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Morgen-dlusgabe.
2. Blatt.
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Dienstag,
12 . Januar 19 Ö&
57. Jahrgang.
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Chronik denrelkenZWetter Ereignisse in 1908.
Oktober 1988.
1. Der Kaiser genehmigt das Abschiedsgesuch des Prinzen Bernhard Aur Lippe. — König Alsonso bei Kaiser Franz Josef in Budapest. — Rußland schilägt vor, die Wsgnahkne. der Orientbahn durch Bulgarien den Sigmatarurächten des Berliner Vertrages vorzulegen.
2. Gerüchte von einer bevorstehenden Annektierung Bosniens und der Herzegowina durch Österreich-Ungarn.
3. Bulgarien lehnt die Rückgabe der Orientbahu entschieden ab. — Kaiser Franz Joseph verständigt durch Handschreiben sangliche Mächte davon, daß Österreich- Ungarn Bosnien und Herzegowina annektiert habe und dafür bereit sei, seine Truppen aus Dem Sandschak Novibazar abzuberufen, sowie auch seine Vorrechte in Antivart zu verzichten.
4. JswolSri in Paris. — Der König von Spanien in Dresden.
5. Fürst Ferdinand erklärt in Tirnowo Bulgarien für unabhängig von .der Türkei und sich selbst zum Zaren aller 'Bulgaren.
6. Ausbruch einer überaus heftigen 'Volksbewegung in Serbien und Montenegro gegen Bulgarien und DsterreichiUngarn. — Verleihung einer Verfassung an Bosnien und die Herzegowina. — Protest der Pforte gegen die Unabhängigkeitserklärung Bulgariens.
7. Straßendemonstrationen in Konstantinopel. — Kreta sagt sich von der Türkei los und vollzieht seine Angliebernng, an Griechenland. — England und Rußland regen eine neue Konferenz zur Regelung der Babkanfrage an. — Serbien beginnt zu rüsten und beruft Reserven ein. Die Volks!etdcnschast richtet sich nur gegen Österreich-Ungarn.
10. Beginn der Berliner Ballonwoche.
11. Das Gordo-n-Bennett-Rennen der Lüfte beginnt, drr amerikanische Ballon „Eonquerer" stürzt, gleich nach dem Ausstieg.
12. Eröffnung des mocklenbuogischen Landtags zur Beratung der Verfassung,sresorm. — Die serbische Skupichtina bewilligt 16 Millionen zu Rüstungszwecken, der serbische Kronprinz hält DeMonstrationsreden.
14. Deutschland lehnt die Anerkennung der Unab
hängigkeit Bulgariens bis zur Regelung der Orientbahnsrage ab. — Zusammentritt der russischen Duma.
18. Rezierungswechsel in Neuß ä. L. — Prügelszenen im böhmischen Landtag, der vertagt wird.
16. Der König von Griechenland in Berlin. — Die Waldbrände in Nordamerika wüten noch immer, sogar Eisenbahnzüge werden in der Fahrt von den Wammen ergriffen
17. Österreich-Ungarn erklärt, der Frage einer neuen Bailkankonfereirz nnr dann zustinrmen AN wollen, wenn die Annexion Bosniens und der Herzegowina als vollzogene Tatsache nicht mehr Mr Erörterung komme. Deutschland schließt sich dieser Forderung an. — Die montenegrinische Sknpschtina spricht sich für den Krieg gegen Österreich-Ungarn aus und ersucht den Fürsten Nikita, ein Schutz- und Trutzbündnis mit Serbien zu suchen. — Demission der tschechischen Minister Fiedler und Prascek.
18. Feierliche Enthüllung der Büste Bismarcks in
der Regensburger Walhalla. — Straßenunruhen in Prag, wo der tschechische Pöbel deutsche Passanten an- greist, deutsche Denkmäler beschmutzt und deutsche Ladcn- schilder niederreißt. — Tod des japanischen Generals Nodzu. .
