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Sette 6, Montag, 23. November 1908.

Vttemenspannnng und Vergaser-Regulierung von Lenkstange /während der Fahrt, Federgabel, welches ein angenehmes Fahren und alle Geschwindigkeiten von 8 bis 75 Ion Tempo ermöglicht und Berge überhaupt nicht kennt. Die Werke haben Über 15 060 Motorräder in allen Weltteilen zur Zufriedenheit laufen und müssen ihren Betrieb wiederholt vergrößern.

Luftschiffe und Aeroplmre.

fcct. Konstanz, 23. November. Das im Bau begriffene neue Zeppelinsche Luftschiff steht vor seiner Vollendung. Die Probeaufstiegc mit ihm werden erst im März er­folgen. Graf Zeppelin hat bereits den Bau von weiteren Luftschiffen in Angriff genommen.

Gotha als Lnftschiffhafeu? Man schreibt aus Gotha: 8Re die „N. Bad. Landesztg." meldet, weilte zu derselben Zeit, da der Kronprinz bei dem Grafen Zeppelin zu Gaste war, auch der bekannte Großindustrielle Lanz aus Mann­heim in Frieörichshafen. In einer Unterredung, in der die Sprache auf den Ban von Luftschiffshäfcn kam, äußerte der Graf sich über den Luftflottenverein und war der Ansicht, daß durch diesen viel zu erreichen sein würde. Die Zeitung schreibt als wörtliche Äußerung des Grafen: „Die nächste Frage, die uns beschäftigen wird, ist der Bau von Luftschiffshäfen. Es herrscht in den deutschen Städten ein gewisses Interesse für solche. Besonders ist es Koburg-Gotha, das sich mächtig ins Zeug legt, Koöurg- Gotha liegt genau auf der Luftlinie vom Bodenfee nach Berlin. Aus diesem Grunde wäre es als Ladeplatz sehr geeignet." Die „Goth. Ztg." teilt nun mit, baß hier aus­schließlich Gotha und nicht das südlich vom Tbür>""°r Walde gelegene Kobnrg in Frage komme.

Unwetter-Alichrichten.

Kanal herrscht seit Samstag starker Sturm, 'begleitet von heftigen Regengüssen. Die Ankunft der Facht in Cherbourg, an deren Bord sich das schwedische Königspaar befindet, hat infolgedessen eine Verzögerung erlitte».

Auch aus S ü d i t a li e n wird berichtet: Das Wetter hat sich neuerdings verschlechtert. Die letzten Meldungen aus der Provinz berichten über neue E r d st ö ß e. Viele Wohnhäuser sind wiederum eingestürzt. Der angerichtete Schaden ans dem Lande ist sehr beträchtlich.

Weiter wird ans Sarajewo gemeldet: Infolge furchtbarer Schneestürme und Erdbeben sind zahl­reiche telephonische und telegraphische Verbindungen zer­stört worden. Der Straßenbahnverkehr mußte einge­stellt werden. Die Eisenbaynzüge trafen mit großen Verspätungen ein. ^

Auch in Toulon hat der Sturm, der 48 Stunden gewütet, großen Schaden angerichtet. Die Gewalt des Sturmes war so groß, daß die Mauern einer Mehlmühle einstürzten, wobei 2 Frauen und 1 Kind verletzt wurden. Mehrere Soldaten wurden gleichfalls durch herabfallende Steine verwundet.

Fetzte Nachrichten.

Das unterdrückte Kltiser-Jntcrview. hd. Berlin, 23. November. Wie aus New Aork telegraphiert wird, veröffentlicht die dortige „World" das angebliche Facsimilc des von der „Century Magazine" zurückgezogenen Interviews, das der Ame­rikaner Haie mit .Kaiser Wilhelm gehabt habe. Der Inhalt dieser Unterredung, wie die „World" ihn mit­teile, wird dem „Lokal-Anzeiger" als apokryph bezeichnet.

Lenkbarkeit der drahtlosen Telegraphie? wo. Paris, 23. November. Dem „Matin" zufolge ist es zwei italienischen Seeoffizieren, Bellini und Tosi, die von der französischen' Regierung zur Aufstellung von Funkentelegrap he np o st en in Dieppe und Havre ermächtigt waren, nach anderthalbjähriger Arbeit gelungen, Vorrichtungen zu finden, durch die die elektrischen Wellen gezwungen werden, sich in einer ge­nau bestimmten Richtung zu bewegen. Diese Lenkbar­keit der drahtlosen Telegraphie habe, abgesehen davon, daß die Telegramme von niemand als dem Adres­saten aufgenommen^werden können, nach den Erklär­ungen der beiden Seeoffiziere noch andere Vorteile, so solle man mit Hilfe derselben die Richtung und Lage eines in Not befindlichen Schiffes, die Lage und Fahrtrichtung eines jeden Geschwaders und die Be- pegungen einer feindlichen Armee erkennen können.

