e i n zusammen- zuschlietzen. Sie hoffen, dadurch bessere Verkaufspreise ihres Obstes zu erzielen. In einer Versammlung, in welcher Herr Kreisobstbaulehrer Bickel über die Vorteile und die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses sprach, wurde eine Kommission gewählt, bestehend aus den Herren Bürgermeister Walch, Beigeordneten Preis, Stadtverordneten Siegfried, Hauptlehrer Ruckes, Schaumweinfabrikant Bachem und Obergärtner .Kraus, die die Statuten des neuen Vereins ausarbciten soll, und wird die endgültige Gründung des Vereins in einer demnächst staitfindcnöen Generalversammlung beabsichtigt. ___
Nafsanische Nachrichten.
d. Idstein i. T., 3. Februar. Das N h e i n - M a i n i- sch e V e r b a n d s t h e a t er wird kommenden Sonntag hier Molieres „Geizigen" zur Ausführung bringen. Die vierte und letzte Vorstellung findet am 12. März mit Schillers „Räuber" statt. — Die H o l z v e r st e i g e- rungen zeigen fast in allen Taunusorten einen starken Rückgang der Preise,' für manche Gemeinde bedeutet dieser eine Erhöhung der Kommunalsteucrsätzc.
ö. Kiiuigstein i. T., 3. Februar. In Frankfurt v e r- haftete man den der Brandstiftung stark verdächtigen Fuhrmann Heinrich Kroth von hier und brachte ihn in das hiesige Amtsgerichtsgefängnis und dann nach Wiesbaden. Kroth, der als geistig minderwertig gilt, soll bereits zugegeben haben, daß er das Anwesen des Mayer Henlein angesteckt Hat.
n. Vom Main, 8. Februar. Der für den 5. Februar festgesetzte Verhandlungstermin in Sachen der Schulversäumnisse freireligiöser Kinder im Kreise Höchst ist aus den 12. März verlegt worden. — Die Bonner „Liedertafel", die am Kaiserpreissingen in Frankfurt teilnehmen wird, nimmt während der Zeit ihr Standquartier in Schw-anheim. Der Gesangverein „Sängerlust" von da besorgt die erforderlichen Quartiere. — Die Stadt Frankfurt hat die Absicht, die Wasen- m e i st e r e i mit der Klärbeckenanlage zwischen Schwanheim und Nicderrad zu vereinigen, endgültig aufgegcben, was man sowohl in Schwanheim als auch in Griesheim freudig begrüßt, denn beide Orte hätten unter der Einrichtung zu leiden gehabt.
rf. Caub, 3. Februar. Die gestern abend im Gemeindehaus abgehaltene Generalversammlung des evangelischen KirchengesanaVereins wurde, wie üblich, mit einem Chorlieü begonnen und geschlossen. Aus dem Bericht des Vorsitzenden heben wir hervor, daß der Verein am 1. Januar 1609 207 Mitglieder zählte (gegen 181 im Vorjahr), davon 65 Aktive,' er wird damit nach seiner Stärke wohl an die erste Stelle der sämtlichen naffauischen Kirchenchöre gerückt sein. Im verflossenen Jahr hat er bei 27 verschiedenen Gelegenheiten im ganzen 53 geistliche und 31 weltliche Chöre gesungen, davon 58 verschieden, 31 wiederholt. Das ist gewiß eine respektable Leistung, die dem Fleiß des Chors und des Dirigenten alle Ehre macht. Der Kassenbericht wies an Einnahmen 716 M., an Ausgaben 540 M. auf. Es wäre zu wünschen, daß noch an mehr Orten solche gemischte Chöre begründet würden. Ihre Einwirkung auf das Gemeindeleben ist nicht gering.