19. Eröffnung des preußischen Landtags. — Demission des französischen Marinsministers Thomson, der durch Picard ersetzt wird. — Die französisch-spanische Marokko- note über die Anerkennung Mnley Hafids wird den Mächten zugestellt.
20. Tod des früheren Ministerialdirektors im Kultusministerium vr. Althoff. — Im Prozeß Wifiuba erkennt die Diszipilinatkammer auf Dienstentlassung.
21. Feierliche Einholung der Prinzessin Alexandra Viktoria zu Schlesw ig -Ho lst e i n-G l ücksbu rg in Berlin. Schluß der mecklenburgischen Lanötagssession, ohne daß das Verfassungsgesetz angenommen wurde. Der Grotz- -herzog erklärt, er halte trotzdem an derVevsaffungsreform fest. — Neuerliche Demonstrationen in Belgrad gegen österreichische Einwohner und deren Geschäftslokalc. — Die Cholera in Petersburg ist infolge der plötzlich eingetretenen Kälte im Erlöschen.
22. 80. Geburtstag der Kaiserin. — Vermählung des Prinzen August Wilhelm vom Preußen mit der Prinzessin Alexandra Viktoria. — Erdbeben im Bvgtlanoe, die sich bis Böhmen, Bayern und Thüringen ausöchmen. —
FIwolSki in Berlin. — Abschluß des Deutschen Staats- bahnwagen-Berbandes, der am 1. April 1909 ins Leben treten soll. — Die österreichische Regierung beschlagnahmt mehrere für Serbien bestimmte Kriegs-materialseNdungen.
23. Aufstieg des Parseval-Ballons, sowie des neuen Luftschiffes Zeppelin 1". — Die Türkei wünscht jetzt unter Abbruch aller direkten Verhandlungen mit Bulgarien und Österreich-Ungarn Einberufung einer Balkankonferenz. — Erste Aufführung von Richard Wagners „Götterdämmerung" in Paris.
28. Neue Unruhen in Prag, wo die Tschechen die deutschen Studenten überfallen. — Neuer glänzender Ausstieg des „Zeppeliu 1".
26. Kronprinz Georg von Serbien reist mit Paschitsch nach Petersburg, um ein Eingreifen Rußlands in die bosnische Frage zu erreichen. •— Prinz Heinrich itt Friedrichshasen. — Abschluß einer serbischen-montene- grinischen Militärallianz.
27. Prinz Heinrich unternimmt mit dem Grafen Zeppelin eine sechsstündige Luftfahrt. ■ Neue Exzesse der Tschechen gegen die deutschen Studenten in Prag. Serbien beruft auch die Reserven zweiten Aufgebots ein.
— Wiederaufnahme der österreichisch-türkischen Verhandlungen, auch die Verhandlungen der Türkei mit. Bulgarien beginnen aufs neue.
28. Der Londoner „Daily Telegraph" veröffentlicht ein Kaiser-Interview, das in Deutschland einen Sturm der Entrüstung erregt und in England selbst die der beabsichtigten entgegengesetzte Wirkung hervorruft. — Eröffnung der russischen Duma und der bulgarischen Sobranje.
29. Aufstieg des Herzogs Albrecht von Württemberg im Zeppelin-Ballon. — Rückkehr Jswolskis nach Petersburg. — Blätter aller Parteien stimmen in ^der Verurteilung der dem Kaiser-Interview M Grunde liegenden Tatsachen überein und appellieren an den Reichskanzler als di-e allein verantwortliche Stelle.
30. Empfang des serbischen Kronprinzen beim Zaren.
— Österreich räumt den Sandschak. Serbien und Montenegro verlangen als Kompensation für die Annektierung Bosniens und der Herzegowina wenigstens einen Landstreifcn an der Drina und am Meer bei
Cattaro. „ ,
(Fortsetzung folgt.!
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