Zur Lage im Orient.

lick. London, 23. November. Wie die „Times" aus .Konstantinopel meldet, weigert sich die Pforte, die Annexion Bosniens und der Herzegowina a n z u ec­ke n n e n, bevor offizielle direkte Verhandlungen an­geknüpft worden seien.

lick. London, 23. November. Aus Konstantinopel meldet die „Times", daß in der Mehrzahl der Wahl­bezirke der europäischen Provinz das jnngtüpki- s ch e Komitee, gesiegt habe. Auch in Anatolien und selbst in Kleinasien habe es stark Erfolge erzielt.

Ein reaktionäres Edikt des Schahs, wb. Teheran, 22. November. (Reuter Bureau.) Morgen wird in allen Moscheen eine Proklamation des Schahs angeschlagen, von der die Hauptstelle fol­genden Wortlaut hat: Wir hatten versprochen, das

Parlament zum 14. November einzuberufen, und waren bereit, unser Wort zu halten. Da aber die Ver­treter unseres Volkes uns haben wissen lassen und schriftlich bekundet haben, daß sie keine Konstitu. tion haben wollen, und da unser Volk uns gebeten hat, das Parlament nicht einzuberufen, so haben wir beschlossen, ihre Wünsche zu erhören.

Hieraus wendet sich die Proklamation an die Geistlichkeit und sagt: Da ihr die Einsetzung des Varlaments als eine Herausforderung der Gesetze des Islams erkannt habt, was von der gesamten Geist­lichkeit telegraphisch und schriftlich erklärt worden ist.

WiesdaÄrrrsr TagbLE»

Nberrd-Ausgave, 1. Blatt.

Nr. 548«,

so stehen wir von einem solchen Plane ab. Das Parla­ment soll in Zukunft unter keinem Vorwand einge­setzt werden, Nichtsdestoweniger haben wir die nötigen Befehle zur Wahrung der Gerechtigkeit gegeben. Wir berufen die Vertreter der Geistlichkeit, um dem ganzen Volke Mitteilung von unserem Entschlüsse zu machen, die Rechte unserer Untertanen zu schützen und nach den Religionsvorschriften alle übelwollenden Pläne zu ver­eiteln. Die Anspielung der Ausrechterhaltung der Ge­rechtigkeit scheint sich auf den schon länger bestehenden Plan, ein Gesetzbuch einzuführen, zu beziehen. •

Zum Streik in Karliugen.

wb. Karlingen (Lothringens, 23. November. Auf Grube Merlenbach sind zur heutigen Frühschicht aus Schacht 5 von 510 Bergleuten 58, aus Schacht 6 von 485 nur 115 Mann angosähren. Die Bergleute weigern sich, anzufahren, weil sie den Grubenbetrieb durch Stickgase, die aus den Ab­teilungen eins, drei, vier, fünf und sieben kommen, für ge­fährdet halten. Sie verlangen Sicherheitsmaß­nahmen und die Beschaffung einer genügenden Anzahl von Rettnngsappa raten, iowie die Ausbildung von Mannschaften zur Handhabung derselben. Demgegenüber er­klärt die Direktion, daß der Betrieb durch Stickgase nicht ge­fährdet sei; auch seien Rettungsapparate in genügender An­zahl vorhanden und ausreichend Leute in der Handhabung von solchen aus,gebildet.

Kontinental-Lelegraphen-Kompagnte.

Cöln, 23. November. Einer Berliner Zuschrift der „Cöln. Zeitung" zufolge ist am 16. November der bis­herige Stationschef von Gobabis, Hauptmann Streit- wols, von dort aufgebrochen nnt umfassenden Vollmach­ten, um die erste Einrichtung der deutschen Verwaltung im C a p r i v i - Z i p f e I in Form einer Residentur mit rein friedlichen Aufgaben einzurichten. Die Ein­richtung erfolgte unter Zustimmung und mit Unter­stützung der englischen Behörden.