X Diez, 8. Februar. Auf der steil abfallenden Luisenstratze wurde von jung und alt, hoch und niedrig
tagelang „gerodelt", ohne daß ein Unfall zu verzeichnen war. Gestern ist jedoch der 10jährige Walter Fuchs mm. Isenburg, der bei seiner Großmutter, Frau August Wolfs Witwe, wohnt, mit seinem Schlitten in einen Kalk- wagen htneingefahren. Stark blutend und am Bein gequetscht, wurde er herausgezogen. Hoffentlich trägt derselbe keinen weiteren Schaden davon. Auch hier ging es, wie so oft, daß der Brunnen zugedeckt wurde, 6. h. die Rodelbahn am unteren auf die Wilhelmstratze mündenden Teil mit Koks beschüttet wurde, als der Unfall geschehen war. — Großen Schrecken standen gestern mittag die Rodler am Schloßberg dadurch aus, daß ein ln der unteren Stadt ohne Aufsicht stehendes Pferd eines Limburgers mit Schlitten durch die Stadt und den Schlotz- berg hinaufstürmte. Glücklicherweise gelang es dem Besitzer des „Heidelberger Fasses" und seinen Knechten, das herrenlose Pferd am Amtsgericht eiwzusangen und dadurch großem Unglück vorzubeugen. — Durch das eingetretene Tauwetter beginnt die Lahn zu st,« i g e n.
Mus der Umgebung.
in. Homburg v. ö. H., 8. Februar. Unsere Stadtverordneten bewilligten zur probeweisen Anstellung -eines sogenannten B e r g n ü g u n g s d i r e k t o r s 2800 M., und zwar gegen die Stellungnahme des Magistrats.
Sport.
* Jagd. AuS Obcrbrcchen wird uns berichtet: Am 10. Februar wird die hiesige Wald - u n d Fe l d - jagd verpachtet. Die I 'd, die eine Größe von 8300 Morgen umfaßt, von denen 800 -Morgen Wald- und 2600 Morgen Feld sind, ist Mit Wild gut besetzt. Besonders gut ist der Bestand an Rehwild ustd Hasen, auch Fasanen haben sich in den letzten Jahren gut vermehrt, bank der weidgerechten Pflege. Wie man hört, will der bisth-erig-e Pächter di-e Jagd nicht wieder pachten. Der sovtherige Pachtpreis betrug 850 M-, doch 'dürfte die Jagd bei der Nswverpachtün-g bedeutend höher kommen, schon ans -dem Grund, da Obevbrechen Bahnstation und von Wiesbaden nnd Frankfurt bequem zu erreichen fft.
* Schießsport. Ans A l s s e l d , 3. Februar, schreibt
man uns: Das 18. B e r b a n d s s ch i e ß e n des Gaues Hessen und Hessen-Nassau ist für 1909 dem hiesigen ,/Schützenverein" zugefallen. Dieser hat jetzt beschlossen, das große Verbandssest am 1., % 3. August abzuhalten. Die Vorbereitungen sind im Gang, die Komitees bereits gewählt. ______
Kleine Ghromk.
Ein Cholerafall in Berlin. Die Befürchtung, daß die Frau des Musikers Bvrbely aus Rußland an Cholera erkrankt sei, hat sich bestätigt. Die Diagnose ist gestern nachmittag im Virchow-Krankesthauise sestgcstelll worden und lautet auf Cholera.
Selbstmord eines Leutnants. Der Leutnant Leitz- mann vom 159. Jnfanterie-Rogiment in Mülheim (Ruhr) hat sich in seiner Wohnung aus bisher unbekannten Gründen erschossen.
Große Schneeverwehungen führten in Salzburg zu Verkehrsstockungen. Die Fschlerbaihn ist verweht, der Frühzug steckt bei Eugcnöorf, bei Werfel verwehte eine Lawine die Tiroler -Strecke, aus d-er Vöckl-Lbimck-Hammerstrecke ist ein Zug seit 14 Tagen eingeschneit.
Schändliche Unterschlagungen. Der Rektor Koch und Her Lchr-er Seifert aus Thurm bei Zwickau stellten sich der Staatsanwaltschaft mit d-er Selbstbezichtigung, mehrere tausend Mark der Schulsparkassengelder nntcr- schlagen zu halben.
Fahrikbrand. Vorgestern nacht ist das Lager der ruffi- schen Tnidor Akkumulatorenfäbrik in Petersburg zum größten Teil durch Feuer vernichtet worden. Der Schaden ist durch Versicherung bei russischen -Gesellschaften gedeckt, -er wird -auf 150 060 Rubel -geschätzt. Der Betrieb selbst erführt nicht die geringste Störung. Die Gesellschaft ist eine Tochtergösells-chast der ÄMNmülatoren- Aktien-Gosellschast Berlin-Hagen.
Entsprungener Gauner. Wie die „Allgestr. Zeitung" in Ghemnitz berichtet, ist der frühere kaüfmännisch-e Direktor der Sächsischen Maschinenfabrik vorm. Richard Hartmann, namens Stöckl-in, der sich bekanntlich umfangreiche Fälschungen der Aktien dieses U-nternehm-ens zuschulden kommen ließ und in JAmailije (Ägypten) verhaftet wurde, aus dem Heimtransport in Genua seinen Transporteuren entsprungen.
Im Schneeestnrm überfahre«. Bei heftigem Schnee- sturme wurde aus der Eiseuvahn-linic Plauen-Hof der verhe-iratebe Streckenwärter Müller aus FeMtzsch vom Schnellzuge erfaßt und zur -Seite geschleudert, wobei er so schwer verletzt -wurde, daß er beim Transport in das Hofer Krankenhaus verschied.
' DaMpferznsarnmenstoß. Das Transportschiff „Mobile", von London nach Baltimore unterwegs, ist im Ärmelkanal mit dem Dampfer „Dunkel" znsamMen- gsstotzen. Die Havarien des Mobile" waren so ernster Natur, daß das Schiff ins Trockendock gebracht werden mußte. _
Hochwasser überall!
d. Idstein, 3. Februar. Der hohe Schnee, stellenweise lag er meterhoch, ist seit heute im Verschwinden,' die Felder sind schon wieder kahl und ein heftiger Nordweststurm macht ihm vollends den Garaus. Da der Boden noch fest gefroren ist, kann das Schneewasser nicht ins Erdreich ein dringen und die unausbleiblichen Folgen davon sind Hochwasser überall.
nv Bingen, 4. Februar. (Eigener _ Drahtbericht.) Das Eis der Nahe treibt soeben ab. Infolgedessen geht den Wasserstanö sehr in die Höhe. Die im Flutztal gelegenen Ortschaften sind durch Hochwasser gefährdet.
wb. Marburg (Bezirk Cassel), 4. Februar. Im Lahngebiet und Ohmtal herrscht Hochwasser; die Flut steigt anhaltend.
wb. Heiligenstadt, 4. Februar. Infolge starken Re-geuS und des plötzlich eingetretenen Tanwetters führen Snt Geislede und dieLeine seit Mitternacht Hochwasser, das die angrenzenden Stadtteile überschwemmt Hall Bis 8 Uhr waren die Fluten so gestiegen, daß der g e« samte Geschäftsverkehr lahmgelegt war. Di« Geschäftshäuser sind geschlossen und' die Fabriken feiern. Die Geislede fließt wie ein reißender Strom drrrch die Hauptgeschäftsstraße und überflutet die ganze Altstadt. Der städtisch« SchlachtHos und das Elektrizitätswerk stehen unter Wasser. Der Friedhof gleicht einem See. Die Besitzer der umliegenden Mühlen schweben in Lebensgefahr. Bisher sind Menschenleben nicht zu beklagen. D-er Materialschaden ist sehr groß. Die Behörden sind seit. Mitternacht n naushörlich mit R ettuuqs- arb eiten beschäftigt. Bon den umliegerröen Dörfern wird gleichfalls Hochwasser gemeldet.
Erfurt, 4. Februar. (Eigener Drahtbcricht.) Das Hochwasser in den Hiesigen Flutzläusen nmhm rm Lause des Bormittags einen bedrohlichen Charakter an. Bon Orten des Thüringer Waldes wurde die Stadtbehörde telegraphisch verständigt, daß die Hochwassergefahr wachse. Aus Mühlhausen wurde gemeldet, daß die Unstruth bis zu 4,41 Meter gestiegen sei und weite Strecken überschwemmt Habe. Aus Sonders-- Hausen wird -berichtet, daß der -Verkehr ans der Eisenbahnstrecke Nordhausen-Ersurt und Hohenbebra-MüHl- hausen Störung erleide. In Sonneberg ist die Oberstadt unter Wasser gesetzt. Nach neuesten Meldungen aus Heiligenstadt ist die Hochwaffereatastrophe auf dem EichNeld viel g e f ä h r l i ch e r, als bisher angenommen wurde. In DuöerstaSt steht die Bahnhvfftraße unter Wasser.
HannSserfch-Münde», 4. Februar. (Eigener Drahb bericht.) Durch H ochwa j s er infolge der plötzlich ein- getretenen S-Hneeschmelze ist der Bahnbetrieb der Strecke Münden-Nordhauscn-EichenbergMöltingcn g e - stört. Die Züge erlitten mehrstündige Verspätung. Werra und Fulda sü'hren der -Weser gewaltige Eis- massen zu. Die Flüsse steigen so schnell, daß das Hochwasser gefährlich zu werden beginnt.