Cöln, 23. November. Der „Cöln. Zeitung" wird aus Konstantinopel gemeldet: Die bulgarisch-türkischen Besprechungen neigen ihrem Ende zu. Das Ergebnis geht kaum über eine Einigung in der E n t s chä d i - g u n g der Bahn hinaus. Die Bulgaren verweigern bei der Orientbahn den angegebenen Gewinn zu ent­schädigen. Die rumelische Tributfrage bleibt uner­ledigt. Trotzdem ist das Ergebnis der Besprechung nicht negativ. Überall ist die Einigung angebahnt. _

Paris, 23. November. Dem „Echo de Paris" wird aus Tanger gemeldet, daß der Exsultan. Abd ul Asis, der sich in Tanger niederlassen wollte/die in der Nähe der Stadt telegene Villa des „Times"-Korresponden- ten Harris anzukaufen beabsichtige.

bä. Madrid, 23. November. Das Zuchthaus in Granada war in der vorvercmngenen Nacht der Schauplatz aufregender Ereignisse. Als die Wächter eine Zelle betraten, um zu inspizieren, wunden sie von den In­sassen überfallen und verwundet. . Die Sträflinge bemäch­tigten sich der Schlüssel zu den anderen Zellen und öffneten diese, so daß 800 Gefangene frei wurden. Diese er­stachen die Aufseher und versuchten zu fliehen. Sie fanden jedoch das äußere Tor verschlossen und versuchten, die Mauer zu durchbrechen. Hierbei wurden die Schild wachen auf­merksam und begännen zu feuern, wodurch die Gefangenen cingeschüchtert wurden. Dennoch entkam etwa ein D u tz e n d. Das schnell zu Hilfe gerufene Militär gab eine Salve aus die Ausreißer äb, woraus die Gefangenen sich ergaben.

Letzte Dlttrdetsirachikichte«.

Telegraphischer Kursbericht.

tMitgeteilt vom Bankhaus Pfeiffer u. Ko., Langgasse 16.1

Frankfurter Börse, 83. November mittags 12V- Uhr. Kredrt-Aktien 197.50, Diskanto-Kommandit 197.70, Dresdner Bank 147, Deutsche Bank 240, Handelsgesellschaft 168, Staats­bahn 145.10, Lombarden 20.50, Baltimore und Ohio 106.20, Gelsenkirchen 188, Bochumer 218, Harpener 194.20, Türken­lase 143.56, Norddeutscher Llohd 89.50, Hamburg-Ämerika- Pakct 111, 4proz. Russen 83, Phönix 176.20. Tendenz: ab-

geschwächt^ Börse, 23. November. Österreichische Kredit-Aktien 626.20, Staatsbahn-Aktien 676.70, Lombarden 112.70, Mark­noten 117.20. Tendenz: willig.

Frankfurter Seit Jaela(vielimarkt.

Amtl. Kotierung am Sclrlaclitviehhof zu Frankfurt a. M. vom 23. Kovember 1908.

(Eigener Drahtbericlit des Wiesbadener Tagblatts.)

I Für 50 kg ] Für 50 kg iSchluchtgewicht Lebendgewicht

Aultrieb: 532 Oebsen, 48 Bullen,

Heutige

Vor-

Vor-

90b Kühe, Rinder und Stiere,

wöchent- Heutige wöchont

327 Kälber, 42 > Schafe und

Rieise

Preise

Preise

Preise

Hammel, 1768 Schweine, — Ziegen, — Ziegen!., — Schafl.

M

JA

M.

m.

Ochsen ; ajhöchsterSchlaohtwert

80—83

78—80

—

. —

b) 2. Qualität ..

74—76

70-72

—

—

c) 3. Qualität .

60 — 65

56 — 62

—

—

d) "ering genährte jeden Alters

—

—

—

—-

Bullen: a höchster Schlachtwert

66— 6

66—68

—

-—

b) Qualität .

62—64

62 — 64

—

—

c gering genährte .

—

—

—

Kühe u. Färsen (Stiere u. Rinder) a) höchst. Schlachtwert (Stiere und Rinder) .

68-70

70—72

b) Kühe höchster Qualität. . .

60—62

62—64

—

—

c) 2. Qualität.

48-50

50—52

—

—

d) mäasig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Kinder)

_

_

e) gering genährte Kühe und Färsen ..Stiere und Rinden

—

—

—

—

Für '

h kg

Für

/■ kg

Schlachtgewicht

Lebend

gewicht

4

Jh

4

Kälber: a) 1. Qualität.

92-95 192—95

55—56

55—56

b) mittlere Qualität.

81—90

85-92

48-52

50—54

c) geringe Saugkälber .....

68—70

70—72

—

—

d) ältere gering genäbrteKälber

—-

—

—

Schafe: a Mastlämmer u. jüng. Masthämmel.

78—82

70—72

56

56'/2-57

b) ältere Masthämmel .

50—64

50—54

56

c) 2. Qualität.

38—40

38-40

Schweine: a) vollüeischige . . .

72-73

73

57-57'/j

577 2

b) fleischig 0 .

70—71

70-72

55-5672

57

) gering entwickelte, Eber. .

66 — 68

66—68

—

—

d) ausländische Schweine.. . .