Derrtschrr PeichsLÄg.
Eigener Drahtbericht des „Wiesbadener Tagblatts'.
= Berlin, 4. Februar.
Am -Bundcsratstisch: Staatssekretär v. Bethmann» Hollw-eg.
Präsident Graf zu Stolberg eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 80 Minuten.
Auf der Tagesordnung steht die zweite Verainug des Etats des Reichöanrts des Innern.
Zu Titel 1: Gehalt des Staatssekretärs, liegen zehn Resolutionen vor.
Abg. Triuiborn (Zentr.) begründet die von seiner Partei eingebrachte Resolution und verlangt die Ausdehnung der Konzesfionspflicht für F l a s ch e n b i e r e. Ebenso sei ein Verbot der Ab o n n e n t-e n v e rsi Hern »g von Zeitungsunternehmen zu erlassen. Bezüglich des Betriebes der Anlagen der großen Eisenindustrie habe, so führt Redner aus, seine Partei den Wunsch, daß die Schutzvorschriften der Bundesratsverordnung vom 19. Dezember 1968 dahin abgeändert werden, daß die regelmäßige Dauer der Arbeitszeit aus höchstens 10 Stunden täglich festgesetzt wird, daß die achtstündige Ärbeitsschicht für die vor dem Feuer beschäftigten Arbeiter eingeführt und daß die Sonntagsarbeit tunlichst verboten werde. Die notwendigen Arbeiten müßten ans das geringste Maß beschränkt und die Vorschriften über hygienische Beschaffenheit der Arbeitsräume. Wasch- und Baderäume in die Schutzvor- schriften ausgenommen werden. Für die Reform unseres Krankeuversichernngswesens wäre es erwünscht, daß
Las Verhältnis zwischen den Ärzten und Kassen gesetzlich geregelt würde. Wir stehen jetzt in Cöln wieder in einem unerfreulichen Kampfe, der sich in den nächsten Wochen noch erheblich verschärfen wird. Sodann mutz verlangt werden, baß die Verhältniswahl bei der Krankenversicherung obligatorisch festgesetzt wird. Eiu- bezoaerr werden müssen in die Unfall- nnd Jnvaliöen- verstcherung auch die Heimarbeiter, denn ganz besonders schlecht ist es in der Hausindustrie um den Arbeiterschutz bestellt. Der Resolution der Sozialdemokraten auf Schaffung eines Reichsberggesetzes stimmen wir im -allgemeinen zu. Allgemeine Einführung des Acht- stundentages lehnen wir jedoch ab. Wenn wir auch entschieden für die Ausdehnung der Sonntagsruhe cin- treten, ?o glauben wir doch, daß ein absolutes Verbot jeder -Sonntagsarbeit nach Lage der Verhältnisse nicht möglich sei. Es wäre interessant, zu erfahren, wie weit die Vorarbeiten zur Errichtung eines Reichsarbeits- amtcs gediehen sind, und wie es mit dem im vorcgen Jaürc angenommenen nationalliberalen Antrag auf Rechtsfähigkeit der Berufsvereine und Sicherung der Tarifgemeinschaften steht.
Am üriugendsien nötig ist die N-rfichcritng der Privat- bcamtcn,
zumal neuerdings Verstöße gegen die Koalitionsfreiheit der Angestellten von seiten einzelner großer Industrieller vorgekommen sind. Wir verurteilen eine derartige Knebelung der Privatangestellien auf das -entschiedenste. Unsere sozialpolitischen Maßnahmen haben die Hebung der Erwerbstätigkeit unseres Volkes zum Ziele. (Beifall.) ^
Berlin, 4. Februar. (Eigener Draytbericht.) In der Budgetkommission des Reichstags gab bei Beratung des Etats des Auswärtigen der Staatssekretär auf eine Anfrage folgende Erklärung: Gegenüber der von dem Abgeordneten Erzberger in der Reichstagssitzung vom 11. Dezember 1908 verlesenen Erklärung Br. Lehmanns, in der gesagt war, der Kaiser habe mit einem englischen Journalisten eine Unterredung gehabt, die die „Daily Despatch" veröffentlicht habe, die mit den