—

—

—

—

Geschält: Oebsen gut, Ueberstand keiner; Kühe gedrückt, Ueberstand unbedeutend; Bullen gut, üebeistanti unbedeutend; Kleinvieh mittelmassig: Uefeecaland in Kälbeni <-m Schufen keiner, in Schweineogering,

Öffentlicher Wetterdienst.

Wettervoraussagen

vom 23. November

j. der Dienstjteüe Frankfurt a. M.

(Meteorologisch- Abteilung des Vhhsikal. Verein»)

Morgen zeitweise anfklärend, kälter, stürmisch, Schneeschaner.

r. der riieMtelle weilburg

tLandwirtschaftsschule):

Morgen veränderlich, mehrfach noch Nieder­schläge, starkwindig, ranh.

Genaueres durch die Frankfurter und Weildurger Wetterkarten (monatl. je 50 Pf.), welche am „Tagblatt- Haus" Langguts- 27 täglich angeschlagen werden.

Die Wettervoraussagen sind außerdem in der Tagblatt-Haupt-Agentur Wilhelmstraße 6 und in der Tagblatt-Zweigstclle Bismarckring 29 tägl. ausgehängt.

Meteorolog. Beobachtungen. Ztation Wiesbadens

21. November

Barometer aufO" ».Normal-

schwere .

Barometer a. d. Meeresspiegel Thermometer (Celsius) . .

Dunstspannung (Millimeter)

Relative Feuchtigkeit ("/<,) .

Windrichtung ......

Nie^erschlagsböhe (Millim. > .

Höchste Temperatur (Celsius) 6.0. — Niedrigste Temperatur 1.7.

7 Uhr morgens

2 Uhr nachm.

9 Uhr abends.

Mittel.

746.0

746.9

750.2

747.7

756.4

757.3

760.7

758.1

3.5

5.8

4.0

4.3

5.0

6.6

4.7

5.1

85

82

77

81.3

SW. 1

SW. 2

N. 2

—

0.3

3.4

1.1

—

22. November.

7 Uhr morgens

2 Uhr nachm.

9 Uhr abends.

Mittel.

Barometer auf Oo u. Nornial- schwire.

745.6

740.6

736.9

741.0

Barometer a. d. Meeresspiegel

756.0

750.9

747.1

75i.g

Thermometer (Celsius) . .

4.1

4.6

6.1

6.2

Dunstspannung (Millimeter)

5.8

5.8

6.7

6.1

Relative Feuchtigkeit (°/o)

95

92

96

94.3

Windrichtung.

S. 1

S. 2

SW. 1

• --

Nicderschlagshöhe (Millim.) .

1.3

6.2

8.8

—

Höchste Temperatur (Celsius) 6.3. — Niedrigste Temperatur 2.4.

Auf- und Untergang für Sonne (G) und Mond (3).

lDurchgaug der Sonne durch Enden noch mhleleuropLgcher ge».;

1| • = D ' |" C

November i im Süden! Ausgang >Untergangj! Aufgang Untergang MimsU hr Min Uhr MiiüPhr Min.,Uhr Mim

21 .

Jt»)r

12

11 7

32 !|8 19 58.15 3N.

Geschäftliches.

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für famnki»'fiacbrkbten: ^

Grburts- und Todes - Anzeigen, wird von jeher das „Tsgblstk" benutzt, denn das Wicsbndener Publilnnn betrachtet es als etwas ganz Selbstverständliches, Last solche Mitteilungen im ,.Tagvtatt" erscheinen, weil sie dann von Haus zu Haus, von Familie zu Familie gelesen werden und sonach ihren Aivcck in ausreichendster Weise erfüllen, sierner werden in, „Tagvlatt" auch die Aus. zöge aus den Zivilstandsrepistern der Stadt Wiesbaden und der benachbarten Vrte sofort nach Ausgabe veröffent. licht. Die Zusammenstellungen voll Familien-Nachrichtrn

auf Grund direkter Mitteilungen aus dem Leserkreise oder von Publikationen auswärtiger Zeitungen bringt das „Tagblatt"

2? S nur da« »»Tsgblsttt«

Die Atze«d-Ausga1rs mnfatzt 16 Setten.

Leitung: i£» Sctjulte vom Brühl.

Verantwortlicher Redakteur kür Politik und Handel: A. Hegerhorst; fst, Feuilleton, Svort und unterh. Teil: I. Kaisler; für Wiesbadener Nachrichten C Rötherdt; für Najsamsche Nachrichten. Aus der Umgebung und Gerichts fallt: H. Diefenbach; für die Anzeigen und Reklamen: H. Dornauf sämtlich in Wiesbaden.

Druck und Verlag der L Schelleubergschen Hof-Buchdruckerei tu Wieübader